Motivation

Ich bin frustriert.

Nein nein, nicht was ihr jetzt denkt. Oder vielleicht doch was ihr gerade denkt? Naja, es kommt darauf an, woran ihr gerade denkt. Aber kommen wir zum Thema. ^^

Ich habe gerade mehr oder weniger mitten im Satz drei Artikelentwürfe geschlossen, an denen ich in den letzten Tagen gearbeitet habe. Denn ich habe festgestellt, dass die Artikel nicht meinen Ansprüchen genügen beziehungsweise in eine völlig falsche Richtung gehen. Angefangen hatte ich, weil ich endlich noch einmal etwas bloggen wollte. Prinzipiell keine schlechte Idee, prinzipiell aber auch keine gute Idee, wenn man keinen konkreten Einfall für einen Artikel hat. Aber ich habe ja schon mehrmals einfach drauflos geschrieben und trotzdem irgendetwas lesbares fabriziert. Manchmal hat man ja auch Glück. Gerade in den letzten Tagen jedoch eher nicht, was eigentlich seltsam ist, da meine letzten Tage recht schön waren. (mehr …)

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Foto: Pixabay/Qiye

Mögen die Spiele … designt werden!

Meine letzten Wochen waren gefüllt mit sehr vielen Zusammenkünften von der Art, bei der man entweder viel Spaß hat oder sich herrlich fehl am Platz fühlen kann. Also Weihnachtsfeiern, Familienfeiern, Silvesterfeiern und so weiter. Dazwischen gab es Geschenke von awesome bis „Was soll ich denn bitte damit?“ – ich hoffe bei euch lagen alle eher in ersterer Kategorie, damit ihr nicht erzwungenermaßen Schrottwichteln spielen müsst. ^^

Einen Vorteil hatte das Heimfahren für mich allerdings (neben dem ganzen kostenlosen Essen, das Mutti für einen einkauft, natürlich ;) ). Denn ich habe zuhause ein Buch wiederentdeckt, das ich mir vor ungefähr zwei Jahren gekauft und nie gelesen habe. Der Grund? Es hat 450 Seiten und ist damit recht unhandlich und ich habe es vemutlich zwecks Gewichtsreduktion beim letzten Umzug wohl lieber liegen gelassen. Jetzt bin ich dank vieeeelen Zugfahrten zwischen diversen Freunden und dem Wohnort meiner Eltern und der Rückreise nach Bielefeld aber endlich dazu gekommen es zu lesen und dachte mir prompt: WARUM HABE ICH DAS NICHT FRÜHER GETAN?!?! Kennt ihr diesen Moment? Man hat jahrelang irgendetwas bei sich herumfliegen, nutzt dieses Etwas aber nie und wenn man es tut ist es das beste Etwas ever und man tritt sich in den Hintern, weil man das Etwas ja schon viel früher genießen hätte können? Gilt für Bücher ebenso wie für Filme, Musik oder sogar Rezepte/Fertiggerichte, bei denen man einfach nie dazu gekommen ist, sie auszuprobieren.

Frustrierend. Okay, nun wollt ihr sicher endlich wissen, von welchem Buch ich denn die ganze Zeit schwärme, oder? Okay, ich erlöse euch. Der Titel des Artikels gibt euch schon einen Hinweis: Es geht um Spiele. „Besser als die Wirklichkeit“ von Jane McGonigal. Die Autorin ist vielleicht eine entfernte Verwandte der Verwandlungslehrerin von Harry Potter, aber definitiv eine amerikanische Spieledesignerin, die sich mit dem Bereich Gamification auseinandersetzt. Ich weiß gerade gar nicht, ob sie den Begriff im Buch irgendwo verwendet, ich habe darüber jedoch mal einen Kurs gemacht und würde das jetzt ganz grob so bezeichnen. Ihr geht es darum, die Wirklichkeit mit Hilfe von Spielen und Spieleprinzipien zu verbessern.

Allein diese Aussage hat sie mir schon einmal sehr sympathisch gemacht. :D Die Vision ist einerseits simpel und andererseits sehr komplex und eine große Herausforderung, wenn man sie umsetzen möchte. Es geht nämlich nicht darum, alle von uns permanent vor den PC oder die Konsole zu setzen, damit wir Call of Duty, League of Legends oder World of Warcraft durchzocken. (Kurze Frage am Rande: Warum haben Spiele eigentlich so oft einen „X of Y“ Titel? Klingt das beeindruckender? Vermutlich. „Dutycall“ wäre wahrscheinlich zu nahe an „Bootycall“ und Legendary League“ klingt auch nich sooo episch wie das ausgeschriebene LoL. Aber egal.) (mehr …)

This is not a bowl ... ;)

