Grafik: Pixabay/geralt

Warum das Internet toll ist.

Jeder von uns hatte sicher – zumindest in der Kindheit oder während der Pubertät – mindestens ein Mal den folgenden Gedanken: „Bin ich die einzige Person, bei der das so ist?“ Wie ich bereits in meinem Artikel „Feinfühligkeit not found“ erwähnt habe, bietet sich das Internet für Geständnisse aller Art an. Dieser Artikel beleuchtet das Thema noch einmal aus einem leicht anderen Blickwinkel. Also ich fasele jetzt einfach darüber, warum im Internet das abgeht, wofür es berühmt und berüchtigt ist: das volle Spektrum menschlicher „Ohmeingottjetzternsthaft???? :O :O :O“ … Besonderheiten und die Angst mancher Leute vor der Anonymität.

Alles ist vernetzt. Theoretisch kann heute jeder mit jedem Kontakt aufnehmen und Nachrichten können sich ebenso wie Falschmeldungen in minutenschnelle um die ganze Welt verbreiten. (Sekundenschnelle stimmt nicht, es müssen ja schließlich noch ein paar Leute mit Bedacht auf „retweeten“ drücken oder selbst was tippen.) Ich habe mich gefragt, ob dabei die Vorteile überwiegen oder die Nachteile. Ich tendiere ja eher zu den Vorteilen, da die Vernetzung auch sozial inkompetenteren Menschen die Möglichkeit gibt, mit anderen in Kontakt zu treten (zum Beispiel übers Bloggen :D). Gleichzeitig behaupten einige Kritiker, dass dieses ganze anonyme Zeugs uns alle eher unsozial werden ließe und eben nicht für mehr Vernetzung sorgt. Das Argument, warum das so sein sollte, habe ich allerdings noch nicht so ganz begriffen. Doch, doch, wenn ich anonym bin, traue ich mich viel eher, jemandem eine Beleidigung an den Kopf zu werfen. Word. Da werde ich nicht widersprechen. Zur gleichen Zeit traue ich mich vielleicht aber auch erst anonym mitzudiskutieren oder eine positive Bemerkung zu machen. Auch wenn das nicht der Hauptteil aller Kommentatoren im Internet sein wird, wer sagt denn, dass nicht ausgerechnet die sonst Schüchternen vielleicht einen besonders tollen Beitrag leisten?

Der virtuelle Beichtstuhl: Das Meme

Wenn es um die Verwirrung geht, ob man die einzige Person in einer bestimmten Lage ist, kommt einem vielleicht sofort das Meme „Am I the only one around here“ in den Sinn. Dabei wird dieses meistens eher aggressiv im Sinne von „Warum macht ihr das alle nicht, das ist doch eine Selbstverständlichkeit?!“ genutzt. Insgesamt gibt es tonnenweise Memes, die dazu genutzt werden, um genau das auszudrücken, was wir im Alltag entweder dauernd betonen oder niemals über die Lippen brächten. Denn was wäre einfacher, als dem Internet zu erzählen, was man insgeheim täglich tut und dann auf die Reaktionen zu warten. Fällt die Reaktion positiv aus und stimmen meiner Aussage viele Leute zu, dann heißt das wohl, dass ich doch nicht so außerordentlich seltsam bin, wie ich dachte. Ist die Hauptreaktion auf mein „Weird Potoo“-Bildchen allerdings eher „DAFUQ DID I JUST READ?!?!!?!“ dann habe ich mir höchstwahrscheinlich gerade eine extrem peinliche Real Life Situation erspart.

Dieser hübsche Vogel heißt „Weird Potoo“ (via Know Your Meme)

Es könnte zwar auch sein, dass meine besten Freunde ausgerechnet zu den Leuten gehören, die insgeheim auch immer Angst haben, dass jemand ihre Gedanken liest, einfach weil wir uns sehr ähneln und deswegen befreundet sind. Ein wenig wahrscheinlicher ist es allerdings, dass sie nicht mit einem Küchensieb auf dem Kopf herumlaufen möchten, um Gedankenlesern zu entgehen. Je nachdem wie verwirrend mein Geheimnis ist, könnte ich also doch irgendwie Gefahr laufen, dass mein bester Kumpel plötzlich immer etwas anderes zu tun hat, wenn ich mich mit ihm treffen will, weil er sich in meiner Gegenwart auf einmal unwohl fühlt.

Das Internet ist toll.

Ein weiterer quasi selbstverständlicher Vorteil meines geliebten Internets ist, dass man hier viel leichter Gleichgesinnte finden kann. Anno dazumal vor diesem Internet ;) gab es zwar die Möglichkeiten Gruppen zu suchen, die sich mit ähnlichen Sachen beschäftigen wie man selbst, aber die waren natürlich auf die nähere Umgebung beschränkt. Denn wer reist schon zu einem Treffen der Bücherwürmer in Buxtehude? Das kann man zwar mal machen, aber eben nicht regelmäßig. Man war also – herrje – so wie ich als Kind in meinem Kaff, darauf angewiesen, dass um einen herum Leute vor sich hin existieren, die zufällig auch die gleichen Interessen und den gleichen Humor haben. Das ist ja auch ne super Methode und wirklich praktisch, denn in viiiiiiiiieeeeelen Fällen klappt sie. Die meisten Leute lernen sicher auch heute noch ihre Partner IRL kennen. Aber je ausgefallener deine Interessen oder dein Humor, desto mehr Glück brauchst du bei dieser Suche. Gerade deswegen boomen schließlich alle Arten von sozialen Netzwerken. Aber man kann online ja nicht nur nach interessanten Hashtags (Hashtag, das Wort des Jahrhunderts …) suchen, um Katzenbildchen zu finden. Stellt euch vor, ihr lebt in der Pampa und habt gar nicht so außergewöhnliche Interessen, ihr habt Freunde mit denen ihr euch toll versteht, eure Familie ist nett und ihr seid ein Naturkind, das die „Pampa“ besonders schön findet. In dem Fall gäbe es ja nun mal gar keinen Grund, im Internet nach irgendwelchen wichtigen Dingen (außer Zusammenfassungen bei Wikipedia) zu suchen, oder?

Wer bin ich? Identitätssuche im Internet.

