Mirai Nikki vs. Big Order

Hallihallo liebe Mangafans und alle die es werden wollen! ;)

Ich habe erst vor kurzem die Serie „Mirai Nikki“ für mich entdeckt und ungefähr eine Woche nachdem ich den ersten Band gelesen hatte, ist mir dann „Big Order“ begegnet, weil da gerade Band 2 von Big Order rauskam. Und wie das natürlich so ist, wirbt der Verlag damit, dass Big Order „Der neue Hit vom Mirai-Nikki-Autor!“ ist. Nachdem ich dann endlich irgendwo auch den ersten Band gefunden habe, habe ich entschieden, die beiden Werke einfach mal zu vegleichen. Ist Big Order einfach nur ein Neuaufguss von Mirai Nikki? Ist es vollkommen anders? Besser? Schlechter? Anhand der ersten beiden Bände, werde ich euch mal meine Meinung dazu präsentieren. Damit es fair bleibt und ich nicht noch mehr schwalle als ohnehin schon, werde ich auch bei Mirai Nikki nur auf die ersten beiden Bände eingehen. :)

Zeichenstil – Übung macht den Meister ^-^

Der Zeichenstil wird doch immer noch der gleiche sein, oder? Ist ja vom gleichen Mangaka. Denkste. Zwischen dem ersten Band von Mirai Nikki und dem ersten von Big Order liegen immerhin 5 Jahre; ersterer erschien im japanischen Original im Jahr 2006, letzterer 2011. Von daher finde ich darin schon ein paar Unterschiede.

Vor allem die Cover von Big Order 1&2 finde ich wesentlich ansprechender als die von Mirai Nikki! Bei MN ist alles mit einem Farbton getränkt und wirkt dadurch auf mich viel zu bunt, obwohl die Farben insgesamt eher wässrig und nicht kräftig sind. Außerdem sind die Figuren ein wenig, sagen wir mal, gröber gezeichnet. Bei BO sind die Figuren knallbunt im Vordergrund und der Hintergrund ist schlicht. Das liegt mir persönlich wesentlich mehr, insbesondere da die MN-Bände Hochglanz-Glitsch-Feeling haben und BO sich matt bedruckt viel besser anfassen. Aber das is ja nur mein erster Eindruck und die Coverstile sind ja vielleicht auch oft abhängig von dem was gerade „in“ ist. ;)

Mirai Nikki Cover Band 1&2; Sakae Esuno; Egmont Verlag

Mirai Nikki Cover Band 1&2; Sakae Esuno; Egmont Verlag

Cover von "Big Order" Band 1&2; Sakae Esuno; Egmont Verlag

Cover von „Big Order“ Band 1&2; Sakae Esuno; Egmont Verlag

Booah und sorry für die miese Qualität, meine Beleuchtung hier is echt unter aller Kanone. :D Btw sehen die jeweils beiden Hauptcharaktere schon sehr ähnlich aus, die von Big Order legen aber zumindest auf den Covern wesentlich mehr Entschlossenheit in ihre Blicke als die von Mirai Nikki. ^^

Auch im Manga selbst finde ich BO viel detaillierter und vor allem sieht man viel häufiger einen deutlich gezeichneten Hintergrund als bei MN. Natürlich finden sich auch dort jede Menge Hintergründe, aber ich hatte bei MN wesentlich häufiger das Gefühl, dass die Figuren im Nichts schweben. Ich möchte jetzt keineswegs sagen, dass der Zeichenstil bei MN schlecht war, ganz im Gegenteil! Aber ich finde, Sakae Esuno hat seinen Stil noch weiter verbessert. :)

Ausschnitt aus "Mirai Nikki" Band 1; Sakae Esuno; Egmont Verlag

Ausschnitt aus „Mirai Nikki“ Band 1; Sakae Esuno; Egmont Verlag

Ausschnitt aus "Big Order" Band 1; Sakae Esuno; Egmont Verlag

Ausschnitt aus „Big Order“ Band 1; Sakae Esuno; Egmont Verlag

Die Story – Spezielle Fähigkeiten und der Kampf gegen alle

Mirai Nikki kennen sicher die meisten Mangaleser, darum nur ganz kurz worum es geht. Der Hauptcharakter Yukiteru Amano führt auf seinem Handy ein Tagebuch, das plötzlich Einträge aus der Zukunft enthält. Das gleiche passiert auch elf anderen Menschen. Alle zwölf müssen nun gegeneinander antreten und ihre Zukunftstagebücher so nutzen, dass sie die anderen ausschalten können – es geht also um Leben und Tod. Der Gewinner bekommt von einem übernatürlichen Wesen den Titel des Königs über Raum und Zeit verliehen. Aber vorher muss er oder sie halt noch elf Leute abmurksen, die in die Zukunft blicken können. Ist auf jeden Fall eine originelle Idee und vor allem die Hauptcharaktere geben der Geschichte ihren Charme. Aber dazu gleich mehr. ;)

