Keine Ahnung, kein Plan, keine Verständigung – 0utofjoint in Japan

Hallo, ich bin in Japan! :D Ich bin seit Samstagabend hier, habe mich aber bisher noch nicht gemeldet, da das die anstrengendste Reise meines Lebens war. Alter … Ich sitze gerade bei meinem ersten Sojamilchkaffee in Japan und nutze das kostenlose WiFi in Fukuoka. Das ist die Stadt in Südjapan (Kyushu), in der ich in ein paar Stunden meinen Sprachkurs beginnen werde. 

Aber der Reihe nach. Wie war meine Anreise? Ahahahahahah …. O_O Entschuldigung, aber es war wirklich wirklich aufzehrend. Gestartet bin ich mit Halsschmerzen (Erkältungen haben ein noch besseres Timing als zufällige Ticketkontrollen) am Donnerstagabend. Erst mit dem Zug nach Frankfurt, wo ich dann bei einer lieben Freundin übernachten und meine Erkältung mit mindestens 12h Schlaf halbwegs auskurieren konnte. Freitag nachmittags wankte ich dann mit meinem ganzen Gepäck zum Flughafen und es ging los. Also nach ein paar Stunden. Der Flug hatte nämlich eine Stunde Verspätung. Da ist mir auch zum ersten Mal etwas passiert, was fast dafür gesorgt hat, dass ich meinen Hals hätte komplett vergessen können. Ich hatte zu wenig Wasser dabei. Ich! Zu wenig Wasser! Ich trinke meistens 4l pro Tag und aus Matschigkeit durch die Erkältung habe ich schlichtweg vergessen mir Wasser zu kahfen, bevor ich in den Flieger gestiegen bin. Gottseidank hatte ich die bereits erwähne Silikonwabbelflasche, weshalb ich wenigstens 0,75l Leitungswasser dabei hatte. Danke an die edle Spenderin der Rettungsflasche! ;_; 

Mit genügend Betteln habe ich dann insgesamt vielleicht 1-1,5l im Flieger geschafft, dachte aber dennoch beim Zwischenstopp ich müsste direkt einen Laden überfallen, wenn ich nicht schnellstens Wasser bekommen sollte. Glücklicherweise gab es am International Airport in Seoul gratis Wasserspender, an denen ich dann auch meine Flasche wieder auffüllen konnte. Und einen Starbucks mit Sojamilch. Die fünf Stunden Aufenthalt habe ich damit verbracht, einen Kaffee und einen Smoothie von dort in einem ruhigeren „Lounge-Bereich“ zu trinken und vollkommen beeindruckt von Asiaten zu sein. Ich weiß, rassistisch, aber das Klischee von asiatischen Wunderkindern hat sich leider während des Aufenthalts 5 m neben mir an ein herumstehendes Piano gesetzt und einfach mal göttlich gut gespielt. Ich saß staunend daneben und habe mich mal wieder gefragt, ob ich in meinem Leben eigentlich irgendwann mal irgendeine so beeindruckende Fähigkeit gelernt habe. Immer diese einschüchternden Asiaten! ^^ Die Mutter stand übrigens daneben und hat ihren Sohn stolz gefilmt. Nach diesem spontanen Konzert bin ich dann eigentlich bis zum wieder verspäteten Flug ziellos herumgerannt und habe den ziemlich coolen Flughafen bewundert, an dem es sogar ein koreanisches Kulturzentrum gibt, bei dem man kostenlos traditionellen Schmuck basteln kann. 

