Anime

Ein Blick in die Zeichnerhalle der DoKomi 2019.

Die Zeichnerhalle oder: Why I’m broke. DoKomi 2019 #2

Wie war die Dokomi 2019 eigentlich so? Meine Eindrücke vom Gesamtgeschehen bzw. von Halle 14 und 15 gab es schon am Sonntag. Jetzt komme ich auch endlich mal dazu, über die Zeichnerhalle, Halle 13, zu schreiben.

Zuallererst möchte ich sagen, dass ich auch dieses Mal wieder unglaublich dankbar dafür war, dass es eine gesamte Halle für talentierte Menschen gab! *~* Ich erinnere mich daran, wie alle künstlerisch begabten Menschen versucht haben, in einen Miniraum gequetscht zu überleben, während die Besucher mit diversen Taschen regelmäßig die Auslage weggefegt und halb im Stand gehangen haben, wenn plötzlich ein ausladenderes Cosplay an ihnen vorbeilaufen wollte … Die Halle ist verdient und auch so ziemlich gut gefüllt. Eine Liste mit allen teilnehmenden Menschen findet ihr auf der Seite der DoKomi. Das würde nun wirklich zu weit führen, eine ganze Messehalle aufzulisten. So viel habe ich dann doch nicht gekauft. ^^

Eine Warnung vorweg: Wer irgendein Interesse an Zeichnungen hat und diese Halle betritt, wird, genauso wie bei der Merch-Halle, seeeeehr wahrscheinlich froh sein, wenn die Fahrkarte für die Rückfahrt schon bezahlt ist. A propos Rückfahrt, ich möchte auch noch kurz anmerken, dass ich aufgrund der Tatsache, dass ich seit meinem kurzen London-Trip kein einziges Mal mehr ausgeschlafen hatte, ein wenig fertig war und mich deswegen schon abends um 18 Uhr auf den Heimweg gemacht habe und auch nicht alles angeschaut habe, was ich mir hätte anschauen können. Wobei das irgendwie auch nichts neues ist, weil so eine Convention ja darauf ausgelegt ist, dass man dort eine Woche lang campen müsste, um alles zu sehen. :D

Dracheneier, Plüschis, Aufsteller, alles!

Aber zurück zu Halle 13. Prinzipiell findet sich in dieser Halle so gut wie alles an Zeichenstilen, was geht. Von klassischeren Gemälden über düstere Strichzeichnungen, an Albumcover von Heavy Metal Bands erinnernde Drachen, Shounen-Manga-Fanarts, Comicversionen der Verfilmungen amerikanischer Comics (wie meta^^), Shoujo-Manga-Figuren mit dem dafür vorgeschriebenen 200% Augenanteil pro Kopf, Zeichnungen, die nach traditionellen asiatischen Holzschnitten aussehen bis hin zu kawaii-Gedöns ist alles vorhanden und (so gut wie immer) auch kaufbar. Insbesondere die niedlichen Chibiversionen von allen möglichen Charakteren oder Tieren verleiten mich jedes Mal wieder dazu, mein buddhistisches Lieblingsmantra aufzusagen: „Du brauchst das nicht, du hast kein Geld dafür, du würdest das eh nicht benutzen und du möchtest diesen Monat mehr als trockenen Reis essen …“

Ich habe mir nicht von allen Leuten, deren Zeichnungen auf den Fotos sind, Visitenkarten mitgenommen, aber soweit ich das habe, werde ich es immer dazuschreiben und meistens auch die Instagram-Accounts verlinken. :)

Links oben seht ihr den Stand von Koiless Artwork und rechts oben Christian Klements monochromatische Strichzeichnungen, die mich spontan an den Manga „Ajin“ erinnert haben. Die Füchschen und Pandas sind von Verena Achenbach. Und das Bild vom wandelnden Schloss fand ich zwar schön, habe es aber natürlich verpeilt, auf den Namen der Zeichner zu schauen … (Falls ihr Ergänzungen habt, immer gerne in die Kommentare damit! :) )

Aber wo kämen wir denn da hin, wenn es in so einer riesigen Halle wirklich nur Zeichnungen gäbe? Selbstverständlich gab es also auch Pins, Schlüsselanhänger, Schmuck, Plüschis, Aufsteller oder einfach direkt Dracheineier aus Metall. :D Schlüpfgarantien gibt es dafür zwar glaube ich keine, aber man weiß ja nie, wann man die mal brauchen kann. Aber ernsthaft, die waren wirklich gut gemacht und wer auf solche Deko steht, freut sich sicher darüber. (An sich macht „Sternnebel – Scale Artist“ übrigens eher Schmuck als Drachennachwuchs, wenn ich das richtig gesehen habe. Die Dracheneier haben mich nur am meisten überrascht. ^^)

Die Strick-Totoros sind von selfmadebyvava und die Aufsteller habe ich bei Senri fotografiert.

Wofür ich mein Geld ausgegeben habe …

Okay, ich habe natürlich auch Geld für Onigiri ausgegeben – das muss ich einfach, wenn ich in Düsseldorf bin. Für alle Nicht-Anime/Japan-Fans, die sich diesen Artikel aus unerfindlichen Gründen trotzdem antun: Onigiri sind japanische Reisbällchen, umwickelt mit mehr oder weniger viel Seetangblättern und gefüllt mit verschiedenen Sachen, oft mit Fisch. Bei „Waraku„, dem Laden, der die DoKomi beliefert und der eigentlich eben in der Düsseldorfer Innenstadt ist, gibt es immerhin zwei vegane Sorten für Menschen wie mich: Avocado-Wasabi und Möhre-Sojasoße. (Ersteres war nachmittags bereits ausverkauft, aber das ist da irgendwie normal, da denen bei jeder Veranstaltung ihre Onigiri aus den Händen gerissen werden.)

Für den Rest der Welt gab es natürlich auch Essen mit Tier drin und so, an dem bin ich aber eher ignorant vorbeigelaufen. An anderen Stellen (hauptsächlich draußen) gab es noch mehr Essen, laut Karte sogar ziemlich gut klingende japanische Gerichte wie Okonomiyaki und auch vegane Sachen – aber ich war zu fokussiert darauf, mein Geld für Zeichnungen auszugeben und zu übermüdet, um mich auch noch dahin zu begeben, also äh ja. Ich bin so eine gute Reporterin. xD

Finally, we proudly, or in case of my wallet rather ashamedly, present to you: the Zeichnungen! ^^

Dafür dass ich bereits nach drei Ständen mein ursprüngliches Tageslimit ausgegeben hatte, ist es letzten Endes eigentlich gar nicht so viel. Das hier ist allerdings noch nicht alles. Aber der Reihe nach: Aaaaalso das Poster links ist von Senri uuund bei der Onigiri-Kette (ja, das ist ein Onigiri :D) habe ich vollkommen vergessen auf den Namen am Stand zu achten. Zur Ablenkung von meiner erneuten Schusseligkeit hab ich sie mal auf einen „Ich kann voll Japanisch und so!“-Hintergrund gelegt. Ihr seid jetzt also abgelenkt ~~~ o_o Beim Bild oben rechts wird es dann komplizierter: das Deadpool-Pikachu-Crossover ist von natto und das Fanart mit My Hero Academia am japanischen Shinto-Schrein (ich mochte die Idee ^^) ist von miiinoko. Die gelbe Postkarte, die Katzenkarte und die beiden holografischen Bilder (also Bilder mit Holo-Effekt) sind von Hon Hon und ich hab die paar Sachen einfach noch einmal einzeln fotografiert, sonst erkennt man ja nix.

Hier noch einmal nur die Bilder von Hon Hon.

