Peace sign, graffiti, Photo: Evag/Pixabay

An manchen Tagen ist wirklich Freitag der Dreizehnte

Geht die Welt unter? Was meint ihr? Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Anschlägen in Paris und enthält einige ungewöhnliche Analogien. Falls ihr lieber nichts mehr darüber lesen oder keine seltsamen Vergleiche möchtet, dann skippt diesen Artikel vielleicht lieber. :)

Ich bin samstags mit einer furchtbaren Erkältung aufgewacht (war ja lange nicht mehr krank) und habe mir gedacht, dass mein Leben mich hassen muss. Als erstes habe ich noch im Halbschlaf eine Whatsapp-Nachricht gesehen, von Franzi. Gesendet 2.02h. „Woah, die sollte mal an ihrem Schlafrhythmus arbeiten“, nörgelt mein erkältungsbenebeltes Hirn, das schlichtweg eifersüchtig ist, weil es am Abend zuvor viel früher ins Bett fallen musste. Franzi: „Bekommst du gerade das aus Paris mit?“ Paris? Wieso Paris? Nee, denke ich mir, die Stadt interessiert mich jetzt nicht so sehr. Immer noch vollkommen übermüdet antworte ich mit Gejammer über meine Erkältung, die ätzenden Kollegen, die mich angesteckt haben und der Frage, warum ich freiwillig samstagmorgens um sieben Uhr aufstehe. Nur weil ich nach Köln fahren will, zur „Star Wars Identities“-Ausstellung …

Plötzlich Realität

Nachdem ich mich ohne Unfälle in die Dusche und zum Frühstück geschleppt habe, checke ich einigermaßen wach meine Twitter-Timeline. Falls nachts etwas passiert sein sollte, dann finde ich da auf jeden Fall einen Hashtag zu. Und wach bin ich. #PrayForParis ist in den Trends, meine Hirnzellen verstehen endlich, warum Franzi etwas von den „Eagles of Death Metal“ geschrieben hatte. Eine Band, die ich mag, aber bei der ich keinen Zusammenhang mit Paris sah. Gesehen hatte. Irgendjemand hat während eines Konzerts der Band in Paris das Publikum als Geiseln genommen und bis zum Ende der mehrstündigen Geiselnahme 89 Leute erschossen. Gleichzeitig gab es noch sechs weitere Anschläge in Paris, die bisher weitere 40 Opfer forderten. Restaurants wurden in Mafia-Manier im Drive-by beschossen, Selbstmordattentäter sprengten sich in die Luft und rund um ein Stadion, in dem gerade ein Fußballspiel zwischen Frankreich und Deutschland stattfand, kam es ebenfalls zu Explosionen. Anscheinend hat sich der Islamische Staat zu den Taten bekannt.

Der Staatschef Francois Hollande verhängte den Ausnahmezustand und begab sich zur Konzerthalle, um seine Anteilnahme und vermutlich auch ein „Handeln statt Reden“-Image zu vermitteln. Während ich bei der Tagesschau rückwärts durch die Timeline der Anschläge scrolle, lese ich immer mehr Solidaritätsbekundungen anderer Staaten. Wichtige Gebäude werden in den Farben der französischen Flagge angeleuchtet, Staatschefs geben Statements gegen den Terror ab. Die Opferzahlen werden immer kleiner, je weiter ich nach unten scrolle. Doch selbst die niedrigste Zahl ist noch zu hoch. Nachdem ich den ersten Schock überwunden habe, muss ich mich auf den Weg zum Zug machen. Eine Fahrt nach Paris würde von Köln aus gar nicht so viel länger dauern, als meine Zugfahrt zur Ausstellung … wieder einmal wirkt alles so viel näher.