Falsch. Denn auch wenn ihr ein normal-sozialisiertes menschliches Wesen seid, kann es trotzdem sein, dass ihr immer das Gefühl habt, dass irgendetwas nicht mit euch stimmt, aber ihr keine Ahnung habt, warum. Eines der Totschlagbeispiele, das ich persönlich aber gut finde: Stellt euch vor, ihr seid der einzige Kerl, der sich nicht für Frauen interessiert. Oder ihr seid als Frau immer völlig verwirrt, dass ihr Männer eher so naja findet, andere Frauen aber irgendwie … anziehend. Oder was, wenn ihr gar nicht genau definieren könnt, was an euch „seltsam“ ist?

Das Gefühl, dass einfach irgendetwas mit ihnen nicht stimmt, erfahren glaube ich viele Jugendliche, die sich zum Beispiel als transgender definieren würden – wenn sie denn wüssten, was das genau heißt. Zur Info: transgender ist der Überbegriff für alle Menschen, die sich nicht klar der Kategorie „Mann“ oder „Frau“ zuordnen lassen, die sie von ihrer genetischen Ausstattung her haben. Dementsprechend umfasst der Begriff ein unglaublich großes Spektrum, das ich mir persönlich nicht zutraue, hier verständlich herunterzubrechen. :) Ich wähle dieses Beispiel gerade weil es einem so selten begegnet, dass viele Leute mit dem Begriff gar nicht erst etwas anfangen können. Einerseits ist das der Fall, weil transgender Menschen relativ selten sein könnten – hier schwanken die Expertenwerte zwischen 1:500 und 1:30.000 transgender Personen in der US-Bevölkerung (yay, experts! o.O) – und andererseits liegt das sicher daran, dass viele die Tatsache, dass sie sich z.B. als Frau definieren, aber einen männlichen Körper haben vermutlich nicht jedem auf die Nase binden möchten. Ich schätze, die Angst davor, als „unnormales Wesen“ negative Reaktionen zu ernten, ist sehr groß. A propos Reaktionen auf Outings: Einen nette Artikel über das immer wieder aufkommende „Aber die entscheiden sich doch dafür, schwul zu werden!!“-Argument möchte ich euch nicht vorenthalten. „Why would people ‚choose‘ to be gay?“ beim Guardian.

Yay for weird! :)

Ich hatte übrigens immer schon seltsame Hobbies und Interessen bzw. einfach nicht die der anderen. So abgefahrene Dinge wie „Lesen“ halt. Weil die aber selten bis nie jemand geteilt hat (und ich auch sonst komisch war), ist es glaube ich nicht verwunderlich, dass ich oft als Außenstehende auf die Dinge blicke und mich besonders über den Austausch mit anderen Bloggern freue. Wenn man immer eher „the weird kid“ ist und die einzige die ständig mit der Nase in einem Buch herumrennt und einfach nicht verstehen kann, warum so viele andere das nicht tun, dann gibt einem das schon eine gewisse Motivation sich über andere „seltsame“ Menschen im Internet zu freuen. Hm, mittlerweile gucke ich Letsplays und lese weiterhin sowohl „Normales“ als auch Mangas, ich befürchte das mit dem seltsam sein wird eher schlimmer. :D

Ich fasse also zusammen: Das Internet ist toll, weil man sich dadurch informieren kann (Wikipedia-Artikel über transgender Sachen lesen), Dinge finden kann, von denen ich bisher gar nicht wusste, dass sie mir fehlen (es gibt da so gezeichnete Serien aus Japan und die sind voll toll! :O) und natürlich Gleichgesinnte zum Gedankenaustausch treffen kann. An dieser Stelle also noch einmal ein ganz flauschiges Yaaaaaaaaay in eure Richtung, liebe Leser und vor allem andere Blogger und fleißige Kommentatoren! Ohne euch wäre das hier nur halb so lustig, anregend und spannend! ^-^

Das Internet ist nicht so toll.

Probleme ergeben sich im Internet aus genau den Dingen, die auch seine größten Vorteile sind. Ein zweischneidiges Schwert also. Daher fordern immer wieder lustige Menschen Einschränkungen der Freiheit des Internets, weil das ja so nicht angehe. Diese Leute sitzen meistens in höheren Positionen und betrachten gerne das Internet als virtuelles Ghetto mit viel zu vielen Schwarzmärkten, ohne jemals dort gewesen zu sein. Dann wäre ihnen vielleicht aufgefallen, dass es dort auch andere Dinge gibt. Trotzdem möchte ich die Nachteile der Anonymität im Netz natürlich nicht verschweigen.

Voll der fake, Alter!

Vertraut man sich dem Internet an, weil man scheinbar anonym ist, gibt es garantiert auch Leute, die diese Anonymität ausnutzen, um ihren Hass auf andere loszuwerden. Meistens in Form von beleidigenden oder herabwertenden Kommentaren unter solchen „Bitte akzeptiert mich!“-Posts. Teilweise aber auch indem gezielt Leute beschimpft werden, die irgendeinen „Fehler“, also so was wie eine eigene Meinung, haben. Und auch solche Angriffe können einen verletzen und sogar sehr fertig machen. Nicht umsonst gibt es immer wieder Kampagnen gegen Cybermobbing – die allerdings ebenso wie im richtigen Leben nicht unbedingt helfen. Aber wiegt ein Verbot der Anonymität zum Schutz von Schwächeren die Chance auf, endlich eine Umgebung zu finden, in der man sich als Teil einer Gruppe fühlt? Ich glaube nicht. Denn wenn ich selbst unter Klarnamen posten muss, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich niemals das von mir preisgebe, was ich eigentlich loswerden möchte, weil es mir peinlich ist oder weil ich selbst noch nicht genau weiß, wonach ich eigentlich suche. Sich Dinge von der Seele reden zu können und sich mit anderen Austauschen zu können, das würde vermutlich einfach wegfallen.