Abgesehen vom Niedlichkeitsfaktor der Katze mag ich den Neon-Stil und diese Stadtausblicke einfach gerne. Der Neon-Stil mit dem Typen, der „Devil“ auf dem Hals und „쩔어“ im Hintergrund stehen hat, bringt uns dann aber auch zum nächsten Thema. Denn laut Künstler-Artbook, in das ich kurz reingeschaut habe, wurde diese Zeichnung von BTS-Member Taehyung/V inspiriert … Also von seiner Existenz und seinem Stil, ich bezweifle, dass er Zeit hat, Fanartists Modell zu stehen, ungeachtet der Tatsache, dass sowas schon ziemlich cool wäre. ^^ Aber Ryan Reynolds wird vermutlich auch nicht mit Deadpool-Kostüm und Pikachu zusammen für ein Porträt bei natto aufgekreuzt sein, von daher lassen wir das mit der Übergenauigkeit und widmen wir uns einem meiner Lieblingsthemen.

Okay, ich hab euch gewarnt.

Jepp. Ich habe euch bereits im letzen Artikel gewarnt: Ein erstaunlich großer Teil der zeichnenden Menschen auf der Dokomi gehört anscheinend zu den immer zahlreicher werdenden K-Pop-Fans. Das heißt, nicht nur in der Merch-Halle, nein, auch hier wurde man quasi alle paar Meter von gezeichneten gutaussehenden jungen Männern und Frauen aus Korea angelächelt. Was ich persönlich jetzt nicht schlimm finde, aber ich weiß ja, dass andere Leute meinen Geschmack da nicht ganz teilen. :D

Beruhigend fand ich übrigens, dass ich, obwohl Yaoi/Boys Love nach wie vor ein sehr präsentes Genre im Manga- und Fanart-Bereich ist, nur einmal eine angedeutete Shipping-Zeichnung mit K-Pop-Künstlern drauf gesehen habe. Love for all und so, aber ich finde es immer noch unangenehm, wenn man von realen Menschen, die in den meisten Fällen nicht einmal ihre sexuelle Ausrichtung öffentlich machen, explizite sexuelle Darstellungen oder Fanfictions veröffentlicht. Es gibt zwar auch zwischen männlichen und weiblichen Idols Shipping, aber das Phänomen kommt meines begrenzten Wissens nach im BL-Bereich einfach viel häufiger vor, daher dieser kurze Umweg.

Gut, eigentlich ging es darum, dass unter den kinnladenherunterklappend talentierten KünstlerInnen auch Fans sind, die ihre liebsten Sänger/Rapper/Idols beeindruckend dargestellt haben. Auf dem Foto seht ihr erstmal einen Doppelstand mit BTS-Sachen, an dem ich eveeeentuell eine halbe Stunde verbracht habe, weil ich den Artstyle so toll fand. Daneben eine wirklich coole Wand mit „Selfies“ der Gruppe Monsta X von Minemikomali, deren Stil, abseits von reinen Idol-Porträts, übrigens auch sehr cool und individuell ist. Blackpink gab es auch häufiger zu sehen, aber ich voreingenommenes Wesen habe natürlich nur die Gruppen fotografiert, die ich selbst auch höre (sorryyyyy!) und erst im Nachhinein daran gedacht, dass sich für andere K-Pop-Gruppen offensichtlich ja auch jemand interessieren könnte …

Als nächstes nun ein Überblick über meinen (ich werde jetzt endlich das Wort verwenden, so als wär ich Beauty-Youtuber, krass oder??) *ähem* über meinen Haul! Also hier nur die Sachen, die auch direkt mit BTS zu tun haben. Für alle, die BTS null interessiert und die es bis hier durchgehalten haben: Ihr könnt bis zur nächsten Überschrift scrollen. :)

Die Postkarten auf diesem Bild (ebenfalls von Hon Hon) musste ich mitnehmen, weil niedlich. (Waiting for you, Anpanmaaaaaan!) Genauso wie den Yoongi-Schlüsselanhänger. Habt ihr jemals etwas so niedliches gesehen?!?! (Ja, habt ihr bestimmt, aber lasst mir meine Quietsch-Momente. Ich brauche die!) In diesem Sinne, hier nochmal eine Großaufnahme des Anhängers (*~*) und der Visitenkarte der Künstlerin Nanniimo, an deren Stand einfach mal aus 20 Metern Entfernung ein BTS-Poster mit dem Satz „BTS paved the way“ zu sehen war. I stan. (Ich stelle fest: Nicht-Fans wird mindestens die Hälfte des Artikels wohl vollkommen verwirrt zurücklassen. Es tut mir leid! :D)

This is so cuuuuuute!

Und was ist das über den Postkarten? Tja, was tut man, wenn man sich nicht entscheiden kann, welches Bild einem am meisten den Atem verschlägt? Genau, man kauft gleich ein ganzes Sketchbook. :D Nee, aber ernsthaft jetzt. Ich brauche an sich keine Poster von BTS, ich weiß mittlerweile so ungefähr wie die aussehen und werd das nicht spontan wieder vergessen. Gleichzeitig fand ich aber den Artstyle der beiden am Doppelstand so unglaublich gut, dass ich da nicht einfach vorbeigehen konnte! First world (fan) problems, I know.

Die Zeichnungen mit „MIC DROP“ und „IDOL“ darauf stammen von LORDiXZY und ich habe zwar gesagt, dass mir „der“ Stil gut gefällt, aber im Buch sind zum Beispiel auch ein Bild von Taehyung im Stil von van Gogh’s „Starry Night“ (wer es noch nicht wusste und trotzdem interessiert ist: der werteste ist großer Kunst-Fan) und ein Bild im eher zuckerwattigen Stil mit den Comic-Charakteren BT21, die ich im ersten Artikel schon mal erwähnt habe. Und alle Stile sind irgendwie awesome! Wie soll man sich denn da entscheiden? Unerhört! Wobei ich persönlich die Lichtreflexe auf dem Bild ganz oben rechts am awesomesten finde. ^^ Aber ich ergebe schon wieder so wenig Sinn, lieber weiter zum nächsten Kunstwerk!

Perfekte Überleitung: Sinn – Gin! Ein Blick ins Artbook von Gin, zu finden unter @ginecinic. Die Brushstroke-Optik und die Darstellung des Lichteinfalls fand ich einfach sehr ansprechend. Ich hab’s scheinbar mit der unglaublich professionellen Aussage „Ich mag, wie du Licht darstellst“. :D Aber stopp, jetzt werdet ihr sicher sagen: „Hey, da sind ja doch kleinere Bilder dabei! Wie war das mit nix aufhängen?“ Najaaaaa, das ist eine längere Geschichte, die passenderweise sogar eines der Probleme der Convention verdeutlicht.

Auch offline geht nichts ohne Internet

Also … Ich wollte unbedingt an Gins Stand etwas kaufen, hatte aber leider ganz überraschenderweise nach vier Stunden Zeichnerhalle und zwei Onigiri kein Bargeld mehr. (Ich verdächtige die Onigiri, ganz klar.) Am Stand war auch ein kleines Schild auf dem stand, dass Kartenzahlung okay sei. Allerdings hatte Gin das gleiche Problem, das bereits der Verkäufer davor gehabt hatte: schlechtes Internet.

