Foto: Pixabay/ejaugsburg

Ist Kreativität kostenlos oder umsonst?

Wir alle hassen doch diese Erbsenzähler, die uns bei einem begeisterten „Hey, das Konzert ist umsonst!“ darauf hinweisen, dass es ja kein tolles Konzert sein könne, wenn wir es als „umsonst“ bezeichnen. Oder ob wir denn vielleicht „kostenlos“ oder gar „gratis“ meinen würden? Denn „umsonst“ bezeichne schließlich nur Dinge, die man vergebens gemacht habe und die keinerlei Gewinn für uns darstellten … In diesem Moment möchte man doch am liebsten ganz und gar nicht umsonst mit dem nächstbesten gratis Werbebotschaft-Kugelschreiber dem dozierenden Gegenüber ins Auge stechen und kostenloses Geschrei ernten. Aber natürlich machen wir das alle nicht, da wir kostenlose Kugelschreiber zu schätzen wissen. Und nicht ins Gefängnis wollen als der „Kugelschreiber-Killer“. Wobei sich die Bildzeitung sicher über die Möglichkeit einer solchen Alliteration freuen würde. Aber denen will man ja auch keine Gratis-Überschriften liefern.

Somit hätten wir das leidige „Gratis/Umsonst/Kostenlos“-Thema abgehakt und kommen zum eigentlichen Thema: Wissen wir Dinge eigentlich zu schätzen, für die wir nichts zahlen mussten? Oder wissen wir nur Dinge zu schätzen, für die wir unser hart Erspartes opfern mussten oder andere Mühen auf uns nehmen mussten? Wie ich auf dieses Thema komme und warum das eigentlich überhaupt nichts mit Kugelschreibern zu tun hat, erfahrt ihr nun. Aufmerksam gemacht hat mich ein anderer Blogger in einem Kommentar zu meinem „Warum ich LetsPlays mag“-Artikel. Poly schreibt selbst anspruchsvoller über Spiele als in den Letsplays, die ich geguckt habe darüber geredet wurde. Denn ich habe die nur aus Unterhaltungsgründen geschaut (und genau deswegen gerade dieses zeitfressende Hobby wieder aufgegeben ^^“). Poly hingegen habe ich so verstanden, dass er nur Letsplays schauen würde, die wirklich über Spiele informieren, was halt meistens nicht passiert. Sind ja einfach zwei verschiedene Herangehensweisen. :) A propos Herangehensweisen. Was haltet ihr eigentlich für wichtiger?

Budget oder Reichweite?

Poly hat unter meinem Artikel einen Link geteilt, der zu einem kleinen Vorfall von vor zwei Wochen führt, der direktemang mit Letsplays zu tun hat. Genauer gesagt mit einem Letsplayer, über den ich im Artikel auch gesprochen habe und der ääh rund zwei Millionen Abonnenten hat: GermanLetsPlay aka GLP. Nun, dieser Letsplayer hat auf Twitter nach Leuten gefragt, die ihm ein Banner für seinen Youtubekanal und andere soziale Medien designen.

Unter den üblichen Milliarden Antworten von Fans fand sich dann auch eine ernstgemeinte Antwort eines Grafikers, der eine für professionelle Grafikdesigner durchaus logische Frage stellte, nämlich „Was ist dein Budget?“ und GLP antwortete:

Null Euro. Das ist eine krasse Kalkulation und logischerweise für professionelle Grafiker ein No-Go. Die müssen schließlich ihren Lebensunterhalt bezahlen. Also warum geht der Junge davon aus, dass er mit 0€ ein professionell designtes Banner bekommt?! Tja, er bietet eine Gegenleistung an und zwar die permanent beschrieene Reichweite. Ein Tweet von ihm geht an 533.000 Follower, seiner Rechnung nach sei so ein Tweet also (in der Werbebranche) 2.000 € wert – also genug um ein Banner zu bekommen. Abgesehen davon, dass ich keine Ahnung habe, wieviel man für ein gutes Banner ohne Wasserzeichen und Unterschrift blechen muss, habe ich auch keine Ahnung, wer ausrechnet wieviel ein einzelner Tweet bei welcher Reichweite wert ist. Gruselig, dass das bedeutet, Leute könnten für einen Tweet zu einem Produk 2.000 € bekommen. Dass Leute bereits mit Produktfotos auf Instagram ihren Lebensunterhalt verdienen, war mir ja bewusst, aber je öfter mir dieses „Deine Meinung gegen Geld“-Prinzip begegnet, desto unangenehmer finde ich die Vorstellung. Aber das ist ein vollkommen anderes Thema, über das ich mich bereits anderweitig ausgelassen habe.

