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Was ist Menschlichkeit?

Einer der Gründe – abgesehen vom bescheuerten Humor – warum ich Manga und Anime so liebe, ist die Tatsache, dass darin oft sehr tiefgründige Fragen gestellt werden. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist zum Beispiel die Frage: Was macht einen Menschen zum Menschen? Wie definiert man „Menschsein“? Es gibt ja die Standard-Sprüche wie „Wir sind doch alle nur Menschen.“ oder „Das ist doch nur menschlich!“, die meistens verwendet werden, um Charakterfehler oder Schwächen zu rechtfertigen, die nachvollziehbar und sehr häufig sind. Andererseits bezieht sich der Ausspruch „Wie unmenschlich!“ meistens auf besonders grausame Taten, die an anderen Menschen begangen wurden, seien es Mord und Totschlag oder schlechte Arbeitsbedingungen. Menschen sind also relativ nett zu anderen Menschen, wenn die Umstände das zulassen, haben aber je nach anderen Umständen und Charaktereigenschaften auch Schwächen. So weit, so einfach zu definieren.

Vielfalt in Anime und Manga <3

Was jedoch Anime und Manga meiner Meinung nach von „normalen“ Medien unterscheidet, ist dass das Thema von unglaublich vielen verschiedenen Blickwinkeln angegangen wird und man so manchmal schon ins Grübeln gerät, ob sich Menschlichkeit überhaupt anständig definieren lässt. Natürlich gibt es auch abseits von Anime Filme wie „I, Robot“ oder „Ex Machina“, in denen über das Thema künstliche Intelligenz ähnliche Fragen aufgeworfen werden. Doch bei diesen geht es meistens ausschließlich um die Frage, ob von Menschen geschaffene Roboter dazu in der Lage sind, Gefühle zu entwickeln und etwas zu empfinden.

Das ist zwar eine sehr spannende Frage, doch wie häufig stellen wir uns eigentlich die Frage, wann ein Mensch kein Mensch mehr ist? Kann man jemandem die Menschlichkeit absprechen? Und wenn ja, wann? Im von mir geliebte Anime „Ghost in the Shell“ ist die Technologie so weit fortgeschritten, dass Menschen bis auf wenige Gehirnzellen komplett als Cyborgs durch die Gegend laufen können. Allein in den paar übriggebliebenen natürlichen Hirnzellen sitzt ihr „Ghost“, also ihre Persönlichkeit und somit quasi ihre Identität. Der Rest ist hochmodern, optimiert und austauschbar. Würden wir heute solche Leute noch als „menschlich“ wahrnehmen? Oder würden wir uns denken „Whoa, sieht aus wie ein Mensch, aber besteht eigentlich aus Terminator-Material, creeeeeepy!“? ^^ Da die Fast-Cyborgs jedoch weiterhin über ihre Identität und Persönlichkeit (also quasi über ihre „Seele“ verfügen), müssten wir sie eigentlich abgesehen von garantiert aufkommendem Cyborgismus als Menschen akzeptieren können.

Bist du du selbst?

Denn eigentlich sollte ja nicht das Äußere – also die Shell (yes, ich hab den Titel des Anime erklärt!) – darüber bestimmen, ob wir jemanden als Menschen wahrnehmen, sondern dessen Entscheidungen. Womit wir wieder bei der ursprünglichen Frage wären: Kann man einem Menschen seine Menschlichkeit absprechen? Ich habe vor kurzem den meiner Meinung nach unglaublich guten Anime „Kiseiju“ bzw. „Parasyte“ gesehen, in dem ebenfalls mit dieser Frage gespielt wird. In diesem Fall geht es um eine Alieninvasion. Ja, nennen wir es einmal so. Der Schüler (jaja, es sind immer Schüler, die die Welt retten müssen) Izumo Shinichi bemerkt eines Nachts, wie ein Parasit in seinen Körper krabbeln will und schafft es gerade noch rechtzeitig, diesen davon abzuhalten, in sein Gehirn zu kreuchen. Denn eigentlich übernehmen die Parasiten das Hirn ihres Wirts und ersetzen diesen schlichtweg. Ergo: Ein Befallener ist kein Mensch mehr, sondern ein Alien mit menschlichem Restkörper. Doch dank Shinichis beherztem Griff zu seinem Kopfhörerkabel (xD) wurde seinem Parasiten der Weg ins Hirn versperrt und dieser muss sich nun mit einem Leben als Shinichis rechte Hand abfinden. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich eine Art Symbiose zwischen Shinichi und seiner neuen rechten Hand, die dank des Parasiten über Superkräfte verfügt. Doch je länger Shinichi mit dem Parasiten lebt, desto mehr verändert er sich, was im Anime sehr schön durch die wiederkehrende Frage einer Freundin symbolisiert wird: „Bist du Izumo Shinichi?“

