Takamatsu, Japan

Hallo Vergangenheits-Ich – Eine Quasi-Roast-Yourself-Challenge

Habt ihr das manchmal, dass ihr euch an Dinge erinnert, die ihr irgendwann mal gemacht habt und euch fragt, wie zum Teufel ihr damals auf so eine strunzdumme Idee (schönes Wort btw) gekommen seid? Also ich hab das nich. Ich liege nur manchmal abends im Bett und erinnere mich spontan daran, wie peinlich ich mich in bestimmten Situationen verhalten habe, versenke mein Gesicht trotz nicht-vorhandener Zuschauer und mangelnder Beleuchtung in den Händen und frage mich: „Warum sind eigentlich Leute mit dir befreundet?“

Aber abgesehen von diesen leichten Selbstzweifeln und der entnervenden Beschäftigung mit längst vergangenen Geschehnissen, an denen man eh nichts mehr ändern kann, gehe ich relativ selten davon aus, dass ich aufhören sollte, mit dem Rest der Welt zu kommunizieren. Heute bin ich geradezu überschwänglich, ich weiß! Meistens überdenke ich Dinge dann, wenn ich einen Anlass dazu habe, also zum Beispiel neue Informationen bekomme oder zufällig an ein Thema erinnert werde, mit dem ich mich schon einmal beschäftigt habe, und feststelle, dass meine jetzige Meinung vielleicht gar nicht mehr meiner damaligen entspricht. (Darüber, dass sich Menschen ändern können, habe ich sogar schon mal einen Artikel geschrieben! :D)

Dumm ist das dann, wenn man über solche Themen bereits Artikel verfasst hat. Zu meinem Glück ist mein Gedächtnis so schlecht, dass ich nicht auch nur annähernd aufzählen könnte, über welche Dinge ich bereits Artikel geschrieben, geschweige denn, was ich daran so von mir gegeben habe. Jaja, ich bin schon eine gute Autorin. Das ist doch die Definition von „gut“, wenn man die eigenen Texte nochmal lesen und darüber lachen kann, als hätte man die eigenen Witze noch nie gehört. Oder?

Ich konnte schon immer andere Leute an die Wand reden, äh, schreiben!

Ich habe jedenfalls mal durch meine Beiträge hier gescrollt und geschaut, was ich so finde. Dabei habe ich festgestellt, dass ich zu Anfang meiner Bloggerei ja ziemlich auf Anime und Manga fokussiert war und teilweise echt unglaublich viele Artikel rausgehauen habe. Irgendwie war ich anscheinend auch schon vor einer Weile besorgt darüber, dass nicht alle Menschen auf diesem Planeten gleich behandelt werden und habe mir Gedanken darüber gemacht, ob und inwiefern ich selbst Vorurteile habe und wie Vorurteile entstehen. Außerdem habe ich schon immer dazu geneigt, bei sämtlichen Blog-Awards die Beantwortungslänge der Fragen ins Unendliche zu strecken.

Interessanterweise, das ist mir jetzt erst aufgefallen, habe ich in den letzten Artikeln doch ein wenig unflapsiger vor mich hin gebrabbelt, als ich das zu Beginn meiner glamourösen Karriere als weltbeste Bloggerin dieses Blogs getan habe. Da fragt man sich doch, ob einem in Japan die spontan einsetzende Humoristik abhanden gekommen ist, ob es mangelnder Übung oder dem Versuch professioneller zu wirken geschuldet ist oder ob man am Ende wohlmöglich noch erwachsen werden könnte. Iiiiiiiihh! Was jedoch immer noch der Fall ist, dass ich Sätze anfange, mittendrin entscheide, dass ich das vielleicht auch anders ausdrücken könnte und dann ein bedauernswertes Hilfsverb alleine herumstehen lasse, da ich meine Artikel immer noch nicht mehr als anderthalb Mal durchlese.

