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#greece #thisisacoup #merkelstreichelt oder doch #netzfragtmerkel?

Die griechische Regierung war nach dem Votum der Griechen gegen weitere Sparmaßnahmen vermutlich voller Hoffnung und dachte sich: „Bei diesem Treffen müssen sie endlich einsehen, dass eine weitere Sparpolitik sinnlos ist! Reformen sind notwendig, aber unser Land ist am Ende, wir können so nicht weiter machen. Mit der Abstimmung hat das griechische Volk klar gemacht, dass es sich nicht in den Hungertod sparen lässt!“ Und Angela Merkel einfach nur so: „EU says no.“

Ich habe schon mehrfach gehört, dass Alexis Tsipras unverschämt sei, weil seine Regierung keine Erfolge vorweisen kann (was so gedeutet wird, als habe er sich einfach geweigert, jegliche Reformen umzusetzen), aber auch, dass er ein „Wendehals“ sei, also gerade die Meinung vertritt, die am günstigsten ist, egal welche Meinung er vorher hatte. Denn nachdem gerade seine Regierung gewählt worden war, weil sie flammende Reden gegen die Sparpolitik der EU hielt, kam Tsipras aus der letzten EU-Verhandlung zurück und verkündete im Parlament, dass man doch wieder sparen müsse. Was natürlich nicht gerade auf Begeisterung stieß. Es mag sein, dass Tsipras in den gefühlt 200 Verhandlungen bis zur Einigung einfach nur mit Merkel, Hollande und Schäuble Cocktails geschlürft hat, um Zeit zu schinden, bis der Rest der Welt angemessen nervös ist und seine Landsleute ihm abkaufen, dass er in der Zeit verhandelt hat.

Aber da ich mir erstens Angela Merkel nicht im Hularöckchen-Party-Outfit vorstellen möchte und man halt selbst bei Politikern manchmal noch an das Gute im (Hosen-)Anzug glauben sollte, gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass sie verhandelt haben. Nach den Verhandlungen sah man auch häufig Bilder von Tsipras in den internationalen Medien, in denen er wie ein gebrochener Mann wirkte. Einfach völlig fertig und mit der Gewissheit, dass er seinem Volk genau die Maßnahmen würde andrehen müssen, die er eigentlich verhindern wollte. Wie beschissen muss man sich da fühlen? Zumal er dann auch fast noch die Merkelsche Rhethorik anwenden darf, die wir alle so gerne hören: „Das ist alternativlos.“ Denn die Alternative ist ebenso furchtbar wie die neue Abmachung: Entweder Griechenland erklärt den totalen Bankrott oder sie setzen die sehr dubiosen Sparmaßnahmen der EU um. Juchhe.


Nachtrag 20.7.2015: Ich habe in aller Schusseligkeit vergessen, das Wort „dubios“ näher zu erläutern. -_- Dubios sind die Pläne deshalb, weil Griechenland unter anderem Staatsbetriebe privatisieren soll. Natürlich unter europäischer Aufsicht. Damit sollen dann insgesamt 50 Milliarden € erwirtschaftet werden, von denen ganze 12,5 Milliarden für Investitionen genutzt werden dürfen. Weitere 12,5 Mrd. gehen in den Schuldenabbau (also vermutlich Zinszahlungen) und 25 Mrd. sollen zur „Rekapitalisierung der Banken“ verwendet werden. Die brauchen ja auch Geld zum Auszahlen und vor allem zum Handeln. (Und Mist bauen …) Dumm nur, dass viele Experten bezweifeln, dass Griechenland auch nur annähernd so viel Staats“kram“ besitzt, den man verscheuern könnte, um diese 50 Mrd. € aufzubringen. Wichtige noch nicht privatisierte Häfen und so vermutlich mit eingerechnet. Danach kann man Schürfrechte oder ähnliches verkaufen. Ob das aber so funktioniert mit dem „wieder auf die Beine kommen“? Wahrscheinlich sehen die Verabschieder der Vorschriften 50 Milliarden nur als eine Art „so viel wie möglich!“-Richtlinie. Nun ja. Wir werden sehen, was Griechenland mithilfe eines intensiven Verkaufs erreichen kann …

Grexit oder kein Grexit?

Viele behaupten, die erste Variante wäre gar kein Problem, man solle ja einfach endlich diesen Grexit umsetzen und Griechenland den Euro wieder wegnehmen. Da können die ja eh nicht mit umgehen, das habe man ja nun lange genug beobachtet. (Als Bildzeitungsredakteur hat man das vermutlich.) Ich möchte übrigens noch einmal betonen, dass bei dem vielzitierten Votum nicht alle Griechen mit „Nein“ gestimmt haben. Eine Mehrheit zwar, aber immerhin fast 40 % der sechs Millionen abstimmenden Griechen waren für einen Sparkurs, um weiterhin im Euro zu bleiben. Eben genau deswegen, weil sie befürchten, dass Griechenland aus dem Euro rutschen würde, wenn man Europas Hilfs-Bedingungen ablehnt. Aber bei einem Rauswurf aus dem Euro müsste Griechenland spontan eine Alternativwährung erfinden oder die alte Währung, also die Drachme, wieder einführen.

