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An dieser Stelle werde ich über Neues berichten, das mir gerade im Kopf rumschwirrt. Also ob ich in nächster Zeit spannende Artikel plane oder an welchen Stellen ich noch an der Seite herumbastele. :)

日本語もいいですか? Kann ich Japanisch?

Eine der häufigsten Fragen, wenn ich erzähle, dass ich in Japan war, ist sicherlich diese. „Oh, sprichst du denn Japanisch?“ So gern ich auch mit einem „もちろん!“ also „Selbstverständlich!“ antworten würde, so weit bin ich davon entfernt mich als sprechfähig anzusehen. Dafür habe ich in den letzten Jahren sehr viele verschiedene Methoden ausprobiert, um Japanisch zu lernen und bin momentan in einer recht motivierten Phase, in der ich das einfach mal mit euch teilen möchte.

Für den Fall, dass ihr euch noch nie mit Japanisch auseinandergesetzt habt und mit den Begriffen Hiragana ひらがな, Katakana カタカナ und Kanji 漢字 nichts anfangen könnt hier eine ultraknappe Erklärung. Wie ihr anhand der Nupsis neben den Worten seht, sind die ersten beiden japanische Silbenalphabete, die eher nach Buchstaben aussehen und das dritte sind die komplizierten gemalten Zeichen, die mal aus China importiert wurden. Als Romaji bezeichnet man es, wenn die Aussprache der japanischen Kanji-Bildchen statt mit den japanischen Hiragana-Schriftzeichen mit römischen Buchstaben grob wiedergegeben wird (also mit denen, die ich hier gerade tippe). Ich gehe deswegen darauf ein, weil es nicht empfehlenswert ist dieses System langfristig zu nutzen.

Warum? Nun, erstens weil man Hiragana und Katakana sowieso braucht, wenn man japanische Texte lesen möchte. Und zweitens, weil sich mit den römischen Buchstaben nicht alle Laute des Japanischen wiedergeben lassen. Zum Beispiel sind gerade die R-Laute für Ausländer oft eine Herausforderung, weil es eben kein simples deutsches „Rrrr“ ist. Diese einfach als „ra, ri, ru, re, ro“ wiederzugeben ist schlicht falsch und führt zu einer arg schrägen Aussprache. Auch andere Sprachen haben bekanntlich ihre eigenen Laute. Nicht umsonst nutzen Englischbücher in Deutschland normalerweise ein phonetisches Alphabet, um die Aussprache der Vokabeln zu erklären. So kann man „This is an elephant“ statt schlechtdeutsch als „Ssis is ön älefennt“ (oder so) lieber mit allen benötigten Lauten phonetisch darstellen, also als „ðɪs ɪz ən ˈɛlɪfənt“ – auch wenn es auf den ersten Blick komisch aussehen mag. Das aber nur als Grundlagenwissen. Kommen wir nun zum eigentlichen Lernen. ^^

Der Klassiker: Ein Sprachkurs an der VHS oder Sprachschule

Der Startpunkt, um mit Japanisch zu beginnen ist sicherlich bei vielen ein Japanischkurs. So einen habe ich auch gemacht, um ehrlich zu sein sogar zwei. An der VHS in Bielefeld gab es einen Crashkurs, bei dem man fast täglich erschien und einen normalen Kurs mit nur einem Termin pro Woche. Auch wenn einmal wöchentlich gerade für Leute mit einem Vollzeitjob wesentlich sinnvoller erscheint, so hat mir der Crashkurs damals doch mehr gebracht. Denn macht man die ganze Woche jeden Tag etwas, kommt man viel weiter als wenn man bis zum nächsten Termin bereits die Hälfte des Gelernten wieder vergessen hat. Logisch, oder?

