#freiheit – Youtube, Twitter, WTF

Eigentlich wollt ich ja ganz gechillt ein Mangareview schreiben, aber nun spiele ich doch lieber wieder Trendhure und schreibe über das Thema, über das alle anderen auch schon geschrieben haben, weil es mich fast erschlagen hat, als ich heute Nachmittag Twitter geöffnet habe. ^^ Auch der Bildzeitung war’s einen Artikel wert (aber was ist der Bild schon keinen Artikel wert?) und sogar das Wirtschaftsmagazin Handelsblatt berichtete darüber: Simon Unge schließt seine beiden Youtube-Kanäle „ungespielt“ und „ungefilmt„.

Der sympathische junge Kerl mit der komischen Frisur hat genau das vor nicht einmal einem Tag in seinem letzten Video auf „ungefilmt“ verkündet. Danach ist dann wieder Twitter explodiert, weil er dem Video den Hashtag #freiheit verpasst hat, der prompt trendete wie nix. (Überholt wurde er erst abends vom Schlagwort „Udo Jürgens“.)

Twitter-freiheit

Wieso das jetzt irgendwie relevant ist und was die ganzen Hashtags bedeuten? Ich rekapituliere mal eben die Situation für alle, die den „Skandal“ bis hierher verpasst haben, nicht Youtbe-affin genug sind, um das Video zu schauen – oder vielleicht einfach unterwegs sind und nur genug Datenvolumen für nen Artikel anstelle eines Videos haben. ;)

Wer ihn nicht kennt: Der Youtuber Simon Unge hat auf seinen beiden Kanälen insgesamt über 2 Millionen Abonennten (Ungespielt: über 1,3 Mio. und Ungefilmt ca. 826.000), zählt damit zu den Schwergewichten unter den deutschen Youtubern und macht das ganze hauptberuflich. Auf dem Hauptkanal ungespielt gingen bisher jeden Tag drei Videos mit Letsplays online, die im Monat (laut eigener Aussage aus Simons Video) ungefähr 20 Mio. Views hatten. Das ist eine Menge Traffic und er wirkte auch nicht so als würde ihm das Filmen keinen Spaß machen, also warum diesen Traumjob aufgeben? Ganz einfach: Tut er nicht. Er schließt zwar seine Kanäle, aber startet direkt wieder mit einem neuen Kanal, der fortan nur noch „unge“ heißen wird und bereits nach einem Tag fast 400.000 Abonennten hat.  Treue Fans hat er also anscheinend. ^-^

Unge vs. Mediakraft?

Mööh, wollte der nur den Kanalnamen wechseln? So viel Drama um so einen Blödsinn? Könnte man jetzt denken, stimmt aber nicht. Denn die Kanäle schließt Simon nicht einfach so, sondern weil er sich mit seinem Netzwerk „Mediakraft“ sozusagen zerstritten hat. Deswegen befinden sich auch „MediaKraft“ und „Netzwerk“ in den trending topics bei Twitter. (Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass mit #raupenarmy die Fans von Simon gemeint sind. Weil Unge = Ungeheuer und irgendwann dann … Raupe. Nein, so richtig versteh ich’s auch nicht. Aber das ist das Internet, da gibt es immer Insider, die an einem vorbeigehen. ^^)

MCNs, also „Multi Channel Netzwerke“ sind jedenfalls Zusammenschlüsse von Youtubern, die denen helfen sollen sich zu vernetzen (Nä!), aber auch finanzielle und vor allem organisatorische Unterstützung bieten sollen. Es sind aber nicht einfach lockere Zusammenkünfte von verschiedenen Menschen, die vor der Kamera rumhampeln, sondern richtig echte Firmen. Die so wie alle bösen Unternehmen knallhart gewinnorientiert sein können und nicht unbedingt immer zu den nettesten Konglomeraten menschlicher Arbeitskraft zählen. Die grobe Erklärung „Plattenlabel für Youtuber“ trifft es aber eigentlich sehr gut, also klaue ich die mal bei Unge. :) Vor einem Jahr hat dieser sich dem Netzwerk Mediakraft angeschlossen und seitdem laut seiner Aussage keinerlei positive Erfahrungen mit diesem gemacht.