Wäre ja ganz nett, wenn der Ausstieg aus dem Euro bedeuten würde, dass die Gläubiger Griechenlands dann vergessen, dass Griechenland ihnen etwas schuldet. Aber da ihnen auch mit Euro keiner einen Schuldenschnitt gönnt: Warum sollten sie es nach einem Austritt Griechenlands aus der Währungsunion tun? Die Schulden wären selbstverfreilich weiterhin erdrückend und in Euro. Gleichzeitig weiß ja nun die ganze Welt, dass Griechenland pleite und die Wirtschaft des Landes am Ar..kaputt ist. Dementsprechend würde wohl jede neue griechische Währung im internationalen Wechselkurs ziemlich weit unten anfangen und sowohl der Import von Lebensmitteln, Medikamenten etc. als auch die Zahlung irgendwelcher Raten diverser Schulden wäre genauso unmöglich wie zuvor. Wolfgang Schäuble, der sympathische Finanzminister von nebenan, grummelt aber immer vehementer etwas vom Grexit und dass dies die einzige Möglichkeit sei, Griechenland einen Schuldenschnitt zu ermöglichen. Also anscheinend ist ein Schuldenschnitt jetzt doch nicht ganz ausgeschlossen, aber nur wenn Griechenland danach nicht mehr seinen schönen Euro vermurkst? Und unter welchen Konditionen würde man Griechenland wie viele Schulden erlassen, wenn es den Exit wählen würde?

Zusätzlich würden die großen EU-Länder, wenn sie einen Austritt zulassen, eigentlich zugeben, dass das Projekt „EU“, insbesondere die Währungsunion, gescheitert ist. Dadurch würde sich das ganze System destabilisieren, weil das Vertrauen in die EU erschüttert wurde. Und Vertrauen wurde ja von Angie Merkel bereits als die neue Währung (direkt nach Bitcoins?) bezeichnet … Obwohl auch dank des krassen Sparkurses und der asozialen Art auf die mit Griechenland umgesprungen wurde und wird, viele die EU bereits als gescheitertes Projekt ansehen. Und gerade das kann die Europa-Kanzlerin nicht gebrauchen, weswegen Merkel von einem Grexit nicht allzu begeistert ist.

Oder vielleicht ein Dexit?

Interessanterweise fordern ein paar Wirtschaftswissenschaftler nun anstelle eines Austritts Griechenlands aus der Währungsunion, dass stattdessen Deutschland „dexitet“ und die Deutsche Mark wieder einführt. Auch Großbritannien (ein Land, das ohnehin seeehr Europa- und EU-skeptisch ist und sich das bald nochmal überlegen möchte mit dieser EU-Mitgliedschaft) hat ja noch seine eigene Währung, die ziemlich gut dasteht. Ebenso wie die Schweiz. Natürlich verkompliziert das den Handel wieder, aber andererseits könnte der Austritt „reicher“ Mitgliedsstaaten wie Deutschland, die besser darin sind, ihre Schulden schönzure… Ähem. Verzeihung. Ein Austritt von Mitgliedsstaaten wie Deutschland oder Finnland würde sehr wahrscheinlich darin resultieren, dass der Eurokurs fällt. Das würde wiederum dafür sorgen, dass die Staaten, die weniger gut dastehen nun bessere Chancen beim Export haben und ihre Wirtschaft ein wenig aufpolstern können – allen voran Griechenland und Spanien. Das erklärte der ehemalige Assistant Director des Internationalen Währungsfonds IMF, Ashoka Mody. Die „reichen“ Staaten könnten, wenn ihnen so sehr nach Währungsunion ist, ja auch eine zweite gemeinsame Währung gründen. Ob das jetzt auf Dauer besser wäre oder das System irgendwann doch wieder schwächeln würde, kann ich euch nicht sagen. Ich finde es aber auf jeden Fall einen interessanten Ansatz und gut, dass noch jemand außerhalb der festgefahrenen „GREXIT ODER HILFSPAKET X“-Schienen denkt.

Ein Solidaritätszuschlag und unsolidarische Deppen

Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (kurz ZEW), Clemens Fuest, plädiert übrigens auch für eine ungewöhnlichere Lösung, nämlich für einen Solidaritätszuschlag für Griechenland. Also die 5,5 %, die im Moment alle arbeitenden Deutschen an Steuern für den „Aufbau Ostdeutschlands“ zahlen, auf 8 % zu erhöhen, um damit den „Aufbau Griechenlands“ zu finanzieren. Das kam aber bei kaum jemandem aus der deutschen Politik gut an. Die aktuellen Hilfspakete sind übrigens zunächst einmal „Überbrückungshilfen“, damit Griechenland so lange auskommt, bis alle Parlamente der beteiligten Staaten zugestimmt haben, dass man Griechenland helfen möchte. o.O