Ob die Veränderung am neuen Mitbewohner in Shinichis Körper liegt oder einfach daran, dass er plötzlich permanent mit grausamen Morden konfrontiert wird, bei denen die Täter ebensolche Alienwesen sind, wie das, das gerade in seiner rechten Hand wohnt, darüber kann man streiten. Ich finde es jedenfalls sehr interessant zu beobachten, dass gleichzeitig eine immer größere Annäherung an seinen neuen besten Freund Migi (japanisch für „rechte Hand“) stattfindet, je traumatisierender die Ereignisse werden. Je mehr auf Shinichi einstürzt, desto unemotionaler wird er. Meiner Meinung nach eine vollkommen nachvollziehbare Reaktion für einen Jugendlichen, dessen halbe Welt gerade explodiert, aber hey, lasst es uns doch einfach auf die Alienpartikel in seinem Körper schieben. ^^ Doch gerade deswegen, weil man ebenso wenig wie Shinichi selbst nie genau weiß, weswegen er sich so verändert, stellt man sich zusammen mit ihm die Frage: „Bin ich noch menschlich? Sollte ich nicht weinen können, wenn neben mir jemand stirbt? Sollte ich nicht Angst empfinden können?“

Emotionen = Menschlichkeit?

Gerade Emotionen sind oft der Punkt, über den wir Menschlichkeit definieren. Doch würde ich dahingehend „Assassination Classroom“ analysieren, wäre das offensichtliche Tentakelmonster Korosensei zu 1000 % menschlich, nur eben ein wenig äh alternativ-aussehend. Gleichzeitig gibt es genügend Menschen, die aufgrund eines Traumas oder einer Depression ihre Emotionen in den tiefsten Tiefen ihres Inneren verstecken – sind diese Menschen dann nicht mehr menschlich? Und was ist mit Leuten, die von vorneherein keine Emotionen fühlen können und die man gemeinhin als Psychopathen bezeichnet? Die können soweit ich weiß auch ein normales Leben führen, sind es trotzdem unmenschliche Menschen? Konträr dazu gibt es sicher genügend „unmenschliche“ Killer, die auf einer Welle von Emotionen reiten, während sie andere Leute abmurksen. Sorry für den Sprung von depressiven Menschen zu Psychokillern, ich wollte die nicht generell vergleichen, sondern deutlich machen, dass die Bandbreite was die Empfindung von Emotionen angeht, sehr sehr groß ist. Also ich glaube allein über Emotionen lässt sich die Sache nicht definieren. Aber wie sonst?

Was den Intellekt und die Logik angeht, haben uns Computer ja ohnehin schon einiges voraus und rudimentär sprechen können davon auch schon einige. Haben wir sonst noch irgendwelche herausragenden Eigenschaften? Nö, eigentlich nich‘, oder? Okay, wir denken in glorreichen Momenten über uns selbst nach und fühlen in der Gegend herum, aber andere Dinge, wie Mutterinstinkt oder Beschützerinstinkt oder weitere Großzügigkeiten haben wir schließlich mit diversen anderen Tierarten gemein, sonst hätten wir das nicht „Instinkt“ getauft. Ich glaube die meisten Menschen denken selten darüber nach, was sie eigentlich ausmacht. Vielleicht sollte ich eher schauen, was denn das Gegenteil von „menschlich“ ist? Hm …

