Woran ihr merkt, dass ihr eine Weile in Japan gewohnt habt

Hey, ich bin’s mal wieder! Die prokrastinierende Tante von nebenan! Also „nebenan“ jetzt eher so im virtuellen Sinne. Ich wollte ja mal eine Zusammenfassung machen, was in Japan alles so passiert ist. Aber in letzter Zeit ist mir vor allem aufgefallen, wie viele Kleinigkeiten hier anders sind als in Deutschland und wie oft mich diese Dinge amüsieren. Daher dachte ich mir, ich teile das mal mit euch und mache eine dieser typischen Buzzfeed-Listen. Vom niedlichen bis zum extrem traurigen Fall ist alles dabei. Äh, Punkt sieben hat mich zum Weinen gebracht! Oder so … Nein, meistens sind es eher kürzere Abschnitte zu einem bestimmten Thema und nur manchmal einzelne Punkte. Denn ich wäre ja nicht ich, wenn ich mich kurz fassen könnte!

Also fangen wir an! Ihr wisst, dass ihr bereits eine Weile in Japan gewohnt habt, wenn ihr neue Haushaltsgegenstände braucht und zuerst einmal überlegt, ob es diese Sache im 100-Yen-Laden gibt. In den meisten Fällen lautet die Antwort nämlich ja. Von der Yogamatte bis hin zur Tasse habe ich dort schon so ziemlich alles gekauft. Die Qualität ist dabei natürlich nicht immer optimal, aber wer erst einmal schnell und günstig irgendetwas braucht, wird meist nicht enttäuscht. Und welcher Unmensch könnte schon zu Essstäbchen mit Kätzchen drauf nein sagen?? Vielleicht hattet ihr die folgende Erkenntnis ja auch schon:

Stäbchen gehen immer.

Bahn-fahren, -stehen und -schlafen

Es ist kein Geheimnis. Tokios Bahnen sind je nach Strecke und Uhrzeit einfach sehr voll. Seid ihr wie ich, dann seid ihr daher des öfteren genervt davon, schon wieder keinen Sitzplatz im Zug zu bekommen, weil gerade alle von der Arbeit nach Hause fahren. Wonach euch auffällt, dass es gerade Freitag und 22 Uhr abends ist und ihr in Deutschland niemals davon ausgehen würdet, dass gerade die Rush Hour der Arbeitsrückkehrer ist, das hier aber durchaus plausibel klingt.

Kurz danach bekommt ihr ein schlechtes Gewissen, weil ihr euch aufgeregt habt. Denn ein Typ, der einen Sitzplatz ergattert hat, ist vor Erschöpfung eingeschlafen. Generell können Japaner scheinbar immer und überall schlafen und trotzdem fast nie ihre Haltestelle verpassen. Das ist für euch also nichts ungewöhnliches mehr. Dass dieser Mann nicht nur döst, sondern wirklich einschläft und deshalb sein Smartphone auf den Boden fallen lässt, ist schon überraschender. Euer schlechtes Gewissen setzt dann vollends ein, da ihr beobachten konntet, dass er eingeschlafen ist, während er ein Handyspiel gespielt und krampfhaft versucht hat, den Kopf oben und sein Hirn wach zu halten. Erkenntnis des Abends: Freut euch, wenn eure Arbeit euch nicht bis zum Umfallen erschöpft.

Don’t look at me!

In der Bahn ist es übrigens ganz normal, dass Leute jeden Alters nicht nur Bücher oder Zeitung lesen, sondern hauptsächlich auf ihr Smartphone starren, um Videos zu gucken, Spiele zu spielen, soziale Netzwerke zu nutzen, zu chatten oder im Online-Shop ihrer Wahl nach einem neuen Mantel zu suchen. Es überrascht euch deswegen auch nicht mehr, wenn der Geschäftsmann über 50, der neben euch in der Bahn steht, konzentriert seine besten Schwertkämpfer auswählt und sie auf den Weg in die virtuelle Kampfarena schickt. Irgendwie sehr angenehm, dass hier alle so modern sind und nicht 90 % der Menschen über einer gewissen Altersgrenze über den Einsatz von Smartphones schimpfen. Unangenehmes kann in der Bahn natürlich auch passieren – Japan ist nicht der Himmel auf Erden – so ist es gut möglich, dass ihr abends zu aus geschäftlichen Gründen angetrunkenen Geschäftsmännern in die Bahn steigt und der Biergeruch dafür sorgt, dass ihr euch wünscht, lieber heim zu joggen …

Unabhängig davon, ob es angetrunkene oder laute Menschen sind oder der Standardfall des ruhigen Mitmenschens: Ihr gewöhnt euch vermutlich daran, anderen Leuten auf der Straße oder in der Bahn nicht in die Augen zu sehen. Denn tut ihr das doch, passiert in vielen Fällen … gar nichts. In manchen Fällen verwirrt ihr damit allerdings euer Gegenüber so sehr, dass sich die Person, die sich gerade neben euch setzen wollte, noch in der Hinsetzbewegung umentscheidet und sich lieber zwei Meter weiter weg stellt. „0utofjoint used Eye Contact … It’s very effective! Japanese Guy is confused!“ oder so ähnlich …

Andererseits gewöhnt man sich manchmal auch zu sehr an Dinge. So bin ich zum Beispiel neulich einem anderen Touristen in den Weg gelaufen und automatisch mit gesenktem Kopf stumm zur Seite gegangen, um an ihm vorbeizukommen. Er hat jedoch gleichzeitig laut und deutlich „Sorry!“ gesagt, was mich dann wiederum verwirrt und dafür gesorgt hat, dass ich viel zu spät ebenfalls „Sorry!“ gestottert habe. „Other Foreigner used Verbal Apology! It’s very effective! 0utofjoint is confused and embarrasses itself!“ ^^

It’s an ad! Kill it, before it lays eggs!

