Ekel-Level over 9000! – „Manhole“ Review

Nach einem coolen fast-Yaoi-Manga und einem Shojo-Flop gibt’s jetzt wieder etwas hardcore Shounen- bis Seinen-mäßiges. „Manhole“ von Tetsuya Tsutsui habe ich schon oft in der Hand gehabt, ihn aber immer wieder weggestellt, weil der erste Band bereits so horrormäßig wirkte, dass ich mir dachte, er traumatisiert mich eh. Und ich habe Recht behalten. :D Hier also ein mal Review, warum der Manga gut ist, ich mir den zweiten Band aber vermutlich nicht kaufen werde – und das obwohl es nur drei Bände gibt! Da ich mich nicht für zartbesaitet halte, aber anscheinend doch nicht so ekelresistent bin, rate ich euch, gut zu überdenken, ob ihr weiterlesen möchtet. ;)

Cover "Manhole" Band 1; Tesuya Tsutsui; Carlsen Manga

Cover „Manhole“ Band 1; Tetsuya Tsutsui; Carlsen Manga

Runde Gesichter, eklige Details

Die Zeichnungen von Tetsuya Tsutsui sind nicht Standard, wie ich finde. Die Gesichter sind eher rundlich gezeichnet und vor allem sind die Augen realistischer als die typischen ein-Drittel-des-Gesichts-einnehmenden Anime-Augen. Allgemein ist sein Stil sehr realistisch, was eine der Sachen ist, die den Manga trägt. Denn das Thema ist ein psycho-horror-thriller-Mix und funktioniert umso besser, je detaillierter man die fiesen Dinge vor die Nase gehalten bekommt. Für mich also definitiv ein ziemlich gut gezeichneter Manga.

Ausschnitt aus Band 1 von "Manhole"; Die Liebe zu abstoßenden Details sind gut bei Müll und der alten Frau zu sehen.

Ausschnitt aus Band 1 von „Manhole“; Die Liebe zu (eher abstoßenden) Details sieht man gut beim Müll und der alten Frau.

Erwecke den Infektionsbiologen in dir!

Worum geht es? Nun, „Manhole“ hat ein bisschen  was von einer Zombie-Apokalypse, aber nur weil es um eine Infektion geht. Zu Beginn sehen wir, wie ein blutüberströmter Mann nackt über die Straße wankt und vor sich hin stöhnt. Wollt ihr weiterlesen? Sicher? Okay. Er spuckt einem Passanten Blut ins Gesicht und bricht dann tot zusammen. Während der Obduktion finden die Ärzte eine neue Art Würmer, die im Gehirn des Toten herumkrochen und sich dort sehr wohl fühlen zu schienen. Der Parasit kann weitere Leute infizieren und deren Hirn zermatschen, aber eigentlich wird er nur durch Stechmücken übertragen, die in Japan im Winter nicht gerade häufig vorkommen. Vorerst also kein Grund zur Panik. Jedoch blöd, wenn man den Manga vorm Schlafengehn liest, das Licht anlässt und bei offenem Fenster schlafen muss, weil es sonst 500 °C im Zimmer sind. Und man dann feststellt, dass einen bereits nach drei Minuten etwas gestochen hat. Ich gerate einfach viel zu leicht in Panik. :D

Ach ja! Vielleicht fragt ihr euch, warum der Manga „Manhole“ heißt. Die erste Reaktion, die ich von einem Freund auf den Titel bekam, war „Also das klingt jetzt wirklich nach Schwulenmanga!“ Hach ja, ich konnte mich kaum halten vor lachen … -.- Nein, das ist nicht gemeint. „Manhole“ bedeutet ganz einfach „Gully“. Der erste infizierte ist nämlich aus einem Gully geklettert, bevor er auf der Straße zusammenbrach. Mystery solved. :)

Ermittlerduo und böser Gegenspieler

Die Hauptpersonen sind der erfahrene Polizist Ken Mizoguchi und die Anfängerin Nao Inoue. Ein typisches Ermittlerteam also, bei dem Konfliktpotenzial und die Möglichkeit von verschiedenen Perspektiven besteht. Die beiden sind mir auf Anhieb nicht unglaublich sympathisch, aber ich denke da könnte sich noch mehr entwickeln, wenn die Geschichte ins Rollen gerät. Im ersten Band infizieren sich bereits mehrere Leute und der Infektionsverlauf wurde für meinen Geschmack einfach zu plastisch dargestellt. Das ist einer der Punkte des Manga, die an sich total toll sind, bei denen sich mir aber einfach der Magen umdreht. :D Ob nun sich windende Filarien oder Stechmücken in Großaufnahme: Ich brauch das nich. ^^ Der gesamte Manga ist übrigens eher ernst gehalten. Es gibt ein paar humoristische Versuche (z.B. wenn die beiden Polizisten sich um Lollies streiten), aber an sich ist der Grundton der eines ernsten Krimis/Thrillers ohne Galgenhumor.

Woher kommt der neue Parasit? Den Teil fand ich sehr gut, denn der Bösewicht wurde bereits im ersten Band vorgestellt. Unser Böser hat einen bestimmten (und recht irren) Grund, um Leute mit den Parasiten zu infizieren und der erste Teil seiner Geschichte wird bereits gegen Ende des ersten Bandes aufgeklärt. Die Jagd der beiden Cops auf Dr. Evil kann also beginnen!

Da der Manga in nur drei Bänden abgeschlossen ist, denke ich, dass er sehr kurzweilig sein könnte und für Fans des Genres „Wir kämpfen gegen Infektionen!“ auf jeden Fall lesenswert. Nur halt nich beim Mittagessen damit anfangen, ne? ^^ Mich interessiert natürlich, ob die nächsten beiden Bände das Versprechen des ersten halten und auch gut gemacht sind. Also falls ihr schon alle drei durch habt, schreibt mir doch kurz in die Kommentare, was ihr davon haltet!

Eine stechmückenfreie Zeit wünscht euch
eure 0utofjoint! ;)

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9 Kommentare

  1. Steht schon etwas länger auf meiner To-Read-Liste und wandert nach deinem Artikel etwas weiter nach oben. Die Optik auf dem Bild gefällt mir auch ganz gut. Bin mir aber noch nicht sicher, ob ich das nicht auch zu eklig finde XD

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    1. Haha :D also ich kann dir nur empfehlen reinzulesen und ich denke du wirst recht schnell merken, ob er dir zu eklig ist. Denn nach der ersten Szene wird es meiner Meinung nach zwar immer interessanter – aber halt auch noch ekliger. Und falls du drei Bände schaffst, dann berichte bitte, ob es sich gelohnt hat! ;)

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      1. Mache ich ;) aber ich habe einen Riegel vorgelegt und kaufe erstmal keine neuen Reihen. Jetzt werden eine Zeit lang erstmal nur Reihen ausgelesen. Das steht der Sache etwas im Weg. Aber irgendwann …

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  2. Tag, ich kann dir Manhole echt ans Herz legen. Der gewinnt ordentlich an Fahrt.
    Am Besten den Darksiders Soundtrack dazu hören, das gibt dem Ganzen nochmal einen extra Drive!
    Schöne Grüße, PeeT

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    1. Danke PeeT! :) Aber dafür muss ich mich echt seeeeeehr überwinden und da ich noch einige andere Sachen hab, die ich lesen will, ist es eher unwahrscheinlich, dass das allzu bald passiert … ^^“

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