Ich hoffe auf Zusammenhalt

Nahezu gleichzeitig mit den Anschlägen in Paris gab es übrigens Anschläge in Bagdad, Irak und in Beirut, Libanon und ein Erdbeben in Japan. Letzteres mal wieder in der Nähe eines Atomkraftwerkes, dafür bisher ohne Tsunami. Was soll ich sagen? Ob Freitag der 13. oder nicht, ob sich irgendwer abgesprochen hat oder nicht, es bleibt einer dieser Tage, nach denen man das Gefühl bekommt: Die Welt dreht sich weiter, aber wohin? Wenn selbst die Pazifisten unter uns plötzlich nicht mehr sicher sind, wie man gegen diejenigen vorgehen soll, die mit Absicht unmilitärische Ziele angreifen und möglichst viele Menschen mit in den Tod reißen wollen … Während dieser Unsicherheit werden sicherlich genügend Leute die Möglichkeit nutzen auf der Tatsache herumzureiten, dass die Attentäter bevor sie den Zünder betätigt haben, „Allahu akbar“, „Gott ist groß“, gerufen haben sollen. Das in Zusammenhang mit vielen Flüchtlingen, die aufgrund ihrer Hautfarbe und ihrer Sprache vielleicht „arabisch“ aussehen bereitet mir jetzt schon Kopfschmerzen. Irgendjemand wird es bestimmt wieder hinbekommen, „Fremde, die unsere Hilfe brauchen“ gleichzusetzen mit „Fremde, denen wir nicht trauen können, weil sie nicht so aussehen wie wir oder die falsche Sprache sprechen“.

Während der „Star Wars“-Ausstellung habe ich mich natürlich abgelenkt. Gleichzeitig war die Ausstellung seltsam passend. Denn dort findet man nicht nur Requisiten aus den Filmen, sondern es geht darum, wie die einzelnen Charaktere zu denen wurden, die sie sind. Genauer gesagt geht es darum, warum Luke und Anakin Skywalker sich so sehr ähneln und doch so unterschiedliche Entscheidungen treffen. Für alle Nicht-„Star Wars“-Fans: Warum jemand zu den „Bösen“ überläuft oder auf der „guten“ Seite kämpft. Dabei beeinflusst einen natürlich die Genetik, also die Fähigkeiten, die man von Natur aus hat. Viel mehr Einfluss hat jedoch auch, welche Art der Erziehung man genossen hat, ob die Eltern für einen da waren und einem Grenzen gesetzt haben oder nicht und welche Vorbilder man kennen lernt und was diese einem beibringen.

Krieg und Macht gibt es nicht nur im Kino

Mir kam irgendwie wieder die Szene in den Sinn, in der ein Charakter unschuldige Kinder umbringt, ohnen den geringsten Zweifel zu zeigen, dass man so etwas tun sollte. Vollkommen auf ein Ziel fokussiert, das einem von seinem Mentor eingetrichtert wurde, alles hinzunehmen, egal wie grauenhaft die Tat ist … der Imperator hätte sicher einen guten Trainer für Selbstmordattentäter abgegeben. All die Opfer sind notwendige Übel, um das Ziel des Meisters zu erreichen, endlich das gelobte Imperium bzw. den Islamischen Staat zu errichten, in dem man keine gefühlte oder reale Unterdrückung mehr spüren muss, nach den eigenen Regeln leben kann und die anderen endlich sehen, wie mächtig man in Wahrheit ist.

Bedauerlicherweise können wir nicht einfach in einen Konstruktionsfehler des IS-Hauptquartiers fliegen, alles in die Luft sprengen und danach herrscht Frieden. Selbst wenn wir das könnten, ignorieren wir dann einfach, dass die einfachen Soldaten auf der Seite des „Bösen“ in den meisten Fällen sicher keine Monster sein werden, sondern immer noch Menschen? Menschen, die durch ihre Lebensumstände in einem Krisenland, falsche Versprechungen dahingehend, dass mit der neuen Organisation alles besser werde oder die Tatsache, dass es vielleicht der einzige Ausweg für sie ist, um zu überleben, plötzlich eine Stormtrooper-Uniform oder eben einen Sprengstoffgürtel anhaben? Abgesehen davon gibt es sicher nicht den „einen“ Boss, den man umbringt oder verhaftet (als ob …) und danach fällt allen auf, dass die Gehirnwäsche, der sie unterzogen wurden, totaler Blödsinn war und man viel besser mit dem Rest der Welt zusammenarbeiten sollte. Die eigentlichen Probleme sind doch letztendlich die grundlegenden Dinge wie Hunger, Armut, Krankheit, Angst und natürlich Krieg, dem sie nicht entfliehen können, die Menschen in die Arme des IS treiben. Und diese Probleme zu lösen, daran sind bisher viele kläglich gescheitert – wenn sie es überhaupt versucht haben.

Was geschieht nun? Ich bin ratlos.

