Zensur oder Schutz?

Ich lerne ja täglich Neues. Okay, vielleicht nicht an den Tagen, wo ich einfach nur vorm PC abgammle und Youtube-Videos schaue … wobei, doch, selbst wenn ich LetsPlays von unbegabten Spielern schaue, lerne ich oft noch etwas. Heißt das ich habe Lerntalent? Krieg ich dafür ’nen Keks? :D Vielleicht sollte ich mal einen Artikel mit „Was ich aus Letsplays gelernt habe“ schreiben … Äh, wo war ich? Ach ja.

In letzter Zeit bin ich über ein paar Artikel gestolpert, die ich sehr spannend fand und die – wie so oft bei mir – eigentlich nicht das geringste miteinander zu tun haben. Aber ihr kennt ja mein Hirn mittlerweile bestimmt schon. Das macht gerne diese Punkte-Verbinden-Rätsel, bei denen wir als Kinder sowieso schon immer wussten, was rauskommt. Nur eben mit den Seiten aus drei Malbüchern gleichzeitig. Und das was dann als Gesamtbild herauskommt, das teile ich normalerweise hier mit euch. Mein Hirn ist also euer persönliches, bereits ausgefülltes „Connect the Dots“-Buch. Ist das nicht einfach toll?? (Ich hoffe ihr habt euch die hysterische Teleshopping-Verkaufsstimme dazu gedacht. :D)

So, genug mit Videoschauen und seltsame Dinge shoppen abgelenkt. Dieses Mal habe ich entschieden, dass ich mich ausnahmsweise nur auf ein Thema fokussiere, damit ich nicht schon wieder einen 800-Seiten-langen Artikel produziere, bei dem am Ende keiner mehr weiß, was er zu Beginn kommentieren wollte. ^^ Das liegt unter anderem auch am Thema, das unter Umständen für einige Diskussionen sorgen könnten. Es geht um einen nicht von mir geschriebenen, aber trotzdem ultralangen Artikel, dem man vermutlich noch hunderte andere Texte widmen könnte und der eher trocken, aber zugleich auch provokant geschrieben ist. Es handelt sich um „The Coddling of the American Mind“ bei The Atlantic, der schon ein paar Monate alt ist und sich mit Triggerwarnungen befasst.

Brauchen wir Warnungen vor unschönen Aussagen?

Lasst mich für die Uneingeweihten unter euch kurz erklären, was Triggerwarnungen sind. Ein Trigger (wörtlich übersetzt „Auslöser“) ist ein Ereignis, das bei traumatisierten Menschen dafür sorgen kann, dass sie ein Trauma erneut durchleben. Also beispielsweise könnten Opfer von Misshandlungen bei sehr grafischen Beschreibungen einer ähnlichen Gewaltszene Flashbacks ihrer eigenen Erlebnisse bekommen. Deswegen ist man (vor allem im US-amerikanischen/englischsprachigen Raum) dazu übergegangen, vor sehr viele Texte, Videos oder Live-Diskussionen eine Warnung zu packen, damit Menschen, die sehr sensibel auf dieses Thema reagieren, nicht unbedingt zuhören oder den Text lesen müssen und dann von ihrem Trigger überrascht werden. Die Methode ist mir erst vor einigen Monaten zum ersten Mal aufgefallen, als ich einen Text über Beziehungen zu gewalttätigen oder anderweitig ungesunden Partnern gelesen habe, vor dem eine solche Warnung stand. Es hat mich zwar kurz verwirrt, aber ich dachte mir, dass es ja vermutlich nicht schaden kann, wenn der Leser weiß worauf er oder sie sich einlässt.

Im Artikel „Die Einkuschelung der amerikanischen Psyche“ (me so good at übersetzing) geht es nun aber um die unglaubliche Verbreitung der Triggerwarnungen und darum, dass an vielen Universitäten in den letzten Jahren immer mehr solcher Warnungen ausgesprochen wurden und Professoren in extremen Fällen sogar gebeten wurden, bestimmte Unterrichtsinhalte gar nicht mehr zu behandeln.

Triggerwarnungen verschlimmern das Trauma?

