Liebe ist stärker als äh die Irren hier – Manga Review Tokyo Ghoul Band 5

Yaaay, der fünfte Band von Tokyo Ghoul ist draußen! Und wie nach jedem Band hat mich auch dieser mit dem Hunger nach mehr zurückgelassen. Die Lust auf mehr Mangas ist zum Glück nicht so gruselig, wie die auf mehr Menschenfleisch, deshalb kann ich euch ganz unschockierend von Band 5 berichten. Aber zunächst: Falls ihr Band 4 noch nicht gelesen haben solltet, dann holt ihr das jetzt sofort nach und lest dann hier, warum ihr auch Band 5 lesen solltet. :D Falls ihr noch unsicher seid, warum ihr überhaupt Band 4 lesen solltet, oder kurz rekapitulieren möchtet, was da noch mal drin vorkam, dann lest doch einfach mein Review zu Band 4. Und falls ihr gar nicht mitbekommen habt, was Tokyo Ghoul überhaupt ist, also dann kann ich euch auch nicht mehr helfen. Außer mit noch mehr Reviews. :P Das sollte jetzt gar keine Link-Parade werden, ich wollte damit eigentlich nur ein bisschen Platz schaffen, damit ich nicht direkt im ersten Satz die folgende Warnung bringe: *ACHTUNG, FETTE SPOILER vom letzten Band (4) aheeeaad!* So. Dann kann ich ja jetzt ruhigen Gewissens weiterfaseln, was in Band 5 passiert. ;)

Cover Tokyo Ghoul Band 5; Sui Ishida; Kazé Manga

Cover Tokyo Ghoul Band 5; Sui Ishida; Kazé Manga

Wer war nochmal Shu?

Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja! Wir befanden uns zuletzt in einer wunderschönen Arena, die … (Jepp, hier ist ein random Absatz wegen der „Weiterlesen“-Funktion, also um versehentliches „Hupsi, da stand ja was aus Band 4“-Rumspoilern auf der Startseite zu vermeiden. :) ) … zum geheimen Ghul-Restaurant gehört und in der unser Hauptcharakter anderen Ghulen zum Fraß vorgesetzt werden sollte. Nachdem er dabei noch einmal mit ansehen durfte, wie furchtbar andere Menschen sein können, gibt es am Ende einen creep-me-out-wtf-Moment, der dafür sorgt, dass man dem „Gourmet“ Shu noch wesentlich weniger nachts, allein, im Dunkeln und überhaupt begegnen möchte.

Im fünften Band geht es zunächst einmal wieder darum, dass Ken sich mit dem Gourmet auseinandersetzen muss. Denn dieser ist weiterhin von Kens anscheinend unglaublich verlockendem Geschmack betört und möchte ihn unbedingt verspeisen. Dafür geht er, wie sich das für einen Ghul gehört, über Leichen. Zunächst allerdings erst einmal über Entführungsopfer. Denn Nishikis Freundin Kimi, die ungefähr fünf Minuten vorher ausgerechnet Ken um Hilfe gebeten hat, ist ein ideales Ziel. Erstens weil sie Kontakt zu Ken hatte und zweitens weil sie menschlich und ohne Spezialausbildung und -ausrüstung somit recht wehrlos einem topfitten Ghul gegenüber ist. Äh, aber Moment, wieso Mensch? Ihr erinnert euch an den vierten Band? Die junge Dame liebt ihren Freund, obwohl er Menschen tötet. Die Idee ist zwar – natürlich – nicht neu, aber ich finde sie dennoch spannend. Was tut man, wenn man jemanden mag, sich aber leider herausstellt, dass diese Person einen nicht unerheblichen Makel besitzt, der eigentlich gegen die eigenen moralischen Grundsätze geht? Diese Frage wird vermutlich jeder anders beantworten, ohne zu wissen, ob er oder sie in einer realen Situation dann auch so handeln würde.