Siehe hiiiieer. ^~^ 

Und noch mehr Flüge

Weiter ins nächste Flugzeug für die anderthalb bis zwei Stunden nach Fukuoka. Zu diesem Zeitpunkt war ich übrigens schon seit gut 18h unterwegs und hatte im Flieger vermutlich nur 2h Schlaf. Aber gut. Dieses Mal mit genügend Wasser im Gepäck ging es ereignislos nach Japan. Bei meiner Ankunft stellte ich fest, dass es kaum eine halbe Stunde dauert mit allen anderen Ausländern zusammen die Passkontrolle hinter sich zu bringen und dass besagte Ausländer keineswegs ein Problem damit haben, japanische Angestellte zu ignorieren, wenn diese „NO CAMERA!“ rufen, aber ein K-Pop-Star nebendran steht und einreist. XD Da ich mir denken konnte, dass es sich vermutlich um einen koreanischen Popstar handelte, habe ich einfach mal die Koreanerin mit der Spiegelreflex neben mir gefragt, wer das sei, den sie so wild fotografiere. Sehr verständnislos ob meiner Unwissenheit lautete die Antwort schlicht: „Exo“ – nur falls ihr euch für K-Pop interessiert und mich nun anschreien möchtet, warum ich die jungen Herren nicht von hinten fotografiert habe, von denen ich nur die gefärbten Haare und im Zweifelsfalle noch die Gesichtsmaske erkennen konnte. Hach, Star sein is doch irgendwie überall gleich scheiße … xDNach der Einreise folgte das Warten auf Godot, bzw. den Bus, um damit zum andern Terminal und zur U-Bahn zu kommen. Japaner stehen gerne in Schlangen. Ich nich so. Vor allem dann nicht, wenn die Schlange etwa 50m lang und ich schwer bepackt bin. Ich habe erwähnt, dass mein Rucksack 19kg wiegt und ich noch einen vollen Laptoprucksack und eine Tasche mit meiner Spiegelreflex dabei habe? Nee? Dann stellt euch nun meine Freude angesichts langer Wartezeiten, zehnminütiger Fahrten in überfüllten Bussen, in denen ich nur die Handtasche abstellen konnte und den darauffolgenden Transfer vor. Erwähnte ich, dass ich danach zur U-Bahn und dann noch einmal umsteigen musste? Nein? Auch nicht, dass ich 10-15min Fußweg von der einen zur anderen Bahn schaffen musste und zwischendrin kurz dachte, dass ich einfach mitsamt meines Gepäcks umkippe? Dann wisst ihr’s nun. :D Ich muss definitiv Zeug loswerden, bevor ich weiterreise. Das geht so auf gar keinen Fall! 

Als ich gegen 22h in der Unterkunft ankam (etwa 3h nach meiner Landung o.o), war ich jedenfalls so fertig wie selten in meinem Leben. 

Soo viele freundliche Menschen :o

Bisher waren alle sehr nett und ich habe mich schon mir den unterschiedlichsten Leuten unterhalten. Einige Otakus waren übrigens dabei. Und ich wurde schon gefragt, ob ich nicht mit ins Maid-Café kommen möchte. :D 

Das ist übrigens das Manga-Regal in der Küche meines Dorms. ^^

Auch in der Unterkunft sind alle sehr nett und ich habe heute erst von einem Chinesen und seiner Freundin als ich anfangen wollte zu kochen ihren zuviel zubereiteten Reis angeboten bekommen (Klischee, I know^^) und danach hat er spontan mein Essen für mich gekocht. Das hatte ich auch noch nicht, einen persönlichen Koch. xD Danach gab es ein multikulturelles Sprachwirrwar, während die beiden aus China versucht haben mit mir, die ich kein Japanisch spreche und einem Koreaner, der kein Englisch spricht, ein Gespräch zu führen. Eine Herausforderung, sag ich euch! :D

Sprechen Japaner wirklich kein Englisch?

A propos Sprache. Komme ich mit meinem nichtvorhandenen Englisch zurecht? Das hängt ganz davon ab. Die meisten verstehen einen besser, wenn man gestikuliert, als wenn man nur Englisch redet. :D Dafür hat eine Verkäuferin mich im Supermarkt auch von sich aus in perfektem Englisch angesprochen, nachdem ich gefühlte 10min lang versucht habe eine Inhaltsstoffliste mithilfe von Google Translate zu übersetzen. Mit ihrer Hilfe ging das wesentlich schneller. Aber vor allem an Kassen bin ich regelmäßig verwirrt, weil die Kassierer einfach durchgehend reden und ich keine Ahnung habe, was davon zu den Höflichkeitsfloskeln zählt und was wirklich Dinge sind, auf die man reagieren sollte. Auch bei Yodobashi Camera zum Beispiel, einem riesigen Elektronikladen war mein semivorhandenes Anfängerjapanisch bei einem Verkäufer sehr notwendig:  „Etooo…eigo desu ka? Iie? Oh … Anoo … adapteru for passokon? Powaa adapta, hai! Aah, beesement desu ka? Arigatooou!“ Ich hoffe niemand unter den fließend Japanisch sprechenden ist gerade verstorben … xD Ein anderer Verkäufer hat uns wiederum von sich aus angesprochen und uns erklärt, welche SIM-Karte man für drei Monate in Japan nutzen kann. Es variiert also stark. :) 