Achja und Sätze, die alle nach einer Zeile rum wären, wärn ja auch langweilig, oder? Da müsste man sich ja nich konzentrieren, um im Kurzzeitgedächtnis, das übrigens nur vier Sachen gleichzeitig jonglieren kann, alle Haupt- und Nebensatz-Anfänge, die sich zufälligerweise während meines Gedankenprozesses ergeben und in der Tat sehr oft keinerlei Struktur oder Durchdachtheit haben, irgendwie zu behalten und herauszufinden, ob dieser Satz nun Sinn ergeben hat und ob sich darin überhaupt eine einzige Aussage oder nur hysterisch herumhüpfende Nebensätze befanden, die der Illustration des schriftstellerischen Talentes dienen … Ich hoffe ihr stellt euch gerade ein Hirn vor, das verzweifelt versucht, den Anfang des letzten Pseudo-Satzes inklusive aller offenen Hilfsverb-Konstruktionen gleichzeitig zu jonglieren, während den Verben vor lauter Konfusion bereits übel wird. Falls euch ebenfalls übel geworden sein sollte, dann tut es mir leid, aber die Versuchung war zu groß. :D

„Den Anime fand ich mal gut?“ vs. „Der Manga ist immer noch awesome!“

Aber à propos Sinn! Was war jetzt eigentlich nochmal der Sinn dieses Artikels? Ich habe in letzter Zeit sehr viel herumreflektiert und bin neben den bereits erwähnten Selbsterkenntnissen noch zu der Erkenntnis gekommen, dass sich meine Meinung in Bezug auf einige Dinge innerhalb der letzten Jahre (oder sogar des letzten Jahres) geändert hat. Einerseits liegt das daran, dass ich manchmal sehr emotional an Artikel herangegangen bin und daher begeisterter oder empörter war als ich das nach gründlicher zweiwöchiger Überlegung gewesen wäre. Andererseits liegt es auch daran, dass sich manche Dinge im Lauf der Zeit verändert haben.

Worauf ich mich beziehe, sind einerseits Dinge wie Animes oder Mangas, bei denen ich im Nachhinein doch gar nicht mehr sooooo begeistert war, wie direkt nach dem Schreiben des Reviews oder bei denen ich vom Ende einer Reihe und dem Gesamteindruck sehr positiv überrascht wurde. Konkret ist beispielsweise „Assassination Classroom“ zu einem meiner Lieblingsmangas geworden, während der Anime „Akame ga Kill“, von dem ich ursprünglich ziemlich begeistert war, mittlerweile bereits zu 80 % in den Tiefen meines schlechten Gedächtnisses vergraben wurde und den ich mir vermutlich kein zweites Mal anschauen würde.

Ich gestehe Fehler ein. Übernehme ich damit Verantwortung?

Auf Real Life Ereignisse bezogen, muss ich zugeben, dass ich beispielsweise mittlerweile meine Empfehlungen für manche Youtuber zurückziehen würde und schmollend die Kritik bestimmter Menschen hinnehmen werde. Soll heißen, dass sich der von mir in einem Youtube-Überblick empfohlene Andre Teilzeit mit einigen Verhaltensweisen und sehr konfrontierenden Videos ein wenig ins Aus manövriert hat. Zur Zeit als ich ihn empfohlen habe, hat er über Toleranz, Ausgrenzung und den Umgang mit psychischen Krankheiten geredet.

Das tut er immer noch, jedoch mittlerweile (oder es ist mir vorher nur nicht so stark aufgefallen) oft auf eine selbst sehr intolerante Art. Zusätzlich – hmm, das klingt jetzt doof, da es von mir kommt, aber lasst mich ausreden! ^^ Zusätzlich hat er in vielen seiner Videos, die sich mit schwierigeren Themen wie Depressionen oder Sozialphobie beschäftigen, Whiskey vor der Kamera getrunken. (Weiterlesen, sach ich!) Trinken vor der Kamera finde ich generell nicht toll, aber wenn jemand aus irgendeinem Grund gerne ein Glas Wein trinkt, während er oder sie seine Vlogs macht, dann soll mir die prinzipielle Tatsache, dass die Person alkoholische Getränke mag, herzlich egal sein. Das Problem beginnt bei dem Bild, das man seinen Zuschauern damit vermittelt. Sitzt ein Michael Buchinger mit einem Glas Wein auf seinem Sofa und nippt, während er über Dinge, die er oder seine Zuschauer hassen, ablästert, dann kann man das einfach als „Der mag halt Wein.“ abtun. (Ob er in anderen Videos, in denen er zuviel getrunken hat, noch ein gutes Vorbild sein kann, lassen wir mal außen vor, da er gerade der einzige Youtuber mit solchen Videos war, der mir spontan einfiel und ich eine Vergleichsperson brauchte. Sorry!)