Nun, die Ablehnung von „Unmenschlichem“ erfolgt bei uns wohl auch instinktiv. Meistens beziehen wir uns dabei auf Grausamkeiten, die ohne Mitleid (wieder eine dieser wichtigen Emotionen) an anderen Menschen oder an Tieren begangen wurden. Solche Grausamkeiten werden aber nicht zwangsweise nur von emotionsfreien Personen begangen, sondern gerade deswegen weil derjenige, der die Tat begeht, sein Gegenüber als nicht-menschlich definiert hat. Das geht nämlich sehr einfach und ist eine Schutzreaktion. Wenn sich verschiedene Bevölkerungsgruppen gegenseitig abmetzeln, obwohl sie sich allein in ihrer religiösen Ausrichtung unterscheiden, dann wäre jemand, der seinen Nachbarn abmetzelt ein grausames Wesen. Doch jemand, der für sich selbst entschieden hat, dass der Nachbar ein grausames Wesen ist, dass es nicht verdient hat zu leben, weil diese grausamen Wesen dauernd andere Nachbarn ermorden … der schläft nachts ruhiger.

Wie bestimmen wir eigentlich, welche Personen Rechte besitzen?

Das ist auch eine der Tatsachen, die bei Parasyte thematisiert werden. Haben Parasiten nicht auch ein Recht darauf zu leben? Sie besitzen einen Intellekt, Logik und vielleicht können manche von ihnen sogar Gefühle entwickeln … ist es dann gerechtfertigt, sie umzubringen? Ja, sagt ein überwiegender Teil der Bevölkerung des Anime – denn Parasiten töten nicht nur ihren Wirt, sie ernähren sich auch von Menschen. Und man möchte ja nicht die Dezimierung der eigenen Spezies unterstützen. Also nicht weiter als man das durch Kriege und ähnliches bereits tut. Hrm. Also die Wertschätzung menschlichen Lebens könnte man zwar als Maßstab nehmen, doch würden so sämtliche Soldaten und natürlich allen Mördern ihre Menschlichkeit absprechen. Während man irren Serienkillern vielleicht gar nicht so viel Menschlichkeit zusprechen möchte, stellt sich bei Affekttätern und Soldaten, die zum Schutz ihres Landes (bzw. ihrer Mates) agieren die Frage, ob das nicht ein wenig unfair wäre. Zumindest, wenn sie sich nicht freiwillig gemeldet haben.

Aber generell stelle ich mir eigentlich die Frage, warum Killer so oft als Nicht-Menschen wahrgenommen werden. Denn, das wird in vielen Animes thematisiert, eigentlich sind wir doch alle ein wenig irre und eeeeeeigentlich besitzen sehr viele von uns die Veranlagung, anderen das Leben zu nehmen. Wir kommen nur nie in die unangenehme Situation das zu tun und haben vielleicht eine wesentlich größere Selbstbeherrschung als besagter irrer Serienkiller, dem das Töten einfach zuviel Spaß macht. Doch beinhaltet Menschlichkeit nicht auch irgendwie Grausamkeit? Ist es nicht unehrlich immer nur die guten Seiten als menschlich zu bezeichnen und die schlechten unter den Teppich zu kehren, indem man gruselige Leute aus der eigenen Spezies ausschließt?

Vielleicht macht uns ja auch gerade dieser Punkt menschlich: Die Fähigkeit anderen Lebewesen ihre Menschlichkeit oder ihr Recht auf unbeschwertes Leben abzusprechen? Das wäre allerdings in der Tat auch eine grausame Definition. Wobei, um noch einmal einen Anime als Beispiel zu nehmen, bei „Psycho-Pass“ immer denjenigen, die als gefährlich für die Gesellschaft eingestuft werden, ohne dass sie jemals eine Straftat begangen hätten, alle Rechte aberkannt werden. Die Einstufung in „ungefährlich“ und „gefährlich“ erfolgt dabei über eine Art Gehirnscan, der angeblich schlechte Denkweisen (oder so) erkennt. Und ich kann mir gut vorstellen, dass sich dieses System – solange man nicht selbst davon betroffen ist – für viele Menschen als bequem erweisen würde. Alle unangenehmen Menschen werden weggesperrt und ihnen wird jegliches Recht auf Protest abgesprochen, denn sie sind ja keine „richtigen“ Menschen mehr. In unserer Nicht-Anime-Welt schränken wir ja ebenfalls die Rechte von Verbrechern ein, weil diese eine Gefahr darstellen. Was ich durchaus vernünftig finde, vor allem in Bezug auf erwähnte irre Serienkiller. Aber ich glaube die bei Psycho-Pass (oder auch bei Minority Report) thematisierte Versuchung präventiv Menschen vorzuverurteilen besteht immer – der Anime ist also gar nicht so unrealistisch, was die Auswirkungen einer solchen Gehirnanalyse angeht.

