Eine leicht verstörende Weltsicht?

Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, ob ich dabei bin, mein Leben auf die Reihe zu bekommen, ob mein Leben dabei ist, mich auf die Reihe zu bekommen – oder ob wir uns einfach beide etwas vormachen.

Triggerwarnung für diesen Artikel: Zynismus, Selbstmord, Lebenssinnmangel. Ich spreche generell über diese Themen, Also bitte nur weiterlesen, wenn ihr damit zurechtkommt. So, damit seid ihr hoffentlich angemessen vorgewarnt :)

Dieser Artikel ist mal wieder etwas random, daher erlaubt mir eine etwas längere Einleitung. Ich habe gestern einem meiner Sprachpartner erklärt, was „random“ bedeutet und war ein wenig stolz auf mich. Immerhin ist das ein ziemlich wichtiges Wort (für mich^^). Außerdem habe ich zwar noch nicht meine Steuererklärung gemacht, aber eine Unterkunft in Seoul gebucht, womit mein langer Urlaub nun endlich komplett feststeht. Whohooo! Auch wenn er mich insgesamt bisher (Flug plus Zimmer) bereits mehr als die Hälfte meines Monatsgehalts gekostet hat. (Brutto versteht sich. Wir wollen ja nicht übertreiben. ^^) Andererseits habe ich noch nie so viel verdient wie jetzt, weswegen ich entschieden habe, das jetzt auch auszunutzen (aka auszugeben). Eigentlich sollte ich mich so langsam mal um eine Altersvorsorge kümmern, aber irgendwie … ich weiß nicht. In diesem Fall bin ich sogar nicht einmal nur zu faul dazu, sondern habe vielmehr das Gefühl, einer anderen Generation anzugehören, als beispielsweise alle bei mir auf der Arbeit.

Dort sind alle mindestens zwei Jahre älter als ich, aber meistens eher 10 bis 20 Jahre älter. Aber selbst die Kollegin, die fast in meinem Alter ist, gehört zu den Menschen, die voll den Plan zu haben scheinen und zahlt bereits seit Jahren in eine Altersvorsorge ein. Eigentlich sind es sogar zwei. Löblich und doch fremd für mich. Ich weiß ja nicht, wie das bei euch aussieht. Vielleicht bin ich einfach nur sehr unvernünftig, aber irgendwie fühle ich mich eher der Generation (welche auch immer das sein mag) zugehörig, die online Witze darüber macht, dass man sich ja, bevor man in ein Altenheim gesteckt werden oder im Krankenhaus landen würde, einfach das Leben nehmen könnte. Ja, deswegen die Trigger-Warnung.

Das Ding ist, dass das keineswegs bedeutet, ich wäre momentan unglücklich oder wollte morgen vor einen Zug springen, es bedeutet einfach nur, dass ich – genauso wie sehr viele Menschen, die vermutlich oft jünger sind als ich – ziemlich resigniert auf diese Welt blicke. Es fällt mir einfach so schwer, mir eine nicht-bescheidene Zukunft vorzustellen (Altersarmut, Klimawandel/Naturkatastrophen, Kriege, politische Instabilität, Überbevölkerung – you name it), dass es einfacher ist, zynisch damit umzugehen, anstatt sich ernsthafte Gedanken zu machen, ob und wie man die Situation ändern könnte. Oder das Maximum an Vorsorge zu treffen, auf die Gefahr hin, dass es durch diverse Umstände dann doch nicht reicht und man im Alter mit 300 Euro pro Monat auskommen muss, während statt des Feinstaubs in der Innenstadt nur das Internet gefiltert wird und man im Livestream Waldbränden/Wintereinbrüchen, hungernden Menschen und Stürmen zuschauen darf. Moment, das wird jetzt doch etwas zu dystopisch, wenden wir uns lieber wieder den Gedanken zu, die ich hier eigentlich verfolgen wollte.

Faszinierend finde ich nämlich, dass solche Witze über das eigene Lebensende (so unlustig sie auch sein mögen) sehr viele andere Menschen größtenteils verwirren oder gar schockieren. Damit meine ich, dass mein Gegenüber dann nicht einschätzen kann, ob das ein geschmackloser Witz war, was für Empörung sorgen würde oder ob ich das vielleicht doch irgendwie ernst meine, worüber man dann schockiert wäre und nachfragen müsste, ob alles in Ordnung ist.

Ich glaube ich sollte eigentlich zu denen gehören, die schockiert sind, aber irgendwie … vielleicht habe ich zuviel Zeit im Internet verbracht und man wird hier so zynisch? Mein 22-jähriger Mitbewohner verbringt gefühlt 80 Prozent seiner Zeit mit Zocken und hat allgemein einen eher seltsamen Sinn für Humor (manche würden ihn gar „schlecht“ nennen), der hauptsächlich auf Schockwerten basiert und mir dementsprechend gerne mal auf den Keks geht. Gleichzeitig ist er dadurch aber auch jemand, der durch sein „lass mal schockierende Sachen sagen, dann lacht bestimmt jemand“ nicht mal mit der Wimper gezuckt hat, als ich meinte, dass ich vermutlich ohnehin keinen Grund hätte, allzu alt zu werden.

Die Frage ist nun … ist das gut oder ist das schlecht? Es ist sehr angenehm, so einen Gedanken mal aussprechen zu können. Gleichzeitig bin ich mir der Tatsache bewusst, dass es keine gute Idee ist, so einen Gedanken durch vermehrtes Aussprechen zu normalisieren.

