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Der Bahnhof Köln Messe/Deutz bei Sonnenaufgang

Oh … hey! Ich hab ja ’nen Blog! o_o

Einen wunderschönen Samstagmorgen wünsche ich euch! Ja, da staunt ihr, ich lebe noch! Ich habe gestern Abend mit Schrecken festgestellt, dass ich anscheinend seit Dezember 2017 (!) nichts mehr in diesem Blog gemacht habe. What the actual flausch! Das habe ich auch nur festgestellt, weil die liebe afictionesse anscheinend ein sehr sehr gutes Gedächtnis besitzt und mir netterweise eine Stellenanzeige weitergeleitet hat. Denn der letzte Stand und somit meine offizielle Lebenssituation war ja anscheinend, dass ich immer noch einen Job suche. Daher hiermit ein kurzer Infoartikel, in dem ihr erfahren werdet, ob ich 1. mittlerweile einen Job habe, 2. vielleicht sogar erwachsen geworden bin und 3. mich endlich kurz fassen kann.

Zuallererst: Ich nage nicht mehr am Hungertuch! Ungefähr als ich vom Arbeitslosengeld I auf Hartz IV gefallen bin, habe ich einen Job gefunden. Der Fall war übrigens recht weich, da mein Nicht-Hartz-IV-Satz nur etwa äääh 70 Euro über selbigem lag. Was definitiv auch einiges an Geld ist, wenn man wenig hat. Für 70 Euro bekommt man gute neue Spotschuhe, kann sich einmal komplett neu einkleiden, kann gefühlt Essen für mindestens eine ganze Woche kaufen oder sich einmal im Jahr überteuerte Konzerttickets leisten. Aber wenn der Satz vorher auch schon nahe am Limit war, dann resigniert man fast schon eher als dass man sich aufregt. Da heißt es einfach noch mehr auf Preise gucken und sich eben nur maximal einmal im Monat einen teuren Kaffee leisten. Oder sich von Freundeneinladen lassen, wenn man noch etwas unternehmen möchte … Traurig, aber wenn man zur Leistungsgesellschaft nichts beiträgt außer den wichtigen Menschen die Luft wegzuatmen, dann ist das eben so.

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Foto: Pixabay/geralt

Was mach ich jetzt?

Ich bin in meinem Leben mal wieder an einem dieser Punkte angekommen, wo alles offen scheint. Die einzige Gewissheit, die ich momentan habe, ist dass mein Arbeitsvertrag am 31.12.2015 endet. Ob mein Arbeitgeber mir danach eine neue Stelle anbieten wird, das teilt man mir wenn ich Glück haben sollte, sogar nicht erst an Weihnachten mit. Aber wann genau steht ebenso in den Sternen, wie „ob“ und zu welchen Konditionen ich dann dort weiter arbeiten könnte.

Bewerbungen also. Meine allerliebste Lieblingsbeschäftigung gleich nach Bügeln. Sollte ich an dieser Stelle vielleicht erwähnen, dass ich kein Bügeleisen besitze? Dafür aber mittlerweile ein Arbeitszeugnis, das sogar ganz gut aussieht, sofern man auf diesen Standardkrams steht, der nur aus 0815-Floskeln besteht, die Personalsachbearbeiter … nee, das ergibt keinen Sinn. Personalfachbearbeiter? Personalbearbeiter? O.o Jedenfalls die aus der Personalabteilung halt, Mensch, neudeutsch auch „Human Resources“ also „menschliche Rohstoffe“ genannt. Ähm. Das wird immer absurder. Wo war ich? Ach ja, die Menschen, die Ahnung von den Bewerbungen anderer Menschen haben, können dann jedenfalls diese „hat alle Aufgaben stets zur vollsten Zufriedenheit vermasselt“ entschlüsseln und wissen dann, wie sehr der bisherige Chef einen loswerden möchte. Oder halt nicht.

Herzlichen Glückwunsch, Sie waren anwesend!

