Random Grammatik-Gedöns des Tages! ^^

Ich sitze gerade an einem öffentlichen PC und schreibe Bewerbungen. Im Gegensatz zu meinem Schrott-Lappi, den ich seit ungefähr anderthalb Jahren schon mal platt machen und neu aufsetzen wollte, hat der hier nämlich Word. So ein richtig echtes Textverarbeitungsprogramm! Ich muss nicht alles mit Google-Docs machen! :O :O :O Dat feeling of Professionalität. *~* Jedenfalls habe ich jetzt schon zwei geschrieben und warte auf die Rückmeldung zu meinem Gebrabbel in der letzteren und auf die Rückmeldung von jemanden, der mir sagen soll, ob ich ihm das digital oder nur per Post schicken darf. Stellenanzeigen sind da nicht immer so 100 -%-ig eindeutig.

Jedenfalls dachte ich mir, ich könnte meine Wartezeit ja mal sinnvoll nutzen und Kommentare beantworten (war dann sogar nur noch einer :D), anstatt wie zuhause weiter meine Playlist mit 191 Videos von sich gegenseitig in den Kopf schießenden Menschen zu schauen. Also Letsplays jetzt, keine gruseligen Horror-Splatter-Videos. Blutspritzer durch Headshots sind virtuell irgendwie meist wesentlich unbeeindruckender als ein Papierschnitt am kleinen Finger in der Realität. Also finde ich. Wobei ich mich bisher weder virtuell mit einem Blatt Papier geschnitten, noch in der Realität jemandem beim Leute erschießen zugeschaut habe. Eine Erfahrung, die ich mir gerne auch weiterhin selbst vorbehalten möchte. Ich weiß, sehr unspannend. Aber so sind Bewerbungen schreibende Menschen eben. Furchtbar unspannend. Um mich herum machen bestimmt alle voll sinnvolle Dinge. Deswegen verfalle ich jetzt in das Hipster-Schema der ganzen Menschen, die mit ihren MacBooks in Cafés sitzen. Tippen, um nicht aufzufallen. Es weiß ja keiner, was ich dabei für einen Schwachsinn fabriziere. Also außer euch. Und ihr seid das ja gewohnt, nich‘? ^^ Oder heißt es „gewöhnt“? Das ist eine dieser Sachen, die mich jedes Mal wieder in den Wahnsinn treiben, weil mich sadistische Germanisten damit gerne aufziehen. „Du weißt ja nicht einmal, worin der Unterschied zwischen „aufgehangen“ und „aufgehängt“ besteht, ahahahaha!*distinguiert Tee schlürf*“

Jepp. Genau so verhalten sich alle Germanisten, die ich kenne. Haben immer ihren Notfall-Tee dabei, für den Fall, dass ein hämisches Lachen gefragt ist. Nein, ich glaube die letzten Menschen, die mich mit meiner grammatikalischen Unfähigkeit geärgert haben, waren ein Geschichtsstudent und jemand, der äh Sozialarbeit glaube ich macht. Irgendetwas soziales jedenfalls. Und wer nur verstaubte Texte über tote Könige liest oder den ganzen Tag nett zu anderen Menschen sein muss, der kann anscheinend abends schon mal grammatikalisch anspruchsvoller werden.

Ich habe jetzt jedenfalls nachgeschaut, damit ihr auch etwas von meiner Wartezeit habt. Also „gewohnt“ und „gewöhnt“ scheinen mir laut der Duden-Definition fast die gleiche Bedeutung zu haben, nur dass man „sich an etwas gewöhnt“ und „eine gewohnte Umgebung“ hat. Das eine ist also ein Verb und das andere … nich‘. Das reicht mir nun schon, um mein ewiges Dilemma aufzulösen. Falls ich es nicht gleich wieder vergessen sollte. :D

Was das Rumgehänge angeht, so ist das eine der Verwurschtelungen im allgemeinen Sprachgebrauch, die dazu geführt hat, dass zum Beispiel keiner mehr die eigentlich korrekte Form von „erschrecken“ verwendet. Theoretisch müsste man wohl „Ich bin erschrocken!“ ausrufen – aber fast jeder erschrickt mit einem „habe mich erschreckt“, obwohl man sich grammatikalisch dafür mit einer gruseligen Maske vorm Spiegel begegnen müsste. Also wenn ihr nicht gerade von eurem eigenen morgendlichen Anblick vor dem Spiegel einen halben Herzinfarkt bekommt (jaaa, das geht auch nicht, ich weiß), dann seid ihr erschrocken, weil euch jemand anderes erschreckt hat. Sagt das Internet. Und die Grammar Nazis im Internet haben doch immer Recht. ;) Aufhängen, aufgehängt und aufgehangen ist wohl ähnlich. Korrekt wäre da laut Internet „Ich habe das Bild aufgehängt.“ Denn das starke Verb hängen (hängt, hängte, hat (auf)gehängt) wird verwendet, wenn man selbst etwas tut und das schwache Verb hängen (hängt, hing, gehangen) verwendet der schlaue Internetnutzer, wenn irgendetwas einfach irgendwo passiv rumhängt. Also „Ich habe die Leiche aufgehängt.“, aber „Die Leiche hing an der Decke.“ um noch einmal bei den vollkommen unverstörenden Bildern aus meinen LetsPlays zu bleiben. Ich hoffe ihr verzeiht mir die Morbidität. Das macht es mit mir, wenn ich mich mit anderen Menschen umgebe! Ich schreibe über grammatikalische Kleinigkeiten und aufge … hängende Leichen! o_O

