Endlich Montag! *-* „Thank God It’s Monday“-Review

Moment … hat die sich verschrieben? Das heißt doch Freitag? Endlich Freitag! Warum Montag?! Neeein, ich hab mich nicht verschrieben, sondern dränge euch jetzt ein Buch auf, das eben diesen Titel trägt: Jottseidank, et is endlisch Montach! Oder auf Hochdeu…Englisch: „Thank God It’s Monday“ von Dark Horse Innovation. Wie ich bereits bei dem hibbeligen Ankündigungstext der Review-Woche und bei den Büchern für 2015 erwähnt habe, geht es in dem Buch um das Arbeitsmodell einer Berliner Firma, das ziemlich von dem abweicht, das wir alle so kennen gelernt haben. Das Buch war für mich jeden Cent wert, auch wenn ich jetzt bedauerlicherweise nicht gleich losrennen und die gesamte Arbeitswelt auf den Kopf stellen werde.

Thank God It's Monday; Dark Horse Innovation; Econ Verlag

Thank God It’s Monday; Dark Horse Innovation; Econ Verlag

Warum hat mich das Buch begeistert?

Nein, nicht wegen des bunten Layouts oder der lustigen gezeichneten Bildchen in den Zwischenkapiteln. Auch nicht weil es trotz Wortungetümen wie „Designifizierung“, „Soziokratie“ und „monetäre Vergütung“ sehr gut zu lesen ist. Obwohl ich zugeben muss, dass ich die flapsig-professionelle Stilmischung zusammen mit dem humorvollen Grundton doch sehr sympathisch fand. Nein, für mich hat sich das Buch bereits ab der Stelle gelohnt, in der die Autoren beschreiben, dass viele die Generation Y so komisch finden, zu der ich eventuell-vielleicht auch gehöre. Und zwar weil diese Generation unerklärlicherweise die alte Arbeitswelt doof findet, in der viele Jobangebote „Selbstausbeutungstricks mit Burn-out-Garantie“ sind und „Freiberufler oft frei von Arbeit und Einkommen sind und Aufträge unter ihrem Niveau annehmen müssen.“ Deswegen:

Die Generation Y will Entscheidungen treffen, ohne damit alleine dazustehen. Wir wollen uns und unsere Fähigkeiten voll einbringen und erweitern und gleichzeitig jeden Tag überrascht werden. Wir wollen unsere Zeit mit vertrauten Freunden verbringen und trotzdem laufend neue, spannende Leute treffen. Wir wollen Wandel und Stabilität, die Freiheit zu scheitern und Erfolg, Autonomie und Gemeinschaft. Wir wollen Selbstverwirklichung, ohne zum Einzelkämpfer zu werden. Gemeinschaft ohne Gängelung, und dann wollen wir auch noch Geld damit verdienen. Wir wollen alles. Spinnen die?

– Thank God It’s Monday, S. 24

Das. Einfach nur: DAS. Man kann sich wirklich fragen, ob die denn spinnen, aber ich war so unglaublich froh, dass endlich mal jemand gesagt hat, dass er das auch gerne hätte, OHNE gleich hinterherzuschieben „Aber das geht ja nicht.“ oder „Schön wär’s.“ Denn die 30 Leute, die hinter dem Projekt Dark Horse Innovation stecken, haben es sich zum Ziel gesetzt, genau das zu erreichen. Tolle Arbeit, mit der man sogar Geld verdient. Eine Sache, die es anscheinend im Rest der Welt nicht zu geben scheint. Egal wo ich hinschaue, so gut wie überall herrscht die „Muss ja“-Mentalität. Kann da nicht mal bitte jemand was dran ändern, damit nicht jeder seine Arbeit als total ätzend empfindet? Sorry übrigens an alle, die ihre Arbeit mögen, das soll es ja durchaus auch geben. Aber dann graut es euch vermutlich auch nicht vor Montagen und ihr braucht so ein Buch gar nicht. ;)