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Ich bin wieder da! Kulturschock in Deutschland

Halloooooo alle zusammen! Eure Lieblings-Labertasche aus dem nicht Real Life ist wieder da! Äh, also hier. Also in Deutschland jetzt. Genauer gesagt, bei meinen Eltern zuhause. Irgendwie fühle ich mich mit jedem Satz weniger euphorisch, ich glaube ich sollte nochmal von vorne anfangen … :D

Ahem. Ich bin jedenfalls am ääääh Sonntag in Frankfurt gelandet und habe nach einer mehr oder weniger turbulenten Woche beschlossen, doch einfach mal eine Bilanz zu ziehen – über die Rückreise, Japan und meinen Mini-Kulturschock in Deutschland. Jepp, den gab es nämlich irgendwie schon. Aber fangen wir vorne an. Eine Reise mit mir wäre ja keine richtige Reise, wenn nicht irgendetwas schief gehen würde. Nach diversesten Pannen während meiner Japandurchquerung habe ich aber mittlerweile einerseits die Haltung entwickelt „I don’t have enough fucks to give“, bei der man meditativ ruhig bleibt, egal was passiert und einen alternativen Weg sucht, um ans Ziel zu kommen. Andererseits habe ich auch gelernt, immer mehr Zeit einzuplanen, als ich theoretisch bräuchte.

Ich + Reise = Murphy’s Law

Was dann dafür gesorgt hat, dass ich obwohl der von mir zwei Tage vor Abflug für viel Geld gebuchte Expresszug zum Flughafen in Tokio spontan bei meiner Ankunft am Bahnhof wegen Triebwagenschadens den Rest des Tages gecancelt wurde, immer noch fünf Stunden zu früh am Flughafen war. Aber gut. Besser so als fünf Stunden zu spät. :D Nachdem ich mit meinem äääh 17kg Rucksack, einem 7kg Laptoprucksack und einer Handtasche mit genügend warmen Jacken und Schals, um eine Arktisexpedition anzuvisieren, am Bahnhof stand, das Schild mit „Narita Express cancelled! 14.33h, 15.00h, 15.33h“ waren meine einzigen Gedanken: „War irgendwie klar …“, „Wo krieg ich jetzt das Ticket erstattet?“ und „Ich google mappe mal, wie ich stattdessen da hinkomme.“ Das Schild nannte zwar eine Alternativroute, aber man kann ja nie zuviel auf Nummer Sicher gehen. (mehr …)

Anime, Manga, Sex und LGBT+ in Japan

Bäm! Da isser! Der Artikel, der sich mit dem klischeebehaftetsten Teil Japans überhaupt befasst. Also starten wir direkt durch, indem ich zusammenfasse, inwiefern ich hier mit den Themen Anime und Manga konfrontiert wurde. Eine Warnung vorweg: Dies ist kein jugendfreier Artikel und wenn euch die Themen Sex, Penisse und Perversitäten abschrecken, dann überspringt besser die Abschnitte, bei denen ich entsprechendes in die Zwischenüberschrift gepackt habe. Der Hauptfokus des Artikels ist aber wesentlich fluffiger, nämlich meine Begeisterung dafür, Geld für Fanartikel auszugeben und meine Verzweiflung darüber, dass ich wesentlich weniger Geld besitze als Japan coolen Merch rausbringt … Aber eine Warnung kann ja nicht schaden, ebenso wie ein „Sorry!“ für den sehr provokativen Titel. ^^

Womit fangen wir an? Manga, also japanische Comics (für alle, die es immer noch durcheinanderbringen^^) haben in Japan eine sehr lange Tradition. Redet man jedoch heutzutage von Manga, dann sind damit vor allem die Comics gemeint, die in den letzten 30-40 Jahren erschienen sind. Der Übergang vom Comic zur animierten Serie (ja, genau, sowas nennt sich dann „Anime“) ist dabei oft fließend, da viele Manga später eine Adaption fürs Fernsehprogramm bekommen und manchmal sogar Spiele (wie Yokai Watch, Danganronpa oder Persona4) im Nachhinein eine eigene Anime- oder Mangaversion bekommen oder umgekehrt Spiele entwickelt werden, die auf einer erfolgreichen Animeserie basieren. Wenn man damit Geld machen kann, dann ist so gut wie alles drin.

Im Gegensatz zu Deutschland oder den USA sind die Charaktere aus verschiedenen Manga/Anime in Japan nahezu omnipräsent. Das liegt einerseits daran, dass das Medium sehr beliebt ist und man häufiger Menschen sehen wird, die in der Bahn Paperbacks mit ebenjenen Zeichnungen lesen oder auf ihrem Handy durch das neueste Kapitel ihres Lieblingsmangas scrollen (oder neben mir die aktuelle Folge Tokyo Ghoul in zweifacher Geschwindigkeit mit englischen Untertiteln auf ihrem Handy schauen … <3). Andererseits wird der typische Manga- bzw. Anime-Zeichenstil einfach sehr häufig auch für andere Dinge verwendet und so kann es sein, dass eine Anzeige für Kontaktlinsen die Form eines fünfminütigen Anime annimmt, in dem weibliche Charaktere gegen böse Augenkrankheiten kämpfen. Kann man machen, oder? (mehr …)

Japan-Berichte, ich komme!