Wenn ich dann Menschen finde, die angeblich meine Interessen teilen oder die ich besonders toll finde, ist es im Internet oft leichter für diese, mich zu manipulieren. Wie ich bereits in einem Artikel erwähnt habe, lassen sich auch im Internet Menschen in Machtpositionen (aka die „Stars“) dazu hinreißen, andere auszunutzen. Diese anderen gehen ihnen wegen des Ruhms, aber auch wegen der Tatsache, dass man im Internet sehr gut ein falsches Bild von sich erzeugen kann, auf den Leim. Aber auch Leute, die einem auf normaler Ebene als vertrauenswürdig erscheinen, könnten dich „ganz im Vertrauen“, weil du „etwas ganz besonderes“ bist, um Nacktbilder oder andere Gefälligkeiten bitten, die – sobald sie öffentlich mit deinem echten Namen in Verbindung gebracht werden – ziemlich problematisch für dich werden könnten. Ebenso ist ja das Totschlagargument aller „Beschränkt den Internetzugang!!!“-Verfechter, dass sich Pädophile einfach als andere Kinder ausgeben und sich so an nichtsahnende Kinder heranmachen können und ihnen dann Fotos entlocken oder ihnen im realen Leben auflauern bzw. sie zu Treffen bewegen.

Daten und Medienkompe- … was?

Gerade bei diesem Thema möchte ich darauf hinweisen, dass es keinen Sinn machen würde, das Internet an sich zu verbieten. Viel mehr Sinn würde es ergeben, wenn wir alle uns mehr Gedanken machen, was wir da eigentlich tun und inwieweit wir wissen, mit welchen Menschen wir Umgang haben. Also kurz gesagt: Wir sollten alle mal nachdenken, bevor wir Sachen posten. So wie ich das immer versuche und manchmal sogar hinbekomme. :D Vor allem bedeutet das aber auch, dass wir dieses Wissen an unsere Kinder weitergeben müssen. Oder ihr halt an eure. ;) „Medienkompetenz“ ist auch so ein wunderbares Schlagwort und bedeutet einfach, dass sich Eltern damit auseinandersetzen müssen, was für neue Technologien ihren Kindern denn im Alltag so begegnen und versuchen, einzuschätzen, inwiefern diese Technologien „gefährlich“ sein könnten. Wenn ich Achtjährige bei YouNow Livestreams machen lasse, ist das okay. Aber dann sollten die achtjährigen Livestreamer auch wissen, dass ihnen jeder zuhören könnte und vielleicht auch sehr unfreundliche Menschen darunter sind, die sich freuen, wenn sie im Livestream hören, dass ein Achtjähriger gerade alleine zuhause ist und übrigens, die Adresse lautet Musterstraße 2.

Aber hey, wenn wir schon dabei sind, unsere Daten preiszugeben, dann können wir uns immerhin sicher sein: Die werden nie verloren gehen. Mindestens ein Geheimdienst und eine Firma haben abgesehen von den Livestream-Zuschauern eine „Sicherheitskopie“ von allem, das ich dem Web mitteile. Warum ist das eigentlich ’ne Raubkopie, wenn ich mir Musik runterlade, ohne dafür zu bezahlen, aber wenn jemand meine Daten speichert, ohne mir dafür was zu zahlen, dann isses auf einmal ne Sicherheitsmaßnahme? ô_o Aber das nur am Rande. Mit unseren Daten könnte theoretisch alles angestellt werden und unser Werbeprofil wird immer perfekter, damit wir auch ja personalisierte Werbung angezeigt bekommen, sobald wir einmal nach Mist gegoogelt haben. Gleichzeitig weiß jeder zweite Google-Angestellte, was ich so für Spam-Mails bekomme, welche Videos ich bei Youtube like und wo ich mich aufhalte, sobald ich Google Maps starte ein Android-Smartphone besitze. Aber damit kommen wir als gläserne Menschen schon zurecht, weil äh, ja, weil Internet is‘ halt bequem und es hat keiner Zeit AGBs zu lesen. So gesehen sind wir alle nur in geringem Maße „anonym“. Ich blogge ja auch nur pseudo-anonym und stelle immer wieder fest, dass ich doch manche Dingen lieber nicht mit dem gesamten Internet teilen möchte, auch wenn ich darüber gerne schreiben würde. Hach ja. Wie wäre es, wenn wir alle mal einen Medienkompedatenschutzdingensens-Grundkurs machen würden? Kennt da einer jemanden? :D

Immer einmal mehr als wie du!

A propos kennen: Man lernt nicht nur neue Leute kennen, sondern man sieht alleine bei Facebook Dinge, die andere Leute von sich preisgeben, die man im realen Leben vielleicht so nicht mitbekommen würde. Und das sorgt auf zwei Arten bei mir für Unbehagen. Erstens: Menschen der Kategorie Poser müssen alle positiven Dinge aus ihrem Leben in dein Gesicht werfen. So lange, bis ein eigentlich zufriedener Mensch, der glücklich in einer kleinen Stadtwohnung lebt, sich fragt, ob er nicht doch lieber Surflehrer auf Maui werden sollte, weil das so schön aussieht. Ob die Fotos gephotoshoppt sind oder der Job eigentlich kaum zum Überleben reicht und Surferboy eigentlich total unglücklich damit ist? Man weiß es nicht und es ist auch egal. Hauptsache wir vergleichen uns mit der kompletten restlichen Welt und mit dem Bild, das die anderen uns von sich vermitteln wollen. Früher musste man sich wenigstens nur mit dem Nachbarn vergleichen und alle paar Jahre ein fetteres Auto kaufen als er, aber heute! Da muss man gleich alle ausstechen, denen man mal begegnet ist. Und deren Freunde. Und die Freunde deren Freunde. Ihr seht also, es gibt soooo viele schöne Möglichkeiten, unglücklich zu werden, wenn man nicht aufpasst. ;) Einerseits können Erfolgsgeschichten anderer Menschen ja ein Ansporn sein, selbst auch etwas zu unternehmen, andererseits können sie auch dafür sorgen, dass wir mit unserem eigenen, vermeintlich schlechteren Leben auch sehr schnell unglücklich werden. Besonders kritisch, wenn sich Menschen aus völlig verschiedenen Umfeldern miteinander vergleichen.

