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Glamourös leben in Japan 101

Ich wollte mich ja mal wieder melden, nich wahr? Nachdem ich jetzt den ganzen Nachmittag alte Artikel im WordPress-Universum durchgelesen und versucht habe, auf den neuesten Stand zu kommen, isses nun aber auch wirklich mal an der Zeit, dass ich auch noch mal was schreibe. Kann ja nicht angehen, dass ich nachher noch vergesse, wie dieses Tippen auf der Tastatur funktioniert. Das hier wird demnach der erste Artikel in meiner neuen Wohnung in Tokio und quasi eine Anleitung, wie auch ihr so ein unglaublich spektakuluxuriösisches Leben hier führen könnt! (mehr …)

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osaka

Menschen sind schon eine Sache für sich

Reise und du lernst die Welt kennen. So oder so ähnlich lautet bestimmt einer dieser pseudoweisen Sprüche, die zwar an sich wahr sind, aber gleichzeitig auch so offensichtlich, dass man sie kaum noch als weise bezeichnen kann. Wie dem auch sei, beim Reisen lernt man nicht nur andere Länder und andere Gebräuche kennen, sondern auch sich selbst und vor allem andere Menschen. Ich weiß zum Beispiel jetzt, dass ich ungerne auf Dauer mit anderen in einem Zimmer lebe, da das Zusammenleben doch anstrengender ist, als man sich das gemeinhin vielleicht denken würde.

Nicht nur, dass es schwierig wird, wenn die Mitbewohner einen anderen Schlafrhythmus haben, als man selbst und vielleicht das Licht bis zwei Uhr nachts anlassen, wenn man eigentlich schon längst schlafen wollte (Schlafmasken sind da hilfreich). Nein, auch die Sauberkeit und Ordnung wird in einem Share House schnell zum Problem. Das Zusammenleben mit anderen Menschen ist nämlich im Prinzip nichts anderes als Politik. Selbst wenn die Partei, die vor einem an der Macht war und im Zimmer gewohnt hat, nie geputzt hat und deswegen das Bad in einem unannehmbaren Zustand hinterlassen hat, so muss man sich entweder damit abfinden, sehr viel Arbeit zu investieren,um den Zustand zu verbessern (aka ekelhaftere Dinge zu putzen als man je erwartet hätte), oder sich darauf berufen, dass vor einem ja auch niemand geputzt hat und man halt weiterhin mit dem dreckigen Bad leben muss. Denn die eigene Amtszeit ist ja schließlich auch nur begrenzt.

Generell schaffen es die besseren Redner vielleicht die Aufgaben sogar zu verteilen und nicht alleine zu putzen. Aber genug der Putzmetaphern. Die Herrschaft über die Klimaanlagensteuerung könnte ebenfalls ein ganzes Kapitel im Buch „Diplomatie für Share House Bewohner“ füllen. Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte, ist, dass man unterwegs die interessantesten und seltsamsten Menschen kennenlernt. (mehr …)

Hi 2017, hier spricht Tokio :)

Na? Lebt ihr noch? Ja? Schön. ^^ Ich? Hmhm, glaube schon. Was ich so mache? Och, dies und das. Warum ich seit Ewigkeiten keinen Blogartikel mehr veröffentlicht habe? Hm. Ihr legt auch direkt mit den schweren Fragen los, was?

Okay, ich fasse das mal zusammen: Ich befinde mich im Moment in Tokio und mein Problem ist ein eklatanter Mangel an Energie. Tokiiioooo? Werdet ihr jetzt eventuell fragen und ein „Voll cool/awesome/mega/positives Wort eurer Wahl und Generation einfügen“ dranhängen. Und ich werde mir nur denken „Joa. Geht so, ne?“ und das Gefühl haben gerade sehr hochnäsig rüberzukommen. :D Ich meine, es ist Tokio, Japan, weit weg, sagenumwoben und fancy. Aber es ist eben auch beengt, voller Menschen und teuer.

Was mache ich gerade? Nun, ich sitze in einem Share House, wo ich kostenlos gegen ca. 16h Arbeit pro Woche wohnen darf. Eigentlich gar kein schlechter Deal, wenn ich nicht in einem Viererzimmer schlafen und mir das Bad mit insgesamt 11 anderen Leuten teilen müsste, von denen insgesamt 12 überhaupt keine Lust haben es zu putzen. Ja, da zähle ich mich mit. Denn nach den ersten zwei Tagen hier hatte ich mich überwunden, den Höllenpfuhl, den man hier als Badezimmer betiteln darf zumindest grundzureinigen. Mit der Folge, dass Schimmel und Dreck für etwa zwei Tage einen taktischen Rückzug angetreten haben, nun aber schon längst wieder das Gebiet eingenommen haben, auf dem ich gerne meine körperhygienischen Vorhaben durchführen würde, ohne Angst zu haben, die Oberflächen könnten mich angreifen. Bilder erspare ich euch einfach mal. ^^  (mehr …)

Comic-Reisetagebuch Japan – „Moresukine“

Geben wir es doch alle zu: Jeder von uns Otakus würde doch gerne mal nach Japan reisen, oder? Der Comiczeichner Dirk Schwieger hat das 2006 gemacht und dachte sich „Hey, wenn ich schon mal da bin, kann ich doch auch was besonderes daraus machen, oder?“. Er gab seinen Lesern damals die Möglichkeit, ihm Aufgaben zu stellen, die er in Japan erfüllen musste und die hat er dann zeichnerisch in „Moresukine – Wöchentlich aus Tokyo“ verewigt. Ich weiß, es ist 2014, das Buch hab ich damit natürlich ewig viel zu spät erst im Second-Hand-Regal im Comicladen gefunden, aber die verschiedenen Einblicke in die japanische Kultur fand ich immer noch faszinierend.

Moresukine, wöchentlich aus Tokyo; Dirk Schwieger; Reprodukt, 2007

Moresukine – wöchentlich aus Tokyo; Dirk Schwieger; Reprodukt

Coole Alltagsstories :)

Der Zeichenstil ist überhaupt gar nüscht mangaartig, wer also ausschließlich auf Manga steht, der sollte sich einen kleinen Einblick ins Buch im Livejournal gönnen. Online gibt’s zwei Kapitel zu sehen. Ich steh nich so auf die Zeichnungen, hab es für den spannenden Inhalt aber konsequent ignorierrt. :) Sechs Monate lang ließ sich Schwieger von seinen Lesern quälen und berichtete jeweils auf zwei Doppelseiten zum Beispiel darüber, wie es sich anfühlt Dinge zu essen, deren Namen Europäer meist nicht mal aussprechen können (Okonomiyaki), deren Konsistenz abenteuerlich-eklig wirkt (Natto) oder die gemeinhin als lebensgefährlich gelten (Fugu/Kugelfisch). Natürlich war er dafür nicht nur mit essen beschäftigt, sondern zeichnete auch, wie es sich in Tokyo so wohnt, wie er sich für einen Leserauftrag in einem „Love Hotel“ einmietete, an Veranstaltungen wie einem „Trance Dance“ teilnahm oder ins Studio Ghibli Museum ging. Also eine bunte Mischung von 24 Aufträgen, die sogar kleinen Otakus wie mir noch das ein oder andere beibringen können. ^^ (mehr …)