Community is there for you

Also warum glaubt GermanLetsPlay jetzt, dass er gratis ein Banner bekommt? Weil er eins bekommt. Punkt. Wie er selbst sagt, muss man ab einer gewissen Zuschauer-/Followeranzahl nicht mehr für solche Leistungen zahlen. Bei so einer großen Community bzw. Fanbase kann man einfach davon ausgehen, dass es Leute geben wird, die mit Grafikprogrammen umgehen können und Lust haben, ein Banner für einen Youtuber zu designen, dem sie folgen. Der Youtuber erwähnt den Zeichner oder die Zeichnerin dann irgendwo und darf dafür das Banner verwenden, ohne extra in der Kanalinfo oder sonst irgendwo noch einmal den Namen hinzuschreiben. Soweit ich das mitbekommen habe, ist das sozusagen eine der Standard-Vorgehensweisen auf Youtube. Ich habe zumindest nie irgendwo ein ©ZeichnerXYZ irgendwo gesehen.

Etwas später hat GLP ein Banner bekommen, von RozeAkane, seiner „Standard-Zeichnerin“, die auch viele andere Dinge von ihm designt hat. Die hat auch die versprochene Erwähnung in Form eines Tweets bekommen.

Ob sie sich über die Erwähnung gefreut hat, weiß ich nicht, aber da sie ja bereits öfters von ihm mit „2.000 €“-Tweets bedacht wurde, war sie davon vielleicht nicht mehr so geflasht. ^^

Reichweite ≠ Essen und Miete

So. Nun sind alle glücklich, GLP hat sein Banner und die Zeichnerin hat es freiwillig auf Freundlichkeits-Basis designt. Warum regen sich dann trotzdem einige Leute auf? Nun, weil diese Leute ihren Lebensunterhalt mit etwas anderem als Reichweite verdienen. Kostenlose Werbung ist schön und gut, aber diese nutzt nicht unbedingt jedem. Erstelle ich ein kostenloses Banner für einen Youtuber, habe aber sonst nur megaernste Profi-Geschäftsleute als Kunden, so werden diese potenziellen Kunden wahrscheinlich niemals mitbekommen, dass irgendsoein Videojüngling mir auf irgendsoeiner sozialen Plattform in einem Tweet gedankt hat. Und damit wäre das Banner nicht nur für den Youtuber kostenlos, sondern auch für mich umsonst designt. Klar könnte auch unter den jetzigen Zuschauern ein neuer Kunde sein, der total begeistert ist – aber lieber wären mir da vermutlich doch die ausgezahlten 2.000 € statt des Tweets. ;) Bastle ich das Banner nur aus privatem Interesse (also eher Richtung Fandom), dann freue ich mir natürlich ohnehin ’nen Ast, wenn „mein“ Youtuber sich ausgerechnet für mein Werk entscheidet und könnte mir gar nichts tolleres vorstellen als so eine Erwähnung und das Wissen, dass auf dem Youtubekanal mein Banner vor sich hin leuchtet.