Ausgerechnet Mediakraft hatte bereits vor ein paar Monaten einen Imageschaden davongetragen, als LeFloid (der Youtuber, den sogar alle traditionellen Medien als „diesen Youtuber“ kennen) verkündet hatte, dass er den Vertrag bei Mediakraft gekündigt hat und künftig sein eigenes Ding machen werde. Im Gegensatz zu LeFloid, dem von Mediakraft entweder ein Schweigegelübde auferlegt wurde oder der sich einfach zurückhalten möchte, spricht Simon darüber, warum er von Mediakraft die Schnauze voll hat – genau so drückt er sich nämlich aus. Er hat keineswegs eine offizielle Erlaubnis von Mediakraft bekommen, aber er tut es einfach, weil das Netzwerk bei ihm anscheinend so was von unten durch ist, dass er im Video mindestens drei Mal betont, er möchte „nie wieder in seinem Leben etwas mit Mediakraft zu tun haben“.  Harte Worte, doch wie es scheint hat sich das Netzwerk auch einiges vorzuwerfen, was diese Worte rechtfertigt.

Seit einigen Monaten befinden sich Simon Unge und weitere Youtuber (die er nicht nennen möchte, um ihnen nicht zu schaden) nämlich im Rechtsstreit mit Mediakraft. Das Netzwerk, das also eigentlich den Youtubern helfen sollte, größer zu werden, bessere Videos zu machen und herauszufinden, wie sie sinnvoll damit Geld verdienen können, hat es sich also zur Aufgabe gemacht, seinen Schützlingen das Leben schwer zu machen. Klingt unlogisch, oder? Doch wie Unge erzählt, lag oder liegt dem Netzwerk nur etwas daran, möglichst große Youtuber in seinem Portfolio zu haben, um für Investoren attraktiv zu sein, weil das Komplettpaket „Mediakraft-Channels“ Drölfzillionen Views pro Monat erreicht. Engagement, damit sich die Leute auch wohlfühlen, die den geviewten Kram produzieren, gab es scheinbar kaum welches. Zumindest nicht gegenüber Unge (und vermutlich auch nicht bei LeFloid).

Simon berichtet davon, dass die Longboardtour durch Deutschland, die er mit mehreren anderen Youtubern gemacht hat, trotz ihren Anfragen bei Mediakraft finanziell komplett auf den Schultern der Youtuber bzw. deren eigenständigen Bemühungen um Sponsoren lastete und das Netzwerk erst nach Beginn der Longboardtour mit einem „Hups, ja, hier is noch so’n Sponsor, das Geld bekommt ihr dann später“ ankam. Das Geld das dadurch zusammenkam, haben die longboardenden Youtuber wohl auch nie gesehen. Mit der Begründung, dass sie ja ohnehin nicht bei Mediakraft bleiben wollten, hielt das Netzwerk ihnen dieses Geld vor. Würde mich ja echt mal interessieren, was die Sponsoren davon halten, die ja vielleicht ein bestimmtes Projekt untersützen wollten! Ach ja, als sei das noch nicht seltsam genug, löschte das Netzwerk wohl einige während der Longboard-Tour hochgeladene Videos. Letzteres kann ich leider nicht empört bestätigen, da ich mich nicht fürs Longboarden interessiere und die Tour deswegen bis auf ein oder höchstens zwei „Nachbereitungsvideos“ völlig an mir vorbeigezogen ist. ^^‘