Nur um das noch einmal zu betonen: Tsipras musste Bedingungen zustimmen, die unter anderem „eine Stärkung des Finanzsektors und die Ausräumung jeglicher Möglichkeit politischer Einflussnahme im Bankenbereich“ beinhalten. Vom Beschluss am 12. Juli hatte er dann außerdem noch drei Tage, um das Steuersystem und das Rentensystem zu reformieren. Die beiden Punkte waren eigentlich auch neben einem nicht funktionierenden Katasteramt die internen Hauptgründe, weshalb Griechenland überhaupt so eine verkorkste Wirtschaftslage hatte. Denn durch ein bestechliches Katasteramt (da wird registriert, welche Häuser wo stehen und wer der Besitzer ist), konnten so einige Villen in die Landschaft gebaut werden, deren Besitzer niemand kannte bzw. die angeblich nur einen Hungerlohn pro Jahr verdienten. Dementsprechend haben diese Leute auch kaum Steuern gezahlt, weshalb dem griechischen Staat ein großer Teil der Steuern verloren ging. Die bisherigen Sparmaßnahmen haben übrigens dafür gesorgt, dass Griechenland seine Staatsausgaben im Vergleich zu vor der Finanzkrise um 15-20 % reduziert hat und das Bruttoinlandsprodukt ist um ein Viertel gefallen. Die größten Kürzungen gab es bei den Renten und zusätzlich wurden die Steuern erhöht.

Da ich bei WordPress.com keine iframes einbetten kann, hier der Link zur entsprechenden Google-Grafik: Vergleich BIP Portugal, Griechenland und Deutschland. (Keine iframes aus Sicherheitsgründen … Sicherheitsgründe, my ass.)

Der Präsident des Münchener Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn hat währenddessen noch nicht allzu oft vom Wort „Solidarität“ gehört und scheint sich stattdessen lieber der Vorstellung hinzugeben, dass alle Griechen eine Yacht besäßen und durch die Krise den Goldanstrich nicht mehr erneuern könnten. Zumindest klang er für mich so, als er in der Passauer Neuen Presse allen illusorisch-naiven Hilfpaketschnürern die Meinung geigte: „Der Lebensstandard der Griechen ist im Vergleich zur Produktivität ihres Landes total überzogen. Deswegen ist das Land zu teuer. Die neuen Hilfen perpetuieren diesen Zustand und verlangen anschließend ein viertes Hilfspaket.“ Also kurz gesagt: Das Geld, mit dem man Menschen helfen möchte, sei „zum Fenster rausgeschmissen“ (hat er so gesagt). Da frag sich noch mal einer, woher die Bildzeitung immer ihre reißerischen Titel bekäme oder warum viele Deutsche anscheinend denken, sie seien das „Sozialamt Europas“ und müssten allen permanent Dinge bezahlen. Dass wir auch Schulden haben und an den Schulden der Griechen sogar Geld verdient haben, das wird halt eher selten erwähnt, weil das ist ja Wirtschaft und das macht man eben so. Leuten die knapp bei Kasse sind und keinen Kredit mehr bekommen, für einen hohen Zinssatz Geld leihen, das man sich selbst zu einem niedrigen Zinssatz geliehen hat. Das ist doch ein gutes Geschäftsmodell, oder? Hat Deutschland wohl auch schon mehrere Hundert Millionen eingebracht. Euro natürlich, nicht diese Währung namens Vertrauen, die so einen schlechten Wechselkurs zu haben scheint.

Woah. Geldautomaten, die Geld auszahlen!

Uuuh, eine positive Nachricht! Ab Montag (20.7.2015) dürfen die Griechen sogar 420 € pro Woche abheben und nicht mehr nur 60 € pro Tag. Wer also eine größere Rechnung zahlen wollen würde, könnte das nun sogar, ohne eine ganze Woche zu sammeln. Auch wenn dann trotzdem vielleicht nicht mehr sooo viel übrig bliebe. Klar sind 60 € mehr als ausreichend, wenn man nur für eine Person Essen kaufen möchte, aber oft genug waren die Geldautomaten leer und die Kunden konnten sich nur durch Glück ihre „Tagesration“ sichern. Und was, wenn bei einer Arbeitslosigkeit von mehr als 25 % (bzw. mehr als 60 % bei jungen Leuten) und einem Sozialprogramm, das nach einem Jahr Arbeitslosigkeit keinerlei Unterstützung mehr bietet, gleich mehrere Familienmitglieder ein leeres Konto haben und sich alle auf einen Kontobesitzer verlassen müssen? Im Zweifelsfall handelt es sich dabei auf die Beamtenrente von Opi, die durch das furchtbar schlecht organisierte Rentensystem teilweise auch an bereits verstorbene Opis ausgezahlt wird, aber in vielen Fällen wohl das einzige Einkommen einer Familie darstellt. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass in den letzten 30 Jahren die Selbstmordrate in Griechenland ziemlich angestiegen ist? Genauer gesagt zu Beginn der Finanzkrise/Rezession im Jahr 2008 (ein Anstieg um 13 %) und nach den ersten Sparmaßnahmen, die ja so unglaublich gut funktioniert haben. Damals, im Juni 2011, gab es laut einer fundierten Studie, die ihr hier findet, plötzlich ungefähr 35 % mehr Selbstmorde als zuvor. Der Guardian hat auch schon mal über das Thema Finanzkrise, Sparkurs und Selbstmordraten berichtet und geht auch darauf ein, dass solch ein Einfluss der Finanzkrise auch in Großbritannien zu spüren war.