Punkt Nummer zwei beim Austausch mit anderen Menschen aus jedem Winkel des Internets: Eben weil so viele seltsame Leute von ihren Kellern aus das virtuelle Tageslicht erblicken kann man mit ungefiltertem Internetanschluss kaum noch „behütet“ leben, sondern wird sehr leicht mit weird stuff konfrontiert. Was für die einen positiv ist, mag für andere zu schockierend sein, um damit umgehen zu können. Das führt dann vielleicht dazu, dass man abhärtet und sich nicht mehr so leicht schockieren lässt – was sowohl positiv (das Leben ist nunmal auch kein Ponyhof ^^) als auch krass negativ sein kann, wenn man dabei alle Maßstäbe von „normal“ verliert. Auch hier gilt, wenn ihr vermeiden möchtet, dass die zweite Möglichkeit einer akuten Schockstarre plus Weinkrampf und Zweifel an der Menschheit eintritt: Vorher darüber nachdenken, auf welche Links man klickt und versuchen einzuschätzen, wer einem etwas geschickt hat und ob die Person 1. vernünftig ist und 2. einen Plan hat, was ihr selbst schockierend findet. Es gibt bestimmt viele Leute, die einem Dinge wie 2Girls1Cup zur Belustigung schicken, aber sicher ebenso viele Leute, die danach erst mal gerne eine Therapie hätten. Und nein, ich habe es genau aus diesem Grund nicht gesehen, weil ich mir sicher bin, dass ich zu letzterer Gruppe gehören würde. :D

Gleichzeitig ist der weltweite Austausch meiner Meinung nach so eine tolle Sache (Wissenschaft, Kooperationen, neue Kulturen), dass sich die vermeidbaren Risiken verschmerzen lassen. Man muss ja nicht alle Urlaubsfotos des glücklich verheirateten Pärchens bei Facebook durchklicken, während man allein zuhause vorm Rechner hockt, bis eben noch gemütlich gechillt hat und sich plötzlich wie der einsamste und langweiligste Mensch auf Erden fühlt. Nein, das muss man nicht, ihr quält euch nur alle viel zu gerne. :P

Was denkt ihr? Fällt euch noch negatives oder positives Internet-Zeugs ein, das ich vergessen habe? Habt ihr dieses Internetblabla jetzt ohnehin schon viel zu oft gehört? Wurdet ihr schon mal von „Hey, guck mal! Voll lustig“-Links an den Rande des Nervenzusammenbruchs/Kotzreizes gebracht? Was findet ihr, wer sollte sich Gedanken machen, wie vor allem Kinder mit dem Internet umgehen? Eltern, Lehrer oder sollen die Kinder doch lieber selbst lernen? Wie seht ihr die Sache mit der Freiheit und Anonymität im Internet? Findet ihr da gibt es zu viele Trade-offs oder findet ihr, dass wir auf jeden Fall alle anonym rumwuseln dürfen? Also ich wollte mit diesem Artikel ja einfach mal betonen, wie toll ich das Internet finde. Habt ihr sicher gar nicht gemerkt. :D

Einen wunderbaren Tag im Internet wünscht euch
eure 0utofjoint =)

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12 Kommentare

  1. Ich glaube, ob das Positive oder Negative am Internet überwiegt kann man pauschal gar nicht sagen. Das hängt viel von individuellen Faktoren ab. Manche erleben schon sehr viel Mist im Internet ohne etwas dafür zu können. Andere haben viel Glück damit. Und man kann auch viel selbst bestimmen, ob man das Internet als gut oder schlecht einordnen.

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    1. Da hast du auf jeden Fall Recht mit. Jeder macht andere Erfahrungen mit dem Internet. Aber da ich eher positive Erfahrungen gemacht habe, wollte ich mal betonen, dass ich dagegen bin, dass mir das irgendwann mal jemand wegnimmt. ;)

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  2. Eines der Argumente, die Kritiker gerne mal benutzen ist, dass das Internet zwar vernetzt, jedoch die sozialen Aktivitäten im real life darunter leiden. Was ja durchaus passieren kann. Gerade sozial ängstlichen Menschen, die sich im Internet aussprechen können neigen dann dazu, es in der Realität erst gar nicht zu versuchen. Aber ich finde… lieber so als gar nicht. Aus sozialen Ängsten herauszufinden ist kein Zuckerschlecken und ein guter Schritt ist dann wirklich, die Weiten des Internets zu verwenden. Leider ist es inzwischen auch dort sehr häufig der Fall, dass man kurzerhand als „attention whore“ abgestempelt wird. Wie kann man es nur wagen über seine Probleme zu reden?? :O
    Aber über das Thema schreibe ich vermutlich einen eigenen Artikel, deshalb reit ich jetzt nicht weiter darauf herum :D

    Was ich dem Internet auch zugute halte, ist dass man Gleichgesinnte findet. Da stimme ich dir zu 100% zu. Mit wem sollte ich denn sonst über Anime und Mangas reden, wenn niemand aus meinem Bekanntenkreis sich näher damit befasst hat? Da kommen dann öfter mal Sprüche wie: „Ach… das ist doch für Kinder!“ oder „Jaja… du stehst also auf Comicbrüste und Tentakel-Pornos.“ Tss… xD

    Was Internetvideos angeht, bin ich ziemlich abgehärtet… ob ich sie jedoch lustig finde, ist die andere Sache. „Haha. Schau mal wie der Mongo von einer Gruppe Jugendlicher fertiggemacht wird. Voll witzig! Höhö.“
    Ähm… nein. Nicht witzig.
    „Aber ist doch nur so n Freak.“
    Whatever… geh mir aus den Augen -.-

    Was die Verantwortung angeht: Die sollte bei den Eltern liegen. Anstatt die pöhse Gaming-Industrie zu beschuldigen, sollte man lieber darauf achten, wieso ein 9-jähriger überhaupt Zugang zu den ebenso pöhsen Ballerspielen hatte und deshalb ja sooo aggro drauf ist. Das lässt sich so dann auch auf das Internet übertragen.