Dass das Ziel des IS kein friedlicher Staat sein kann, erscheint mir sehr logisch. Denn ebenso wenig wie das Darth Vader gestattet, duldet man auch dort keine Widerworte und die Hauptmethode, um die Angeworbenen in Reih und Glied zu halten (soweit Aussagen von ehemaligen IS-Kämpfern bekannt sind), ist Angst. Wie soll auf dieser Basis etwas friedliches, gutes und gerechtes entstehen? Dennoch … haben wir jetzt eine Wahl, wie wir uns damit auseinandersetzen? Was werden unsere Politiker tun? Verhandlungen mit Terrorgruppen funktionieren in der Regel nicht, da jeder davon ausgehen wird, dass diese sich nicht an Abmachungen halten und vielleicht doch Attentate durchziehen, wenn man sich gerade auf die Friedensbedingungen geeinigt hat. Oder schotten wir uns einfach ab und machen Europa zu einer Festung („Das Boot ist voll!“, wie schon so oft behauptet wurde), in der nur wir leben dürfen? Ich hoffe nicht, dass das der Plan ist und bezweifle auch, dass diese imperialistisch wirkende Methode auf Dauer funktionieren würde.

Die Alternative: Krieg gegen den Terror? Hat das schon einmal funktioniert oder hat das viele nur noch weiter radikalisiert, weil viele bis dahin Nicht-Terroristen ebenfalls unter den Angriffen der Anti-Terror-Einheiten leiden mussten? Reicht es, wenn man die „Wurzel“ des Terrors auslöscht und hofft, dass man dem Rest des Gartens nicht zuviel schadet und nirgendwo neue Samen gesäht wurden? Oder gibt es vielleicht die Möglichkeit, den Wurzeln die Nährstoffe zu entziehen, indem man die Bedingungen für die anderen Pflanzen verbessert? Okay, genug der Analogien. Was ich mich frage: Könnte man den Staaten, in denen der IS so stark wird, irgendwie helfen? Anders als mit Waffenlieferungen? Oder würde besagter IS dann einfach nur noch mehr austicken und alles um sich herum kaputtbomben?

Wird es einen Unterschied machen, wie wir uns positionieren? Wie wird die Bevölkerung nach dem ersten Schock und der Trauer reagieren? Wie sehr wird sich welches Land von den anderen abschotten? Wird Europa noch zerrütteter als durch die Euro- und die Flüchtlingskrise oder finden wir einen Weg zu mehr Zusammenhalt? Und welche Probleme werden wir aufgrund der Angst vor dem Terror vernachlässigen? Wir haben genügend Probleme, vom Klimawandel über Armut bis hin zu Griechenland und den Flüchtlingen aus Syrien. Was wird zuerst verdrängt und wie sehr wird es uns schaden, wenn es uns viel zu spät erst wieder einfällt?

Eigentlich sollte das ja ein fröhlicher Artikel über meinen Besuch der Ausstellung werden, aber irgendwie hat sich das alles in meinem Kopf vermischt. Ich klinge vermutlich respektlos und zynisch, wenn ich Selbstmordattentäter und den Islamischen Staat mit Star Wars Charakteren und dem Imperium vergleiche und entschuldige mich, falls ich euer Feingefühl verletzt haben sollte. Aber letztendlich führt diese Welt gerade die reale und wesentlich tragischere Version eines Sternenkriegs, in dem es keine einfache Lösung für den Frieden zu geben scheint.

Immer noch gültig:

Habt ihr auch das Gefühl, dass die Welt immer chaotischer wird? Welche Lösung ist euer Meinung nach die sinnvollste, wenn es um den Umgang mit Terrorismus geht? Was meint ihr, wie groß die Nachwirkungen der Anschläge in Paris sein werden und wie glaubt ihr werden die meisten Leute/Medien/Politiker reagieren? Ich traue mich schon kaum noch das nachzuschauen … Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn ihr mir eure Gedanken zum Thema mitteilen möchtet. :)

Ich wünsche euch alles Gute, wo ihr auch seid!
Eure 0utofjoint

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11 Kommentare

  1. Sei mir nicht böse, aber ich komme gerade aus dem Kino. Habe das mit Paris noch nicht ganz so realisiert und werde mich garantiert morgen dazu sehr viel eloquenter äußern können als jetzt. :D

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      1. So jetzt gute 24 Stunden später (besser später als nie) haben sich meine Gedanken und Gefühle und Eindrücke soweit sortiert, dass ich sie zumindest irgendwie in Worte fassen kann. Also hoffe ich…  Damit mein Kommentar allerdings nicht all zu chaotisch wird und ich leider gerade das Gedächtnis einer Fliege besitze, habe ich mir die Freiheit genommen auf eine Fragen der Reinfolge nach zu antworten. Per Copy and Paste. Ich hoffe es stört dich nicht.

