#YoutuberSind AuchNurMenschen

Ich hab ja gerade einen Artikel über die wunderbaren Magazine veröffentlicht, in denen zwischen zirka 800 Postern ein paar Youtuber vorgestellt wurden. Und prompt explodiert meine Seite vor Traffic. :D Also verhältnismäßig, ich bin immer noch nicht Spiegel online (und hab auch nicht vor es zu werden ;)) und mehr regelmäßige Besucher hab ich dadurch wahrscheinlich auch kaum bekommen. Aber trotzdem bezeichnend. Eigentlich wollte ich ja den vierten Band von Tokyo Ghoul reviewen, aber nachdem ich mir die Top-Suchbegriffe der letzten Tage angeschaut habe, dachte ich mir, ich muss vorher noch was anderes loswerden. ^^

Ein wenig Gamergate war bei den Suchen dabei, ein Mal „Warum sind Veganer unbeliebt“ (hey, jemand der quasi direkt nach meinem Artikel gesucht hat? :O Awesome!) und natürlich das, was in jedem Suchergebnis vorkommen muss: „ein irrer flitzer cover unzensiert“ und „mädchen unter den rock schauen“. Aaahja. Hätten wir das auch geklärt. :D Nein, ersteres habe ich nicht gemacht, wie ich im entsprechenden Review erkläre und für zweiteres habe ich in nächster Zeit leider auch keine Anleitungen geplant, sorry. Das musst du schon selbst hinbekommen. Oder stattdessen halt lieber Mädchen ansprechen und mit denen reden, denn Pantyshots gibt’s online sicherlich an jeder Ecke – aber ich will dir ja nix vorschreiben.

What the Hashtag?

Die Top-Hits der letzten zwei Tage waren allerdings wirklich: Bravotube/ bravo tube, bravo tube stars, bravotube manga, tube bravo.kayef, und „Wie kommt man in die Bravotube?“ Das bringt mich zu einer Frage, die mich schon seit einer Weile beschäftigt und zwar, was es eigentlich mit dieser momentanen Fixierung auf Youtuber auf sich hat. Deswegen werde ich da mal meinen Senf zugeben und meine Gedanken zu den vermaledeiten #YoutuberSindKeineStars und #YoutuberSindStars mit euch teilen. Möglichst ohne dabei so hysterisch zu werden, wie die Leute, die mit solchen Hashtags meistens um sich werfen. Kurz gesagt geht es dabei um den Kampf zwischen Fans, die Angst haben, ihre Lieblingsyoutuber könnten durch die Bezeichnung als Stars den Boden unter den Füßen und den Kontakt zur Community verlieren und denjenigen, die ihnen vor Augen halten wollen, dass Youtuber durch die Masse an Fans, die sogar eigene Hashtags für so etwas ins Leben rufen, in mancher Hinsicht eben doch der Definition von Stars entsprechen.

Youtuber sind Stars … oder?

Es ist völlig egal, ob ich irgendwelchen Youtubern gönne, dass sie als „Star“ anerkannt werden oder nicht. Fakt ist, dass diese Menschen immer, egal was sie öffentlich sagen, zu einem Publikum sprechen, das aus Hunderttausenden oder sogar mehreren Millionen Leuten bestehen kann. Dass Youtuber ganz anders sind bzw. ganz andere Ursprünge haben als übliche Stars aus Film und Musik, steht außer Frage. Denn niemand hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass man durch Youtube berühmt werden kann. Youtuber? Das sind Kumpels, die angefangen haben zusammen zu zocken und das aufzunehmen. Leute, die einfach gerne Filme machen, egal ob andere die grottig fanden oder nicht. Leute, die sich über Dinge aufregen oder Sachen erklären wollen, die sich selbst ausdrücken möchten und das dann auf Video aufgenommen haben. Da steckt Leidenschaft dahinter und das merkt man oft auch. Eine Begründung, warum Youtuber Stars sind, findet ihr auch hier, ganz klassisch mit Gameplay im Hintergrund. ;)

Was unterscheidet denn Youtuber von den traditionellen Stars?

