Mein erster Mädchen-Manga – Martillo’s Mysterious Books

Also ich steh ja nich so auf Shojo-Mangas (oder generell typische Mädchensachen..), aber ich dachte mir, wenn ich nen Yaoi-Manga kaufe, dann muss ich doch fair sein und auch Shojo mal ne Chance geben. ^^ Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass ich mir diese 6,50 € sehr gut hätte sparen können. Also falls noch jemand „Martillo’s Mysterious Books“ von der deutschen Zeichnerin Luisa Velontrova braucht, ich geb ihn gerne ab. :P

Der Manga ist auch ein Einbänder, so wie meine geliebten Schornsteinfeger. In diesem Fall wollte Tokyopop seinen Leserinnen wohl etwas besonders gutes tun und hat in den Manga noch die Vorschau für alle Shojo-Mangas der nächsten Monate und eine „I love Shojo – Shoco Card“ dazugepackt. Natürlich ALLES in rosa. Dass kein Glitzer drauf pappt ist wohl nur der Tatsache zu verdanken, dass man es sonst mit den Ponybüchern in der Abteilung für die nicht-manga-mögenden 13-Jährigen Mädchen verwechseln könnte. Ähem. Ihr merkt schon, wie unglaublich ansprechend ich die Aufmachung fand. Ungefähr genauso toll, wie die Tatsache, dass fast alle Gegenstände, die ausschließlich an Frauen vermarktet werden, anscheinend rosa oder pink sein müssen … Aber ich hab meine Vorurteile zusammen mit den rosafarbenen Gimmicks erstmal weggeräumt und mich ans Lesen begeben. Und war … definitiv nicht positiv überrascht. :/

Die volle Dröhnung rosa: Martillo's Mysterious Books, die Shojo-Vorschau von Tokyopop und die "Shoco"-Plastikkarte mit Daten zur Mangaka Luisa Velontrova.

Die volle Dröhnung rosa: Martillo’s Mysterious Books, die Shojo-Vorschau von Tokyopop und die „Shoco“-Plastikkarte mit Daten zur Mangaka Luisa Velontrova.

Sanfte Zeichnungen mit Lücken …

Man sieht es schon auf dem Cover, es geht um ein glücklich dreinschauendes Mädchen – ohne Nase. Überhaupt hat keiner der Charaktere eine, was man entweder als Stilmittel oder als die Unfähigkeit der Mangaka werten kann, Nasen zu zeichnen. Sorry, sollte jetzt nicht beleidigend wirken, aber der Zeichenstil spricht mich nicht an, da die Gesichter durch minimalste Mundbewegungen und so-lala-Augenveränderungen alles an Mimik raushauen müssen, was geht. Und daher wirken die Charaktere für mich eher leer, in der Gesichtspartie.

Random Ausschnitt aus "Martillo's Mysterious Books"

Ausschnitt aus „Martillo’s Mysterious Books“: Fröhlicher Hauptcharakter Shai ist fröhlich.

Aber Zeichnungen (und Nasenfreundlichkeit) sind ja bekanntlich Geschmackssache. Also zur Story. ^^

What’s happening?

Im magischen Buchladen wird das Tagebuch vom Großvater des zweiten Hauptcharakters gestohlen, deswegen versuchen Hauptcharakter 1, das Mädchen „Shai“ und Nummer zwo, der Junge „Vivyan“ das Buch wiederzubekommen. Das ist nämlich voll wichtig und so, weil Memento und weil da ein Zauberspruch zum Dämonen beschwören drinsteht. Naja und die beiden rennen dann da so rum und befragen Leute, ob die was wissen und finden dann irgendwann auch das Buch bzw. diejenigen, die gerade mithilfe des Spruchs einen Dämon heraufbeschwören. Bis es aber so weit ist, vergehen über 100 Seiten. Und diese 100 Seiten waren Ö-D-E. Die Charaktere sollen wohl knuffig sein, kommen mir aber im Verlauf des Mangas kein Stück näher und ich habe an keiner einzigen Stelle auch nur geschmunzelt, obwohl einiges wohl lustig sein soll. Außerdem war ich öfters durch die Platzierung der Sprechblasen und mangelnde „Zipfelchen“ an selbigen verwirrt, welcher Charakter jetzt gerade redet und musste so mindestens drei Konversationen mehrmals lesen, weil sie so keinen Sinn ergaben. Auf die Frage „What’s happening?“ hätte ich während des Lesens also eindeutig mit „Nichts. Nichts!!!“ geantwortet, obwohl ja was passiert. Es war halt nur so einschläfernd. :D