Was haltet ihr von der ganzen Sache? Wie seht ihr die Zukunft der EU? Ich bin ja etwas ratlos, wie es weitergeht, wenn wir unseren eigentlichen Freunden gegenüber so kalt eingestellt sind. Wie Volker Pispers es ausgedrückt hat: Europa baut eine Mauer, um sich vor den Flüchtlingen zu schützen, jetzt müssen wir nur noch entscheiden, ob Griechenland vor oder hinter die Mauer kommt …

Ich bashe Merkel und LeFloid nicht?! :O :O :O

Wo wir gerade bei Flüchtlingen sind: Merkel hat wieder einmal gezeigt, dass sie keineswegs rührselig ist. Das Interview mit dem Flüchtlingsmädchen habt ihr sicher alle gesehen, der Hashtag #merkelstreichelt ging ja durch alle Medien. Falls nicht: Frau Merkel hat im Dialog mit einer Schülerin erklären müssen, dass sie ihr leider nicht garantieren könne, dass das Mädchen als Flüchtling, der bereits seit vier Jahren in Deutschland lebt, perfekt Deutsch spricht und hier studieren möchte, hier bleiben kann. Man würde sich aber bemühen die Entscheidung zu beschleunigen, damit in Zukunft niemand mehr jahrelang in Ungewissheit leben muss, der nach Deutschland flieht. Das ist durchaus herzlos und es haben sich alle aufgeregt (ich mich auch, denn das Mädchen, das übrigens Reem heißt, hat geheult und die Situation ist unglaublich unfair, da kann man nicht einfach kalt bleiben, wenn man nicht Merkel ist), allerdings: Was hätte die Kanzlerin sonst machen sollen? Sie ist unglaublich inkompetent, was zwischenmenschliche Dinge angeht und hat der weinenden Reem über die Wange gestreichelt, was dieser sicherlich nicht geholfen hat. Aber einfach versprechen, dass sie die Asylregeln für eine Person bricht, nur weil die sympathisch ist und ihr gegenüber steht? Das kann sie nicht bringen. Wir könnten generell unser Asylrecht updaten und mit Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, allgemein viel besser umgehen, aber so gerne ich Frau Merkel auch Dinge vorwerfe, mehr als Kaltherzigkeit oder soziale Inkompetenz kann man ihr da nicht vorwerfen. So viele Möglichkeiten überhaupt zu reagieren hatte sie einfach nicht. Oder was hättet ihr an ihrer Stelle getan? Abgesehen davon, dass euer Empathielevel vermutlich höher als Merkels ist. :)

Den kompletten Bürgerdialog findet ihr natürlich bei Youtube, ich habe mal die Stelle verlinkt, ab der Reem sich mit der Kanzlerin unterhält: zum Video. Kurz gesagt halte ich die Kanzlerin immer noch nicht für toll, ebenso wenig wie unser Asylrecht – von dem ich leider seeehr wenig Ahnung habe – nur leider hat Merkel sich innerhalb der engen Grenzen, in denen sie herumschwafeln konnte, korrekt verhalten. Hasst sie doch lieber, weil sie generell opportunistisch und meinungslos wirkt, auf Fragen mit Geschwafel antwortet und Griechenland gegenüber eher gewissenlos handelt, als verständnisvoll oder gar besonders „freundlich“. Aber einen Videoschnipsel aus dem Kontext zu reißen, bringt uns da nicht weiter. Herumschwafeln tut die Dame übrigens wirklich gerne, das durfte man im unglaublich gehypten Video sehen, in dem LeFloid die Kanzlerin befragen durfte. Das war sein erstes Interview und er war sichtlich nervös, weswegen er auch relativ wenige Nachfragen gestellt haben wird. Außerdem ist LeFloid soweit ich weiß nun nicht der Politikexperte, auch wenn sein Standardformat mit Nachrichten zu tun hat. Er hat die Fragen seiner Community gestellt und Merkel hat galant drumherum geschwafelt, ohne allzu oft auf seine eigentliche Frage einzugehen. Dass er es nicht geschafft hat, sie auf klare Aussagen festzunageln, war sehr schade, jedoch glaube ich, dass das bei Politikern allgemein schwierig ist. Wobei der Moderator des Bürgerdialogs, den ich vorher verlinkt habe, da schon wesentlich frecher und aufdringlicher mit Merkel umgeht, was ihn durchaus sympathisch wirken lässt. ^^

Meldet sich jemand freiwillig fürs nächste Interview? ^^

Geben wir es zu: Die meisten, die große Erwartungen für dieses Interview hatten, waren doch Journalisten, die danach geifernd verkündet haben, dass LeFloid kein Journalist ist. Janee, echt jetzt? Wer ging denn davon aus, dass er vorher ein Interviewtraining absolviert hat? Klar, er hätte viel mehr Hintergrundwissen parat haben sollen, um Merkels Gefasel parieren zu können. Aber ob man das während des allerersten Interviews hinbekommt? Noch dazu gegenüber von Medienprofi Angie, die zufällig als mächtigste Frau des Landes gilt? LeFloid mag megaviel Erfahrung haben, wenn es darum geht, vor Kameras rumzuhampeln oder vielleicht sogar in Shows/Gesprächsrunden seine Meinung kundzugeben und zu diskutieren, aber in diesem Fall hat er seine Community vertreten und wusste, dass er sich keinen Faux Pas leisten konnte. Dit macht schon so’n bisscken nervös, gloob ick. Andere Youtuber hätten das eventuell besser gemacht, gewiefte Journalisten vielleicht auch. Aber bei denen hat Merkel ja nicht angerufen, weil die zu wenig Reichweite hatten. Aber vielleicht nächstes Mal. Wenn ein wirklich politisch interessierter Youtuber mitredet, gibt der vielleicht nicht so schnell klein bei. Das Interview war ein Experiment, vielleicht wird es ja noch einmal wiederholt und ist dann erfolgreicher. Vielleicht unterhält sich in den nächsten Tagen ja auch mal jemand mit Merkel über die Finanzkrise und die Situation in Griechenland, der kein Politiker ist, dessen Amt davon abhängt, ewig die gleichen Phrasen abzusondern und der Merkel noch weniger entgegenzusetzen hat als Youtuber mit Kappe.