Ich habe jetzt eine Weile überlegt, was für einen Artikel ich über Japan schreiben könnte. Wenn man an Reiseberichte denkt, kommt einem vermutlich automatisch die Idee, die Sache chronologisch anzugehen und eine Art Reisetagebuch zu führen. Schließlich sind 99 % aller Reiseführer auch so aufgebaut, dass die einzelnen Regionen eines Landes voneinander getrennt sind (das hab ich natürlich nachgeguckt und ausgerechnet). Aber ich wäre ja nicht ich, wenn mir das nicht mal wieder zu langweilig wäre. Deswegen habe ich mir überlegt, die Sache ein bisschen mehr nach Themen zu ordnen, damit ihr wisst, wo ich überall etwas gemacht habe, dass zu einem bestimmten Thema passt und ihr alle Infos zu einem Thema, das euch interessiert, auch in einem Artikel finden könnt.

Der größte Bereich für mich ist dabei, wer hätte es erwartet, Anime und Manga in Japan, unter anderem, weil man fast überall Sachen aus Anime und Manga findet und ich als Otaku da nur selten dran vorbeigehen konnte. Games und Hightech wird eventuell mit in den Artikel gepackt oder zu einem eigenen Artikel, das hängt davon ab, wieviel mir dazu später einfällt. ^^

Dann gibt es noch den traditionellen und ruhigen Teil von Japan, im Fall meiner Reise bestehend aus billiarden von Tempeln, einigen Schlössern und Naturschauspielen.

Zusätzlich möchte ich noch einen Artikel über das vegane Leben in Japan schreiben – einfach weil mich das einiges an Nerven gekostet hat. Außerdem interessiert euch ja vielleicht der Culture Clash zwischen westlicher Pingeligkeit in der Ernährung und japanischer „Wir lieben gutes Essen und verstehen nicht, wie man Dinge nicht mögen kann“-Einstellung oder ihr möchtet vielleicht einfach wissen, wie ihr als vegetarisch oder vegan lebendes Wesen hier zurecht kommen könnt.

Neben den ganzen Orten und Gegenständen, die man sich dort anschauen kann, werde ich vielleicht nochmal einen Artikel über die Menschen, die ich hier kennengelernt habe, basteln – und vielleicht auch darauf eingehen, was ich von ihnen gelernt habe. Denn getroffen habe ich hier eine Menge Leute, die es geschafft haben, so unterschiedlich zu sein, wie es nur geht. ^^

Vielleicht bleibt dann immer noch etwas übrig, das in keinen der Artikel passt. Falls das so sein sollte, kann ich mir ja nochmal überlegen, ob ich zusätzlich noch einen Artikel über einen bestimmten Ort oder ein bestimmtes Thema schreiben möchte. Obwohl es bei meiner momentanen Artikelschreibfrequenz eher unwahrscheinlich wirkt, dass ich bis Mai mit den ganzen Themen schon durch bin. Drückt mir die Daumen für mehr Motivation. o.o Falls ihr noch weitere Ideen für Themenbereiche habt, dann sagt Bescheid! :)

So, das war ein kurzer Update-Artikel, jetzt werde ich aber erstmal zum Büro meines Sharehouse-Unternehmens fahren und dort meine Miete zahlen und das Auszugs-Zertifikat-Dingens abliefern. Ihr seht, es ist nich mehr lange, bis ich wieder in Deutschland bin. Uah. Wenigstens scheint hier heute endlich wieder die Sonne!