Deswegen könnte man die entsprechenden Youtuber nun als eingebildet, pragmatisch oder sonstwas bezeichnen. Eingebildet, weil sie davon ausgehen, dass jemand für sie kostenlos arbeitet. Pragmatisch, weil sie wissen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Zuschauer kostenlos solch einen Auftrag erledigen und sich die Frage stellt, warum sie für diese Arbeit dann bezahlen sollten. Schließlich könnte man zwar einen professionellen Designer beauftragen, aber der wäre ja irgendwie nicht mehr in diesem Communitiy-Dings drin, das doch angeblich bei Youtube so wichtig ist und gar nicht aus eigenem Antrieb heraus motiviert ist. Das wäre ja doof. Und halt eben teurer. Einem Zuschauer spontan etwas zu zahlen wäre aber auch irgendwie komisch, weil die einem ja auch kostenlose Fanarts schicken, die ebenfalls mit Arbeit verbunden sind. Man könnte es trotzdem machen, aber das wäre dann nur aus Nettigkeit. Und niemand hat je behauptet, dass Youtuber nett sein müssen (besonders GLP nicht ^^) oder dass sie nur aus Nächstenliebe den Schluss ziehen, dass irgendwer wohlmöglich auf die Idee kommt, unterbeschäftigten Designern aus Fanbedürfnissen raus die Aufträge zu klauen, weil der Designer Geld für seine Arbeit möchte und der Fan nicht. Also alles ein wenig verworren.

Manche können’s sich halt leisten

Unabhängig von Youtubern und Bannern: Warum ist dieses Thema wichtig? Weil es immer wieder und in vielen Bereichen unseres Lebens vorkommt und uns vielleicht gar nicht bewusst ist. Denn die Denkweise „Hey, ich biete dir zwar kein Geld, aber ich bin awesome!“ ist weit verbreitet. Wusstet ihr zum Beispiel, dass die deutsche „Huffington Post“ vor ihrem Start Blogger angeschrieben hat, ob sie nicht für das Portal schreiben wollten? Geld könne man ihnen aber nicht bieten. Dafür Reichweite. Kennen wir doch irgendwoher, oder? ^^Ähnliches gilt teilweise für große Medienmarken. Mir wurde beispielsweise mal erzählt, dass eine renommierte Wochenzeitung ihren Autoren ähnlich viel zahlt, wie man das von halb-bankrotten Lokalblättchen erwarten würde. Das war vermutlich ein wenig übertrieben, allerdings war die ernst gemeinte Zusammenfassung des Autors doch sehr aufschlussreich: „Ich schreibe nicht für die Dings, weil ich meinen Lebensunterhalt mit Schreiben verdiene und keine Zeit habe, Artikel zu schreiben, die mir viel zu wenig Geld einbringen. Für junge Autoren, die erst wenige Kontakte haben und ihren Namen bekannter machen möchten, lohnt sich das viel eher.“ Vielleicht sollte ich mir mal überlegen, bei diesem Blatt anzufragen? Ich wollte doch Kontakte knüpfen, für den Fall einer freiberuflichen Schreiberei. ;)

Ihr seht aber das Problem, oder? Als große Zeitung kann man es sich leisten (im Sinne von „so asozial sein“), den Preis für Artikel möglichst niedrig zu halten, denn es gibt immer genügend Leute, die froh sind, in einem Medium mit wichtig klingendem Namen vorzukommen. Das Prinzip ist ähnlich, oder? Warum sollte die Zeitung (oder das Online-Portal) ihren Autoren mehr zahlen, als sie muss? Warum sollte ich für ein Banner bezahlen, wenn ich auch ein schönes Banner gratis bekomme? In gewisser Weise spiegelt GLP nicht nur ein Phänomen wider, bei dem „die Großen“ sich immer wesentlich mehr herausnehmen können als „die Kleinen“, nein, in gewisser Weise ist GLP da wesentlich harmloser als große Unternehmen, die wissen, dass ihre Aufträge den Lebensunterhalt von Schreiberlingen sichern. Oder vielmehr sichern sollten. Denn immerhin hat er nach Freiwilligen innerhalb seiner Community gefragt. Hätte er professionelle Designer angeschrieben, sähe die Sache dreister aus. Aber das tun hoffentlich nur die alteingesessenen Medien. Aber gut, wir haben ja Printsterben, von daher dürfen Autoren vielleicht bald froh sein, wenn sie gegen Erwähnung die Untertitel bei Youtube-Videos schreiben dürfen. Da kann man ja vielleicht auch auf neue Aufträge hoffen, wenn die Reichweite groß genug ist. Ich übe dann jetzt schon mal das schnelle Mitschreiben von Youtuber-Gelaber mit meinem Gratis-Kugelschreiber. Den kann ich ruhig auch für so etwas verschwenden, denn er war ja gratis. Oder doch umsonst?