Ich hoffe ich habe in diesen Artikel nicht viel zu viel hineingepackt, sodass ihr ihn noch verdauen konntet! Mich hat nur so viel beschäftigt die letzten Tage. Deswegen hat es auch diese Woche sehr lange gedauert, bis ich einigermaßen ein artikelartiges Dings fertig hatte. Bedauerlicherweise scheint sich seit meinem letzten (ebenfalls viel zu langen) Artikel über Griechenland nicht allzu viel verbessert zu haben. Immer noch wird mehr über politisches Hin und Her berichtet, als dass sich wirklich mal die politischen Hinundherverhandler etwas einfallen lassen, wie man dem griechischen Volk weiterhilft, ohne dabei ausschließlich permanent mit gnädiger Haltung Geld zu vergeben, das für die Zinsen von unmöglich bezahlbaren Schulden draufgeht. Falls jetzt noch jemand die griechische Wirtschaft, insbesondere junge Menschen in Griechenland unterstützen möchte: Es gibt eine Crowdfunding-Kampagne bei Indiegogo dafür, die noch knapp anderthalb Tage läuft. ;) Eure Meinung interessiert mich natürlich! Was haltet ihr von der Krise, dem Umgang damit, Merkels Selbstdarstellung und habt ihr vielleicht sogar eine Krisenlösung parat? Auf wessen „Seite“ steht ihr – oder gibt es gar keine Seiten? Ging euch #merkelstreichelt ans Herz und findet ihr mich jetzt doof, wenn ihr der Ollen daraus keinen Strick drehe? ^^ Habt ihr das LeFloid-Interview geschaut und eine Meinung dazu oder seid ihr währenddessen eingeschlafen?

Ich geh jetzt wieder Manga lesen, mein Hirn braucht jetzt leichte Kost. o_o Trotz allem einen angenehmen und krisenfreien Sonntag wünscht euch
eure 0utofjoint =)

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5 Kommentare

  1. Nun, die #merkelstreichelt-Aktion bietet nun natürlich viel Angriffsfläche für linksextremistische Gutmenschen, Moralapostel und anderer Jammerlappen. Aber seien wir doch ehrlich… hätte sie dem Mädchen versprochen, sie könne auf jeden Fall bleiben, wäre das Geschrei groß gewesen, was denn mit den anderen zig Flüchtlingen sei und das Ganze wäre doch nur eine Image-Aktion gewesen. Man wirft ihr also nun vor, ehrlich zu sein… nunja… wird nicht immer gemeckert, Politiker lügen? :D
    Also kalt war die Aktion sicherlich. Ich möchte Merkel eigentlich gar nicht verteidigen, doch was hätte sie denn sonst großartig machen sollen? Wie gesagt, vielen Menschen kann man es nicht rechtmachen… die finden immer einen Grund zu meckern.

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    1. Hm, ich glaube, ich finde sie einfach so unsympathisch, dass ich ihr Emotionen nich abkaufe xD Aber beim Rest stimmen wir ja meinungstechnisch ziemlich überein.
      Vielen? Du bist aber optimistisch! Ich hätte jetzt gesagt den meisten kann man es nicht recht machen. :D

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  2. Ok, wow, ich habe den Artikel durch, der war ja mal richtig lang xDDD

    Zu dem #merkelstreichelt kann ich nichts sagen, wahrscheinlich hat das eher in Deutschland die Runde gemacht. Und klar, versprechen kann sie ja nichts, immerhin wird sowas in einem Verfahren entschieden und nicht nur nach ihrer Laune. Von daher hat sie schon Recht, auch wenn es natürlich hart klingt. Wäre besser gewesen, dem Mädchen so ein Gespräch zu ersparen, was soll da schon dabei rauskommen? Merkel muss sich auch der Demokratie beugen und kann somit nicht einfach irgendwelche Entscheidungen alleine treffen, dafür gibt es halt Abläufe.