Die These des Artikels ist nun, dass die Studenten durch die ganzen Triggerwarnungen nicht etwa viele Vorteile, sondern fast nur Nachteile haben. Denn Triggerwarnungen können zwar sinnvoll sein, damit man als gerade traumatisierter Mensch nicht vollkommen unvorbereitet wieder gefühlt in der Situation landet, die einen traumatisiert hat. Generell ist es jedoch so, dass Menschen, die ein traumatisches Ereignis hinter sich haben, durch vorsichtige Konfrontation lernen, wieder ein normales Leben zu führen. Das ist so ähnlich wie bei einer Phobie. Wenn ihr immer schon panisch einen weiten Bogen um die Sache macht, vor der ihr Angst habt, verstärkt sich diese Angst immer weiter. Denn ihr bekommt das Gefühl, dass ihr die Sache zu Recht vermeidet. Die Frage ist auch, ob das Lesen einer Triggerwarnung bereits den Puls in die Höhe treibt und man den vielleicht gar nicht so schlimmen Text umso eher vermeidet, wenn ausdrücklich davor gewarnt wird und sich noch eher in diese Spirale der Angstverstärkung begibt.

Das heißt natürlich nicht, dass man Spinnenphobiker direkt im nächsten Terrarium aussetzen sollte, aber zum Beispiel hat euch dieser Satz nichts angetan, auch wenn darin das Wort „Terrarium“ vorkam. Würde ich jetzt noch grafischer irgendwelche Krabbeltiere beschreiben, vor denen ihr Angst habt, könnte ich theoretisch eine Triggerwarnung vor diesen Absatz stellen. Dann wüsstet ihr „Oh mein Gott, es geht um Spinnis, das lese ich besser nicht!“. Das ist eure Entscheidung und auch vollkommen in Ordnung. Nur wird eure Phobie dadurch vermutlich nicht besser, sondern eher schlimmer werden. Das größere Problem – denn für eine Enttraumatisierung oder Phobiebehandlung geht man nun einmal zum Arzt und nicht in die Zoologie-Vorlesung – sind jedoch die Auswirkungen, die solche Warnungen auf andere Menschen haben. Denn es ist zwar gut, wenn wir dafür sensibilisiert werden, dass bestimmte Dinge jemand anderen verstören könnten (wir haben ja auch oft Altersempfehlungen auf Filmen, damit wir einschätzen können, ob wir uns diesen Film antun möchten), aber wenn alles mit Warnungen versehen wird, das auch nur im geringsten irgendjemanden beleidigen oder unangenehm auf dem Stuhl hin und her rutschen lassen könnte, dann läuft da irgendetwas schief.

Funktioniert triggerfreie Rhetorik als Diskussionsgrundlage?

Gerade an Universitäten sollte man über alle Themen frei diskutieren können und alle Bücher und deren Inhalte behandeln können, damit man sich zu allem eine Meinung bilden kann und lernt, auch über unangenehme Themen nachzudenken und nicht davor zurückzuschrecken. Das könnte dann nämlich irgendwann zur gedanklichen Zensur ausarten. Gerade bei gefährlicheren politischen Bewegungen oder problematischen Einstellungen wie Rassismus, ergibt es Sinn, mit der Thematik konfrontiert zu werden, um sie zu verstehen. Ohne einen Begriff erwähnen zu können, kann man schlecht verstehen, was der Begriff eigentlich bedeutet. „Was ist ‚triggernder Begriff xy‘? Wie ist xy entstanden? Was spricht gegen xy?“ Ebenso kann man sich ohne Ahnung beispielsweise von der Arbeitsweise von manipulativen Gruppierungen viel schwerer gegen diese zur Wehr setzen. Schlicht deswegen, weil einem die Argumente und die gefestigte Meinung fehlen. Ich hoffe das war verständlich ausgedrückt.

Der Sprung zur Einschränkung der Meinungsfreiheit ist durch zu viele Warnungen auch nicht allzu schwierig, was ich dann schon wieder sehr beunruhigend finde. Denn da stellt sich mir die Frage: Nehme ich nun gerade Rücksicht darauf, jemand anderen nicht zu verletzen oder versuche ich meine eigentliche Meinung möglichst „weichzuspülen“, damit die mit keiner anderen Meinung kollidiert und sich niemand an irgendeinem Teil der Aussage stoßen kann? Das ist also ausnahmsweise mal ein Punkt, an dem ich (ja, ich!) ein Zuviel an Flauschigkeit beunruhigend oder sogar gruselig finde. Das hat übrigens nichts mit Nettigkeit zu tun, sondern damit, dass ganze Themenblöcke umschifft werden, anstatt diese zur Diskussion zu stellen.

