Gangs of New York? – Green Blood Review

Wunderschönen guten Freitag wünsch ich euch! Womit ließe sich besser ins Wochenende starten, als mit einem Review zu einem awesome Manga? Spontan eingepackt, weil er spannend aussah, habe ich „Green Blood“ von Masasumi Kakizaki. Es geht darin um einen Killer und die Story ist ziemlich brutal, also nichts für Zartbesaitete. Sage ich nur noch einmal dazu, weil der Stil eben nicht der eines typischen Shounen-Mangas ist – also kein: „Aua, mein Gegner hat mir gerade ein Haus auf den Kopf geworfen, aber is nur ne Fleischwunde, ich steh mal lieber wieder auf …“ Nope. Is nich in diesem Seinen-Manga. Auch Slapstick-Momente sucht man hier vergebens, dafür gibt es allerdings ein paar Emotionen und man könnte sich zum Grübeln angeregt fühlen.

Cover Green Blood

Cover Green Blood Band 1; Masasumi Kakizaki; Carlsen Manga

Der Manga spielt ausnahmsweise mal nicht in Japan und unterscheidet sich auch sonst in einigen Punkten vom Durchschnittsmanga. Als da wären: Der fucking awesome Zeichenstil! Der Stil von Kakizaki erinnert mich sehr an Manhole. Die Charaktere sind sehr realistisch gezeichnet und das Ekellevel ist durch die „KAMERA DRAUFHALTEN, DA IS BLUUUUT!“-Darstellung ähnlich hoch wie bei Manhole. Aber nicht over 9000, ich konnte ihn also durchstehen. ;) Eine Leseprobe findet ihr übrigens im aktuellen Manga Preview des Carlsen Verlags (Ende 2014/Anfang 2015), das der leider nicht online gestellt hat, das wär ja auch zu einfach. -.- Aber wenn ihr das Gratisheftchen im Buchladen seht, dann schaut auf jeden Fall mal rein. Würde mich interessieren, wie ihr den Stil so findet. :)

Warum steht da eigentlich „Gangs of New York“ im Titel?

Das liegt ganz einfach daran, dass man diesen Manga sehr gut mit dem besagten Film vergleichen kann. Es geht nämlich um … Gangs in New York im Jahre 1865. Der Film spielt etwa 20 Jahre früher, aber das Setting ist dennoch sehr ähnlich. (Falls ich da falschliegen sollte, korrigiert mich bitte, liebe Filmfans!) Mehrere Gangs kämpfen im berüchtigten Slumviertel Five Points um die Macht. Die härtesten Mothafuckas around sind seit Jahren die „Grave Diggers“, denen aber bald die Aufsteiger „Iron Butterflies“ das Leben schwer machen könnten. Das wird aber im ersten Band nur angedeutet.

Im Viertel Five Points waren die Lebensbedingungen damals unerträglich. Durch die sumpfige Gegend in Manhattan, wurde es zur Brutstätte für Krankheiten. Kein Wunder, dass man damals genau die Leute dort ablud, die gesellschaftlich sehr sehr weit unten standen: Einwanderer. Vor allem Iren, die während der großen Hungersnot von Irland nach Amerika auswanderten, landeten in Five Points, um ihr Glück zu finden – oder einfach nur um zu überleben. So auch der Hauptcharakter Brad (siehe Mensch auf dem Cover) und sein kleiner Bruder Luke. Während Luke der Optimismus und Idealismus in Person ist und es schafft trotz ausbeuterischer Arbeitsbedingungen und umgeben von verkommensten Kriminellen Mitgefühl mit anderen Menschen zu haben und brav seinen Lohn zu sparen, ist Brad da ein ganz anderes Kaliber.