    Und zum Thema Griechenland. Ich finde es schon hart, was da auf die Leute zukommt und derzeit auf ihren Rücken ausgetragen wird. Soweit ich das in den Nachrichten beobachtet habe, kann der Bürger für die Verschuldung nichts, sondern ist die hauptsächlich durch Unterschlagung und ein schlechtes System entstanden. Und jetzt darf der kleine Mann, der wie wir hart für sein Geld gearbeitet hat, dafür zahlen dass die letzte Regierung so einen Mist fabriziert hat. Ist wirklich nicht fair sowas.
    In unserer Nähe (in Seekirchen am Wallersee, ne halbe Stunde mit dem Auto entfernt xD) hat ein Mann eine Initiative gestartet, in der er Lebensmittel und medizinische Güter selbst(!!!) nach Griechenland bringt und bei Krankenhäusern verteilt, die auch Menschen ohne Krankenversicherung behandeln. Und das regelmäßig. Das sind inzwischen jede Menge. Ich denke daran sieht man, dass eigentlich schon viele Menschen den Bürgern helfen wollen, denn jeder sieht, dass die nichts dafür können.
    Ich weiß auch wirklich nicht, ob die Sparpläne der EU so zielführend sind. Ich finde sie schon ein bisschen zu radikal. In der Lage, in der Griechenland ist, lässt sich das nicht so einfach bewältigen. Bevor man sie wieder neuen Herausforderungen aussetzt, sollte man sie mal auf die Beine kommen lassen.

    Ich bin aber trotzdem gegen einen Schuldenschnitt, sondern eher dafür, dass eine Rückzahlungspause über ein paar Jahre vereinbart wird. In denen könnte sich Griechenland wieder aufpäppeln und dann, wenn es wieder fit ist, nach und nach seine Schulden begleichen. Denn Griechenland hat ja schonmal einen Schnitt bekommen und wenn das immer wieder passiert, werden sich auch andere Länder bald denken: „In der EU lassen sich die finanziell besseren Ländern ausschlachten, das machen wir jetzt auch!“
    Auch wenn die EU ein Verbund ist, sollte jedes Land auch für sich selbst Verantwortung übernehmen.
    Helfen ja, aber man kann nicht andere Länder mit in den Abgrund ziehen. Den nauch in der EU haben wir viele arme Länder, die mit ihren Finanzen Probleme haben. Z.B. Spanien. Die noch mehr belasten und in die Sch**** reiten, weil ein anderes Land Mist gebaut hat, finde ich nicht ok.

    Und wegen den Flüchtlingen:
    Ich weiß jetzt nicht wie das bei euch ist. Aber bei uns gibt es wahnsinnig viele Freiwillige und Privatspenden, manche eröffnen sogar ihre Privatimmobillien (z.B. leerstehende Hotelanbauten) für die Flüchtlinge. Und trotzdem reicht es nicht. Es ist einfach so ein riesiger Strom, mit dem keiner rechnen konnte. Und Gebäude, als Unterkunft, erbauen sich nicht über Nacht.
    (vielleicht, wenn wir ein paar Chinesen holen? XDDD)
    Klar gibt es auch ein paar Bürgermeister, die sich damit rechtfertigen dass es schon zuviel in ihrer Gemeinde sind (in einer Gemeinde gab es eine Diskussion, weil ein Politiker, der auch Hotelier ist, das Personalhaus seines Hotels zur Verfügung gestellt hat und der Bürgermeister wollte sich wehren), aber ich merke hauptsächlich eher, dass die Leute helfen wollen. Mich nervt es schon mehr, wenn die Leute auf die Politik schimpfen, dass der Staat nicht genug für die Flüchtlinge tut. Ich weiß nicht was die erwarten. Ein Schwung mit dem Zauberstab, der hunderte Wohnungen, unendliche Arbeitsplätze und dutzende, kostenlose Deutschlehrer herbei zaubert?
    Und das bei einer generellen Wohnungsnot und stagnierender Wirtschaft? (bei uns)
    *lol*
    Den Zauberstab will ich auch.

    Was wir ja derzeit auch noch haben, sind die ganzen Roma-Bettler, denn bei uns gibt es kaum wo ein Bettelverbot. Dagegen wehre ich mich. Es tut mir ja Leid, wenn es ihnen zu Hause schlecht geht, aber ich habe keine Lust mich an jeder Ecke von einem Mensch anbetteln zu lassen und es zipft mich an, wenn ich dann sehe dass man nichtmal mehr an einen Spielplatz gehen kann, weil dort „Nachtlager“ aufgeschlagen wurden und überall ihr Zeug rumliegt.
    In meiner Nähe gibt es Orte, wo alle 10 Meter ein Bettler sitzt. Solidarität hin und her, aber ich finde irgendwo muss es auch eine Grenze geben…

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    1. Ich wollte auch so einiges loswerden! :D
      Vermutlich. Aber war ja an sich auch kein weltbewegendes Ereignis. Naja, es war ein Schülergespräch, nachvollziehbar also, dass das Mädchen die Chance nutzen will, wenn die Hoheit von und zu Merkel ausgerechnet dorthin kommt. :)

      Jepp, das ist wirklich mal wieder das Wirtschafts-Politik-Gedöns, das alle außerhalb eines elitären Zirkels nur als anonyme Zahlen behandelt.
      Solche Aktionen finde ich immer motivierend! :) Allerdings hab ich mich für so etwas noch gar nicht engagiert, abseits von meinem Genöle hier. :/
      Hm. Hab ich für einen Schuldenschnitt argumentiert? Glaube das war nur im Zusammengang damit, dass Griechenland bei einem Grexit immer noch Schulden hätte und die ja nich einfach weggehen. Dass ein Schuldenschnitt aber nicht die sinnvollste Lösung ist – gerade als „Vorbildfunktion“ und als Beweis, dass die EU eben auch mit so vielen unterschiedlichen Mitgliedern funktionieren kann – da stimme ich dir zu. Wie ist denn eigentlich die Stimmung bei euch? Bei uns ist es wirklich so, dass gerade von den Boulevardzeitungen schon Anti-Griechenland-Propaganda betrieben wird, die beunruhigenderweise dann auch sehr viele Menschen glauben. Natürlich nicht alle, aber gerade unter Nachrichtenvideos oder Artikeln zum Thema gibt es immer so einige, die fast wortwörtlich „Gebt den faulen Griechen kein Geld mehr, die haben das nicht verdient und sind selbst schuld!!“ kommentieren. Und das finde ich sehr traurig. Ist das bei euch genauso oder gibt es viel mehr „Helfenmöchter“?

