Pixabay / hebi65

Studium, Praktikum, Job, Bewerbung – Aaaaah!

Ich habe neulich einen Artikel gelesen, der hieß „Die Endzwanziger Krise„. Darin erklärt die Autorin, warum Leute gegen Ende zwanzig alles an ihrem Leben anzweifeln. Und das kann ich sehr gut nachvollziehen. Denn was hat man heute schon erreicht, mit Ende zwanzig? Hat man studiert, dann war man irgendwann gegen Mitte zwanzig damit fertig und hat sich dann aufgemacht, sich in der harten Realität zurecht zu finden. Diejenigen unter uns, die während des Studiums gemerkt haben, dass ihnen der Beruf auf den sie hinarbeiten eigentlich gar nicht liegt, nun, die haben dann ein kleines Problemchen. Ähnliches gilt für Leute, die eines von diesen Fächern studiert haben, bei denen JEDER aus dem Bekanntenkreis fragt: „Und was machst du dann später damit?“ Mein Geständnis an dieser Stelle: Ich frage das auch. Einfach weil ich nie weiß, was Soziologen alles machen können. Sorry an alle Soziologie- und Philosophiestudenten. O:) Jedenfalls fängt die erste Gruppe quasi noch einmal von vorne an und verzweifelt so vor sich hin, während die zweite Gruppe so viel Auswahl hat, dass unentschlossene Menschen aus der Gruppe sich bestimmt genauso fühlen.

Ich beschreibe mal ein wenig, wie ich die Zeit nach dem Studium wahrgenommen habe und gebe euch ungefragt ein paar Tipps mit auf den Weg, die meinem unglaublichen Erfahrungsschatz und Gesprächen mit vielen anderen Leuten entspringen und euch vielleicht helfen, falls bei euch bald wieder eine dieser verhassten Jobsuche-Phasen ansteht. Ich gehöre übrigens zur „Verdammt! Falsches Studium“-Gruppe.

Was mache ich jetzt nur?

Das ist die eine Frage, um die sich nach dem Studium alles dreht, während man sich wild für Jobs … sorry, für Praktika bewirbt. Denn auf einen richtig echten Job können vielleicht die ehemaligen Soziologiestudenten hoffen. Vorausgesetzt sie wissen was sie machen wollen. Doch wenn man sich umentschieden hat, hat man im Regelfall null Erfahrung in dem Jobbereich, in dem man nun arbeiten möchte und das sehen die Arbeitgeber einerseits gar nicht gerne – und andererseits kommt es ihnen sehr gelegen. Denn sie können ja Praktikanten als kostengünstige (oder gar kostenlose) Arbeitskräfte einstellen. Auch ich habe ein unbezahltes Praktikum gemacht, das war aber mein allererstes und bei einem kleinen Startup, das ohnehin kein Geld hatte, weswegen ich da jetzt keinen Groll hege. ;) Aber große Firmen, die viele Bewerbungen bekommen und über einen entsprechend guten Ruf verfügen, scheinen häufiger die Einstellung zu haben, dass es ja ein Privileg sei überhaupt nur ihre Schwelle zu übertreten, man solle froh sein, dass man dafür nicht selbst zahlen müsse. Bei so einer Firma bin ich glücklicherweise nicht gelandet, da ich mich nur noch auf bezahlte Praktika beworben habe. Dass diese oft trotzdem nicht ausgereicht hätten, um mehr als das Busticket zur Arbeit und vermutlich die Hälfte der Kaltmiete in einer WG zu zahlen, das sollte jedem klar sein. Es kommt hier aber wirklich auf die Branche an, denn es gibt auch BWLer, die für nen Tausender pro Monat eine 20-Stunden-Woche haben. Nur ist das halt leider eine Seltenheit – und nicht jeder von uns ist BWLer. ^^

Was mache ich hier??