Redet man jedoch in einem Video davon, dass es einen entspannt, wenn man Whiskey trinkt und man sich sonst nicht so wohl vor der Kamera fühlt, dann ist das eindeutig ein Kompensationsmechanismus für das Problem, das man mit diesem vor der Kamera stehen hat. Und spricht man im gleichen Video mit oft recht jungen und/oder leicht zu beeinflussenden Zuschauern über Problembewältigung im Alltag bei Sozialphobien, dann ist das einfach nur ein Paradebeispiel für die Suggestion „Mit Alkohol geht’s besser!“. Schön, wenn das beim jeweiligen Youtuber funktioniert und er mit den etwaigen Folgen (Abhängigkeit etc.) zurecht kommt. Unschön allerdings, wenn dadurch den Zuschauern Alkohol als Lösung (Jaja, Alkohol ist ein Destillat, keine Lösung, wir kennen den Witz …) suggeriert wird. Zuschauern, die vielleicht nicht nur zwei Gläser whatever pro Woche trinken, wenn sie ein Video aufnehmen, könnten dann vielleicht noch eher auf die Idee kommen, jeden Tag vollkommen andere Probleme mittels oraler Destillat-Applikation zu bewältigen.

Als Mensch in der Öffentlichkeit sollte man einfach eine gewisse Verantwortung übernehmen und die nicht einfach in der Abstellkammer einsperren, weil sie einem zuviel Aufwand macht. Denn man vermittelt seinen Zuschauerinnen und Zuschauern durch die eigenen Aussagen und das eigene Verhalten gewisse Werte, ob man das nun wahrhaben will oder nicht. Daher ziehe ich die Empfehlung aufgrund mangelnder Selbstreflektion des Youtubers zurück, auch wenn ich die Inhalte der Videos je nach Thema und Umsetzung trotzdem noch gut finden kann.

Meine Überleitungen sind die besten! Von Youtube zur Kindheit … o.ô

Wo wir beim Thema Verantwortung sind. Ja, ich gebe es zu. Jan Böhmermann ist nicht so grässlich, wie ich ihn fand. Das Problem an dem Mann ist einfach, dass er durch seine bloße Anwesenheit auf meinem Bildschirm bereits Aggressionen in mir auslöst und ich noch dazu (oder vielleicht deswegen?) etwa 70 % seiner Witze nicht einmal im Ansatz lustig finde. Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass er teilweise übers Ziel hinaus geschossen ist, wenn es um die Formulierung seiner Kritik ging, aber muss eingestehen, dass er sehr häufig sehr berechtigte und notwendige Kritik geäußert hat. Mögen tu ich ihn trotzdem noch nicht. Aber erst meine Selbstreflektionsphase hat mir noch einmal bewusst gemacht, dass die Antipathie, die ich gegen sein Öffentlichkeits-Ich habe, dazu beigetragen hat, dass ich seiner eigentlichen Kritik nicht zustimmen wollte. Doof irgendwie, wa?