Wenn man auf so einer Messe mit Tausenden anderen Menschen unterwegs ist, die alle gerade instagrammen, wo sie sind, welches Cosplay sie gesehen haben und was sie essen, ist es logisch, dass der Empfang bzw. das mobile Internet mies ist. Viele der Stände hatten allerdings eigene Kartenlesegeräte für die Bezahlung mitgebracht und die brauchen wiederum eine Internetverbindung, weil sie sonst die EC- oder Kreditkarten nicht mit der Datenbank da draußen im virtuellen Banknetz abgleichen können. Deswegen ist so etwas eine ziemlich ungünstige Kombination. Gin hat mir dann angeboten, dass ich per Paypal zahlen könnte – leider hatte ich genauso schlechtes Internet und konnte nicht einmal Google laden, geschweige denn irgendwelche Überweisungen per Paypal starten …

Eine kleine Odyssee

Was also tun? Die Zeichnungen nicht zu kaufen … war selbstverständlich keine Option. Während Gin sich bereits 17 Mal bei mir entschuldigt hatte, dass alles so umständlich sei, habe ich einfach versprochen, mit Bargeld wiederzukommen und mich auf die Reise gemacht. Zuerst also auf die DoKomi-Karte schauen. Fotoecken, WCs, Sitzecken, mit Anime-Motiven dekorierte Autos, Host Club, Maid Café, Bühnen … nope. Also einmal bis zum Ende der Halle laufen und schauen, ob auf dem dort fest angebrachten Plan der Messe etwas von Geldautomaten steht. Aha! Es gibt ein EC-Symbol, also vermutlich auch einen Geldautomaten. Also machte ich mich angemessen motiviert auf die Pilgerung zu der Halle, in der ich den Automaten vermutete. Ob ich die Karte jetzt richtig gelesen habe, sei mal dahingestellt, denn irgendwie kam ich am VIP-Eingang wieder raus. Da dort aber nicht nur sehr beschäftigte DoKomi-Helfer, sondern auch eine gerade sogar nicht gestresst aussehende Mitarbeiterin der Düsseldorfer Messe waren, habe ich sie einfach mal gefragt, wie es mit einem Geldautomaten aussieht.

Ihre Antwort: Also theoretisch gibt es den, aber leider ist der nicht zugänglich, weil die Halle mit dem Automaten für die Messe abgesperrt wurde. Ich: „Oh. Ja, das ist jetzt doof.“ Sie: „Ja.“ Auf die Frage hin, ob es denn sonst in der Nähe einen gäbe, sagte sie, dass sich vor der Messe einer befinden würde, aaaaber ich jetzt hier nicht rausgehen könnte, sondern nur über den Ausgang in der Halle am anderen Ende der Messe, weil hier kein offizieller Ausgang war. Also noch einmal den gesamten Weg, auf dem ich mich selbstverständlich nicht wieder drei Mal verlaufen und/oder ablenken lassen würde zurück? Eeeehhh …

Da ich mittlerweile echt müde und die Dame sehr nett war, dachte ich mir, ich frage einfach mal dreist nach. „Komm‘ ich denn mit einem Presseticket hier raus?“ Der Hauptgrund, warum ich ursprünglich ein Presseticket wollte, war nämlich, dass ich nicht vor der Halle anstehen, sondern stattdessen mit einem halbwegs schlechten Gewissen durch den sogenannten VIP-Eingang schlendern wollte. Denn ich erinnerte mich noch mit Schrecken an das Schlangestehen in der prallen Sonne vor der Messe … „Da muss ich mal nachfragen!“, unterbrach die nette Dame meine immer verworrener werdenden Gedankengänge. (Ich glaube das war auch auf den akuten Koffeinmangel zurückzuführen, da es in der Messe natürlich keinen fancy Sojamilchkaffee gab.) Die ebenfalls sehr freundliche DoKomi-Mitarbeiterin scannte jedenfalls kurz darauf mein Ticket, um mich auszuloggen und ich machte mich wieder auf den Weg.

Die frische Luft tat auch meinem etwas zermatschen Hirn gut und deswegen beschloss ich einfach, statt um die Messe herumzurennen, einfach zur Bahnhaltestelle zu laufen, da dort eine Sparkasse ist. Was ich übrigens nicht wusste, weil ich ausnahmsweise mal mitgedacht habe und mir vorher irgendwelche wichtigen Punkte der Umgebung eingeprägt habe, sondern weil das bei der Ankunft in der Bahn jemand neben mir sagte: „Guck mal, da is auch direkt ne Sparkasse, dann kannst du ja doch noch Geld abheben!“ Danke random Person, dass du für mich mitgedacht hast.

In der Sparkasse habe ich dann tatsächlich auch vollkommen unspektakulär Geld abgehoben und es danach noch unspektakulärer ohne falsche Abzweigungen (auf einem vollkommen geraden Weg immer der Straße lang …) wieder bis zum „VIP“-Eingang und in die Halle mit den auf mich wartenden Zeichnungen geschafft. Und ich wurde selten so gerührt empfangen, dafür dass ich eigentlich nur fünfzehn Minuten Fußweg hinter mich gebracht habe. Fühlte sich vermutlich für beide Seiten wesentlich länger an. :D

Ein vielleicht nützlicher Vorschlag

Das war die übertrieben lange Geschichte, wie ich von einer sehr netten Person drei Postkarten mit BTS-Mitgliedern darauf geschenkt bekommen habe. [Kurze Anmerkung: Ich lese mir den Text vor noch einmal durch und sehe gerade, dass ich das „darauf“ vergessen habe. Wunschdenken, pures Wunschdenken hier! XD]

Was lernen wir daraus? Übt das Kartenlesen (also nicht das EC-Kartenlesen, das Messekarten-Lesen, ihr wisst schon!) und merkt euch, wo die nächste Bank ist oder nehmt einfach direkt genügend Bargeld mit. Ich dachte ich hätte genügend dabei, aber mit fällt jedes Mal wieder auf, dass das doch ein sehr dehnbarer Begriff ist … :D Andersherum solltet ihr euch das mit der Bank vielleicht lieber nicht merken, wenn ihr ein festes Limit habt, wieviel ihr ausgeben könnt. Ich will euch ja mit meinen Vorschlägen nicht unnötig in Schwierigkeiten bringen sodass ihr den Rest des Monats nur noch Cup-Ramen essen könnt …

Ich sag es nur noch einmal: Es war voll. Das Foto habe ich eine halbe Stunde nachdem die DoKomi geöffnet hat aufgenommen.

Ich weiß nicht, ob man am schlechten Internet etwas machen kann, also ob es sich lohnen würde bzw. organisierbar ist, dass die Aussteller ein WLAN zur Verfügung gestellt bekommen – immerhin gibt es oft bei Messen ein Messe-WLAN, das man sogar als normaler Besucher nutzen kann. Vielleicht könnte man ja sowas für diejenigen einrichten, die damit ihre Kartenleser betreiben? (Alle Besucher damit auszustatten würde ja eher nichts bringen, weil es dann genauso lahm wäre wie vorher.) Ich weiß auf jeden Fall, dass diese mobilen Lesegeräte WLAN nutzen können. Ob so ein semi-öffentliches WLAN jetzt sicher genug wäre oder der Vorgang dadurch unsicherer würde oder so, kann ich nicht beurteilen, ich werfe hier als Nicht-IT-Expertin nur meine Erfahrungen und random Vorschläge in den Raum. ^^

So, ich glaube damit bin ich endlich am Ende meines Gefasels angelangt. Es war eine sehr coole Veranstaltung und ich hoffe, dass ich irgendwann mal ausgeschlafen zur DoKomi komme und genügend Zeit und Energie habe, um endlich noch einmal an den Workshops und den Vorführungen teilzunehmen. Also mir die anzugucken, auf der Bühne möchte mich dann vermutlich doch keiner haben. ^^ Falls ihr noch mehr zu einem bestimmten Kunstwerk wissen wollt oder den Namen von jemandem kennt, den ich nicht genannt habe, dann sagt Bescheid! :) Jetzt fällt mir aber auch nicht mehr großartig viel ein, außer dass ich mich natürlich generell über alle Rückmeldungen von euch freue und bereits überlege, was ich bei der nächsten Veranstaltung besser machen könnte. Denn ich habe jetzt so lange nichts gemacht (weil Arbeit -_-), dass London&DoKomi innerhalb von einer Woche und die Aussicht auf eine weitere (Nicht-Anime-)Veranstaltung in einer Woche bei mir definitiv wieder die Reise- und Berichtslust geweckt haben.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen ereignisreichen und motivierenden Tag – ich glaube das habe ich beim letzten Artikel auch schon, aber man kann ja nie zuviel Motivation haben!^^ – oder alternativ einen entspannten Start ins Wochenende!