Feel like a monster …

Natürlich muss nicht jeder von uns permanent den Impuls unterdrücken, alle um sich herum kaputt zu schlagen oder lustige Folterinstrumente auszuprobieren. Wenn das so wäre, hätten wir als Spezies nicht so lange überlebt. Aber gerade dass wir überlebt haben und irgendwelche Imperien zwischenzeitlich erfolgreich waren und dann doch wieder zu Staub zerfallen sind, zeigt doch, dass viele von uns unter den „richtigen“ Bedingungen vermutlich wesentlich unfreundlicher sein könnten, als wir das im Alltag sind. Ihr müsst euch damit ja jetzt nicht angesprochen fühlen. ;)

Ich glaube mein Fazit ist, dass sich Menschlichkeit nur schwer definieren lässt und alle Facetten von Intelligenz und Logik über Trauer, Freude, Mitgefühl, Liebe und Hass bis hin zu verblüffender Kreativität beinhaltet. Ja, das sind vermutlich keine großartigen neuen Erkenntnisse für euch, es tut mir leid. Ich habe mal wieder einfach drauflosphilosophiert und entschuldige mich an dieser Stelle, falls meine Gedanken zu verworren oder zu negativ bei euch angekommen sind. Aber mich hat die Tatsache so fasziniert, dass in vielen Anime oft Leuten die Menschlichkeit abgesprochen wird, weil diese einem unbequem sind und dass es gleichzeitig andere Serien gibt, in denen sehr differenzierte Fragen gestellt werden, wie wir abgesehen von den genetischen Grundlagen überhaupt das Wort „Mensch“ definieren.

Ich glaube ich werde es einfach so wie ein gewisser Monkey D. Ruffy halten und das Label „Monster“ als eines verstehen, dass man Leuten aufdrückt, deren Existenz einen verwirrt und die man lieber nicht als zur gleichen Spezies zugehörig empfindet. Das bedeutet ja nicht, dass die „Monster“ mit diesem Label unglücklich sein müssen, solange sie weiter das sein können, was sie immer waren, ist die Bezeichnung schließlich völlig egal. Oder? Ich bin natürlich gespannt, was ihr von dem Thema haltet. Denkt ihr die Definition von Menschlichkeit ist einfach? Reicht vielleicht ein Blick rüber zu Wikipedia aus? Ich erspare euch den Klick und zitiere zum Abschluss noch einmal kurz den philosophischsten Abschnitt des Artikels „Mensch„:

Von maßgeblicher Bedeutung für die Menschwerdung sind Interdependenzen zwischen genetischen, zerebralen, ökologischen, sozialen und kulturellen Faktoren. Zu den charakteristischen Merkmalen menschlichen Daseins gehören das Angewiesensein auf mitmenschliche Zuwendung und Versorgung in einer lang andauernden Kindheit, der Spracherwerb, geistige Anlagen sowie kulturelle und soziale Bindungen. Sein Bewusstsein erschließt dem Menschen unter anderem eine zeitliche und geschichtliche Dimension sowie ein reflektiertes Verhältnis zu sich selbst, zu den eigenen Antrieben, Handlungen und ihren möglichen Folgewirkungen. So können sich Menschen auch Fragen stellen, die in grundlegender Weise die eigene Existenz und Zukunft betreffen, etwa nach ihrer persönlichen Freiheit, nach ihrer Stellung in der Natur und ihrem Umgang damit, nach moralischen Grundsätzen menschlichen Zusammenlebens und nach einem Sinn des Lebens überhaupt. – Wikipedia, Stand 24.05.2015, 18.25h