Die Southpark-Episoden, in denen es um die sogenannten „PCs“ geht, also Kämpfer für „Political Correctness“, spielen übrigens genau auf solche Denkweisen an. Während man sich eine Meinung bildet, konfrontiert man sich und andere eben auch mal mit ungeschickten Formulierungen oder den Hintergründen zu extremen Meinungen, um diese zu verstehen. Aus solchen (unangenehmeren) Erfahrungen lernen wir und werden im Idealfall zu verständnisvolleren und generell total tollen Menschen. Auch wenn das natürlich nicht immer klappt, aber das ist eine ganz andere Sache. Und ich wollte ja dieses Mal keine Themen mischen. :D

Mein Fazit aus diesem Artikel ist also wieder einmal, dass es immer auf die Situation ankommt, in der ihr euch befindet. Für bestimmte Personen können Triggerwarnungen sehr sinnvoll sein, um wieder in ein psychisches Gleichgewicht zu finden. Zu viele davon würden aber vielleicht (auch untraumatisierten Menschen) nur dazu dienen, den unangenehmen Aspekten des Lebens auszuweichen und sich fälschlicherweise einzureden, dass es solche nicht gibt. Was gerade vor dem Start ins Arbeitsleben keine so gute Idee ist, glaubt mir. ^^

So weit meine hoffentlich sinnvolle und nicht allzu unangenehme Meinung zu diesem Thema, die ich mir durch das Lesen des Artikels und der unflauschigen Kommentare dazu gebildet habe. ^^ Wo ich zunächst noch bereit war, Warnungen als sehr wichtig zu akzeptieren, habe ich nun meine Meinung geändert und empfinde sie nur eingeschränkt und in bestimmten Fällen als nützlich. Was haltet ihr davon? Sind euch Triggerwarnungen schon begegnet? Achtet ihr da überhaupt drauf? Und findet ihr sie sinnvoll und mich unsensibel oder eher weniger sinnvoll und mich total toll? Sorry, da gibt es keinen Zusammenhang, ich wollte nur testen, ob ihr noch mitdenkt. :D Nein, im Ernst: In welchen Fällen haltet ihr solche Warnungen für gerechtfertigt und in welchen vielleicht sogar für schädlich? Oder sind für euch prinzipiell alle Warnungen angebracht, solange eine Person möchte, dass eine Sache mit einer Triggerwarnung versehen wird? Habt ihr da schon einmal drüber nachgedacht oder ging es euch wie mir und ihr wart überrascht, dass man so negativ auf eine Idee reagieren kann, die eigentlich Menschen schützen soll?

Ich bin gespannt auf eure Kommentare und wünsche euch noch einen flauschigen Sonntag mit nicht allzu vielen unangenehmen Meinungen! ;)
Eure 0utofjoint =)

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25 Kommentare

  1. Der Vergleich zwischen Phobien und Flashbacks hinkt meiner Meinung ein wenig. Wie du selbst sagst, ist jemandem nicht unbedingt geholfen, wenn er seinen Ängsten stets aus dem Weg geht und sämtliche Themen einfach meidet. Bis dahin stimme ich zu. Auch mit der vorsichtigen Konfrontation liegst du richtig. Betonung in diesem Fall auf „vorsichtig“… die volle Ladung Trigger-Text kann da häufig eben schon zu viel sein.
    Dennoch ist es ein Unterschied, ob ich panische Angst vor etwas habe und dieses „etwas“ meide oder ob ich bei bestimmten Thema ein (in vielen Fällen äußerst realistischen) Flashback bekomme und deshalb lieber Abstand zu entsprechenden Thema halte. Ersteres ist eine Vermeidungsstrategie, das andere Selbstschutz. Flashbacks können wahnsinnig gefährlich sein und von kompletten Realitätsverlust bis hin zum Suizid führen. Das Trauma, das bis zu diesem Moment eventuell teilweise durch Therapie verarbeitet wurde, buddelt sich wieder nach oben. Und das lässt sich nicht durch Lesen eines Flashback-auslösenden Textes beteinigen.

    Triggerwarnungen sind in manchen Fällen durchaus angebracht. Nicht für Leute, die sich durch den Text beleidigt oder angegriffen fühlen, sondern für Menschen, die dadurch in ein Loch fallen. Ich selbst habe auch so meine Triggerthemen, ignoriere sie aber, obwohl ich weiß, dass ich dann erstmal aus dem depressiven Loch klettern muss. Ich will einfach nicht, dass mich diese Problemchen daran hindern, einen Text zu lesen. Viele andere sind aber noch nicht so weit… die traurige Wahrheit ist, dass viele es niemals sein werden, da das Trauma viel zu stark in der Psyche verankert ist.