Immerhin konnte ich zwischendrin ein wenig an meiner Bewerbung weiterschreiben. Vielleicht sind es auch einfach die Bewerbungen, die mich so fertig machen. Immer muss man allen erzählen, wie toll man ist und dass man der besteste Kandidat für diese oder jene Stelle sei und die Stelle ja ohnehin noch viel toller und das Unternehmen erst! Mensch! Das grandioseste Ding seit der Erfindung des Feuers! Ich werde vermutlich nie richtiges Marketing machen können, weil mir das so gegen den Strich geht. :D Es sei denn ich darf nur Sachen vermarkten, die ich alle wirklich total toll finde. Ich befürchte nur irgendwie, dass das schwierig werden könnte. Ich bin ja kein Youtuber mit Milliarden Abonennten und kann mir meine Product Placements aussuchen. Vielleicht sollte ich doch mal selbst damit anfangen, anderen Leuten virtuell schlimme Dinge anzutun. Es gibt ja immer irgendwen, der sich solch verstörende Dinge in seiner Freizeit anschaut. Leider wäre ich vermutlich so schlecht im Spiel und so ununterhaltsam, dass es sich dann doch wieder keiner anschauen würde. (Selbstbewusstsein, whoooo! :D) Nein, ich spinne nur rum und plane keinen LetsPlay-Kanal, keine Sorge. Ich bleibe euch tippend und stumm erhalten. Vorerst. Falls ich nicht doch zu lange arbeitssuchend bin und deshalb auf dumme Ideen komme. :P

Wie ist das so bei euch? Könnt ihr in der Öffentlichkeit gut arbeiten? Oder habt ihr auch immer das Gefühl, dass die Menschen neben euch mitlesen und euch für seltsame Psychopathen halten, weil ihr zugegebenermaßen ein weeeeenig wirres Zeug schreibt, in dem leicht seltsame Beispiel für vollkommen unschuldige Grammatikregeln verwendet werden? :D Ich hoffe ich konnte euch weiterbilden oder unterhalten oooooooder vielleicht ja sogar beides! :> Die Hoffnung stirbt zuletzt und so! (Und dann werde ich sie aufgehangen haben tun, jaja …) Wer in diesem Artikel Grammatik- oder Rechtschreib-Fehler finden sollte, der teile mir dies angemessen hämisch inklusive Korrektur und Teegeschlürfe mit, ja? Dankeeeee! :D

Einen random flauschigen Abend wünsche ich euch! ^^
Eure 0utofjoint =)

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9 Kommentare

  1. Ich bin zu müde, um Grammatik zu korrigieren. Aber gleichzeitig auch nicht weil… Kaffee! Manchmal fühle ich mich wie ein Motor, der mit Koffein betrieben wird :O

    Das was manche gute Lets Plays ausmacht, ist die Tatsache, dass der Spieler am rumfailen ist und der Zuschauer sich schon die Haare rauft :D Man sollte dann nur die Kommentare meiden… dort wimmelt es dann nämlich nur so von Ultra-Mega-Vollpros, die sowieso alles im Spiel besser können und einen 360-no-scope mit verbundenen Augen können *augenrollgeräusch*
    Also ich würde mir LetsPlays von dir ansehen, wenn diese auch nur halb so amüsant sind wie deine Beiträge hier :D

    Viel Glück mit den Bewerbungen!

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    1. Aber sinnvoll ist das nich. :D Ich kenne das Problem mit zu hellen Handybildschirmen vorm schlafengehn. *LEUCHT* „Ich bin noch nich müde, aber eigentlich schon, noch ein Video … ich kann nich mehr geradeaus denken … aber schlafen auch nich, okay, noch ein Video … oh, es ist 2 Uhr nachts … ein Video noch!“ ^^

      Ganz deiner Meinung. Ich finde im Normalfall auch sympathisch failende Spieler unterhaltsamer als die Pros, verzeihung, die Pr0G4m3r, die innerhalb von 2 Sekunden das Spiel durch haben.
      :D Dankeschön! Also wenn ich jemals welche machen sollte, bist du einer der ersten, die es erfahren werden. ;) Also ich würde sicher direkt einen „threesixty-no-sco-ups-ich-hab-mich-selber-umgebracht-das-geht?“ schaffen. xD Und nochmal danke, vor lauter bewerben bin ich gar nicht zum antworten gekommen. Gruselig! o.o Am Ende werde ich noch vorbildlich fleißig, iih!

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  2. Wenn mir ein Gedicht einfällt, oder Zeilen / ein Thema für einen Artikel, wirst du mich überall tippseln sehen. Mir doch egal, ob da wer blöd schaut. Wenn ich es merke schaue ich auch und er / sie dann ganz schnell weg. Ich habe auch schon Elfchen bei Autofahrten diktiert, die Ärmste musste dann für mich schreiben. :D

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    1. Das ist eine gute Idee. Einfach einen Starr-Wettbewerb anfangen. ^^
      Herrje, das arme Elfchen muss während der Fahrt als Sekretärin herhalten :D Ich glaube ich könnte an ihrer Stelle nicht widerstehen beim Mitschreiben lustige Kommentare einzubauen. :)

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    1. Hehe, ja, ich wünsche dir viel Erfolg, du selbstsüchtiges Ding! ;)
      Stimmt, in Cafés kommt Lärm und die Ablenkung durchs andere Menschen beobachten hinzu. ^^ Ich sollte mal eine Vergleichsstudie starten. Bib: soundsoviele Bewerbungen, Café: welche Bewerbungen? o.o

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