Anime, Manga, Sex und LGBT+ in Japan

Bäm! Da isser! Der Artikel, der sich mit dem klischeebehaftetsten Teil Japans überhaupt befasst. Also starten wir direkt durch, indem ich zusammenfasse, inwiefern ich hier mit den Themen Anime und Manga konfrontiert wurde. Eine Warnung vorweg: Dies ist kein jugendfreier Artikel und wenn euch die Themen Sex, Penisse und Perversitäten abschrecken, dann überspringt besser die Abschnitte, bei denen ich entsprechendes in die Zwischenüberschrift gepackt habe. Der Hauptfokus des Artikels ist aber wesentlich fluffiger, nämlich meine Begeisterung dafür, Geld für Fanartikel auszugeben und meine Verzweiflung darüber, dass ich wesentlich weniger Geld besitze als Japan coolen Merch rausbringt … Aber eine Warnung kann ja nicht schaden, ebenso wie ein „Sorry!“ für den sehr provokativen Titel. ^^

Womit fangen wir an? Manga, also japanische Comics (für alle, die es immer noch durcheinanderbringen^^) haben in Japan eine sehr lange Tradition. Redet man jedoch heutzutage von Manga, dann sind damit vor allem die Comics gemeint, die in den letzten 30-40 Jahren erschienen sind. Der Übergang vom Comic zur animierten Serie (ja, genau, sowas nennt sich dann „Anime“) ist dabei oft fließend, da viele Manga später eine Adaption fürs Fernsehprogramm bekommen und manchmal sogar Spiele (wie Yokai Watch, Danganronpa oder Persona4) im Nachhinein eine eigene Anime- oder Mangaversion bekommen oder umgekehrt Spiele entwickelt werden, die auf einer erfolgreichen Animeserie basieren. Wenn man damit Geld machen kann, dann ist so gut wie alles drin.

Im Gegensatz zu Deutschland oder den USA sind die Charaktere aus verschiedenen Manga/Anime in Japan nahezu omnipräsent. Das liegt einerseits daran, dass das Medium sehr beliebt ist und man häufiger Menschen sehen wird, die in der Bahn Paperbacks mit ebenjenen Zeichnungen lesen oder auf ihrem Handy durch das neueste Kapitel ihres Lieblingsmangas scrollen (oder neben mir die aktuelle Folge Tokyo Ghoul in zweifacher Geschwindigkeit mit englischen Untertiteln auf ihrem Handy schauen … <3). Andererseits wird der typische Manga- bzw. Anime-Zeichenstil einfach sehr häufig auch für andere Dinge verwendet und so kann es sein, dass eine Anzeige für Kontaktlinsen die Form eines fünfminütigen Anime annimmt, in dem weibliche Charaktere gegen böse Augenkrankheiten kämpfen. Kann man machen, oder?

Lokale Animehelden vor!

Japan ist außerdem ein Land, in dem sehr viel Wert auf lokale Besonderheiten gelegt wird. Das heißt, dass ihr, wo auch immer ihr in Japan Urlaub machen werdet, eigentlich immer lokale Spezialitäten finden werden, die ihr euren Verwandten mitbringen könnt – selbst wenn diese ebenfalls in Japan wohnen und man erwarten könnte, dass es da keine passenden Mitbringsel gibt. Ebenso gibt es für jede Region oder jede Stadt meist ein Maskottchen – von dem man ebenfalls sehr viel Merchandise kaufen kann. Glaubt mir, es war hart, nicht einfach in jeder Stadt auf meiner Reise niedliche Schlüsselanhänger zu kaufen! ;_;

Während diese Maskottchen im Normalfall eher die Form lokaler Eigenheiten haben, wie das Onsen-Symbol (heiße Quellen) in Kinosaki-Onsen, die frei herumlaufenden Rehe auf Miyajima oder sogar ein Schloss mit Gesicht in Himeji (glaube ich), so gibt es manchmal auch spezielle lokale Charaktere im Manga-Stil, die auf Pralinenschachteln oder Nudelpackungen zu finden sind und deren Verkauf steigern sollen. Manchmal sind es einfach bereits existierende, von lokalen Künstlern gezeichnete Charaktere, aber oft genug habe ich den Verdacht gehegt, dass diese hübschen jungen Damen und Herren (okay, häufiger waren es Damen) nur für die Verzierung der lokalen Spezialitäten entworfen wurden.

Ihr merkt also, Charaktere im typischen Anime/Manga-Stil finden sich fast überall. Gleichzeitig ist es nicht so, dass sich alle Japaner für Manga oder Anime interessieren. Wie erwähnt, sieht man zwar recht häufig Leute, die Manga lesen und die Branche macht immer noch Umsatz, aber die meisten Japaner, denen ich erzählt habe, dass ich Manga- oder Anime-Fan bin, haben geantwortet: „Oh, tut mir leid, ich kenne mich damit nicht aus.“ Meistens wurde dann erklärt, dass man in der High School noch Anime geschaut hätte, aber dass man nun gar keine Zeit mehr dafür habe oder zu alt dafür sei.

Anime ist uncool und unnormal :(

Ich habe immer mein Verständnis dafür geäußert, dass andere Menschen kein Interesse (mehr) an Anime haben – schließlich muss nicht jeder die gleichen Interessen haben wie ich. Interessanterweise gab es manchmal aber noch eine andere Erklärung für den plötzlichen Sinneswandel, der jemanden vom aktiven Anime-Schauer zur erwachsenen Person, die nichts mehr damit anfangen kann, gemacht hat. Diejenigen unter euch, die Anime mögen, werden vielleicht ahnen worum es sich handelt: das Otaku-Stigma. Als Otaku bezeichnet man hierzulande grob gesagt jemanden, der sehr viel Spaß an Anime und Manga hat. Es wird gerade im Westen meist einfach als Synonym für „großer Fan“ verwendet. In Japan ist es jedoch oft eher eine Beleidigung und ein 22-Jähriger erzählte mir neulich, dass er mit ungefähr 13 noch sehr gerne Anime geschaut, aber schnell gemerkt hätte, dass das vom Rest seiner Klasse nicht akzeptiert wird und er somit zum Außenseiter werden würde. Deshalb habe er dem Fandom während der Highschool den Rücken gekehrt. Die gleiche Sache wird oft sogar innerhalb von Manga und Animeserien thematisiert. Personen, die zu enthusiastisch gegenüber diesem Hobby wirken, werden in vielen Fällen als Freaks abgetan und hat man gar Anime-Merchandise oder Poster in seinem Zimmer, ist man sofort bei allen anderen unten durch.

Das ist natürlich mit der üblichen künstlerischen Freiheit übertrieben. Gerade in der Pubertät und in einer harmonie-orientierten Gesellschaft wie der japanischen funktioniert Anpassungsdruck aber besonders gut. So existiert auch weiterhin das Klischee des Animefans, der sozial inkompetent in seinem Zimmer hockt, sich für nichts anderes interessiert und sein Leben nicht auf die Reihe bekommt. Was auch daran liegen könnte, dass die Nichtteilnahme am gesellschaftlichen Leben hier gleichzeitig so verpönt und doch so vorhanden ist, dass es im japanischen sogar einen eigenen Begriff dafür gibt. Menschen, die sich aus der Gesellschaft ausgrenzen und ihr Zimmer nicht mehr verlassen möchten bezeichnet man als Hikkikomori. Und ja, obwohl gleichermaßen Männer und Frauen von diesem Rückzugsphänomen betroffen sind, ist das Klischee immer noch das des ekligen und perversen Typens, der in seine Sammelfiguren verliebt ist und, wenn er dann doch mal das Haus verlässt, Frauen auf der Straße ansabbert.

Ach ja, außerdem gibt es da noch den schönen Begriff NEET für „Not in Education, Employment or Training“, der momentan quasi fast auch auf mich zutreffen würde und sich vermutlich mit unserer Verwendung des Begriffs „HartzIV-Empfänger“ vergleichen lässt, bei der es aber prinzipiell darum geht, dass man nicht jeden Job annimmt, sondern eine Arbeit möchte, die einen auch erfüllt – eine Idee, die in Japan noch relativ neu zu sein scheint. Beides zusammen lässt ältere Japaner ab und zu ein wenig an der jüngeren Generation (ver)zweifeln.

Das war jetzt eine sehr negative Darstellung, aber ich wollte euch mal deutlich machen, dass es zwar immer noch viele Menschen gibt, die Anime und Manga mögen und konsumieren, dass man aber trotzdem oft das Gefühl hat, als würde gerade ein Outing stattfinden, wenn jemand in einer Gesprächsrunde erwähnt, dass er oder sie Fan davon ist. „Im Westen“ ist es zwar auch nicht das Nonplusultra sich als Anime-Fan zu outen, die allermeisten Menschen werden aber eher mit einem „Das waren diese japanischen Comics, oder?“ reagieren als einen direkt zu verurteilen.