Wie seht ihr das? Wann ist Reichweite genug als Lohn? Ist die Kostenlos-Einstellung prinzipiell ein Problem oder führt sie vielleicht oft zu Kooperationen, die nur auf Basis von Geld nicht möglich gewesen wären? Wart ihr schon mal in einer Situation, in der euch jemand mit „Reichweite“ oder netten Worten entlohnen wollte? Wenn ja, wie habt ihr reagiert? Mit diesen aufheiternden, grüblerischen Worten für künftige Medien, Autoren, Designer und Werbung-auf-Kugelschreiber-Druckunternehmen gehe ich dann jetzt wohl mal lieber ins Bett. :D Den Artikel time ich dann vielleicht lieber so, dass er vormittags online geht. In diesem Sinne:

Gute Nacht und einen entspannten guten Vormittag wünscht euch
eure 0utofjoint! ;)

PS: Ich nutze übrigens kostenlose Fotos von Pixabay, die Urheber muss man nicht angeben, ich schreibe sie aber normalerweise in den Dateinamen. Nur um mein Gewissen zu beruhigen. ^^

Advertisements

23 Kommentare

  1. Schön, dass du das direkt so groß thematisierst ;) Ich persönlich könnte schon aus moralischen Gründen keinen Profi allein mit Reichweite abspeisen. Gute Arbeit sollte auch gut (oder eben im Rahmen des Möglichen) entlohnt werden und das gilt ganz besonders dann, wenn der Auftraggeber selbst erfolgreich ist, aber das ist ja typisch für unsere heutige Gesellschaft: den (Erfolg-)Reichen geht es immer besser und denen da unten immer schlechter. Das Spider-Man Motto: „Aus großer Macht folgt große Verantwortung“ interessiert da offenbar niemanden.

    Gefällt mir

    1. Keine Ursache, ust ja schließlich ein spannendes Thema! ^^
      Es wäre auf jeden Fall gerecht, wenn gute Arbeit auch gut entlohnt würde, aber vielleicht beziehen die Reichen und Mächtigen die Spiderman-Story nicht auf sich selbst? Immerhin ist er ein am Hungertuch nagender Fotograf, wie sollen die sich mit ihm identifizieren? ;) Von daher müsste man da wohl eine Spiderman-Aufklärungskampagne starten, bevor irgendwer sich für irgendwas verantwortlich fühlt. So ist es für die eine Hälfte eben wesentlich einfacher. :/

      Gefällt mir

  2. Also zu deinem Banner-Dings:
    Auch wenn der „grasse Grafiker“ schreibt, glaube ich nicht, dass er damit nur Professionelle ansprechen will. Das zeigt mir der Banner, den er dann genommen hat. Der ist NICHT professionell. Ich bin kein Grafiker, habe das eine Zeit lang nur als Hobby gemacht und ich würde das besser hinkriegen o.o
    Ich glaube eher im Net erwartet man einen Fan zu finden, der Grafiken machen kann und das gerne für einen macht – weil es sein Hobby ist. Der dürfte dann nichtmal Geld verlangen, selbst wenn er es wollte (immerhin müsste er dafür ein Gewerbe anmelden) und so ist Werbung als Gegenleistung dann ganz nett.