Findet ihr vielleicht, dass diese ganzen Definitionen ohnehin Murks sind und würdet ihr eher von Fall zu Fall intuitiv oder nach Faktenlage entscheiden, was ihr von jemandem/etwas haltet? Ich hätte jetzt jedenfalls gerne eine Philosophierrunde, in der nicht jeder gegen den anderen anredet, ohne zuzuhören, sondern in der man über die Theorien des anderen nachdenkt. Danke. ;)

So, sorry, ich muss jetzt One Piece lesen gehen. :D Ich wünsche euch noch einen entspannten und nicht allzu grüblerischen Sonntagabend und einen schönen Feiertag!
Eure 0utofjoint =)

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15 Kommentare

  1. Du..Ich äh.. wow.
    Ich mein jeder hat mal ne Phase oder eine Alkoholdelir, aber das ist grandios.

    Wurde dieser Gedankengang(Gedankengänge?) durch den Anime getriggert oder hast du das nur als Aufhänger gewählt? Bzw. ist das jetzt ein Review? :P

    Mal im Ernst, gibt es da überhaupt eine Lösung?
    Schlussendlich, und das kommt ja auch in deiner Ausarbeitung rüber, kommen wir wieder am Anfang an. Wer wann für wen mit welchen Eigenschaften menschlich ist, sollte doch eigentlich nicht zur Debatte stehen. Jedenfalls abhängig davon, wie die Frage gestellt ist.
    Will ich was allgemeingültiges als Antwort oder nicht? Oder vielleicht ist das ja auch die Frage…
    Feststellung: „Was für ein Ergebnis erwarte ich?“ definiert den Ausgang der Fragestellung, oder?
    Ich tue mich sehr schwer mit dem Beantworten, aber ich diskutier gern die Frage :P

    PeeT

    PS: Schonmal nach dem Sinn des Lebens gesucht? :D Macht dir sicher auch Spaß

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    1. :D Äh, danke … glaube ich. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich den Text in vollkommen nüchternem Zustand geschrieben habe, auch wenn man das vielleicht nicht glauben mag! ;)

      Der Anime hat mich schon ins Grübeln gebracht und irgendwie bin ich dann noch ein paar Mal über den Begriff „Menschlichkeit“ gestolpert und dann musste mein Gegrübel irgendwo hin. ^^ Und nein, das ist kein richtiges Review, sondern eher ein „Guck das, das is awesome! O_O“ :D Vorausgesetzt man erträgt viel Gesplatter.

      Vermutlich gibt es für jeden eine andere Lösung und selbst die ändert sich bestimmt hin und wieder mal. Es sollte nicht zur Debatte stehen? Hm, ich glaube aber dass wir zumindest unterbewusst viel zu häufig Leuten die Menschlichkeit absprechen und gerade deswegen ein klein wenig von einer ungefähren Definition profitieren könnten. Denn dadurch verstehen wir uns selbst besser, weil wir uns bewusst machen, was für uns selbst als menschlich gilt. Irgendwie hab ich das Gefühl, das klang jetzt schon wieder sehr nach einem Trip. :D Ich hoffe du hast verstanden, was ich meine. ^^‘
      Da hast du vermutlich Recht. Je nachdem wie man an die Frage herangeht, wird die Antwort anders. Wenn du davon ausgehst, dass sie nicht zu beantworten ist, wirst du so schnell keine Antwort finden und wenn du gar nicht verstehst, was es da zu fragen gibt, hast du vermutlich eine sehr festgelegte Definition vom Menschsein. :)

      Ich glaube ich bräuchte nächtliche Diskussionsrunden extra für solche Themen. :D

      Ach nee, der Sinn des Lebens is doch als Thema schon viel zu ausgelutscht. :P Nein, eigentlich würde bloß der Artikel dazu vermutlich ungefähr 200 Seiten lang werden, weil ich ja eh immer vom Hölzchen aufs Stöckchen komme – wiiieee man an diesem Kommentar sieht … Warum mach ich das immer? O-o