In Kimis Fall gibt es mehrere Faktoren, die dazu beitragen, dass sie alles für ihren Freund tun würde. Trotzdem sagt sie schon im vierten Band einen Satz, der bei mir hängen geblieben ist: „Ich kann nur deshalb „sauber“ leben, weil ich als Mensch geboren wurde.“ Da wird einem mal wieder vor Augen gehalten, wieviel Glück oft im Spiel ist, wenn es darum geht, ob man ein einfaches Leben hat und einem „gute“ Entscheidungen leicht fallen oder nicht. Auch wenn vermutlich keiner von uns exakt dieses eine Problem hat, mit dem sich beispielsweise Ken herumschlagen muss. Aber philosophisch betrachtet. Das is‘ meta und sooo, das heißt, dass das eigentlich voll die anspruchsvolle Frage ist! Da darf man dann auch mal Blut spritzen lassen und abgetrennte Körperteile durch die Luft fliegen lassen. Das dient schließlich alles der Illustration. Okay, und vielleicht auch ein kleines bisschen der Unterhaltung. Aber nur so am Rande … O:)

Ken, Meister der durchdachten Pläne

Aber nun endlich wieder zu Band 5! :D Die für unsere moralischen Fragestellungen bedeutsame Kimi befindet sich in den Klauen des Gourmet und Ken muss zu ihrer Rettung eilen, weil er natürlich der bestausgebildetste Kämpfer dieses Universums ist – nicht. Aber wo kämen wir denn hin, wenn unsere Helden auf einmal rationale Entscheidungen träfen, die sie zwar überleben lassen würden, aber sie so viel unsympathischer machen würden? ;) Buchstäblich mit im Schlepptau hat Ken den furchtbar geschwächten Nishiki, wegen dessen Zustandes sich Kimi eigentlich erst an Ken gewandt hatte. Durch verschiedene ungünstige Umstände ist Nishiki nämlich verletzt und kurz vorm Verhungern. Also ideale Voraussetzungen für einen erstklassigen Kampf. Glaubt mir, es gibt auf jeden Fall einen eher splatterlastigen Fight gegen Ende dieser Storyline. Das Pärchen sorgt währenddessen noch einmal für eine Ladung Herzschmerz und moralisches Gedöns und so. Wider Erwarten wird uns nämlich doch noch ein wenig Hoffnung gemacht, (Achtung, Kitschallergiker springen drei Sätze weiter) dass die Liebe doch stärker ist als alle anderen Gefühle und deswegen Nishiki seiner Freundin niemals etwas zuleide tun könnte. *romantische Musik einspiel* Wobei … vielleicht doch? War er jemals so mitgenommen, wie in diesem Band und so kurz vor dem Verhungern? *dödöööömm – zur Scary-Szenen-Musik wechsel*

Jeder hat eine Geschichte

Zusätzlich zur eigentlichen Storyline und interessanten Abschnitten aus Nishikis Vergangenheit präsentiert uns Sui Ishida noch einen kurzen Abschnitt, in dem das Leben von Liz kurz vor ihrer Begegnung mit Ken erzählt wird. Während wir bei Nishiki sehr viel über seine Kindheit erfahren und er uns wesentlich näher gebracht wird, werden die Geheimnisse um Liz und ihren Tod so gut wie gar nicht geklärt. Wir wissen nun allerdings, dass sie nicht gerade eine sympathische Person gewesen zu sein scheint. Doch warum sie so geworden ist oder ob sie schon immer so war, wird höchstens angedeutet.

A propos Background-Stories: Ich bin mittlerweile übrigens zu dem Schluss gekommen, dass Ken keine Eltern oder sonstige Familie mehr hat. Die werden einfach nicht erwähnt. Also es sei denn sie wurden so nebenbei erwähnt, dass ich es vollkommen überlesen habe … ^^“ Natürlich findet man Infos, wenn man diverse Wikis zu Tokyo Ghoul durchstöbert, aber die sind so voller Spoiler, dass ich mich lieber nicht zu sehr einlese und stattdessen dem Gefühl vertraue, dass die entweder irgendwann im Laufe des Manga als dramatische Vergangenheit auftauchen oder uns irgendein konstruierter Grund für deren Leben im Ausland präsentiert werden wird.

