Was zum … ?! Die wunderbare Welt der Vorturteile

Ihr kennt es doch alle, gebt es zu. Es ist Wochenende und dann plötzlich nicht mehr. Ich hatte dieses Wochenende sogar einen Tag mehr frei und das sind immer die Zeiten, zu denen man sich denkt „Woah, cool, da schaffst du bestimmt voll viel!“ und dann is‘ doch wieder Montag. :D Was hab‘ ich dieses Wochenende gemacht? Es war sinnvoll, ich schwöre es, bei meinem Frühstücksmüsli! ^^ Leider musste ich noch so vieles nachholen, für das ich die letzten Wochenenden über irgendwie keine Zeit hatte, dass ich immer noch nicht alles erledigt habe und irgendwann auch nicht mehr genügend Hirn oder Motivation für einen anständigen Blogartikel hatte. Griechenland ist zwar in Arbeit, aber eben nur halbfertig.

Dafür war ich gefühlt ALLES einkaufen, was man einkaufen kann und besitze jetzt schöne neue Sportschuhe, da sich meine alten während des letzten Trainings ein wenig aufgelöst haben. Außerdem wollte ich eh mal mehr Sport machen, das soll ja gesund sein, wenn man 12 Stunden pro Tag vor dem Bildschirm hockt. Während ich jedenfalls für meine bescheidenen Einkäufe in die Stadt und wieder zurück gefahren bin, hatte ich eines der bisher seltsamsten Bahnerlebnisse in der Bielefelder Stadtbahn. Da war der Typ, der eine Katze auf der Schulter mit sich herumgetragen hat, nix dagegen.

Dat Flauschebart! :D

Ein junger Typ stand mit einer Sport- oder Reisetasche an der Tür und existierte da so vor sich hin, wie man das während Bahnfahrten so macht. Schwarze Haare, Hipster-Nerd-Brille, eine dieser feschen modernen schwarzen Lederjacken, Shirt und Jeans. Alles völlig normal. Bis auf den Bart, der war ein wenig zu lang für die so beliebte „Ich verbringe 2h täglich mit Bartpflege“-Lebenseinstellung, nämlich gerade zwei Zentimeter über akkurat getrimmt. Ungefähr so wie auf der rechten Seite dieses Bildes, nur eben ohne das lange Haupthaar. :D Ich fand den Bart eher flauschig (ausnahmsweise meine ich mit flauschig also wirklich mal haarig/puschelig/weich), auch wenn lange Bärte nicht sooo mein Fall sind.

Aber während ich noch überlegte, ob ich den Unbekannten anschmachten sollte oder nicht (machen Frauen ja bekanntlich immer so^^), fiel mir der Mann gegenüber von mir auf. Seiner Kleidung zufolge war er mindestens 80: Alles beige. (Bitte hier entlang für einen wunderbaren Rant von Jochen Malmsheimer.) Neben einem beigen Trenchcoat hielt er einen Schirm mit Burberry-Muster umklammert. Das sind diese Karos auf hellem Beige. Wusste ich bis vor einer Weile auch nicht, aber die sind wohl toll und in und teuer und so. Jedenfalls hob sich mein Blick vom Schirm und ich stellte fest, dass der Mann seinem Gesicht und dem vollen, dunklen Haar zufolge wohl keineswegs 80 oder 90 Jahre alt war, sondern höchstens Mitte 50. Dass man sich dann schon so kleidet, als wäre man Langzeitrentner ist ja an sich okay, aber scheinbar war auch sein Hirn ein wenig verknöchert und konservativ. Denn auch er beobachtete die ganze Zeit den In-der-Tür-Steher, der brav zur Seite ging, sobald jemand raus wollte, an sich sympathisch wirkte und still auf seinem Handy herumtippte, wie die Jugend das heutzutage so macht. Mit „beobachten“ ist hier allerdings „aggressiv anstarren“ gemeint.

What the actual fuck, man?!