Ich wünsche euch einen sonnigen Tag!
Eure 0utofjoint =)

PS: Wer von euch hat alles meinen letzten Artikel „Woran ihr merkt, dass ihr eine Weile in Japan gewohnt habt“ in seinem Feed gesehen? Scheinbar ist der nicht immer aufgetaucht, weil mal wieder das Veröffentlichungsdatum falsch war …

Woran ihr merkt, dass ihr eine Weile in Japan gewohnt habt

Hey, ich bin’s mal wieder! Die prokrastinierende Tante von nebenan! Also „nebenan“ jetzt eher so im virtuellen Sinne. Ich wollte ja mal eine Zusammenfassung machen, was in Japan alles so passiert ist. Aber in letzter Zeit ist mir vor allem aufgefallen, wie viele Kleinigkeiten hier anders sind als in Deutschland und wie oft mich diese Dinge amüsieren. Daher dachte ich mir, ich teile das mal mit euch und mache eine dieser typischen Buzzfeed-Listen. Vom niedlichen bis zum extrem traurigen Fall ist alles dabei. Äh, Punkt sieben hat mich zum Weinen gebracht! Oder so … Nein, meistens sind es eher kürzere Abschnitte zu einem bestimmten Thema und nur manchmal einzelne Punkte. Denn ich wäre ja nicht ich, wenn ich mich kurz fassen könnte!

Also fangen wir an! Ihr wisst, dass ihr bereits eine Weile in Japan gewohnt habt, wenn ihr neue Haushaltsgegenstände braucht und zuerst einmal überlegt, ob es diese Sache im 100-Yen-Laden gibt. In den meisten Fällen lautet die Antwort nämlich ja. Von der Yogamatte bis hin zur Tasse habe ich dort schon so ziemlich alles gekauft. Die Qualität ist dabei natürlich nicht immer optimal, aber wer erst einmal schnell und günstig irgendetwas braucht, wird meist nicht enttäuscht. Und welcher Unmensch könnte schon zu Essstäbchen mit Kätzchen drauf nein sagen?? Vielleicht hattet ihr die folgende Erkenntnis ja auch schon:

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Küchenrolle, Kekse und Kirschblüten

Agentin 0. Joint war wieder einmal unterwegs, um eine wichtige Mission zu erfüllen. Ohne ihre Fähigkeiten würde das Land dem Untergang geweiht sein! So oder so ähnlich habe ich versucht, mich zu motivieren, als ich an den ersten blühenden Bäumen vorbei Richtung Supermarkt lief. Gedanklich epische Musik beim Überqueren einer Straße zu unterlegen, auf der weit und breit nichts gefährlicheres als ein kleines Mädchen auf einem pinkem Tretroller in Sicht ist, will eben gelernt sein! Und wenn man noch dazu vor sich hin schnieft, weil gerade eben jene Frühjahrs-Saison beginnt, in der die Pollen einem zu schaffen machen, ist das sogar schon der Experten-Verblendungsmodus. Das Schniefen bringt mich aber schon zum Grund für meine äh nahezu gefährliche Reise ans andere Ende von … äääh also … halt so zehn Minuten zu Fuß von mir zuhause entfernt. Ich lass es ja schon bleiben, alles umdichten zu wollen. :D

Warum teile ich meine Einkaufsliste mit euch? Man weiß es nicht …

Ich brauchte auf jeden Fall Küchenrolle. Ja, Küchenrolle. Schon mal was unepischeres gehört? Nein? Kommt gleich. Die Küchenrolle nutze ich hier nämlich als Taschentuchersatz, weil man hier in Japan irgendwie keine Taschentücher verwendet, weil das bääääh ist. Und die Taschentücher, die man kaufen kann, sind gefühlt 0,5-lagig und halten dementsprechend einer trötenden 0utofjoint’schen Allergienase nicht im Entferntesten stand.

Weil ich außerdem Hunger hatte, mein Tee alle war und ich neuen „Brotaufstrichersatz“ brauchte und man das alles nicht in jedem Laden hier findet, kamen halt noch versehentlich-vegane Kekse (anders vegan kriegt man hier kaum), Reistee und Tomatenmark auf die Einkaufsliste. Und weil ich durch einen 100-Yen-Shop gegangen bin, landeten auch noch Onigiri-Behälterchen (bzw. Omusubi) in meinem Einkaufskorb, weil ich in letzter Zeit immer Reisbällchen mit zur Arbeit nehme. Zu sehen alles auf dem qualitativ hochwertigsten Foto, das in den letzten Jahren von jemandem in meiner Tokioter Vorstadts-WG-Küche vor der Zubereitung eines Genmaicha (gerösteten Reistees) aufgenommen und mit den schlechtestmöglichen Filtern der Foto-App eines Handys verschlimmbessert wurde.