Hat man jedenfalls einen Praktikumsplatz ergattert, kann man nur hoffen, dass man dort nicht zum Kaffeekochen und kopieren verdonnert wird, sondern auch etwas lernt. Denn andernfalls ist es eure Zeit und euer indirekt verlorenes Geld nicht wert gewesen. Ihr solltet das also bei Bewerbungsgesprächen abklären und – falls der Chef die „vielseitigen Aufgabengebiete“ doch ein wenig unangemessen hoch gelobt hat – unbedingt mit eurem Vorgesetzten darüber reden, ob ihr nicht mehr machen oder andere Aufgaben übernehmen könnt. Oft ist es nämlich sogar so, dass in einem Team niemand dem neuen Praktikanten Aufgaben erteilt, weil keiner weiß, was der kann und alle Arbeitsabläufe bereits seit Jahrzehnten eingespielt sind. Deswegen kommt dann niemand auf die Idee, dass es doch eigentlich total sinnvoll wäre, euch mal xyz machen zu lassen oder euch zu zeigen, wie man Programm BlubbPro bedient. Also immer grübeln, was ihr gerne selbst machen würdet, viel fragen und dann nachhaken, ob ihr nicht selbst bestimmte Aufgaben machen könntet. Das würde schließlich auch vielen Festangestellten ihre Arbeit erleichtern. ;)

Andererseits gibt es natürlich auch die Praktika, bei denen ihr direkt als vollwertige Arbeitskraft behandelt werdet, egal ob ihr Ahnung habt oder nicht. Das klingt jetzt so semi-gut, weil es ja bedeutet, dass ihr Aufgaben übernehmt und vielleicht sogar schon während eures Praktikums Verantwortung übernehmen dürft. Allerdings ist das meistens gar nicht so gut, wie man sich das vorstellt. Oft muss man hier unter großem Zeitdruck neue Aufgaben bewältigen und hat nur minimale Anleitung, wie das eigentlich geht. Es ist zwar schön, selbstständig zu arbeiten, aber wenn man einfach immer nur irgendwie „das muss jetzt fertig werden“-mäßig vor sich hin arbeitet, dann lernt man vielleicht nie, wie es richtig geht. Außerdem ist es sehr schwer, einmal falsch eingeprägte Arbeitsabläufe wieder loszuwerden. Das ist genauso wie mit schlechten Angewohnheiten. Lasst ihr immer die Zahnpastatube offen liegen, braucht es vermutlich erst 25 Jahre Ehestreit, bevor ihr einmal daran denkt, sie zu verschließen, bevor ihr das Bad verlasst. ;)

Mein nächstes Praktikum war keines von beiden (und sogar bezahlt! o_o). Ich war zwar öfters mal gestresst, aber ich habe viele Grundlagen gelernt. Leider war es oft so, dass ich das Gefühl hatte, etwas fertig machen zu müssen, während die Volontärinnen (also quasi die auszubildenden Redakteurinnen, falls ihr den Begriff wieder vergessen habt :) ) zu ihren Fortbildungen gegangen sind. Obwohl ich hätte mitkommen können. Dafür hab ich mich im Nachhinein schon etwas in den Hintern getreten. Also macht’s besser als ich und nehmt Lernangebote mit! ^^

Was hab ich hier nochmal gemacht?

Selbst das schönste und das stressigste Praktikum ist irgendwann rum und dann stellt sich die Frage: „Unnu?“ Tjoa. Im Idealfall habt ihr bereits während des Praktikums weiter Bewerbungen geschrieben (oder falls es nur ein sehr kurzes Praktukum ist, eigentlich gar nicht damit aufgehört), da man sich eigentlich nie sicher sein kann, irgendwo übernommen zu werden. Das wäre erstens viel zu einfach und zweitens … vielleicht will man das ja auch gar nicht, weil das Praktikum voll ätzend war? O.o

