BTOOOM! – Explosionen und wenig Jugendfreies.

Mein Review zu den ersten 3 Bänden von „Btooom!“, bei dem ich versuchen werde möglichst keine großen Spoiler reinzuhauen. Ich muss gestehen, allein der Titel sprach mich schon an. :D Schön hirnlos, krawumm und so.

Nicht jugendfrei! Erster Eindruck.

Das Cover hab ich ehrlich gesagt ignoriert. Auf dem ersten Band knabbert der männliche, androgyne Hauptcharakter lasziv an einem Würfel, dessen Sinn man vor dem Lesen nicht zuordnen kann. Auf dem zweiten Band hält der weibliche Hauptcharakter ihre Doppel-D nichtsbeleidigendessagen … Brüste in einem tighten, verknitterten Shirt in die Kamera und auf dem dritten Band wollte man die Fans wohl dazu bringen vor dem Mangaregal in Ohnmacht zu fallen, weil sich da gleich beide übereinander räkeln und visuell den Leser anstöhnen. Dit fand ick persönlich getz nich sooo spannend. Aber wie Chan von Applewar Pictures lustigerweise anhand von One Piece (meinem allerliebsten hässlichen Manga!) erklärt hat: Man soll einen Manga ja nich nur anhand seines Äußeren bewerten. ^^

Ansonsten finde ich die Zeichnungen aber ganz gut gemacht (wirken auf mich etwas amerikanisiert irgendwie, aber das muss ja nicht schlecht sein). Das einzige, was mich beim Zuklappen jedes Bandes gestört hat, war die Tatsache, dass der Hauptcharakter im Manga konsequent ungefärbte Haare hat und auf dem Cover und den farbigen Seiten dunkle Haare. Wer verf**t noch eins zeichnet denn braune Haare bei schwarz-weißen Zeichnungen hell?? Ich hab mich bei jeder Colorseite gefragt „Hä? Wer is das denn jetzt schon wie- oh, der Hauptcharakter, hups …“ :D Eine Leseprobe aus dem ersten Band (ganze 42 Seiten ^-^) findet ihr übrigens hier. Wer meine Verwirrung nachvollziehen will, bitte das Cover mit den ersten paar Seiten vergleichen! ;)

Dramaaatik! Die Story.

Aber nun endlich das Wichtigste: Worum geht es im Manga? Es geht darum, dass mehrere Menschen auf eine einsame Insel gekarrt werden, man ihnen kleine Bomben in die Hand drückt (tadhaa, der Würfel vom ersten Cover wird erklärt) und ihnen sagt: Wenn einer von euch es schafft sieben von den Chips zu sammeln, die wir euch jeweils in eure linke Hand implantiert haben, dann lassen wir denjenigen gehn. Ach ja, die Chips lösen sich natürlich nur, wenn der Besitzer des Chips tot oder der Arm vom Körper getrennt ist. Nette Ansage, oder? Im Verlauf der Story geht es also darum, wie die verschiedenen Charaktere mit ihrer Situation umgehen und es formen sich einige Bündnisse, die gemeinsam auf die Jagd nach Chips gehen oder einfach versuchen zu überleben.

Ich persönlich stehe auf dieses ausweglose Situation und moralisches-Dilemma-Gedöns. Flieht man von der Insel und bringt dafür Leute um (oder hackt ihnen den Arm ab, was ab und an wohl auch als „Softie-Methode praktiziert wird)? Oder lebt man in ständiger Angst, selbst getötet zu werden, ohne Aussicht auf Rettung? Das Spiel, in dem sich die unfreiwilligen Teilnehmer befinden, endet wie es aussieht nämlich nicht an einem bestimmten Punkt. Wer keine Chips sammelt, kann auf der Insel so lange vermodern, wie er möchte. Und das geht schneller als man denkt, die einzigen Lebensmittel vor Ort sind nämlich zumindest bisher die, die unsere geliebte evil corporation per Flugzeug abwirft, damit die Spielfiguren nicht direkt kaputt gehen. Und damit sie sich um das Essen auf bombastische Art und Weise streiten natürlich. Eine evil corporation steckt nämlich -wie sich das gehört- hinter der ganzen Aktion, hat die Leute entführt und für ihre Zwecke auf die Insel gebracht. Was genau die Firma damit bezweckt ist auch im dritten Teil noch nicht vollkommen durchschaubar, aber sonst wärs ja auch schnell langweilig.

Alle irre hier! Die Charaktere.

Der erste Band erzählt die Geschichte aus Ryotas Perspektive, dem Hauptdarsteller, der sich nicht für eine Haarfarbe entscheiden kann. Abgesehen davon ist Ryota ein Vollzeit-Zocker, arbeitslos,  gegenüber seiner Mutter und seinem Stiefvater unerträglich und auch sonst ein ziemlich unsympathisch und egoistischer Loser. Das heißt, abgesehen von seinen Erfolgen im Online-Spiel „Btooom!“, in dem er zufällig zu den Top-Spielern zählt und in dem man auch mit Bomben um sich wirft. Merkwürdiger Zufall, nicht wahr? Ich wette in den Folgenden Bänden wird es da noch so einige Informationshäppchen und vage Andeutungen zu geben. Im Laufe des Mangas wird einem Ryota jedoch sympathischer, denn er will sich partout nicht darauf einlassen, Menschen zu töten, um Chips zu sammeln. Ein kleines bisschen Ehrgefühl steckt eben manchmal auch im Hardcore-Zocker. :P Scherz beiseite, ich bin gespannt, wie sich der Charakter noch entwickelt und ob noch einmal genauer erklärt wird, warum er so ist wie er ist bzw. warum er mehr online lebte als im realen Leben. Hab ich schon erwähnt, dass ich in sechseinhalb Stunden aufstehen muss und immer noch blogge? Ich glaube jemand sollte mal so einen Manga über mein Leben zeichnen, vielleicht klären sich dann so einige Dinge. :D