So viel zum Thema „random“: Ein wenig random Motivation, falls euch das generelle Thema doch zu deprimierend war. ^^

Mich würde einfach mal interessieren, wie ihr mit Zukunftsängsten umgeht. Beziehungsweise ob ihr welche habt und ob euch dieses lapidare „Joa, dann muss ich dem halt früh genug ein Ende bereiten“ schon begegnet ist. Ich hoffe, ich habe euch nicht allzu sehr schockiert, das war nämlich nicht meine Absicht. Mir ist nur aufgefallen, wie unterschiedlich Menschen verschiedenen Alters ihre Zukunft anzugehen scheinen. Die einen scheinen nicht daran zu zweifeln, dass diese schon irgendwie zustande kommen und ganz okay sein wird. Die anderen scheinen davon auszugehen, dass es nur noch schlimmer werden wird und sich einen Notfall-Ausstiegs-Plan zurecht zu legen, um mit diesem Gedanken klar zu kommen. Es könnte natürlich auch so sein, dass man mit zunehmendem Alter automatisch eher nicht mehr nach so einem Plan sucht, weil bis zu diesem Punkt ja auch alles geklappt hat. Dennoch hat mich diese Verständniskluft ins Grübeln gebracht.

Ich habe jedenfalls gerade meinen Urlaub geplant, was ich exakt wegen des Themas dieses Artikels auch erwähnt habe. Denn erstens will ich nicht, dass sich spontan jemand um mich Sorgen macht, weil das hier nur eine theoretische Lebenseinstellungs-Rumüberlegung ist und zweitens wollte ich deutlich machen, dass diese Gedanken eben mehr oder weniger permanent anwesend, dabei aber keineswegs bedrohlich, sind. Ich hoffe ich konnte mich verständlich machen, habe niemanden getriggert, über die Maßen schockiert oder gar traurig gemacht. Ich werde mir jetzt einen Tee machen und überlegen, welche Sachen ich mir in Seoul anschauen kann. :)

Ich hoffe ihr habt einen flauschigen Tag und wünsche euch möglichst wenig Grübelei! :) Eure, sich trotzdem über jegliche Rückmeldungen freuende, zynisch in der Welt herumphilosophierende und sich sehr auf ihren Urlaub freuende 0utofjoint ^_^

PS: Ja, ich weiß, dass man für Zynismus eigentlich keine Triggerwarnung aussprechen müsste, aber ich wollte das mit angemerkt haben, damit man eventuell schlussfolgern kann, dass ich nicht detailliert ernsthafte Szenarien erläutere. Auch wenn das vermutlich trotzdem unnötig war.

PPS: Der Titel des Artikel ist übrigens aus meinem unterbewussten Versuch entstanden „world view“ und „Ansicht zu verschmelzdenglischen. Sorry dafür! 😅

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WordPress mag mich nicht mehr!

Hi! Weiß überhaupt noch jemand, wer ich bin? Vermutlich nicht … ;_; Ich hab hier mal öfter gebloggt und dann irgendwie immer weniger und dann … gar nicht mehr. Der letzte Artikel ist ganze sieben Monate her und der davor glaube ich noch einmal acht. Meh. Sogar WordPress scheint mich nicht mehr zu mögen, dieser Artikel hatte nämlich schon mehrere Titel – die aber mysteriöserweise beim Speichern immer wieder gelöscht wurden. Tja. Wenn ich so unzuverlässig bin und mich nicht mal WordPress hier haben möchte, wieso komme ich dann überhaupt wieder hier her? :D Gute Frage. Nun, in der letzten Folge von „Sorry, ich schreib zu wenig, werde mich aber bestimmt-vielleicht-dochnicht bessern“ habe ich glaube ich vor mich hin gefaselt, dass mir das Sprachen lernen momentan wichtiger ist als das Bloggen.

Was heute für einen spontanen Blogbesuch gesorgt hat, ist die Tatsache, dass ich gestern eine Staffel Anime* bei Netflix zu Ende geschaut und dann festgestellt habe, dass ich eigentlich die ganze Zeit nur die Untertitel mitlese. Was ich ja eigentlich nicht mehr wollte, weil Japanisch lernen und so, weswegen ich ja angeblich keine Zeit mehr zum Bloggen hatte. Aber wenn ich momentan gar nicht so fleißig lerne, was schließen wir daraus? Genau: In den letzten Tagen und Wochen war eigentlich eher wahlloses Videoschauen das, womit ich meine Zeit verschwendet habe. Gelernt habe ich sowohl Japanisch als auch Koreanisch irgendwie nur noch relativ wenig. Gleichzeitig habe ich auch weniger Sport gemacht als vorher. Ich bin deswegen also mal ein wenig in mich gegangen und habe, als ich überraschenderweise abends schlecht einschlafen konnte, festgestellt: Ich glaube, ich bin momentan etwas unzufrieden mit meinem Leben. [*= Die erste Staffel von Assassination Classroom <3]

Der gemeine Mitbewohner aka „Non Putzericus“

Was hat sich verändert? Nun, ich wohne mittlerweile in Bonn in einer WG – da ich recht spontan umziehen musste und so schnell keine eigene Wohnung gefunden habe. Meine neuen Mitbewohner sind beide nett, auch wenn zumindest 50 % davon grundlegend andere Hygienestandards haben als ich … Hab ich schon mal erwähnt, dass in WGs irgendwie nie alle putzen? Ein Phänomen! :D Naja, aber immer noch besser als psychisch auslaugende Mitbewohner, von daher: ¯\_(ツ)_/¯

