Is der immer noch nackt?! – Review „Ein irrer Flitzer“ Band 2

Wie wir bereits im ersten Band gemerkt haben, neigt unser geliebter irrer Hauptcharakter dazu, nackt auf dem Cover und im Manga selbst rumzuspringen, juchhe! Vermutlich durfte ich deswegen auch bei Band 2 von „Ein irrer Flitzer“ beobachten, wie die Verkäuferin im Buchladen sich das Grinsen verkneift. Immerhin war es nur ein Grinsen und kein angewidertes Manga wegwerfen. :D Und nein, auch dieses Mal habe ich den strategisch platzierten und vermutlich absolut nutzlosen „Zensiert“-Aufkleber nicht abgemacht. ;)

Ein irrer Flitzer, Band 2; Hitoma Iruma; Hiroto Ida; Tokyopop

Ein irrer Flitzer, Band 2; Hitoma Iruma; Hiroto Ida; Tokyopop

Verwahrloste Schriftsteller

Nachdem sich der so liebevoll „nackter Idiot“ genannte Kerl im ersten Band nützlich gemacht und unseren anderen Hauptcharakter motiviert hat, sitzt dieser nun völlig besessen vor seinem Laptop und schreibt, denn er will seine nächste Geschichte bei einem Wettbewerb einreichen. Dabei vernachlässigt er zunehmend alles andere, von Unibesuchen bis hin zur Körperhygiene.

Zu dieser Zeit verschwindet auch der Idiot für eine Weile von der Bildfläche und dafür taucht Shoko Kai, die berühmte Schriftstellerin und dritte Hauptdarstellern des Manga, auf. Wobei sie zunächst gar nicht so wirklich auftaucht, sondern viel mehr ihren Schriftsteller-„Schüler“ zu sich zitiert, damit er Lebensmittel für sie ankarrt. Bei seinem Besuch stellt unser Hauptcharakter dann fest, dass die von ihm so bewunderte Meisterschriftstellerin exakt die gleichen Probleme hat wie er selbst und ebenso wie er völlig weggetreten nur noch Tasten auf ihrem Laptop betätigt, ohne sich um ihre Umwelt zu scheren. Seine Illusion, gute Schriftsteller würden einfach locker drauflosschreiben und niemals wie Besessene vor ihrem Schreibgerät vor sich hin vegetieren wird also jäh zerstört und weicht der Erkenntnis, dass also auch er es schaffen könnte, ein Schriftsteller zu werden. Nett fand ich auch, dass Shoko Kai in diesem Band so ein wenig mehr Persönlichkeit bekommt.

Hey, so öde isses gar nich! :D

An einigen Stellen gibt Flitzer-kun seinem besten Kumpel durchaus gute Tipps und ein Mal machen sie sogar mehr oder minder freiwillig einen Ausflug zusammen. Den Tipp aus dem ersten Band „nackt zu schreiben“, setzt unser Hauptcharakter mittlerweile auch um und will immer mehr „richtig“ schreiben und sich nicht verstellen. Zumindest falls ich das „nackt“ hier richtig interpretiert habe. ^^ Generell fand ich es faszinierend, dass der Mangaka Hiroto Ida es geschafft hat, einen Manga zu zeichnen, der nicht völlig öde wirkt, obwohl der Hauptcharakter 90 % des zweiten Bandes in seinem Raum verbringt und vor sich hin murmelnd an einem uns weiterhin unbekannten Roman schreibt. Sogar der Autor der Buchvorlage (Hitoma Iruma) war davon erstaunt. :D Das berichtet er zumindest im Nachwort.