Nächste Haltestelle. Der ältere Mann steht auf und geht zur Tür. Als Flauschebart zur Seite treten möchte, steht der Mann in Beige plötzlich gefühlte zwei Zentimeter vor dessen Gesicht und macht ihn dumm von der Seite an. Der Bartträger war völlig irritiert. Leider (oder glücklicherweise?) habe ich durch die Bahngeräusche nicht alles verstanden, es drehte sich aber darum, dass der Herr mit dem Schirm wohl davon ausging, der junge Mann sei Muslim und daher wollte er ihm freundlich aber bestimmt und nachdrücklich ausrichten, er habe hier nichts verloren. Das ist doch nett. Das Kriterium, an dem er fest machte, dass der Kerl Moslem ist? Natürlich der Bart. Is‘ ja klar. Trägt doch niemand einen Bart außer diesen Terroristen mit der seltsamen Religion … Ich habe nur die Antworten des jungen Kerls gehört: „Äh, ich bin aber gar kein Moslem … ?“ und vermutlich auf die Frage hin, warum er es denn dann wage einen solch entstellenden Bart zu tragen: „Ich finde das sieht cool aus …“ Erleichternderweise kam dann doch die Haltestelle des Aggro-Herrn und er verabschiedete sich mit einem drohenden „Ich mag dich nicht.“ von unserem Protagonisten. Das war mit Abstand die widerlichste Verabschiedung, ach, das widerlichste Gespräch, das ich seit langem mit anhören durfte.

Mein Kommentar lautete deswegen auch nur „What the fuck war das denn?“ als der Bartträger und ich uns verstört anschauten. Ja, entschuldigt mein Denglisch, das rutscht mir manchmal so raus. Seine Kommentare waren nur ein perplexes „Ich bin doch nicht mal Moslem“ (was es natürlich auch nicht besser gemacht hätte) und „In Berlin ist mir sowas noch nie passiert.“ ^^ Jedenfalls habe ich dem Typen noch versichert, dass er nicht wie ein Terrorist aussieht (wie auch immer die aussehen mögen) bzw. dass ihm der Bart steht und versucht ihn etwas aufzuheitern, bis wir an der nächsten Haltestelle beide aussteigen mussten. Denn im Ernst, wer ist so scheiße und keift einfach andere Leute an, nur weil die einen fusseligen Hipsterbart tragen? Was zur Hölle ist schief gelaufen bei manchen Leuten? Man sagt doch niemandem einfach so aus dem Nichts „Ich mag dich nicht“, während man drohend vor ihnen steht. Was gibt diesem monofarbigen Kerl das Recht, anderen Leuten eventuell den Tag zu verderben?! Ich könnte mich schon wieder aufregen. Aber ich empfehle euch stattdessen lieber etwas, das vielleicht ja noch ein ganz klein wenig euren Horizont erweitern könnte. Falls euer Hirn jetzt vor lauter Vorurteilen schon weh tut. ;)

Videos for se Toleranz!

Eines der coolsten Projekte, die ich seit langem gesehen habe, möchte ich an dieser Stelle mit euch teilen. Die Serie „Frag ein Klischee“ von HyperboleTV. In den Youtube-Videos stellen sich Leute, die eine klischeehafte Eigenschaft haben, Fragen, die bei Youtube oder Facebook gepostet wurden. Dazu zählen einige Fragen, die jedem von uns schon einmal durch den Kopf gegangen sein werden, die viele aber vermutlich nicht stellen, weil die Fragen beleidigend sind oder dumm wirken könnten. Die Antwort möchte man aber natürlich trotzdem wissen. ^^ Unter den „Klischees“ sind sehr sympathische, lustige Menschen, wie zum Beispiel ein Kleinwüchsiger, eine Muslima mit Kopftuch oder ein Kerl mit Tourette-Syndrom, aber auch Menschen, die über Themen sprechen für die sie in den Kommentaren jede Menge Hate kassieren. Umso mutiger finde ich es, dass HyperboleTV einen (anonymen) Pädophilen und einen Zoophilen vor die Kamera gestellt hat, die Fragen der Nutzer beantworten. Denn ich finde, über solche Themen wird viel zu selten geredet. Allgemein erhält man durch viele Videos einen neuen Blickwinkel, wenn man sich darauf einlässt. Deswegen möchte ich euch dieses Projekt nicht vorenthalten. Suchtet vielleicht nur nicht alle 149 Videos hintereinander durch, so wie ich. ;) Hier gelangt ihr zu „FRAG EIN KLISCHEE“.