In Bonn zu wohnen ist natürlich praktischer, da ich nun nur noch 20 Minuten bis zur Arbeit brauche, anstatt eine bis anderthalb Stunden. Allerdings war ich im Zug meist wesentlich disziplinierter, was das Nachrichten beantworten angeht, weshalb ich fast alle meiner Sprachpartner schon wieder vergrault habe. (*ding* Bitte facepalmen Sie jetzt.) Insgesamt bin ich aber mittlerweile von den Sprachaustausch-Apps (Hello Talk und Speaky) abgekommen, da dort zwar Funktionen wie Nachrichtenkorrektur existieren, es aber auch einige Creeps gibt. Zuletzt habe ich über eine Webseite namens Conversation Exchange einige Tandempartner gefunden, mit denen ich dann über Line (Japanisch) oder Kakao Talk (Koreanisch) schreibe. Viele haben aber glaube ich auch Whatsapp. :) Mit einer sehr sehr geduldigen und lieben Japanerin habe ich auch bereits ein paar Mal geskyped, was jedes Mal in einer unglaublich peinlichen Stammelei meinerseits und vielen „Ähm …? Aaah, ach so, meinst du das und das?“ ihrerseits endet. Ich sollte viel mehr machen, bin aber auf jeden Fall so dreist, stolz auf mich zu sein, weil ich es überhaupt probiere. ^^

Random Tipps zum Sprachen lernen

  • Die App Memrise für Vokabeln (soll bald in zwei Apps aufgespaltet werden für offizielle Kurse und Community-Kurse)
  • Etwas weniger bunt, aber ebenfalls eine Vokabel App für „Spaced Repetition“ Vokabelwiederholungen: Anki
  • Conversationexchange.com für die Suche nach Sprachpartnern
  • Anime/Dramen mit japanischen und koreanische findet ihr teilweise auch bei Netflix, ALLERDINGS müsst ihr dafür euer Netflix auf die entsprechende Sprache umstellen
  • Bei Daiweeb.org gibt es einige Anime mit japanischen Untertiteln, bei denen man jedes Wort einzeln anklicken und auf Englisch übersetzen lassen kann – my heroes! ;_;
  • Mit dem Browser-Plugin „Yomichan“ kann man mit der Maus über einem Begriff hovern und bei gedrückter Shift-Taste wird automatisch eine Übersetzung des Begriffs angezeigt; Vokabelfans können Yomichan sogar mit Anki verknüpfen und sich dort eigene Vokabel-Decks erstellen
  • Ein weiteres und recht neues Plugin (wir reden hier nicht über Datensicherheit, ja?) nennt sich „Toktogi“ und ist ein automatisches Wörterbuch für koreanische Worte. Bisher gibt es keine Anki-Einbindung, aber falls ihr sehr motiviert seid, könnt ihr sicher beim Entwickler mal nachfragen. ^^ (Falls ihr es eher komplizierter, dafür aber theoretisch mit Anki-Anbindung wollt, könnt ihr auch „Toktogi Plus“ probieren, eine temporär installierbare Version, die jemand bei Github gepostet hat. O:) )
  • Ich glaube diese Tipps habe ich teilweise auch in meinem „Kann ich Japanisch?„-Artikel erwähnt. Der ist allerdings schon wieder ewig alt, weshalb ich nicht davon ausgehe, dass das gerade jemandem aufgefallen ist. Warum ich es dann erwähne? Weil äh … Guck mal, ein Eichhörnchen!
Eichhörnchen
<3

Wann beschwere ich mich eigentlich nicht?

Auf der Arbeit habe ich aus irgendwelchen Gründen die Verantwortung für ein Projekt bekommen, das sehr spannend, aber auch vollkommen hyperaufwändig sein könnte. Moment, Verantwortung? Ich? Ja, ich weiß auch nich, wer auf die Idee gekommen ist, dass man mir ein Projekt übertragen sollte. Es ist jedenfalls online – also quasi der Aufbau einer neuen Webseite für eine jüngere Zielgruppe und joa, wir werden sehen?

Das ist übrigens noch ein Grund, warum ich gerade hier bin. Es kann nämlich sein, dass das Projekt mit WordPress umgesetzt werden soll und weil ich mir deswegen heute tonnenweise WordPress-Seiten angeschaut habe, habe ich so ein bisschen Heimweh bekommen … In den letzten Wochen habe ich nämlich hauptsächlich Gedöns gemacht und so gut wie nichts selbst geschrieben. Und dafür bin ich ja nun nicht Journalistin geworden. :/ Vielleicht sollte ich also doch einen unjournalistischen Teilzeitjob mit guter Bezahlung suchen und nebenher weiter bloggen. Teilzeit und hohe Bezahlung … der war gut, oder?

Jedenfalls merke ich immer wieder, dass ich gerne noch einmal etwas anderes von der Welt sehen würde. Momentan fühle ich mich einfach nicht so richtig erfüllt, von dem, was ich auf der Arbeit so mache. Klar, ich werde nun (hoffentlich!) noch einige neue Dinge dazulernen und eigenständig ein Projekt leiten (wuuuhuu? ô.o), aber an sich arbeite ich ja lieber kreativ und suche mir spannende Themen raus, zu denen ich mich äußern möchte. Wie sich meine Unzufriedenheit beruflich genau auswirken wird, kann ich noch nicht einschätzen. Vielleicht finde ich das Projekt ja auch so toll, dass ich das auf ewig weitermachen möchte, wer weiß?

Irgendwann kann ich mich mal verständigen!