Aber fahren wir fort mit der „Roast Yourself Challenge“, zu der das hier allmählich ausartet. (Falls euch das nichts sagt, das war vor ein bis zwei Jahren so ein Ding, bei dem sich Youtuber nominiert haben, einen Disstrack über sich selbst zu machen. Was teilweise in sehr lustigen und teilweise in „Fremdschämen über 9000“-Resultaten endete …) Bei meiner lustigen Selbstreflektionsreise ist mir dann übrigens auch aufgefallen, dass ich glaube ich ein ziemlich furchtbares Kind war. (Dieser gekonnte Themenwechsel! xD) Das interessiert euch vermutlich brennend, aber ich habe mir mal ein paar Erinnerungen ins Gedächtnis gerufen und festgestellt, dass ich im Nachhinein betrachtet an der sozialen Front eigentlich permanent überfordert war. Was ja okay wäre, wenn ich das nicht durch Pampigkeit und andere schlechte Eigenschaften ausgeglichen hätte. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern, ob ich mich als Kind oft mit meinen Eltern gestritten habe, aber ich weiß zum Beispiel, dass ich damals nullkommagarnichts kritikfähig war. Wer mir also in der Grundschule erklärt hat, dass ich irgendwo falsch lag, konnte damit rechnen, dass ich spontan schmollend in einer Ecke stehen und die Person hassen würde. ^^

Ich weiß doch so gerne Sachen besser! ;_;

Ich glaube das lag daran, dass ich bis zum heutigen Tage auch ein bisschen besserwisserisch bin. Okay, man könnte auch „klugscheißerisch“ schreiben, aber das klingt so unfreundlich und ich will mich ja nicht roasten…oh. Ja gut. Klugscheißerisch scheine ich immer noch zu sein. Mittlerweile wohl nicht mehr so schlimm wie früher, aber ich erkläre immer noch gerne anderen Menschen Dinge und scheinbar bemerkt mein enthusiastisch erklärendes Selbst dann nicht immer, ob mein Gegenüber einen „Janee, is mir schon klar“-Blick oder einen „Wie jetzt?“-Blick drauf hat. Weshalb ich von ein paar Freunden bereits mehrfach etwas angepisst darauf hingewiesen wurde, dass ich sie doch nicht immer behandeln sollte, als seien sie blöd. Tschuldigung? o.o

Ich glaube das hier wird jetzt spontan so ein Seelen-Striptease. Meiner Ansicht nach liegt diese Neigung zum Besserwissertum nämlich darin begründet (schön, dass ich das mit der virtuellen Bibliothekarinnenbrille auf der Nase formuliere …) naja, ich glaube das liegt einfach daran, dass ich als Kind eigentlich nur für meine Intelligenz gelobt wurde. Das war immer so das einzige, was ich hatte. Weshalb es mich auch heute noch ein wenig trifft, wenn mir jemand mit Absicht bewusst macht, dass ich (oh Wunder!) nicht die intelligenteste Person auf diesem Planeten bin. Is‘ halt so. ^^ Zu beurteilen, ob ich heute allgemein kritikfähig bin, überlasse ich wohl lieber meinem Umfeld. :D Wobei es an mir selbstverständlich keinerlei kritikwürdige Dinge gibt! (Sagte sie während sie über ihre schlechten Eigenschaften herzog …)

Und deswegen will ich keine Kinder. :D

Neben einer Neigung zum Besserwissen war ich glaube ich auch deswegen ein schwieriges Kind, weil ich nicht nur Probleme hatte, mit anderen Menschen zu interagieren, sondern auch häufiger Mal sehr sehr negative Gefühle gegenüber anderen Menschen hegte. Was jetzt nicht heißt, dass ich mich geprügelt habe. Aber fangen wir von vorne an. Ich habe einen größeren Teil meiner Kindheit in Krankenhaus verbracht und durfte aufgrund eines kaputten Hüftgelenks seit der zweiten Klasse nicht mehr am Sportunterricht teilnehmen. Das ist etwas, das ich bisher vermieden habe, öffentlich hier im Blog zu erwähnen, aber mir ist letztens aufgefallen, dass ich auch bei neuen Bekannten dieses Thema oft vermeide, auch wenn es mich heute immer noch beeinflusst, auch wenn es ja an sich keine ultradramatische Geschichte ist. Jedenfalls konnte ich nie irgendwelchen Mannschaftssport oder auch nur Schulsport machen. Was dafür gesorgt hat, dass ich es heute immer noch bewundernswert finde, wenn Menschen, die beispielsweise permanent im Rollstuhl sitzen, Fußballfans sind und die Fußballer ohne Neid für ihre Leistungen bewundern können.