Museumsbesuche bedeuten, dass ich gebildet bin, oder? :o

Falls ihr in Japan seid und ein paar Tage Zeit in Kyoto haben solltet, dann könntet ihr übrigens gleich all eure Mitreisenden in dieser Hinsicht weiterbilden, indem ihr ein paar Stunden im International Manga Museum verbringt. Im Museum gibt es eine permanente Ausstellung zur Entwicklung von Manga und Anime in Japan und mit interessanten Einblicken in die Industrie. Für Leute, die bereits seit Jahren Manga lesen und sich über die Industrie informiert haben, ist es nicht unbedingt etwas neues, aber die Umsetzung fand ich gelungen und den Vergleich zwischen gut und schlecht animierten Szenen, die meistens aufgrund von Geldmangel etliche Frames mehr bzw. weniger pro Sekunde haben, fand ich sehr anschaulich. Außerdem gibt es weitere wechselnde Ausstellungen. Ich persönlich war von den Ausstellungen etwas verwirrt, da es sich bei einer um die Käfersammlung von äh einem besonders interessanten Mann handelte. Oder so. o.O Nebenan gab es dafür eine Ausstellung der Zeichnungen von Hayao Miyazaki (der Kopf hinter Studio Ghibli) aus seinen Daydream Data Notes, in denen er hauptsächlich Kriegsschiffe, Panzer und Flugzeuge zeichnete.

Der Hauptaspekt, warum das Museum aber auf der Liste aller japanischen Mangafans stehen sollte, die Kyoto besuchen, ist folgender: Es ist vollgestopft mit Manga! Könnte ich Japanisch lesen, wäre ich vermutlich erst einmal für eine Woche eingezogen. Im Hauptsaal befinden sich rundum hohe Regale, in denen Manga nach ihrem Erscheinungsjahr sortiert stehen (und es sind sehr alte dabei), während sich auf den Fluren lange Regale mit aktuelleren Werken befinden. Alle diese Bücher kann man jederzeit aus dem Regal ziehen, sich einen Stuhl oder eine Bank suchen und einfach drauflos lesen. Es ist quasi eine Bibliothek nur für Manga, in der man sich gemütlich durch etliche Manga arbeiten kann. Der Eintritt kostet 800 Yen (also etwa 6,80€) – eine Jahreskarte kostet jedoch nur 6000 Yen, also knapp über 50 €, für Anwohner lohnt diese sich also vermutlich recht schnell.

Dabei sollte man natürlich nicht vergessen, dass man bei „Book Off“ tonnenweise Manga für 100 – 260 Yen findet. Die meisten Leute haben aber vermutlich keinen Platz, um eine gesamte Bibliothek bei sich zuhause unterzubringen. Falls ihr ebenso wie ich gerade mal das lautmalerische Katakana-Gekritzel im Hintergrund einer Szene übersetzen könnt, gibt es aber auch für euch noch Hoffnung! Denn das Kyoto International Manga Museum hat dank Spenden immerhin ein paar hundert übersetzte Manga auf Lager. Die meisten davon sind auf Englisch – die Auswahl ist leider trotzdem nicht allzu groß. Aber sie ist immerhin noch besser als die Auswahl englischer Bücher in den meisten Buchläden. Denn diese sind nicht nur unglaublich überteuert, sondern häufig auch auf ein einziges Regal und Bestseller begrenzt. Falls ihr nur Urlaub macht, würde ich euch also empfehlen, keine Bücher oder Manga auf Englisch zu kaufen.

Wer würde schon einen 200km-Umweg für einen Anime machen?

Aber Schluss mit dem Gegriesgrame und weiter mit dem animelastigen Sightseeing! Ja, ich gebe zu, ich als fangirlendes Fangirl habe meine Reise durch Japan nicht geplant, ohne vorher nach speziellen Anime-Locations zu suchen. Damit meine ich jetzt nicht, dass ich alle Orte abklappern wollte, die Detektiv Conan in seiner jahrzehntelangen Karriere in Japan abgeklappert hat (dann hätte ich wohl acht Monate lang nur herumreisen können), sondern, dass ich mir als großer Fan von Conan-kun speziell das dazugehörige Museum auf den Plan geschrieben habe. Denn im Heimatkaff des Schöpfers von Edogawa Conan befindet sich das nach dem Zeichner benannte Museum „Gosho Aoyama Manga Factory“ oder kurz „GAMF„. :D Bedauerlicherweise stammt der Herr allerdings nicht aus Osaka oder Kyoto oder einer der anderen Städte, die man mal eben auf der Standard-Route gen Tokyo hätte besuchen können, nein, er muss natürlich in Tottori geboren worden sein, was, wenn Himeji, Kobe und Osaka an der „Südküste“ des Landes liegen, genau an der gegenüberliegenden nördlichen Küste liegt. Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich die Gelegenheit nicht nutzen und den 200 km langen Umweg scheuen würde. Von Himeji aus ging es also in die Präfektur Tottori und ich kann euch sagen … da gibt’s Sand. Und Wassermelonen, wenn ich der Werbung glauben darf. Aber sonst nicht viel.

Vor Ort habe ich abends direkt das Sand-Museum besichtigt, das ich wirklich jedem empfehlen kann. Es klingt zwar sehr öde, ist aber durchaus beeindruckend, da die Ausstellung aus lebensechten bis überlebensgroßen Sandskulpturen besteht. Weshalb sich ausgerechnet hier ein Museum befindet, das sich mit Sand beschäftigt? Nun, weil der Erfinder des Sands … ähem, sorry, weil die Küste Tottoris überraschenderweise aus Sanddünen besteht, die einem wirklich das Gefühl geben, am Rand einer Wüste zu stehen. Weshalb eines der Markenzeichen Tottoris übrigens auch Kamele (oder Dromedare) sind.

Hinweis: Bei allen Galerie-Bildern bitte mouse-overn, wenn ihr die Bildunterschriften sehen möchtet. Anders ließen die sich leider nicht einfügen. Alternativ einfach ein Bild anklicken, dann öffnen sich die Bilder groß in der Galerie und ihr erkennt auch mehr. :)

Conan-City <3

Einen Trip mit dem Conan-Zug entfernt gelangt man dann vom Hauptbahnhof der Metropole (ähem ähem) Tottori ins nahezu ausgestorben wirkende Örtchen Yura. Und war der Zug noch nicht Hinweis genug, so ist es spätestens der Bahnhof, der „Conan Station“ heißt und mit etlichen Conan-Statuen und Aufstellern dekoriert ist. In der Stadt scheint sich alles nur um Conan zu drehen, Fans werden hier also ihren Spaß haben. Verteilt vor Orten wie der Bibliothek und der Schule finden sich Statuen von Conan, Shinichi und Ran und folgt man den gefühlt 100 Aufklebern auf dem Straßenboden, die die „Conan Street“ markieren, gelangt man schnell zur Conan-Brücke und zu einer Haltestelle, an der man Conan und Mori bei der „Arbeit“ beobachten kann, bevor man am Museum angelangt ist, das natürlich einen gelben Beetle vor der Tür stehen hat. ^^ Ihr merkt schon, wer mit Detektiv Conan nichts anfangen kann, der wird sich in diesem Ort sehr fehl am Platz fühlen. Allein ins Museum kommende Ausländer, die nicht mehr im Grundschulalter sind, aber irgendwie auch. :D Keine Sorge, die meisten anderen Besucher waren zwar Familien, aber mein detektivisches Ich hatte seinen Spaß. ^-^

Das Museum war den Umweg auf jeden Fall wert. Es gab Zeichnungen, Gimmicks, Informationen (sogar auf Englisch!) und das originalgetreu nachgebaute Büro von Gosho Aoyama, inklusive eines Video-Interviews, in dem man ihn in genau diesem Büro herumwuseln sieht. Fotos aus dem Museum selbst hab ich mal weggelassen, weil es Nicht-Fans vermutlich weiter langweilen, etwaige Fans noch neidischer machen oder euch den Spaß verderben könnte, falls ihr ohnehin schon geplant hattet, dort vorbei zu schauen. ^^ Generell durfte man aber alles bis auf die Zeichnungen fotografieren, was ich schon einmal wesentlich angenehmer fand als in vielen anderen Museen (*hust* Kyoto Manga Museum *hust*).

Der Flyer, der am Bahnhof in Tottori für das Museum wirbt und meine Beute! ^.^

Natürlich gab es auch hier jede Menge Merchandise für Fans. Ich hätte zwar euphorisch den Laden leerkaufen können, habe mich dann aber dafür entschieden nur die oben gezeigte Münze, ein paar Postkarten und eine Schutzhülle zu kaufen, weil mehr dann wirklich nicht in meinem Budget drin war … o.o Diese Klarsichthüllen kann man übrigens von so gut wie jedem Anime kaufen und auch wenn ich eigentlich keine Dokumente habe, die ich damit sortieren müsste (keine Ahnung, wofür Japaner so viele dieser Sortierhüllen brauchen könnten), so bin ich trotzdem oft versucht, welche mitzunehmen. Einfach weil die Zeichnungen darauf oft extrem gut aussehen und es meistens die billigsten Merch-Artikel sind, die sich sogar eine 0utofjoint leisten kann. :D

Wo bekommt man Merch? An zu vielen Orten …

Generell ist Merchandise hier ja ebenfalls einfach zu finden – vorausgesetzt man möchte nichts allzu spezielles. Wer nach One Piece Merch sucht, der wird hier fast überall fündig. Ähnliches gilt für Gintama, Detektiv Conan, sehr viele Disney-Filme (jepp, dazu zählt auch Star Wars) und natürlich die gefühlten 27 Idol-Animes, die in letzter Zeit erschienen sind, für mich alle gleich aussehen, aber anscheinend unglaublich beliebt sind. ^^ Oh und im Winter als gerade „Yuri on Ice“ beendet war, gab es auch davon an jeder Ecke Fanartikel. Sucht ihr allerdings nach älteren oder spezielleren Sachen, dann könnte es schon etwas schwieriger werden. Sailormoon und Dragon Ball sind ebenfalls noch machbar, aber beispielsweise HunterxHunter hat mich einige Nerven gekostet, da ich bisher nur in einem einzigen Animate (der Ladenkette für Manga und Merchandise, den man in so gut wie jeder größeren japanischen Stadt findet) einen Automaten mit entsprechenden Schlüsselanhängern gefunden habe.