    Zur Freiheit und Anonymität habe ich mich ja schonmal ausgelassen, das spar ich mir jetzt einfach ganz dreist^^

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    1. Endlich komme ich zum Antworten! :D Sorry!
      Ja, meine sozialen Aktivitäten im real life leiden in der Tat unter meiner Blogging-Sucht, weswegen ich Donnerstag Abend auch essen war und keinen Artikel schreiben konnte. :D
      Hm, ich sehe das auch so. Lieber hier reden, als gar nicht. Es gibt eben im realen Leben oft weniger „geschützte Räume“, in denen sich scheue Menschen trauen, aus sich heraus zu kommen. Eben weil andere als Bedrohung wahrgenommen werden und man nicht einfach durch „Tab schließen“ fliehen kann. Okay, ich bin gespannt. :)

      Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaa! XD „Das sind diese Zeichentrickserien, oder?“ ^^ Moment, wie, du stehst nicht auf Tentakelpornos?!?! Aber wir sind hier doch im Internet!? :O :O :O

      O_O Das geht gar nicht. Das ist genau der Punkt, wo dann Cybermobbing entsteht, weil man die Leute identifizieren kann und die nie wieder von irgendeiner Peinlichkeit im inet wegkommen werden. :<

      Mhkay, genehmigt. Kommunikation in Familien soll ja sinnvoll sein. ;)

      Unerhört :3

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      1. Da siehst du mal :D

        Zum Glück kann man das Ganze auch üben, es ist also für Betroffene nicht ganz hoffnungslos.

        Genau solche Sprüche mein ich xD
        Ups… da hab ich mich verplappert. Verdammt! Nichtmal im Internet kann ich mich der Norm anpassen… :P

        Nicht nur, dass man sie identifizieren kann. Allein die Tatsache, dass Mobbing auch noch als „Massen“-Unterhaltung genutzt wird, widert mich an.

        Übrigens… dein Blog hat meinen wunderschönen Ikigami-Review-Kommentar verschluckt. Erzieh den mal ordentlich >:(

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        1. Das stimmt. Wenn sie denn üben möchten. :)
          Tja, manche können’s halt und manche … stehen nicht auf Tentakelpornos. Mir vollkommen unverständlich. :D
          Oh, so meinst du das. Ja, das … warum macht man sowas? :( Ach ja, weil man damit sein verkorkstes Ego aufbauen kann, das war’s.
          Wie was welchen Kommentar? :O Am äh 17.3. hast du laut meinem unbraven Blog was dazu kommentiert, danach nich mehr. Oder doch? ._.

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  3. Die Sache mit der Medienkompetenz lasse ich mal weitestgehend aus, weil wohl jedem klar ist, daß Spuren im Netz dauerhafter sein können, als wenn man als Teenager seinem Nachbarn vor die Tür kackt. Zum Glück für Viele hat die naive Zeit des Internets weniger Schäden hinterlassen, als es das heute tun würde, weil das frühe Internet aufgrund der Bandbreiten und Geräte keine so detaillierte Dokumentation der Schandtaten zugelassen hat.

    Aber zum eigentlichen Punkt: Ich stelle mal die These auf, daß man nur das Internet wirklich zu schätzen wissen kann, wenn man die Welt vor dem Internet kennt. Ich bin als Videothekengänger der 90er ja schon etwas später dran, aber genau da gab es für viele Dinge auch einfach eine dunkle Zeit, die für viele Interessen einfach viel mehr Arbeit bedeutet hat. In Deutschland war es in den 90ern Usus, daß Filme nur geschnitten auf Video erscheinen. Auch in der Videothek. Man musste also schon Tauschpartner aus Kleinanzeigen haben, Fachhändler in Hamburg (Venal Virulent, Hard to Get) oder Berlin (Videodrom) kennen bzw. die kleinen Mailorder, (Incredible Strange Video) die in den rechtlichen Grauzonen agierend für neues Videofutter sorgten. Oder man ist eben selbstt nach Holland, Dänemark, England oder auch Japan gefahren, was nebenbei bemerkt seinerzeit noch sauteuer war. Überhaupt konntest du nicht einfach in der Kleinstadt wohnen und deinen Nerdflash ausleben. Wenn du Rollenspielmaterial wolltest, Tabletopkram, Comicimporte (oder generell eine größere Auswahl) oder coole Randgruppenmusik, dann konntest du dich einerseits manchmal nur über handkopierte Fanzines oder Kataloge informieren und andererseits musstest du so eine Einkaufstour ganz gezielt planen. Da gings dann mit 5 Mann und einem Wochenendticket für 15 DM in die große weite Welt zu den Kultplätzen der esoterischen Zirkel, an denen die raren Güter der Begierde gehandelt und mehr oder minder akurate Infos ausgetauscht werden konnten. Kontakte waren alles und es gab halt keine virtuelle Welt, in der man diese finden konnte. Diese hunderte Querverweise, wie man z.B. einen raren Modellbausatz besorgen kann, die musste man quasi manuell abklappern und bereisen. Preisvergleiche waren manchmal kaum möglich, so daß diveser Sammlerstücke in drei- bis vierstelligen Preiskategorien zu finden waren, die heute keiner mehr im Ansatz berappen würde. Wer ein rares Death- oder Black Metal Demo wollte, musste wiederum jemanden zum Tauschen finden, der dir aus einer handkopierten Liste mit Qualitätsangaben (Tapes werden ja mit jeder Generation schlechter) etwas überspielt – wozu du ihm in der Regel etwas bieten können musstest, was er gebrauchen kann.

    Mit dem Wissen war es halt auch so eine Sache. Diese stille Post sorgte für ungemein viele Legenden, die bis heute noch nicht alle ausgemerzt sind. Zum Beispiel gab es lange Zeit Gerüchte um kurze Filmszenen, die irgendwer glaubte, in einer Fassung mal gesehen zu haben. Wenn der nun besoffen gewesen war und/oder seine Phantasie ihm einen Streich gespielt hatte, dann kann es dennoch sein, daß man in der Szene noch heute nach diesen Bildern sucht. Musikdatenbanken? Fehlanzeige. Plattenkataloge und ein paar Lexika, oft mehr schlecht als recht, dienten als Nachschlagewerke. IMDb, Ofdb und Konsorten? Nix. Es existierten für den Sammler nur die Fassungen, die in seinem Umfeld aufgetaucht waren und ob diese wirklich geschnitten waren oder nicht, ist trotz intensiver Recherchearbeit, die in den Onlinedatenbanken zusammenfliesst, bis heute nicht abschliessend geklärt. So fliegt z.B. immer noch ein deutscher Alternativtitel zu einem Anime aus der OFDb, weil die einzige deutsche Videofassung nicht eingetragen ist und ich außer mir und meinem Kumpel noch heute niemanden gefunden habe, der das Tape damals aus der Videothek geliehen hat, geschweige denn die US-DVD besitzt, um den Inhalt zu vergleichen und zu bestätigen (Ich habe sie natürlich). Naja und Stabangaben zu Filmen gab es halt von Aushang- und Pressematerial oder den Filmcredits, wobei gerade im Billigfilmbereich wenig Aussagekraft hinter den vielen Pseudonymen steckt. Alternativ haben viele die Infos aus der Fernsehzeitung ausgeschnitten, weil es eben nichts anderes gab. Nochmal: Gerade auch die großen Datenbanken bauen zum Teil noch heute auf diesem Wissen auf.