        Geht die Welt unter? 
        Nein, denke ich nicht. Die Erde wird sich immer weiter drehen, denn die Schwerkraft, die Sonne und das Universum interessieren sich eine Scheißdreck für uns. Aber ich verstehe worauf deine Frage abzielt. Ich denke die Menschheit hat schon viele Krisen erlebt, viele Kriege, viele Nöte. Wir sind zäh… Wir werden überleben, wir werden sicherlich diese Krise meistern. Die Frage ist nur wie… Ich denke es wird durchaus, leider, mehr Kriege geben. Mehr Überwachung, mehr Sicherheitsbedürfnis und mehr Misstrauen. Doch all dass wird sich irgendwann wieder legen. Geschichte wiederholt sich ab bestimmten Punkten und auch wenn wir es nicht mehr erleben wird unsere Zukunft wieder ganz anders aussehen.

        Selbst wenn wir das könnten, ignorieren wir dann einfach, dass die einfachen Soldaten auf der Seite des “Bösen” in den meisten Fällen sicher keine Monster sein werden, sondern immer noch Menschen?

        Osama Bin Laden hat man erschossen, als er unbewaffnet war. Ja, er hat schreckliche Dinge getan, ja in diesem Kopfe des Menschen war gehörig etwas falsch. Doch wie Schiller sagte: In der ganzen Geschichte des Menschen ist kein Kapitel unterrichtender für Herz und Geist als die Annalen seiner Verirrungen. Bei jedem großen Verbrechen war eine verhältnismäßig große Kraft in Bewegung. Wenn sich das geheime Spiel der Begehrungskraft bei dem matteren Licht gewöhnlicher Affekte versteckt, so wird es im Zustand gewaltsamer Leidenschaft desto hervorspringender, kolossalischer, lauter; der feinere Menschenforscher, welcher weiß, wie viel man auf die Mechanik der gewöhnlichen Willensfreiheit eigentlich rechnen darf und wie weit es erlaubt ist, analogisch zu schließen, wird manche Erfahrung aus diesem Gebiete in seine Seelenlehre herübertragen und für das sittliche Leben verarbeiten.

        Klingt blöd, doch jeder Mensch hat seine eigene Beweggründe. Laut Schiller, Moritz müssten wir deshalb alle die seelischen „Abgründe“ dieser Personen kennen. Denn die Todesstrafe oder dieErschießung eines Menschen ist nie die Lösung sondern nur eine Verlagerung/ Verzögerung in eine andere Richtung. Früher war es die RAF, dann Al-Qaida und nun der IS. Mein Problem an der Sache ist wohl, weshalb sich die Menschen anschließen. Wie verzweifelt/ gestrikt muss man sein um für eine theologische Theorie (Fantasie) andere unschuldige Menschen in den Tod zu treiben. Zudem enttäuscht es mich das Menschen immer wieder auf Gewalt zurückgreifen müssen. Selbst wenn die Welt einen Islamischen Staat anerkennen würde, wäre es doch vil intelligenter die Menschen anzuwerben ohne Waffengewalt. Es klingt böse aber Manipulation ist oft viel friedlicher und die Menschen merken es noch nicht einmal halb so schnell. Die hätten diesen Staat in windes Eile aufbauen können. Je plakativer und je mehr Propaganda sie machen, desto schwerer tun sie sich kt dem Aufbau. Was natürlich auch positiv ist, denn somit kann vielleicht mehr noch mehr Leid verhindern. Dennoch mochte deine Star-Wars Analogie… Fand ich sehr einleuchten und in keiner Weise respektlos.
        Wie soll auf dieser Basis etwas friedliches, gutes und gerechtes entstehen?
        Hier ein informatives Video dazu, ob man es glaubt oder nicht. Es könnte irgendwann passieren.

        Alternativ könnten wir eine Welt wie Aldous Huxley aufbauen… Hallo dauer Highzustand. Ich glaube sobald ein Mensch unabhänig/ eigenständig denken kann, wächst die Gefahr des Aufstandes.