Wer sich neben Schlüsselanhängern auch oder eher für Figuren interessiert, für den lohnt sich ein Ausflug nach Akihabara oder zum Nakano Broadway. Beides befindet sich in Tokio, aber während ersteres ein ganzer Stadtteil ist, so handelt es sich beim pompös klingenden „Broadway“ seltsamerweise nur um ein vollgestopftes Gebäude. In beiden Fällen findet ihr dort unglaublich viele Second Hand Sachen. Sowohl Schlüsselanhänger als auch Shirts, Wallscrolls, Buttons und Figuren jeder Größenordnung, Gattung und Epoche. Denn steckt man als Tourist einmal die Nase in einen Mandarake (von dem es allein in Nakano Broadway mindestens 4 oder 5 verschiedene gibt), merkt man schnell, dass man eigentlich gar keine Ahnung vom Genre Anime hat. Also zumindest ich nicht. Denn die Figuren dort gehören größtenteils zu sehr alten Serien und es gibt ganze Reihen voller Mecha- oder Alien-Figuren, die mir rein gar nichts sagen.

Man schenke mir eine Milliarde Yen, ich investiere sie auch gut! ;_;

Die Auswahl ist in beiden Fällen überwältigend und dadurch, dass es sich um Second Hand Ware handelt, ändert sich das Sortiment ständig. Ich würde jetzt gerne sagen, dass es sich auch lohnt, zu stöbern, wenn ihr kein Geld habt, aber ahahahahaha … Außer ihr möchtet gerne eure Willensstärke trainieren oder so. Nein, im Ernst. Ihr könnt auch für wenige hundert Yen (also 1-5€) etwas cooles finden, allerdings garantiere ich nicht dafür, dass genau der Schlüsselanhänger oder genau die Figur/Shirt/Wallscroll/Postkarte/Whatever, die es euch angetan hat, nicht eher 3500-6000 Yen kostet. Was vermutlich immer noch kein komplettes Reisebudget ist, aber bei Personen, die wie die willensstarke Autorin dieses Artikels eher Geld sparen müssten, schnell die Mahlzeiten der nächsten zwei Wochen in Reis-ohne-alles verwandeln kann. Nehmt vielleicht nur wenig Bargeld mit und stellt sicher, dass ihr noch ausreichend Geld für die Rückfahrt haben werdet, egal was ihr kauft. ^^

Ach ja, falls ihr euch speziell für eine Serie aus dem wöchentlichen Magazin „Shounen Jump“ interessieren solltet und genügend Geld habt, dann kann ich euch den „Jump Shop“ nur empfehlen. Dort gibt es Merch und Manga speziell dieser Serien. Dazu zählen unter anderem: Dragonball, Naruto/Boruto, One Piece, Gintama, Haikyuu, Ao no Exorcist, World Trigger, My Hero Academia, Tokyo Ghoul, Assassination Classroom und ich glaube auch D.Gray-Man und One Punch Man. HunterxHunter gehört zwar auch zum Jump-Imperium, wird aber da der Anime schon etwas älter ist, eher vernachlässigt. Ich habe definitiv zu viel Zeit in solchen Läden verbracht, wenn ich anhand des Merchandises weiß, welche Mangareihen zu Jump gehören … -.-

Ein etwas seltsamer Themenwechsel

Ein amüsantes Gespräch hatte ich einmal, als eine andere Frau und ich gegenüber einem älteren Herrn erwähnten, dass wir über Anime und Actionfilme geredet haben und er daraufhin vollkommen irritiert war. Als Reaktion ließ er das Stereotypischste vom Stapel, was ich seit langem gehört habe: Ob wir denn nicht lieber über Mode, Kochen oder romantische Filme reden wollen würden. Er betonte auch später, dass er zwar neulich diese eine Romanze im Kino gesehen habe, aber natürlich nur, weil seine Frau das wollte. Er habe sich überhaupt nicht dafür interessiert. Was ja auch vollkommen in Ordnung ist, aber so einen auf Genderideen versteiften Menschen habe ich seit langem nicht mehr getroffen.

Insgesamt saßen vier Frauen am Tisch und dieser eine Mann, bis kurz darauf ein anderes männliches Wesen dazustieß. Dieser durfte sich noch im Hinsetzen anhören, dass die an diesem Tisch anwesenden Frauen abnormal seien, weil wir nur für Männer bestimmte Filme und Serien schauen würden. (Seine Wortwahl.) Eine der Frauen hatte nämlich gesagt, dass ihr Lieblingsfilm „Stirb Langsam“ sei. Dass die zuerst angesprochene Frau nie gesagt hatte, dass sie „Frauenfilme“ nicht auch mag, tat übrigens nichts zur Sache, sie durfte nämlich danach nicht mehr zu Wort kommen. Beziehungsweise wurde alles was sie und ich zu unserer „Verteidigung“ vorbringen wollten, ignoriert und damit blieben wir für diesen Abend gebrandmarkt als „abnormal“. Zu meiner Begeisterung waren alle anwesenden Frauen sehr selbstbewusst und nahmen sein Verhalten eher mit Humor als sich davon angegriffen zu fühlen. ^^

Die Krönung des Abends war die Schlussfolgerung, die dieser Herr aus dem Begriff „Anime“ zog. Was, sie würde Anime schauen? Aber das sei doch etwas für Kinder! Als wir daraufhin vehement antworteten, es sei keineswegs nur etwas für Kinder, konnte man mit ansehen, wie seine fragile Seele vor sich hin litt, als er daraufhin erwiderte, wir würden also Pornografie schauen … Wie genau er auf diesen Zusammenhang kam, erschloss sich uns beiden nicht, aber anscheinend bedeutet Anime für Erwachsene nicht tiefgründige Themen, viel Blut oder ähnliches, sondern immer nur Pornos. Dass bei den typischen Teenager-Serien wie One Piece oder Fairy Tail gefühlte siebzehn Mal pro Minute Höschen oder Brüste in die Kamera gehalten werden, widerspricht dem zwar, aber wenn man sich mit einem Thema nicht auskennt, dann muss man die Gegenargumente halt gar nicht erst anhören. Das is ja auch viel praktischer. ^^

Achtung, es wird xxx!

Wie aber kommt man von Anime auf Pornos? Um ehrlich zu sein, ist das gar nicht so schwer. Große Manga-Läden haben meistens auch eine „Ab 18!“-Abteilung, in der sich die papiergewordenen Träume diverser schlafloser Nächte befinden. Und wer den Begriff „Hentai“ noch nicht kennt, darf sich jetzt darüber freuen, mehr zu lernen. Das japanische Wort bedeutet eigentlich so viel wie „pervers“, wird aber heutzutage für eine ganze Sparte an Anime-Pornos und Manga … ääh sagt man bei sich nicht bewegenden Bildern auch Pornos? o.O Egal … Anime-Pornos und Manga-Pornobücher(?) werden ebenfalls „Hentai“ genannt. Diese „Sparte“ an Pornografie ist dabei aber ungefähr so breit gefächert, wie eine ähnliche Suche im Internet. Soll heißen es werden soweit ich gehört habe prinzipiell jegliche Fetische abgedeckt und ein Besuch in einer solchen Abteilung kann durchaus verstören. Meistens sind Bereiche, in denen Manga mit viel nackter weiblicher Haut ausgestellt sind, sogar in einem eigenen Stockwerk oder durch einen Vorhang abgetrennt, damit man sich nicht aus Versehen inmitten von … inmitten von sehr expliziten Darstellungen wiederfindet, die nicht unbedingt alle etwas mit realistischer Anatomie, Legalität oder einvernehmlichem Geschlechtsverkehr zu tun haben. Ich muss sagen, dass mich diese Abteilungen alleine durch die vollbusigen, nicht bekleideten Frauen auf dem erstbesten Cover vor der weiteren Recherche eher abgeschreckt haben, weshalb ich leider (?) keine Expertin für dieses Thema bin.