Was haltet ihr von der Idee, dass sich Leute dummen Fragen stellen, damit andere Leute diese nicht mehr stellen müssen und einen Einblick in das Leben von vollkommen anderen Personen bekommen? Was war euer seltsamstes Bahnerlebnis? Meint ihr auch, dass das in Berlin nicht passiert wäre? Habt ihr eine Theorie, warum manche Menschen so seltsam sind? Oder findet ihr es absolut gerechtfertigt, wenn diese blöden Menschen mit ihren Hipsterbärten endlich mal ordentlich gedisst werden? :P

Einen flauschebärtigen und toleranten Start in die Woche wünscht euch
eure 0utofjoint =)

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19 Kommentare

  1. Nieder mit den monofarbigen Konservatisten! Aber hey, konntest die Gelegenheit ja zum flirten nutzen. 😂 In Berlin passiert sowas aber wirklich nicht. Ich wurde da noch nie wegen meines Äußeren in der Öffentlichkeit angeprangert, weil sich einfach kein Schwein für dich interessiert.

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    1. Wir sollten Plakate schreiben! „Nieder mit der Monochromatie!“ oder so :D Dabei hängt hier am Rathaus sogar noch ein Banner mit „Bielefeld ist bunt!“ drauf … ;)
      Haha, ja, doch, flirten kann man das voll nennen. :D Aber ich freue mich ja über jeden sozialen Kontakt bei dem ich was nettes tun kann. :P
      Jetzt will ich nach Berlin ziehen … Falls ich es noch nicht erwähnt hatte: Geh‘ niemals nach Heidelberg! Da haben die Leute bisher am dööfsten geguckt, wenn ich komische Sachen anhatte. ^^

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  2. Als „Asiatin“ in Deutschland lebe ich quasi mit Vorurteilen. Irgendwer starrt immer. Und ich frech zurück ;-) Noch krasser wird es, wenn wir Hand in Hand gehen und Beanies tragen. Da gibt’s kein halten für Frau und Mann. Manchmal biete ich dann an Fotos zu verkaufen. Sprachlosigkeit und rotes Köpfchen folgt.

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    1. :D eine geniale Methode! „Sollen wir kurz stehen bleiben? Dann haben Sie einen besseren Winkel zum fotografieren.“ Freut mich, dass ihr so offensiv damit umgeht. Bzw du. ^^ Wobei viele sicher nur neidisch gucken, weil ihr so ein hübsches Pärchen seid :)

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      1. Yuki bremst mich ja immer. :D In Düsseldorf, Köln und anderen großen Städten fallen wir kaum auf. Wir machen uns oft einen Spaß und sprechen nur Japanisch. Dann hält man uns für Touristinnen.
        Neid ist ein anderes Thema. Der kommt dann eher in der Szene vor.

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        1. ^^ Sicher interessant, wenn man so den Gesprächen um sich herum zuhören kann.

          Das mit dem Neid klingt aber doch recht negativ. :( Hast du darüber schon mal geschrieben? Vielleicht fällt mir der betreffende Artikel nur nicht ein. Oder es war immer eher eine Bemerkung am Rande in ganz vielen Artikeln.

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          1. Direkt über Neid habe ich bisher nichts geschrieben. In der Mädelszene ist er durchaus verbreitet. In vielen Facetten. Über „Die gönne ich dir nicht!“, bis zur offenen Ablehnung der Person.
            Selbst als „Ehepaar“ bist du vor Flirtversuchen nicht sicher. Sogar ein (Ex)Verehrer von Yuki hat das versucht. Wenn mich die Muse küsst schreibe ich vielleicht mehr. Aber jetzt muss ich Audi fahren … Du bist doch nicht etwa neidisch? :D
            Liebe Grüße aus dem Elfenheim.