Ihr solltet jedenfalls frühzeitig bei eurem Chef nach einem Praktikumszeugnis fragen, da eigentlich alle Chefs, die mir bisher begegnet oder über die mir berichtet wurde, folgende Eigenschaften hatten: keine Zeit und Vergesslichkeit. So kann es kommen, dass ihr einen Monat auf so ein Zeugnis warten müsst – und ihr solltet das Zeugnis auch kontrollieren! Abgesehen davon, dass natürlich keine Rechtschreibfehler drin sein sollten und es nicht mit Kuli auf die Serviette vom letzten Mittagessen geschmiert sein sollte, sind zwei Dinge noch ganz wichtig. Erstens: der ominöse Code der Arbeitszeugnisse. Dazu braucht ihr jetzt aber kein 400-seitiges Entschlüsselingshandbuch, denn wirkliche „Codes“ darf euer Chef darin laut Gesetz gar nicht verstecken. Aber es gibt klare Regeln, was zum Beispiel die Formulierungen angeht. Denn Chefs dürfen keine wirklich schlecht aussehenden Zeugnisse verteilen, daher klingen die alle irgendwie gut. Von den folgenden Beispielen habt ihr sicher schon gehört:
Er war stets bemüht.“ = „Er hat nix auf die Kette bekommen, stellen Sie den bloß nicht ein!“ und „Er hat alle Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt.“ = „Yay, der’s cool, kann ich weiterempfehlen.“ Weitere Entschlüsselungen findet ihr hier.

Aber der eigentliche Grund, warum ihr das Zeugnis auf seine „Codierung“ hin kontrollieren solltet ist der: Euer Chef hat da vielleicht selbst keinen Plan davon. ^^ Obwohl er es gut meint, könnte er also schreiben, dass ihr „stets bemüht“ wart und euch somit ein völlig unbrauchbares Zeugnis ausstellen. Ein anderer Fall wäre, dass nur solche Floskeln drinstehen, weil der Zeugnis ausstellende Chef gar nicht mehr so genau weiß, was ihr eigentlich bei ihm gemacht habt, weil er selbst nur einmal die Woche im Betrieb vorbei schaut und euch grüßt. In diesem Fall solltet ihr – auch wenn das Zeugnis voller positiver Codes ist – noch von ihm nachtragen lassen, dass ihr übrigens immer die Batcave geputzt, die Transformers gewartet und in Hagrids Abwesenheit seine niedlichen Haustiere gehütet habt. Denn das sind ja schon einige herausragende Qualitäten, die ihr nicht verschweigen möchtet und die potenziellen neuen Arbeitgebern vielleicht auch eher auffallen, wenn sie im Arbeitszeugnis stehen. Dann wirkt es auch gleich glaubwürdiger, dass ihr den Schnelltipp-Rekord des Büros gebrochen oder die Kaffeemaschine repariert habt und die Leute, die vielleicht nur diesen Teil eurer Bewerbung überfliegen, sehen auf den ersten Blick was ihr könnt. In einigen Fällen weiß der Chef auch um seinen Zeitmangel und seine Unkenntnis und bittet euch deswegen einfach, selbst ein Zeugnis zu formulieren. Das ist natürlich der Idealfall, denn ihr könnt einfach alle Lobeshymnen aus dem Internet auf euch umdichten, eure Aufgaben drunterschreiben, im Büro rumfragen, ob jemandem noch andere wichtige Sachen einfallen und tadhaaa, der Chef kann das fertige Ding abzeichnen. :)

Bewäääääähhhrbungen ;_;

Niemand mag Bewerbungen. Absolut niemand. Vielleicht hattet ihr das grässlichste Praktikum der Welt und seid froh, dort wegzukommen, aber auch dann werdet ihr nicht plötzlich total viel Spaß daran haben, völlig schwachsinnig hochtrabend formulierte Anschreiben zu entwerfen, in der ihr jeder Firma erklärt, dass sie die BEST FIRMA EVER ist und ihr sowieso der BEST BEWERBER EWAH seid. Ich kenne zumindest niemanden, der sich selbst gerne so übertrieben lobt, wie man das in Bewerbungen anscheinend oft muss. Ja, der Job klingt cool und ihre Firma auch und ich würde gerne in dem Bereich arbeiten, weil ich a) das schon gemacht hab und da voll awesome drin bin oder b) das gerne machen würde, weil es voll awesome klingt. Meine Motivation ist: Ich würde gerne in ihrem weltberühmten Team von kickass Leuten arbeiten? Der Job klingt so als könnte ich ihn den Rest meines Lebens machen? Ich würde gerne was essen und brauche Geld? Ich weiß nicht mal was ihre Firma tut, aber ich kann nicht den ganzen Tag zuhause sitzen!=!““!§!“!!!°!1111111111113ins3lf!!!111 :'( :'( :'(

