Warum guckst du Anime? – Teil 3

Kultureller Tellerrand

„Alltägliche“ Animes, so nenne ich sie jetzt einfach mal, sind für mich Serien, in denen es um normale Menschen geht, die in einer den normalen physikalischen Gesetzen folgenden Welt, relativ normale Dinge erleben. Dazu zählen für mich auch Serien wie Detektiv Conan, denn abgesehen von diesem einen Punkt mit dem Schrumpfmittel, ist die Serie so realistisch wie jeder Spionagethriller aus den USA. Sie spielt im modernen Japan und da die Serie bereits seit gut 18 Jahren on air ist, kann man nette Details wie das Aufkommen von Mobiltelefonen/Smartphones und Internet beobachten. Vor allem im „Mädchen-Anime“-Bereich gibt es Tonnen solcher Serien, die sich vor allem mit dem Liebesleben der Protagonistinnen oder Protagonisten beschäftigen und in sehr sehr vielen Fällen im Schulbereich angesiedelt sind (Schuluniformen-overload, sag ich nur). Aber auch „Jungs-Anime“-Bereich gibt es viele Serien, die sich mit dem Schulalltag beschäftigen und in denen es um normale Probleme, wie das Außenseiter-Dasein, Klausuren oder ähnliches geht (oder einfach um bescheuerte Männer, wie bei GTO, dem ich nie sooo viel abgewinnen konnte). Da ich aber auch bei deutschen und englischen Serien eher nicht auf so etwas stehe, sind meine Fachkenntnisse in diesen Bereichen recht begrenzt. ^^

Ich finde es jedenfalls immer wieder sehr spannend, Kleinigkeiten über das japanische Leben beim Animeschauen mitzubekommen. Denn es ist nicht nur interessant, welche Dinge dort thematisiert werden und welcher Facettenreichtum an Menschen dort porträtiert wird. Auch der Umgang der Personen mit bestimmten Situationen, welche Reaktionen oft dargestellt werden, all das finde ich interessant. Zusätzlich ist allein das Spektrum an verschiedenen Gerichten, die dort im Restaurant serviert werden, ein paar Folgen wert. :P Oder allein wie anders Einkaufszentren oder Wohnungen aussehen oder was modetechnisch dort alles herumläuft. Quasi eine Fernost-Reise vom Wohnzimmersessel aus. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Untertitel-Ersteller auf dieser Welt, die sich Mühe geben, den Unwissenden wie mir zu erklären, wann die Edo Periode der japanischen Zeitrechnung war oder wieso bestimmte Dinge für Japaner unhöflich sind oder was das seltsame Zeug ist, das der Hauptcharakter so enthusiastisch vom Teller in seinen Mund schaufelt. ^_^

Emotionen. Emotionen? Emotionen!

Kommen wir nun zu DEM Grund, warum ich Anime schaue. Emotionen. Ich liebe einfach die Art, wie in vielen Animes und Mangas Emotionen dargestellt werden. Das mit den Zeichnungen habe ich ja schon angesprochen. Die sind oft einfach dermaßen übertrieben, dass man die Situation nicht mehr ernst nehmen kann und geben mir das Gefühl, dass der Anime sich selbst nicht allzu ernst nimmt – und das finde ich sehr sympathisch. Aber mit Emotionen meine ich nicht nur diesen albernen Humor, der durch die übertriebenen Zeichnungen verstärkt oder hervorgerufen wird. Ich meine auch Freude, Trauer und ach, eigentlich fast alles! ;) Bei den typischen Shounen-Animes (also denen für Jungs) geht es zu 99,9% der Zeit darum, irgendjemanden zu verprügeln, im Zweifelsfalle mithilfe von Magie, riesigen Robotern oder (wie öde) einfach nur Kampfsport. Aber! Aaaaaber! Der Hintergrund ist eigentlich immer die Rettung der Welt oder zumindest die Rettung der eigenen Freunde. Und hier kommen zwei Dinge ins Spiel:

1. Die Einteilung in gut und böse macht es so viel einfacher sich zurecht zu finden, als das richtige Leben. Denn hier ist meistens alles irgendwie grau.
2. Freundschaft ist in den meisten Animes nichts, was nur so dahingesagt wurde.

Zur Einteilung muss noch gesagt werden, dass es oftmals auch eine Möglichkeit gibt, dass die bösen Charaktere refomiert werden und dann doch zu den Guten gehören. Aber in vielen Fällen (zumindest in den naiven Animes, die ich schaue) ist es entweder so, dass die bösen abgrundtief böse sind oder dass erklärt wird, warum die Bösen die falschen Entscheidungen getroffen haben oder wie es dazu kam, dass die Bösen böse wurden. Im Laufe eines Kampfes (der sich übrigens gerne mal über 5 Folgen ziehen kann, ein Punkt der gerne mal kritisiert wird^^), im Laufe eines Kampfes wirkt sich das jedenfalls meist so aus, dass die Bösen versuchen die Guten umzubringen und die Guten meist eher nur bewusstlos hauen oder dem hypermegabösen Magier seine Kräfte stehlen oder ähnliches. So kann man die Hauptcharaktere weiter als Helden sehen. Und mal ehrlich, wie viele Helden kennt man schon so im richtigen Leben? :) Ich glaube viele Animefans fiebern auch deswegen so mit, weil das Leben im Anime spannend, toll und voller Momente ist, in denen man den Helden zujubeln kann. Und da würde man doch gerne mitmachen, oder?

Was mich zum zweiten Punkt führt: Ich glaube jeder Fairy Tail- oder One Piece-Fan wäre gerne Mitglied im Freundeskreis der Hauptcharaktere. Beide Stories sind sich sehr ähnlich (und ich liebe beide Mangas!). Der Hauptcharakter ist nicht der intelligenteste ever, aber dafür unkaputtbar und kämpft unerschrocken gegen die „Bösen“. Unterstützt wird er dabei von seinen Freunden (bei One Piece von der Piratenmannschaft, bei Fairy Tail von der Magiergilde – ihr erinnert euch an das mit der kompliziert zu erklärenden Story, ja?^^). Im Laufe der Serie kommen mehr Freunde hinzu und man kämpft zusammen und der meist gutgelaunte Held hat einen einzigen Punkt, an dem er austickt: Wenn jemand seinen Freunden was tut. Dann wechselt man lieber den Planeten, weil dann wird irgendwas in die Luft gesprengt. Egal welche Widrigkeiten nun auf ihn zukommen, entführte Freunde werden zurückgeholt, vor Monstern gerettet und generell wird auf jede erdenkliche Weise gezeigt, dass Freundschaft für unsere lieben Helden alles bedeutet. Egal wie kurz der Held davor ist selbst draufzugehen, er wird sich wieder aufraffen und seine Freunde retten. Das gleiche gilt natürlich auch für seine Freunde, die ihm jederzeit zur Hilfe eilen würden, nur halt meistens schon früher draufgehen, weil sie eben nicht ganz so unkaputtbar sind.

Diese Freundschaften sind es jedoch, die einen mitfiebern lassen, wenn der Held sich auf die Suche nach seinem besten Freund macht. Solche Charaktere, wenn sie auch einfach gestrickt sein mögen, kann man lieben lernen. Und wenn denen dann etwas schreckliches passiert, dann heult man halt auch einfach mit. Oder man leidet halt ganz männlich und stumm mit, es ist ja nicht jeder so nah am Wasser gebaut wie ich. :D

Im letzten Teil geht es um die Romantik und ich komme endlich zu einem Fazit! ^^

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