Ich entführ mich selbst – „Holiday“ Review

Die etwas andere Art von Urlaub. Bei „Holiday“ von Hiro Kyohara geht es darum, dass
Teenagerin Nao sich unverstanden fühlt und sich deswegen selbst entführt. Der Einbänder basiert auf einem Roman von Otsuichi und ist eine Coming-of-Age-Story, wie man sie früher im Unterricht gerne analysiert hat. Also die Lehrer haben das gerne gemacht, ich als Schülerin war da selten begeisterungsfähig. :D

Es geht also darum, dass Nao am Anfang noch einen kindlichen Blick auf die Welt hat und im Laufe des Buches einige prägende Erlebnisse durch ihre Pseudo-Entführung hat, die ihren Blickwinkel auf die Welt ändern.

Cover cool – Rest okay
Cover von "Holiday"; Otsuichi und Hiro Kiyohara; Egmont Verlag

Cover von „Holiday“; Otsuichi und Hiro Kiyohara; Egmont Verlag

Die Art des Covers fand ich sehr cool. Man sieht erst mehr als SCHWAAARZ, wenn man den Manga ins Licht hält. Daher wirkt es auf dem Foto auch so, als wäre die Hälfte des Gesichts in hellgrau bis weiß gezeichnet und die andere Hälfte in schwarz.

    Ausschnitt aus "Holiday" Band 1; Das bwäh Kindchenschema sieht man rechts unten sehr deutlich.

Ausschnitt aus „Holiday“ Band 1; Das bwäh Kindchenschema sieht man rechts unten sehr deutlich.

Ich muss sagen, dass der Zeichenstil von Hiro Kiyohara nicht so sehr meins ist, mich aber hauptsächlich Naos extremer Glubschkopf auf der ersten Seite abgeschreckt hat – der seltsamerweise den Rest der Story über wesentlich erträglichere Proportionen hat. Hier lohnt sich also das kurze Durchblättern, um sicherzugehen, dass der Hauptcharakter nicht immer wie ein Baby mit übertriebenem Kindchenschema aussieht, auch wenn sie weiterhin wie ein kleines Kind wirkt. Den Rest fand ich ganz okay gezeichnet, aber es war jetzt keine Offenbarung. Solide eben. O:)

Kidnappen für Anfänger

Naos Mutter ist vor einer Weile gestorben und ihr reicher Stiefvater hat neu geheiratet. Die Schülerin kommt mit der neuen Frau ihres Vaters einfach nicht zurecht. Da sie außerdem mit ihm nicht blutsverwandt ist, fühlt sie sich wie eine Außenstehende, die nicht zur Familie gehört. Um ihre Stiefeltern zu schockieren und dafür zu sorgen, dass die neue Frau verschwindet, entscheidet sie sich spontan dazu, von zuhause abzuhauen. Aber auch das reicht ihr nicht aus, da ihre Familie ihr immer noch nicht betroffen genug vorkommt.

Deswegen darf ihr das Hausmädchen Kuniko Kusonuki (deren Name intelligenterweise bei der Vorstellung falsch geschrieben wird) dabei helfen, eine Entführung zu inszenieren. Sie drückt der verdutzten Kuniko den Brief mit den aufgeklebten Buchstaben aus Zeitungen in die Hand, damit diese ihn in den Briefkasten wirft. Fortan lebt Nao im Zimmer des bemitleidenswert herumgescheuchten Hausmädchens. Kuniko darf ihr dafür alles berichten, was im Haus passiert und lässt sie bei manchen Gesprächen auch mithören.

Mein Fazit

Natürlich erkennt Nao irgendwann, was sie mit ihrem Entführungsgedöns für Probleme verursacht und wie sehr das ihren Vater und dessen Frau mitnimmt. So wie das eben bei Stories übers Erwachsenwerden sein soll. Viel mehr kann ich über die Story nicht sagen. Sie war ganz nett und ich habe mich gefreut, als der egoistische Hauptcharakter endlich ein wenig Einsicht gezeigt hat. Aber es war jetzt nicht der Manga schlechthin, wie man ihn vielleicht erwarten würde, wenn man bedenkt, dass der Autor des Originalromanes bereits einen Preis als bester Mystery-Autor in Japan bekommen hat. Allerdings für dieses düstere Werk, das ich mir vielleicht besser hätte kaufen sollen, wobei es auch hier Kritik am Manga gibt, sicher ist das also auch keineswegs. ^^ Was mich etwas irritiert hat, war, dass der Manga von Egmont als „adult“ gekennzeichnet wurde. Dabei kommt keine Gewalt, kein Sex oder ähnliches vor. Aber vielleicht hatte der Verlag auch einfach Angst, dass jüngere Leser sonst selbst anfangen ihre Entführungsbriefe aus Zeitungsschnipseln zu basteln? :D

Vielleicht sollte ich mal anfangen Sterne zu vergeben oder so etwas. Dann würde der Manga von mir 3 von 5 bekommen. Ist okay, hat mich ganz nett unterhalten, während ich Kaffee getrunken habe, aber es war jetzt nicht der Kracher oder ein Feuerwerk neuer Ideen. Da es aber nur ein Band war und die zugrundeliegende Idee ganz gut fand, ärgere ich mich jetzt auch nicht über den Kauf.

Falls ihr den Manga kennt, lasst mir doch wie immer gerne einen kurzen Kommentar da, wie ihr „Holiday“ fandet! Und falls ihr euch auch mal selbst entführt habt, dann natürlich auch! ;)

Tüdelü!
Eure 0utofjoint =)

Advertisements

2 Kommentare

  1. Mensch, woher wusstest du nur, dass Holiday auf meinem MUB liegt. Meinem „Mangastapel ungelesener Bücher“? (SUM – Stapel ungelesener Manga klangt nicht schräg genug XD)
    Ich habe mir das damals gekauft, weil – Achtung: ich Goth sehr sehr gut fand. Hatte aber seltsamerweise danach kaum Anreiz den zu lesen. Mal sehen wie schnell ich das nachhole. So schlimm finde ich das Kindchenschema auf dem Bild gar nicht. Arina Tanemura ist da schlimmer, oder? ;)

    Gefällt mir

    1. :D das war natürlich MST: Manga-Stapel-Telepathie! Ohja, Arina Tanemura hat meine Mitbewohnerin tonnenweise gehabt (wenn ich mich recht entsinne) und deren Zeichenstil ist so gar nicht meins. Da sieht man ja NUR NOCH Augen und die Gesichter sind völlig unrealistisch ^^ aber ich glaube es ist hier einfach nicht so mein Fall gewesen, weil der Charakter dadurch für mich immer wie eine 8-jährige aussieht und das meine Wahrnehmung der Story beeinflusst. Weil Achtjährige sich ja anders verhalten würden als 12- oder 15-jährige :)

      Gefällt mir

Mitreden :)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s