Immerhin steht in meinem Arbeitszeugnis noch drin, welche Aufgaben ich gemacht habe, sonst wüsste man ja gar nüscht, außer selbstverständlich, dass ich eine total tolle Mitarbeiterin und eine Bereicherung für jedes Team blablafasel bin. Aber ein Arbeitszeugnis ohne Aufgaben, das man an jede Bewerbung dranhängen könnte, egal ob als Redakteurin, Social Media Manager oder als Fachkraft für Ampel- und Straßenbeleuchtungsaufkleberaufbringung, ist im Endeffekt doch eigentlich nichts wert, oder? Klar, damit wird der soziale Kram abgedeckt und Arbeitgeber gehen sicher, dass sie keinen absoluten Vollhonk einstellen, der einen Bildschirm nicht von einem Kleiderständer unterscheiden kann. Außer natürlich der Honk hat den vorherigen Arbeitgeber verklagt, damit der ihm nicht die ganzen bösen Floskeln ins Arbeitszeugnis schreibt. Aber das macht ja hoffentlich keiner ungerechtfertigt.

Welche Aufgaben ich besonders toll mache und weshalb man mich einstellen sollte, das ist eine ganz andere Sache. Die natürlich mein Chef als oberster Chef so im Alltag nicht unbedingt immer mitbekommt, der steht ja nicht neben mir, wenn ich beim Newsletter-Versand im html-Code rumwurschtele und hoffe, dass ich die richtigen Tags erwische und das Bild somit anklickbar wird. Andererseits steht er auch nicht neben mir, wenn ich meinem Kollegen vorjammere, dass ich schon wieder schlecht geschlafen hätte und dass doch bitte mal alle ihre Nachrichten genau so lang schreiben sollten, dass die auf Anhieb in mein InDesign-Dokument passen. Bevor ihr völlig von Fragezeichen umgeben seid: InDesign ist ein Programm, mit dem man die Seiten einer Zeitschrift aufbauen kann, also Bildchen, Texte und Grafiken auf einer Vorlage platziert. Und wenn man darin gefühlt entweder drei kurze Texte auf sechs Seiten oder 84 lange Texte auf dreieinhalb Seiten unterbringen soll, dann verursacht das schon einmal spontanes Gejammer. Also natürlich nur bei anderen Menschen. Niemals bei mir. Ignoriert was ich eben geschrieben habe, potenzielle neue Arbeitgeber!

Ein Loch ist im Eimer, im Eimer …

Naja, Arbeitszeugnisse sind eben so eine Sache. Ich finde sie meist zu unpersönlich, bin aber schon dankbar, dass mein Chef das Zeugnis selbst gebastelt (nein, kein Tonpapier) und ein paar Aufgaben mit reingepackt hat, die ich auch wirklich mache. Ein richtig persönliches Zeugnis kann es vermutlich nur dann geben, wenn man mit dem Chef direkt zusammenarbeitet. Und ob die Personal…Personalmenschen so eins überhaupt noch haben möchten, das weiß ich nicht. Ich weiß ja nicht einmal, in wie vielen Fällen die Bewerbungen an andere Chefs weiterleiten. Ein Mysterium. o.o Falls ihr zufällig in einer Personalabteilung arbeiten solltet, würde mich ja mal eure Meinung zu Arbeitszeugnissen interessieren. Also was für welche trudeln da bei euch ein und welche Art findet ihr gut? :)

Argh, mir wird gerade bewusst, dass wenn ich mich bewerbe, ich auch noch Bewerbungsfotos brauche. Verdammt! Und ein Bügeleisen vielleicht noch. Man muss ja aussehen, muss man ja. Und eine neue Brille wollte ich mir am Wochenende auch noch bestellen. Im Laden war ich schon, nur zu unentschlossen und habe mich Selfie-sei-Dank noch von mehreren Freunden und Bekannten beraten lassen, welche Brillenform und -farbe mir denn stehen könnte. Und wenn ich dann wieder eine ordentliche Brille haben sollte, muss ich ja auch noch einen Fotografen finden, der mich in schön und zurechnungsfähig guckend ablichtet, damit man mich auch einstellen mag. Das wird echt Arbeit, die Vorbereitung auf so eine Arbeitssuche. :/

Freiiiiiiiiiiiheeeeeeeeiiiit! *~*

Glücklicherweise habe ich im September erstmal Urlaub, den ersten großen seit quasi immer! ^^ Ich freue mich schon, aber auch da müssen irgendwie noch Dinge organisiert werden. Vielleicht ist so ein Urlaub dafür wenigstens hilfreich und ich entspanne währenddessen nicht nur viel bzw. renne staunend durch Singapur und Malaysia, da geht es nämlich hin, yes! :D Vielleicht wird mir mit ein bisschen Abstand vom Alltag auch klar(er), was ich eigentlich genau für einen Job machen möchte. Denn im Moment bin ich fast ein wenig deprimiert, wenn es um diese Frage geht. Das liegt zum einen an der Tatsache, dass ich mal wieder so in der Luft schwebe und zum anderen an den Rückmeldungen von gewissen Teilen meines Umfeldes.