    Und das mit den Schreiberlingen: Jo, die Welt ist halt nicht fair *hust*
    Und es ist ja auch kein neues Modell – wenn man in einem „besseren Job“ arbeiten will, bleibt einem oft auch nichts anderes übrig, als ein unbezahltes Praktikum zu machen, damit man für einen bezahlten Job Praxis nachweisen kann. Viele nehmen fertige Studenten ja gar nicht ohne Erfahrung, außer dafür unbezahlt. Nachdem es genug Leute gibt, die das auch unbezahlt machen, können die sich das leisten. Daselbe wird es mit den Artikeln sein.
    Auch wenn der Name vielleicht nicht sofort wem ins Auge sticht, kann man sich immer noch durch ein gutes Dienstzeugnis und die erworbene Praxis gute Chancen für einen später besseren Job erhoffen x3

    Klar ist es bescheiden und jeder würde gerne gleich fair bezahlt werden und so. Ich will auch ein eigenes Haus mit Garten und Indoorpool *___*
    Geld regiert die Welt ~

    Gefällt mir

    1. Stimmt auch wieder. An das mit dem Gewerbe hab ich noch gar nicht gedacht. ^^ Aber ja, ich denke auch, dass er eher talentierte Fans gesucht hat. Und ob man das finale Banner jetzt schön findet, ist Geschmackssache – ich persönlich fand es auch eher ein wenig öde. Aber is ja seins ;)

      :D Ich weiß, ich wollte es ja nur mal bemängelt haben. Jepp, das mit den Praktika ist echt mittlerweile Standard. Ich finde es trotzdem sehr unfair, weil ja auch Praktikanten (die garantiert NICHT immer zuhause bei ihren Eltern wohnen, wenn sie für ein Praktikum extra die Stadt wechseln) ihren Lebensunterhalt irgendwie zahlen müssen. Und bei einem Vollzeit-Praktikum nebenher zu arbeiten oder doch wieder auf die Eltern angewiesen zu sein ist meiner Meinung nach ein doofer Start ins Berufsleben. Klar, durch ein Praktikum können sich letztendlich großartige Chancen ergeben, weswegen das ja überhaupt erst alle machen. Aber währenddessen gar kein Geld zu bekommen – wie das zeitweise sehr üblich war – finde ich sehr mies. Man braucht doch keine 5.000 € zu zahlen, aber wenigstens ein Grundgehalt für ne megabillige Wohnung plus Essen wäre total super. Du Indoorpool … ^^

      Leider leider. :<

      Gefällt mir

  3. GLP ist sowieso eingebildet^10 :D

    Ob er nun tatsächlich erwartet hat, dass ein professioneller Grafiker ihm für lau bzw. einen kurzen Satz in irgendeinem Video einen Banner erstellt sei mal dahingestellt. Sich irgendetwas mit Fame bzw. Reichweite zu erkaufen finde ich persönlich nicht gerade sympatisch… ist eine andere Sache, wenn er tatsächlich nur unter seinen Fans gesucht hat…
    Aber mal im Ernst… „mach das für mich und ich erwähne kurz deinen Namen“ ist unterste Schublade. XD

    Gefällt mir

    1. Also bitte, als ob der eingebildet wäre! Er weiß doch einfach nur, dass er der tollste Mensch auf Erden ist … XD
      Naja, wie viele Profigrafiker werden unter seinen Fans sein? ^^ Leute, die nach Aufträgen suchen werden ja eher zufällig weil Hobby dort unterwegs sein. Wenn er dann natürlich doch nach Profis sucht und denen nix zahlen will, weil er berühmt ist, ist das in der Tat ignorant.
      Irgendwer macht’s ja leider immer für lau … o.o

      Gefällt mir

  4. Dieses Mein Banner – Dein Banner Ding erinnert mich irgendwie an die New Economy und die ist ja auch pleite gegangen. Die Sache mit dem Internet ist halt, daß auch die Sozialisierung irgendwie auf dem Gratis-Aspekt gewachsen ist. Alles war irgendwie für Lau zu haben und viele Dienste wurden dann auch lange subventioniert, mit dem Ziel sich langfristig durchzusetzen oder über Werbung finanzierbar zu sein.

    Wieviele User haben ab ISDN aufwärts einen Anschluß gebucht, weil man sich da Songs und später auch Filme für Umme leachen konnten? Ich war da u.a. bei gesetzten Lehrern zuhause, die nebenher schön die Tauschbörse laufen hatten, um das Musikarchiv zu füllen. Am Ende wollen alle ihren Vorteil.
    Ich hab zwar keine Ahnung, wer dieser GLP ist, aber wenn er auch an so einen Knebelring gebunden ist, dann hat er vielleicht auch nur Reichweite und die Kohle stecken andere ein. Das kann ich nicht beurteilen.