      Fluffige Grüße und freut mich, dass du mitdiskutierst! :>

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      1. Das nahm ich an, deswegen ist es ja so grandios :D

        Habe den Anime angefangen, aber nach 4 Folgen ist der irgendwie untergegangen (keine Zeit, nicht keine Lust ;) ). Jetzt habe ich Grund zum weitergucken^^

        Nö, überhaupt nicht. Eher im Gegenteil.
        Ich lese da jetzt raus, dass du eine allgemeine Definition willst, die dem Einzelnen die Möglichkeit eröffnet, selbst, im gegebenen Rahmen, zu definieren. Oder?
        Also ist es wieder mal schöner Optimist zu sein, wa? :P Ok das ist jetzt sehr vereinfacht, aber egal.

        Betonung auf „nächtliche“. Warum geht sowas eigentlich immer nachts am Besten?

        Stimmt allerdings, da habe ich gar nicht dran gedacht.
        Das Problem ist doch aber, dass es eben irgendwie darum geht, oder? Denn Hölzchen und Stöckchen gehören da ja auch rein
        Nein, das war keine Aufforderung. Lassen wirs so stehen xD

        Gern
        und..äh…so’n Fluffi-Dingen zurück..? :D

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        1. Hihi, okay, dann nochmal danke! ^.^

          Ich bitte darum! Und um einen Bericht! :D

          Ich bin mir gar nicht so sicher, was ich möchte. So wie du es formulierst, wäre das eigentlich eine Ideal-Definition für flexible Neuzeit-Menschen. :D
          Optimisten haben es ja auch einfacher. Diese schlimmen Menschen, die! ;)

          Das frage ich mich auch. Glaube da ist es ruhiger, man hat weniger Ablenkungen und durch die Dunkelheit fühlt man sich vielleicht nicht so in der Öffentlichkeit, wie sonst? Also dass man da auch mal die Gedanken zu Themen schweifen lassen kann, die im Alltag eher nicht auftauchen.

          Hehe, also bei mir zumindest. Auch wenn geschickte Redigiermenschen das sicher anders sehen und bei meinem Gefasel lieber die Hälfte wegkürzen würden. ;)
          Och, schade ._. Ich soll keinen 200-Seiten-Artikel schreiben? Menno …

          Sehr gut, Fluff-Dingsiis sind gut fürs Wohlbefinden. :D

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  2. Also ich finde die Wörter „menschlich“ nnd „unmenschlich“ sind eher ein Instrument, um vorzugeben „wie man als Mensch sein sollte“. Für mich ist ein Psychopath genauso ein Mensch wie ein Heiliger.
    Wenn man sich anschaut, was als „menschlich“ oder „unmenschlich“ deklariert wird, findet man meistens die akzeptierte Norm darin. Es ist „menschlich“, wenn man mal die Geduld verliert und jemanden anschreit, aber „unmenschlich“, wenn man jemanden dann umbringt. Das Anschreien ist zwar auch nicht schön, aber noch akzeptiert, also ist es menschlich.
    Ich denke als „unmenschlich“ geht hauptsächlich das durch, das sich Menschen nicht vorstellen können und das für sie „weit weg“ ist. Und „menschlich“ ist, was man noch nachempfinden kann. Immerhin verändert sich der Begriff von „menschlich“ auch ständig. Während es heute heißt es ist „unmenschlich“ seine Geschwister zu heiraten oder eine Frau bei Ungehorsam einzusperren, war das früher relativ normal. Das zeigt für mich, dass der Begriff mehr ein Druckmittel ist, das Menschen zu einem gewissen Verhalten zwingen soll, das derzeit in die Gesellschaft passt.

    Aber jemand, der da nicht hinein passt, ist genauso ein Mensch. Für mich ist ein Mensch ein Zusammenhang von mehreren Sachen, wie Biologie, Gefühle etc.
    Ein Affe ist ja auch ein Affe aufgrund eines biologischen und sozialen (uns sonstigen) Zusammenspiels. „Mensch“ ist auch nur die Bezeichnung für eine Art von Lebenwesen, ich sehe nicht warum wir da eine Ausnahme wären.