Andererseits hat mich erstaunt, dass man meistens vollkommen ohne jegliche Abtrennung hunderte Yaoi- bzw. „Boys Love“-Manga mitten im Laden findet. Weshalb mich das erstaunt? Nun, der Titel „Boys Love“ deutet ja bereits an, dass es sich dabei höchstwahrscheinlich um Männer (oder Jungs) handelt, die sich ineinander verlieben. Teils sind die Geschichten wirklich süß und romantisch und das „perverseste“ was dabei passiert, ist dass sich die Hauptcharaktere küssen. (Weshalb solche unschuldigen Stories oft noch in die Unterkategorie „Shonen Ai“ einsortiert werden.) Aaaaaaaber der größte Teil dieser Manga sieht definitiv nicht einmal auf dem Cover so aus, als würde es hier romantisch werden. Wer auf halbnackte gezeichnete Männer im Manga-Stil steht, für den ist Japan definitiv ein Paradies. In den meisten Fällen sind die Leser übrigens weiblich. Was mich immer noch erstaunt, ist wie riesig die BL-Abteilungen in Manga-Läden oft sind, weil mir dann wieder bewusst wird, dass es eines der am meisten gelesenen Genres ist. Das entsprechende andere Genre (Yuri), in dem es um Liebe und Sex zwischen Frauen geht, scheint übrigens wesentlich seltener vertreten zu sein – oder zumindest habe ich es bisher auffällig selten irgendwo ausgestellt gesehen.

Ein Snapshot aus der BL-Abteilung von Animate.

Sieht man jedoch solche Manga im Laden offen herumliegen, ist die Schlussfolgerung „Manga für Erwachsene = dirty thoughts“ gar nicht so abwegig, denn hier leben eindeutig sehr viele Mangaka und LeserInnen ihre Fantasien aus. Und das obwohl Japan gleichzeitig so prüde sein kann. Diese Dissonanz ist für mich vollkommen verwirrend! Denn schlägt man einen der wenigen nicht eingeschweißten Manga auf, dann stellt man in vielen Fällen fest, dass die hot and steamy sex scenes von sehr vielen Lichtschwertern begleitet werden, da so (oder durch verpixeln oder seltsames weißes Gekritzel) nämlich oft die „verbotene Stelle“ aka das männliche Glied zensiert wird. Was halt den Manga an sich nicht weniger versaut macht. Genauso wie die Abdeckung der Brustwarzen im entsprechenden anderen Genre niemandes geistige Jungfräulichkeit bewahren wird. „Oh nein, da ist ja Duschschaum über dieser einen Stelle, also jetzt weiß ich gar nicht mehr, was ich mit dem Rest dieses erotischen Bildes anstellen soll!“ Seriously?

Passenderweise befindet sich in Akihabara, dem oben erwähnten Anime- und Mangazentrum in Tokio, übrigens auch ein sechs- oder siebenstöckiger Sex-Shop. Dort kann man neben sehr luftigen „Cosplay“-Outfits für besondere Momente auch so ziemlich alles andere für ein- bis mehrsame Nächte kaufen. Hier ist also wiederum keinerlei Zurückhaltung am Start. Denn ein kurzer Ausflug zeigte uns, dass es neben dem Standard-Kram auch Vibratoren in der Aliententakelversion und verstörend realistische Gummipuppen gab, deren Vorlage definitiv noch minderjährig war. Selbstverständlich mit optionalen Taschen-Vaginas in verschiedensten Ausführungen. Die Haltung gegenüber Kindesmissbrauch scheint hier übrigens zu sein, dass Anime mit entsprechenden Themen als Ausweichmedium zu echter Kinderpornographie dienen soll. Das gleiche wird vermutlich auch für die erwähnten Puppen gelten – was die Sache nicht weniger gruselig für mich macht.

Japan und LGBT+

Ich weiß, die Überschrift erscheint wie ein seltsamer Themensprung, aber kommen wir kurz zurück auf die ganzen Manga, in denen es um die Beziehung zwischen Männern oder deren Aktivitäten im Bett geht. Stelle ich mich in die entsprechende Abteilung im Buchladen und schaue mich um, ist es umso verwirrender, dass Homosexualität für viele Japaner ein sehr unangenehmes Thema ist. Wenn man so unfreundlich und direkt ist wie ich und einer Laune folgend ein paar Mal nachfragt, dann merkt man schnell, dass die Standard-Reaktion vieler männlicher Japaner es ist, das Thema wechseln zu wollen. Ab und zu hat man jedoch Glück und einem wird – ohne das Thema direkt angesprochen zu haben – von einer Besucherin empfohlen, einen bestimmten Distrikt zu besuchen, wenn man sich für das Schwulenviertel in Tokio interessiert (Shinjuku-2-chome, falls ihr neugierig seid) und der andere Gesprächspartner fügt noch hinzu, dass es gleichgeschlechtlichen Paaren seit 2015 quasi erlaubt ist, zu heiraten. Ich sage „quasi“, da das leider nur in den Tokioter Stadtteilen Shibuya und Setagaya der Fall ist. Das kommt daher, dass die einzelnen Bezirke (oder eher Städte) in Tokio eigenständig Gesetze erlassen können und man dort entschieden hat, dass man ja auch gleichgeschlechtlichen Paaren eine Partnerschaft erlauben könnte. Auch wenn die Eheurkunden nicht den gleichen Status haben, wie eine traditionelle Ehe zwischen männlichen und weiblichen Partnern, so müssen zumindest Krankenhäuser und Immobilienfirmen die Zertifikate genauso behandeln, wie bisher eine solche Eheurkunde.

Ein ähnliches Gesetz wird es nun auch in Sapporo, Hokkaido, im Norden Japans, geben. Es bleibt also zu hoffen, dass diese Partnerschaften bzw. Ehen bald nicht mehr nur an bestimmten Orten anerkannt werden. Ebenfalls sehr interessant: Im Februar 2017 durfte zum ersten Mal ein homosexuelles Paar ein Kind adoptieren. In diesem Fall fand das in Osaka statt und ich habe zwar gelesen, dass das Gesetz auf ganz Japan ausgeweitet wurde, konnte aber keine weiteren Berichte dazu finden. Es bleibt also auch hier nur zu hoffen, dass der Prozess für Paare in Zukunft zugänglicher wird, auch wenn es sich nicht um ein heterosexuelles Ehepaar handelt. Theoretisch konnte man scheinbar auch in anderen Konstellationen ein Kind adoptieren, der Prozess war aber wohl sehr kompliziert und nicht allzu häufig erfolgreich. In Deutschland ist das ja wenn ich mich recht entsinne auch noch Grütze, sodass irgendwie nur ein Partner adoptieren und der andere so ein bisschen mitsorgerechten darf …

Zusätzlich wurde in diesem Jahr die „Anti-Bullying“-Richtlinie überarbeitet. Zukünftig soll damit gegen die Probleme vorgegangen werden, die viele Schüler aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Gender-Identität Also auch wenn viele Japaner Probleme damit haben, offen über solche Themen zu reden, so ändert sich das Land langsam aber stetig. Immer mehr Menschen akzeptieren, dass es auch in Japan eine LGBT-Community gibt und dass diese nicht im Geheimen leben möchten. Ein kleiner Fortschritt, aber besser als keiner.

Weshalb ich dieses Thema in einen Artikel über Anime und Manga packe? Nun einerseits, weil mich der krasse Unterschied zwischen dem riesigen Konsum von BL-Manga und der Realität vieler schwuler und lesbischer Paare traurig gemacht haben. Andererseits weil auch Anime- und Manga-Fans trotz des sehr großen Business, das hinter dem ganzen Merch-Kram steckt, teilweise eher „inkognito“ vor sich hin leben und sich nicht outen möchte, um keinerlei Ausgrenzung zu riskieren. Beides finde ich symptomatisch für eine Gesellschaft, die traditionell großen Wert auf Homogenität legt und in der Abweichungen von der Norm bzw. von bestimmten Idealen bestraft werden. Die Medienformen Anime und Manga scheinen dabei gleichzeitig oft auch als Ventil für möglichst ungewöhnliche und verquere Ideen zu dienen.

Die japanische Gesellschaft ändert sich zwar und in vielen Bereichen werden die bisher strikten unausgesprochenen Regeln gelockert, so zum Beispiel am Arbeitsmarkt, aber von meinem Standpunkt als Ausländerin betrachtet, bin ich immer noch nicht allzu begeisterungsfähig, was diesen intoleranten Aspekt der japanischen Gesellschaft angeht. Ich weiß, dass die Homogenität für mehr Harmonie und weniger Konflikte sorgen soll und dass das auch lange Zeit funktioniert hat. Dennoch fühlt es sich für mich so an, als würde solch eine Harmonie zu lasten derjenigen gehen, die nicht von Natur aus in das Schema „normal“ passen oder deren Prioritäten anders sind als das was von ihnen erwartet wird.