    Triggerwarnungen sind meiner Meinung nach keine Pflicht, sondern ein optionaler Hinweis, dir nicht bevormunden, sondern… naja… warnen sollen :D Nicht mehr, nicht weniger.
    Sobald diese Warnungen aber zu einem „Eventuell biste danach beleidigt“-Schild wird, geht es zu weit. Das ist und war nie der Zweck einer Triggerwarnung.

    Ich finde, niemand ist verpflichtet seine Texte zu verwässern, weil dieser eventuell jemanden verletzen könnte oder der Leser dadurch in irgendeiner Weise deprimiert wird. Macht auf Anhieb unsympatisch, wenn ich bemerke, dass der Text zwanghaft neutral gehalten wurde.

    Fazit: Triggerwarnungen sind freiwillig. Jeder kann selbst entscheiden, ob er sie ignoriert. Pflicht sollten sie nicht sein. Und erst recht nicht sollten sie missbraucht werden.

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    1. Alter … ich bin dankbar dafür, dass WP mir wenigstens eine email schickt, wenn du kommentierst. Die Benachrichtigung innerhalb von WP ist nämlich mal wieder nicht da. Mittlerweile schaue ich immer schon direkt im Spamordner, wenn ich sehe, dass du einen Artikel geliked hast, damit du nicht wieder verlorengehst. ^^“
      So. Nun aber zum eigentlichen Thema.
      Danke für deinen Kommentar! Gut zu wissen, dass es wirklich Menschen gibt, denen Triggerwarnungen helfen. Ich hab‘ mir schon gedacht, dass die nicht vollkommen sinnfrei sind, einige der Beispiele im Artikel waren allerdings für mich schon fast absurd. Also dass in der Juravorlesung das Wort „Vergewaltigung“ nicht verwendet werden darf, während man über Sexualstraftaten referiert, klang schon sehr ausgedacht, ein paar solcher Extrembeispiele wurden aber auch in den Kommentaren bestätigt. Da ich zu meinem Glück keinerlei Flashback-auslösende Traumata erlebt habe, kann ich das nur aus meiner relativ ignoranten Position heraus als übertrieben werten. Einerseits weil so keiner der Studenten das Thema komplett behandeln könnte und andererseits, weil es für mich auf den ersten Blick unrealistisch wirkt, dass jemand allein durch ein Wort einen Flashback erleidet. Auch wenn das natürlich durchaus sein kann. Dass man jetzt nicht gleich ein Vergewaltigungsopfer zwei Tage nach dem Vorfall in eine Vorlesung zu diesem Thema setzen sollte, in der es um verschiedene Arten von Vergewaltigungen geht, ist übrigens sogar mir klar. Im Artikel erklären die Autoren allerdings, dass die Therapie normalerweise immer beinhaltet, dass man im Laufe der Zeit über das Trauma redet, weswegen die Vermeidung einzelner Worte für mich nicht unbedingt sinnvoll klang, weshalb ich auch auf das Beispiel mit der Phobie und der vorsichtigen Konfrontation kam. Ich bin also unter anderem davon ausgegangen, dass so ein Trauma bei guter Therapie fast immer abgeschwächt wird oder größtenteils verschwindet. Aber vermutlich war das falsch?
      So eine Wortzensur in der Vorlesung trifft ja auch wieder deine Unterscheidung zwischen verpflichtender Vermeidung und freiwilliger Vorwarnung, dann sind wir da ja einer Meinung.

      Dann habe ich nun also gelernt, dass der Begriff „Triggerwarnung“ einfach viel zu oft für alles mögliche bis hin zu „Wir haben nun eine kontroverse Meinung, sorry“ verwendet wird. Yay, etwas mehr verstanden. :)

      PS: Du betreibst also lieber „Lesen am Limit“, anstatt vorsichtig zu sein. Finde ich sympathisch unvernünftig. ^^

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  2. Hier war es gerade umgekehrt. Keine Mail, aber eine WordPress-Benachrichtigung. Immerhin irgendwas ^^

    Diese Form der Wortzensur finde ich auch völlig überzogen. Ich kenne viele Leute (naja… kennen nicht unbedingt… ich habe mich aber ausführlich mit ihnen unterhalten), die unter Flashbacks leiden. Ich selbst habe mit Flashbacks auch keine Erfahrungen…
    Jedenfalls kenne ich niemanden, der bei einem bestimmten Wort gleich aus den Wolken fällt. Vor allem beim Studium oder dergleichen haben derartige Zensuren absolut nichts verloren. U.a. auch, weil Triggerwarnung ungleich Zensur oder Bevormundung.