How I met my Idiot

Im letzten Drittel des Mangas erfahren wir etwas über die Vorgeschichte des Hauptcharakters und es wird – wie durch das Cover angedeutet – noch einmal Bezug auf den Anfang des ersten Bandes genommen. Wir erfahren nämlich endlich, was genau vor der allerersten Begegnung der beiden Hauptcharaktere vorgefallen ist! Und es ist total verwirrend! Yay! :D Aber wie ließe sich auch ohne Verwirrung ein nackter Betrunkener erklären, der eine Studentenparty crasht? An dieser Stelle möchte ich allerdings noch einmal erwähnen: HA! Ich habs euch doch gesagt! XD Alle die nun noch verwirrter sein sollten, haben sich vermutlich im ersten Review nicht von mir spoilern lassen. Darin hatte ich nämlich eine These aufgestellt, die mir im zweiten Teil bestätigt wurde – wenn mich auch das Ende trotzdem noch verwirrt hat. Die These wird euch höchstwahrscheinlich auch spätestens nach der Hälfte des Bandes in den Sinn kommen, also keine Sorge, ihr müsst nicht zur ersten Rezension und die komplett lesen. ^^

Fazit: Nichts für jeden

Alles in allem fand ich den Manga nicht ultraspannend, gerade weil ich das Ende ein wenig vorherahnen konnte und mich die Umsetzung ein wenig enttäuscht hat. Allerdings lassen gerade die Hintergrund- und die Nebenstories zu den Schreibwettbewerben beim Lesen keine große Langeweile aufkommen und man hat einigen Interpretationsspielraum, was und wie gut denn nun die eine Geschichte ist, an der der Hauptcharakter ständig schreibt. Jedenfalls fand ich die Darstellung der Schriftsteller, die alles hintenan stellen, um ihrer „Bestimmung“ nachzukommen und zu schreiben, sehr passend. Das Gegenteil von glamourös, dafür vermutlich wirklich recht autobiographisch. Hoffentlich aber übertrieben. Denn auch wenn ich persönlich gerne mal Artikel noch bis 0.12h fertig schreibe und währenddessen sehr fokussiert bin, würde ich doch merken, wenn ich sooo sehr verwahrlose. Oder? Oder?!?!? Oh, ich sollte mal staubsaugen. Und den Müll rausbringen … Aber das gehört nicht hierher! Für eine zweibändige Adaption eines Romans finde ich es ganz gut gelungen, aber mich spricht natürlich auch das Thema Schriftstellerei an. Empfehlen würde ich den Manga also nur Leuten, die sich mit exzentrischen Künstlern identifizieren können oder möchten oder die einfach mal etwas wirklich ungewöhnliches im Mangabereich lesen möchten.

Na, wie schreibt ihr so eure Blogartikel? Auch völlig verwahrlost? :P Scherz beiseite, mich würde brennend interessieren, was ihr von „Ein irrer Flitzer“ haltet, falls ihr ihn gelesen haben solltet. (Und wie fandet ihr das Ende?) Falls nicht: Würdet ihr ihn lesen? Oder habt ihr bisher vielleicht nur Teil 1 gelesen und wart enttäuscht/begeistert? Was haltet ihr eigentlich von der Meta-Idee als Schriftsteller über die Schriftstellerei zu schreiben? ^^

Einen unverwahrlosten und un-irren Start ins Wochenende wünscht euch
eure 0utofjoint =)

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13 Kommentare

  1. Ach nein … die These hat sich bestätigt? XD Das war wohl doch etwas vorhersehbar…
    Die Meta-Idee finde ich eigentlich ganz cool! Als Schriftsteller die Schriftstellerei als Thema zu machen bietet mehr Raum für eine interessante Geschichte als viele denken. Und ich denke ein Publikum gibt es auch.

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    1. Ja, allerdings war das Ende trotzdem seltsam. Also irgendwie alles komisch. o.O
      Dramatisch leidende Schriftsteller kann man sicher verkaufen, da hast du Recht. Vor allem wenn sie gut aussehen. :P Aber auch ansonsten könnte es ein spannender Einblick sein – was ja leider hier nicht sooo mitreißend geklappt hat.

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    1. Hey, dann entsprichst du doch fast dem Klischee aus dem Manga! Sollen wir über dich vielleicht auch ein Buch schreiben? :D

      Man muss ja auch nicht alles lesen, CryofWrath-kun. ^-^ (Englisch-japanische Namenskombis sollte ich lassen, das klingt unschön. o.O)

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