Japantag 2015 – Ein (fast) komplettes Desaster

Ich habe ja gestern schon direkt auf dem Rückweg vom Japantag einen Artikel darüber verfasst – auf Englisch weil ich den ganzen Tag fast nur Englisch geredet hatte und deswegen noch so im flow war. Da ich vom Japantag dieses Jahr sehr enttäuscht und außerdem nach einer anstrengenden Woche mit bestiegenen Kränen doch etwas durch war, ist besagter englischer Artikel ziemlich negativ ausgefallen, glaube ich.

Für alle, die nichts davon mitbekommen haben und sich auch nicht durch den anderen Artikel quälen möchten: Es hat geregnet und wir waren kaum auf den Rheinwiesen und der „Flaniermeile“ mit den ganzen Ständen, wo eigentlich die ganze Action stattfindet, was mich sehr enttäuscht hat. Damit ihr aber zumindest ein bisschen was davon habt, dass ich dort war, hier noch die paar wenigen Fotos, die ich in den Regenpausen, die mit unserer Anwesenheit zusammenfielen, hinbekommen habe. :D

Zunächst einmal möchte ich hier aber noch die Flucht der meisten Anwesenden festhalten, die genauso wie wir vom Regen überrascht wurden. Immerhin waren wir nur ein paar Meter von der Brücke entfernt und nicht mitten auf der Strecke, wo man sich exakt nirgends unterstellen kann, wenn nicht gerade zufällig jemand mit einer wasserfesten und sehr ausladenden Cosplayrüstung neben einem steht. Oder man einen Schirm hat. Aber der half leider nicht gegen den unangenehm kalten Wind.

Fünf Minuten nach unserer verspäteten Ankunft am Rhein: REGEN.

Fünf Minuten nach unserer verspäteten Ankunft am Rhein: REGEN.

Eindrücke vom Japantag – verregnet und nicht ganz so verregnet

Endlich ein paar Cosplays! :)

Ausnahmsweise werde ich mal nicht so viel reden, sondern die Bildchen für sich sprechen lassen. Wenn ihr draufklickt, werden sie groooß und ihr könnt im Zweifelsfalle doch noch meine Kommentare darunter lesen. ;) Zuallererst mein absoluter Favorit! <3

Ich war so begeistert von den beiden! :D Mansherry und Gladiator "Lucy" aus dem aktuellen Dressrosa-Arc von One Piece

Ich war so begeistert von den beiden! :D Sugar und Gladiator „Lucy“ aus dem Dressrosa-Arc von One Piece.

Eine Chance die beiden zu schlagen, hätte natürlich ein sehr aufwändiges Cosplay, mit dem ich auch noch etwas anfangen kann. Leider habe ich DEN Kandidaten dafür – eine coole Version von Ken Kaneki aus Tokyo Ghoul inklusive Krallen – natürlich dank des Regens aus den Augen verloren. :( Aber egal, es gab ja genügend zu schauen. Ich habe übrigens auch nicht zusammenpassende Charaktere zusammen fotografiert, wenn die zu einer Gruppe gehörten, weil ich persönlich es immer spannend fand, wer sich so mit wem unterhält. So hat zum Beispiel der Tempelritter in seiner Mittagspause bei einer (sicher sehr mittelalterlichen) Flasche Bier ein Gespräch mit dem in der wuchtigen Rüstung existierenden Menschen angefangen und ich habe einfach mal gefragt, ob ich beide fotografieren kann. Ich finde es zwar immer wieder beeindruckend, wenn Cosplayer gut posieren können und ihren Charakter überzeugend darstellen, aber manchmal fange ich doch ganz gerne die entspanntere Version ein, anstatt jemanden zu zwingen alle Klamotten in die (nasse) Ecke zu werfen, nur damit ich das achtmilliardenste Foto von ihnen an diesem Tag schießen kann. Außerdem sind ja oft diejenigen mit den schröcklichsten Cosplays die nettesten – zumindest der ultragruselige Clown aus der Horrorstory ganz unten war sehr freundlich und hat mir erklärt wo die Idee für sein Kostüm herkommt. ^^