Was mich überrascht hat, aber wohl damit zusammenhängt, dass der Manga ab 13 ist und die Charaktere vermutlich auch nicht älter sein sollen, war die Tatsache, dass nix auf eine Liebesgeschichte hindeutet. Damit zumindest hatte ich jetzt gerechnet. ^^ Die beiden männlichen Charaktere mögen zwar wohl Shai, aber das wars auch. :)

Alles in allem ein sehr vernichtendes Urteil von mir für den allerersten Shojo-Manga, den ich je gelesen hab. Ich werde also weiterhin einen Bogen um die rosa-Herzchen-Abteilung im Mangaregal machen. :D Vielleicht habe ich den Humor einfach nicht verstanden oder vielleicht war der Manga zu sehr auf jüngere Mädchen ausgerichtet, was weiß ich. Von mir gibt’s jedenfalls ein „bleib mir wech damit“ …

Falls ihr da anderer Meinung seid, dann wäre ich seeeeeeeehr gespannt, warum! Sehr. o.O
Nur noch unenttäuschende Mangas wünscht euch
eure 0utofjoint ;)

PS: Hamburg ist bisher wirklich spannend und anstrengend – auch wenn ich vor lauter Kurs noch nichts gesehen habe. :D Aber ich versuche diese Woche mal kurz aufzuschreiben, wie es bisher so war. ^^

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8 Kommentare

  1. Das war echt ein Griff ins Klo. :D ich mache mittlerweile um deutsche Manga einen riesigen Bogen, da hat mir bis jetzt noch nie einer gefallen. :S Vielleicht musst du auch einfach mal einen Shojo Klassiker lesen. Irgendwas von Arina Tanemura zum Beispiel. :D Auch wenn einen die riesen Glitzeraugen erschlagen, ich liebe alles von ihr! :p Aber ich behaupte jetzt auch mal ein bisschen mehr für kitschige Mächenmanga übrig zu haben also du. :D Freu mich auf den Hamburg Bericht!

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    1. Indeed! ;)
      Naja, ich hab ja auch noch nich so viele deutsche gefunden ^^“
      Aber jaaa, ob es am Mädchenmangaphänomen lag, weiß ich jetzt natürlich immer noch nich. Ich sollte mir einfach mal was von dir leihen :D
      Bin gespannt, wann ich für den Bericht Zeit hab, hier is so viel zu tun … :)

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  2. Oh, spannend – eine Rezension eines Manga einer deutschen Zeichnerin. Aber wie ich sehe trauen sich die Verlage wohl immer noch nicht mal bei einer Story ein „Risiko“ einzugehen und irgendein noch nicht ausgelutschtes Thema rauszubringen, oder sogar irgendwas anspruchsvolles. Seufz.

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    1. ^^ So kann mans natürlich auch sehn. Ich finde es nur dreist, dass gerade dieser Manga von Tokyopop richtig krass beworben wird, als wäre es DIE Sensation des Jahres. Es wäre schade, wenn dafür dann andere unter den Tisch fallen.
      Ich will ja auch mehr deutsche Mangaka lesen, aber bisher hab ich nur die ersten beiden Bände der Österreicherin Melanie Schober (das zählt ja zumindest vom Kulturraum her fast ^^‘). Den Blogpost dazu hattest du gesehn, oder? Die war nämlich nich standard-öde, wie ich fand. :) https://crazyth1ngs.com/2014/05/28/konnen-deutsche-manga-skull-party-review/

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