Ihr könnt es euch denken. Ich möchte am allerliebsten schreiben. Schreiben, über spannende Themen, die mich interessieren. Und irgendwelche Leser dann hoffentlich auch. Aber – habe ich gehört, gelesen, erzählt bekommen – dafür bezahlt einen ja keiner. So oft habe ich das bereits gehört, dass ich es mittlerweile selbst schon sage, bevor mein Gegenüber die Chance dazu hat. Einfach nur, um es nicht noch einmal hören zu müssen. Ja, ich habe bereits von freien Autoren gehört, dass sie sehr „minimalistisch“ leben müssen, um mit dem Geld auszukommen, das sie mit ihren Aufträgen machen. Ich habe aber auch schon von sehr erfolgreichen Autoren gehört, die gut von ihrer Arbeit leben können. Die schreiben allerdings oft auch für besser zahlende „Corporate Publishing“-Medien (also Zeitungen von Unternehmen) und machen meist auch Workshops, leiten Kurse oder moderieren Seminare nebenher. Also nur mit schreiben ist da nix.

Aah, aaaah, aaaahhh! Panik!

Wobei ich natürlich auch zugeben muss, dass mir auch andere Dinge Spaß machen. Gerade die Arbeit mit oben erwähntem Programm zum Herumlayouten finde ich meistens erholsamer als eine Nachricht nach der anderen raushauen zu müssen. Also will ich jetzt lieber ausschließlich schreiben oder wäre ich auch mit einem Job zufrieden, der mehr beinhaltet? Eben doch Redakteurin werden, worauf meine Ausbildung (aka Volontariat) ja quasi abzielt. Wäre ich dann nicht trotzdem gezwungen, Artikel zu schreiben, die ich gar nicht wirklich schreiben will, weil halt gerade noch einer gebraucht wird? Oder wäre ich das auch als freie Journalistin? Und woher würde ich überhaupt Aufträge bekommen, so als Freie? Und würde ich mich nicht total verzetteln mit Krankenversicherung, Altersvorsorge und all dem anderen Gedöns, das man als Freiberufler selbst organisieren muss? Viel zu viele Fragen auf die ich keine Antwort kenne.

Daher suche ich doch lieber erstmal weiter nach Jobs und schaue, ob ich etwas passendes finde. Man kann sich ja mal einen Überblick verschaffen. Leider sahen die meisten Jobs über die ich bisher gestolpert bin absolut öde aus. Und wenn ich dann doch mal Jobs finde, die total toll klingen, sind die meistens „ab sofort“ oder „zum 1.10.“, es ist also sehr unwahrscheinlich, dass die bis Januar auf mich warten würden. ^^

Mach doch mal was anständiges, Kind!

Deswegen baut es mich nicht unbedingt auf, wenn mir Leute sagen, dass ich doch jetzt mal „etwas anständiges“ machen könne. Also Kassiererin werden oder so. Ja, das wurde mir ernsthaft vorgeschlagen. Ein Job, den ich ja nicht bereits vor 10 Jahren hätte machen können, wodurch ich mir sehr viele Umzüge erspart hätte. Aber wäre ich damit glücklich geworden? HOLY FUCKING SHIT, NO! Niemals hätte ich das ausgehalten in einem Provinzkaff vor mich hin zu versauern. Es gibt sehr viele Leute, denen das überhaupt nichts ausmacht, ganz einfach deswegen, weil sie es dort schön finden und ihnen der Job als Kassierer Spaß macht bzw. für sie keine Tortur ist. Aber mir hätten die ganzen Menschen gefehlt, die ich nun erst kennen gelernt habe. Ich hätte vielleicht niemals den Mut für irgendwas gehabt und nur noch für Bücher gelebt, ja vielleicht hätte ich nicht einmal Manga für mich entdeckt, geschweige denn das Bloggen! Ja, will man denn das? All die Lebenserfahrungen, die ich gesammelt habe, die waren zwar schmerzhaft, aber es definitiv wert, auch mal rumzuheulen.