        Dennoch … haben wir jetzt eine Wahl, wie wir uns damit auseinandersetzen? Was werden unsere Politiker tun?

        • Aufklärung!
        • Verhinderung, dass noch mehr Menschen rekrutiert werden!
        • Fremdenhass stoppen!
        • Den Menschen der IS-Anschlägen vor Ort helfen!
        • Alternativen für Bevölkerung schaffen…

        Was unsere Politiker tu werden… Ja. Ich denke die USA wird leider wieder eine Kopfgeldjagd anfangen und ich hoffe inständigst, dass Frankreich und Deutschland damit anders umgehen werden. Mit Symbolen für das weitere freie Leben! Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen ist keine Lösung. 

        Reicht es, wenn man die “Wurzel” des Terrors auslöscht und hofft, dass man dem Rest des Gartens nicht zuviel schadet und nirgendwo neue Samen gesäht wurden? Oder gibt es vielleicht die Möglichkeit, den Wurzeln die Nährstoffe zu entziehen, indem man die Bedingungen für die anderen Pflanzen verbessert? 
        Ich plädiere für die zweite Variante. Friedlich alles so sehr „abzuversichern“, dass kein Mensch mehr leiden muss… 
        Wie wird die Bevölkerung nach dem ersten Schock und der Trauer reagieren? 
        Innehalten, und ich denke weiter machen. Ich meine es sind Parsienne. Es mag blöd klingen, aber die haben die Bastille gestürmt ihren König und Königen geköpft und die Schreckensherrschaft und Ludwig den X1V überlebt. Die schaffen dass. Ich denke das einzige Problem ist an sich diese Erkenntnis, dass jede Sekunde deines Lebens nicht unbedingt von dir selbst abhängig ist. Sondern von zigtausenden Faktoren. Deshalb muss ich leider sagen ich mag diesen Hashtag PrayforParis nicht. Denn der Zeichner Joann Sfar hat das viel besser auf den Punkt gebracht. Das letze was die nun brauchen ist noch mehr Religion. Sie müssen einfach wieder leben. Und nicht so paranoid werden wie die USA. Deshalb-> #Parisisaboutlife und jedes Gott verdammte andere Krisengebiet. Belfast, Tschernobyl, Fukushima, Syrien, die Favelas in Südamerika, Tel Aviv… Jeder Ort auf der Erde sollte ein Ort der Freude sein. 
         Wie sehr wird sich welches Land von den anderen abschotten? 
        ich glaube tatsächlich gar keins. Es ist nur ein Bauchgefühl, aber warum? Klar man kann irgendwann die Grenzen dicht machen, aufgrund von Flüchtlingen die einen erschlagen. Aber wirklich dichtmachen wir denke ich ein Staat nicht können, dafür sind wir hoffentlich zu solidarisch. 
         Wird Europa noch zerrütteter als durch die Euro- und die Flüchtlingskrise oder finden wir einen Weg zu mehr Zusammenhalt? 
        Meinst du Europa oder die EU? Dass die EU überhaupt noch „lebt“ ersetzt mich jeden Tag wieder in erstaunen. Ein Kontinent wird nicht außeinander brechen, was die EU angeht wird es erheblich schwieriger. Ich denke Merkel und Hollande werden noch mehr macht erreichen. ob das gut ist oder nicht sei da hin gestellt ich persönlich habe davor angst. denn die eu bricht jetzt schon außeinander. ich meine Fragen wir Portugal, Estland, Polen oder Malta nach ihrer Meinung? öffentlich in den Medien? Wohlkaum. ich denke leider die eu wird es nicht mehr geben. Ich hoffe der Schengenraum bleibt, aber die Währungskrise könnte fatal sein. Das ist ein Problem über das sich viele den Kopf zerbrechen. Ein Wertesystem ist so vieles leichter… 
        Wir haben genügend Probleme, vom Klimawandel über Armut bis hin zu Griechenland und den Flüchtlingen aus Syrien. Was wird zuerst verdrängt und wie sehr wird es uns schaden, wenn es uns viel zu spät erst wieder einfällt?
        Die Armut und der Klimawandel. Ein Fakt der menschlichen Natur ist, dass er unterschiedlich auf chronische oder akut auftretende Probleme regiert. In Paris oder wo auch immer findet nicht täglich ein „unmenschliches“ Ereignis oder „ein weltveränderndes“ Ereignis. Also fliegen eben alle auf dieses akute „Problem“. 
        Welche Lösung ist euer Meinung nach die sinnvollste, wenn es um den Umgang mit Terrorismus geht? 
        Ach du Scheiße… Was hast du nur für Fragen? Am besten den Terroristen klar machen das Zivilisten bombardieren ihnen nicht hilft und uns auch nicht. Es gibt keine 72 Jungfrauen. Gibt es einfach nicht Punkt… Nein! und es tut mir auch nicht Leid, dass es diese nicht gibt! Aber ich denke man muss den Moslems oder jeder andere ethnischen Gruppe ihren Glauben lassen. Ich bin ein Mensch, der Religion nicht unterstützt aufgrund des dahinter lauernden Fanatismus, aber vielleicht sind sie eines Tages die eigenen Propheten für ihre eigenen Landsmänner. Letztendlich will der Koran nur Frieden. ebenso wie die Thora und die Bibel. Es ist wichtig Menschen, die Frieden wollen hier Willkommen zu heißen ohne Frauen zu unterdrücken etc.
        Was meint ihr, wie groß die Nachwirkungen der Anschläge in Paris sein werden und wie glaubt ihr werden die meisten Leute/Medien/Politiker reagieren? 
        Ich gebe ihnen zwei Wochen. Nach Charlie Hebdo ist nicht viel großartiges passiert. Vermutlich mehr Militär, mehr Sicherheit, mehr Überwachung… Möchte ich nicht. Wird denke ich auch leider so sein. 