Während ich so durch die Gegend gelatscht bin, ist mir jedenfalls ein bisschen was aufgefallen. Erstens: Ich bin immer noch fasziniert von der japanischen, sehr oft zufällig zusammengewürfelt aussehenden Architektur. Zweitens: Ich bin immer noch fasziniert, wie krass nah an der japanischen Realität manche Animeserien doch sind, wenn ich mich hier so umschaue. Drittens: In nicht einmal zwei Monaten bin ich wieder in Deutschland. (mehr …)

Eine dramatische Liebesgeschichte

Ich weiß, es ist so ziemlich der größte Luxus, sagen zu können, dass  man sich langweilt. Aber mir is trotzdem langweilig! Da sitzt die olle 0utofjoint in Tokio und anstatt tonnenweise Videos und spannende Artikel rauszuhauen, zu feiern und sich eine der gehyptesten Städte schlechthin anzuschauen, meckert sie nur rum, weil sie kein Geld hat, um eben diese Stadt genauer anzuschauen. Was soll man dazu noch sagen? Anscheinend eine ganze Menge, zumindest wenn es nach mir geht. Denn in letzter Zeit nerve äääh versorge ich so ziemlich alle meiner Freunde, wenn nicht mit Skypeanrufen, so doch mit mindestens zehnminütigen Sprachnachrichten, die dann anscheinend wahlweise zum Einschlafen, Aufwachen oder als Hörbuch-Ersatz beim Auto- oder Bahnfahren gehört werden. Vielleicht sollte ich anfangen zu podcasten oder so. Das Problem ist nur, dass ich denen ja auch nichts besonderes erzähle, sondern einfach nur so vor mich hin schwafele, wie ich das hier des öfteren schriftlich tue. Und dann kam mir der Gedanke, dass ich das ja auch noch einmal schriftlich tun könnte, vielleicht würde ich mich dann zumindest produktiver fühlen als zuvor.

Was habe ich in der letzten Woche gemacht? Ich war ein Mal arbeiten (yaaaay!), weil ich dort nicht mehr Schichten bekomme und bin einen nervenaufreibenden Tag lang durch Tokio gerannt. Nachdem ich eines Morgens verwirrt aufgewacht bin, weil mein Wecker nicht geklingelt hat, erlitt ich erst einmal den Schock meines Lebens (okay, des Monats). Denn mein Handy war über Nacht scheinbar verstorben und ließ sich nicht mehr anschalten oder aufladen. Ohne Handy, Geld und Rückflugticket in Tokio? Ich sah mich schon zum Flughafen trampen und dort Leute anbetteln, dass sie mich in ihrem Koffer mit an Bord schmuggeln … (mehr …)

Selbsterkenntnisse in Japan

Warum bin ich nochmal gleich nach Japan gereist? Genau, um Japanisch zu lernen, das Land zu sehen und herauszufinden, was ich so mit meinem Leben anfangen möchte. Oder so ähnlich. Was davon setze ich im Moment um? Äääh … Japanisch zu lernen hat Spaß gemacht, ich konnte mir aber nur insgesamt sieben Wochen Sprachschule leisten, weswegen ich seit Dezember eigentlich null Japanisch gelernt und vermutlich alles bis dahin Gelernte auch wieder vergessen habe. Der Punkt fällt also schon mal weg. (Wer übrigens vom Artikelbild verwirrt sein sollte, der muss sich noch ein wenig gedulden, sorry. ^^)

Sollte ich nich schon DIE Erkenntnis gehabt haben?

Das Land habe ich zwar streckenweise gesehen und für cool befunden, aber aus dem gleichen Grund wie der Sprachkurs fällt momentan auch eine größere Erkundung Tokios und der Umgebung weg: Geldmangel. Cool, also hätten wir das schon mal abgehakt als sinnergebende Punkte meiner Reise. Dann wäre da noch diese ominöse Selbstfindung, die angeblich alle möglichen Menschen mit Auslandsaufenthalten immer betreiben. Eine neue Umgebung und neue Menschen um einen herum regen einen ja schließlich immer zum Nachdenken an und somit findet man in der Theorie einfacher heraus, was man letztendlich von diesem Leben haben und darin erreichen möchte. In der Theorie. ^^