All das hindert mich allerdings nicht daran, mich für sehr viele andere Aspekte des Landes zu begeistern. Die mangelnde Offenheit ist einfach nur ein Aspekt, der mich davon abhält, hier auf Dauer leben zu wollen. Falls ich irgendwann mal wieder Geld haben sollte, dann würde ich auf jeden Fall noch einmal hier vorbeikommen. Vielleicht ist bis dahin mein Japanisch ja auch so gut, dass ich nicht alles immer nur schlussfolgern oder Besucher in Englisch-Cafés fragen muss. Das sage ich jetzt übrigens nicht, weil ich so fleißig bin, sondern eher weil ich damit rechne, dass es noch 10 Jahre dauern wird, bevor ich mir nochmal einen Besuch in Japan leisten kann. :D

So, tja, hab ich alles erwähnt, was man zum Thema Anime und Manga in Japan erwähnen könnte? Bei weitem nicht! Aber noch mehr zu schreiben, würde nur zu noch mehr Konfusion in meinem Hirn führen und außerdem dafür sorgen, dass überhaupt niemand mehr bis zum Ende des Artikels lesen würde. :D Ich hoffe ihr nehmt mir den Themenmix nicht übel und bin gespannt auf eure Meinungen zu den Aspekten, die euch interessieren. :)

Einen Tag voller Akzeptanz und hibbeliger Fan-Momente wünscht euch
eure Otaku-0utofjoint =)

PS: Nur so aus Neugier … wer hat sich die Bildergalerie zu Akihabara genau angeschaut und weiß, warum ich jetzt einen Ohrwurm von den Zeilen „If there’s something strange in the neighbourhood, who you gonna call?“ :D

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19 Kommentare

  1. Ich möchte mich bei dir bedanken, dass du einen solch langen Artikel geschrieben hast. Es wirkt fast wie abgesprochen, dass ich heute einen kleinen Beitrag über LGBT in Japan veröffentlicht habe. Aber das Thema ist mir einfach wichtig und ich weiß es in Japan in guten Händen. Falls ich, was niemals auszuschließen ist, doch für immer nach Japan gehe, werde ich aktiv in der Szene sein. Und dann sollten Homophobe besser vorsichtig mit Äußerungen sein. ;-)

    Du hast bei dem älteren Herrn erlebt, was genau diese Altersgruppe auch von Homosexuellen denkt. Wobei es durchaus unhöflich von ihm war, dies so offen zu dir zu sagen. Ich hätte ihm einige weniger nette Worte an den Kopf geworfen. Aber es ist genau dieses „ignorieren“ eines Themas, was ich bezüglich LGBT schon angesprochen hatte. Yukis Großeltern weigern sich immer noch, mich als ihre Frau zu sehen. Ich werde als ihre (beste) Freundin angesprochen.

    Weißt du, um Japan und Japaner wirklich zu verstehen, all die Traditionen, musst du dort leben oder geboren sein. Selbst ich muss immer wieder auf japanisch umschalten, wenn ich meine Familie besuche. Wobei ich quasi Narrenfreiheit habe, man kennt dort meine scharfe Zunge.

    Grüße aus Los Angeles

    Gefällt 1 Person

    1. Ahhhh, ich wollte doch noch deine ganzen anderen Artikel lesen! Aber wie so oft, kam mir dann irgendetwas belangloses dazwischen. Ich bin so unzuverlässig, tut mir leid! Dafür werde ich jetzt direkt deinen LGBT-Artikel lesen.

      Aber nun: Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, Mayumi! :)
      Ja, das glaube ich dir gerne, dass sich alle homophoben Menschen in Acht nehmen müssen, sobald du das Land betrittst. ;)

      Ich hätte gerne mehr über das Thema geschrieben, kann aber, da ich weder in der Szene unterwegs noch Japanisch-sprechend bin, leider nur auf meine indirekten Erfahrungen bezüglich des Umgangs mit dem Thema Homosexualität zurückgreifen. Dabei wurden Männer übrigens wirklich häufiger erwähnt als Frauen, was zu deiner Erfahrung mit Yukis Großeltern passt, die dich einfach weiterhin als ihre gute Freundin betiteln. Warum es für viele Leute so unglaublich schwer zu sein scheint, andere Menschen als das zu akzeptieren, was diese sind (lesbisch, trans, schwul, hetero, glitzernde Einhörner), also das habe ich noch nie genau verstanden.

      Der Herr im Sprachcafé war in der Tat eine der wenigen Personen, die ich hier bisher wirklich als unhöflich empfunden habe. Umso erleichterter war ich, dass die anderen anwesenden Frauen nicht einfach alle stumm und höflich seine seltsamen Vorwürfe ertragen, sondern ihm aktiv widersprochen haben. Wobei ich natürlich nie weiß, ob es einfach ein unhöflicher Typ Mensch ist oder es daran liegt, dass wir uns auf Englisch in einem Raum unterhalten haben, in dem tendenziell wesentlich mehr Ausländer anwesend sind, als an vielen anderen Orten in Japan. Kann ja sein, dass das dazu beiträgt, dass einige Leute statt offener gegenüber anderen Meinungen, einfach direkter im Aussprechen der eigenen ignoranten Meinung werden.

      Wenn ich nochmal nach Japan kommen sollte, dann möchte ich das auch mit angemessenem Sprachniveau tun. Leider habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, das auch wirklich umzusetzen. Ich habe kurz darüber nachgedacht, mich für ein Stipendium als research student zu bewerben, mit dem man 2 Jahre lang finanziell unterstützt in Japan leben und ein halbes Jahr an einem Sprachkurs teilnehmen könnte. Aber ich weiß leider nicht, ob das mit einem bereits länger zurückliegendem Studium und einem vom Studium abweichenden Arbeits-Thema/Fokus überhaupt ginge. Aber zuvor steht erst einmal wieder Lernen an. :)

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      1. Warum denkst du nicht länger über das Stipendium nach? Ich war mehr als drei Jahre nach meinem Abschluss auch noch einmal eine Weile auf der Uni. Alles machbar, alles gut.

        Es gibt eine Menge ruppiger und wirklich unhöflicher Japaner, bezogen auf die zurückhaltende Art meiner Landsleute. Witzig, selbst Yakuza (Kriminelle, Mafia) sind oft ebenso höflich, wie der Rest der Bevölkerung. Nur relativ primitive Schläger, Drogensüchtige etc., bilden da eine Ausnahme. Ich empfehle dir nicht, das zu testen. Du hast keinen Onkel bei der Polizei und kannst kein Karate. ;-)

        Bei einigen JapanerInnen gibt es durchaus Vorurteile in Bezug auf Amerikaner. Das könnte eine Rolle bei gewissen Unhöflichkeiten spielen.

        Japanerinnen sind oder werden langsam selbstbewusster und wehren sich offener gegen die Bevormundungen von Mann. Speziell wirst du das natürlich in eben jenen Sprachcafes finden oder wenn eine Japanerin mit einem Ausländer verheiratet ist.

        In den USA stoße ich natürlich auch auf eine gewisse Sprachbarriere. Wir können Englisch, aber natürlich mit Grenzen. Ally, die wir vor mehr als einem Jahr kennengelernt haben, hat eine deutsche Mutter und spricht sehr gut deutsch. Das hilft natürlich. Auch gibt es eine japanische Gemeinde in Los Angeles und den „Onkel und die Tante.“ Wir haben also viele Möglichkeiten der Kommunikation und fühlen uns nie verloren.

        Vielleicht kannst du auf deinen schon jetzt vorhandenen Kenntnissen aufbauen und in Deutschland weiterführende Kurse besuchen, um dir nach und nach die Schriften (wichtig!) und die Sprache anzueignen. Ich weiß, wie schwierig das ist! Ohne mehr oder weniger tägliche Nutzung der Schriften und Sprache, fange selbst ich an zu holpern, wenn ich reine Kanji lesen soll. Was ich dagegen mache? Ich lese japanische Zeitungen / Webseiten.

        Bis bald! :-)

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        1. Ein Studium könnte ich in Deutschland aber nicht finanzieren (Bafög gibt’s nich) und das Stipendium als Student in Japan gilt wohl nur für Menschen, die vor weniger als 5 Jahren ihren Abschluss gemacht haben. Da ich gerade erst von dem Stipendium erfahren und mich frühestens 2018 für 2019 bewerben könnte, trifft das auf mich nich mehr zu. Ob das aber wirklich das k.o.-Kriterium ist, würde ich nochmal bei der Botschaft erfragen.

          Menschen sind eben immer Menschen, wa? ^^ Äh, danke, auf den Test verzichte ich sehr gerne freiwillig. :D
          Hm, das mit den Vorurteilen kann gut sein.
          Ja, die Japanerinnen, die in Sprachcafés unterwegs sind, sind oft besonders offen. :)

          Ja, ich werde definitiv weiter lernen müssen. Nur was Kurse angeht, muss ich erstmal schauen, was ich beruflich so hinbekomme. Und was ich dann dementsprechend finanziell hinbekomme. ^^‘
          Lesen wird, sobald ich ein bisschen was kann, sicher auch drin sein. ;)
          Bis baaaaald! :)

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  2. Persona4! Apropo es ist ein neuer Teil erschienen. Yeah….. Nun brauche ich nur noch einen vernünftigen Gaming- PC und Geld :D und Steam?!

    So viele lokale Helden… Ich fand die Maskottchen von den Olympischen Spielen in Bejing ja schon niedlich… Bräuchte man auch für Deutschland. Ich finde Kawaii-Drachen viel ncooler als so nen Cookie-Crisp Bären/ Wolf?

    … und ich sehe schon, ich wäre vermutlich eine unglaubliche Bereicherung für die japanische
    Gesellschaft. Eine Mischung aus a-sozialen Hikkikomori und später auch (dank Tattoos) ein Yakuza. Yeah…. Sag mal haben die eig. auch so schicke Tattoo- Codes wie die spanischen Drogenkastelle? Würde mich jetzt ja mal echt interessierten.