      Hm. Also bei uns ist die Flüchtlingsversorgung vor allem eines: schlecht organisiert. -_- Es kommen allein von den Zahlen her wohl zu wenige Mitarbeiter auf zu viele Flüchtlinge. Außerdem wird wohl nicht immer amständig angekündigt, wo ein neues Flüchtlingsheim hinkommen soll. A propos Arbeitsplätze: Flüchtlinge dürfen (!) hier nicht arbeiten, weswegen ihnen dann wieder vorgeworfen wird, Schmarotzer zu sein … Ich kenne die Zahlen nicht, aber ich glaube zwei Drittel der Flüchtlinge werden wieder zurückgeschickt. Wie viele wir überhaupt aufnehmen können, kann ich dir nicht sagen. Aber vermutlich so einige mehr als wir das tun.
      Bettler sind noch einmal eine ganz andere Sache. Die gehören bei mir sobald sie hinken und irgendwie „undeutsch“ aussehen unterbewusst immer gleich zu den berüchtigten Gruppen, die Menschen quasi als Bettelsklaven halten und sie zwingen zu betteln, das Geld einkassieren und manchmal sogar ihre „Mitarbeiter“ verstümmeln, damit diese mehr Mitleid erregen. Die Leute tun mir immer sehr leid, aber Geld geben hilft denen nicht wirklich. Da wäre Essen zu verteilen schon sinniger. Aber wenn man die permanent sieht, dann stumpft man natürlich irgendwann ab oder ist eher genervt, wie du meintest. Aber mit dem Thema habe ich mich nie so beschäftigt. Könnte man denen denn irgendwie helfen? Und ich spreche jetzt nicht von den „normalen“ Obdachlosen, sondern von denen, bei denen man sich denkt, dass sie mit falschen Versprechungen in ein Elendsleben gelockt und auf öffentlichen Plätzen zum Betteln abgestellt wurden.

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      1. Ich glaube alle schreien nur nach einem Grexit, weil sie Angst haben dass immer mehr Geld für Griechenland abgezweigt wird, solange sie noch in der EU sind. Immerhin kriegen die laufend Hilfspakete, solange sie noch Mitglied sind. Und das ist ja bekanntlich unser Geld.
        Also wie gewisse Zeitungen damit umgehen, kann ich nicht sagen. Ich lese eigentlich nur die, die mir kostenlos ins Postfach flattern xDDD
        Eine Zeit lang war richtiger Unmut, als sich Griechenland am Anfang der Tsipras-Regentschaft gegen alles quer gestellt hat und extreme Forderungen gestellt hat. Ich habe ja auch mal was davon aufgeschnappt, dass sie von Deutschland „Entschädigungszahlungen“ bzgl. der Schäden des 2.Weltkriegen gefordert haben, die dann genau die Schulden plus einen kleinen Bonus ausgemacht hätten. Und das obwohl sie laut meines Wissens schonmal eine Entschädigung bekommen haben. (auch nur aufgeschnappt, keine Ahnung ob das stimmt) Bei einer Schuldenkrise so zu fahren, dass man andere in den Abgrund ziehen will mit Dingen, für die sie gar nichts mehr können, fand ich auch schon ordentlich dreist. Zu der Zeit war echt großer Unmut.
        Und auch das hin und her, dass Griechenland nie ordentliche Vorschläge gebracht hat und immer stur meinte „Wir zahlen nicht“, hat nicht grade Sympathie gebracht. Bei mir auch nicht xD
        Hat auf mich wie ein Kindergarten gewirkt.
        Aber bei uns hat glaube ich das Projekt des Seekirchners sehr viel geändert. Aufgefallen ist es, weil er bei einem Schiffsbruch in Gefahr geraten und so in die Medien gekommen ist. Das hat die Menschen auf sein Projekt aufmerksam gemacht und er hat dann auch Reporter mitgenommen, die mit Kamera dabei waren, wenn er in den unmenschlichen Zuständen in den Krankenhäusern seine Waren verteilt hat. Da hat man dann erst einmal erfahren, dass da fast keiner mehr eine Krankenversicherung hat und Arbeitslose schnell ohne Geld dastehen, wobei sie sich eine Behandlung nie leisten könnten. Dinge, die für uns selbstverständlich sind. Das war bis dato den meisten nicht klar (mir auch nicht, weil es kaum in den Medien erwähnt wurde) und das hat glaube ich viel im Denken verändert. Damit hat man jetzt schon Mitleid mit den griechischen Bürgern und gibt mehr der vorigen Regierung die Schuld.
        Und während in Deutschland immer mehr Griechenlandreisen storniert werden, ist in Österreich sogar ein Zuwachs an Griechenlandreisen, weil unsereiner sich den Spass nciht vermiesen lässt und hofft, damit auch noch ein Schnäppchen zu ergattern xD
        (wäre eh eine große Chance, wenn der Tourismus angekurbelt werden würde, stecken viele Einnahmen dahinter)

