Meise

Du hast doch ne Meise ò.ó

Mal ehrlich, jeder hat doch ne Macke. Sei sie groß oder klein, seien es viele oder wenige, es gibt kein „normal“. Ich teile Menschen meistens trotzdem in die Kategorien „normal“, „angenehm bescheuert“ und „okay, das wird jetzt echt creepy“ ein. Ihr dürft gerne raten, welche Menschen mir auf Anhieb am sympathischsten sind … :D In diesem Artikel möchte ich daher das abgedroschene Thema „Oberflächlichkeit ist böse!“ aufgreifen. Aber ich hab doch gerade mehr oder weniger gesagt, dass ich bescheuerte Menschen sympathisch finde! Macht mich das nicht total unoberflächlich? Nein, tut es nicht. Ich versuche zwar immer möglichst unvoreingenommen an alles ranzugehen, ertappe mich aber trotzdem dabei, dass immer wieder bestimmte Vorurteile in meinem Hirn erscheinen. Bei mir sind die Vorurteile nur eben umgedreht, im Vergleich zu „normalen“ Menschen, die angeblich „normale“ Vorurteile haben. Während einige meiner Mitschülerinnen früher Männer mit langen Haaren generell als „eklig“ kategorisierten, fand ich die eher sympathischer. Ich bin mir sicher, dass das viele Metaller und Metallerinnen bestätigen können. Denn man fühlt sich schließlich immer zu Menschen hingezogen, die so wirken als wären sie einem selbst ähnlich.

Deswegen muss ich mich wiederum im Zweifelsfall zwingen roséfarben gekleidete Damen mit Perlenketten für voll zu nehmen. Ernsthaft. Es gibt bestimmte Kleidungsstile, bei denen ich automatisch davon ausgehe, dass die Person, die in den Klamotten drinsteckt ein oberflächlicher Vollidiot (oder Vollidiotin) ist, der nur darauf bedacht ist, dass die Bugatti-Schuhe nicht dreckig werden oder die hier-bitte-Markennamen-einsetzen-Handtasche nicht kaputt geht. Allerdings habe ich im Laufe meines ach so ereignisreichen Lebens festgestellt, dass das eben auch nicht richtig ist. Sobald ich mich dazu durchgerungen hatte mit Menschen zu reden, die mir auf Anhieb eher „meh“ vorkamen, habe ich meistens festgestellt, dass ich mich mit denen doch ganz gut unterhalten konnte. Meistens, sage ich! Beste Freunde werden es trotzdem nur in seltenen Fällen und natürlich gibt es auch oft den Fall, dass man sich während des Gesprächs einfach nur denkt „wie nett“ und hofft, bald mit jemand anderem über etwas anderes als meteorologische Beobachtungen reden zu können. Smalltalk is jetzt nich so meins, merkt man, oder?

Mut zur Kontaktaufnahme mit … den Anderen (*gruselige Musik einspiel*)

Du liebe Güte, man kann sich mit normalen Menschen unterhalten, die haut ja Erkenntnisse raus! :D Tja, kann nich jeder. Oft ist eine Kategorisierung nach „lohnt sich mit dem/der zu reden“ und „lohnt sich vermutlich nicht“ natürlich sinnvoll. Schließlich will man nicht mit jeder Person, der man begegnet ein Gespräch führen müssen. Dann würde glaube ich keiner mehr große Partys veranstalten, dafür hätte dann keiner die Zeit. ^^ Aber wenn man ohnehin nur wenigen Menschen begegnet (z.B. beruflich), dann lohnt es sich mitunter schon, sich die mal ein wenig genauer anzuschauen. Genauso wie es gruselig aussehende, sarkastische Kommentare schmeißende Metalheads mit einem Herz aus Gold gibt, gibt es eben auch Pullunder-tragende, schnöselig wirkende Klassikfans, mit einem überaus sympathischen Hang zur Selbstironie.

Natürlich haben sich mittlerweile immer wieder Menschen sehr viel Mühe dabei gegeben, meine Vorurteile in die eine oder andere Richtung zu kippen. Beispielsweise stellt sich die coole, immer schwarztragende Extrovertiertheit als eigentlich völlig unsicher und furchtbar anstrengende Persönlichkeit heraus. (Und nein, nicht alle schwarztragenden Menschen sind so, bevor das sich jetzt wieder als Vorurteil etabliert! ;))Andererseits wäre da noch der schwäbelnde Kerl mit den langen Haaren und der BLACKHARDCOREMEGAULTRADEATHTODESBLACKachhattichschon-METAL-Manie der im Philosophenmodus bei ner Tasse Kaffee gerne über Gott (oder eher dessen Abwesenheit) und die Welt diskutiert. Die eigentlich sympathisch wirkende „normale“ Brillenträgerin stellte sich als grässliche Lästertante mit einer nahezu nicht vorhandenen emotionalen Intelligenz heraus. Dafür ist dann vielleicht die ständig in lila und gerne auch mal pink gekleidete Nagellackenthusiastin eine lustige und liebe Person mit einer ansteckenden Lache.

Natürlich ist es toll, wenn man oft von Leuten umgeben ist, die einen 100%ig verstehen und die genauso bescheuert/normal sind wie man selbst,aber Abwechslung ist doch auch mal was schönes, oder? Schließlich bringen verschiedene Menschen oft ganz andere Blickwinkel und Erfahrungen mit. Vielleicht können die euch sogar erklären, warum die Leute in den komischen/normalen/fancy Klamotten eigentlich gar nicht so schlimm sind, wie ihr denkt. Wer weiß? ;)

Also: Auf auf in die unbekannten Weiten der Andersartigkeit! Geht raus und unterhaltet euch mit einer normalen Person! Oder mit einer nicht-normalen Person, je nachdem für wie normal ihr euch haltet. :D

Viel Spaß dabei wünscht euch

0utofjoint =)

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