Bei Big Order geht es darum, dass plötzlich Menschen mit besonderen Fähigkeiten erscheinen, die „Order“. Eiji Hoshimiya ist einer von ihnen und hat vor 10 Jahren durch seinen Wunsch auch solch eine spezielle Fähigkeit bekommen. Aber ich muss sagen, dass mich bereits einer der ersten Sätze dazu veranlasst hat, den Manga zu kaufen. „Diese Geschichte … nimmt ihren Anfang mit dem Untergang der Welt.“ Ey, bei so einer Ansage auf der dritten Seite, also da musste ich einfach zuschlagen. ^^ Tja, und was hat den Beinahe-Weltuntergang damals verursacht? Das war anscheinend der kleine Eiji. Deswegen wendet er seine Kräfte nie wieder an, um keinen weiteren Schaden anzurichten. Und um nicht aufzufliegen, denn alle Welt hasst ihn für welche Katastrophe auch immer er damals wie auch immer genau heraufbeschworen hat. Das wurde nämlich auch im zweiten Band noch nicht genau erklärt.

Story = Neuaufguss?

Die Stories haben ein wenig Ähnlichkeit miteinander. In beiden werden ca. 15-jährige (?) mehr oder weniger freiwillig als Hauptakteure in einen Kampf auf Leben und Tod verwickelt, es herrscht ein seltsames Verhältnis zwischen dem männlichen und weiblichen Hauptcharakter und es gibt nicht-menschliche Wesen, die komische Kräfte verleihen.

Allerdings geht der Mangaka auch hier bei Big Order einen Schritt weiter. Während sich in Mirai Nikki nur eine auserwählte Gruppe gegenseitig abmetzeln soll, wird in Big Order gleich die Weltherrschaft angestrebt. Ja, ihr habt richtig gehört. Es steht nicht nur das Leben der Protagonisten auf dem Spiel, diese werden auch noch genötigt die Weltherrschaft an sich zu reißen. Eiji muss also gegen seinen Willen zum Bösewicht werden. :)

Die Charaktere – Normale Jungs und ganz besondere Frauentypen

Im ersten Moment wirken die beiden Hauptcharaktere sehr ähnlich. Yukiteru interagiert fast gar nicht mit seinen Klassenkameraden und scheut vor menschlichen Kontakten zurück und auch Eiji verbringt seine Zeit lieber daheim als in der Schule. Außerdem haben beide im ersten Band Kontakt mit der Helfershelferin des übernatürlichen Wesens/dem Wesen selbst, das ihnen ihre „Superkräfte“ bzw. ihr Tagebuch verliehen hat.

Im Unterschied zu Yukiteri, der sein ganzes Leben lieber als Beobachter fristet, ist Eiji jedoch nur deswegen so ein Außenseiter, weil er Angst hat, dass jemand sein Geheimnis herausfindet oder dass er jemandem schadet. Beide bekommen jedoch innerhalb des ersten Bandes eine Stalkerin. Allerdings vollkommen unterschiedliche. :D Während Eiji von seiner neuen Klette Yuno angebetet wird und sie alles für ihn tun würde, ist Rin einfach nur darauf aus, Eiji den Gar aus zu machen. Mit dem Ziel ihre vor 10 Jahren getöteten Eltern zu rächen, nutzt Rin jede Gelegenheit um Eiji Schwerter, Steine, Kugeln und was ihr sonst noch in die Finger kommt, entgegen zu schleudern. Dabei sorgt sie allerdings mit ihrem ersten Anschlag dafür, dass Eiji seine Kraft als Order wiederentdeckt und einsetzt und sie ihm deswegen nichts mehr antun kann. Zumindest nicht mehr durch direkte Gewalteinwirkung. Aber es gibt ja noch so viele schöne und kreative Wege, wie man jemanden indirekt töten kann … Eine ganz besondere Stalkerin mit Biss also. Yuno hingegen setzt alles daran, dass ihrem Yukiteru nichts passiert. Alles. Die gute Yuno ist nämlich wirklich durch und schwingt frohen Mutes auch einmal Äxte in Schädeldecken, wenn ihr danach ist oder es jemand auf „Yukii <3“ abgesehen hat.