Irre ist nicht gleich irre!

Trotz aller Creepiness finde ich es immer wieder schön, wie viele verschiedene Facetten von „irre“ und wie viele verschiedene Persönlichkeiten man innerhalb eines Mangas abdecken kann. Da gab es den begeisterten Ghul-Schlächter unter den Ermittlern, der diese am liebsten genüsslich zerlegt hat, die eiskalt wirkende Toka, deren wahre Gefühle man ebenso wie die des anderen Hauptermittlers Amon nicht durchschauen kann, die gefräßige und gut schauspielernden erste Ghula Liz, der Ken überhaupt erst das Schlamassel zu verdanken hat. Auf der Seite der bisher nicht als irre aufgefallenen hätten wir da die niedliche Waise Hinami, die sich begeistert von Ken das kompliziertere Schriftzeichen beibringen lässt, den Ruhepol des Cafés Antik bzw. den Chef, Herr Yoshimura, über den wir auch kaum etwas wissen und noch diverse andere Persönlichkeiten, wie den nervigen eingebildet wirkenden Nishiki oder Kens besten Freund Hide, der viel zu selten und meistens nur am Rande vorkommt.

Ihr müsst euch übrigens keine Sorgen machen, dass die Jagd auf die Ghule nun ein Ende hat, nachdem ja bereits im dritten Band einer der Ermittler (genau, der Irre war’s) gestorben ist und auch in diesem Band nicht gerade viel Action der Ermittler gezeigt wird. Doch nun kommt noch ein irrer, Verzeihung, sehr irrer Charakter dazu. Yaaaay! Wir haben nun also einen angemessenen Ersatz für den durchgedrehten Ermittler aus den ersten Bänden. Juchhe … Es gibt Mangacharaktere, denen möchte man niemals begegnen und bei denen hofft man, dass es solche Personen nicht in der Realität gibt. Dieses Gefühl hatte ich persönlich nach circa vier Seiten bei diesem ermittelnden Geisteskranken namens Suzuya. o_o Dem sonst immer arg kühlen Ermittler Amon schien es glücklicherweise ähnlich zu gehen – als allzu weichherzig kann man mich allein aufgrund dieser Tatsache also nicht bezeichnen. Ha! ;) Das heißt, ich werde mich in freudiger Erwartung an den sechsten Band wagen, wenn der in ein paar Wochen erscheint und hoffentlich vom neuen Irren nicht allzu sehr schockiert werden. :D

So, das wäre es dann mit meinem Review zum fünften Band von Tokyo Ghoul. Die Story ist weiterhin interessant und ich bin sehr gespannt, wie die ganzen losen Enden irgendwann verknüpft werden und ob das alles am Ende ein zusammenpassendes Bild ergibt. Und natürlich darauf, ob noch jemand stirbt und wie es mit unseren Hauptcharakteren (also den Nicht-Irren) weitergeht, aber das muss man ja eigentlich nicht mehr dazu sagen. ;) Falls ihr den Manga gelesen habt, wie fandet ihr ihn? Was haltet ihr von den neuen Entwicklungen? Seid ihr wohlmöglich schon gelangweilt oder sprechen euch gerade die zwischenzeitlich aufkommenden moralischen Fragen an (wie das bei mir der Fall ist)? Ist die Liebe stärker als der Hunger eines Ghuls? Damit hätte ich wohl alle wichtgen Fragen aufgeworfen. :P

Ich wünsche euch einen wunderschönen Start ins Wochenende! :)
Eure 0utofjoint =)

PS: Ich habe letztens wieder einen Massen-Mangakauf gemacht, in den nächsten Tagen könnten also noch einige Reviews kommen. Wisst ihr Bescheid, ne? ^^

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