    Das was heute im Internet angespült wird ist relativ umfangreiches Treibgut des alten Freakkutters, der in diesem Zeitenwandel leckgeschlagen ist. Es gibt immer noch jede Menge Spezis, deren Wissen noch nicht im Internet aufgegangen ist, weil sie eventuell schon aus dem Alter raus waren, wo man den Antrieb hat, etwas zu diesem großen Wissensmoloch beizutragen. Und dennoch ist alles so verdammt viel mehr, als man es damals mit Hölle viel Arbeit und Abenteuern in einem Menschenleben zusammenraffen konnte. Fast alles ist nur wenige Mausklicks entfernt und man muß in den seltensten Fällen noch das Haus dafür verlassen. Wie geil ist das denn?! Nun, die güldenen Zeiten, zu denen die Online-Filmbörsen wie X-Juggler und Emunio kräftig die DVD-Preise drückten, sind irgendwie auch schon wieder überwunden. Geiz ist zwar immer noch geil und gerade kürzlich zeigte das erfolgreiche Crowdfunding für die Restauration von Blutiger Freitag, was das Internet zu leisten im Stande ist, aber es stimmt schon ein wenig, die Romantik des Nerdtums, das Kommunikative, was ja auch damit verbunden war, ja selbst die Handylosigkeit oder das einfach auf blauen Dunst irgendwohin fahren, nach Landkarte, ohne Routenplaner oder Navi, das ist, sofern man es nicht mit den wenigen Relikten wiederzubeleben versucht, einfach vorbei. Und die kleinen Fachgeschäfte, die sind halt auch fast alle geschluckt. Ich war gerade erst wieder im Blödmarkt und habe zwar die letzte Folge der drei ??? bekommen, aber was Musik angeht etwa, da gab es einfach nur Standardmasse, die ich einfach komplett besitze, sofern sie für mich von Belang ist. Mal spontan etwas aus dem Laden mitnehmen? Lohnt sich kaum. Da kann man lieber gleich online stöbern.

    Natürlich, der Austausch mit den ganzen Freaks im Netz, der war schon geil. Aber gibt es den überhaupt noch? Gibt es noch die florierende Forenkultur der 00er Jahre? Gibt es noch die wirklich großen Blogdiskussionen? Ein paar ignorierte Tweets gibts und Facebookstatus-Nachrichten. Memes sind bestimmt auch schon out. Instagrambilder mit Filteroverkill, vielleicht eine Whatsapp-Sprachnachricht, im abgeschotteten Raum. Man öffnet sich nicht mehr, sondern bleibt eher wieder unter sich (vielleicht wegen mangelnder Anonymität?). Alles ist übersättigt. Selbst die Kult-Nischenfilmfreunde beklagen sich über den Stress, die nächste limitierte Edition für 25-30 Euro kaufen zu müssen, bevor sie vom Markt verschwindet, aber anders würde sich eine VÖ selten lohnen. Findige Anbieter bringen immer wieder etwas seltenes und Exklusives und wen das nicht interessiert, der kann sich ja die hundertste auf 33 Stück limitierte Neuauflage seines z.B. Lieblingsfilms kaufen. Niemand hat mehr Zeit, die ganzen Infos und Konsumgüter zu filtern oder zu nutzen. Wenig der manchmal wirklich toll aufbereiteten Infos im Netz werden heute noch verschlungen, weil der Bedarf etwa nach raren Sensationen in Berichten von Dingen, die man gerade eh nicht schnell per Klick bestellen kann, sondern sich auf antiken Trägermedien besorgen müsste, nicht so sehr hoch ist. Es wird meist nur noch überflogen und ansonsten gilt zumeist tl;dr. Die Info-Opfer sind überfordert. Wer hat z.B. diesen Kommentar wirklich ganz gelesen? Und warum mache ich sowas eigentlich noch? Der Internetboom kam mit dem Abklingen meiner Adoleszenz. Ein Denkenswandel und die Abkehr vom Netz ist in dieser, meiner Generation sicher auch eine natürliche Entwicklung, wenn auf Ausbildung Familiengründung und Hausbau folgen. Es war also z.B. auch nur zum Teil WoW, das die sozialen Kontakte eines ehemals großen Freundeskreises verhagelte. So war ich lange ein letzter Mohikaner, der sich für sozialer Ereignisse im RL einsetzte. Aber am Ende nützt es eben nichts, wenn sich die letzten Rebellen ins Netz zurückziehen, weil der abseitige Spaß, den man in seiner verspießerten Alltagsumgebung nicht betreiben kann, eben auch in den wenigen verbliebenen Zügen dort stattfindet.