Probleme, Probleme, Probleme

Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass es doch noch Leute gibt, die mein Verlangen verstehen, nicht einfach nur zu arbeiten, weil man eben muss und nicht in irgendwelchen starren Konstrukten einzugehen. Im Buch werden viele Probleme angesprochen, die fast jeder kennen wird, der in einem normalen Unternehmen arbeitet. Ich spreche einfach mal zwei an, die mir spontan wieder einfallen.
1. Also die aus der B-Abteilung … Gibt es verschiedene Abteilungen, entwickeln diese manchmal Konkurrenz- oder sogar Feind-Denken untereinander und versuchen sich gegenseitig auszustechen. Dass dadurch das gesamte Unternehmen leidet, fällt irgendwie nicht auf. Weil das war ja schon immer so und „die aus der Buchhaltung, die genehmigen nie meine Spesenrechnung“ oder „die aus der Kreativabteilung, die haben doch überhaupt keine Ahnung davon, wie man so was kostentechnisch umsetzt!“ und so weiter und so fort.
2. Der Chef hat doch keine Ahnung vom Tagesgeschäft. Abgesehen davon, dass „Tagesgeschäft“ für mich aus irgendeinem Grund auf gruselige Weise nach einem Wort klingt, das schon längst den Wortfriedhof hätte aufsuchen sollen, anstatt als Untoter herumzuspuken, sagt so einen Satz fast jeder mal. Denn Chefs haben in sehr vielen Fällen zwar den großen Gesamtüberblick, aber eben nicht den Blick für den Kleinkram, mit dem sich die anderen Mitarbeiter täglich herumplagen müssen. Das heißt jetzt nicht, dass jeder Chef ein depperter Fachidiot ist, ganz im Gegenteil. ^^ Die meisten wurden ja eben deswegen zum Chef, weil sie besonders gut in ihrem Job waren. Nur leider darf man in vielen Berufen, sobald man gut ist, nur noch zum Management-Menschen aufsteigen – was dann bedeutet, dass man den Job, den man eigentlich so awesome fand und so gut konnte, gar nicht mehr ausüben kann. Oder halt nur noch, wenn gerade Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen und jeder außer dem Chef frei hat. Es kann gut sein, dass viele Leute sich auch freuen, mehr organisatorische Tätigkeiten zu übernehmen, Personalverantwortung (uah, geh zu „Tagesgeschäft“, los!) zu übernehmen oder andere wichtige Sachen zu machen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass viele Chefs, die ihren Mitarbeitern durch ihr eventuell mittlerweile veraltetes Wissen ab und zu in deren Arbeit hineinpfuschen oder die „einfach nichts aus der Hand geben können“ schlicht ein wenig frustriert sind und ihrer alten Arbeit ein bisschen hinterhertrauern.

Wie löst man diese Probleme?

Im Buch werden noch vieeeeeeeeele viele weitere Probleme angesprochen, die jedem von uns vermutlich schon mal begegnet sind. Wenn nicht am eigenen Arbeitsplatz, dann garantiert, wenn sich Freunde oder Bekannte bei euch über ihre Arbeit beschwert haben. Eine Tätigkeit, die ja in den meisten Freundeskreisen recht beliebt zu sein scheint. ^^ Da stellt sich natürlich die Frage: Nölen die nur oder machen die auch was? Also nicht eure Freunde, sondern die Autoren von „TGIM“. Nein, sie nölen nicht nur, denn das Buch ist das Ergebnis von fünf Jahren Herumexperimentieren als neu gegründetes Unternehmen „Dark Horse Innovation„. Im Jahr 2009 (sagt das Cover) hatte dieser spezielle Freundeskreis bestehend aus unglaublichen 30 Leuten genug vom Nölen und hat einfach mal gemacht. So selbstständig und Firma und so. Bäm! Und dann mussten sie nur noch ein Büro finden, sich lustig einrichten und lääääääuuuft bei denen. Naja oder auch nicht. Denn es ging eben nicht nur darum, wie jedes Startup in Berlin Club-Mate in Mini-Kühlschränken zu haben, die in einem luftigen Büro zwischen Kickern und innovativen Sitzgelegenheiten vor sich hin kühlen.  (Oder wie man die sonst charakterisieren soll. Ich bin ja kein Startup in Berlin. ;)) Stattdessen ging es den Gründern dieses Unternehmens darum, anders zu arbeiten und mit Sachen, die ihnen Spaß machen, Geld zu verdienen. Crazy shit. Im Lauf der fünf Jahre haben sie einiges getestet und sich von den verschiedensten Dingen inspirieren lassen.