„Wir sehen uns vor Gericht!“

Der größte Hammer kommt aber noch. Zusätzlich zum Rechtsstreit haben Mediakraft-Mitarbeiter Simon und den anderen beteiligten Youtubern wohl gedroht, dass man sie auch ganz leicht in die Privatinsolvenz treiben könne. Und da ist dem lieben (und immer sehr freundlich wirkenden) Simon aber mal wirklich die Hutschnur geplatzt (oder das Tuch von den Dreadlocks gerutscht) und das finde ich sehr verständlich. Also wenn mir jemand, nachdem ich mehrmals versucht habe eine positive Einigung (Vertragsauflösung) zu erreichen und schließlich sogar vor Gericht gezogen bin, auch noch sagt „Wir machen dich fertig, weil … weil!“, dann wären die Betreffenden bei mir auch unten durch.

Im Moment möchte man echt kein Mediakraft-Mitarbeiter sein. Den Shitstorm kann man sich ja ausmalen. Auch wenn Simon Unge immer wieder betont, dass er nicht möchte, dass einzelne Mitarbeiter oder andere Youtuber die noch bei Mediakraft sind gehatet werden, ist so eine Welle der Empörung im Internet einfach schlecht zu stoppen. Nach einer Weile hat sich Mediakraft dann auch zu den Vorwürfen geäußert. Das vollständige Statement findet ihr hier auf der Facebookseite des Netzwerks. Man beachte dabei, dass der Vorwurf, Mediakraft würde das Geld einbehalten, das das Netzwerk für die Longboard-Tour eingeworben hat, gekonnt übergangen wurde. Was es mit den gelöschten Videos auf sich hat, werden wir wohl auch nicht erfahren und ebenso steht nirgends etwas über Privatinsolvenzen.

Natürlich lässt sich ein Vertrag nicht einfach so auflösen, doch wenn einer der Vertragspartner seine Verpflichtungen (die Unterstützung des YTers) nicht erfüllt, so steht es dem anderen doch sicherlich zu, das einzufordern oder den Vertrag aufzukündigen. Ich nehme an, genau darum wird es vor Gericht gehen. Also darum, nachzuweisen, welche Seite ihren vertraglichen Pflichten nachgekommen ist und welche nicht. So wirft Mediakraft in seiner Stellungnahme auch Unge vor, er habe ein Vermarktungsangebot von der Konkurrenz angenommen, was laut Mediakraft nicht notwendig gewesen wäre, weil man ja voll die tollen Angebote gemacht habe, die der Schützling aber alle ausgeschlagen habe. Janee, is klar. ô.o Zusätzlich betont Mediakraft auch sehr gerne, wie sehr sie vormals kleinen Youtubern dabei geholfen haben, ihre heutigen Followermassen um sich zu scharen. Eine Aussage, die bereits mehrfach für ein weeeenig übertrieben erklärt wurde, da das Netzwerk nicht zwangsweise viel Promotion-Arbeit für alle seiner Youtuber leistet.

Not all is shit, that’s being shitstormed.

Tut mir leid, Mediakraft, aber ihr (als Firma) habt ohnehin schon ein schlechtes Image, obwohl ihr das größte deutsche YT-Netzwerk seid. Die Youtuber Y-Titty, Apecrime, Ardy, Taddl und Dner sind (wenn ich mich recht entsinne) nämlich auch alle bei Mediakraft. Noch. Denn auch andere Youtuber hatten bereits ihre Entnervtheit über diverse netzwerkige Vorfälle geäußert, jedoch ohne Details zu nennen, denn das gäbe sicher noch mehr Ärger mit Mediakraft.

Selbstverständlich sind nicht alle Mitarbeiter dort doof oder die Inkarnation des Bösen. Schließlich stammt auch die News-Sendung „Was geht ab?!“ irgendwie von Mediakraft, denn diese hat den Newsroom dazu aufgebaut. Die Idee dazu kam aus der Berliner Youtubergruppe um LeFloid, Frodo und die Spacefrogs, die sich in letzter Zeit in den dazugehörigen Videos eher rar machen, was aber vielleicht hauptsächlich an Zeitmangel und nicht (nur) an Netzwerkproblemen liegt. Ich wollte nur anmerken, dass ich das Format (ebenso wie Techscalibur) immer noch cool finde, weil es youtuberbestimmt und nicht netzwerkdiktiert wirkt, obwohl Mediakraft daran beteiligt ist. Außerdem werden sicher auch nicht alle der 2.000 Youtuber unzufrieden sein, die bei Mediakraft unter Vertrag sind. Somit gibt es bestimmt auch nette und hilfreiche Menschen bei MK.