Yukiteru ist währenddessen damit beschäftigt, sich ermüüüdeeend langsam aus seiner Passivität zu befreien und auch endlich mal was zu machen. Er möchte natürlich nicht, dass Yuno etwas zustößt, wenn sie von anderenTagebuchträgern angegriffen werden – aber er is einfach nich so der Macher. Eher so der „Oh mein Gott, oh mein Gott, was tu ich denn jetzt?!?! Gnnaaahhh!“-Hyperventilierer oder Still-Sitzenbleiber. Deswegen haut ihn (gerne auch buchstäblich) am Anfang meistens Yuno raus und er verdankt ihr bereits am Ende des ersten Bandes sein Leben. Denn selbst wenn sie nicht gerade Äxte schwingt, motiviert sie ihn doch ab und an dazu auch endlich mal seinen Hintern aus der Gefahrenzone oder zur Rettung anderer zu bewegen. Manche Männer kann man also doch noch erziehen. :P An manchen Stellen wird die Beziehung zwischen den beiden sogar wirklich niedlich und sie kommen einem vor, wie ein fast normales verliebtes Pärchen, was der Story zwischen den Gemetzeln dann auch noch eine knuffigere Note gibt. :) Allerdings war es Yukiterus Passivität, die mich am meisten gestört hat. Mich hat es einfach irritiert, wenn er erst einmal nur damit beschäftigt war, Yuno hinterherzulaufen, um nicht direkt von sehr aktiven Killern umgebracht zu werden. Auch da muss ich wieder Big Order einen Punkt geben, denn ich hatte den Eindruck, dass BO wesentlich schneller Fahrt aufgenommen hat und man eine viel kürzere Orientierungsphase hat und braucht.

Fazit: Mirai Nikki oder Big Order?

Für mich hat, sowohl vom Storybeginn als auch von der Charakterdarstellung her, Big Order die Nase vorn. Zwar ist es im Vergleich zu den ersten beiden tollen Mirai Nikki Bänden wirklich nur eine Nasenlänge, aber alles in allem gibt es von mir ein großes „Wooohooo!“ für Big Order und ich warte bereits ungeduldig auf den nächsten Band. :)

Habt ihr auch eine Meinung dazu? Oder seid ihr eher so ein Yukiteru und lest lieber stumm mit? ;)

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag – möglichst ohne creepy Stalker(innen) und Kämpfe mit unbekannten Hellsehern! O:)
Eure 0utofjoint =)

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13 Kommentare

        1. Hm, Ikki Tousen … also da muss ich gestehn, dass mich das allein von der Storybeschreibung her auch nich wirklich anspricht. Aber gut, man muss ja nich alle „Klassiker“ kennen. Aber was hätte denn für dich Oldskool Flair? ^^ Ich bin ja immer neugierig :)

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          1. Mit Oldschool verbinde ich den Gang durch die Bibliothek. Dort gibt es viele Sachen, die familienfreundlich sind, also eher ohne Gewalt und Erotik oder zumindest für Kinder noch passabel (z.B. „Dragonball“). Außerdem verbinde ich damit klassische Animation, kein Computer-3D-Zeugs und alte Zeichenstile. Die Storys waren damals auch ziemlich unverbraucht, heute wiederholen sich manche Sachen und dann kommt so etwas wie ewig lange, lustige Füllsequenzen oder Fan Service. Weiß nicht, ist vielleicht so ein Generationending.

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            1. Ich weiß was du meinst. Es war aber vor einigen Jahren sicher auch noch einfacher originelle Ideen zu haben. Und Fan service und Füller sind bei Animes definitiv oft unglaublich nervig. Die Zeichenstile finde ich manchmal bei den neueren besser, muss ich sagen, aber das hängt echt stark vom einzelnen Manga/Anime ab. Bei Detektiv Conan zb finde ich den alten Stil zwar knuffig, aber eigentlich gar nich mal so schön ;)
              Allerdings hab ich bisher so gut wie keinen gewaltfreien Manga oder Anime konsumiert, glaube ich. Das ist vielleicht einfach nicht mein Ding (Hallo Psychoanalyse! :D) …

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            2. Ich glaube schon, dass du gewaltfreie Sachen liest oder guckst. Es ist nur so „alltäglich“, dass man es kaum wahrnimmt. Stattdessen bleiben eher die spektakulären Sachen in Erinnerung: „boom!“, „oooh!“ und „oh yeah!“. ;)

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