Je nachdem, wie lange ihr schon sucht, könnte die Motivation auch vom ersten zum letzten Punkt wandern … ;) Tja. Bei den Bewerbungen wird es schwierig, euch Tipps zu geben, denn die sind in jedem Bereich anders. Seid ihr zum Beispiel eine Grafikdesignerin, dann müsst ihr ein ganzes Portfolio an Arbeitsproben in möglichst awesome designt und auffällig und so an euren hoffentlich zukünftigen Arbeitgeber liefern. Seid ihr angehender Journalist, rentiert es sich, wenn ihr bereits während des Studiums als Freier bei eurer Lokalzeitung Artikel geschrieben habt. Wusstet ihr, wie ich, während des Studiums noch nicht, dass ihr mal Journalist werden wollt, dann is das jetzt doof ne? Arbeitsproben braucht ihr nämlich trotzdem, aber die könnt ihr mithilfe des oben wunderbar beschriebenen Praktikums erwerben. Auf das ihr euch dann ohne Arbeitserfahrung bewerbt, was manchmal ein Teufelskreis ist …

http://jessicaphilo.files.wordpress.com/2013/10/experience-cycle.jpg

Aber auch diesen Teufelskreis kann man durchbrechen. Selbst (eeeiiiiinigen ^^) Arbeitgebern ist bewusst, dass man vor dem ersten Praktikum keine Erfahrungen gesammelt haben kann. Auch wenn es oft nicht so wirkt. Eure Arbeitsproben müssen auch nicht direkt von der GEO, Zeit oder der Süddeutschen stammen, genauso wie Rookie-Grafiker noch keine 9 Hochglanzmagazine designt haben müssen. Das wichtigste an Arbeitsproben ist, dass ihr damit zeigt: Yo, Leute, ich hab was drauf und kann einen Satz gradeaus schreiben! (Also so wie ich das hier gerade nicht tue …) Oder eben: Yo, ich hab für Muddi sein Großkuseng ihm Flyer designt, mit Glitzerstaub-Fontänen obendrauf! Falls ihr zufällig genau das gemacht haben solltet, dann hätte ich übrigens gern ein Foto davon. :D Insgesamt sollte in Bewerbung und Arbeitsproben rüberkommen, dass ihr mit den „Tools of the trade“, also dem Handwerkszeug eures Wunschberufs sinnvoll umgehen könnt und ihr es schafft professionell rüberzukommen. Ein Bewerbungsmappentraining ist übrigens auch gar nicht so unsinnig, wenn ihr erst mal eine grobe Orientierung haben möchtet und noch gar keinen Plan habt, wie so eine Bewerbung aussehen soll oder wie sich eure Mappe verbessern lässt. Allerdings gibt es hier viele Abzocker, die überteuerte Kurse anbieten, die nichts bringen, also Vorsicht! Auf Jobmessengibt es oft kurze und kostenlose Bewerbungsmappen-Checks, die ziemlich gut sein können. Informiert euch einfach vorher, was für Messen es in eurer Nähe gibt und was dort so angeboten wird (zum Beispiel hier und vielleicht auch hier).

Bewerbt ihr euch in einem kreativen Bereich, macht es vielleicht auch Sinn, wenn ihr private Projekte, wie zum Beispiel Blogs *ding ding ding, Neonpfeile verweisen auf das hier* verlinkt bzw. erwähnt. Wollt ihr einen Job als Finanzberater, dann interessiert euren zukünftigen Chef natürlich herzlich wenig, ob ihr in eurer Freizeit Mangas lest oder cosplayt (cosplayed?) und das könnte sich eher negativ auf eure Chancen auswirken. Wenn ich hier beispielsweise nur Fotos von mir in einem sehr freizügigen Cosplay posten würde, wäre das natürlich auch keine gute Referenz für zukünftige Chefs, egal in welchem Bereich. Einzige Ausnahme: Maskenbildner und Kostümdesigner, sofern das Kostüm was kann. Ob es jetzt sinnvoll wäre, euren Instagram-Account zu erwähnen, weil ihr Food-Fotograf werden wollt und da schon auf 4.132 Bildern geübt habt, äh, ich glaube, das müsst ihr selbst einschätzen. ^^

Networking 8-)