Als Kind durfte ich zwei Jahre lang sogar auf der Ersatzbank sitzen und musste anderen beim Sportunterricht zuschauen (danke an den sadistischen Sportlehrer an dieser Stelle, der es mir sogar verboten hat, Musik zu hören oder Bücher zu lesen, weil ich ja zuschauen sollte, um zu wissen, was ich alles nicht machen kann). Bei mir haben sämtliche sportlichen Veranstaltungen daher bedauerlicherweise keinerlei Bewunderung für die Leistung der anderen ausgelöst. Im Gegenteil habe ich alle Menschen beneidet, die sich so bewegen durften, wie sie wollten, keine Krücken mit sich herumschleppen mussten (was ich bis zur ääh 10. Klasse ungefähr getan habe) und ich hätte denen am liebsten besagte Krücken gegen den Kopf geschmettert.

Ich war wohl definitiv ein Kind mit unterschwelligen Aggressionsproblemen. Glücklicherweise aber körperlich auch so schwächelnd, dass ich mich nicht geprügelt habe und Schul-Amokläufe waren damals noch nicht in. Ahem, daher erschließt sich euch nun vielleicht auch die Herkunft meines ab und an durchscheinenden Zynismus. Meine immer noch nicht auf Hochglanz polierte Sozialkompetenz kommt hingegen vermutlich daher, dass ich einerseits sehr viel Zeit alleine und nur von Büchern und langweiligen Erwachsenen umgeben im Krankenhaus verbracht habe und andererseits daher, dass ich allein durch die Tatsache nicht herumsprinten zu können, relativ häufige Abwesenheiten, mangelnde Unterhaltungs-Übung und diverse orthopädische Gegenstände offensichtlich anders war als die anderen. Ein sich selbst verstärkendes Kreis-Dingsbums also.

Ich bin vielleicht Mangelware, aber trotzdem toll.

Ab der 10. oder 11. Klasse habe ich dann entschieden, nicht mehr mit Krücken herumzulaufen, weil „lustigerweise“ keinem der Ärzte auf meine Nachfrage hin einfallen wollte, warum ich das eigentlich seit Jahren tat (ratet mal, woher meine Abneigung gegenüber Ärzten kommt <3) und mir damit den Rücken ruinierte. Sozial kompetent war ich da immer noch nicht, obwohl ich natürlich der festen Überzeugung war, erwachsen, intellent und überhaupt total toll zu sein. Wenn ich nicht gerade in einer „Du bist der furchtbarste Mensch der Wääääält!! ;_;“-Phase voller genereller Selbstzweifel steckte. Aber so ist das in der Pubertät halt bei vielen.

„Aufblühen“ tat ich dann im Lauf meines Studiums zumindest so ein bisschen, was die Interaktion mit anderen Menschen anging. Ungefähr ääh vier Jahre lang ließ sich mein Hüftgelenk noch ignorieren, aber gegen Ende des Masterstudiums meldete es sich mit der Vorschlaghammer-Methode zurück und ließ mich ein Semester Pause einlegen – das mal wieder meine Eltern finanzieren mussten – um ein künstliches Hüftgelenk zu bekommen. Ja, ich bin also quasi zu einem x-tel Transformer. Superkräfte oder Raketenantrieb sind aber leider nicht dazu gekommen. Dafür konnte ich nun zum ersten Mal Sport machen, was ich auch kaum zwei Jahre später dann mal gemacht habe. xD Jedenfalls bin ich dankbar, dass meine Eltern sich mit so einem anstrengenden und teilweise arbeitsaufwändigen Kind herumgeschlagen haben, obwohl wir nicht immer das beste Verhältnis zueinander hatten.