Eure euphorisch ihre neuen Zeichnungen aufhängende
0utofjoint =)

PS: Die beiden Zeichnungen, die auf dem Titelbild des Artikels zu sehen sind, stammen von Rebezza. :)

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Manga, Comics und … K-Pop? – Die DoKomi 2019 #1

Ich war bisher schon zwei Mal auf der DoKomi, der größten deutschen Anime- und Manga-Convention, die jedes Jahr in Düsseldorf stattfindet (2016 und 2017). Eigentlich hatte ich nicht geplant dieses Jahr zu DoKomi zu gehen, weil ich dachte, ich hätte keine Zeit. Aber wie das nun mal so ist, hat es sich spontan – sehr spontan – ergeben, dass ich doch Zeit hatte. Also habe ich Freitagvormittag bei den Organisatoren der Convention angerufen, so ungefähr mit „Heeeey, ich hab schon mal als Presseperson Artikel über die DoKomi für meinen Blog geschrieben … möchtet ihr mir nicht spontan ein Presseticket für morgen früh ausstellen?“ Ich habe ehrlich gesagt damit gerechnet, dass die mir eher mit hochgezogener Augenbraue verbal einen Kalender um die Ohren hauen, aber Andreas, der Hauptorganisator der Messe, meinte einfach nur: „Schick mir mal die Links zu deinen Artikeln zu und dann schaun wir uns die an und melden uns bei dir.“

Was ich dann gemacht habe. Und da ich ja immer noch davon ausgegangen bin, dass die besseres zu tun haben, als die Artikel einer kleinen Bloggerin zu lesen und der Pressetickets auszustellen, dachte ich mir abends, dass es eh nichts mehr wird. Kurz bevor ich dann ins Bett gehen wollte, kam aber dann plötzlich eine email, in der stand, dass ich mir am nächsten Morgen ein Presseticket abholen könnte. Versendet um viertel vor 11 abends. (What the actual Arbeitszeiten?)

Damit möchte ich jetzt nicht sagen, dass ihr das auch so machen sollt – ganz im Gegenteil! Falls ihr einen Blog oder so betreibt und gerne zu so einer Veranstaltung gehen würdet, um darüber zu berichten, dann meldet euch dort bitte frühzeitig! Das macht alles für alle Beteiligten viel einfacher und unstressiger. Aber ich wollte noch einmal danke sagen für diesen Einsatz und dafür, dass mein Blog überhaupt berücksichtigt wurde und dass alle da so nett sind und überhaupt. m(_ _)m

Die Ausstellerhalle, Halle 15

So, nun aber zur Veranstaltung! :D Nachdem ich die Info gefunden und noch mehr Leute von der Arbeit abgehalten habe, habe ich mich erst einmal umgesehen und mal wieder festgestellt: Ich bräuchte eigentlich einen Job, bei dem ich 10.000 Euro im Monat verdiene, um alles zu kaufen, was ich interessant finde. ^^ Ankommen tut man nämlich in der Aussteller-Halle (Halle 15), das heißt dort findet ihr tonnenweise Merchandise von so gut wie allem, was das Nerd-/Geek-/SpecialInterest-Herz begehrt.

Nicht arbeiten, spielen!

Orientieren kann man sich übrigens auch mit der niedlichen RPG-ig gestalteten Karte, die ich teilweise alle zwei Minuten befragt habe, wenn ich etwas bestimmtes gesucht habe. Zuerst gehen wir aber mal in die „Unterhaltungshalle“ (Halle 14), in der ein hüpfburgartiges Dings dem vielleicht noch einigen Leuten bekannten „Takeshis Castle“ nachempfunden wurde. Man kann darauf also wabbelnd einen Hindernis-Parcours absolvieren, was ehrlich gesagt nach ziemlich viel Spaß aussah. Und vermutlich weniger weh tut als das Original, da ja alles weich ist. ^^ Es heißt übrigens auch „Creamies Castle“ nach dem Muffin-Maskottchen, das ihr im Artikelbild seht.

Eine Seite von Takeshis … ich meine … Creamies Castle in Halle 14 :)

Dann gab es noch ein paar japanische Spiele, die dort bei Festen traditionell stattfinden, wie das „Fäden ziehen“, bei dem man einen Preis bekommen kann, indem man aus einem Gewust herabhängender Fäden am richtigen zieht. Habt ihr sicher schon mal in einem Anime gesehen. In der Halle war außerdem noch ein AMV-Bereich, also Anime-Musikvideos, aber auch alles, was mit Games zu tun hatte. Darunter Indie-Games, Retro-Arcade-Games und Stationen von Playstation und Nintendo. Und natürlich konnte man überall Spiele ausprobieren. Ach und Live-Turniere von verschiedenen Spielen wurden auch übertragen!

Für diejenigen, die Zeug loswerden oder gebrauchte Sachen (von Manga bis Cosplay) kaufen wollten, gab es natürlich wie immer einen Bring&Buy-Raum und natürlich auch Workshops – die allerdings in Halle 13 waren. Von den Workshops habe ich mir dieses Mal nichts angeschaut, weil ich mir relativ sicher war, dass ich sonst nicht alles schaffen würde … ^^“ Die Auswahl war aber wieder gut gemischt, mit Schnupperkursen Japanisch, Workshops zum Thema Cosplay und Synchro war eigentlich recht viel dabei. Wo ich gerade meine Fotos durchschaue: Lasertag und Fußball in äh diesen komischen riesigen aufblasbaren Bällen (sieht man auf einem der Fotos) gab es übrigens auch.

Kurzer Hinweis: Manche Fotos habe ich übrigens relativ kurz nach meiner Ankunft auf der DoKomi gemacht, deswegen ist es dort noch recht leer. Die Halle mit den Spielen ist aber ohnehin eher zum relaxen gedacht, weshalb es dort auch Sitzgelegenheiten gibt, aber die Hallen 13 und 15 sind eigentlich immer voll.

Sehen und gesehen werden

Jetzt muss ich ehrlich gesagt zugeben, dass ich mir nicht ganz sicher bin, wo die Fotokulissen sind. Ich glaube zwar, es war die gleiche Halle, es könnte aber auch Halle 15 gewesen sein, weil dort auf dem Plan ein Fotobereich markiert ist. Davon gab es allerdings mehrere … Der hier war jedenfalls von den Kulissen her (Resident Evil und so) ziemlich cool, mit einem Polizeibereich inklusive blinkendem Auto. ^^ Dort habe ich nur das Auto fotografiert, weil die anderen Bereiche besetzt waren und ich nicht andererleute Shootings stören oder abfotografieren wollte.