Ganz viele tolle Bilder von Cosplayern findet ihr übrigens hier bei „Wilde Bildereien“. Bessere Bilder sind es ohnehin, da sie von jemandem mit mehr fotografischem Können als mir und vermutlich auch mit mehr als 10 Sekunden Zeit für ein Bild geschossen wurden. ;)

Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich nicht gecosplayed habe, denn in einem Minirock wäre ich vermutlich innerhalb der ersten halben Stunde erfroren. :/ Auch wenn es nachmittags noch schön wurde, wäre ich vermutlich noch entnervter gewesen, wenn ich auch noch ein teures oder aufwändiges Kostüm mit mir hätte herumschleppen und vor dem Regen schützen müssen. Ein gutes hatte der Japantag allerdings, denn ich habe daraus gelernt. Die nächste Veranstaltung zu der ich gehe, wird mit Sicherheit zunächst mal ein Indoor-Event werden. Außerdem überlege ich mir das mit dem Filmen noch einmal, denn weil wir so spät dran waren, hat man einigen Cosplayern wirklich angemerkt, dass sie so langsam ziemlich erschöpft waren und eigentlich gerne eine Pause gehabt hätten. Deswegen werde ich wohl eher bei Fotos bleiben – die dann nächstes Mal vielleicht sogar besser belichtet sein werden. -.- Fragen kann ich ja trotzdem stellen und diese als Text anfügen. Aber spontan ein richtiges Interview zu drehen, ginge wohl nur, wenn nicht gerade noch fünf bis zehn weitere Fotografen neben einem stehen und man sein Interview-Opfer damit unbeabsichtigt noch mehr unter Druck setzt. Oder wie seht ihr das?

Näht mir jemand ein Kostüm? o_o

Vielleicht versuche ich es doch noch einmal mit einem eigenen Cosplay. Also falls jemand Ideen haben sollte, wie das als Näh-Noob und ohne 1000,- € Startkapital umzusetzen ist, dann immer raus damit! :D Außerdem habe ich nun für mich entschieden, dass ich sehr sehr dringend versuchen werde, das nächste Mal nur mit anderen Leuten zu solch einem Event zu gehen, die ebenfalls zumindest ein mittleres Interesse an Anime oder Manga haben. Denn die drei Leute, mit denen ich auf dem Japantag war, haben abgesehen von den typischen Kindheitsserien Pokémon oder Dragonball so gut wie nichts mit dem Thema am Hut gehabt und waren dementsprechend unbegeistert bzw. fasziniert von der Fremdartigkeit um sie herum.

Und das hat für mich zu einer sehr unangenehmen Situation geführt. Denn einerseits war ich kein offensichtlicher Fan mit meinen normalen Klamotten und zusammen mit drei anderen völlig normal aussehenden Leuten – andererseits war ich aber auch die einzige, die eigentlich offensichtlicher Fan sein wollte. Ich habe mich also den ganzen begeisterten bunten Menschen um mich herum kein Stück näher gefühlt als letztes Jahr und gleichzeitig auch keine Verbindung zu den Leuten mit denen ich da war aufbauen können, denn die waren ja nicht so in diesem Fanding drin, wie ich das eigentlich sein wollte. Versteht ihr was ich meine? Ist vermutlich schlecht erklärt, aber ich habe es geschafft, mich mal wieder bei mehreren zugleich Gruppen unzugehörig zu fühlen. Da scheine ich echt ein Talent für zu haben.

Die Hoffnung ertrinkt zuletzt!

Hach ja. Nächstes Mal wird alles besser und so. ;) Ich gebe die Hoffnung nicht auf – oder zumindest nur temporär nach viel zu langen Zugfahrten. xD Ich sollte dann jedenfalls bald mal nach einer geeigneten Convention schauen und mir überlegen, ob ich das mit dem cosplayen wirklich hinbekomme. Jedenfalls ist mir bewusst geworden, was der Grund dafür sein könnte, warum eher junge Leute mit Cosplays anfangen: Geht man zur Schule, dann hat man noch viel mehr Zeit dafür und nicht bereits im Mai einen Terminkalender, in dem Termine bis Anfang Oktober stehen und viel zu viele Wochenenden bereits jetzt gefüllt sind. :D Aber Hauptsache es wird nicht langweilig, wa?