Aber habe ich so langsam genug von neuen Erfahrungen „dort draußen“? Kommt so langsam einfach mal der Punkt, an dem ich sesshaft werde und fünf Jahre oder länger an einem Ort wohnen werde – ohne dass mir dort langweilig wird?! Geht das überhaupt noch? :D Vielleicht finde ich ja den perfekten Job und möchte dort bleiben, wo ich dann wohne. Oder ich finde den perfekten Lebenspartner und möchte da bleiben wo der wohnt. Soll ja sehr beliebt sein, diese Art der Wohnortwahl, hab ich gehört. Oder … versuche ich allein aus Trotz noch einmal etwas vollkommen anderes zu machen? Um zu beweisen, dass ich (midlifecrisis ahoi!) es noch drauf habe, verrückte Dinge zu tun? Also nicht dass ich bisher auf besonders interessante Weise verrückt gewesen wäre, aber ihr wisst schon was ich meine. ^^

Während ich also nun gedanklich meinen Urlaub, meine berufliche Zukunft oder wahlweise einfach meinen eigenen Untergang plane: Seid gespannt! Man weiß nie, was am Ende dabei herumkommt! Ich auch nicht, aber das macht es ja so unterhaltsam. :D Ich hoffe ihr verzeiht mir, wenn ich durch die Grübelei geistig nicht immer … noch seltener vollständig anwesend bin als sonst, euch total schlechte Artikel nicht antun möchte und deswegen seltener poste. Eine ganze Woche keinen Artikel zu veröffentlichen finde ich selbst wirklich komisch, aber auch wenn ich drei Artikel angefangen habe, fand ich die alle in ihrer bisherigen Form nicht gut. :/ Ich hoffe sehr, dass sich das bald wieder steigert, aber momentan sieht es zumindest was meine Freizeit angeht nicht danach aus. Einfach weil nächsten Monat allein eine Messewoche und zwei Wochen Urlaub anstehen. (Ihr könnt ja mal raten, auf welchen Teil ich mich mehr freue. ^^) Ach und Japanisch wollte ich eigentlich auch noch weiter lernen …

In diesem Sinne: Bleibt inspiriert!

Eine motivierende Woche wünscht euch
eure 0utofjoint =)

Pixabay / hebi65

Studium, Praktikum, Job, Bewerbung – Aaaaah!

Ich habe neulich einen Artikel gelesen, der hieß „Die Endzwanziger Krise„. Darin erklärt die Autorin, warum Leute gegen Ende zwanzig alles an ihrem Leben anzweifeln. Und das kann ich sehr gut nachvollziehen. Denn was hat man heute schon erreicht, mit Ende zwanzig? Hat man studiert, dann war man irgendwann gegen Mitte zwanzig damit fertig und hat sich dann aufgemacht, sich in der harten Realität zurecht zu finden. Diejenigen unter uns, die während des Studiums gemerkt haben, dass ihnen der Beruf auf den sie hinarbeiten eigentlich gar nicht liegt, nun, die haben dann ein kleines Problemchen. Ähnliches gilt für Leute, die eines von diesen Fächern studiert haben, bei denen JEDER aus dem Bekanntenkreis fragt: „Und was machst du dann später damit?“ Mein Geständnis an dieser Stelle: Ich frage das auch. Einfach weil ich nie weiß, was Soziologen alles machen können. Sorry an alle Soziologie- und Philosophiestudenten. O:) Jedenfalls fängt die erste Gruppe quasi noch einmal von vorne an und verzweifelt so vor sich hin, während die zweite Gruppe so viel Auswahl hat, dass unentschlossene Menschen aus der Gruppe sich bestimmt genauso fühlen.

Ich beschreibe mal ein wenig, wie ich die Zeit nach dem Studium wahrgenommen habe und gebe euch ungefragt ein paar Tipps mit auf den Weg, die meinem unglaublichen Erfahrungsschatz und Gesprächen mit vielen anderen Leuten entspringen und euch vielleicht helfen, falls bei euch bald wieder eine dieser verhassten Jobsuche-Phasen ansteht. Ich gehöre übrigens zur „Verdammt! Falsches Studium“-Gruppe. (mehr …)