        So 90 Minuten später… Fertig. Ich hoffe der Kommentar ist einigermaßen verständlich und hilft dir ein wenig weiter. Ich bin übrigens gerade genauso ahnungslos wie du.

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        1. Stören tut’s mich nicht, aber du hättest wirklich nicht jede meiner rhetorischen Fragen beantworten müssen. :D Danke für den ausführlichen Kommentar, ich habe nur eben selbst länger gebraucht, um ihn komplett zu beantworten. :)

          Da hast du vermutlich Recht. Leider leider wiederholt sich die Geschichte immer wieder.

          Ich muss zugeben, dass ich den Sprung von Schiller zu der Frage, warum sich Menschen dem IS anschließen, nicht so wirklich verstanden habe. Genau das hatte ich ja versucht in meinem Artikel anzusprechen. Schwierige Lebensumstände und Verzweiflung lassen auch solche Dinge manchmal in einem Licht erscheinen, durch das man denkt „Hey, die bieten mir einen Ausweg an“, selbst wenn dieser Ausweg nur eine Illusion ist.
          Das Video fehlt leider. :)

          Iiih, bäh, pfui, bitte keine Schöne Neue Welt!

          Ich hoffe, dass unsere Politiker genau die von dir genannten Punkte befolgen, fürchte aber eben, dass sie genau das nicht auf die Reihe bekommen.

          Mit „Bevölkerung“ meinte ich eigentlich alle Nicht-Politiker in Europa bzw. der EU. Denn die Schockwirkung war ja nicht auf Paris beschränkt. Klar wird es da weitergehen, ich habe mehr gegrübelt, ob durch die Anschläge der Fremdenhass weiter ansteigt, was du ja auch erwähnst.
          Ich hoffe, dass dein Bauchgefühl da stimmt. ;) Denn Abschottung wäre auch keine Lösung. Die USA sehen das allerdings scheinbar anders und arbeiten wohl schon daran, nun gar keine Flüchtlinge mehr aufnehmen zu müssen, weil das ja alle radikale IS-Kämpfer sind und demnach ein Sicherheitsrisiko … -.-

          Da hast du mich erwischt, hab ich doch glatt die EU mit Europa gleichgesetzt. Sorry, gemeint war wirklich die EU. :) Ich bin auch sehr gespannt, wie zerbrechlich das System nun nach Währungs-, Flüchtlings- und eventueller Angstkrise wird …

          Aber es geht ja eben irgendwann weiter, vielleicht schaffen wir das mit der Klimawandelverhinderung doch noch …?