„Aber was machen die denn überhaupt?!“, werdet ihr wahrscheinlich schon seit 10 Minuten rufen. Die bei Dark Horse Innovation machen Unternehmensberatung in kreativ und so. Gut erklärt, wa? :D Die haben alle was unterschiedliches studiert und danach Design Thinking für sich entdeckt. Das ist äh … nichts wovon ich behaupten könnte, es vollständig verstanden zu haben. Es hat jedoch mit kreativen Denkprozessen zu tun, die in diesem ominösen „Out of the Box“ stattfinden. Und man darf mit Knete und Bastelpapier arbeiten! o.o Wenn man’s braucht. Sonst darf man auch voll professionelle Whiteboards nehmen. Oder was man sonst noch braucht. Der Grundgedanke ist jedenfalls: Unterschiedlichste Fachidioten arbeiten zusammen, vereinen so völlig verschiedene Blickwinkel auf ein Problem und finden im Idealfall einen völlig neuen Lösungsansatz. Im Fall von Dark Horse Innovation arbeiten diese daran, anderer Leute Arbeitsleben zu verbessern. Gerne zusammen mit den Leuten aus der beratenen Firma, die die lustigen kreativen Einfälle dann schlussendlich auch ausbaden müssten.

Wie arbeitet denn das kreative Kreativunternehmen selbst?

Am spannendsten ist natürlich neben der Frage, wer solche Menschen beauftragt, die Frage, wie die selbst in ihrem fancy Büro arbeiten. Das klingt ehrlich gesagt sehr cool. Denn abgesehen davon, dass dort eine ultratolle Kaffeemaschine stehen soll, gibt es verschiedene Bereiche für Kommunikation und „Stillarbeit“, in denen entweder der Austausch zwischen den Kollegen gefördert wird und oft die Projekte vorangetrieben werden oder eben garantiert nicht der nervige Kollege von nebenan hereinplatzt und einem die Konzentration zerschmettert, die man gerade dringend gebraucht hätte.

Außerdem arbeiten alle in immer wieder wechselnden Projektteams und jeder übernimmt zu einem Zeitpunkt jede Aufgabe. Das bedeutet einerseits, dass man ständig Herausforderungen vorgesetzt bekommt und sich in Bereichen abkämpfen muss, in denen man nicht so viel Ahnung hat. Andererseits heißt es auch, dass sich kein Tunnelblick auf bestimmte Probleme entwickelt, weil man Experte für ein bestimmtes Fachgebiet ist. Ersteres kann sehr anstrengend, aber auch erfüllend sein und bedeutet nicht gleich, dass alle völlig planlos herumrudern, da immer auch noch „Experten“ anwesend sind und keiner alleine vor sich hin wirtschaftet. Auch die von vermutlich allen Büroarbeitern abgöttisch geliebten Besprechungen laufen bei Dark Horse anders ab als in vielen anderen Firmen. Es wird berichtet, aber es gibt auch ein spezielles System, damit niemandes Meinung untergeht und nicht alle durcheinander reden. Überhaupt haben die so viele tolle innovative Sachen umgesetzt und beschreiben ihren Joballtag so ansprechend, dass ich mich während des Lesens mehrmals gefragt habe, wie viele Bewerbungen die nach der Veröffentlichung des Buchs wohl bekommen haben. ^^ Angenommen haben werden sie wohl keine davon, da die Voraussetzung für alle Innovationen ein Vertrauensverhältnis unter Freunden war und man da vermutlich nicht einfach so reinplatzen kann. Ohnehin eine sehr außergewöhnliche Situation, die so natürlich komplett von der Situation „Ich komme in ein Unternehmen und muss dann halt mit den Kollegen klar kommen …“ abweicht.