Mich trennt gefühlt nur die Scheibe eines iPads, das Zeug aus dem der Laptopbildschirm besteht oder ein nerviges Popup-Fenster von eben diesen Youtubern. Deswegen fällt es mir viel leichter, mich denen verbunden zu fühlen als das mit Stars geht, die vielleicht mal in einer amerikanischen Talkshow von einem ebenso berühmten Moderator über ihr neues Album interviewt wurden und ganz nett wirkten. Bei Schauspielern findet (wenn sie Glück haben) nur der Job in der Öffentlichkeit statt. Darüber hinaus werden Interviewtermine gemacht. Doch bei Youtubern findet das halbe Leben (Oder dreiviertel? Oder sieben Achtel?) vor der Kamera statt. Dabei könnten immer noch essenzielle Dinge privat bleiben, aber es kommt uns so vor, als wüssten wir alles über unsere Lieblingsyoutuber.

In ihren Videos erzählen uns Leute, die wir total sympathisch finden, von ihren aktuellen Erlebnissen, machen totalen Blödsinn oder teilen uns einfach nur ihre Meinung mit. Dadurch wirken sie authentisch und glaubhaft. Gleichzeitig machen sie es uns damit umso einfacher, uns einzubilden, dass wir den jeweiligen Youtuber kennen und eigentlich doch schon längst zu seinem oder ihrem Freundeskreis gehören. Denn immerhin sehen wir viele davon öfter als zum Beispiel unsere eigenen Freunde, wenn die weiter weg wohnen. Wir freuen uns über neues Wissen, das gut rübergebracht wird, lachen mit einem Letsplayer über seine eigene Unfähigkeit beim Minecraft spielen oder über Insider, die immer wieder auftauchen. Wir sind einfach begeistert von der Kreativität unseres (vermeintlichen) Gegenübers oder einfach nur davon, dass wir so sympathische Volldeppen vor uns haben, mit denen wir im richtigen Leben auch gerne befreundet wären. Sympathische Volldeppen lässt sich in diesem Fall natürlich auch durch Beauty Experten, Comedians, Allwissende Doktoren, Nachrichten-awesome-Macher oder was immer euch sonst anspricht, ersetzen. ;)

Das Dumme an der Sache ist nur: Wir sind nicht alle die besten Freunde dieser Leute. Die würden uns vielleicht wirklich mögen und cool finden – aber sie kennen uns ja nicht. Deswegen ist es irritierend für die, wenn plötzlich Billionen Menschen auf sie zustürmen, die der Meinung sind schon alles über den jeweiligen Youtuber zu wissen. Die Youtuberin Marie Meimberg hat da ein sehr deutliches und emotionales Video zu gemacht, das ich an dieser Stelle mal verlinken möchte, weil die Dame dann doch wesentlich tiefer im YT-Business drin steckt als ich und ich euch das nicht vorenthalten möchte: „Ich bin nicht eure Freundin!„.

Fans, iiih! Wer will denn das?  ^^

Zu dem Suchbegriff, der mich eigentlich am meisten irritiert hat: „Wie kommt man in die Bravotube?“ Das ist glaube ich das Äquivalent zu „Wie wird man berühmt und bekommt nicht nur die Bravo, sondern auch seriöser rüberkommende Medien dazu, einen zu interviewen?“ Sorry, liebe Suchbegriffetipper, da kann ich euch leider auch keine Standard-Antwort drauf geben. Ein genereller Tipp wäre awesome zu sein, aber das gilt sowieso für alle Lebenslagen und das kann man auch sehr gut, ohne berühmt zu sein. Da spreche ich natürlich aus Erfahrung. :D

Viel wichtiger finde ich die Frage, die sich mir und vielen anderen dabei stellt, wenn sie sowas lesen: Willst du das überhaupt? Willst du als Poster in den Zimmern von 14-jährigen Mädchen an der Wand hängen? Möchtest du dir vor jedem Einkauf Gedanken machen müssen, ob du jetzt mal eben in Jogginghose rausgehn kannst oder ob die Gefahr zu groß ist, dass du von jemandem erkannt und dein Gammel-Outfit-Foto direkt durch halb Deutschland getwittert wird? Willst du vier Stunden in einem Laden verbringen, in dem du dir eine Jeans kaufen wolltest – ohne auch nur eine anzuprobieren? Denn als du die erste in der Hand hattest, hat dich jemand erkannt und die restlichen 3.58h warst du mit Fotos machen und Autogramme geben beschäftigt. Nicht zu vergessen: Möchtest du acht Billionen Mal die gleiche Frage beantworten? „Magst du Bratwurst? Kann man damit Geld verdienen? Welches Schnittprogramm benutzt du?“ Oder 2345698765 Mal darauf hinweisen, dass der Link IMMER NOCH unten in der verf***ten Videobeschreibung steht? Na? Noch Bock auf Youtube? :D Mal ganz abgesehen von dem Haufen Arbeit, den es macht, jede Woche Videos zu produzieren, zu planen, zu koordinieren und den ganzen Mist drumherum zu organisieren.