Eine andere Methode, um einen Job oder freie Stellen zu finden, sind übrigens soziale Netzwerke, womit ich jetzt natürlich nicht Facebook meine, sondern Xing und LinkedIn. Ersteres ist die deutsche Version und letzteres die internationale Plattform. Nur falls die euch nicht im Gedächtnis waren. :) Da könnt ihr euch, wie bei FB, ein Profil anlegen, nur dass hier alles seriöser und langweiliger ist. Dafür spammen euch auch nicht dauernd Leute mit ihren Fitnessstudio-Poserbildern zu und es gibt sicherlich auch weniger Post in der Art von „OH MY GOD, this dude ate a sandwich, what happened next is UNBELIEVABLE!!!!!“ … Ich sage „sicherlich“, weil ich bei beiden Plattformen noch nicht angemeldet bin. Aber ich habe jetzt ein paar Tage frei, da könnte ich das theoretisch endlich mal in Angriff nehmen. ^^ Eine Freundin von mir, die international nach einem Job gesucht hat, hat allerdings positive Erfahrungen mit LinkedIn gemacht. Dort gibt es einerseits Stellenangebote, die nicht alle immer auch in den Online-Jöbbörsen zu finden sind und andererseits kann man sich einfach mit Menschen vernetzen, die vielleicht später eine Stelle vergeben werden, die genau zu eurem Profil passt. Wie man damit richtig umgeht, ist allerdings eine Wissenschaft für sich, weswegen ich das alles nur am Rande erwähne und euch darauf hinweise, dass es im Berufsleben mittlerweile als Voraussetzung gilt, dass man dort angemeldet ist. (Wohoo. Brauche ich nur noch ein anständiges bewerbungstaugliches Foto dafür. :/ )

Was wollt ich euch jetzt eigentlich mitteilen?

Ganz allgemein kann ich euch jedenfalls sagen, dass es wichtig ist, am Ball zu bleiben und sich nicht entmutigen zu lassen. Auch wenn das besonders schwer ist, sobald man mehrere Absagen kassiert hat oder sich viele Firmen einfach gar nicht zurückmelden. Das war zumindest bei mir so. Entweder war denen meine Bewerbung zu doof oder sie hatten einfach so viele Bewerber, dass sie es aufgegeben haben, allen abzusagen. Zwei Firmen, bei denen ich mich beworben hatte, haben aber den Vogel abgeschossen (warum auch immer man das so sagt), denn die haben mich ungefähr fünf bzw. zwölf Monate, nachdem ich mich bei ihnen beworben hatte, gefragt, ob ich denn noch Interesse hätte. o.O Äh klar. Immer. Hätte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts gefunden, wäre das sicher auch so gewesen, aber an sich finde ich es schon sehr dreist, sich so viel Zeit zu lassen.

Nun ja, was ich damit sagen möchte: Nicht entmutigen lassen und fleißig weiter bewerben. Bei manchen reichen fünf Bewerbungen, bei manchen dauert es eben 500 Bewerbungsschreiben, bis sie was finden. Das liegt nicht unbedingt an euch, sondern oft daran, ob ihr euch auf völlig überlaufene Stellen bewerbt oder ob ihr euch vielleicht sogar auf Stellen bewerbt, für die ganz andere Leute gesucht werden. Ihr solltet euch nicht ausschließlich auf Stellen bewerben, wo ihr dem Bewerberprofil zu 100 % entsprecht – denn diese Auflistung ist oft völliger Bullshit, weil so gut wie niemand alle Qualifikationen erfüllen kann und die Personalchefs hier manchmal einfach nur eine „Och, wäre schon schön, wenn jemand alles gleichzeitig könnte, was wir eventuell mal in der Firma brauchen könnten“-Liste zusammenstellen. Zumindest war das bei manchen Stellenanzeigen mein Eindruck. ^^ Und schafft ihr es erst ins Bewerbungsgespräch, dann müsst ihr ja ohnehin mit eurer awesome Persönlichkeit und euren Skills live vor Ort punkten und so. ;) Andererseits ist es natürlich völlig fruchtlos, wenn ihr euch als ausgebildeter Soziologe auf eine Stelle als Chefkoch im 4-Sterne-Restaurant bewerbt und als Referenz angebt, dass ihr Mutti immer in der Küche geholfen habt. Also ein wenig Realismus schadet hier nicht. ^^