Wart ihr beim Japantag? Falls ja: Seid ihr auch nass geworden oder habt ihr es irgendwie geschafft, trocken zu bleiben? Welche Japan-, Anime- oder Comic-Veranstaltungen besucht ihr so? Habt ihr vielleicht Tipps, was ich nächstes Mal sonst noch alles besser machen könnte? Da gibt es sicher noch eine ganze Menge, die ich lernen kann. ^^ Ach ja, habt ihr auch den englischen Artikel gelesen? Es würde mich ja mal interessieren, wie viele von euch mein Gefasel auch fremdsprachigerweise mitlesen würden. Denn an sich hat es mir schon Spaß gemacht, den Artikel zu schreiben – auch wenn dadurch vermutlich so einige dumme Witze weggefallen sind. :D

Einen guten Start in die Woche wünscht euch schon einmal
eure über ein gutes Cosplay grübelnde 0utofjoint =)

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23 Kommentare

  1. Für mich sind ja die meisten Japanevents und Messen zu weit weg, das ist meistens leider ziemlich im Norden bei euch…
    Ich war aber schon auf der Aninite in Wien und habe mir letztes Jahr sogar den Flug zur AniMagic in Bonn angetan.
    In nächster Zeit wird es da aber nichts für mich geben, weil das für die kleine einfach viel zu viel wäre, die ist schon mit einem Einkaufscenter überfordert. :3

    Ich habe es einfach so gemacht: Zuerst habe ich meinen Bruder immer wieder mit (nicht deutsch-typischen) Animes konfrontiert und dann auch meinem Freund immer mehr davon vorgesetzt, bis sie beide auch zu Fans wurden. Und jetzt brauche ich nur meinen Freund mitzunehmen und habe damit schon wer, der sich ein wenig auskennt. Er kennt zwar auch nicht so viel wie ich, aber schon weit mehr wie die typischen Alt-Klassiker aus dem Tv x3
    (derzeit sind wir fleißig beim Simulcast verfolgen)

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    1. Das kann ich gut verstehen. :) Wie fandest du denn die AniMagic so?

      :D Gut, bräuchte ich nur noch einen Bruder oder einen Freund, dann könnte ich das ausprobieren. Aber ich verstehe ja was du meinst, ich sollte wohl mehr Werbung für Anime machen. ;)
      Wuuh, was verfolgt ihr denn so? :3

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      1. Der Vorteil an der Animagic ist, dass die ganz schön viel Rahmenprogramm anbieten, die Bühne ist auch immer in verwendung. Es waren auch massenhaft Cosplayer da.
        Leider ist das Messegelände ein bisschen klein (Der Verkaufsraum war gestopft voll und richtig stickig) und das Essen und die Getränke waren richtig überteuert. Und leider war da auch nichts in unmittelbarer Nähe, wo man sich sonst schnell was holen hätte können Q___Q
        und die Schlange am ersten Tag *lol*

        Ich habe immer versucht „nicht-Anime-Fans“ Sachen zu zeigen, die keinen „Insider-Humor“ haben und bei dessen Story man klar sieht, dass es nicht für Kinder ist, sondern ein bisschen anspruchsvoller. Und dann kann man immer noch das Hardcore-Zeug auspacken :3 So habe ich auch meinen Freund langsam herangeführt xDDD

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        1. Jetzt hab ich voll Lust da hinzugehen! ^^“
          Obwohl du soviel negatives erwähnt hast :D Aber das kostet auch wieder ein bisschen was … hmm …
          Das ist ein guter Plan, den Ansatz sollte ich auch mal verfolgen. ;)

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          1. Ja, leider sind bei der Animagic auch die Tickets am teuersten…
            Ich würde dir einfach empfehlen dass du dir da eine größere Hängetasche mitnimmst, wo du dir in der Stadt im Supermarkt ein paar kleine Flaschen und Snacks besorgst und das dann einfach mitnimmst. Dann umgehst du die teuren Essens-/Getränkepreise! Und wenn du nicht gerde stundenlang shoppen willst, gehts auch mit der Halle, nur im Shoppingbereich ist es echt stickig.