          Naja, ich stelle alle Fragen, die mir einfallen, denn vielleicht kann mir sie jemand beantworten, der sich sonst nicht gefragt gefühlt hätte. ^^ Das große Problem bei diesem „Klarmachen“ ist ja leider das „wie“. Wäre schön, wenn die Erkenntnis einfach von selbst bei allen auftauchen würde „Menschen umbringen hilft nicht!“. Aber ich zweifle daran, dass wir mit einem Infovideo zu diesem Thema plötzlich alle entradikalisieren können.
          Religion an sich ist nichts Schlimmes, die meisten der uralten religiösen Schriften enthalten sicher auch viel Weisheit, das Schlimme entsteht dann, wenn Leute anfangen in diese Schriften Aussagen hinein zu interpretieren, die ihre eigenen Interessen unterstützen.

          Zwei Wochen? Okay, dann haben wir ja noch ein paar Tage. Hoffen wir, dass bis dahin noch keine totale Überwachung hochgefahren wurde und die auch danach nicht kommt.

          Danke! Ich konnte einiges damit anfangen, habe mich aber ziemlich kurz gehalten, damit wir nicht die nächsten zwei Jahre hin und her kommentieren. Ich hoffe das stört dich wiederum nicht. :)

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          1. :D Solange du dafür keine 90 Minuten gebraucht hast. Nein, wir können das Thema gerne abkürzen… Dürfte ich dir nochmal meine Schillerüberlegung erklären?

            Schiller meint: Da keine Erfahrung der Menschheit so lehrreich für ihn selbst und seine Nachkommen sind wie die seiner menschlichen Fehler und Irrwege. Man sollte ja eigentlich aus den Fehlern für andere lernen, also hoffe ich das unsere Ur-Ur-Ur Enkel aus unseren Fehlern lernen und merken, dass Fremdenhass und Terror nicht der richtige weg sind.

            Schiller hat sich damals ja mit dem deutschen Rechtssystem beschäftigt und festgestellt, dass Menschen damals nur nach ihrer Tat verurteilt wurden. Je schrecklicher die Tat, desto grausamer der Mensch. Das mag zwar bis zu einem gewissen Punkt stimmen, doch nicht vollständig. Denn für jede Aktion gibt es einen Ursprung oder Ursprünge. Ich bin mir sicher würde man das ganze Leben und den Geist der einzelnen Selbstmordattentäter durchleuchten könnten wir diese Taten zumindest in einem gewissen Grad „logisch“ nachvollziehen können. Schreckliche Menschen sind eben auch nur Menschen. Auch wenn ihr „böse“ Seite definitiv mehr nach außen getreten ist als bei einem „Otto-Normalbürger“…

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            1. Nicht ganz, nein. :D Ich habe mir Mühe gegeben schnell zu schreiben und nicht zu viele wichtige Dinge zu übersehen. :D

              Klar, immer her mit den Erklärungen! ^^
              Ach, das wusste ich gar nicht, für was sich der Herr Schiller so alles interessiert hat. Spannend! Da könnte er Recht mit haben, Fehler sind auf jeden Fall sehr lehrreich. Ich glaube das ist der Punkt, der das Leben als Historiker sehr frustrierend machen kann: Nämlich, dass wir eben viel zu selten aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Aber hoffen wir einfach mal, dass sich die Menschheit weiterentwickelt.
              Na dann stimmen wir da ja meinungstechnisch überein. Bei allen Taten und Entscheidungen spielen immer der Mensch, der die Entscheidung trifft, die Umstände und seine bisherige Lebenserfahrung eine Rolle. :)

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            2. Gute Idee. Mensch, ich glaube langsam ich sollte meine Kommentare und Kommentarspalte mal an der Uni aushängen. „Forschungsprojekt für Soziologir gesucht? Hier findet ihr Ideen!“ :D
              Musst du deine Links wohl mal besser erziehen ^^ Ich kann leider erst demnächst wieder Videos gucken, da unterwegs und kein Wlan :(

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    1. Das ist sehr einfach zu beantworten. :) Es sind sicherlich einige Menschen betroffen. Aber die genannten Regionen haben einfach zu wenig Geld und Status, als dass Attacken dort als Angriff gegen dieses „uns“ gewertet werden würden, das die westliche Welt ausmacht. Das wird dann weniger als „Angriff gegen die Demokratie/Werte/Menschlichkeit“, sondern oft nur als „So ist das nunmal leider dort“ gewertet. Also zumindest kommt es bei mir oft so rüber. Harte Realität, aber die Menschen, die weiter weg und uns oberflächlich betrachtet unähnlicher sind, können wir eher verdrängen.

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