Oder ich komme irgendwann mit dem Lernen doch noch weiter voran und gehe einfach noch einmal Japan? Ende des Jahres werde ich auf jeden Fall erst einmal nach Korea fliegen. Drei Wochen, kein Sprachkurs, da ich sonst vermutlich mit der Ausrede Hausaufgaben machen zu müssen, in meinem Zimmer bleiben und nichts vom Land sehen würde. Ich kenne mich und meine Motivation ja … Mal sehen, ob das Land der K-Pop-Stars und der Überarbeitung meine Erwartungen erfüllt. ^^ Und ob ich es bis dahin hinbekommen werde, auf Koreanisch einen Kaffee zu bestellen und nach dem Weg zu fragen … O_O

Das ist gar nicht so einfach! Während 안녕하세요, 커피 한잔 주세요~ (Annyeonghase-o, keopi handschan dschuse-o) „Hallo, eine Tasse Kaffee, bitte ^~^“ heißt, bedeutet 안녕하세요, 코피 한잔 주세요~ (Annyeonghase-o, kopi handschan dschuse-o) nämlich in etwa „Hallo, einmal Nasenbluten, bitte! Ò.ó“ Vermutlich würde zwar niemand auf die Idee kommen, dass ihr genau das bestellen wollt, aber man will sich ja auch als doofer Ausländer mit Ausspracheschwierigkeiten nicht unnötig dumm anstellen! xD

Oooh! Ich sehe gerade, dass ich heute fünfjähriges Blogjubiläum feiere! Oh nein. Und das mit so einem belanglosen Artikel. :o Ich glaube, ich gehe lieber noch einmal in mich und in ein paar Anime-Folgen melde ich mich noch mal.

Der Bahnhof Köln Messe/Deutz bei Sonnenaufgang

Oh … hey! Ich hab ja ’nen Blog! o_o

Einen wunderschönen Samstagmorgen wünsche ich euch! Ja, da staunt ihr, ich lebe noch! Ich habe gestern Abend mit Schrecken festgestellt, dass ich anscheinend seit Dezember 2017 (!) nichts mehr in diesem Blog gemacht habe. What the actual flausch! Das habe ich auch nur festgestellt, weil die liebe afictionesse anscheinend ein sehr sehr gutes Gedächtnis besitzt und mir netterweise eine Stellenanzeige weitergeleitet hat. Denn der letzte Stand und somit meine offizielle Lebenssituation war ja anscheinend, dass ich immer noch einen Job suche. Daher hiermit ein kurzer Infoartikel, in dem ihr erfahren werdet, ob ich 1. mittlerweile einen Job habe, 2. vielleicht sogar erwachsen geworden bin und 3. mich endlich kurz fassen kann.

Zuallererst: Ich nage nicht mehr am Hungertuch! Ungefähr als ich vom Arbeitslosengeld I auf Hartz IV gefallen bin, habe ich einen Job gefunden. Der Fall war übrigens recht weich, da mein Nicht-Hartz-IV-Satz nur etwa äääh 70 Euro über selbigem lag. Was definitiv auch einiges an Geld ist, wenn man wenig hat. Für 70 Euro bekommt man gute neue Spotschuhe, kann sich einmal komplett neu einkleiden, kann gefühlt Essen für mindestens eine ganze Woche kaufen oder sich einmal im Jahr überteuerte Konzerttickets leisten. Aber wenn der Satz vorher auch schon nahe am Limit war, dann resigniert man fast schon eher als dass man sich aufregt. Da heißt es einfach noch mehr auf Preise gucken und sich eben nur maximal einmal im Monat einen teuren Kaffee leisten. Oder sich von Freunden einladen lassen, wenn man noch etwas unternehmen möchte … Traurig, aber wenn man zur Leistungsgesellschaft nichts beiträgt außer den wichtigen Menschen die Luft wegzuatmen, dann ist das eben so.

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Was ist eigentlich dieses „K-Pop“?

Yo, was geht? Ich sitze hier grade mit Tiefkühlgemüse und Instantreis (weil ich es kann) und mir ist aufgefallen, dass ich seit gefühlten Milliarden Jahren mal wieder nichts geschrieben habe.

Es ist aber keineswegs so, dass ich momentan einfach gar nichts tue. Vielmehr ist meine Priorität momentan immer noch die, neben der Jobsuche vor allem meine Sprachkenntnisse zu erweitern. Das bedeutet ich lerne jeden Tag viel und es macht mir Spaß, laaaaaangsam aber sicher ein wenig besser Japanisch verstehen zu können. Dadurch wird aber mein Tagesablauf von außen betrachtet halt bloß kaum spannender, sondern eher langweiliger. :D

Ich führe zwar jetzt ein sogenanntes Lerntagebuch, aber das ist für den Rest der Welt nun wirklich nicht interessant. Darin plane und dokumentiere ich, was ich jeden Tag lernen möchte (also dieses Grammatikgedöns, jene Vokabelliste, die Lektion in Lehrbuch „Denken für Deppen“ etc.) und was davon ich letzten Endes auch geschafft habe. Eine der ersten Reaktionen auf meine Aussage, dass ich nun so einen Lernplaner habe war übrigens: „Darauf können auch nur diese verrückten Asiaten kommen!“ Was einerseits wieder einmal zeigt, wie wichtig interkulturelle Kompetenz ist und andererseits die Wahrnehmung eurer zwischen Lehrbuch- und Notizbergen hockenden Bloggerin durch andere Lebewesen veranschaulicht … „Das is‘ die, die diese verrückten Asiaten so mag!“ Ooookay.