Ich glaube, dass ich unter anderem auch wegen diesem ganzen nervigen Kapitel meiner Lebensgeschichte „erst jetzt“ Dinge durchziehe, wie nach Japan zu reisen, weil ich vorher einfach noch nicht dazu bereit war und joa, quasi viele Dinge erst nachholen muss, die andere bereits Ewigkeiten früher umsetzen. Nuja, kann nicht jeder bereits mit 18 den Nobelpreis gewinnen und so. ^^ Tjaaa, das war jedenfalls meine Biographie – bald auch bei euch im Buchladen! Ich weiß zwar nicht, ob sie euch so wirklich interessiert hat, aber ich habe neulich mit einer Freundin geredet, die glaube ich nicht weiß, dass ich ein künstliches Hüftgelenk habe, weil das nun wirklich nicht dermaßen wichtig ist, dass ich es im allerersten Gespräch erwähne. Aber da wir uns über Sport und gewisse Einschränkungen meinerseits unterhalten haben, habe ich dann doch überlegt, ob ich das vielleicht mal ansprechen sollte.

Hm, irgendwie wollte ich jetzt doch exhibitionistisch sein …

Da ich generell über einige Entscheidungen aus meiner Vergangenheit gegrübelt habe und mir wieder auffiel, dass ich das auf dem Blog hier nie groß besprechen wollte, hat sich das vermischt. Denn der Grund, warum ich meine Hüftqualität nicht mit euch bzw. dem Internet teilen wollte, war einerseits, dass ich mich meistens nicht mit Themen beschäftige, bei denen das irgendeine große Rolle spielen würde. Andererseits hatte mein Unterbewusstsein aber doch Angst, dass ihr mich dann anders wahrnehmen würdet, ich wollte mir diese Angst nur nie eingestehen. Also „anders wahrnehmen“ meint dabei nicht, dass ihr plötzlich denkt, dass ich jetzt irgendwie Mitleid für meine tragische Lebensgeschichte möchte (*traurige, langsame Geigenmusik einspiel*), dafür halte ich euch dann doch alle für zu intelligent (*zu irischer Rumhüpf-Fiedelmusik umschalt*), als dass ihr sowas vermuten würdet. :D Ich hatte vielmehr Angst, dass ihr mich unterbewusst anders sehen, meine Aussagen anders interpretieren oder mich in eine andere Schublade stecken würdet. Aber dann ist mir aufgefallen, dass ich euch ja für intelligent halte! Ha! Das heißt, selbst wenn ihr unterbewusst sowas machen würdet, müsste ich euch nur darauf hinweisen und es würde euch auffallen und ihr würdet selbst anfangen zu analysieren, ob das sinnvoll ist. Problem erkannt, Problem gebannt – oder wie man das nennt.

Tut mir leid, dass ich so weit vom ursprünglichen Thema abgekommen und eher eine Biographie geschrieben als über meine eigenen Fehler in Artikeln geredet habe! Ich rede wohl einfach zu gerne über mich selbst. :/ Aaaber ich hoffe ihr konntet dem Artikel trotzdem etwas abgewinnen. Falls ihr Fragen haben solltet, dann stellt sie ruhig. Ich habe auch kein Problem mit medizinischen Fragen, auch wenn ich die Tatsache, dass ich fast der Terminator bin, so lange geheim gehalten habe. :) Falls euch die anderen Sachen mehr interessieren, ist das vollkommen okay und falls ihr youtubetechnisch andere Themen habt, die euch gerade beschäftigen, dann könnt ihr die natürlich auch gerne mit mir bzw. der Kommentarsektion teilen. Ich bin doch immer neugierig. :D

Ich wünsche euch einen Tag voller positiver Selbsterkenntnisse! Okay, das klingt kitschig … Ich wünsche euch einen schönen Tag? Das klingt langweilig, argh! :D Ahh! Ich wünsche euch einen Tag, an dem ihr euch awesome fühlt, weil ihr ein Superheld mit der Power der Selbstreflektion seid! Ja, so geht. :D

Viel Flauschigkeit obendrauf wünscht euch
eure 0utofjoint =)

PS: Ja, der Nickname passt jetzt irgendwie doppelt gut … :D

PPS zum Beitragsbild: Ich habe verschiedenste Symbolbilder ausprobiert, aber die waren alle irgendwie meh und kitschig und so. Daher ist es nun ein random Bild vom Hafen in Takamatsu geworden, das ganz gut zu meiner grüblerischen Stimmung passte. ^^ Von dort bin ich übrigens mit der Nachtfähre nach Kobe gefahren. :)