Natürlich sagen die meisten Youtuber, die über sowas reden, immer wieder, dass sie ihre Fans mögen (also die netten, denen sie begegnen), aber prinzipiell würde mich schon mal interessieren, ob es einen auf Dauer nicht sehr stresst, wenn einen sogar im Restaurant ab und zu Leute anquatschen und Fotos machen wollen und man in Großstädten fast nirgends außerhalb der eigenen (oder befreundeter) vier Wände seine Ruhe hat. Ich bin ja eher so intro-extrovertiert und hab von Menschenmassen ziemlich schnell die Schnauze voll, deswegen weiß ich halt nicht, ob ich das länger als zwei Wochen aushalten würde. :D Allerdings sind Youtuber so als Spezies an sich vermutlich abgehärteter was so etwas angeht, denn die stellen ja auch Videos von sich ins Internet, in denen sie absoluten Schwachsinn fabrizieren, ohne dass ihnen das peinlich ist. Moment, ich wollte doch beim nächsten Japantag auch mal versuchen ein Video … verdammt. Dann sind Youtuber vielleicht doch einfach ganz normale Menschen, die sich daran gewöhnt haben, dass ihnen auf der Straße Leute um den Hals fallen, sie nach Autogrammen gefragt werden und jeder Depp mit ihnen ein Foto will. Oder die alternativ einfach glücklich über die ganzen positiven Rückmeldungen sind, was jetzt auch eher so ne offensichtliche Reaktion wäre. An sich ist es ja eine wirklich tolle Sache, wenn man irgendetwas so gut kann, dass es Hunderttausende Menschen gut finden. Aber ich wollte den Artikel hier mal lieber nich zu positiv werden lassen, das wär ja stillos. ^^

Was haltet ihr von der ganzen Sache? Findet ihr, es lohnt sich gar nicht darüber nachzudenken, weil Youtuber eh längst Stars sind? Verbringt ihr überhaupt Zeit damit, sinnlo..interessante YT-Videos zu schauen? Oder haltet ihr alle Youtuber eh schon für gekauft und traut denen genau so weit, wie ihr sie werfen könntet? ^^ Eure Meinung interessiert mich da natürlich wie immer. :)

Ich wünsche euch einen positiven Tag und genau die Menge an Abonennten, die ihr euch erhofft, zusammen mit der Fähigkeit, einschätzen zu können, ob die Abonenntenzahl wirklich wichtig ist. Ja, ich hab scheinbar ein Selbsthilfebuch oder so gefrühstückt, sorry. :D In jedem Fall:

Stay awesome!
Eure 0utofjoint =)

#TL;DR: Ja, Youtuber kann man als Stars bezeichnen, denn viele sind berühmt genug, dass man sie auf der Straße erkennt. Den Kontakt zur Community werden die intelligenten und leidenschaftlich Videos drehenden unter ihnen aber vermutlich trotzdem nicht so schnell verlieren. Einfach weil die direkte Rückmeldung von Fans, das „Youtubersein“ mit ausmacht. Falls doch, würde besagte Community das vermutlich schnell abstrafen, sofern die Qualität der Videos oder die Glaubwürdigkeit der Youtuber sinkt. :)

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4 Kommentare

  1. youtube ist zum Geschäft geworden. Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die mittlerweile gut von der eingeblendeten Werbung in ihren Videos leben. Stars sehen für mich anders aus. Trotzdem habe auch ich so meine FavoritInnen, die ich mir gern anschaue. Zur Ablenkung, um kurz zu lächeln. Nur die Werbung, die sehe ich nicht. ;-)

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    1. Jepp, da steckt viel Geschäft dahinter. (Ich behaupt übrigens mal, es gibt wenige Menschen, die die Werbung gerne sehen ^^)
      Aber ich kann verstehen, wenn du Youtuber von ihrer oft wenig glamourösen Umgebung bzw. ihrem Auftreten her nicht als Stars definierst. Die Hauptsache ist wohl, dass sie dich unterhalten, egal ob als Stars oder Ottonormalmenschen. ;)

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