In der Praxis hatte ich leider bisher keine Erleuchtung, die mir spontan den Weg geebnet hätte, um nun meinen Lebenstraum zu verwirklichen und Töpferkurse in der Toskana zu geben (oder Yogakurse was man sonst so an klischeehaften Dingen machen könnte) und muss euch auch bei den Punkten Bekanntschaften enttäuschen. Weder habe ich bisher meinen Traumpartner hier gefunden noch irgendwelche Bekanntschaften gemacht, die mir den beruflichen Wiedereinstieg in der Heimat vereinfachen würden. Ganz im Gegenteil lebe ich momentan so wie vor einigen Jahren wieder vom Geld meiner Eltern und fühle mich dem Versagersein ein Stück näher, da ich bisher keinerlei großartigen Job hier gefunden habe, mit dem sich Miete und Essen einfach so bezahlen lassen.

Andererseits habe ich dann doch ein paar Erkenntnisse gehabt, während meines Jobbens in Tokio. Bis vor ein paar Tagen hatte ich nämlich gleich zwei Teilzeitjobs hier, die sehr unterschiedlich waren, mir aber auf ihre Art ein paar Erkenntnisse über mich selbst geliefert haben. Fangen wir mit dem Job an, den ich verabscheut habe: Airbnb-Apartments sauber machen. (mehr …)

Glamourös leben in Japan 101

Ich wollte mich ja mal wieder melden, nich wahr? Nachdem ich jetzt den ganzen Nachmittag alte Artikel im WordPress-Universum durchgelesen und versucht habe, auf den neuesten Stand zu kommen, isses nun aber auch wirklich mal an der Zeit, dass ich auch noch mal was schreibe. Kann ja nicht angehen, dass ich nachher noch vergesse, wie dieses Tippen auf der Tastatur funktioniert. Das hier wird demnach der erste Artikel in meiner neuen Wohnung in Tokio und quasi eine Anleitung, wie auch ihr so ein unglaublich spektakuluxuriösisches Leben hier führen könnt! (mehr …)

osaka

Menschen sind schon eine Sache für sich

Reise und du lernst die Welt kennen. So oder so ähnlich lautet bestimmt einer dieser pseudoweisen Sprüche, die zwar an sich wahr sind, aber gleichzeitig auch so offensichtlich, dass man sie kaum noch als weise bezeichnen kann. Wie dem auch sei, beim Reisen lernt man nicht nur andere Länder und andere Gebräuche kennen, sondern auch sich selbst und vor allem andere Menschen. Ich weiß zum Beispiel jetzt, dass ich ungerne auf Dauer mit anderen in einem Zimmer lebe, da das Zusammenleben doch anstrengender ist, als man sich das gemeinhin vielleicht denken würde.

Nicht nur, dass es schwierig wird, wenn die Mitbewohner einen anderen Schlafrhythmus haben, als man selbst und vielleicht das Licht bis zwei Uhr nachts anlassen, wenn man eigentlich schon längst schlafen wollte (Schlafmasken sind da hilfreich). Nein, auch die Sauberkeit und Ordnung wird in einem Share House schnell zum Problem. Das Zusammenleben mit anderen Menschen ist nämlich im Prinzip nichts anderes als Politik. Selbst wenn die Partei, die vor einem an der Macht war und im Zimmer gewohnt hat, nie geputzt hat und deswegen das Bad in einem unannehmbaren Zustand hinterlassen hat, so muss man sich entweder damit abfinden, sehr viel Arbeit zu investieren,um den Zustand zu verbessern (aka ekelhaftere Dinge zu putzen als man je erwartet hätte), oder sich darauf berufen, dass vor einem ja auch niemand geputzt hat und man halt weiterhin mit dem dreckigen Bad leben muss. Denn die eigene Amtszeit ist ja schließlich auch nur begrenzt.

Generell schaffen es die besseren Redner vielleicht die Aufgaben sogar zu verteilen und nicht alleine zu putzen. Aber genug der Putzmetaphern. Die Herrschaft über die Klimaanlagensteuerung könnte ebenfalls ein ganzes Kapitel im Buch „Diplomatie für Share House Bewohner“ füllen. Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte, ist, dass man unterwegs die interessantesten und seltsamsten Menschen kennenlernt. (mehr …)