Mein Geständnis … *Dramatikregler hochkurbel*

In diesem Sinne: Ich muss euch allen etwas gestehen. Ich lerne nicht nur mehr oder minder erfolgreich Japanisch und nerve meine Mitmenschen mit Anime- und Mangagefasel, nein, es ist noch eine zweite Leidenschaft dazugekommen! Nach dem Anime- und Mangafieber hat mich nämlich vor einer Weile noch ein anderes asiatisches Virus befallen, das im Moment scheinbar sehr verbreitet zu sein scheint. Ich spreche von *döm-döm-DÖÖÖÖÖÖMMMMM* … K-Pop, also koreanische Popmusik. Das überrascht euch jetzt vermutlich nur, wenn ihr den fetten Spoiler-Titel komplett übersehen habt. Aber gönnt mir meine Dramatik! :D

Jupp, ich habe angefangen Koreanisch zu lernen. Bevor ihr mich nun alle für bescheuert erklärt oder für meinen Musikgeschmack steinigt, möchte ich betonen, dass ich deswegen andere Musikrichtungen nicht automatisch nicht mehr gut finde. Und dass ich mir bewusst bin, mich dadurch virtuell inmitten von vielen weiblichen und gerne auch hysterischen Teenagern zu befinden. Ich könnte euch auf Anhieb gleich mehrere Dinge nennen, die ich an der koreanischen Musikindustrie gar nicht mal so toll finde.

Trotzdem kann ich mich für einige der Boygroups bzw. für deren Musik begeistern. Die wenigsten Sänger sind in Südkorea übrigens solo unterwegs, den größten Marktanteil machen unzählbar viele Boy- und Girlgroups aus. Das mag bei der ein oder anderen Person verstaubte Erinnerungen an Backstreet Boys oder N’Sync wecken. (Schreibt man die so?? Ich hab mich bisher nie für Boybands interessiert, sorry. Ich hole das jetzt scheinbar nach … :D) Oder an die wesentlich jüngere Gruppe One Direction. Und diese Assoziation ist gar nicht mal so falsch, denn hinter dem Wort K-Pop verbergen sich sehr erfolgreiche koreanische Musikgruppen, bestehend aus jungen, talentierten und hübschen Menschen, die Unmengen an Fans haben, die bei deren Konzerten ähnlich laut sind, wie das die Fans bei Boygroups aus den 90ern wohl gewesen sein müssen. Hier nun also eine nahezu wissenschaftliche Abhandlung über das Phänomen „hübsche Asiaten singen und schaffen es dabei anatomisch unmögliche Dancemoves hinzubekommen und alle rasten aus“ aka K-Pop. (mehr …)

Ich lebe das Chaos.

Hey, ich lebe noch! Die übliche Anrede, nachdem ich es mal wieder viel zu lange nicht geschafft habe zu bloggen, ich weiß. Die letzten Wochen waren interessant – aber das ist nicht der Grund, warum ich so lange nichts geschrieben habe. Ich hatte einfach andere Prioritäten. Das habe ich nämlich vor Kurzem realisiert. Früher war dieser Blog hier mein Ding und das ist er auch heute noch, aber ich habe einfach viel zu häufig andere Dinge zu tun, die ich als wichtiger erachte. Aber fangen wir von vorne an! Was habe ich denn in den letzten Wochen gemacht?

Nun, da ich ja momentan arbeitssuchend bin, habe ich meine zuständige Arbeitsamtsmitarbeiterin in Kaffenshausen darum gebeten, mich doch bitte eine Fortbildung machen zu lassen, die ich vor etwa anderthalb Monaten angefangen habe. Nun kann ich nach dem ersten Kurs noch mehr Photoshop und werde bald vermutlich meine geistige Zurechnungsfähigkeit anzweifeln, da ich mich freiwillig für einen PHP-Kurs entschieden habe … Aber ich wollte ja schon immer mal mit Programmierkenntnissen angeben können und je mehr man weiß, desto besser kann man sich auf dem Arbeitsmarkt doch pros..verkauf…bewerben. Ja, oder? Nun ja, jedenfalls habe ich durch diese Kurse etwas zu tun und mein Hirn rostet nicht ein und ich kann mir etwas in den Lebenslauf schreiben. Win-win-win und so.

In den ersten beiden Wochen des Kurses musste ich allerdings noch von meinen Eltern aus pendeln und da diese wie erwähnt in Kaffenshausen-Hinterfluren wohnen, betrug die tägliche Pendelzeit etwa anderthalb Stunden. Pro Strecke. Wartezeiten, da der Zug nur einmal pro Stunde fährt, nicht mit eingerechnet. Abfahrt war um 6.30h morgens. Für mich als Nachtmensch also ideal und kaum erschöpfend – aber ich habe während der Zugfahrten fleißig Japanischlektionen durchgeackert und bin dadurch gefühlt dem Verständnis schon etwas näher gekommen. Zwar sind es immer noch Minischritte und ich kann bei Weitem keiner richtigen Konversation folgen, aber flauschig ernährt sich das Eichhörnchen … nee, der ging anders, der Spruch. Ähm. Kleintiere bauen auch Mist? Ihr äh ihr wisst schon was ich meine. :D (mehr …)

日本語もいいですか? Kann ich Japanisch?

Eine der häufigsten Fragen, wenn ich erzähle, dass ich in Japan war, ist sicherlich diese. „Oh, sprichst du denn Japanisch?“ So gern ich auch mit einem „もちろん!“ also „Selbstverständlich!“ antworten würde, so weit bin ich davon entfernt mich als sprechfähig anzusehen. Dafür habe ich in den letzten Jahren sehr viele verschiedene Methoden ausprobiert, um Japanisch zu lernen und bin momentan in einer recht motivierten Phase, in der ich das einfach mal mit euch teilen möchte.