Mediakraft als Netzwerk hat nun aber ein Problem, denn sowohl neue Youtuber, die sich überlegen in ein Netzwerk einzutreten, als auch Werbekunden/Sponsoren, die gerne ins YT-Geschäft einsteigen wollen, werden sich zwei Mal überlegen, ob sie auf ein so angeschlagenes Pferdchen setzen wollen, das dafür berüchtigt ist, sowohl Futterlieferanten als auch Reiter zu treten. Nun wird sich zeigen, ob Netzwerke generell skeptischer gemustert werden, ob Mediakraft vollends ins Taumeln gerät und natürlich wie es mit dem neuen Kanal „Unge“ weitergeht. Um letzteren mache ich mir übrigens keine Sorgen, schließlich werden die Fans nicht einfach wegbleiben, wenn die Videos genau die gleiche Qualität haben wie vorher. Klar, man verliert bei einem Kanalwechsel immer Abonennten, weil Leute zu faul sind mit „umzuziehen“ oder der Kanal für sie eine Art Aboleiche war und man ihn eh nie geschaut hat. Andererseits bekommt er ja nun einige Publicity durch Twitter und Youtube, vielleicht gleicht es das ja aus. :D

In einem Kurzinterview mit Broadmark hat Simon übrigens erklärt, dass er sich prinzipiell schon vorstellen könnte, irgendwann wieder einem anderen Netzwerk beizutreten. So oder so werden ihn seine Fans sicher weiterhin unterstützen. Hoffen wir jedoch, sie tun das nicht nur in Form von Hate-Tweets in Richtung Kritiker. Simons Devise war eher „Everybody calm the fuck down.“, doch trotzdem sind innerhalb kürzester Zeit Panzer und Hakenkreuz-Bildchen entstanden, die übereifrige, oder sagen wir doch einfach fanatische Fans massenhaft auf den Mediakraftseiten platzierten. Daraufhin musste die Facebookseite wohl sogar zwischenzeitlich gesperrt werden, wie Broadmark berichtet.

Das bringt aber auch niemanden weiter. Natürlich will keiner unterstützen, dass ein Netzwerk seine Mitglieder ausnutzt und es ist vollkommen gerechtfertigt wenn einzelne Youtuber sich dagegen wehren ausgenutzt zu werden! Es ist genauso gerechtfertigt, wenn die Community deutlich macht, dass sie ein asoziales Verhalten eines Netzwerkes nicht toleriert. Trotzdem sollte man diesen Frust, die Wut und den Hass nicht so rauslassen, dass solch ein Netzwerk einfach brennend untergeht und alle Youtuber, die vielleicht noch daran beteiligt sind und bisher nichts negatives mitbekommen haben, plötzlich in der Schusslinie rgendwelcher Hate-Kommentare stehen, während hinter ihnen alles abfackelt. A propos abfackeln. Humorfrei waren auch die wütenden Kommentare nicht alle. :D Hach ja. Wie man eine solche Situation nicht entschärft, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt.

JB: King of Trolling oder Mr Planlos?