Ich werde mich nun – da es hier ja nur 28 Grad bei 1200% Luftfeuchtigkeit sind – zum ersten Mal mit einer japanischen Waschmaschine auseinandersetzen. Wünscht mir Glück! ^^‘ Ähem. Kurzer Nachtrag: Ich hoffe mittlerweile einfach nur noch meine Wäsche überlebt … ;_;

Ich bin leider immer noch nicht zum Filmen oder Fotografieren gekommen, weil ich den ganzen Tag nur auf der Suche nach Essen durch Bahnhöfe oder Supermärkte renne und mich dabei in ungefähr 2 von 3 Fällen verlaufe und andere Menschen nach der Übersetzung potenziellen Essens frage. Das meistens aus Onigiri, also Reisbällchen, besteht und dementsprechend nahrhaft ist. Also kalorientechnisch vermutlich schon, aber nährstofftechnisch vermutlich nicht. O.O

Ich hoffe ihr habt einen flauschigen und missverständnisfreien Tag, Abend oder was auch immer gerade bei euch ist. :D Ich gehe mich dann jetzt mal weiter um meinen Wäsche kümmern und dann ins Bett. 

おやすみなさい!Gute Nacht ^~^ 

eure überforderte 0utofjoint =)

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7 Kommentare

  1. Ersteinmal Herzlichen Glückwunsch zur eigenen Domain ;)

    Zweitens… Oh Gute Besserung! Ja diese fiesen Erkältungen zumal sie durch den Flug ja nie besser werden… Aber ich denke in Japan bekommst du genug Zee für die Bekämpfung dieser fiesen Bazillen!

    Und…. ihr habt im Dorm kein W-Lan?!
    und damit auch keinen übersetzer o.O Herausfordernd^^

    Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Spaß und Freude während deines Aufenthalts…

    und warum zur Hölle hast du Exo nicht fotographiert! Ich hätte damit glatt eine ätzende Mitschülerin so neidisch machen können, die ist quasi von denen bessesen… Nächstes mal passt du dich einfach deiner Umwelt an und knippst genauso drauf los xD

    Ist der Sojalatte eigentlich dort günstiger? Und sind Matcha- KitKats eig. vegan?

    Gefällt 1 Person

    1. Danke danke :D Leider bin ich immer noch nicht zur Befüllung gekommen :(
      Ich hab es überstanden, der anstrengende Marathon nach dem Flug hat es mich vielleicht einfach ausschwitzen lassen. xD

      Nur in der Küche. Aber das hilft mir halt auch nich beim Einkaufen ^^‘
      Danke danke! :)
      Weil ich nicht mal gewusst hätte, wer von den anstehenden Menschen zur Gruppe gehört und wer nich? XD Und außerdem finde ich Menschen zu fotografieren generell irgendwie meh. Also sorry, aber es werden vielleicht auch in Zukunft keine Exo-Fotos kommen :’D
      Naja, man zahlt bei dem Laden, wo ich grad das Wlan nutze, nich in dem Sinne extra, weil du extra „Sojalatte“ bestellst, aber es kostet ca. 30¥ mehr als der normale Café Latte, von daher isses wohl ähnlich :) Ne große Soy Latte kostet umgerechnet ca 4,22€ und normale 3,96€. Matcha-Kitkats hab ich hier noch gar nich gesehn, aber ich hab eh noch NICHTS gesehn, außer dem Bahnhof O_O Äh, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die mit Milch sind. ^^ Brot is hier übrigens auch nie vegan, weil eigentlich immer Milch drin is, soweit ich weiß. Aber deutsches Brot gibt’s eh nur in der Spezialbäckerei :D

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