    Irgendwie macht es mich traurig Gesellschaften zu erleben, die so nach Familie, Harmonie und Eintracht streben. Fängt ja schon bei diesen wichtigen „Schulveranstaltungen an“… Ich kann an einer Hand abzählen, wie viele ich besucht habe und dann auch nur weil wir verpflichtet wurden. Aber die Menschheit ist eben vielfältig… Also dennoch auf ein gemeinsames „Om mani padme hum“

    Das mit Conan klingt auf jeden Fall cool, auch wenn ich grade mal die erste Folge kenne. Ich freue mich für dich :D

    Übrigens zur Aufklärung falls du es nicht wusstest:

    Die Lebewesen mit den zwei Höckern (die wir Kamele nennen) heißen eigentlich Trampeltiere. Kamel ist der übergeordnete Artenbegriff für Dromedare und Trampeltiere…

    Ich tippe mal das Ghibli- Museum hast du nicht besucht?
    In Sachen Pornos tickt Japan wohl so ähnlich wie Amerika sehr bipolar… Die hätten auf der Reeperbahn viel Spaß.

    Selbst Japan ist mit seinen LGBT- Gesetzen schon weiter als wir hier in Deutschland. Man darf als homosexuelles Paar nämlich tatsächlich kein Kind gemeinsam adoptieren, und homosexuelle Paare dürfen auch noch keine „Ehe“ eingehen… Viele wollen übrigens den Begriff „Ehe“ tatsächlich gar nicht. Da „Ehe“ für sie selbst tatsächlich nur für den Bund des Mannes und der Frau steht…

    Ps: Ich hoffe einfach mal, dass sich nicht all zu viele Fehler hier eingeschlichen haben. Ich muss dringend ins Bett^^

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    1. Also Steam sollte da eigentlich das geringste Problem sein. XD
      Mir wurde schon gesagt, dass die Spiele weeeeeesentlich besser sind als alles, was es dazu an Anime und Manga gibt. ^^
      Kawaii rulez sowieso! :D
      Also eine gefährliche Yakuza der Hea-Gruppe (aka „Zimmer“), spezialisiert auf melodische Attacken? 🤔
      Jein. Die Tattoos werden soweit ich das gehört habe eher auf traditionelle Art, also ohne Maschine und von Hand, gestochen. Dabei werden traditionelle japanische Symbole verwendet, die aber scheinbar nix mit der jeweiligen Gruppe zu tun haben. Je mehr Tattoos das Mitglied hat, desto mehr Geld und Zeit wurden auch dafür aufgewendet. Und „viele Tattoos“ heißt dabei, dass am Ende alles außer Händen, Hals, Kopf und Füßen tätowiert sein kann und nur die Stellen frei bleiben, die man in der Öffentlichkeit zeigt.
      Äh, nee, sooo viel Harmonie brauch ich dann vielleicht auch nich ^^
      Conaaaan! <3
      Hm, stimmt. Ich weiß aber leider trotzdem nich, wie viele Höcker das Ding hatte, sorry. xD
      Nee, Ghibli is nix für mich, dafür hab ich zu wenige der Filme gesehn ^^
      Ja, naja, richtig weit sind beide Länder ja leider nich. 😒 Und das mit der Adoption wusste ich und is einfach nur Grütze.
      PS: Ich hab keine gefunden, von daher … 😀

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  3. Ich war selbst letztes Jahr gleich 2x mal in Japan (Urlaub) und oute mich gleich mal als Gaijin-Otaku der aus Akiba nicht mehr rauszubekommen war. Man kann da echt mehrere Tage drin verbringen und würde immer noch was neues finden. xD
    Ich, als absolut interessierter und jetzt schon recht motivierter und wohlmöglicher Working Holiday Aspirant, liebe einfach deine Blogeinträge. Ich bin erst kürzlich auf diese Möglichkeit gestoßen in Japan mehrere Tage zu verbringen als es mir mit dem üblichen Urlaub möglich wäre und da nehme ich solche Einträge von dir (und auch von Yoko-Lost in Japan) irgendwie als starke Inspiration und danke euch dafür, da ich jetzt noch stärker gewillt bin es durchzuziehen und das obwohl, gerade bei dir, nicht immer alles glatt lief. Trotzdem las ich auch eine menge Spaß und Freude bei deinen Erzählungen raus.^^
    Falls ich es wirklich durchziehe, was eh erst in ca 2 Jahren sein würde (bin dann 30 und das wäre ja die letzte Chance D:) kann ich die Sache wahrscheinlich auch etwas anders angehen da mir gerade finanziell mehr Optionen offen stehen würden wenn ich jetzt kräftig daraufhin spare. Bei dir gabs da ja ziemlich viele Engpässe und Einschränkungen die ich nicht unbedingt erleben will. Ich sehe da auch mehr den „Holiday“- als den „Working“-Faktor. Zumindest weiß ich jetzt aber schonmal dass ich mich nicht als Putzmann bewerben sollte. xD
    Auch als vegan lebender Mensch stelle ich mir Japan verdammt schwierig vor da ich die japanische Küche nicht missen will bzw. auch gar nicht könnte. O.o
    „Schön“ fand ich auch bei dir zu lesen dass eben nicht alles rosig war und das man durch so eine Reise nicht immer die völlige Absolution findet. darauf sollte ich mich dann auch nicht einstellen aber wenn es passieren sollte, sag ich natürlich auch nicht nein.
    Hast du eigentlich irgendwelche Freundschaften/Bekanntschaften schließen können die du in Deutschland weiterhin aufrecht erhalten willst oder warst du die ganze Zeit als „Lone Wolf in Tokyo“ unterwegs?
    PS: Wann geht es jetzt eigentlich wieder zurück nach Deutschland oder bist du es vielleicht schon?
    Gruß

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    1. Hey, danke für deinen ausführlichen und positiven Kommentar! :D
      Ich kann allein in jedem Animate schon ne Stunde verbringen … ;_; Meine Mitbewohnerin glücklicherweise auch, also von daher: Ein Hoch auf Otakus! xD
      Gerne doch, freut mich, wenn ich dich motivieren konnte! 😁 Und ja, es lief nicht alles glatt und zwischenzeitlich gab es Downphasen, aber ich möchte die Erfahrungen nicht missen! Vor allem wenn du es schaffst, dir ein gutes Geldpolster anzulegen und nicht von den Almosen deiner Eltern leben musst, dann kommen gleich mehrere Steine auf dem Weg nach Japan gar nicht vor. Denn ohne Geld kann man nicht nur nicht komfortabel wohnen und essen, man überdenkt auch jeden Ausflug wegen der Fahrtkosten und überlegt bei erwähnten Animate-Besuchen wieviel denn eigentlich der Verkauf der eigenen Niere einbringen würde … XD
      Altersgrenzen sind scheiße! Ich würde so gerne nochmal rumstudieren, aber äh ja, ich habs ja nicht so mit Finanzierungen und staatliche Unterstützung bei nem Zweitstudium is so gut wie unmöglich.
      Es gab Leute, die den Job okay fanden, also falls du schnell putzen kannst, dann vielleicht als Notlösung. Sonst kann ich als Nebenjob echt Sprachcafés empfehlen, wenn du gerne mit Leuten redest. Sonst is das eher Tortur. :D
      Ach ja und sprichst du Japanisch? Wie du wahrscheinlich aus meinem „ICH WILL DIE 5000 MANGA LESEN KÖNNEN, DIE HIER NUR 108¥ KOSTEN!!“-Gejammer und der Schwierigkeiten bei der Jobsuche schließen konntest, is das nämlich wirklich hilfreich. ^^ Auch was Freunde angeht, habe ich hier fast nur andere Ausländer kennen gelernt, da man eben doch selten in Share Houses auf Japaner trifft und auch sonst durch die Sprachbarriere so gut wie nie ins Gespräch kommt. :(
      Ich fliege schon in 9 Tagen zurück … :< Hoffe aber noch darauf irgendwann wieder hier vorbeischauen zu können! :)