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            1. Hach, Menschen sind mir doch immer wieder sympathisch. Vor allem wenn es so negative und uneinsichtige Versionen davon sind. ^^
              Dann bin ich gespannt, ob sie das tut. Neidisch auf den Audi oder auf eure Beziehung? :D Ersteres nein, letzteres doch immer! :D
              Liebe Grüße zurück aus dem seltsamen Bielefeld :)

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  3. Zu den Videos (Ja, ich arbeite aktiv an meiner Anti-Youtubehaltung):
    Der Müllmann ist goldig. Fühle mich sofort zuhause, wenn jemand berlinert, auch wenn ich dies nicht tue, wa?!^^
    Ich war sehr fasziniert von der depressiven Dame. Auch ihre Erklärung fand ich toll.
    Hallelujah, der Soldat war sehr sympathisch. Hmmm… mein Weltbild…
    Bodybuilder sind widerlich. Ih. Ih. Iiiiiih.
    Mir fällt gerade auf, dass ich mich gedanklich noch garnicht mit Zoophilie beschäftigt habe. Ich glaube ich habe da moralisch keinerlei Bedenken, aber abstrakt ist es schon für mich.
    Der Tourettekerl ist ja auch goldig.^^
    Ja, ich gebe zu, beim Priester musste ich lachen. Außer bei der Vergewaltigungsfrage. Da wurde ich agressiv.
    Die Gruftietante…*augenroll*
    Die Polizistin…*Doppelaugenroll*
    Die Sookee hat auch sehr toll auf die Toilettenfrage geantwortet. Toll. Toll. oll.
    Ich hab ein bisschen Angst vor der Domina…
    Aber Polyamorie find ich klasse!^^
    Der Block mit dem Pädophilen fand ich sehr beeindruckend, da hatte ich vorher so meine Bedenken, weil das Thema echt schwierig ist.
    Die Fragen an die Veganerin sind ja selten blöd…
    Ich hab irgendwie Mamagefühle bei der Bikerin. Kann sie mich bitte mal umarmen?

    So bin durch…alle 150…sei stolz auf mich!

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    1. Du hast ja wirklich alle geschaut, du liebe Güte, das ist sehr löblich! Allerdings musst du dir jetzt auch meine 2 km lange Antwort durchlesen … :D

      Ja, der Müllmann war echt niedlich und auch den mit Tourette fand ich sehr cool. ich glaube der hatte in den Kommentaren schon seine eigene Fangemeinde. ^^ Aber weil die Videos in Berlin produziert werden, hört man da ja öfters ein bisschen die Herkunft. Watt ick ja jetz ooch nich so unsympathisch find. :D
      Ich fand generell den Politiker, den Banker und die Polizistin am nichtssagendsten. Recht schade eigentlich, aber die dürfen wohl alle nichts sagen, was irgendwie als Aussage gewertet werden könnte … So kann man die getrost überspringen. -.-
      Die Dragqueen fand ich auch cool. :D Den Bodybuilder fand ich gar nicht so schlimm, auch wenn ich ihn jetzt nicht schön fände. Aber er gibt immerhin zu, dass er selbstverliebt ist und auffer Bühne stehen will.
      Die depressive Dame ist übrigens Jenna Shotgun, die ist wirklich nett (im Sinne von freundlich) und cool und durchgedreht. Von der stammt übrigens auch „#notjustsad“, falls dir das was sagt. :) Aber ja, man merkt echt, wie schwer es ist, mit der Krankheit umzugehen und umso krasser, dass sie offen darüber reden kann.
      Ja, der Priester war nach dieser Antwort auch bei mir unten durch. -.-
      Mit der Veganerin und ihrer einen Antwort konnte ich gar nix anfangen, die fand ich doof, daher hab ich die andern Videos mit ihr gar nicht erst geschaut. :D
      Sokees queer-Erklärung fand ich gut, nur dass sich alle ahnungslosen danach wahrscheinlich gefragt haben, welche Geschlechter es denn dann um Himmelswillen noch gibt. :D Weil ja nur drei Mal kam „also es gibt mehr als zwei und deswegen dann ja auch nich nur homo-, hetero- und bisexuell“. ^^ Die Toilettenantwort fand ich ehrlich gesagt beim ersten Schauen etwas pampig, weil ich mir direkt gedacht hab „Ja klar, als ob du irgendwen überzeugen könntest, dass alle auf eine Toilette gehn sollen. Und die ganzen Umbauten für mehr Toilettenauswahl zahlt dir doch auch kein Schwein.“ und da war ich dann schon wieder bei der Finanzierung. Aber an sich hat sie(?) ja Recht, nur würden mehr Optionen wirklich bei ganz vielen Leuten für Verwirrung sorgen. Ich bin ja schon immer verwirrt, wenn ich nicht weiß, ob ich zu manchen Leuten „sie“ oder „er“ sagen soll. ^^ War mal bei einer Veranstaltung, bei der es „cis“ und „trans“-Toiletten gab und nur die Hälfte der Anwesenden hatte einen Plan zu welcher Kategorie sie sich jetzt zählen sollten. Da es aber alles offene Menschen waren, sind einfach alle verwirrt auf irgendeine Toilette gegangen. Nur würden das die „verknöcherten“ Menschen, von denen Sokee redet sicher nicht. ^^ Hach, schon wieder ein Aufsatz hier, sorry!