    Und auch wenn ein Mensch total abgedreht ist, kommt das nicht von irgendwo her. Meistens hat der dann selbst viel durchgemacht, das dann so verarbeitet wird, also war er selbst mal Opfer. Klar entschuldigt das nicht sein zukünftiges Handeln, aber eben weil wir keine Computer sind, können wir Unerwünschtes nicht einfach löschen oder in ein Archiv ablegen. Deswegen verlieren wir auch nicht das „Mensch sein“, denn das haben wir in dem Moment erreicht, in dem wir von einer Frau zur Welt gebracht wurden, und nicht von einem Tiger oder so.
    Und sowas verliert man auch nicht.

    Ich finde, sobald man anfängt darüber nachzudenken wann man denn das „Mensch sein“ verlieren könnte, machen wir wieder einen riesigen Schritt zurück. In eine Zeit wo nicht „normhafte“ Zustände (die wie gesagt in jeder Zeit unterschiedlich waren und auch heute sind – und sich sogar je Land unterscheiden) dafür gesorgt haben, dass viele Menschen mehr als unwürdig behandelt oder sogar als Sklaven gehalten wurden.
    „Denn immerhin muss man sie nicht respektvoll behandeln, es sind doch keine Menschen.“ Also darf ich mir in Zukunft einen ehemaligen Mörder, der die Beherrschung verloren hat weil seine Tochter vergewaltigt wurde, als „Haustier“ halten? Nachdem er dann „kein Mensch mehr“ ist?

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    1. Da hast du Recht, als Druckmittel und Mittel zur Ausgrenzung von Andersartigem funktioniert das Wort gut.
      Also du bist der Meinung man bleibt immer Mensch und das mit dem nicht mehr menschlich sein ist Schwachsinn, okay.
      Ich finde es dennoch schwierig Menschlichkeit zu definieren. Deswegen wollte ich ja schauen, was wir gemeinhin als unmenschlich ansehen. Klar, wenn man nur über die Biologie geht, ist es sehr einfach das festzulegen, aber ich wollte ja eher einen philosophischen „Was wäre, wenn denkende Aliens auf unseren Planeten kämen?“-Ansatz wählen, um zu gucken, ob die dann auch „Menschenrechte“ hätten oder wie man das Recht auf Existenz festlegt.
      Ich hoffe du hast den Sarkasmus des Zitats bemerkt und gehst nicht davon aus, dass ich das ernst gemeint hab. :D Die rhetorische Frage nach der Sklavenhaltung beantworte ich daher mal nicht. ;)

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      1. *lol*
        Quatsch, ich bin sowieso nicht der Typ der jemanden an irgendwelchen Gesagten/Geschriebenen Sachen festhängt xD
        Ich finde dafür ist eine freie Diskussion da, dass man sich auch was von der Seele reden kann und nicht immer darauf achten muss, was man jetzt genau wie sagt :3
        Außerdem finde ich gehört Hinterfragen genauso zum philosophieren dazu :3

        Ja, für mich ist „Mensch sein“ halt keine Charaktereigenschaft, sondern einfach eine „Rasse“, wie bei allem anderen auch. Wenn man Menschlichkeit (wegen dem „denkenden Alien“ ) mit denken verbindet – heißt es dann, Tiere können nicht denken oder fühlen, nur weil man sie als Tiere und nicht als „menschlich“ bezeichnet? Also jeder der Haustiere hat sieht, dass die genauso Gefühle haben und sicher auch ihre Gedanken. Wieso ist der Mensch so arrogant zu glauben, dass „seine Rasse“ die einzige ist, die denken und fühlen kann? Bzw. komplexere Gedankengänge haben kann? Wieso muss ein Alien „menschlich“ sein, nur weil es genauso komplex denken kann? Kann man das Alien nicht einfach als das akzeptieren was es ist und ihm seine eigene Bezeichnung lassen? Wieso müssen wir uns anmaßen es in „unsere Klasse“ zu packen, nur weil es ähnliche Gedankengänge hat?
        Wieso neigen wir dazu alle mit uns zu vergleichen und an unserem Wesen zu messen, als wären wir die Herrenrasse?