A propos Störung … :D Es gab ein Meet&Greet mit berühmteren Cosplayern, das ich fotografieren wollte. Nachdem ich bereits ein paar Fotos gemacht hatte, bei denen ich eigentlich nur den Andrang zeigen wollte und nicht die Cosplayer, hat mir dann ein Dokomi-Helfer dieses wunderschöne Bild geliefert, das ich einfach stattdessen nehmen werde:

Sorry Dude! :D Ich hoffe einfach, wenn ich die komplett erkennbar cosplayende Person mit Creamy zensiere, ist das okay. ^^

Ach ja, es gab natürlich auch verschiedenen Bühnen, auf denen Dinge stattfanden, darunter Cosplay-Contests, Dance-offs, eSport-Turniere und Musik. Die Eröffnungsrede auf der Black Stage in Halle 16 hielt der Vizepräsident der Deutsch-Japanischen … ihr könnt ja alle lesen, oder? Yasuo Inadome hat sich jedenfalls sehr dafür bedankt, dass die DoKomi das interkulturelle Verständnis und die Verbreitung von japanischen Mangas und Animes fördert. ^^ Daneben seht ihr noch ein verschwommenes Foto vom Auftritt des Sängers LEX und die hartarbeitenden Menschen, die sich um Beleuchtung und dieses Gedöns für die Bühne kümmern.

You got some money, fam?

Die Veranstaltung an sich kostet zwar Eintritt, aber es wird, wie ihr seht, mit den Auftritten, Games und Workshops auch schon einiges kostenlos geboten. Ganz anders sieht es da in Halle 13, der Zeichnerhalle, und Halle 15, der Ausstellerhalle, aus. Wer hier mit Bargeld reingeht und Fan von irgendetwas ist, kommt definitiv *Wissenschaftler-Brille zurechtrück* mit signifikant weniger Geld aus der Halle raus.

Zuallererst haben wir da natürlich die ganzen Manga- und Anime-Publisher, bei denen man unüberraschenderweise Mangas, DVDs und (im Fall der Anime-Publisher) teilweise auch Poster und Shirts kaufen kann.

Den Rest der Halle füllen Merch-Stände. Und was ihr hier nicht bekommt, bekommt ihr vermutlich auch sonst nur sehr schwer … Die Glaskästen mit Figuren haben mich teilweise sehr nostalgisch in Erinnerungen an Akihabara in Tokyo schwelgen lassen. Auch wenn es in Düsseldorf natürlich wesentlich weniger waren, einen ganzen Stadtteil nimmt die DoKomi schließlich (noch) nicht ein.

Dann gab es Shirts in allen Variationen, Tassen, Anhänger und Gedöns. Vieles zu amerikanischen Comics oder Serien, aber natürlich auch Sachen wie Jacken, die wie die Uniform oder das Outfit von allen möglichen Anime-Charakteren aussehen. (Dumme Frage, aber nennt man das, was Goku trägt, eigentlich eine Uniform? Ich hab’s ja nicht so mit Dragon Ball.) Was mir aber immer wieder aufgefallen ist: K-Pop has arrived, b*tch. ^^ Anders als beim letzten Mal, wo ich auf der DoKomi war, gab es dieses Mal nicht nur zwei Stände mit ein paar Alben diverser K-Pop-Gruppen. Insbesondere BTS ist mir in der Merch-Halle an etwa jedem dritten Stand in irgendeiner Form begegnet.

Do you know BTS?

Ebenso wie bei Anime/Manga/Comics, gab es auch hier massenweise Shirts, Armbänder, Schlüsselanhänger und sogar Body Pillows. Aber die hatten darauf mehr an, als die Animefiguren sonst! xD Ich habe gespannt neben einer Gruppe aufgeregter Mädchen gestanden, die ein Kissen mit einem Foto von BTS’s Jin kaufen wollten. Also sie dann jedoch festgestellt haben, dass so ein Ding 49 Euro kostet, wurde die Transaktion doch wieder gecancelt. Es ist schon teuer Fan zu sein …

Auch der Trend koreanischer Kosmetik ist hier angekommen. Es gab einen kleinen Stand mit koreanischen Beautyprodukten und Haarbändern von … BTS (bzw. deren Comic-Charakteren BT21). :D Ich habe übrigens mal an einem Tester dort geschnuppert, weil die auch meine Sonnencreme hatten und dem (sehr speziellen) Geruch nach zu urteilen, sind die Produkte auch legit! Beim K-Pop-Merchandise bezweifle ich das stark. Da habe ich, soweit die Sachen in Reichweite waren, mal auf die Zettel geschaut, und es stand eigentlich immer „Made in China“ drauf und nichts von „Bighit Entertainment“ oder „LINE“, den Firmen, die den offiziellen Merch eigentlich vertreiben …

An dieser Stelle ist nun WordPress abgestürzt und ich muss jetzt versuchen den Rest des Artikels wieder aus meinem Gedächtnis nachzuempfinden. Hat ja nur eine Stunde gedauert … Immerhin weiß ich jetzt, dass WordPress nicht mehr automatisch zwischenspeichert.

Fuck. Ich meine ooooommmmmmm …

Von Bento bis Hinamatsuri

Aber zurück zum ursprünglichen Thema: Japan. Zwischen dem ganzen Anime-Merch fanden sich einige traditionelle Sachen, wie Origamikarten, Puppen für Hinamatsuri (das „Mädchenfest“), Laternen und natürlich Bento-Boxen, Stäbchen und Teegeschirr.

Auch immer wieder schön finde ich den Stilbruch, wenn an einem Stand plüschige Häschenmützen (bei den Besuchern sehr beliebt dieses Jahr) direkt neben Ahegao-Unterwäsche hängen (also quasi Stringtangas mit Gesichtern von gezeichneten Frauen während äh bestimmter theoretischer Momente im Schlafzimmer). Japan, eh? ¯\_(ツ)_/¯

Gundam, Gacha, Purikura \(^ ^)/

Weitere typisch japanische Sachen waren übrigens nicht nur die gefühlt eine Milliarde Sorten japanische Süßigkeiten, sondern es fanden sich auch noch ein Gacha-Maschine, Gundam-Basteln und ein Purikura-Automat in dem ganzen Gewusel. Falls ihr jetzt gar keine Ahnung habt, wovon ich rede und das zu viele Fremdworte für euch waren, hier eine kurze Erklärung mit Bild. :D

Also, Gundams sind quasi Kampfroboter, die von Menschen gesteuert werden. Also Modelle davon. ^^ Auf dem Foto sind sie hinter den Teddybären und den Pokémon nicht ganz so gut zu erkennen, aber rechts seht ihr das übliche Bastelchaos, während sich gerade Menschen am Zusammenbau versuchen.

Darunter seht ihr das sehr rüschenhafte Bild mit „LoveStar Slim“ drauf, einem Namen, der fast nur aus Japan stammen kann. Hinter dem Logo verbirgt sich eine Fotokabine, in der man mehrere Aufnahmen machen kann, die automatisch over-the-top-gephotoshoppt werden und danach noch einmal mit einem Eimer Glitzer übergossen und mit Kitsch dekoriert werden, bevor das fertige Ergebnis ähnlich wie ein Polaroid ausgedruckt wird. Diese Automaten nennen sich „Purikura“ und sind in Japan bei (weiblichen) Teenagern sehr beliebt und die so entstandenen Fotos sind so absurd weit von der Realität entfernt, dass es sich auch für Nicht-Teenager lohnen kann, sie auszuprobieren, weil man dann etwas zu lachen hat. ^^

Das letzte Bild zeigt einen Gacha-Automaten, der eigentlich genauso funktioniert, wie ein alter Kaugummi-Automat. Man wirft Münzgeld ein, dreht an einem Griff und heraus rollt eine Plastikkugel mit einem zufälligen Spielzeug. Von den Dingern gibt es in Japan insbesondere vor bestimmten Läden (Animate! <3) ganze Wände und jeder Automat spuckt Gimmicks zu bestimmten Serien oder auch mal klischeehaft kitschige Souvenirs aus. Am Tokyoter Flughafen finden sich auch hunderte Gacha-Automaten, an denen man wunderbar Kleingeld loswerden kann und dafür zum Beispiel kleine Plastikkätzchen mit einem Service mit grünem Tee drauf bekommt. Ich wiederhole mich ungern, aber: Japan halt. :D

Ich kenne mich so gut aus … mit Google …

Was darf auf so einer Messe nicht fehlen? Cosplayer natürlich. Es liefen einige mit sehr coolen Kostümen herum, aber ich muss zugeben, dass ich am frühen Nachmittag schon so fertig war, dass ich irgendwie nicht mehr die Energie hatte, im Außenbereich herumzulaufen, wo es wesentlich einfacher ist, Leute anzusprechen und einem nicht so oft einer ins Bild rennt. Daher hier leider nur fünf der Leute, die mir begegnet sind und wo ich spontan die Kamera dabei hatte.