    Aber so generell mag ich ja die Pfadfindereinstellung. Der Große achtet auf den Kleinen. Sicher gibt es grundsätzliche Codices, die im Sinne der Höflichkeit und des Quid pro quo auch einen Mindestanspruch im Umgang miteinander bedingen, aber ich persönlich mache da jetzt auch nicht zwingend einen Unterschied zwischen Groß und Klein, wenn es darum geht, mein ausdrückliches Gefallen an etwas auszudrücken. Gut, ein Megakonzern braucht meine Fürsprache jetzt vielleicht weniger, als ein kleines Nischenlabel. Auf meinem Blog verweise ich z.B. auf die Vorbestellaktion einer DVD. Das mache ich von mir aus, ohne, daß mich jemand danach gefragt hat, weil ich die Reihe am Leben halten will, bei der das Label eher noch draufzahlt.

    Ab und zu verweise ich auch auf Blogger, weil ich die mag und besonders, wenn ich Potential bei einem Start sehe. Und so finde ich, gehört sich das auch in einer Blogosphäre. Einfach mal selbstlos sagen, hey gugge, da hat wer neues uffjemacht. Und wenn der oder die jenige einen dann dafür lebenslang zurückmag ist ja super. Aber das sollte kein Zwang sein. Das ist dann genauso, wie dieses bescheuerte Hin- und Hergeschenke zu Weihnachten und Geburtstagen.

    Geht vielleicht schon in Richtung der christlichen Nächstenliebe, aber die Freude am Geben kann was sehr großes sein und beinhaltet ja auch irgendwie die Hoffnung, damit dauerhaft etwas an der Welt zu ändern. Auch, wenn man sich manchmal verarscht dabei vorkommen mag.

    Gefällt mir

    1. Ich mag den Ausdruck „die Sache mit dem Internet“, da könnte man ALLES hinter schreiben ^^
      Ja, wir haben uns wohl alle etwas zu sehr daran gewöhnt alles gratis zu bekommen. Da nehm ich mich jetzt nicht von aus :/
      Nope. Ich befürchte der macht ganz gut Kohle und könnte sich locker nen Grafiker leisten. Aber er muss es halt nicht, sondern spart lieber … auf eine Eigentumswohnung übrigens. Bevor du fragst: Er ist 23. :D

      Äh, jetzt hab ich ehrlich gesagt den Zusammenhang zwischen der Nächstenliebe und der Kostenloskultur verloren. Aber ja, auf andere verweisen, wenn die toll sind und nett zueinander sein und sich austauschen is yaaaaay! ^~^ Bei solchen Sachen freut sich das noch an die Menschheit glaubende Flauschbällchen in meinem Innern. (Nein, keine ernsthafte Infektion, nur meine plüschige Visualisierung der hyperaktiven, fröhlichen und unzynischen Seite von mir :P) Unter den „Großen“ ist es allerdings meist so, dass gegenseitiges Nettsein oft sehr scheinheilig wirkt und Werbung für andere Leute (v.a. bei Youtubern) gerne auch entnervt als „ätzende Crosspromo“ bezeichnet wird. So als würden die sich nur gegenseitig erwähnen um der gemeinsamen Reichweite willen, nicht weil sie sich wirklich leiden können. Das wäre echt traurig.

      Gefällt mir

      1. Ich kann IMMER alles schreiben. Nicht nur, nach der Sache mit dem Internet. Aber es wäre schon eine schöne Floskel für einen Voice-Over. Spätestens zu einem Kopfkino, das sich nicht zwischen Gewölle und Wolkig mit Aussicht auf Flauschbällchen entscheiden kann, was mich vorhin schwer traumatisiert hat. Dabei darf aber grundsätzlich der Flausch mit uns sein.