Im zweiten Band lernt Ryota, nachdem er sich mit einem älteren Herrn zusammengeschlossen hat, der auch niemanden töten möchte, die Expertin für knappe Kleidung kennen. Sie ist einem auf Anhieb sympathisch mit dieser herzlichen, offenen Art, einem Bomben entgegenzuwerfen und einen anzuschreien, dass man sich gefälligst verziehen soll, weil sie einen sonst umbringt. Als erfahrener Mangaleser vermutet man aber natürlich, dass hier die Grundregel gilt: „In jedem Menschen steckt etwas Gutes, vor allem, wenn dieser gerade versucht den Hauptcharakter umzubringen, der Hauptcharakter aber trotzdem weiter nett zu der neuen Person ist“. Durch widrige Umstände schließt sich die lange namenlos bleibende Blondine den beiden aber dann doch an. Wenn auch widerwillig.

Im dritten Band wird schließlich erläutert, warum die Hauptdarstellerin sich so abweisend verhält, wie sie es tut. Und lasst euch gesagt sein, es ist keine schöne Story. Neben einigen gruseligen Schocker-Szenen, die nebenbei stattfinden, fließt in allen Bänden viel Blut, es fliegen Körperteile durch die Luft und Menschen werden genüsslich ermordet. So gut wie alle der Charaktere,  die auf der Insel landen, scheinen einen derben Schatten, eine Schraube locker und manchmal überhaupt gar keine Tassen im Porzellanschränkchen stehen zu haben. Einzige Ausnahme ist bisher der freundliche, hilflose Mann, der dank Ryota noch lebt. Aufgrund dessen könnte man fast vermuten, dass er ganz furchtbar sein muss, aber vielleicht braucht der Manga ab und an auch einfach noch einmal einen Vergleich dazu, was denn nun ein normaler Mensch denken, sagen oder tun würde. ;) Was das Mädchen angeht, das mit der Zeit lernt Ryote ein wenig zu vertrauen … bei ihrer Story musste selbst ich schlucken bzw. hätte am liebsten teilnehmenden Personen aus dem Manga ordentlich eins in die Fresse gehauen. Vielleicht gilt das nur für mich, aber wer empfindsam ist, der sollte in diesem Fall vielleicht doch einmal darüber nachdenken, warum auf dem Manga 16+ steht. (Was seltsamerweise auf dem für mich härtesten der Bände nur noch in ganz klein neben dem Preis steht und nicht wie auf dem zweiten Band in einem kleinen roten Warnkreis mit fetter Schrift.) Aber wenn ihr schon auf die Rückseite des dritten Bandes schaut, dann guckt einfach auf die Bilder, ich denke die geben einen kleinen Eindruck davon, was ich meine.

Yaaay! Mein Fazit.

Wie war mein Gesamteindruck? Sehr positiv. Ich mag die Story, die Charaktere sind angemessen kaputt und da besteht noch eine Menge Potenzial, um das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Charakteren zu zeigen und diese sich weiterentwickeln zu lassen. Die krassen Szenen haben mich zwar, äh, sagen wir mal, beeindruckt, aber ich fand nicht, dass sie übertrieben waren oder zu viele davon. Und Autoren haben bekanntlich oft eine kranke Phantasie, dann dürfen das Mangaka auch. (Meh, schreibt man das mittlerweile nich „Fantasie“? Bin zu faul in den Duden zu gucken grade …) Jedenfalls ist der Manga schnell, spannend und könnte gut noch einige Bände weitergehen, durch die geschlossene Situation der Insel hege ich aber die vage Hoffnung, dass die Serie nicht zu einem dieser Endlosdinger wird, die in 28 Jahren immer noch auf der Insel sind, im Manga-Universum ist aber erst ein halbes Jahr vergangen. Das kann funktionieren, ist manchmal aber wirklich nervig, wenn es erzwungen wirkt. In gewissen Settings besteht eben nur eine endliche Anzahl an Möglichkeiten, was passieren könnte. Aber ich schweife ab. Durch die Dicke der Bücher halten die einzelnen Bände auch schön lange. Sie sind natürlich auch schwerer und teurer als normale „Büchlein“ im Mangaregal, aber ich freue mich immer, wenn ich nicht nach einer halben Stunde schon durch bin. ;)

Dementsprechend kann ich diese kurzweilige Serie allen Krawumm-Fans weiterempfehlen und hoffe, dass die langsam ans Licht kommende Hintergrundstory und die Charakterentwicklungen meinen Erwartungen gerecht werden und es auch weiterhin spannend bleibt.

Happy BTOOOM!-lesen euch allen,
eure 0utofjoint ;)

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5 Kommentare

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