Den Beginn machen Mina Ashido und genderbent Bakugo aus „My Hero Academia“ und der gute alte Genji aus Overwatch. Darunter Alkali von League of Legends in der K/DA … K-Pop-Version. (Ja, schon wieder dieses Wort mit K, sorry ^^‘) Daneben ist ein Cosplay von Anne Takamaki aus Persona5 und auf dem letzten Gruppenfoto haben wir links Esdeath aus Akame ga Kill und dann ist wieder das eingetreten, was mir jedes Mal passiert. Der Character kam mir sooo bekannt vor … und nach 20 min Googlebefragung finde ich dann heraus, dass es ein alternativer Skin des Charakters Kagura aus einem Spiel namens „Onmyoji“ ist, das sich gerade in der public Betaphase für Mobilgeräte und PC befindet und von dem ich noch nie gehört habe. So kann man sich täuschen. xD Das letzte Bild ist natürlich Ace aus One Piece, aber mit zwei sehr coolen Tattoos, wie ich fand. ^^

Zwischendrin gab es auch immer wieder Dinge, die nicht direkt etwas mit Anime zu tun hatten oder kein direkter Merch waren, aber die möchte ich euch natürlich trotzdem nicht vorenthalten, also da! ^^

So, das war’s erstmal! Im zweiten Artikel werde ich euch dann von der Zeichnerhalle berichten, in der ich am meisten Zeit verbracht habe. Und euch, wie die Youtuber so schön sagen, meinen Haul präsentieren, also den Grund, warum ich jetzt broke af bin … :D Ich warne euch allerdings schon einmal vor, der Artikel wird vermutlich noch ein wenig K-Pop-lastiger als dieser hier. Also falls euch das stört, tut es mir leid. Ihr werdet aber sehen, warum. :)

Unabhängig davon wüsste ich mal gerne, ob ihr schon mal auf so einer Convention wart und wenn ja auf welcher? Was findet ihr an solchen Veranstaltungen besonders toll? Oder was hält euch davon ab, zu einer zu gehen? :)

Ich hoffe der Artikel war einigermaßen unterhaltsam und verabschiede mich damit dann mal zum Abendessen. :D Ich wünsche euch einen begeisterungverursachenden Sonntag!
Eure 0utofjoint =)

Zu viele Künstler, zu wenig Geld – die DoKomi 2017

Whoop whoop, convention time! Ich war ja 2016 schon auf der DoKomi und dieses Jahr habe ich mir die vollen zwei Tage gegeben. Also ein Wochenende nur Herumrennen zwischen Cosplayern, Merch anschauen, Onigiri essen und mich selbst davon abhalten mir alle Zeichnungen der etwa 450 Zeichner vor Ort zu kaufen. Und das war keine Übertreibung, es waren wirklich viele Zeichner dort. Was auch einer der ersten Punkte ist, bei denen ich der DoKomi ein Lob aussprechen muss.

Es gab einige Änderungen, unter anderem sind die Zeichner nicht wie im letzten Jahr in einem viel zu kleinen Raum untergebracht, sondern in einer richtigen Messehalle, wo man sich wirklich umschauen kann, ohne Angst zu haben, jemandem mit dem Rucksack den Stand zu zerstören oder nie wieder aus dem Raum zu kommen, weil eine Gruppe von Menschen mit ausladenden Cosplays den Gang verstopft. Diese Änderung finde ich schon mal sehr gut, denn sie hat das ganze Messeerlebnis wesentlich entspannter gemacht, da man drei komplette Hallen zur Verfügung hatte.

Außerdem waren die Hallen in diesem Jahr auch besser gefüllt als im letzten Jahr, wo irgendwie ein Drittel der großen Ausstellerhalle leer stand. Eine Halle war immer noch recht leer. Dort befanden sich die Workshop-Räume, Bring&Buy, der Karaoke-Raum und Sachen wie Lasertag und Sachen mit Hüpfburg-Feeling. :D Da hier aber auch Bänke standen und an einer Seite per Beamer Anime-Musik-Videos an die Wand geworfen wurden, war das eher die Entspannungs-Halle und deswegen fand ich es gar nicht weiter schlimm, dass sie nicht so vollgestopft war.

Zusätzlich zu den Itasha-Autos und den Zeichnern befand sich in der Halle daneben auch ein kleiner Gaming-Bereich und ein paar Fotoboxen mit Hintergründen wie einem japanischen Klassenraum oder einer gruseligen Burg, vor denen Cosplayer posieren konnten. Und ein Bällebad gab’s direkt neben dem Klassenzimmer! Vermutlich damit die nicht cosplayenden und nicht fotografierenden Begleiter sich beschäftigen konnten, während die Fotoshoots stattfanden oder so. Solche wichtigen Details will ich ja nicht unterschlagen.

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Seems legit – Anime legal streamen

Vor zwei Tagen habe ich mit dem werten Anime-Experten PeeT unter anderem über die Streamingmöglichkeiten von Anime in Deutschland und die Anime-Industrie im Allgemeinen diskutiert. Da es ja bekanntlich keine Zufälle gibt, habe ich kurz danach bei Otaku Journalist einen verlinkten Twitter-Thread gesehen, in dem jemand über die Anime-Industrie in Japan und weltweit spricht.

Vieles basiert dabei auf dem „Anime Industry Report 2016“ der „Association of Japanese Animations“. Ja, es gibt so einen Verein und ja, die hauen selbst in die englische Kurzfassung sehr viele Daten rein. (Neugierig? Hier findet ihr die AJA-Seite mit den Reports.) Leider heißt der Report zwar „2016“, enthält aber nur die Daten für 2015. Weil ja große Behörden immer mindestens 3 Monate für die Auswertung ihrer ganzen Daten brauchen. Warum es noch keinen Report für 2017 gibt, obwohl wir schon fast Juni haben, das dürft ihr mich allerdings auch nicht fragen. Ich hoffe es liegt daran, dass die Daten dieses Jahr so toll sind, dass die Verantwortlichen zuviel Party gemacht und vergessen haben, den Report rechtzeitig einzureichen. Und nicht daran, dass die Zahlen so abgesackt sind, dass sich jeder Sorgen um die Zukunft der Industrie macht …

Streaming wird immer wichtiger und es gibt immer mehr legale Angebote!

Noch ein kleiner Exkurs, bevor wir zum eigentlichen Thema des Artikels kommen. Außerhalb Japans stiegen die Einnahmen im Zusammenhang mit Anime letztes Jahr von 19,5 auf fast 35 Milliarden Yen (etwa 281,5 Millionen €) an. Das ist immer noch nicht die größte Industrie der Welt, aber der höchste Wert für die Einnahmen seit … ever! Auch die Zahl der Verträge/Lizenzen im Ausland stieg im Vergleich zu den Vorjahren an. Gleichzeitig sind die Produktionsfirmen am Limit, was die Anzahl der produzierten Anime angeht. Über die Studie könnte man noch ewig weiterreden, aber einer wichtigsten Punkte des Reports ist jedenfalls, dass die Umsätze aus Online-Diensten ebenfalls steigen. Das heißt, es gibt mehr und mehr Online-Angebote, bei denen man legal Anime schauen und mit denen man die kreativen Menschen dahinter auch unterstützen kann. Und wir haben uns doch sicher alle schon mal gefragt, wie das eigentlich mit der Legalität bei Anime-Streams ist, oder?