Da denkt man, der Artikel wäre fast fertig und stellt plötzlich fest: Die Schlammschlacht scheint erst begonnen zu haben, weil da noch mehr Leute mitmischen wollen. o.O Der NEOmagazin-Mensch, Moderator und modernstes Element vor den Kameras* des ZDF, Jan Böhmermann twittert ebenfalls über das Thema und äußert sich in Richtung „Willkommen in der Realität“. Wer Böhmermann nicht kennt, sollte wissen, dass er meistens eher als Troll daherkommt, weswegen ich persönlich ohne Kontext nie einschätzen kann, ob seine Aussagen nur provozieren sollen, er sich wirklich über jemanden lustig macht oder was er eigentlich grade wieder vom Internet will. :D

Dner twittert an ihn, dass seine Darstellung der Lage nicht völlig korrekt ist und dann …

I mean … seriously? o.O Also da würde mich die Begründung nun aber wirklich mal interessieren. Man muss ja Dner nicht mögen, aber er hat nur sachlich kommentiert. Ob man dem jetzt zustimmt oder nicht, blockieren ergibt da doch keinen Sinn. Aber der Herr Böhmermann macht ohnehin immer einen auf Konfrontation und hat den ganzen Abend eigentlich ausschließlich Youtuber kritisierendes getwittert. Dabei steht eine pauschale Y-Titty-Beleidigung unter freudiger Erwartung eines Shitstorms neben der aus dem Kontext gerissenen Beleidigungszitate von Simon. Hauptsache trending? Ein anderer Journalist äußerte sich dagegen sehr positiv zu Unges Ausstieg bei Mediakraft – und ihn schien auch die stellenweise derbere Wortwahl nicht zu stören. ^^ Hier zum Facebook-Post von Martin Giesler. (*Nachtrag: Martin Giesler, der auch beim ZDF arbeitet und viel Ahnung von Online hat. Das wollte ich nicht unterschlagen, hatte mich nur oben bei JB missverständlich ausgedrückt und es in kursiv überarbeitet.)

Das Twitterchaos wurde jedenfalls sehr schön von Tense zusammengefasst (siehe Artikelbild (- 1 s bei „voraus“)), der sich an Jan Böhmermanns Trolling-Aktionen auch nicht zu stören schien. Andere Youtuber hingegen nahmen die Sache persönlich und verderben sich nun gegenseitig bzw. zusammen mit ihren Fans die Vorweihnachtszeit. Ich kann jedenfalls nur hoffen, dass Mediakraft aus seinen Fehlern lernt und in Zukunft mehr auf die einzelnen Youtuber eingeht, die das Netzwerk eigentlich betreuen und nicht nur melken sollte. Denn diesen Imageschaden noch auszugleichen gelingt nur indem die größten Probleme angegangen werden (also alle seit längerem schwelenden Konflikte mit anderen Youtubern gelöst werden) und eine neue „Wie gehe ich nett mit meinen Youtubern um?“-Strategie entwickelt oder die alte aus der Mottenkiste gekramt wird. Andernfalls wird das mit dem Monetarisieren eures Geschäftsmodells nämlich auch nicht vernünftig funktionieren, liebes Mediakraft-Strategieteam. Zusätzlich seid ihr dann noch die Fieslinge vom Dienst und das will man doch nicht, oder? So als Synonym für böse gelten? Wir dürfen also gespannt sein, was MK nun tut. Nachtrag 4.2.2015: Einen ganzen Artikel zu Jan Böhmermann findet ihr übrigens hier: Böhmermann vs. Youtube.

Last Youtube, I gave you my channel …

Ein aufschlussreiches Video über die Betriebsabläufe in Netzwerken, also wie es laufen sollte und was falsch läuft, findet ihr bei Videoamt. (Wirkt etwas hibbelig der Mann ;) spricht aber viele Punkte an, die zeigen wie Netzwerke funktionieren.) Zum Abschluss gebe ich euch dann auch noch einen richtig interessanten Artikel von einem der beiden Vlogbrothers als Leseempfehlung mit. Bei „You can’t make it on Youtube anymore“ geht es um Netzwerke, Professionalität, Originalität und die Frage nach der Rückkehr zu den youtuberischen Wurzeln.