Insgeheim gehört dieser nämlich einer der von Luke verachteten (oder zumindest nicht verstandenen) brutalen Gangs an. Nicht nur das, Brad ist der Auftragskiller der Grave Diggers und zieht nachts los, um andere Menschen kalt zu machen, während er tagsüber vorgibt, auf Jobsuche zu sein. Ein Doppelleben, wie es im Manga steht also. Seine Beweggründe dafür sind zu Beginn noch nicht ganz klar, da Luke das Geld verdient und unklar ist, warum Brad dann überhaupt den Job als Killer angenommen hat. Doch das wird hoffentlich in zukünftigen Bänden genauer erklärt und ich will ja auch nichts spoilern.

Es scheint Brad oberflächlich betrachtet nichts auszumachen, dass er dauernd Leute killt, aber selbstverständlich hat er doch eine wesentlich liebenswürdigere Seite und ist gar nicht der harte Brocken, für den man ihn auf den ersten Blick hält. Schließlich hängt er sehr an seinem Bruder und starrt auf dem Cover gedankenversunken und unaggressiv ein Pistolen-Messer-Dings an, das is ja wohl ein Argument … ^^

Pretty faces, ugly souls?

Mir hat besonders gut gefallen, wie Kakizaki es geschafft hat, die hässlichsten Seiten der Menschen und gleichzeitig die guten Seiten darzustellen. (Natürlich sind die hübschen Charaktere die Guten, aber ein wenig Klischee kann man dieser klassisch angehauchten Actionsaga schon lassen. ;)) Dafür sind diverse irre Blicke, unangenehme Gesichtsausdrücke und vor allem Dreck und Schmutz schonungslos dargestellt. Die abgeranzte Umgebung ist in jedem Panel zu sehen, wenn nicht gerade auf ein Gesicht gezoomt wird. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit es sein muss, jeder ollen Wand im Hintergrund eine Farbabbröckelungs-Kur zu verpassen. o.O

Ganz am Ende des ersten Bandes – okay, doch noch ein ein Klischee – wird Brad vor die Wahl gestellt: Tut er das Richtige oder das wofür er bezahlt wird? Allerdings muss man hier noch einmal kurz einwenden, dass „richtig“ und „falsch“ in diesem Kontext ein sehr dehnbarer Begriff ist. Denn umgeben von so vielen Verbrechen und konfrontiert mit der Wahl zwischen dem, was einem selbst Genugtuung verschaffen würde und dem, was vielleicht dafür sorgt, dass man nicht am nächsten Tag tot ist, ist das schon eine andere Auswahl als banale und dennoch emotional mitreißende Alltagsfragen wie: „Gehe ich fremd, weil mir gerade danach ist oder lass ich das doch lieber sein?“ Ich hoffe ihr wisst, was ich meine und dass das jetzt nichts mit Beziehungen zu tun hatte. ^^

Zurück in die Zukunft

Im nächsten Band rechne ich mit ebensoviel Action, einer Auflösung von Brads Dilemma und naja, vielleicht muss Brad ja sogar Luke gestehen, dass er eigentlich schon ewig ein Auftragskiller ist. Das wäre sicher eine sehr spannende Situation. Wie reagiert der Sonnenschein und Gutmensch Luke auf solche ein Geständnis? Nun, wir werden es hoffentlich erfahren, allerdings frühestens im Februar 2015, da erscheint nämlich Band 2. Band 3 kommt im Mai raus und insgesamt gibt es fünf Bände, die hoffentlich alle auch irgendwann auf Deutsch erscheinen. :) Ich werde jedenfalls im Februar auf jeden Fall Band 2 von Green Blood kaufen, da mich die zwar einfache Story mitgerissen hat und ich von der Darstellung der Figuren und der Szenerie so begeistert war.

Kennt ihr Green Blood? Wenn ja, was haltet ihr davon? Oder würdet ihr euch so einen Manga vielleicht sogar deswegen zulegen, weil ihr Gangs of New York so toll fandet? :D Wie findet ihr die Themen des Mangas generell? Also Gangs und Slums bzw. Auftragskiller, blutige Morde und eventuelle Gewissensbisse?

Einen unsplatterigen und dafür begeisterten Start ins Wochenende wünscht euch
eure 0utofjoint =)

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3 Kommentare

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