Für den Fall, dass ihr euch noch nie mit Japanisch auseinandergesetzt habt und mit den Begriffen Hiragana ひらがな, Katakana カタカナ und Kanji 漢字 nichts anfangen könnt hier eine ultraknappe Erklärung. Wie ihr anhand der Nupsis neben den Worten seht, sind die ersten beiden japanische Silbenalphabete, die eher nach Buchstaben aussehen und das dritte sind die komplizierten gemalten Zeichen, die mal aus China importiert wurden. Als Romaji bezeichnet man es, wenn die Aussprache der japanischen Kanji-Bildchen statt mit den japanischen Hiragana-Schriftzeichen mit römischen Buchstaben grob wiedergegeben wird (also mit denen, die ich hier gerade tippe). Ich gehe deswegen darauf ein, weil es nicht empfehlenswert ist dieses System langfristig zu nutzen.

Warum? Nun, erstens weil man Hiragana und Katakana sowieso braucht, wenn man japanische Texte lesen möchte. Und zweitens, weil sich mit den römischen Buchstaben nicht alle Laute des Japanischen wiedergeben lassen. Zum Beispiel sind gerade die R-Laute für Ausländer oft eine Herausforderung, weil es eben kein simples deutsches „Rrrr“ ist. Diese einfach als „ra, ri, ru, re, ro“ wiederzugeben ist schlicht falsch und führt zu einer arg schrägen Aussprache. Auch andere Sprachen haben bekanntlich ihre eigenen Laute. Nicht umsonst nutzen Englischbücher in Deutschland normalerweise ein phonetisches Alphabet, um die Aussprache der Vokabeln zu erklären. So kann man „This is an elephant“ statt schlechtdeutsch als „Ssis is ön älefennt“ (oder so) lieber mit allen benötigten Lauten phonetisch darstellen, also als „ðɪs ɪz ən ˈɛlɪfənt“ – auch wenn es auf den ersten Blick komisch aussehen mag. Das aber nur als Grundlagenwissen. Kommen wir nun zum eigentlichen Lernen. ^^

Der Klassiker: Ein Sprachkurs an der VHS oder Sprachschule

Der Startpunkt, um mit Japanisch zu beginnen ist sicherlich bei vielen ein Japanischkurs. So einen habe ich auch gemacht, um ehrlich zu sein sogar zwei. An der VHS in Bielefeld gab es einen Crashkurs, bei dem man fast täglich erschien und einen normalen Kurs mit nur einem Termin pro Woche. Auch wenn einmal wöchentlich gerade für Leute mit einem Vollzeitjob wesentlich sinnvoller erscheint, so hat mir der Crashkurs damals doch mehr gebracht. Denn macht man die ganze Woche jeden Tag etwas, kommt man viel weiter als wenn man bis zum nächsten Termin bereits die Hälfte des Gelernten wieder vergessen hat. Logisch, oder?

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Pinguine, Oktopusse und Wettbewerbe – Cosplay auf der DoKomi 2017

Ich habe es endlich geschafft meine Fotos von der Messe weiter zu sortieren und hier ist nun das Ergebnis. Alle Cosplays, deren Fotos einigermaßen annehmbar waren. Auf dem Titelbild seht ihr übrigens wie das richtige Fotografen wohl machen sollten, jaha. Die Modelle positionieren und erklären, was gemacht werden muss, damit alles besser aussieht. Da ich panisches Wesen mit ständigem „Wie funktioniert nochmal dieses Kameradings hier?!“-Blackout das aber absolut nicht hinbekomme, wenn ich Menschen ansprechen muss, bitte ich euch schon mal um Verzeihung für die ganzen Vignetten und Filter. Aber auch wenn der Hintergrund auf den Fotos dank Tiefenschärfe einigermaßen unscharf war, war er aufgrund von alles-wuselt-durcheinander meistens ultra unruhig und mit Vignettinierung lenken zumindest am Rand des Fotos nich mehr ganz so viele Leute ab, die gerade durchs Bild schlurfen. Ich hoffe also keiner von euch bekommt einen Instagram-Koller! ^^“

Gaming und Gedöns

Zuerst kommen mal ein bisschen random bzw. Gaming-Sachen. Ich habe an dem Tag gefühlte 20 „D.Va“s aus Overwatch gesehen. (Für den Fall, dass der Hype wirklich an euch vorbeigegangen sein sollte und der Name nicht offensichtlich aussprechbar aussieht: Man spricht die Dame „Diva“ aus.) Aber diese hier war eine der wenigen, die nicht einfach nur einen Morphsuit an hatte, sondern auch die Details daran hervorgehoben und eine Waffe dabei hatte. Letzteres ist für eine D.Va ohne Rüstung ja nun wirklich essenziell. Daaann war da noch ein sehr cooles Paar von ähm Androiden? Cyborgs? Nee, wie nennt man die beiden gothisch-düster gekleideten Charaktere aus „Nier Automata“ nochmal? Egal, detailgetreu gecosplayt waren sie!

Das Bild mit dem lustigen rothaarigen Brillenträger mit Kopfhörern hebt das, was ich in meinem ersten Artikel zur DoKomi schon erwähnt hatte, noch einmal hervor, nämlich dass sich koreanische und japanische Popkultur sehr gut verstehen. Denn „Seven“ aus dem koreanischen mobile game „Mystic Messenger“ habe ich an dem Tag unglaublich oft gesehen. Sowohl als Cosplay als auch als Zeichnung. (Woher ich den kenne? o_o‘ Ja, also ich weiß auch nich …) Die andern Fotos sind glaube ich auch selbsterklärend, oder? Bitte lest das Schild! :D

Wenn ihr auf die Bilder klickt, geht eine Extra-Galerie auf, wenn ihr mit der Maus drüberfahrt, plöppt unten eine Beschreibung auf. Da die oft zu klein ist, um mein Gebrabbel vollständig anzuzeigen, könnt ihr am PC auch per Mouseover den gesamten Text anzeigen.