    Während einer Therapie redet man selbstverständlich über Traumata. Diese verschwinden aber nicht (auch nicht teilweise), sondern man lernt schlicht und ergreifend „nur“, wie man mit ihnen umgeht und wie man sich nicht von ihnen beherrschen lässt. Aber auch das ist kein Garant dafür, dass es nicht doch nochmal zu einem Flashback oder einer hochdepressiven Phase kommt. Aber ja… Konfrontation und Akzeptanz spielen in einer Therapie eine große Rolle, auch wenn beides nahezu absurd schwer ist.

    Ja, ich betreibe Lesen am Limit :D Ist mir lieber als mich einschränken zu lassen^^

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    1. Jaja, diese Technik. ^^

      Okay, dann ist es also vermutlich wirklich Blödsinn, solche Dinge als Triggerwarnungen zu bezeichnen.

      Hmmm, also ähnlich wie bei einigen psychischen Erkrankungen, die man ja auch oft nicht loswird, sondern eher lernt, mit den Auswirkungen umzugehen. Hätte jetzt echt gedacht, dass ein Trauma sich eher „wegbehandeln“ lässt, weil es ja unter Umständen nur ein einzelnes Erlebnis war und nicht über Jahre hinweg in die Neuronen einzementiert wurde. Hab ich mir so gedacht. Das wär‘ so schön einfach gewesen …
      Finde ich bewundernswert, auch wenn das Wort „bewundernswert“ nun vielleicht etwas dramatisch klingt. Aber „Not afraid to read“ ist auf jeden Fall T-Shirt-würdig. ^^

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      1. Ja, wie so ziemlich allen psychischen Erkrankungen, lässt sich das ganze nicht einfach so wegtherapieren. Ein Trauma ist ein überaus einschneidendes Erlebnis, manchmal einmalig (z.b. Vergewaltigung), manchmal über längeren Zeitraum (z.b. Mobbing. Ja auch das kann zu einem Trauma führen). So einschneidend, das es sich tief in die Psyche gräbt und dann nicht mehr rauskommt. Ein einziges Erlebnis genügt, um eine tiefsitzende Störung hervorzurufen.

        Mich freut es jedes Mal, wenn sich Leute mit diesem Thema auseinandersetzen. Es kursieren einfach zu viele falsche Vorstellungen, Vorurteile und Unverständnis über psychische Krankheiten. Gerade unter Menschen, die keinerlei Erfahrung mit diesen Themen haben (soll es wohl auch geben ^^). Vielen ist dabei gar nicht bewusst, dass viele Behauptungen absoluter Humbug sind, weil sie es einfach nicht besser wissen und diese Themen irgendwie gesellschaftlich tabu sind. Denen kann man es natürlich nicht verdenken… Leider gibt es dann noch die Fraktion der Ignoranten, die ohnehin alles besser wissen und alles verurteilen, was nicht ihrer perfekten Norm entspricht… aber das ist ein anderes Thema :D

        Ich will jetzt ein Shirt mit ebendiesem Spruch :O

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        1. Möh, wie gemein. :( Schade, ich hätte gehofft, dass das Hirn da auch in die positive Richtung flexibler ist.
          Jaja, von diesen erfahrungslosen Leuten habe ich auch von gehört. ^^ Das stimmt schon, über die wenigsten psychischen Erkrankungen oder generell eine gesunde/ungesunde Psyche redet man nur sehr selten. An sich sehr schlecht, weil dadurch viele Menschen glaube ich bei anderen oder nicht einmal bei sich selbst bemerken, ob irgendetwas nicht in Ordnung ist.
          Gut, die gibt’s ja bei jedem Thema. :D
          Kann man sich ja heutzutage selbst bedrucken lassen. Falls du bald Geburtstag haben solltest, ginge natürlich auch selbst wünschen :P

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          1. Das Problem ist auch, dass Menschen mit Problemen sich erst gar keine Hilfe holen, weil es ja gaaaar nicht geht, psychische Erkrankungen zu haben… Ich habe es am eigenen Leib erlebt, wie viele Leute einem dann den Rücken zukehren und hintenrum erzählen, wie verrückt man doch sei und nur noch mit Tabletten am Leben bleiben kann… Keine Ahnung von der Materie haben, aber dann solchen degenerierten Schwachsinn von sich geben… tss… :D