      Boah, über Zoophilie und Pädophilie, die beiden kontroversesten Themen, könnte man hier auch noch ewig diskutieren. Über Zoophilie habe ich ehrlich gesagt vorher auch so gut wie nie nachgedacht, denn wann begegnet einem das Thema schon mal? o.O Ich glaube es ist deswegen heikel, weil es so schwer ist, bei sexuellen Handlungen nachzuvollziehen, ob das Tier jetzt „zugestimmt“ hat oder nicht. Also zumindest, wenn der tierische Partner der passive Part ist. Wenn es nur um’s emotionale liebhaben geht, dann ist das ja ohnehin immer yay. ^^
      Bei Pädophilie finde ich es auf jeden Fall gut, dass mehr darüber geredet wird, damit man da vielleicht mal endlich mehr über eventuelle Ursachen herausfindet oder zumindest Präventionsarbeit leisten kann.

      Ich bin echt beeindruckt! :) Dafür gibt’s nen Belohnungskeks oder so :3

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  4. Die Videoaktion finde ich echt eine gute Idee. Immerhin ist es kinderleicht jemanden zu verurteilen und meistens beruht das dann hauptsächlich auf falschen Ansichten oder weil man etwas nicht nachvollziehen kann. Oft würde ein „miteinander reden“ schon die meisten Vorurteile beseitigen.
    Ich kenne z.B. viele Menschen die der Meinung sind, dass es ein Zeichen von Frauenunterdrückung ist, wenn Frauen Kopftücher tragen. Undenkbar, dass eine Frau das freiwillig machen könnte ~
    Und wenn es um so extremere Sachen wie Pädophilie geht – klar, das sollte auch nicht einfach „akzeptiert“ werden. Denn so etwas auszuleben geht nie ohne andere zu schädigen. Aber statt solche Menschen zu beschimpfen, sollte man sie lieber zu einer Therapie motivieren, bevor dann wirklich was passiert. Und davor würde man es nur merken, wenn die Person das Gefühl hat sich öffnen zu können. Da helfen Schimpfereien nicht wirklich.
    Die Betroffenen wollen selbst meistens nicht so fühlen und haben einen großen Leidensdruck…
    Wobei ich ganz ehrlich sagen muss dass ich einen davon Betroffenen sicher nicht in die Nähe meines Kindes lassen würde, egal wie der/die sich durch diese „Ausgrenzung“ fühlt /:

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    1. Schön, dass du das genauso siehst. :)
      Gerade Dinge, die einem selbst fremd erscheinen, werden einem durch solche Videos hoffentlich etwas verständlicher gemacht.
      Klar, weil ja bekanntlich jeder die gleiche Meinung hat und deswegen auch alle anderen Kopftücher total doof finden. ;)
      Nee, aber ich finde es gerecht, wenn angesprochen wird, wie groß die psychische Belastung ist, wenn jemand so eingestellt ist und wirklich nichts dafür kann – gleichzeitig aber weiß, dass er, sobald er das ausleben würde, etwas unverzeihliches täte. Und darüber reden kann man sicherlich auch nicht so einfach, da man sich genau denken kann, dass die meisten mit Abscheu reagieren und einen danach meiden werden. Deswegen gut, wenn man das mal klärt.
      Naja, wenn jemand öffentlich macht, dass er pädophil ist, dann kannst du ja viel eher vermeiden, dass er mit Kindern irgendwo alleine ist und deswegen vielleicht „in Versuchung“ gerät. Das ist schon mal ein wichtiger Punkt. Unfreundlich zu denen sein oder sie alle wegsperren muss man ja deswegen noch lange nicht. Und ich glaube auch nicht, dass alle Pädophilen sofort auf Kinder losgehen, wenn sie denen irgendwo begegnen – gerade wenn sie in Therapie sind. Denn komplett alle Begegnungen mit Kindern zu vermeiden ist ja nahezu unmöglich. Da dürftest du ja nicht mal bahnfahren. Nur solche Situationen, in denen Kinder alleine mit jemandem sind, der ihnen gefährlich werden könnte, die will man natürlich vermeiden, denn die würden sicher auch den potenziell gefährlichen Menschen unter Druck setzen und auf Dauer das Risiko erhöhen, dass doch etwas passiert.