        Bei uns dürften Asylanten auch nicht arbeiten, erst bei positiven Beschluss. (war totaler Blödsinn ist, ich wäre dafür, dass es für Asylanten „Arbeitswerkstääten“ gibt, wo sie Beschäftigung finden, ihre Talente für den Arbeitsmarkt entdecken und gleichzeitig wichtiges Grunddeutsch lernen können, bei einfachen Arbeiten wäre das sicher leicht möglich) Aber die Syrien-Flüchtline kriegen derzeit bei uns innerhalb ein paar Wochen ihren (haupstächlich positiven) Beschluss, können dann aber immer noch kein Deutsch und rutschen sofort in die Mindestsicherung. Aber mit denen hat man derzeit trotzdem mehr Mitleid, es gibt sehr viele private Unterstützung und vor kurzem war sogar eine Demo im Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen, das für 400 Personen gedacht wäre und wo derzeit 4000 Personen „untergebracht“ sind.
        Viele in Zelten und einige einfach vor dem Zentrum auf der Staße…
        Bei uns tun mir sogar derzeit teilweise die Politiker leid, die sich wegen den Zuständen Vorwürfe machen lassen dürfen, obwohl es sicher nicht leicht ist so schnell für so viele (unerwartete) Flüchtlinge das nötigste zu organisieren. Da war halt keiner vorbereitet darauf.

        Also was Fremdenfeindlichkeit angeht, kann man sich in Österreich immer darauf verlassen, dass die linken laut um die Rechte der Fremden kämpfen und die Rechten leise in den eigenen vier Wänden schimpfen. Typische „rechte Handlungen“ sind Vandalisierung (in der Nacht) oder rechte Treffen, aber von wirklichen Gewalttaten gegen Ausländer hört man selten was, eher zwischen denen untereinander *hust*
        (was man leider viel zu oft hört, derzeit ist jede zweite Schlagzeile, dass sich wieder irgendwelche Flüchtlinge erstochen, erschossen oder totgeprügelt haben – nimmt der Bevölkerung auch nicht gerade die Fremdenangst)
        Daher kann man sagen, dass die „allgemeine Meinung“ sowieso nie die tatsächliche Meinung widerspiegelt, weil Österreich immer sehr bemüht ist, um jeden Preis sozial zu wirken.

        Das macht auch das mit den Bettlern so schwer, denn wenn der Staat etwas dagegen tun will, schreit die Bevölkerung. Ich fürchte ja, dass wir uns das selber eingebrockt haben. Denn anfangs waren es nur einige direkt im Zentrum. Aber dann wurden die Bettler in Notschlaflagern aufgenommen und mit kostenlosem Essen versorgt und aufeinmal sitzen sie bis an die Stadtgrenze. So wie sie es bei Interviews beschrieben haben, ist es für sie schon Luxus jeden Tag Essen und ein Bett zu haben. Klar wollen die dann nicht mehr weg. Und sie haben ja selbst zugegeben, dass bei denen Menschen auf der Straße aufgesammelt und nach Österreich für eine geringe Entlohnung betteln geschickt werden. Für eine Behinderung gibt es eine höhere Entlohnung. Es kann ja nicht im Sinne einer „Hilfe“ sein, wenn man das kriminelle Treiben auch noch fördert. Deswegen kreigen die von mir keinen Cent, da gebe ich eher mal einem „normalen Obdachlosen“ was, da weiß ich wenigstens, dass der selbst was davon hat.

        Es tut mir ja Leid, wenn es Menschen so schlecht geht, aber es kann nicht jedes Problem damit gelöst werden, dass die Menschen bei uns landen. Irgendwann haben wir auch keinen Platz und keine Steuergelder mehr, mit denen wir Fremdenhilfe betreiben könnten. Es gehört das Problem im Ursprungsland gelöst. Sonst haben wir in manchen EU-Staaten (andere, wie Ungarn hingehen, wollen ja sogar einen Maschendrahtzaun an der Grenze aufbauen, weil sie mit „nur 10 Mio Einwohner“ keine Flüchtlinge aufnehmen könnten. Österreich hat etwa 8 Mio .__.) bald eine Population wie in Tokio und in anderen Ländern keine Menschenseele mehr…
        Und dann stehen wir sicher bald genauso, wenn nicht schlimmer, wie Griechenland da, wenn man bedenkt dass der Wirtschaftswachstum von Österreich derzeit ziemlich stagniert, das heißt nicht unbedingt viel Jobs verfügbar sind und so alle Neuankömmlinge gleich mal in der Mindestsicherung landen würden…
        Der Landeshauptmann von Salzburg hat in einem Interview gesagt, dass ihm die Zukunft Unbehangen bereitet, weil Österreich nicht auf eine Völkerwanderung vorbereitet ist. Ich finde das Wort trifft es, denn das sind nicht mehr einfach nur „Flüchtlinge“.

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