            Und geh dann unbedingt runter zum Fluss, da sind auch massig Cosplayer, denen halt das Ticket zu teuer war – teilweise sogar mehr wie bei der Con selber ;3

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            1. Jiaaa ;_; Aber es wäre in Bonn, ich müsste also vermutlich „nur“ Bahntickets zu meinen Eltern buchen, obwohl das bei drei Tagen hin und her auch ziemlich teuer würde. ^^ Hmmm, ich muss nochmal überlegen. ;)
              Das mit den Vorräten ist eine gute Idee und danke für den Outdoor-Tipp! :)
              Meinst du mit Shopping den Bereich, in dem man selbst was verkaufen kann oder gibt’s da noch einen anderen mit „offiziellen“ Sachen? In jedem Fall würde ich da wohl keine Jahrzehnte drin verbringen wollen, wenn nebendran Anime läuft und ich Cosplayer sehen oder sogar Mangaka beim Autogramme geben zuschauen kann! xD

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    1. Och menno. Dein Kommentar wird wieder als einziger nicht in der App oder im Benachrichtigungsfenster angezeigt :( Das finde ich sehr diskriminierend! o.O Hörst du WordPress? Das ist nicht nett von dir!
      Aber danke, freut mich, wenn du sie nicht ganz furchtbar findest! ^-^

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        1. Kann ich verstehen. Hoffen wir es war nur mal wieder kurz zickig! :/
          Sorry für die doofe Frage, aber: Besitzt du eigentlich einen Schlafrhythmus? ^^“ Nur weil deine Kommentare irgendwie sehr oft magischerweise über Nacht erscheinen. ;)

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  2. Vielen Dank für das Lob. – Das Wetter war echt bescheiden und glaub mir, ich habe auch geflucht ohne Ende. Hagel, Regen von oben, von unten, rechts usw… 1,5 Stunden für einen Parkplatz und noch vieles mehr. Aber Japan Tag ist so eines meiner persönlichen Highlights. Dafür nehme ich es gerne in Kauf. PS. den Tag hatte mir aber definitiv mein Cowboy-Hut gerettet, der leitet das Regenwasser so gut um. Mach aber weiter so, dein Blog gefällt mir!

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    1. Gerne doch, ich finde du fotografierst echt toll und oft so schöne ausgefallene Sachen wie Mittelalterfeste/-spektakel. Oder eben wasserfeste Cosplayer ^~^ Nächstes Mal werde ich mich auch nicht unterkriegen lassen. Nicht mal vom Wetter! Vielleicht sollte ich mir auch so einen Hut zulegen. ^^
      Awr, Dankeschön! :)

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  3. Auch Regen ist nur Wasser, das Sorgen wegspülen kann. :-)
    Hast du zufällig die tanzenden japanischen Kindergartenkinder und ihre fröhlichen Gesichter gesehen? Das ist Japan, wie es singt und lacht.

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  4. Also, wenn ich dir noch spät klugscheißend helfen darf: Ich bin mit der Alice TV-Serie Fushigi no kuni no Arisu aufgewachsen, die ich auch noch etwas weirder als den Disneyfilm in Erinnerung habe. Diese wird heute aber nur noch gestützt von einem Bastei-Sammelband mit ein paar Geschichten der Mitte der 80er herausgegebenen Comicserie, die sich aus der Fernsehserie zusammenbastelte. Da sieht Alice allerdings anders aus als auf dem Bild und ich schreibe das eigentlich auch nur, um mit Annekdoten aus meinem erfahrungsreichen Leben anzugeben. Es gibt aber eine Mangainterpretation von Alice im Wunderland von Sakura Kinoshita (in Deutschland bei Tokyopop) und da würde das Cosplay ganz gut passen.

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    1. Ääääääääh … ich lass das jetzt einfach mal so stehen. xD Hauptsache du kannst deinen Anekdoten-Austausch-Bedarf decken und so. ^^ Wenn ich bei der nächsten Anekdote für virtuelles Kaminprasseln und gruselige/spannende Hintergrundmusik sorgen soll, sag Bescheid, ja? :P
      Üh, aber die Disney-Alice von vor Ewigkeiten sah doch auch so aus? o.O Ich verlinke jetzt zu deiner Gedächtnisauffrischung aufgrund des Bildes einfach mal auf eine anderen Filmreview-Seite: http://www.film-rezensionen.de/2011/03/alice-im-wunderland-special-collection-zum-60-jubilaum/

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