            Geburtstag dauert noch. Geld muss ich sparen. Muss das Shirt wohl warten^^

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            1. Das is wirklich fies. Alles was nach psychischer Unnormalität klingt, ist direkt suspekt und wird dementsprechend eher gemieden. :( Glaube da hast du Recht, die meisten Menschen hätten wohl allein deswegen ein Problem damit, zum Psychologen/Psychiater zu gehn. Auch wenn ich gedacht hätte, dass wir da mittlerweile zumindest alle ein wenig offener für Aufklärung sein sollten. Also nicht direkt ablehnen, sondern nachfragen, was es damit auf sich hat.
              Gut. Dann schreib es schon mal auf deinen Weihnachtswunschzettel oder so :D

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            1. Das passt natürlich nicht zu deinem Cowboy-Image, an dem du gerade arbeitest, stimmt. Dann solltest du aber auch das Smartphone entsorgen und zur Klausur reiten. :D Jedenfalls viel Erfolg beim klausurieren und erholen. Ich erwarte dann deine Denkfähigkeit gegen Ende der Woche. :D

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            2. das wäre dermaßen cool :D auf dem Pferd bis vor den Hörsaal reiten, die Tür aufstoßen und erstmal ein paar Sekunden breitbeinig in ihr stehen und die Anwesenden mustern, dann in die Ecke spucken, zum Dozenten gehen und nen Whiskey verlangen – selbstverständlich mit Hut! :D

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  3. Erhlich gesagt wusste ich gar nicht, dass es sowas gibt oder ich achte einfach nicht darauf.
    Prinzipiell finde ich es gut, wenn auf heikle Dinge hingewiesen wird – aber nur, wenn man nicht vermuten kann, dass dieses Thema angesprochen wird.

    Denn ein Flashback kann bei schlimmen Erlebnissen wirklich fatal sein und allein das „erinnert werden“ kann einen Rückfall bewirken, obwohl man wieder „in den Alltag rehabillitiert“ wurde. Das kann man einfach nicht vorher einschätzen und ein Thema „entschärft“ anzusprechen hat keinen Sinn – man weiß nie, was für einen ein Auslöser sein kann. Im schlimmsten Fall reicht schon eine Andeutung, wenn seelische Wunden noch sehr frisch sind.
    Und das kann einen selbst bei laufender Therapie wieder weit zurück werfen.

    ABER – man muss das Pferd auch im Stall lassen. Wenn ich jetzt dein Beispiel in den Kommis vom Jura-Studium hernehme: Wenn ich Jura studiere, muss ich damit rechnen, dass auch das Thema Vergewaltigung angesprochen wird. Genauso wie jede andere noch so grausame Tat. Das weiß ich vorher. Wenn ich also so traumatisiert bin, dass dieses Thema tabu für mich ist, darf ich nicht Jura studieren. Gesetze gibt es nicht ohne Gesetzesbrecher und wenn ich mich nicht JEDER Art des Gesetzesbruchs stellen kann, habe ich nichts im Jurastudium verloren. Klar kann man sich auch in andere Richtungen spezialisieren – aber mit Verbrechen wie Vergewaltigung kann ich auch als Familienrichter, Scheidungsanwalt und wahrscheinlich sogar als Wirtschaftsanwalt konfontiert werden und wenn es nur ein Plausch unter Kollegen ist. Da ist man eben in einer Welt wo das Alltag ist. Hirnrissig hier Themen zu streichen oder umgehen, die ganz essenziell sind.

    Die Dosis macht die Medizin. Man darf schon den Menschen auch noch ein bisschen Hausverstand zutrauen und überall wo aber selbst der nichts ahnen würde, finde ich eine Warnung schon sinnvoll :3

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    1. Im deutschsprachigen Raum hab ich das bisher auch noch nie gesehn. Vielleicht liegt’s auch daran :)
      Also würdest du es auch so sehen wie CryOfWrath: Warnung, aber keinerlei Änderung der Inhalte? Dann finde ich es auch sinnvoll. Trotzdem ist es vermutlich so, dass viele Leute die Warnungen als allgemeingültig verstehen und nicht nur als Hilfestellung für traumatisierte Menschen.
      Gesunder Menschenverstand? Du kommst ja auf absurde Ideen ;)

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