        Und dieselben Rechte finde ich hat jedes Lebewesen verdient, egal ob es ein Mensch bzw. „menschlich“ ist oder nicht. Und im Prinzip sind wir auch die einzige Rasse auf der Erde, die sich anmaßt zu glauben, Sonderrechte zu besitzen.

        Also ist für mich ein Alien „menschlich“? Ne. Ist es ein denkendes und fühlendes Lebewesen? Jep.

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        1. Dann bin ich ja beruhigt! :D
          Okay, also du trennst strikt zwischen Biohülle und Inhalt, ich verstehe. ^^
          Naja, dass nichtmenschliche Tiere nichts draufhaben, habe ich damit jetzt nicht behaupten wollen. Aber Aliens sind da als Beispiel ganz nett, weil sie ja eventuell ähnlich technologisch entwickelt sein können und mit uns kommunizieren könnten. Was ja bei Hunden oder Katzen zwar grob geht, aber keine wirklich komplexen Nachrichten erlaubt. :)
          Naja, in unsere Klasse packen würden ein grünes Glibberalien vermutlich nur wenige, da geht es mehr um die Rechte, die man anderen Lebewesen zugesteht. Und schön, dass du das mit den Sonderrechten erwähnst, das wäre dann doch quasi auch ein Merkmal von „menschlich sein“, oder? Anmaßung und so. Also hast du vielleicht doch einen Punkt gefunden, in dem man Menschen unbiologisch unterscheiden kann, nämlich deren Selbstverständnis. ;)

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          1. Ok, jetzt sagen wir mal es gibt zig Rassen im Universum, die ein ähnliches Selbstverständnis, Denken und technischen Stand haben wie wir. Und jede dieser Rassen hat eine eigene Bezeichnung für sich. Wer bestimmt jetzt, ob alle als „menschlich“ bezeichnet werden oder der „Überbegriff“ von einer der anderen Rassen abgeleitet wird? Bzw. was werden diese Rassen dazu sagen, wenn man sie einfach „unserer Rasse ähnlich“ (sprich „menschlich“) deklariert?

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            1. Begeistert wären sie von dem Label sicher nur, wenn sie uns noch nicht gut kennen oder sehr naiv sind. ;) Mir gibg es mehr um die Rechte, die sich durch das „menschlich sein“ ergeben. Wenn die Aliens das „alienig“ oder „marsianisch“ oder so nennen, ist das ja relativ egal, solange es eine Schnittmenge von Eigenschaften gibt, in denen wir uns wiedererkennen (vermutlich wäre da ein Überbegriff ohnehin sinnvoller) und weswegen wir unterbewusst kein Problem damit haben, diesen Wesen gleiche Rechte zuzugestehen wie uns selbst, weil wir sie als ähnlich empfinden. Vermutlich würden wir ihnen aber allerhöchstens ähnliche Rechte zugestehen, wir sind ja nicht einmal fair gegenüber Angehörigen unserer eigenen Art.
              Ich hoffe das war verständlich ausgedrückt :D

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            2. Ich weiß eh was du meinst x3
              Also essen würden wir die lieben Aliens dann sicher nicht (wie unsere Tierchen, denen wir uns „überlegen“ fühlen), hoffentlich die uns auch nicht ;)
              Aber ich fürchte es würde nur dazu führen, dass man wieder eine neue Gruppe sieht, die man bekriegen muss .__.
              Denn wo wir nicht überlegen sind, kriegen wir ja bekanntlich Angst und reagieren mit Unterdrückungsversuchen im Namen der Verteidigung…

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            3. Ich glaube irgendwie sprachtechnisch-kommunizierende Wesen zu essen ist immer nochmal etwas ganz anderes als „nur“ Tiere zu essen. Das wirkt dann immer gleich viel kannibalistischer o_O
              Jepp. Ein Hoch auf uns und so :D Vielleicht machen Aliens deswegen auch einfach einen Bogen um uns, wer weiß? ;) „Boah neeee, die sind mir echt zu anstrengend, lass die mal lieber in Ruhe.“

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