So, ich hoffe ich konnte zumindest ein oder zwei von euch irgendwas mitteilen, was ihr noch nicht wusstet und euch vielleicht sogar ein bisschen unterhalten. :) Wie sieht’s bei euch aus? Bewerbt ihr euch grade? Macht ihr ne Ausbildung oder studiert ihr schon/noch? Habt ihr vielleicht sogar euren Traumjob gefunden, in dem ihr auf ewig arbeiten möchtet? Immer raus damit! :> Falls ich was wichtiges vergessen haben sollte oder ihr den Artikel für völligen Blödsinn haltet, schreibt es mir natürlich wie immer auch in die Kommentare. :3

Ein stress- und lebenskrisenfreies Wochenende wünscht euch
eure 0utofjoint =)

Advertisements

9 Kommentare

    1. Danke! ^-^
      Du hast da dieses Wort mit Z erwähnt, von dem ich noch nicht glaube, dass ich davon irgendwann mal genug für irgendwas haben werde. :D Aber selbst fotografieren wäre natürlich wesentlich preiswerter als Fotostudio, von daher sollte sich das Z da mal zusammenreißen. ;)

      Gefällt mir

  1. Ha, sehr schöner Artikel. V.A. das Bild mit dem Teufelskreis trifft es so perfekt. Zwar hatte ich Glück und habe nun einen Job und arbeite und habs irgendwie geschafft, aber ich habe eeeeiiiiinigeeeee Dinge aus dem real life in deinem Artikel wiedererkannt. Bspw. hatte ich auch so eine Phase wo ich realisieren musste, dass mein Plan nicht ganz so aufgeht. Bzw. dass die Forschungsstelle in der IT ja auch so ein paar Nachteile hat. In welche Richtung habe ich mich spezialisiert? Na Forschung. Öhm ja. Und dann umorganisiert. Bei uns Informatikern mag das noch gehen, denn … mit programmieren hats immer zutun. Aber ansonsten ist das immer … so eine Sache. Das kann nach hinten losgehen. Mangelnde Aufklärung über das wahre Arbeitsleben im Studium. Habe als Student nie gedacht, dass es wirklich so schlimm um das Thema steht.
    Oder auch die Reaktionszeiten der Unternehmen – bei mir haben sich natürlich Firmen gemeldet, nachdem ich schon meinen Job hatte. Noch krasser ist es aber bei meinem Cousin – 1 Jahr und 4 Monate nach einer Bewerbung hat er ein Angebot bekommen. wtf?? Es ist schon manchmal komisch wie das Leben so spielt – und wie anders dann doch alles ist, als man es sich anfangs ausgemalt hatte. Die Motivation, die Wünsche und alles was man sich vornimmt, wenn man eine Ausbildung oder ein Studium beginnt… .

    Gefällt 1 Person

    1. Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen! Im Studium wird teilweise das wahre Leben nicht einmal gestreift! -.- Zumindest war das so mein Gefühl im Nachhinein. Ja, ich bin schon froh, dass ich mittlerweile die Volontärsstelle habe und es somit bis hierhin geklappt hat mit dem umsatteln. Auch wenn man in der Biologie nicht so viel schreibt, irgendwas sinnvolles lernt man ja angeblich doch in jedem Studium. Und wenn es nur der Umgang mit Datensätzen oder das kritische Hinterfragen von ALLEM ist … ;)
      Oh, das is auch super. :D „Klar, ich sage jetzt meinem Chef, dass er mich nach einem Jahr arbeiten mal kann und dann komme ich zu ihrem Assessment Center, super Idee, danke!“ ^^ Andererseits ist es natürlich immerhin nett, dass sie sich überhaupt melden. Oder vielleicht melden sich die anderen ollen Nichtmelder nur so spät, dass wir alle schon längst umgezogen sind und unsere email-Adressen gewechselt haben und es deswegen niemals mitbekommen werden?!?! :O :O
      Nun ja, ich sag einfach mal: Hauptsache wir haben jetzt noch genügend Motivation übrig – oder eine ganz neue gefunden! ^-^

      Gefällt 1 Person

Mitreden :)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s