Tellerränder und Suppenschüsseln

Manchmal bin ich selbst erstaunt davon, in was für einem kleinbürgerlichen Umfeld ich aufgewachsen bin. Ich komme vom Dorf und habe selbiges auch bis zum Studium auch nur verlassen, um mich beim betreuten Strandplantschen mit den Eltern oder gelegentlichen Shoppingtouren mit den besten Freundinnen in der nächstgrößeren „Stadt“ zu vergnügen. Nach meiner Landei-Zeit wurde mir dann immer bewusster, wie groß diese Welt doch eigentlich ist. Versteht mich nicht falsch, ich habe mich nie als engstirnig gesehen (okay, wer tut das auch schon? :D) und ich habe als Kind sehr sehr viel gelesen – meine Freizeit bestand quasi aus fast nichts anderem. Und ich habe auch früher gerne mal zwischen Harry Potter, Schiller und den Drei Fragezeichen gewechselt, habe also nicht vollkommen einheitliches Schreibgut konsumiert, in dem ausschließlich Leute, die so sind wie ich auch genau dasselbe tun wie ich. Das fände ich auch heute wohl noch ziemlich öde. ^^ Nein, stattdessen wollte ich mich in andere Welten versetzt fühlen, wo es Magie gibt, spannende Geschichten lesen und miträtseln oder mitfühlen, wenn tragische Helden in einer Geschichte vor unlösbare Aufgaben gestellt werden oder Schicksalsschläge erleiden. So habe ich gewissermaßen vom heimischen Kinderzimmer aus meinen Horizont erweitert und ich wusste: Es gibt noch sehr vieles, was du nicht gesehen hast und sehr vieles, was du nicht erlebt hast.

Als ich also, hochnäsig wie das junge Menschen nun einmal gerne sind … Hm, vielleicht bin ich das auch immer noch, der erste Absatz klingt irgendwie ein wenig so, sorry, falls dem so sein tun sollen täte! :D Ähem, als ich jedenfalls ins Studium gestartet bin, war ich quasi der Meinung, mein Tellerrand wäre bereits wunderbar weit, herzlichen Dank, denn ich hatte mich ja darauf eingestellt, dass es viele Menschen mit anderen Meinungen, Erlebnissen und schlichtweg vollkommen anderen Lebenswegen dort draußen geben würde. Mein Tellerrand war also auf Weitsicht eingestellt und so konnte ich mich total kosmopolitisch fühlen und überhaupt und so.

Worauf ich nicht vorbereitet war, war … das Leben. :D Denn abgesehen vom Tellerrand, der zugegebenermaßen immer noch ein Stück weiter werden kann, als er bereits ist, stellte ich fest, dass sich noch mehr Geschirr auf meinem metaphorischen Tisch befand. Ich stand nicht nur auf einem Teller, nein, ich stand mitten in einer ziemlich kleinen und ziemlich steil aussehenden Suppenschüssel. Wo kam die denn auf einmal her? Und wieso stand sie auf meinem gepflegten weitsichtigen Tellergelände? Mir war leider entgangen, dass ich zwar schon viel gelesen und dadurch viele Erfahrungen pseudo-miterlebt hatte, aber dass ich diese eben nicht selbst gemacht hatte. Nur von der Kuschligkeit des heimischen Kinderzimmers aus liest es sich zwar ganz gut, man kann aber schlecht nachvollziehen, wie es anderen Menschen wirklich geht und wie kompliziert es manchmal ist, richtig mit denen zu interagieren.
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Eigentlich müsste man ja mal …

Jeder kennt sie, diese Momente. Momente, in denen man sich dazu hinreißen lässt, folgendes zu sagen: „Also ich müsste ja …“ gefolgt von einer Tätigkeit, die man in Angriff nehmen sollte, auf die man bloß gerade keine Lust hat. Abspülen kann man schließlich auch später noch. Das Buch ist gerade so spannend.
Die Steigerung folgt dann, wenn man durchgehend zu wenig Zeit hat: „Eigentlich müsste ich ja mal …“ Konkret wäre das zum Beispiel: „Eigentlich solltest du aufräumen, aber noch sieht man den Boden ja. Stellenweise.“ Dabei fungiert „eigentlich“ als das Signalwort für die Tatsache, dass wir hier nur von theoretischen Veränderungen im Raum-Zeit-Aufräum-Kontinuum sprechen, die wir in der nächsten halben Stunde oder vor dem Ende der Staffel unserer momentanen Lieblingsserie ohnehin nicht in Angriff nehmen werden.

Die nächste Steigerungsform ist eine, über die ich in gewisser Weise bereits ganze Artikel verfasst habe und die nie langweilig wird: „Ich wollte ja immer mal …“ Dieses Konstrukt enthält einzig und allein die Aussage, dass ich mich für eine Sache interessieren würde, wenn es nicht einen gewissen Aufwand bedeuten würde sich mit dieser aueinander zu setzen. So wollte ich ja immer mal Japanisch gelernt haben oder mir ein paar koordinatorische Fähigkeiten beim Sport aneignen. Aber wenn mir nicht spontan jemand einen Kurs inklusive Urlaub dafür spendiert, werde ich das auch die nächsten Monate oder im schlimmsten Fall die nächsten Jahre nur gewollt haben. Denn obwohl der Satz ja eigentlich einen vergangenen Zustand ausdrückt, scheint der Zeitpunkt „mal“ bei dieser  grammatikalischen Form mysteriöserweise immer in der Zukunft zu liegen. Unabhängig davon, wie oft man den entsprechenden Satz äußert.

Theoretisch müsste ja mal jemand irgendwas tun.

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