Warum guckst du Anime? – Teil 2

Wo liegt der Unterschied zu Animes?

Nun. Ein Punkt, der mir immer wieder auffällt ist der, dass sich Anime viel schlechter erklären lässt. Ernsthaft jetzt. Sobald ich versuche jemandem die Storyline eines Animes zu erklären, lande ich fast zwangsläufig bei Sätzen wie „äh, also das ist ein wenig kompliziert, aber…“

Während bei Sherlock einfach ein ungleiches Ermittlerduo Fälle löst – PUNKT, ermittelt bei Detektiv Conan ein Grundschüler, der eigentlich ein siebzehnjähriger Schüler ist, aber durch eine böse Organisation geschrumpft wurde und deswegen … äh, ihr seht was ich meine? Und das ist glaube ich für mich ein Reiz bei Anime. Die Stories sind in den meisten Fällen haarsträubend unrealistisch. Wie bei Fantasy und Science-Fiction lassen Mangaka (also die Zeichner) ihrer Phantasie freien lauf. Alles ist erlaubt. Trotzdem sind die Charaktere bei guten Animes sehr realistisch gezeichnet – im Sinne von „dargestellt“. Womit wir aber (welche eine Überleitung!) beim nächsten Thema wären:

Die Zeichnungen

Jeder kennt sie, die typischen Schulmädchen mit den knappen Röcken und den grooooooooßen Augen. Und auch die Gesichtsausdrücke sind typisch für Anime, bei denen die Augen nur noch aus einer Linie bestehen (-_-), das Erstaunen durch eine bis zum Bauchnabel runterklappende Kinnlade angezeigt wird oder peinliche Situationen zu einzelnen Schweißtropfen führen, die irgendwo am leicht blau werdenden Kopf der Figur kleben. Aber Moment mal, auch bei westlichen Comics gibt es das. Ich bin mir sicher, dass bei Bugs Bunny und ähnlichen alten Serien noch bescheuertere Gesichtsausdrücke eingesetzt wurden als in vielen Standard-Animes. (Hier klicken für ein paar nette Beispiele, falls ihr euch unter meinen Beschreibungen überhaupt nichts vorstellen könnt.) Allerdings haben die bekannten westlichen Cartoons, die solche Stilmittel einsetzen, meist wirklich keinen tieferen Sinn als zu unterhalten oder sie sind oft einfach auf Kinder als Zielgruppe ausgelegt. Zusätzlich sind diese Comics in den meisten Fällen vollkommen unrealistisch, was die Physik angeht (die Charaktere sind eigentlich immer Gummiball-artig und überleben alles) und es sind meistens sprechende Tiere. Zumindest falls ich das richtig in Erinnerung habe.

Genres über Genres

Bei Animes gibt es allerdings auch unterschiedliche Genres, mit vollkommen unterschiedlichen einzelnen Serien. So gibt es Serien, die sich eher an junge Männer richten -bei uns mit die populärsten und auch meine Favoriten-, Serien für junge Frauen und Mädchen und ernsthafte Serien, mit tiefgründigen Themen, die wesentlich seltener bei Diskussionen über „diese japanischen Comics“ auftauchen. Bei letzteren geht es z.B.  um philosophische Themen, in Richtung „Was macht uns zu Menschen?“ oder es werden gesellschaftliche Missstände kritisiert. Ein Punkt noch kurz zu den Zeichnungen: Gerade bei diesen philosophischer-anmutenden Animes ist oft kein bisschen der Albernheit vom Durchschnittsanime zu spüren. Genauso wenig, wie in die meisten Dramen Slapstickeinlagen eingebaut werden, findet man hier übertriebene Zeichnungen. Im Gegenteil, die Darstellung der Charaktere ist oft sehr genau und ihre Gesichtsausdrücke wirken sehr realistisch.

Man muss allerdings dazu sagen, dass die Durchschnittsanimes neben all dem Geplänkel erstaunlich oft auch ernstere Themen berühren oder Fragen aufwerfen, die einen länger beschäftigen können. Selbstverständlich geht das oft unter, vor all dem Schulmädchen-unter-den-Rock-schauen und Monster plattmachen. Doch auch typische Jungsanimes beschäftigen sich mit dem Verlust geliebter Menschen (D.Gray-man oder der wunderbare FMA), Freundschaft und Vertrauen oder der Frage, ab wann ein Roboter ein Bewusstsein entwickelt (der niemals aus der Mode kommende Klassiker Ghost in the Shell <3). Wenn dich solche Fragen natürlich nicht im geringsten interessieren sollten, dann braucht es wohl eher alltäglichere Serien, um dich zu begeistern, was?

[Neben den von mir genannten gibt es noch Trilliarden anderer Genres, aber ich fokussiere mich hier lieber auf die bekanntesten, die ich auch schaue und verhindere so, dass der Artikel noch länger wird als ohnehin schon. :/]

Im nächsten Teil schaue ich über den kulturellen Tellerrand :)

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3 Kommentare

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