Insgesamt fand ich das Buch wie ihr euch sicher denken könnt trotzdem sehr interessant. Denn darin wird die spannende Geschichte erzählt, wie Dark Horse das heute für alle Beteiligten passende (und vermutlich stets weiter verbesserte) Arbeitssystem entwickelt hat. Allein die verschiedenen Inspirationsquellen, die man im Lauf dieser Reise präsentiert bekommt, fand ich schon sehr unterhaltsam. Selbstverständlich lassen sich die Taktiken von Dark Horse nicht auf alle anderen Arbeitsbereiche anwenden – das sagen sie selbst ganz klar. Schließlich ist jede Aufgabe und jede Gruppenkonstellation anders. Doch im Buch finden sich in den kurzen Kapiteln so unglaublich viele Anregungen, Erklärungen, Berichte von Scheitern und Erfolg und innovative Ideen, um Arbeit besser zu gestalten, dass ich glaube jeder, den das Thema interessiert, findet darin mindestens eine Sache, die ihn oder sie zum Grübeln anregt. Deswegen können wir uns jetzt alle mal Gedanken machen, was wir an unserer Arbeit eigentlich nicht schön finden, denn irgendwo hakt es ja fast immer und nein, „Is voll langweilig hiiiiiiiieeeeeeeeer!“ zählt nicht. :D Vielleicht lässt sich die Sache, die euch schon seit Jahren stört, ja mal aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten und euch kommt auf einmal eine Verbesserungsidee?

Das haben wir noch nie so gemacht!!!!

Ein großes Problem ist dabei natürlich die Umsetzung. Denn ebenso wie viele Freiberufler dauernd in der Luft hängen, weil sie nicht wissen, wie ihre Auftragslage bis zum Ende des Jahres sein wird, blockieren ätzend viele bürokratische Fallstricke, Zuständigkeits-Ungewissheiten („Nicht mein Bereich!“) und Äonen dauernde Genehmigungskaskaden in den meisten Unternehmen jegliche Neuorientierung und Kreativität – kurz: die Umsetzung von allem, was nicht „schon immer so gemacht wurde“. Auch Dark Horse ist vermutlich bei der Reise zur perfekten Arbeitswelt noch nicht angelangt. Dafür sind sie schon ein gutes Stück weiter als die meisten anderen Firmen. Einfach weil sie mutig waren und Dinge ausprobiert haben. Anscheinend haben sie das bisher sogar geschafft, ohne komplett zu scheitern und können allen 30 Mitarbeitern ein Gehalt zahlen. Verrückt, nicht wahr?

Natürlich kann man auch hier wieder nicht alles auf alle Unternehmen, Firmen, Startups, Ein-Mann-Betriebe und alternative Cafés anwenden. Ich kenne ja nur Labor- und Büroarbeit und weiß deswegen nicht, ob zum Beispiel die Kassiererin im Supermarkt oder der Mechatroniker im großen Betrieb von Veränderungen profitieren würden und ob die überhaupt Änderungen wollen würden. Schlicht weil ich nicht weiß, wie es bei denen aussieht. Andererseits lassen sich „Design Thinking“-Ansätze theoretisch auf jedes Problem anwenden. Falls es also auch in anderen Berufen haken sollte, als in denen von denen ich das schon ein paar Mal gehört habe, dann könnte man da sicher auch Dinge verbessern. :)

Work hard, play hard … oder so.

In jedem Fall würde ich mir wünschen, dass sich unsere Arbeitswelt ändert und flexibler wird, damit das Klischee eben nicht mehr so oft zutrifft, dass man sich abends über die Arbeit austauscht, indem man abwechselnd von den schlimmsten Missständen, den haarsträubendsten Grabenkämpfen im Büro, den schrecklichsten Chefs oder den hirnverbranntesten Genehmigungsformularen erzählt. Stattdessen könnte man ja mal berichten, was auf der Arbeit gerade so Cooles passiert ist und wieso einem die Arbeit so viel Spaß macht. Das wär doch mal was, oder?

Damit will ich übrigens nicht unterstellen, dass keiner von euch seine Arbeit mag, bevor mich hier jemand falsch versteht. Falls doch, wäre ich erstaunt, dass wir noch eine funktionierende Wirtschaft haben und überhaupt noch jemand zur Arbeit geht. :D Ich möchte nur sagen, dass in vielen Bereichen immer wieder ähnliche Probleme auftauchen, die nicht nur zu stressigen Arbeitsbedingungen, sondern auch zu wenig motivierenden Zukunftsperspektiven führen.