    Achja, und Flohmärkte! Waren das nicht mal Paradiese des Sammlers? Ahnungslose Mütterchen, die den Jugendbedarf des Filius für Umme verkloppen? Stöbern nach Obskurem und Sensationellem? Klamotten und zusammengefegte Reste gibt es noch! Die Perlen landen auf Ebay und müssen dort oftmals per Sofortkauf im Preis gehalten werden, weil selbst der Hunger und Pioniergeist dieser Plattform durch schrittweise Professionalisierung verloren gegangen sind. Ist das nun proto oder post Web 2.0? Jedenfalls, so glaube ich, ist vieles einfach auch vorbei und wird nun noch von Datenmonopolen dominiert. Und da kann ich fast verstehen, daß die Volumen für Heimanschlüsse auch drosselbar gemacht werden sollen, denn was sorgt eigentlich für mehr Traffic, als das „kostenlose“ Bedienen an Unterhaltung, die das Internet, dessen anarchischer alles für Lau Start die Kunden auf ewig verdorben hat, zu einem Selbstbedienungsladen für Downloader machen, deren Akzeptanz in der Gesellschaft erschreckend verbreitet ist. Na, wer erinnert sich noch an den Untergang von C64 und Amiga? Das war die Zeit, als eben alles kopiert und gecrackt war und sich eine attraktive Welt von Innen aus aufgefressen hat. Vielleicht ist das alte Internet tatsächlich schon an diesem Punkt vorbei und die oben angesprochene neue Welt der Apps und Ortungsprogramme beginnt, den zahlungsunwilligen User nun auf die unterschwellige Art auszuleuchten, auszunutzen und zu zerfleischen, bis, ja, bis auch diese generische Welt der selbsterklärenden Symbole und merkwürdig anmutenden Fingerbewegungen auf den Touchscreens überwunden ist. Und dann? Obey! Consume! Und was wird die Menschen dann noch beschäftigen? Wird das Hirn dann voll weggebraten sein? Wird dann noch etwas nicht manipuliert sein? Wird dann noch jemand überhaupt etwas merken? Es war nicht alles schlecht, sag ich mal.

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    1. Danke für deinen ultralangen Kommentar! :) Die Antworten auf solche Romane dauern leider immer etwas länger, da muss Nekosani auch immer drunter „leiden“. ^^

      Krass, was du da alles berichtest. Da ich nicht mit solch spannenden Interessen oder dem Wissen über solche Fundorte aufgewachsen bin, ist das was völlig neues für mich. Wenn man sich wirklich so viel Mühe gibt und herumreist, dann knüpft man selbstverständlich auch Kontakte und kann sich darüber freuen, ganz in echt im richtigen Leben eine Leidenschaft mit jemandem zu teilen. Das ist natürlich eine tolle Sache. Und es stimmt auch, dass vor allem die großen Online-Händler die ganzen kleinen Spezialinteressenslädchen verdrängen, was ich, wie du bei Musik, auch bei Comics & Co. sehr schade finde.
      Hm … du meinst, im Netz gibt es so viel, dass man die richtig guten Dinge gar nicht erst findet, weil es zu aufwändig ist, danach zu suchen? Das kann natürlich sein, es ist auf jeden Fall schwierig, sich auch nur einen groben Überblick über … über irgendwas zu verschaffen, da stimme ich dir zu.

      Puh, da weiß ich nun bei vielen Dingen gar nicht, was ich dir antworten soll und ob ich darauf überhaupt antworten kann. Klar war damals nicht alles schlecht, aber heute ist auch nicht alles doof. Noch sind wir ja nicht komplett untergegangen und abgespeichert und können uns ein klein wenig frei im Netz bewegen, ohne Dinge kaufen zu müssen. Glaube zumindest ich, falls das nicht auch die Gehirnwäsche der Corporations ist, die mir das eingetrichtert hat. ;) Also ich kann deine Bedenken und die Kritik an unserem Umgang mit dem Internet verstehen, aber leider lässt sich der holprige Übergang von reales Leben zu dauerhaft online nicht so einfach im Nachhinein korrigieren.

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  4. Hm…
    Ich denke zu den positiven Dingen des Inets braucht man eh nicht mehr viel zu sagen. Es nutzt nicht umsonst schon fast jeder. Ich selbst war auch immer ein Randgruppen-Fan und habe damals viele Kontakte über das Inet geknüpft.Bzw. habe ich damit Menschen gefunden, mit denen ich über meine Hobbies reden konnte. „Kontakte knüpfen“ will ich gar nicht sagen, denn damals war es noch so anonym, dass jemand von einem Tag auf den anderen einfach verschwinden konnte. Und als Konsument ist es natürlich auch ein Segen, man hat schon so viele Sparmöglichkeiten, dass es ein Wahnsinn ist. Von den ganzen Wissensquellen, Vernetzungsmöglichkeiten, Apps etc. ganz zu schweigen, die einem das Leben ungemein erleichtern.

    Ich sehe eher ein Problem darin, dass das Internet derzeit immer „öffentlicher“ wird und immer weniger einer „anonymer Rückzugsort“ ist. Denn war das mit der Anonymität ein Problem? Ich finde nicht wirklich. Die einzige Gefahr war es, sich mit den bislang unbekannten Personen zu treffen. Aber mit ihnen chatten? Quatsch. Selbst wenn du ihnen dein Herz ausgeschüttet hast – sie wussten nicht wer du bist und hatten dann auch nichts gegen dich in der Hand. Hat jemand blöde Kommentare geschrieben? Mein Gott, was interessieren einen unbekannte Idioten. Man hatte immer noch die Möglichkeit, einfach aus einem Forum auszusteigen, Nicknamen zu löschen oder sich aus einer Community zurück zu ziehen. War das erledigt, konnte man entweder einen Neustart wagen oder sich davon fernhalten und ganz einfach sein Leben weiter führen. Ohne dass jemand im rL gewusst hat, was man da von sich preis gegeben hat und ohne, dass man damit konfrontiert wurde. Aber wie ist es heute?
    Kaum eine soziale Plattform arbeitet nur noch mit Nicknamen, die großen Netzwerke wollen alles wissen: Name, Fotos und am besten auch noch den Lebenslauf. Öffnet man hier sein Herz oder achtet nicht auf Posts, dann kann man nie wieder zurück. Es weiß jeder und jeder kann es auch mit der „realen Person“ verbinden, weil ja alle dementsprechenden Daten vorhanden sind. Und so entstehen auch die hässlichsten Cybermobbing-Gebilde, die sich dann meistens auch ins „normale Leben“ übertragen. Würde Cybermobbing nur bedeuten, im Internet blöd angeredet zu werden, wäre es nicht so tragisch. Aber durch die Offenheit im Internet bezüglich persönlicher Daten wird aus dem „virtuellen“ schnell ein „reales“ Mobbing, das durch die Vernetzheit im Internet sogar noch extremere Ausmaße wir ein „klassisches“ Mobbing annimmt. Und man kann nirgends davor entkommen, denn selbst in einer neuen Stadt weiß deine Umgebung bald Dinge von dir, die du im Normalfall nur deinen engsten Vertrauten erzählen würdest.
    Und da ist es jetzt gefährlich, wenn einem das Internet das Gefühl gibt, man könne sich über alles austauschen, weil es schon irgendwen geben wird, der einen versteht oder derselben Meinung ist. Denn es wird auch immer jemanden geben, der diese Offenheit dann gegen die Person verwenden kann – und dank Daten bis in den persönlichsten Raum eindringen kann, ohne dem Opfer auch nur den kleinsten Ausweg zu lassen.
    Ich finde das Internet sollte wieder anonymer werden und sich wieder von der „zwanghaften Verbindung zur realen Person“ weg entfernen. Da würde sich viel Wind aus dem Segel nehmen lassen und die Vorzüge – von wegen Randgruppen etc. – bleiben trotzdem bestehen.