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Zu viele Künstler, zu wenig Geld – die DoKomi 2017

Whoop whoop, convention time! Ich war ja 2016 schon auf der DoKomi und dieses Jahr habe ich mir die vollen zwei Tage gegeben. Also ein Wochenende nur Herumrennen zwischen Cosplayern, Merch anschauen, Onigiri essen und mich selbst davon abhalten mir alle Zeichnungen der etwa 450 Zeichner vor Ort zu kaufen. Und das war keine Übertreibung, es waren wirklich viele Zeichner dort. Was auch einer der ersten Punkte ist, bei denen ich der DoKomi ein Lob aussprechen muss.

Es gab einige Änderungen, unter anderem sind die Zeichner nicht wie im letzten Jahr in einem viel zu kleinen Raum untergebracht, sondern in einer richtigen Messehalle, wo man sich wirklich umschauen kann, ohne Angst zu haben, jemandem mit dem Rucksack den Stand zu zerstören oder nie wieder aus dem Raum zu kommen, weil eine Gruppe von Menschen mit ausladenden Cosplays den Gang verstopft. Diese Änderung finde ich schon mal sehr gut, denn sie hat das ganze Messeerlebnis wesentlich entspannter gemacht, da man drei komplette Hallen zur Verfügung hatte.

Außerdem waren die Hallen in diesem Jahr auch besser gefüllt als im letzten Jahr, wo irgendwie ein Drittel der großen Ausstellerhalle leer stand. Eine Halle war immer noch recht leer. Dort befanden sich die Workshop-Räume, Bring&Buy, der Karaoke-Raum und Sachen wie Lasertag und Sachen mit Hüpfburg-Feeling. :D Da hier aber auch Bänke standen und an einer Seite per Beamer Anime-Musik-Videos an die Wand geworfen wurden, war das eher die Entspannungs-Halle und deswegen fand ich es gar nicht weiter schlimm, dass sie nicht so vollgestopft war.

Zusätzlich zu den Itasha-Autos und den Zeichnern befand sich in der Halle daneben auch ein kleiner Gaming-Bereich und ein paar Fotoboxen mit Hintergründen wie einem japanischen Klassenraum oder einer gruseligen Burg, vor denen Cosplayer posieren konnten. Und ein Bällebad gab’s direkt neben dem Klassenzimmer! Vermutlich damit die nicht cosplayenden und nicht fotografierenden Begleiter sich beschäftigen konnten, während die Fotoshoots stattfanden oder so. Solche wichtigen Details will ich ja nicht unterschlagen.

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Wohlfühl-Feuerwerke, Tattoos, Geisterjäger und depperte Goldfische – Manga Rückblick #7

Whaaaaaat? Manga-Reviews? Hier? Nach all dieser Zeit? :D Tja, das habt ihr alles der Tatsache zu verdanken, dass ich zwei Wochen nach meiner Ankunft in Deutschland mit Manga-Entzugserscheinungen in einen Buchladen gestolpert bin und gleich vier Manga mitgenommen habe. Ich hätte auch 15 mitnehmen können, aber erstens habe ich ja immer noch kein Geld und zweitens (in diesem Moment vermutlich der entscheidendere Faktor) hatte ich nicht so viel Platz im Rucksack, weil dort noch Lebensmittel rein sollten. Fangen wir aber lieber mal an. Hier meine spoilerfreien Beurteilungen. :)

Ein angenehmer Sommerabend

Einer der Manga, die ich spontan mitgenommen habe, ist der erste Band von „Graffiti of the Moment“ von Hinoki Kino und ist in 4 Bänden abgeschlossen. Die Mangaka hat auch bereits „NO. 6“ gezeichnet, einen Shounen Ai Manga mit Sci-Fi-Setting, den ich sehr gut fand. Daher werde ich auf den Zeichenstil, den ich sehr mag, nicht weiter eingehen und nur noch einmal betonen, dass ich ihre Art Augen zu zeichnen sehr schön und gleichzeitig sehr speziell finde. Im Gegensatz zu NO. 6 stammt bei diesem Manga auch die Story von ihr. Spontan hat mich allerdings nicht der Name der Zeichnerin, sondern die Farbkombi auf dem Cover angesprochen. Ich mag einfach bunt. Mit „Graffiti of the Moment“ beweist Hinoki Kino jedenfalls mal wieder, dass es wirklich Manga über alles geben kann, denn das Thema hier ist, wie erwähntes Cover unschwer erkennen lässt: Feuerwerk. Ein Thema, das mich persönlich nicht wirklich interessiert und das vollkommen unpassend für das Medium Manga scheint, aber in Japan ebenso wie die Kirschblüten-Picknicks im Frühjahr als Teil der Sommerfeste eine traditionelle Beschäftigung ist.