Auf ein besseres Arbeitsleben und so! Wie sieht es bei euch aus? Arbeitet ihr oder sucht ihr gerade nach einem Job? Findet ihr, dass es gar nicht so viele Bereiche gibt, in denen es kriselt? Oder haltet ihr die Arbeitswelt für genauso kaputt, wie die Buchautoren das tun? Hattet ihr schon mal einen Job, der euch frustriert hat? Und glaubt ihr, dass sich am ganzen Arbeitssystem überhaupt etwas ändern lässt? Oder haltet ihr die Berliner Innovatoren für viel zu optimistisch und denkt, dass die als ohnehin kreativ arbeitende Menschen sowieso viel eher andere Arbeitsbedingungen umsetzen können? Fragen über Fragen! Über eure Antworten würde ich mich sehr freuen und natürlich auch über alle anderen Anmerkungen, die ihr zum Thema Arbeit loswerden möchtet.

Endlich Freitag … oder Montag? Einen tollen Start ins Wochenende wünscht euch
eure 0utofjoint ;)

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7 Kommentare

  1. Haha xDDD
    Normalerweise lese ich Buchreviews gar nicht (weil ich derzeit nicht so sehr zum Lesen komme x3), aber bei dem Titel musste ich einfach reinschauen :3

    Und ich finde, die Autoren haben da völlig recht. Ich bin ja derzeit wie gesagt in Mutterschutz, aber ich habe schon bei einigen Arbeitswelten gearbeitet oder monateweise geschnuppert (dafür, dass ich erst 24 in) . Ich war schon in Altenheimen (Pflege), im Krankenhaus, Kindergarten, Videothek und im Büro am längsten – wenn ich jetzt nichts vergessen habe.
    Und das Traurigste ist, dass es selten die Arbeit selbst ist, wegen der man sich aufregen muss – es sind eigentlich immer irgendwelche zwischenmenschlichen Umstände.
    Und je angenehmer die Arbeit wäre, desto mehr haben die Kollegen zu bemängeln.
    Zum Beispiel haben die Kollegen im Altenheim noch am meisten harmonisert, obwohl ich da die Arbeit am Anstrengendsten erlebt habe. Klar wurde auch geschimpft – aber eher aufs System (und Angehörige *lol*), aber weniger untereinander.
    Aber am meisten Beschwerden höre ich im Büro – da, wo man die flexibelste Arbeitszeit hat, die verhältnismäßig bessere Bezahlung und die viel mehr Freiheiten. (verglichen mit den anderen Branchen, in denen ich schon selber Erfahrung sammeln konnte)

    Eigentlich mag ich die Arbeit selbst im Büro, aber es gibt etwas, dass es trotz beruflicher Vorzüge richtig anstrengend macht. Das „Tagesgeschehen“ ;):
    – Kollegen in der selben Abteilung ausstechen wollen und dagegen arbeiten, um sich selbst vor den Chefs in besserem Licht darstellen zu können
    – auf andere Abteilungen schimpfen und jede Anfrage – sei sie noch so wichtig – ganz hinten anstellen, weil die ja immer so „idiotische Dinge verlangen“ und gerne „Arbeit weitergeben“
    – Als Abteilungsleitung seinen Mitarbeitern jeden Kontakt zur nächst-höheren Person verbieten, damit man Lob für Gelungenes selbst einheimsen („denn die Arbeit konnte ja nur durch den Einsatz des Abteilungsleiters reibungslos funktionieren“)und bei Fehlern seinen Mitarbeitern alles in die Schuhe schieben kann
    – Immer jammern, dass die eigene Leistung nicht gut genug anerkannt wird (Lob bei Besprechungen reichen doch bei weitem nicht~ am besten sollte der Chef jeden Tag eine Lobeshymne anstimmen)
    – Schlammschlacht bei freiwerdenden, höheren Positionen (immerhin verdient die nicht die best geeignetste Person, sondern die, die ihrem Chef am besten in den A***** kriechen und am besten gegen die anderen intrigieren kann)
    – Wenn jemand anderes Lob kriegt, gleich den Verdacht in den Raum stellen, dass diese Person sich in letzter Zeit ja ordentlich eingeschleimt hat
    und, und, und…
    Ich frage mich oft was das Problem der Leute ist. Ich glaube oft ist es, weil jemand etwas arbeitet, das ihm eigentlich nicht gefällt und dann den Frust an Anderen auslässt – was dann zu einem hübschen Arbeitsklima führt ~

    Inzwischen bin ich schon so weit, dass ich mir denke:“Chefs, gebt euren Mitarbeitern nicht zu viel Freiheiten, sonst führen die sich auf als wären sie selbst der King im Büro.“
    Keine Ahnung ,was da dann ein Chef dagegen machen könnte. Also in der Firma, in der ich bis vor meinem Mutterschutz war, hätte ich nicht gewusst, was ich in seiner Position machen hätte sollen *hust*