Was haltet ihr von diesem Thema? Habt ihr überhaupt den ganzen Aufruhr mitbekommen? Falls ja, findet ihr es irgendwie wichtig oder interessant oder denkt ihr, das ist nur wieder einer dieser Hypes, die innerhalb von zwei Tagen verschwinden? ^^ Ich bin btw ein wenig gestresst, aufgrund von Arbeit (alles vor Weihnachten fertig machen), Weihnachtseinkäufen (alles vor Weihnachten besorgen ;_;), sozialen Kontakten (ein letztes Mal vor Weihnachten treffen! o_o) und Weihnachtsheimfahrten (Familie und so, ne?). Also verzeiht mit etwaige übermüdete Tipp- und Logikfehler bzw. weist mich darauf hin und sagt Bescheid, falls ich etwas vergessen haben sollte. Danke! ^-^

Ich wünsche euch eine Shitstorm-freie Zeit, bleibt awesome, erholt euch und very much Christmas und so! ;)
Eure 0utofjoint =)

TL;DR: Großer Youtuber streitet mit seinem evil bis inkompetent wirkendem Netzwerk und gibt seine Kanäle auf, um selbiges loszuwerden. The internet goes apeshit. Alle machen mit. Und dann is Weihnachten.

PS: Eigentlich wollt ich noch ein Mangareview machen. Ich hoffe ich komme noch vor um an während oder nach Weihnachten dazu. :D Je nachdem wann ich hier für irgendwas Zeit haben sollte. Aber fühlt euch informiert, dass Band 6 von BTOOOM!, Band 2 von Crimson Wolf und der erste Teil von Prophecy gut waren! ;)

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19 Kommentare

  1. Danke, dass du mich Youtubemenschenablehner jetzt aufgeklärt hast. Ich wundere mich öfters über die beliebtesten Hashtags, bin aber meistens zu faul, um ernsthaft nachzuschauen, was die Menschheit von mir will. *lach*

    Aber jetzt mal ganz ehrlich: Der Sack Reis in China…er fällt!

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    1. :D Das hast du aber schön ausgedrückt! Ja, ich hab mir auch gedacht „Joa, gibt schon wichtigere Themen, wa?“, aber da ich gestern fast ausschließlich Tweets, Videos, Facebookbeiträge und sogar Zeitungsartikel zum Thema gesehn habe, dachte ich mir, das kann ich einfach nich an mir vorbeiziehen lassen. ^^

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  2. Die sind schon lustig… . Ich finde das Thema Youtube sehr sehr interessant, sehe es aber differenzierter als noch vor 2 Jahren. Damals war ich schon fast am fangirlen und habe jeden Tag mindestens eine Stunde meine Lieblings-Youtuber geguckt. Heute sehe ich das alles etwas entspannter und den ganzen shitstorm unglaublich ulkig. Mediakraft und die ganzen Netzwerke sind wie Agenturen. Da kommt die Wirtschaft ins Spiel – zwei Parteien wollen was und müssen miteinander reden. Da ich mir nicht so recht vorstellen kann, dass Mediakraft der Teufel in Person ist (da sind einfach zu viele Youtuber), muss das wohl eine Frage von 1) Pech gehabt sein oder 2) sie haben eben nicht wirklich zusammengearbeitet, Da gehören immer zwei dazu. Insgesamt habe ich aber vor Youtubern die ihren shit in Videos ausbreiten relativ wenig Respekt.