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  4. Ja…die Animates waren super, obwohl ich eigentlich auch nur 2 besucht hatte in der Zeit wo ich dort war. Warst du auch in dem in Ikebukuro? Dort fand ich irgendwie das meiste Zeug als Mitbringsel für Freunde und mich.^^
    Auch die ganzen K-Book Stores die in ikebukuro überall verteilt waren, erinnerten mich irgendwie an eine nette Schnitzeljagt, so mitten in Tokio. „Oh, der K-Book ist aber klein..was sagt denn der Flyer… noch 8 weitere sind hier in der Umgebung verteilt? O.o“. Ich habe diese engen kleinen ulkigen Merch Ramsch-Läden irgendwie gleichezitig hassen und lieben gelernt. xD
    Jop – ich bin erstmal natürlich motiviert aber vorallem auch irgendwie fasziniert. Meine einzige Sorge ist eigentlich „nur“ dass ich nach dieser Aktion erstmal wieder in Deutschland zurecht kommen müsste. Ich habe derzeit finanziell ein recht solides Standbein, welches ich dann leider
    abbrechen müsste. Ich habe aber stark das Gefühl gerade eine gewisse Stagnation zu erleben und ich deswegen mich von allem einfach mal lösen will. Vielleicht kommt ja auch alles ganz anders. 2 jahre sind ja noch eine laaaange Zeit. :D
    Ja, gerade die Fahrtkosten können ziemlich an der Geldbörse ziehen. Als nur Urlauber bekommt man, dank Rail-Pass, recht wenig davon mit. Auch in Tokio selbst gibt es ja direkt für Urlauber diese 24h-48h-72h Metro-Tickets mit denen man sich gut und billig mit allen Metrolinien von A nach Z bewegen kann – wobei ich jetzt nicht weiß ob die nicht einfach auch einen ausstellen wenn man denen das Visum vor die Nase legt. Die Abwicklung dafür sah zumindest immer recht simpel aus und ich hatte auch einmal eine Dame die nicht so genau wusste was sie machen sollte und mir einen aushändigte ohne dass ich meinen Passport vorlegen musste. Probieren könnte man es ja mal.^^
    Das mit dem Sprachcafé las sich bei dir erstmal äußerst interessant dafür müsste sich aber mein englisch noch bessern hinsichtlich des sprachlichen Gebrauchs (oder es wird gerade was deutsches gesucht). Ich habe wahrscheinlich viele Vokabeln in meiner Datenbank aka Hirn aber es fällt mir irgendwie schwer die sofort in einer Unterhaltung abzurufen. Da fehlt mir wahrscheinlich auch einfach die Übung. Und japanisch? Hmm…ich lerne es, ja und kann vllt so knappe 100 Kanji aber auch nur wenn ich sie sehe, selbst zeichnen ist noch unmöglich bis auf einige wenige. x:
    Also wahrscheinlich eher so dein Stand ohne dich damit schlechter machen zu wollen als du vllt bist aber beim lesen deiner Beiträge habe ich diesbezüglich diese Gemeinsamkeit ausmachen können. XD
    Freundschaften mit Japanern zu schließen stelle ich mir auch schwierg vor. Die meisten haben ja wahrscheinlich eh keine Zeit für Freundschaften bei deren gefühlten 60h Wochen und dann schon gar nicht mit Otaku-Außländern. Wie multi-kulti war es denn so im Share-House?^^
    Ich war bei meiner 2. Urlaubsreise in einem Ryokan welches sicherlich zu 80% aus Franzosen bestand. Vorallem eine franz. Oma dort war cool die 8 Sprachen konnte, darunter auch japanisch und deutsch. Einfach nur bemerkenswert.
    Ich wünsch dir auf alle Fälle noch eine menge Spaß in den 9 Tagen. Nutze sie weise! *hust*.

    PS: Wieviel Gepäck ist bei deinem Rückflug eigentlich erlaubt und geplant? Ich hatte Schwierigkeiten mein ganzes Merch-Zeug selbst in 2 Koffer unterzubekommen. Und falls du auch soviel mitnehmen willst/kannst, plan bitte mehr Zeit ein wie ich um zum Flughafen zu kommen. Ich hatte die 50kg-Last durch Tokio zu bekommen völlig unterschätzt und war dann 15min vor Abflug am Gate. :D

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    1. Animates sind mein Go To Place, wenn ich in einem nicht otakuigen Staftteil unterwegs bin. Und da ich zeitweise fast täglich von Shinjuku nach Shin-Okubo gelaufen bin, joaaa … :D Aber gekauft hab ich da vergleichsweise wenig, ich schau nur gerne. ^^ Ikebukuro oder Nakano Broadway steht morgen an, da ich unbedingt noch Tokyo Ghoul Merch will, bevor ich zurückfliege und das fast unmöglich zu sein scheint. O.O Ich darf mich „glücklich“ schätzen, kaum Otakufreunde zu haben und daher kaum jemandem Animuzeugs mitbringen zu müssen.
      Oh ja! Vor allem, da ich meistens mit fetter Tasche oder Rucksack unterwegs war. Diese vollgestopften Läden haben mich immer an den Rande des „OHMEINGOTTHABICHWASBERÜHRT?!?!?“-Nervenzusammenbruch gebracht. xD Und von den K-Books habe ich glaub ich nur drei oder vier entdeckt und dann aufgegeben, weil ich an meinem Such-Tag dort erst abends unterwegs war.

      Das kann ich verstehen, eine gesicherte Zukunft hat schon Vorteile. :D Hm, es kommt natürlich darauf an, was du so machst und wie leicht es in dem Bereich ist, einfach wieder einzusteigen. Gleichzeitig kann ein Neustart ja auch gut tun. :) Uuuund ich habe mir sagen lassen, dass es sogar heutzutage noch Jobs bzw. Arbeitgeber gibt, dank derer man ein Sabbatjahr nehmen und danach wieder anfangen kann. Kann ich nur neidisch werden, aber vielleicht ist sowas in deinem Job ja möglich? Ist unwahrscheinlich, aber nur so als Überlegung. :)
      Stimmt schon, das könnte man probieren, lohnt sich nun bei mir aber auch kaum mehr. ^^ Der Railpass wäre schon awesome gewesen. Allein weil man damit ja auch Shinkansen fahren kann. 😰
      Ja, ohne gute Englischkenntnisse faselt es sich schlecht drauflos. Wobei nun auch nicht in allen Sprachcafés alle Chathosts ein Muttersprachlerniveau an den Tag legen …
      Huh. Aber du hast ja noch 2 Jahre Zeit, um dein Japanisch aufzupolieren! 😁 Ohne Englischlehrerjobs sieht es sonst mit den Nebenjobs nämlich leicht düster aus. Außer du hast Yokos Glück und kommst in einer deutschen Bäckerei unter. :D Nene, mein Japanisch is Grütze und ich bräuchte noch mindestens n halbes Jahr Intensivkurs, um wirklich was zu können. :/
      Mh, das kommt immer drauf an. Ich glaub die Unistudenten haben noch ganz gut Zeit. :D Und bei den andern stimmt das mit der Arbeitswoche, es kommt aber ja auch immer darauf an, wie viele Möglichkeiten du hast, jemanden überhaupt kennen zu lernen. :)
      Share Houses, hmm. Also es gibt welche, die legen Wert darauf, gleich viele Japaner und Ausländer unterzubringen (glaube Oakhouse?), aber ich hab halt recht spontan ein Zimmer gebraucht, wollte ein Einzelzimmer und was in Tokyo für weniger als 70,000¥, das schränkt die Auswahl schon immens ein. Also ich hatte Mitbewohnerinnen (war irgendwie immer in nur weiblichen Apartments) aus: China, Indonesien, Philippinen, Spanien, USA, Deutschland, Frankreich, Lettland, Ukraine … Ich glaube das waren alle. Glaube. :D
      Argh, don’t ask. Es wird in jedem Fall zuviel, aber ich muss die Woche noch ein Paket zu meinen Eltern schicken, damit es nich noch mehr zuviel wird. Ich wollte spontan am Tag des Abflugs ein Ticket für diesen Sonderexpress von Shinjuku nach Narita kaufen, hoffe das klappt. Ich werde vermutlich um 15h losfahren und mein Flug geht um 22h, das sollte klappen, oder? 😅

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  5. Viel Glück beim suchen – ich war ja letztes Jahr Ende Oktober/Anfang September dort und soweit ich mich erinnern kann, hatte ich Nullkommanix von Tokyo Ghoul Merch gesehen. Ich will jetz aber natürlich nicht deine letzte Hoffnung nehmen. Vielleicht gibt es ja gerade diesen einen ganz bestimmten Laden an welchem du nicht vorbeilaufen wirst. X:
    Meiner Schwester wollte ich auch was von Clannad mitbringen aber davon gab es auch mal absolut gar nichts und bis nach Kyoto fahren um in den KyoAni-Shop zu gehen, wollte ich dann doch nicht.^^

    Ich habe irgendwie 2 getrennte Freundeskreise. Der eine ist NO-Anime der andere YES-Anime und eigentlich wollte ich auch gar nicht soviel mitbringen aber naja…wenn man dann davor steht…und weiß das es einer bestimmten Person gefallen wird…dann, naja, du weißt schon. xD

    Ein Sabbatjahr ist bei mir nicht möglich aber wenn ich es wirklich machen sollte, würde ich eh nicht mehr zurück wollen sondern mir etwas anderes suchen. Eigentlich gibt es in meiner Berufsbranche genug Jobmöglichkeiten. Ich weiß zwar nicht ob ein Jahr WH-Japan als Referenz in meinen Bewerbungsunterlagen hilfreich sein würde aber ganz uninteressant sollte es ja auch nicht sein um nicht darauf irgendwie dann doch angesprochen zu werden. Ja Shinkansen sind super…ich hatte noch nie Druck auf den Ohren in einem Zug. Bei dem aber schon. O.o
    Aber wenn man eh sein Geld zählen muss, ist eine Fahrt dann wohl nicht drin oder vllt. nur zu Beginn der Reise wo man noch evtl. sehr naiv mit seinem Geld umgeht.
    Apropos Geld. Es ist absolut toll dass dich deine Eltern in der Hinsicht so total dabei unterstützen. Klar, dafür sind Eltern ja auch irgendwie da aber es ist auch immer wichtig das nicht als Selbstverständlichkeit hinzunehmen. Es gibt sicherlich auch viele die da als Elternteil keinen einzigen Cent abdrücken würden (Vorrausetzung ist natürlich eine gute finanzielle Lage) aber auf der anderen Seite auch Kinder die das überhaupt nicht wertschätzen. Sowas ist in beiden Fällen shitty aber einige Menschen ticken wohl so. =/