    Also man kann auch in der Arbeit unzufrieden sein, wenn man sie eigentlich mag XDDD
    (also ich dann als Beispiel)

    Selbst wenn man jetzt sagt, jeder soll einfach nur noch das arbeiten, was ihm Spass macht – viele wissen ja gar nicht, was sie eigentlich wollen und finden diesen Beruf ihr Leben lang nicht. Und es gibt auch Jobs, die nicht gerade als Traumberuf gelten (z.B. Reinigungskraft) und trotzdem wichtig sind und getan werden müssen.
    Ich glaube nicht, dass man die Arbeitswelt da je komplett auskurieren kann. Aber vielleicht ist es irgendwann so aufgebaut, dass Menschen, die ihre Arbeit eigentlich gern machen, nicht von den Miesepetern runter gezogen werden können…
    Das wäre auch schon ein riesiger Fortschritt x3

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    1. Hahaha, wie gut! Da sprichst du noch so einige Punkte an, die auch im Buch vorkommen. :D
      Einer der Hauptpunkte ist genau das, was bei dir leider auch eingetroffen ist: Dass einem ein schlechtes Arbeitsklima und schlechte Bedingungen eben den allerschönsten Job verhageln können. :)

      Ich halte es auch für utopisch, dass jeder einen Job hat, der ihm die absolute Erfüllung schlechthin bringt. Aber zumindest zufrieden sollte man damit sein und das ist glaube ich viel eher möglich, wenn die Rahmenbedingungen nicht alle Verbesserungsversuche im Keim ersticken und produktive Arbeit behindert wird. Also: Jaaaa ;)

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      1. Ja das stimmt. Gerade ältere Menschen neigen ja gerne dazu, nicht sehr offen für Veränderungen zu sein und alles im Vorhinein zu verurteilen, was nicht dem alten Schema entspricht. Bei meiner letzten Firma war der Altersdurchschnitt im Büro etwa 45 *hust*, ich habe das auch sehr oft gemerkt…

        Jetzt ist mir zu dem Beispiel „Wenn der Chef mit alten, nicht mehr richtigen Ansichten reinpfuscht“ was eingefallen. Einer meiner Chefs, eine über 70-jährige Dame, die ihre Position (da es auch ein Verein war) ehrenamtlich ausgeübt hat, hat mich einmal total angeschnauzt. Ob ich nicht deutsch kann, weil ich ja einen Fehler gemacht haben soll, den man selbst schon in der Volksschule lernt. Mein Argument, dass ich es richtig geschrieben habe und dass sie von einer veralteten Form ausgeht, die vor vielen Jahren abgeändert wurde, war umsonst. Sie hat eine viertel Stunde rumgewettert. Im Endeffekt gingen dann viele Schreiben mit einem Rechtschreibfehler raus. Es war auch ihre Unterschrift darunter, denn ich hätte kein fehlerhaftes Schreiben im meinem Namen versendet, aber geärgert hat es mich trotzdem ordentlich. Da sieht man wie weit die Verbohrtheit von manchen älteren Chefs gehen kann. Dass sich die Rechtschreibung immer wieder ändert ist kein Geheimnis und es ist klar, dass eine jüngere Person hier am neueren Stand ist – aber selbst hier beharren sie auf ihren alten Ansichten.

        Ich hoffe bei meiner nächsten Anstellung nach der Karenz komme ich in ein jüngeres Team .__.

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        1. Ja, da stellt sich die Frage, ob man später auch so wird … Ich hoffe ja nicht! O.o Aber es sind ja auch nicht alle so, viele Leute akzeptieren ja durchaus, dass sie nicht allwissend sind. ;)

          Dein Beispiel ist aber echt treffend für nicht sinnvolle Antikommunikation. -.- Dann hoffe ich echt mal, dass du nach deiner Pause ein flexibleres Team mit mitdenkenden Menschen findest! ^-^

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  2. Nicht super Review, sondern Super-Review! Super Inhalt, super Schreibstil. Persönlich kann ich mich damit super identifizieren. Ganz schön viel „super“. Weiter super so super! :)

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