        Ich glaub die Nächstenliebe bezog sich vielmehr nur auf die Selbstlosigkeit. Was momentan wohl bei den Youtubern Mode ist, nannte sich vor 15 Jahren mal Webring. Also die Verplichtung die Reichweite zu gewissen Bedingungen mit anderen zu teilen. Im Grunde ist das doch so, wie in den amerikanischen High School Filmen, wo eben versucht wird, sich einer Kaste anzuschließen und möglichst „popular“ zu sein. Und ich mochte eigentlich schon immer, wenn die Außenseiter zuletzt lachen.

        Gefällt mir

        1. Jetzt werden wir hier aber mal nicht eingebildet, Herr von und zu Meinungsfreiheit! :D Gute Idee, ich werde mir den Halbsatz schon mal vorsorglich für mein erstes professionelles Voice-over notieren. ;)
          Ööööy, seit wann sind Flauschbällchen traumatisierend? :< Da kannst du ja gleich sagen, dass du keine kawaii potatoes magst! O_O
          Das Prinzip ist ähnlich ja. Und kann definitiv nerven, aber es ist halt schade, dass man nun hinter allem finanzielle/reichweitöse Interessen vermuten muss und eben keine Nettigkeit.
          Najoa, da will man doch eh nicht Mitglied sein, wenn die so sind, wie in fiesen Teenie-Filmen dargestellt. ^^

          Gefällt mir

            1. Öööhm … ja? Also ich glaube viele Leute wissen nahezu nichts darüber, warum sie so ticken, wie sie ticken. Tut mir leid, wenn ich deinen Glauben an die Intelligenz der Menschheit damit weiter erschüttert haben sollte. ;)

              Gefällt mir

  5. Wieder mal ein sehr interessantes Thema mit einer kontroversen Frage. :) Ich gehöre ja selber zur zeichnenden Rasse und wollte mir früher damit was dazu verdienen. Schnell wurde klar: das mit dem Lebensunterhalt hätte nie was werden können. Denn selbst die kleinen Leute, die dir keine Reichweite bieten können, sind nicht besonders bezahlwillig, haben wirklich selber keine Kohle oder machen auch mal einen Rückzieher. Was man wirklich für jede einzelne Skizze, jeden noch so kleinen Entwurf und das fertige Ergebnis erwarten dürfte, schockt die meisten nur.
    Aber wie du schon beim Grafikdesigner angedeutet hast: von irgendwas muss man ja leben. Und die Reichweite des Youtube-Stars stopft keine hungrigen Mäuler und bezahlt keine Miete. Nur sehr selten profitiert man als Künstler von der Reichweite anderer, die einen teilen etc. Deswegen finde ich das unverschämt. Gerade er als jemand, der etwas im social media und kreativen Bereich macht, könnte jemandem etwas zahlen, der einen wesentlich unsichtbareren Beruf im kreativen Bereich hat. Soviel Wertschätzung sollte da sein. Selbst wenns keine 2000€ sind.

    Gefällt 1 Person

    1. Puh, sorry, ich bin einfach nicht dazu gekommen mit der App längere Kommentare zu beantworten. Die leiden dann immer, wenn ich lange nicht am PC bin. o.o
      Jepp, es bedenkt halt niemand, dass Zeichner und Kreative im Allgemeinen davon leben müssen.
      Unverschämt auf jeden Fall. Aber ich glaube wirklich „abgestraft“ werden solche Netz-Berühmtheiten nie. Denn irgendwer ist immer Fan genug und macht alles kostenlos. Da müsste ein Umdenken stattfinden, dass man eine Branche lebensfähig halten möchte. Aber dazu fühlen sich Leute, die nie für Banner etc. zahlen mussten halt einfach nicht berufen.
      Welche Methoden liegen dir eigentlich am meisten, wenn es darum geht, Kreative zu unterstützen? Patreon, Flattr, direkte Einkäufe von deren Merch/Produkten? Ich bin ja selbst eher nur auf Printmanga (manchmal Comics) ausgerichtet und habe sonst noch nie jemanden so richtig längerfristig unterstützt. Aber ich brauch ja auch keine Bannerbastler. ^^

      Gefällt mir

Mitreden :)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s