Kurz gesagt ist eigentlich so gut wie alles illegal, bei dem Videos von Leuten hochgeladen und angeschaut werden, für die der Uploader keine Lizenzrechte erworben hat. Das heißt auch sehr beliebte Seiten wie proxer.me sind offiziell nicht legal und auch die Zuschauer dieser Portale können theoretisch fürs Anschauen der illegal hochgeladenen Streams zu Geldstrafen verurteilt werden. Dem europäischen Gerichtshof ist die Argumentation, warum man keine Jahrzehnte auf eine Lizensierung in Deutschland warten möchte oder dass der Anime nur als Fansub existiert oder gar die Tatsache, dass einem die Import-DVDs zu teuer sind, nämlich leider herzlich egal. :/ Ein ausführlicheres Video dazu hat NinotakuTV erst vor Kurzem gemacht.

Jedenfalls bin ich als gesetzestreues Otaku-Wesen nach meiner Rückkehr aus dem fast alle ausländerfreundlichen Streaming-Services blockenden Land Japan noch einmal die Plattformen durchgegangen, bei denen man von Deutschland aus legal Anime schauen kann. Es hat gedauert und die Technik war gegen mich, aber ich habe es geschafft! Meine Erfahrungen teile ich nun in einem wie immer ausladenden Artikel mit euch. Am Ende des Artikels findet ihr die wichtigsten Fakten noch einmal in einem knappen TL;DR. Einfach Strg+F drücken und „TL;DR“ suchen, falls ihr keine Zeit zum Lesen habt. :) Auch wenn ich natürlich hoffe, dass auch irgendwer den Rest des Artikels zu würdigen weiß. :D

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Anime, Manga, Sex und LGBT+ in Japan

Bäm! Da isser! Der Artikel, der sich mit dem klischeebehaftetsten Teil Japans überhaupt befasst. Also starten wir direkt durch, indem ich zusammenfasse, inwiefern ich hier mit den Themen Anime und Manga konfrontiert wurde. Eine Warnung vorweg: Dies ist kein jugendfreier Artikel und wenn euch die Themen Sex, Penisse und Perversitäten abschrecken, dann überspringt besser die Abschnitte, bei denen ich entsprechendes in die Zwischenüberschrift gepackt habe. Der Hauptfokus des Artikels ist aber wesentlich fluffiger, nämlich meine Begeisterung dafür, Geld für Fanartikel auszugeben und meine Verzweiflung darüber, dass ich wesentlich weniger Geld besitze als Japan coolen Merch rausbringt … Aber eine Warnung kann ja nicht schaden, ebenso wie ein „Sorry!“ für den sehr provokativen Titel. ^^

Womit fangen wir an? Manga, also japanische Comics (für alle, die es immer noch durcheinanderbringen^^) haben in Japan eine sehr lange Tradition. Redet man jedoch heutzutage von Manga, dann sind damit vor allem die Comics gemeint, die in den letzten 30-40 Jahren erschienen sind. Der Übergang vom Comic zur animierten Serie (ja, genau, sowas nennt sich dann „Anime“) ist dabei oft fließend, da viele Manga später eine Adaption fürs Fernsehprogramm bekommen und manchmal sogar Spiele (wie Yokai Watch, Danganronpa oder Persona4) im Nachhinein eine eigene Anime- oder Mangaversion bekommen oder umgekehrt Spiele entwickelt werden, die auf einer erfolgreichen Animeserie basieren. Wenn man damit Geld machen kann, dann ist so gut wie alles drin.

Im Gegensatz zu Deutschland oder den USA sind die Charaktere aus verschiedenen Manga/Anime in Japan nahezu omnipräsent. Das liegt einerseits daran, dass das Medium sehr beliebt ist und man häufiger Menschen sehen wird, die in der Bahn Paperbacks mit ebenjenen Zeichnungen lesen oder auf ihrem Handy durch das neueste Kapitel ihres Lieblingsmangas scrollen (oder neben mir die aktuelle Folge Tokyo Ghoul in zweifacher Geschwindigkeit mit englischen Untertiteln auf ihrem Handy schauen … <3). Andererseits wird der typische Manga- bzw. Anime-Zeichenstil einfach sehr häufig auch für andere Dinge verwendet und so kann es sein, dass eine Anzeige für Kontaktlinsen die Form eines fünfminütigen Anime annimmt, in dem weibliche Charaktere gegen böse Augenkrankheiten kämpfen. Kann man machen, oder? (mehr …)

Das große Cosplayer-Skin-Googlen :D – Die DoKomi 2016 #2

Endlich bin ich dazu gekommen, meine Fotos von der DoKomi zu sortieren und stelle fest: Ich mag Cosplayer, die das Standardaussehen eines Charakters darstellen. Die sind nämlich viel einfacher zu erkennen. :D Andererseits sehen gerade die Nicht-Standard-Skins oft großartig aus und die Hauptsache ist ja, dass cosplayen Spaß macht. Also genug Geschwafel, fangen wir an!

Epische Krieger mit epischen Rüstungen

Ich habe im Lauf der Woche sehr viel gegoogelt, da ich nicht alle Cosplayer, die PeeT interviewt hat auch kannte, aber natürlich trotzdem die Fotos mit euch teilen wollte. Mehrere Charaktere aus League of Legends waren dabei, unter anderem auch ein Paar, das Darius und Lux dargestellt hat. Wenn man die Charaktere einzeln googelt, bekommt man meistens die megaepischen ultra-Battle-Bilder mit Blut und Schmutz und Explosionen und blaa, die sich in einer Messehalle nicht so ganz nachstellen lassen. Ich habe stattdessen einfach mal nach „Darius Lux League of Legends“ gegoogelt und muss sagen, dass die beiden, denen wir auf der DoKomi begegnet sind, ihre Charaktere als Paar wirklich richtig gut getroffen haben. (Ein Hoch auf Shipping und zeichnende Fans! ^^)

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Lux und Darius

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Zen-Meditation für Fortgeschrittene – Die DoKomi 2016 #1

Ooooohhhhmmmm … Samstag war ein sehr ereignisreicher Tag. Wir (PeeT seine Freundin, die ich jetzt offiziell Peetine nennen darf :D und ich) waren auf der DoKomi* in Düsseldorf. Wie sich das gehört sind wir alle mitten in der Nacht aufgestanden und um 8.15 war ich dann bereit, um am Bielefelder Hauptbahnhof abgeholt zu werden. Leider hat sich den beiden anderen auf dem Weg nach Bielefeld spontan eine Autobahnausfahrt in den Weg geworfen und sie in die Irre geleitet, sodass wir letztendlich erst um 9.30h dort losfahren konnten. Aber gut. Wir wollten ja bloß rechtzeitig ankommen, damit die beiden noch Tickets an der Tageskasse ergattern konnten und mit dem Auto sollte sich Düsseldorf ja in anderthalb oder zwei Stunden erreichen lassen.