Zur Story: Der Hauptcharakter Kou hat Angst vor Feuer, da seine Eltern bei einem Brand ums Leben kamen – seltsamerweise ist er aber trotzdem zutiefst fasziniert von Feuerwerk. Im ersten Band lernt er einen Experten für Feuerwerk kennen und möchte mehr dieser magischen Momente erleben und sogar selbst mitmachen. Insgesamt wirkt die Story auch hier so, als könnte der Manga entweder Shoujo mit viel Feeling oder Shounen Ai sein. Bisher sind noch alle Optionen in dieser Richtung offen – vielleicht wird Liebe aber auch komplett außen vor gelassen, weil es genug andere „Awww!“-Momente gibt. Ich muss sagen, ich war positiv überrascht davon, dass das Thema Feuerwerk durch viele fachliche Erklärungen so interessant werden konnte und das bei schwarz-weißen, sich nicht bewegenden Zeichnungen! Es geht zwar um Kous Geschichte, aber durch die Tatsache, dass er sich immer mehr mit Feuerwerk beschäftigt sind viele Szenen genaue Beschreibungen der Entfaltung von einzelnen Feuerwerkskörpern und es wird die Choreographie gelobt, mit der die Lichter im Einklang mit der Musik erscheinen – die man im Manga natürlich ebenfalls nicht hört. Aus diesem Grund könnte ich mir die Story aber sehr gut als Anime vorstellen, denn das könnte definitiv optisch und akustisch beeindruckend werden. Prädikat: Sweet und wenn ich dazu komme, kann ich mir gut vorstellen, mehr über Kou Setsuna zu lesen. :) (mehr …)

Seems legit – Anime legal streamen

Vor zwei Tagen habe ich mit dem werten Anime-Experten PeeT unter anderem über die Streamingmöglichkeiten von Anime in Deutschland und die Anime-Industrie im Allgemeinen diskutiert. Da es ja bekanntlich keine Zufälle gibt, habe ich kurz danach bei Otaku Journalist einen verlinkten Twitter-Thread gesehen, in dem jemand über die Anime-Industrie in Japan und weltweit spricht.

Vieles basiert dabei auf dem „Anime Industry Report 2016“ der „Association of Japanese Animations“. Ja, es gibt so einen Verein und ja, die hauen selbst in die englische Kurzfassung sehr viele Daten rein. (Neugierig? Hier findet ihr die AJA-Seite mit den Reports.) Leider heißt der Report zwar „2016“, enthält aber nur die Daten für 2015. Weil ja große Behörden immer mindestens 3 Monate für die Auswertung ihrer ganzen Daten brauchen. Warum es noch keinen Report für 2017 gibt, obwohl wir schon fast Juni haben, das dürft ihr mich allerdings auch nicht fragen. Ich hoffe es liegt daran, dass die Daten dieses Jahr so toll sind, dass die Verantwortlichen zuviel Party gemacht und vergessen haben, den Report rechtzeitig einzureichen. Und nicht daran, dass die Zahlen so abgesackt sind, dass sich jeder Sorgen um die Zukunft der Industrie macht …

Streaming wird immer wichtiger und es gibt immer mehr legale Angebote!

Noch ein kleiner Exkurs, bevor wir zum eigentlichen Thema des Artikels kommen. Außerhalb Japans stiegen die Einnahmen im Zusammenhang mit Anime letztes Jahr von 19,5 auf fast 35 Milliarden Yen (etwa 281,5 Millionen €) an. Das ist immer noch nicht die größte Industrie der Welt, aber der höchste Wert für die Einnahmen seit … ever! Auch die Zahl der Verträge/Lizenzen im Ausland stieg im Vergleich zu den Vorjahren an. Gleichzeitig sind die Produktionsfirmen am Limit, was die Anzahl der produzierten Anime angeht. Über die Studie könnte man noch ewig weiterreden, aber einer wichtigsten Punkte des Reports ist jedenfalls, dass die Umsätze aus Online-Diensten ebenfalls steigen. Das heißt, es gibt mehr und mehr Online-Angebote, bei denen man legal Anime schauen und mit denen man die kreativen Menschen dahinter auch unterstützen kann. Und wir haben uns doch sicher alle schon mal gefragt, wie das eigentlich mit der Legalität bei Anime-Streams ist, oder?

Kurz gesagt ist eigentlich so gut wie alles illegal, bei dem Videos von Leuten hochgeladen und angeschaut werden, für die der Uploader keine Lizenzrechte erworben hat. Das heißt auch sehr beliebte Seiten wie proxer.me sind offiziell nicht legal und auch die Zuschauer dieser Portale können theoretisch fürs Anschauen der illegal hochgeladenen Streams zu Geldstrafen verurteilt werden. Dem europäischen Gerichtshof ist die Argumentation, warum man keine Jahrzehnte auf eine Lizensierung in Deutschland warten möchte oder dass der Anime nur als Fansub existiert oder gar die Tatsache, dass einem die Import-DVDs zu teuer sind, nämlich leider herzlich egal. :/ Ein ausführlicheres Video dazu hat NinotakuTV erst vor Kurzem gemacht.

Jedenfalls bin ich als gesetzestreues Otaku-Wesen nach meiner Rückkehr aus dem fast alle ausländerfreundlichen Streaming-Services blockenden Land Japan noch einmal die Plattformen durchgegangen, bei denen man von Deutschland aus legal Anime schauen kann. Es hat gedauert und die Technik war gegen mich, aber ich habe es geschafft! Meine Erfahrungen teile ich nun in einem wie immer ausladenden Artikel mit euch. Am Ende des Artikels findet ihr die wichtigsten Fakten noch einmal in einem knappen TL;DR. Einfach Strg+F drücken und „TL;DR“ suchen, falls ihr keine Zeit zum Lesen habt. :) Auch wenn ich natürlich hoffe, dass auch irgendwer den Rest des Artikels zu würdigen weiß. :D

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