I’m a Journalist in a Bubble

Allerdings ist es dann nach der ersten Hysterie auch gerne so, dass die eine Hälfte gerne anti sein möchte. Weil einfach nur unkritisches Rumfreuen, das ist nichts für den Journalisten. Da möchte er schon auch investigativ recherchiert haben. Und wenn dann die neue Idee oder das neue Projekt, das noch gar nicht angelaufen ist, nicht die idealen Voraussetzungen hat, also dann muss man das ja quasi in Grund und Boden reden. Sonst wäre das ja nicht fair dem Leser- ääähm..den anderen Journalisten gegenüber, die gerade darüber streiten, ob „Qualitätsjournalismus“ überhaupt noch Zukunft hat oder ob „die Leser“ nur noch auf clickbaiting abfahren und ob native advertising denn eine Lösung oder ein Fluch sei und unique visitors der Hauptfaktor bei der Webseiten- und Artikelbewertung …. und manchmal möchte ich persönlich da einfach mal Twitter abschalten, wenn ich da so mitlese – und zwar nicht meinen Account, sondern einfach das ganze Ding. :D Aber ich bin ja noch nicht so lange im Geschäft und verstehe vielleicht einfach nicht, warum man sich da dauernd so aufregen muss.

Tiiiime tooo saaaay gooodbyyyyeeee … oder?

So wie ich das Problem verstehe, geht es um folgendes. *Erklärbarmodus an*
Die guten alten Printmedien kennen wahrscheinlich viele von uns nur noch, weil Papa früher am Frühstückstisch Zeitung gelesen hat oder weil wir für ne lange Zugfahrt ne Zeitschrift am Bahnhofskiosk gekauft haben. Aber nicht mehr weil wir eine Tageszeitung abonniert haben oder was darauf geben, was irgendein Redakteur in der Fräsfurter Unallgemeinen Zeitung oder in der Buxtehuder Rundschau von sich gibt.

Wir sind, das haben die ganzen Medienmenschen doch selbst so geschrieben, die „Generation Internet“ bzw. die „Generation Praktikum/Nullbock/Unpolitisch/Modewort-der-Woche“, die keinen Bezug mehr zu sinnvoll bedrucktem Papier hat. Aber nur weil ich selbst im Journalismus arbeite, heißt das nicht, dass es mir da anders geht. Ich verallgemeinere mal etwas, aber wir haben Meinungen, die wir in Zeitungen nicht wiederfinden, wir mögen es schnell und kurz und bunt. Nicht immer, aber oft. Wenn uns jemand die Informationen so aufbereiten würde, dass wir uns eine Meinung bilden können wäre das cool. Wenn nicht, dann ignorieren wir den Medienwust halt einfach. Das hilft weder uns noch den Leuten, die dafür gerne bezahlt werden würden, es ist aber einfacher. Und wie viele Chefredakteure interessieren sich schon dafür, wie man das ganze zusammenführen könnte? (Spoiler: Wenige.)

Die meisten Informationen finde ich, neben ganz vielen Fehlinformationen und ganz viel Unsinn, kostenlos im Internet. Ich haben Frage, ich googlen, ich anklicken was Google ausspuckt. Feddich. Da sich diese Kultur für viele Printianer unbemerkt entwickelt hat, war es leider eine ganz schöne Überraschung, als man dann viel zu spät bemerkt hat, dass die meisten potenziellen Leser gar keine Zeitung mehr brauchen, außer um sie im Meerschweinchen-Käfig auszulegen … wobei das natürlich ein Argument dafür wäre, warum Print gar nicht aussterben kann. :D Kleintiere werden immer trockene Popos haben wollen, da machste nix! Aber ich schweife ab. ^^

Mein knauseriges Unterbewusstsein

Wenn wir nun davon ausgehen, dass gedruckte Artikel immer weniger Geld einbringen, stellt sich die Frage: Kann man online überhaupt Geld verdienen? Denn wie ich selbst schon gesagt habe, finden sich die meisten Sachen gratis irgendwo im Netz. Große Tageszeitungen, die bereits seit Ewigkeiten etabliert sind und das mit der eigenen Internetpräsenz noch gerade so rechtzeitig hinbekommen haben, setzen meist auf Anzeigen, die sich aber erst ab einer gewissen Besucheranzahl rentieren. Für kleinere Geschichten, wie eben Blogs, lohnen sich Anzeigen daher nicht. Außerdem will ja nicht jeder seine Seite mit Anzeigen zumüllen. (Theoretisch erscheinen auf dieser Seite übrigens auch ab und an welche, die werden mir selbst aber nicht angezeigt und kommen direkt von WordPress. Das kann ich erst beeinflussen, wenn ich irgendwann mal die „Profiversion“ nutze.)

Es gibt jedenfalls einige Ideen, wie man doch wieder Geld damit verdienen kann, dass man gut schreiben/zeichnen/rumexistieren kann. Da wären zum Beispiel sogenannte Paywalls. Die kennen sicher viele von euch. Dabei klickt man auf einen Link, weil die Artikelüberschrift interessant klang und dann kommen die ersten beiden Sätze des Artikels und der Rest ist geblockt. Darüber schwebt dann ein Popup, in dem etwa steht „Bitte zahlen Sie für diesen Artikel 1,50 €“ oder „Bitte schließen Sie ein Abo der Brunsbüttler Nachrichten ab – nur 25 € im Monat! Inklusive Gratis-Thermobecher!! Bitte! Denken Sie an den Thermobecher! Der is gratis! ABONNIEREN SIE UUUUNS ;____;!!!“. Mir persönlich gehen diese Dinger immer total auf den Keks. Auch wenn sie weniger hysterisch formuliert sind als meine Beispiele, blockieren diese Mauern mir den Zugang zu einem Artikel, den ich gerne gelesen hätte.