    Das nächste, was mir besonders bei denen auffällt, die von klein auf mit dem Internet aufwachsen, ist dass viele ohne Internet schon gar nicht mehr wissen was zu tun ist. Sie verlieren immer mehr an Selbstständigkeit und sind schon richtig abhängig davon.
    Geh mal zu Teenies und schau dir an, wer noch ohne Google Maps irgendwohin finden würde. Die wissen nicht, wo sie am besten nach dem Weg fragen könnten, wo sie eine Karte herkriegen (obwohl ich gar nicht mehr weiß, ob die überhaupt noch verkauft werden o.o), geschweige denn wie man die liest. Wer von denen weiß noch, wo er sich telefonisch über Alltägliches (z.B. Ämter) erkundigen kann? Wenn Google den Weg nicht weist, ist es eine Katastrophe.
    Praktisch schön und gut, aber wir lassen uns schon ganz schön bevormunden. Wäre das Internet mal weg, würde wahrscheinlich schnellstens alles zusammenbrechen und eine Massenhysterie ausbrechen. Und das nicht nur bei großen Firmen und politischen Systemen, sondern auch beim kleinen Mann.
    Wie soll man denn wissen, wo man demnächst sein Klopapier kauft, wenn einem das Internet das nicht mehr sagt?

    Und das mit dem Thema Kinder und Internet: Also „selbst lernen“ gibts bei Kindern ja sowieso nicht, die lernen immer entweder am Vorbild oder weil man es ihnen bewusst zeigt. Wer glaubt Kinder würden sich selbst – ganz ohne fremde Einflüsse – in Erwachsene entwickeln, ist sowieso ein bisschen falsch gewickelt.
    Man kann „den schwarzen Peter“ nicht immer einer Seite zuspielen. Jeder Einfluss spielt eine Rolle, sei es zu Hause bei den Eltern, in der Schule oder in den Medien. Man kann als Elternteil noch so darauf achten und das Kind kann trotzdem abrutschen. Genauso kann ein Kind aus dem schlimmsten Elternhaus kommen und sich trotzdem zu einer passablen Person entwickeln. Ein Kind wird ja nicht nur von einer Seite beeinflusst, es beobachtet überall und lernt so – ob gut oder schlecht – aus jeder Umgebung. Man kann auch nicht sagen, welche Umgebung mehr ausmacht – das ist immer individuell zu betrachten.
    Deswegen finde ich es wichtig, dass mal an einem gemeinsamen Konzept gefeilt wird, statt imer einen Schuldigen zu suchen. Eltern und Schulen sollten gemeinsam an einer Medienerziehung arbeiten. Eltern, indem sie ihren Kindern auch immer Alternativen anbieten und sie so gut wie möglich vorbereiten und bei Schulen finde ich es überfällig, dass auch ein Fach eingeführt wird, das sich mit modernen Medien und den Umgang damit beschäftigt. Könnte man ja mit „Weltthemen“ wie politischer Bildung und Ökonomie verknüpfen, nach denen schon öfter im Unterrichtsplan verlangt wird. Leider ist oft alles was Eltern sagen „doof“, daher können die auch nicht immer alleine verantwortlich gemacht werden. Und Schulen haben nunmal auch den Zweck, auf das Leben vorzubereiten. Leider verschwindet das mit dem Leistungsdruck immer mehr im Hintergrund, aber eigentlich waren Schulen nicht immer nur da, um kleine Maschinen zu züchten. Früher ging es auch mal um die Menschen selbst, immerhin gibt es auch soziale Kompetenzen und nicht nur reines Wissenspensum.
    Und die Medien…
    Schwer, die zur Verantwortung zu ziehen. Immerhin stellen sie nur Angebote, wie diese dann genutzt werden ist ja nicht ihre Sache.

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    1. Ja, das finde ich auch! An so vielen Stellen muss man sich registrieren, obwohl es gar kein Problem wäre, mit einem random Nutzernamen als anonymes Internetwesen herumzuwuseln. Ich stimme dir da also voll zu. Es wäre in so vielen Fällen sinnvoller, wenn man nicht immer gleich den eigenen Personalausweis für Facebook einscannen müsste, um irgendwas online zu tun.

      :D Ich benutze mittlerweile aber auch Google Maps. Aber einfach weil es günstiger und praktischer ist, wenn man eh immer nur zwei Tage irgendwo ist. Was soll ich mit einer Karte von Essen, Dortmund, Frankfurt und Bochum, wenn ich dort maximal vier Tage lang unterwegs bin und danach erst einmal monate- oder jahrelang nicht mehr?
      Das mit den Ämtern ist aber auch so eine Sache. Man googlet ja auch, wie die entsprechenden Telefonnummern sind. Oder hat heutzutage noch jemand ein Telefonbuch? Ich hab zum Beispiel keines. Ohne Internet stünde ich also auch ziemlich dumm da.

      Ja, das mit dem selbst lernen bei Kindern war auch nicht so ganz ernst gemeint. ;) Alleine lernen läuft in dem Fall ja meistens auf „ich guck es mir bei den älteren Kindern oder Klassenkameraden ab“ hinaus.
      Klar, es spielen viele Punkte eine Rolle, wie sich ein Kind entwickelt. Aber ein eine Idee, wie man das beeinflussen kann, ist ja trotzdem wichtig. Ach, das sagst du ja auch. :D Ja, leider hinkt das Schulsystem da vermutlich meist hinterher und hat eher so am Rande mal was mit diesem neumodischen Krams zu tun. :/ Da sollte dringend mal die Realität in den Klassenzimmern ankommen.

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