    2 Jahre sind eine lange Zeit, sicherlich, das sag ich mir auch immer wieder aber man muss halt auch mal richtig anfangen mit dem Lernen. Du kennst das ja besimmt, wenn man sich einredet dass noch soooooviel Zeit ist und zack sind 2 Jahre rum und man sitzt dann immernoch an seinen Anfangs-Kanji „Kuruma = Auto. Check. Mushi = Käfer. Check. Ich bin für Japan gewappnet“ D:

    Und ja – Glück bei der Jobsuche brauch man wohl eh immer. Die einen habens es, die anderen nicht.^^

    Ja – dann kommt noch die Offenheit der Japaner hinzu. Ich war jetzt zwar nicht lange dort aber irgendwie kam es mir so vor als ob eher die älteren Leute offener und bereiter waren auf einen Gaijin zuzugehen als die jüngeren. Ich hatte halt öfters Situationen wo man mich ansprach, meistens jedoch war es die ältere Generation (eigentlich nur) – die dabei aber auch gewisse Englisch-Kentnisse hatten. Ich war zb in Kamakura beim Daibutsu und dort kam ein älterer Japaner auf mich zu welcher mir erzählte dass er immer zum Daibutsu fährt um extra sein Englisch bei Touristen aufzubessern weil er sonst nice zum englisch sprechen käme. Sprachcafés sind da anscheinend wirklich nicht verkehrt. Und dann erzählte er mir noch dass er 7x auf Hawaii war. Ist anscheinend das Mallorca von Japan. Wusste ich bis dahin auch nicht aber macht durchaus Sinn. Ist ja nicht soweit weg. XD

    Ich finde diese Mietpreise in Tokio alleine für ein Share-House-Zimmer einfach zu krass. Da hofft man wirklich einen Job zu finden der zumindest genau das kompensieren kann ansonsten muss man wohl echt früher die Koffer packen als es geplant war. Auch mit einem angesparten Geldpolster sehen ich das knifflig. Vorallem will ich meine Wohnung in Deutschland auch dann nicht aufgeben und muss doppelt für Miete zahlen. Ich will ja nicht als Obdachtloser enden wenn ich wieder zurückkomme. Vergleichweise ist meine jetzige Wohnung aber verdammt preiswert dass ich das auch machen könnte. Gespart werden muss aber trotzdem!^^

    Haha…ich hatte auch einige Studentinnen getroffen die entweder immer aus den USA, von den Philippinen oder aus Kanada kamen.^^

    Mit 7h Vorlaufzeit sollte das klappen. Ich hatte den Narita-Skyliner von der Nippori-Station genommen – der war super und auch mit Platzreservierung aber auch 10€ teurer oder so. Ich hoffe du hast dann auch einen Sitzplatz im Express aber die Uhrzeit spricht eigentlich dafür. :D

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    1. :D Der Zeitreisefehler ist mir zuerst gar nich aufgefallen. Aber auch schön! Und die Zeit is fürst Herbstlaub ja auch nett. :)
      Meh. Bisher nicht, außer ich möchte auf Tokyo Ghoul komm raus unschönen Merch für zuviel Geld oder schönen Merch für sehr viel Geld. -_-
      Clannad hab ich nie gesehn, von daher kann ich den Merchbestand leider nich beurteilen. Aber das was man will is immer nich da. :D
      Ich versteh schon. ^^ Glücklicherweise sind die paar Leute, die Anime mögen entweder selbst in Japan unterwegs oder ich sehe sie nur einmal im Jahr, weshalb sich das Souvenir mitbringen nich wirklich lohnen würde ^^‘
      Ich hoffe auch einfach mal, dass das WH-Jahr in der Jobhinsicht was bringt … ;) Und wenn du dich dann eh umorientieren möchtest, passt das ja mit dem Jahr Pause zur Selbstfindung. 😁
      Echt? Beim ICE hatte ich das in Tunneln aber auch schon … Ohja. Bei den Preisen wundert es mich echt, dass die Züge von den großen Bahnhöfen zeitweise wohl echt alle 5min fahren und trotzdem recht voll werden. O.o
      Ja, ich bin auch sehr dankbar dafür, dass meine Eltern es mit so einer geldausgebefreudigen und exzentrischen Tochter aushalten. ^^
      :D Kenne ich nur zu gut. Aber falls du dir das trotz Sparmaßnahmen leisten kannst (und es in deiner Umgebung sowas gibt), dann lohnt sich ein Kurs eigentlich schon. Denn gerade bei der Grammatik ist es ätzend, wenn man nicht nachfragen kann.
      Ich glaub die älteren haben vielleicht nich mehr diesen Grundstress von der Arbeit und sie geraten auch nich mehr so in Panik, wie die jüngeren Menschen, die gerade erst ihren dritten Ausländer überhaupt sehen. XD
      Ja, Sprachcafés lohnen sich vermutlich nur in Großstädten. Aber umso cooler, wenn du trotzdem Leute mit Englischkenntnissen getroffen hast! ^^
      Jupp, Hawaii is hier echt beliebt. Genauso wie die Philippinen für Sprachkurse. :D
      Hui, okay, das is schon ne finanzielle Last. Dann wünsch ich dir auf jeden Fall viel Erfolg beim Sparen und schon mal bei der Jobsuche. Falls ich äh 2019(?) nochmal in Japan sein sollte, treten wir dann gegeneinander in der Zimmersuche an! 😆
      Also ich wollte den Narita Express nehmen, der kostet „nur“ 3020¥ ab Tokyo station. Hmm, das Ticket dafür müsste ich dann morgen mal in Shinjuku buchen, so wie’s aussieht. 😓 Auf der Homepage steht irgendwie, dass man sowieso nur reserved seats buchen kann, also geh ich mal davon aus, dass ich sitzen dürfte. 😅

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  6. Haha, und ich dachte aufgrund deiner Überschrift, dass der gesamte Inhalt deines Artikels etwas mit Darstellung von Erotik in Manga und Anime zutun hätte XD

    Dass in Japan die Leute wesentlich mehr an Konformität glauben und die fordern, war mir ja bewusst. Traditionen, Normen, alte Werte … ja. Ich hatte aber schon gehofft, dass Typen wie der Mann, der meint, dass Frauen über Kochen reden sollten eher eine Seltenheit wären. Was bei mir aber für echtes Sturnrunzeln sorgt ist, dass Manga und Anime in Japan selber zuweilen ein Tabuthema ist oder eines, zu dem nicht so unbedingt viele Leute mitreden können. Hatte ich so nicht erwartet. Dass nicht jeder Mangafan ist, klar. Hollywoodfilme machen einem seit Jahrzehnten weiß, dass jeder Asiate ein Kung-Fu-Ass ist und doch sieht die Realität eben anders aus und das weiß auch eigentlich jeder. Aber gerade wo Manga und Anime selbst in der Werbung verwurzelt sind, hätte ich schon erwartet, dass auch Erwachsene noch öfter zu Manga und Anime greifen, klar, nicht alle. Ich muss mir jetzt überlegen, ob mich das enttäuscht …

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    1. Sorry, falls ich da zu viel gewarnt und dann doch zu wenig drüber geredet habe. :D
      Glücklicherweise haben mir bis dato keine weiteren Leute erzählt, dass ich doch bitte übers Kochen reden sollte. In dieser Extremform war es also wirklich eine Ausnahme.
      Tut mir leid, falls ich nun bei dir für Enttäuschung gesorgt habe. :( Es ist definitiv so, dass man hier häufiger Leute mit Mangas in der Bahn sieht als in Deutschland, aber die wenigsten scheinen über dieses Thema reden zu wollen. Ich könnte mir also vorstellen, dass du zwar einige Leute findest, die Manga lesen, aber zögern das direkt und offen zuzugeben. Vielleicht tröstet dich das ja ^^‘

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      1. Nochmal wegen der Fahrt nach Narita. Es gibt ja Verbindungen die nur um die 1600¥ kosten aber auch wesentlich länger dauern (100min?!). ich dachte du nimmst einen von diesen. Ansonsten kann ich dir den Skyliner (Keisei-Line) empfehlen den man entweder von Ueno oder Nippori aus nehmen kann: http://www.keisei.co.jp/keisei/tetudou/skyliner/us/ae_outline/index.php
        Kostet immerhin etwas weniger und ein Ticket kann man auch ganz bequem am Tag der Abreise kaufen. Außer du hast jetzt schon den Express gebucht.^^

        PS: Ich fand die Rückflüge immer gefühlt länger und schlimmer als die Hinflüge, was vllt. auch an der Japan-ich bin endlich da-Euphorie lag. Viel wichtiger ist für dich aber wohl dieses mal einfach gesund zu bleiben.^^

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        1. Ich habe heute das Ticket gekauft … Mist. ;___; Naja, Hauptsache ich komm an. ^^‘
          Gesund? O.O Ich geh dann mal meinen Wintermantel wieder aus dem Heimschick-Paket auspacken … >_>
          Ich bin gespannt, wie der Rückflug so wird, aufgeregt bin ich auf jeden Fall schon. :D

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