Überall Wände! Ò.ó

Tja, und warum klicke ich dann nicht einfach auf „bezahlen“ oder „abonnieren“? Abgesehen davon, dass ich nichts nur wegen eines Artikels abonnieren möchte, weigert sich mein Unterbewusstsein einfach, im Voraus für Sachen zu zahlen, die nur eventuell vielleicht und mit Glück interessant sind. Denn am Kiosk kann ich ja auch in die Zeitschrift reinschauen. Und sogar bei Amazon kann ich in viele Bücher hineinlesen – wobei die Diskussion ob Buchladen mehr ruled als online bestellen nun definitiv zu weit führt. Jedenfalls weigert sich mein knauseriges, misstrauisches Unterbewusstsein einfach so Geld auszugeben, wenn es nicht genau weiß, was es dafür bekommt. Kann ja auch völliger Mist sein, was da hinter dieser ollen Wand auf mich wartet und dann hab ich unnötig Geld verschwendet.

7 Kommentare

  1. *auf Flattr drück* :) was das mit den Printmedien betrifft, bin ich ganz deiner Meinung. Finde auch das dieser Artikel 20 cent verdient. Nur leider habe ich keine Ideen für andere Bezahlungsmethoden. Dieses Laterpay hört sich ganz interessant an. Bin auch gespannt ob diese Methode funktioniert & was sie für ein Erfolg rausbringt. Das mit Twitter….naja wenn das Gerücht stimmen sollte, frage ich mich wer von meinen 240 Follower was mit Medien zu tun hat? Ich habe 2 Acc. Der erste habe ich wegen einer Freundin gemacht, den ich allerdings nicht mehr benutze. Der 2. ist aktiv (& folgt dir sogar :D) war dafür gedacht, nur Animefreaks zu folgen. Da ich in Reallife einfach keine Freunde hatte, die das ebenfalls mögen. Was Tips angeht….naja…ich hab einfach drauf los getippt, jeden Schwachsinn gepostet :D hab mir auch mal selbst paar Leute rausgefischt denen ich folgen kann, die meist auch zurück followern. Bloggen tu ich ebenfalls (bin aber frischling, also immer her mit den ideen & tips ;) ) diese Idee dazu kam mir einfach so. Grund war auch meist Anime & Manga.
    Zurück zum eigentlichen: Ich lese dich sehr gerne & deswegen freu ich mich auf deinen nächsten (Roman)Blog :3

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    1. Aaaawwwwwwr! Danke für diesen lieben Kommentar, Inori! ^_^
      :D Einen Follower hast du, der was mit Medien macht; mich! Ich followe dir nämlich back und so. :) Aber ja, klar hat nicht jeder bei Twitter was mit Medien zu tun, aber da ich auch noch nen „professionellen“ Account für die Arbeit habe und da einigen Medienleuten folge, kommt es mir dann immer so vor, als würden da NUR Menschen über die Zukunft des Journalismus reden. Den ganzen Tag. Und irgendwann kann mans halt nich mehr lesen. ^^ Aber ja, mit meinem crazyth1ngs-Account will ich auch eher lustigen Anime/Manga-Menschen folgen, die reden dann sicher über was anderes. Der Grund, warum ich hier so viel über Mangas rede, ist lustigerweise ähnlich wie dein Twitter-Grund: Mir fehlen hier die direkten Gesprächspartner, die mit „diesen japanischen Comics“ was anfangen können. :D

      Tipps zum Bloggen? Also ich schreibe erstmal einfach immer drauflos, so wie du das anscheinend bei Twitter machst. ;) Meine Themen sind dann entweder Sachen, die mich gerade persönlich beschäftigen oder Dinge, die mir irgendwo begegnet sind. Oder natürlich Mangas, über die ich unbedingtjetztsofort meine Meinung loswerden möchte. Also einfach anfangen zu schreiben, dann merkst du sicher bald, welche Themen dir mehr liegen und wo es dir Spaß macht drüber zu schreiben. Ich bin jedenfalls auch gespannt auf deinen nächsten Blogartikel und werd den auch bestimmt lesen! (Deinen Text über „Maleficient“ hab ich ehrlich gesagt übersprungen, weil ich den Film unspannend fand, ähem, sorryyy ^^“) Schreib doch auch mal eine Mangaempfehlung oder über dein allerliebstes Lieblingsbuch oder so? Oder vielleicht hast du irgendwelche andern Hobbies, die du bewerben möchtest oder Sachen, die dich mega aufgeregt haben? *wild mit Ideen um sich schmeiß* :)
      So. Nu reichts aber, sonst wird der Kommentar ja auch wieder ein Roman … Danke nochmal fürs imaginäre Flattrn, ich freu mich immer, wenn meine Texte jemandem gefallen! ^^ Nyuuuuuu, liebe Grüße und einen schönen Sonntaaaag! :3

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      1. Kein Thema, nicht jeder mag dein ein & selben Film :) Der nächste Blog Eintrag wollte ich sowieso eine Mangaempfehlung texten :) muss nur warten wenn ich die Zeit dafür finde. Muss nun Hausaufgaben machen & lernen :/ wünsche dir auch einen schönen Sonntag :3

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