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      1. Wahrscheinlich sehen solche Filme auch nur die, die die Thematik interessiert und die sehen dann eher über Schwächen hinweg ;)
        Und ich stehe dazu: Ich schaue gern Unterhaltungsfilme, ernstere Filme müssen dann schon wirklich gut sein x3 (so nach dem Motto: Die Realität habe ich eh jeden Tag)

        Klar weiß ich was du meinst und ich sage ja nicht dass es optimal ist, wenn ich da meine Kinder „fernhalten“ würde. Aber wenn es nicht um einen selbst, sondern Kinder, geht, ist es doch was anderes. Gerade jetzt wo ich Mama bin kann ich sagen, dass ich die Kleine nie einem potentiellen Risiko aussetzen würde. Da kann man nicht einfach „cool“ bleiben xD

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        1. Ja, es ist ja auch erholsamer, wenn man nicht auch in fiktiven Sachen dauernd mit der Unfreundlichkeit der Welt konfrontiert wird! ^^
          Ich wollte ja nur sagen, dass du weder alle Kinder noch alle Pädophilen einfach wegsperren kannst und letztere deswegen halt lernen müssen mit Situationen wie z.B. Bus- oder Bahnfahrten, bei denen oft Kinder rumwuseln, umzugehen, ohne in Panik zu raten. So, ich hoffe das war nu verstänslich. :D Dass du deine Kleine nicht bei jemandem zum Babysitten vorbeibringst, der ihr gefährlich wird, darüber müssen wir ja gar nicht erst diskutieren, das ist ja logisch. :)

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          1. Versteh schon was du meinst ;)
            Ich meinte ja gar nicht dass man die „wegsperren“ muss, sondern dass ich nicht glaube, dass man als Elternteil komplett neutral und sachlich damit umgehen kann, wenn man sowas erfährt.
            Klar, wenn andere auch dabei sind ist es keine Sache, aber der Pädophile spürt ja alleine damit schon eine Ausgrenzung, dass man ihn nie mit den Kindern alleine lassen würde.
            Oder dass sicher manche Eltern auch komisch reagieren würden, wenn er sich aktiv mit den Kindern beschäftigt. Normalerweise rechnet man es Erwachsenen ja immer hoch an, wenn sie bei z.B. Treffen lieb mit den Kindern umgehen und ein bisschen mit ihnen spielen. Aber wenn das jemand macht, der bekannt pädophil ist, reagieren die Menschen sicher mit Ablehnung – auch wenn der Pädophile tatsächlich nur nett zu den Kindern sein wollte.
            Sowas meinte ich.
            Dass es da in dem Fall wahrscheinlich richtig schwer ist, weil Eltern dann sofort eine Gefahr interpretieren, wo sie vielleicht gar nicht ist (bzw. der Mensch sich bemüht normal mit den Kindern umzugehen) und das spürt der Betroffene natürlich – was wieder zum Rückzug führen könnte.
            So extreme Sachen wie „gleich wegsperren“ (oder ich habe auch schon öfter gehört „gehören alle kastriert“) meinte ich gar nicht :3

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            1. Ach so meintest du das. Sorry, hab ich falsch verstanden. Danke für die Erklärung :3
              Ja, das ist wirklich schwierig. Für solche Situationen gibt es vermutlich keine „tolle“ Lösung. :(

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