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10 Kommentare

  1. Ich wusste gar nich dass es so eine Roast-Yourself-Challenge gibt. Eigentlich ist das Konzept fast schon sinnvoll so ein wenig Selbstreflexion zu betreiben…

    Zumal ich dich bewundere, dass du das so öffneltich kannst. Ich habe immer noch das Gefühl, dass so ziemlich jeder Mensch mich genauso schräg angucken würden wie früher meine Klassenkameraden. Übrigens der Umstand dass du früher oder vielleicht auch noch heute ein wenig, grumpy und besserwisserisch bist/warst macht bei mir keinen Abbruch. Ich bin definitiv die Letzte die sich dadrüber beschweren darf. Und ein Halb-Transformer zu sein ist cool (auch wenns bis dahin ein langer Weg war) und damit basta! Cyborgs for the win! Ich dagegen hab mir lediglich mal das Ohr halbiert ;D

    Ach ja und deshalb lese ich mir keine alten Blogbeiträge durch. Ich glaube meine ersten entstanden vor vier Jahren und meine Güte war ich dort pubertär, dass das überhaupt irgendjemand gelesen hat… Und Meinungsänderungen gehören im Leben dazu. Der beste Moment ist dabei immer das Ausmisten seiner Jugend, Kinderbücher… Oder eben Serien/Filme. Aber ich denke sich zu Verändern ist ja nicht schlechtes und selbst wenn man den ein oder anderen seelischen Ausrutscher hat wie Jack Torrance oder Joker kann man sich ja bedingt wieder in einen rosa- flausche-Ball zurück transformieren….

    Ja und Alkohol als „Lösung“ (den Witz kannte ich übrigens nicht) is mir nur allzu bekannt, worauf ich gerne verzichtet hätte. Arbeite gerade daran meine Abneigung gegen das Destillat nicht als Teufelszeug anzusehen, sondern als lediglich chemisches Produkt. Funktioniert eher so meh…
    Dafür fällt mir (ja auch bei mir) immer häufiger auf, wie selten Selbstreflexion tatsächlich im Alltag ist, nicht nur bei YouTubern. Bestes Beispiel: Politiker, Sportler und auch sämtliche Ernährungsfetischisten. Besonders interessant ist damit der Umstand Toleranz-Missionierungs Aspekt. Ich denke den Meisten ist ihr Verhalten leider noch nicht einmal bewusst, und wenn jemand sie kritisiert dann wollen sie es nicht war haben, da sie sich selbst in der Art gute 202 Videos lag so präsentiert haben oder eben mehrere Jahre…

    Übrigens, den Aspekt mit der Intelligenz und dem Loben und dem ach-so Erwachsenensein kann ich genauso unterschreiben. War bei mir nämlich nicht anders, was sich spätestens auf dem Gymnasium ganz schnell wieder relativiert hat und ich von dort an eben ein wenig a-sozial wurde, innere Unsicherheit kompensieren und so. Kennt man ja… Keine Angst du bist damit also auch nicht allein ;)

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    1. Ja, ich finde die Idee auch richtig gut – auch wenn halt der Teil, dass die meisten das in Form eines Rap-Tracks veröffentlicht haben, für viele eher unschöne Momente gesorgt hat … :D

      Uuuh, ja, Cyborgs! Ich bin quasi auf dem Weg zu „Ghost in the Shell“ :D Das Ohr zu halbieren klingt sehr künstlerisch wertvoll, zumindest wenn man den Van Gogh Maßstab anlegt. Generell halte ich das eher aber nich für die beste Idee, um deine künstlerische Karriere voranzutreiben … :D Ich hoffe du konntest es wieder flicken? o.o
      Och, ich gehe schon davon aus, dass mich Leute für mein Gelaber schief angucken, aber mich schert das eben meistens nich mehr. :D Die wichtigen Leute verstehen mich schon. ^^