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    1. Da hast du schon Recht. Es geht immer von zwei Seiten aus, aber es ist eben das erste Mal, dass ein Youtuber (meines Wissens) so krass öffentlich direkt Punkte anspricht, warum die Zusammenarbeit nicht funktioniert hat. Und wenn das wirklich so ist und er nicht der einzige Youtuber ist, bei dem sich Mediakraft so stümperhaft verhalten hat, dann wird das erste große deutsche YT-Netzwerk eben glamourös den Bach runtergehen. Was wiederum ein Signal an die ganze Branche sendet. Und was dann passiert, finde ich wiederum auch sehr spannend. :)
      Aber sehr lustig, dass du genau das kritisierst, was alle Youtuber/Fangirls als „voll mutigen Schritt“ bezeichnen, obwohl man es genauso gut als „schmutzige Wäsche waschen“ bezeichnen könnte. Cool mal abgesehn von Jan Böhmermann nen anderen Blickwinkel zu hören! ;)

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  3. Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe mich mit dem nie groß beschäftigt.Ich wusste nichtmal, dass es da so eine art Netzwerk gibt o.o
    Klar, sobald man dann anfängt richtig Kohle machen zu wollen, wird man sicher auch eingebremst. Ist doch bei anderen „öffentlichen Personen“ nicht anders.
    Wenn sich da z.B. in der Musikbranche ein Trend abzeichnet, kann es leicht passieren, dass dir dein Produzent Lieder vorgibt, die dir nichtmal groß gefallen…
    Und entweder hast du dann das Glück einen anderen Produzenten zu finden oder du springst auf den Zug auf. Du kannst natürlich auch einfach deine Karriere knicken xD

    Mit Beschuldigen wäre ich ja eher vorsichtig (also als Betroffener). Eine Firma hat sicher mehr Geld für ein Verfahren als eine Privatperson und mit solchen Aussagen kann man sich auch noch strafbar machen, wenn man sie nicht beweisen kann X_____x
    Und wahrscheinlich nimmt einen dann auch kein anderes Netzwerk mehr .___.

    (Eine Firma stellt auch nicht einen Mitarbeiter ein, der seinen letzten Dienstgeber geklagt hat – selbst wenn die Anschuldigungen wahr waren. Der hat dann immer Angst, dass der das bei den ersten Anzeichen wieder machen könnte…)

    Ich denke mal entweder hat man seinen Channel als Hobby und so seine volle Freiheit, oder man geht einen Vertrag und somit Verpflichtungen ein und büßt einen Teil Freiheit ein.
    Im Endeffekt ist das dann nicht anders, wie wenn man wo angestellt ist – und da muss man immer damit rechnen, dass der Chef zuerst die Zahlen sieht und nicht auf alles Rücksicht nimmt. Würde er das bei allen, wäre er wahrscheinlich bald pleite.

    Oder habe ich das mit dem Netzwerkprinzip falsch verstanden? oO
    Wie gesagt, für mich ist das ganz was Neues xDDD

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    1. Das Thema ist in der Öffentlichkeit jetzt auch nicht so verbreitet. ^^ Also wenn man noch nie von Netzwerken gehört hat, ist das kein Beinbruch.

      Erst einmal wird dieser eine Youtuber es wohl alleine versuchen, ob ihn danach wieder ein Netzwerk will, sehn wir ja dann. ^^ Denke aber dass die zumindest seine Zuschauerzahlen verlockend finden könnten. Er hat auch gesagt, dass er bereits seit Monaten vor Gericht zugange ist, deswegen gehen alle davon aus (bzw. hoffen es^^), dass er genau weiß, welche Anschuldigungen er machen kann. Im schlimmsten Fall meinte er, dass er alle seine Besitztümer spenden würde, damit ihm das Netzwerk nichts abknöpfen kann. Denke wenn es so weit gekommen ist, dann stellt sich der Youtuber nicht einfach nur an, weil das Netzwerk ein bisschen unfreundlich war. Aber natürlich können wir hier alle nur spekulieren. ^-^