Gewiefte Leser werden an dieser Stelle misstrauisch, da sie den Tonfall erahnen, mit dem ich sonst „Die Bahn war ja noch immer pünktlich!“ sagen würde. Zu unserem Pech hatte leider ein Gefahrentransporter genau in dem Autobahnabschnitt einen Unfall auf den wir 80 km von Düsseldorf entfernt aufgefahren waren. Zu unserem Glück nicht in unmittelbarer Nähe unseres Autos, sodass wir unfalltechnisch oder gefahrgutsweise verschont blieben. Zu unserem Unglück ging dann einfach mal nix mehr, weil beide Richtungen der A2 komplett gesperrt wurden.

*= Die Fotos und der eigentliche Bericht über die Messe kommen in einem zweiten Artikel! Ihr werdet merken warum. :D

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Superbrains in Anime, L (Death Note), Shiro + Sora (No Game No Life), Lelouch (Code Geass); I remixed some pics, Original Copyright belongs to the Anime-creators!

Aspects of Anime #1 – Superbrains

Es ist zwanzig vor zwei. Nachts. Mein Schlafrhythmus ist gerade wirklich nicht der gesündeste … Jedenfalls meinem Hirn zufolge genau jetzt die ideale Zeit, um eine neue Artikelreihe zu beginnen, von der ich nicht mal weiß, ob ich mehr als einen Artikel dazu schreiben werde. Aber man gönnt sich ja sonst nix, oder? Also hiermit startet nun „Aspects of Anime„, in dem ich mich (vielleicht) häufiger mit verschiedenen Aspekten von Anime- bzw. Mangareihen befassen werde, die mir im Laufe der Zeit aufgefallen sind. Da ich sehr allgemein herumphilosophiere, lassen sich meine Schlussfolgerungen oft sicher auf andere Medien übertragen und könnten so auch für Nicht-Anime-Fans interessant sein. Los geht es mit einem spontanen Geistesblitz beim Zähneputzen. Ihr werdet mich vermutlich für diesen Artikel hassen, weil ihr gleich eine ausführliche Kostprobe bekommen werdet, welche Wege meine Gedanken manchmal nehmen. Aber da müsst ihr jetzt durch. ;) Das Thema dieses Artikels ist auf jeden Fall:

Warum mögen wir Superbrains als Hauptcharaktere?

Mir ist klar, dass die bei weitem nicht jeder mag, immerhin können einem Charaktere, die besserwisserisch und einfach nur intelligent und sonst nichts sind, schnell auf den Keks gehen. Aber genügend Leute haben Spaß daran, sich Kriminalfälle anzuschauen und darunter sind nicht wenige, die Werke wie „Sherlock Holmes“ mögen, in denen der Hauptcharakter ein zwar sozial eher nur semi begabtes Wesen aber dafür absolut genial ist. Auch in Animes finde ich oft gerade diese übertrieben logisch denkenden und genial vorausplanenden Charaktere spannend und liebe beispielsweise Detektiv Conan – wie ich irgendwie auch bloß in jedem zweiten Artikel zu erwähnen scheine, so langsam sollte ich gesponsort werden! Aber warum ist das eigentlich so? (mehr …)

Japantag 2015 – Ein (fast) komplettes Desaster

Ich habe ja gestern schon direkt auf dem Rückweg vom Japantag einen Artikel darüber verfasst – auf Englisch weil ich den ganzen Tag fast nur Englisch geredet hatte und deswegen noch so im flow war. Da ich vom Japantag dieses Jahr sehr enttäuscht und außerdem nach einer anstrengenden Woche mit bestiegenen Kränen doch etwas durch war, ist besagter englischer Artikel ziemlich negativ ausgefallen, glaube ich.

Für alle, die nichts davon mitbekommen haben und sich auch nicht durch den anderen Artikel quälen möchten: Es hat geregnet und wir waren kaum auf den Rheinwiesen und der „Flaniermeile“ mit den ganzen Ständen, wo eigentlich die ganze Action stattfindet, was mich sehr enttäuscht hat. Damit ihr aber zumindest ein bisschen was davon habt, dass ich dort war, hier noch die paar wenigen Fotos, die ich in den Regenpausen, die mit unserer Anwesenheit zusammenfielen, hinbekommen habe. :D

Zunächst einmal möchte ich hier aber noch die Flucht der meisten Anwesenden festhalten, die genauso wie wir vom Regen überrascht wurden. Immerhin waren wir nur ein paar Meter von der Brücke entfernt und nicht mitten auf der Strecke, wo man sich exakt nirgends unterstellen kann, wenn nicht gerade zufällig jemand mit einer wasserfesten und sehr ausladenden Cosplayrüstung neben einem steht. Oder man einen Schirm hat. Aber der half leider nicht gegen den unangenehm kalten Wind.

Fünf Minuten nach unserer verspäteten Ankunft am Rhein: REGEN.

Fünf Minuten nach unserer verspäteten Ankunft am Rhein: REGEN.

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Foto: Pixabay/Unsplash

Was ist Menschlichkeit?

Einer der Gründe – abgesehen vom bescheuerten Humor – warum ich Manga und Anime so liebe, ist die Tatsache, dass darin oft sehr tiefgründige Fragen gestellt werden. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist zum Beispiel die Frage: Was macht einen Menschen zum Menschen? Wie definiert man „Menschsein“? Es gibt ja die Standard-Sprüche wie „Wir sind doch alle nur Menschen.“ oder „Das ist doch nur menschlich!“, die meistens verwendet werden, um Charakterfehler oder Schwächen zu rechtfertigen, die nachvollziehbar und sehr häufig sind. Andererseits bezieht sich der Ausspruch „Wie unmenschlich!“ meistens auf besonders grausame Taten, die an anderen Menschen begangen wurden, seien es Mord und Totschlag oder schlechte Arbeitsbedingungen. Menschen sind also relativ nett zu anderen Menschen, wenn die Umstände das zulassen, haben aber je nach anderen Umständen und Charaktereigenschaften auch Schwächen. So weit, so einfach zu definieren.

Vielfalt in Anime und Manga <3

Was jedoch Anime und Manga meiner Meinung nach von „normalen“ Medien unterscheidet, ist dass das Thema von unglaublich vielen verschiedenen Blickwinkeln angegangen wird und man so manchmal schon ins Grübeln gerät, ob sich Menschlichkeit überhaupt anständig definieren lässt. Natürlich gibt es auch abseits von Anime Filme wie „I, Robot“ oder „Ex Machina“, in denen über das Thema künstliche Intelligenz ähnliche Fragen aufgeworfen werden. Doch bei diesen geht es meistens ausschließlich um die Frage, ob von Menschen geschaffene Roboter dazu in der Lage sind, Gefühle zu entwickeln und etwas zu empfinden.

Das ist zwar eine sehr spannende Frage, doch wie häufig stellen wir uns eigentlich die Frage, wann ein Mensch kein Mensch mehr ist? Kann man jemandem die Menschlichkeit absprechen? Und wenn ja, wann? Im von mir geliebte Anime „Ghost in the Shell“ ist die Technologie so weit fortgeschritten, dass Menschen bis auf wenige Gehirnzellen komplett als Cyborgs durch die Gegend laufen können. Allein in den paar übriggebliebenen natürlichen Hirnzellen sitzt ihr „Ghost“, also ihre Persönlichkeit und somit quasi ihre Identität. Der Rest ist hochmodern, optimiert und austauschbar. Würden wir heute solche Leute noch als „menschlich“ wahrnehmen? Oder würden wir uns denken „Whoa, sieht aus wie ein Mensch, aber besteht eigentlich aus Terminator-Material, creeeeeepy!“? ^^ Da die Fast-Cyborgs jedoch weiterhin über ihre Identität und Persönlichkeit (also quasi über ihre „Seele“ verfügen), müssten wir sie eigentlich abgesehen von garantiert aufkommendem Cyborgismus als Menschen akzeptieren können. (mehr …)