      Ich glaube in der Pubertät schreibt man sich oft eher den Frust von der Seele, als dass man wirklich kreativ wird. ^^“ Aber das sage ich jetzt, ohne deine alten Artikel zu kennen, also keine Sorge, ich habe dich nicht als unkreativ bezeichnet! :D Und ja, ich hab in einem Artikel schon mal über Meinungsänderungen geredet (vielleicht hätt ich den verlinken sollen …) und finde es immer wieder befremdlich, wie viele Menschen der Meinung sind, dass sie nieeeeeeeeeemals im Leben ihre Meinung ändern würden, obwohl sie das in den letzten zwei Tagen fünf Mal gemacht haben … -.-
      Flauscheball! <3 Pink fluffy unicorns, walking on raaaiiinboooows …

      Echt nich? Mir ist der gefühlt so oft begegnet, wie Shirts mit dem Aufdruck "Alkohol ist keine Lösung, Milch aber auch nicht!" und hat gleich starke Lachkrämpfe bei mir ausgelöst …
      Destillat oder Teufelszeug, naja, so eine grundlegende Haltung zu ändern, das ist schon schwierig. Du musst es aber ja nicht mögen. Tolerieren ist in einer Gesellschaft, in der Alkohol zur Norm gehört nur praktischer, weil man dann nicht gleich als vollkommen seltsam, sondern nur als etwas seltsam wahrgenommen wird.

      Ja, Kritikfähigkeit bei Youtubern ist echt meistens nicht vorhanden. Die meisten haben denke ich die Meinung, dass sie an Autorität einbüßen würden, wenn sie zugeben, dass es möglich sein köööönnte, dass sie eventuell vielleicht Fehler machen kööööönnten und dementsprechend dann die Zuschauer enttäuscht sind und sich von ihnen abwenden und sie pleite gehen. Liegt oft genug aber auch daran, dass das gesamte Kanalkonzept auf "Lügen wir die Fans so an, dass sie uns möglichst viel Geld geben, egal wie schädlich oder weit entfernt von der Wahrheit das ist" basiert …

      Freut mich, eine verwandte Seele gefunden zu haben! :D Und du bist intelligent und weißt immer viel mehr als ich und wirfst mit Kunst- und Geschichtsbegriffen dauernd um dich. Nimm das, Selbstbewusstsein von Wordbuzz! ^^

      Gefällt 2 Personen

  2. Ich habe jetzt ein wenig überlegt, wie ich das kommentiere und das war gar nicht so einfach.
    Ich habe etwas gelacht, war durchaus erstaunt und habe zwei mal fast einige Tränen verdrückt (nicht wegen dir, viel mehr weil es mich an mich selbst erinnerte). Dann wollte ich Abschnitt für Abschnitt was schreiben, schien mir allerdings etwas unpassend, außerdem war ich permanent am scrollen, was ja auch dauert und da verließen sie mich.
    Also bin nun zu folgender Lösung gekommen:

    Danke. Ein wirklich guter Artikel.
    Ich denke wir treffen immer die Menschen, die wir treffen müssen. Wenngleich ich nicht unbedingt an ein vorgefertigtes Schicksal glaube.

    Und was die Schubladen angeht: Das tun wir (unbewusst) immer, völlig normal. Falls du allerdings geglaubt hast deine Schublade verlassen zu können (zwei mal auf die Schulter klopfend), muss ich dich enttäuschen (zurück in die Blgginatoren-schublade drückend) :D

    Gefällt 1 Person

    1. Aaaawwwr, Dankesehr für deinen ehrlichen Kommentar! <3
      Hm. Naja, solange ich von hier aus auch die ganzen anderen Schubladen mal besuchen kann, werd ich es mir hier vielleicht einfach häuslich einrichten. :D Blogginator … xD

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  3. Also ich muss gestehen, dass ich irgendwann aufgehören habe zu lesen (Zeitmangel), aber das was ich gelesen habe, finde ich wirklich super geschrieben. Gedanklich kann ich dich teilweise vollkommen nachvollziehen, da ich mich in einigen Stellen selbst wiederfinde 😀

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