      Hehe, nee, ganz falsch ist das schon nicht. Aber das Netzwerk profitiert von den Millionen Videoaufrufen, die einzelne Youtuber generieren und erhält dafür Werbeeinnahmen (weil vor und in den Videos Anzeigen geschaltet werden). Einen Teil dieser Werbeeinnahmen bekommen dann die Youtuber. Wieviel das ist und ob es zum Leben oder Luxusleben reicht, das ist immer vom Anteil abhängig, den das Netzwerk abgeben mag und von den Milliarden Klicks, die ein Video hat. Bei Ungespielt waren es aber wie gesagt wohl so einige. Abgesehen von den Anzeigen sollte ein Netzwerk aber noch andere Arten der Unterstützung liefern und eben nicht einschränken, weil Youtuber von ihrer Arbeit her eher, naja, als Künstler zu sehen sind. Wenn man da ZU viel rumreguliert und stresst, dann wirkt sich das auf die Qualität der Videos negativ aus. Behaupte ich jetzt mal. Die Zahlen waren also bei Unge gut, nur hat sich das Netzwerk nicht dafür interessiert mit ihm zu kooperieren. Das wäre so als würdest du deinem Chef sagen „Hey, ich hab den zweitbesten Umsatz des Jahres gemacht! Könnte ich dann in 6 Monaten meinen Jahresurlaub machen?“ und der antwortet dir „Pff, du arbeitest schließlich auch für uns, da muss der Umsatz stimmen. Urlaub? Jetzt stör mich gefälligst nicht.“ Also auf Dauer keine befriedigende Situation. Ich hoffe du kannst den Vergleich etwas besser nachvollziehen. ;)

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  4. Ganz ehrlich? Mir geht dieses Hashtag-Gedöns derbe auf die Nerven.
    An Verträge hat man sich zu halten. Punkt. Irgendjemand hat es verbockt. Wer genau muss jetzt geklärt werden und zwar nicht von irgendwelchen Fanboys/-girls, die meinen unter jedes Youtubevideo ihr Hashtag-Gesülze posten müssen.
    Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass die Internetcommunity inzwischen starken Druck ausüben kann, indem es auf bestimmte Gruppierungen aufmerksam macht. Ist richtig… aber speziell in diesem Fall: Wieso? Was macht genau diesen Fall so ungemein wichtig, dass ein Shitstorm losgetreten wird? Wenn man mich fragt, gibt es genug wichtigere Probleme, bei denen gerne mal weggesehen wird…
    Naja… das ist meine Meinung dazu… ^^

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    1. Ist ja auch völlig gerechtfertigt, wenn dir so was auf die Nerven geht. Internetcommunities und Fans können eben sehr anstrengend sein. ;)
      Ich finde es nur faszinierend, was manchmal solche Shitstorms auslöst. In dem Fall war es denke ich die Tatsache, dass sich erstmals seit Youtube so im Bewusstsein der Medien verankert und der allgemeinen Menschheit ein Begriff ist, ein recht beliebter Youtuber öffentlich mit direkten Vorwürfen gegen sein Netzwerk ausgesprochen hat. Ob er wirklich einen solchen Sturm lostreten wollte, sei mal dahingestellt, spannend ist doch jetzt die Frage, wie sich sein Netzwerk und er da wieder rausziehen und ob das für die Zukunft der Business-Sparte Youtube und die anderen Netzwerke irgendwelche Konsequenzen hat.

      Und dass es wichtigere Themen gibt, habt ihr alle kommentiert. xD Ich weiß es doch, ich fand’s doch nur spannend! Ich bin eben immer neugierig, wie kreative Menschen (da schließe ich jetzt mal Letsplayer mit ein) ohne so ne fette Company im Hintergrund vor sich hin überleben können und wie sich das Verhältnis zwischen den „Geldgebern“ und den „Content-Producern“ entwickelt. Das lässt sich ja in einem gewissen Grad auch auf den Rest der Medienbranche übertragen – nur haben leider Journalisten keine 2 Millionen kreischenden Fans, die sie auf einen Kreuzzug schicken könnten. :P U know? Aber danke für dein ehrliches Feedback! :)

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      1. … in einer Zeit, wo Videos noch Videos waren und kein Marketing… wo nur wenige die Ehre bekamen, Yt-Partner zu werden… wo man Gruppen beitreten konnte… wo das Design noch Sinn machte… hach.

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