A propos seltsames Verhalten. Wenn Justin Bieber in japanischer Schuluniform durch die Klassen läuft, um mit dem Pineapple-Pen-Mann ein paar Worte auszutauschen und sich dann spontan in jemandes Wohnzimmer zu teleportieren, dann ist das kein merkwürdiger Fiebertraum, sondern Werbung für einen japanischen Mobilfunkanbieter. Wenn diese Werbung bei euch nur deswegen Erstaunen auslöst, weil ihr nicht damit gerechnet habt, dass Justin Bieber in Japan Werbung macht und das generelle Setting eure Augenbrauen keinen Millimeter nach oben befördert, dann habt ihr euch eventuell bereits an die Bandbreite japanischer Werbung gewöhnt. Diese findet nämlich oft irgendwo zwischen psychedelischen Tanzperformances mit Laserhintergrund, singenden Ausländerinnen in Trachten, halben Anime-Serien, halbnackt in Autowerkstätten auftauchenden Menschen, einer Menge gruseliger Maskottchen(?), sowie einer noch größeren Menge hysterischen Rumgeschreies statt. Oder es ist einfach nur Niedlichkeit pur (manchmal sogar inklusive Ohrwurm, lalala-Rakuten-Pooiiintooo!). Natürlich gibt es auch langweilige Werbung und es kommt auch mehr als genug Zahnpastalächeln zum Einsatz, aber an so etwas sind die meisten Menschen ja ohnehin schon gewöhnt. ^^

Falls es euch interessiert, meine Lieblingswerbung ist bisher die, bei der ein Duo bestehend aus, ich nenn ihn mal den chubby Comedian und seinem besten Freund, dem Schönling, in ihrer Studentenbude sitzen und aus irgendeinem Grund eine Gans als Mitbewohner haben. Nach weiterer Recherche habe ich dann herausgefunden, dass die Versicherung, zu der die Werbung gehört, lustigerweise aus den USA stammt und auch beim Superbowl eine ähnlich absurde Werbung laufen ließ. The more you know, the less you will blame the Japanese for being „weird“ … ^^

Ich mag keine Frischhaltefolien-Werber o.o

Wusstet ihr, dass Werbung für Frischhaltefolie gruselig sein kann? Ich meine damit jetzt nicht, wenn sie zum Einsatz kommt, um Leichen einzuwickeln oder seltsame moderne Kunstwerke zu erschaffen. Ich meine, wenn die einsamen Menschen unter den Werbezuschauern angesprochen werden sollen und ein Schauspieler vor der Kamera mit der Kamera redet, als wäre es die eigene Freundin (oder Frau oder Freund, ihr wisst schon). Während er strahlend lächelt, packt er Essen damit ein, das äh, die Kamera nicht mehr essen konnte und vermittelt dank Kameraperspektive den Eindruck, er würde gerade das Essen für die Zuschauer einpacken. Kauft alle diese Frischhaltefolie Leute! Denn dann taucht auch in eurer Küche ein Kerl auf, der mit euch flirtet, während er euer Essen einpackt! Ihr glaubt mir nicht? Dann schaut dem überzeugend wirkenden und gar nicht creepy rüberkommenden Herrn doch einfach beim romantischen Essen servieren zu. Oder möchtet ihr direkt von ihm mit Sushi gefüttert werden? Kein Problem! Auch hier kann der Herr eure Einsamkeit davon frischhaltefolien! Lustigerweise sind die Kommentare und Bewertungen bei beiden Videos deaktiviert. Vielleicht ist der Creepy-Date-mit-der-Kamera-Plan also doch nicht so aufgegangen wie geplant … ^^ Ich glaube ich präferiere dann doch die Werbe-Alternative tollpatschiger bunter Bär.

Übrigens möchte ich noch einmal betonen, dass ich erstens japanische Werbung oft nicht verstehe (vielleicht weil ich fast kein Japanisch kann? Kann nich sein.), weshalb ich den Inhalt kaum beurteilen kann. Aber zweitens finde ich die Ansätze, bei denen ich verstehe, worum es geht und die nicht einfach nur aus „wirr verkleideter Typ schreit mich an, um mir zu sagen, dass es das MEGASUPERLECKERE GERICHT BLABLUBB jetzt in dieser Restaurantkette gibt“ bestehen, ziemlich oft wesentlich unterhaltsamer und lustiger finde, als das was ich in Deutschland meist mit ansehen musste.

Lonelyyyy, I am so loooonelyyyyy without my animeee holograaam …

Wo wir eben schon beim Thema Einsamkeit waren, möchte ich noch weiter auf diesen Aspekt eingehen. Um mal im Top-Ten-Listen-Tonfall zu bleiben: Ihr habt eindeutig einen nicht so positiven Einblick in die japanische Kultur gewonnen, wenn ihr den Vorstellungs-Spot für ein zukünftiges Projekt namens „Gatebox“ zwar traurig findet, im Nachhinein aber für sehr japangeeignet haltet. Nun zur nicht mehr so toplistigen Erklärung, wovon ich hier überhaupt rede. Gatebox ist ein zylinderförmiges Glasdings, das man sich auf den Nachttisch stellen kann und in dem dann ein weiblicher Anime-Charakter herumwuselt. Dieser kann mit dem Nutzer interagieren und über eine „Smart Home“-Steuerung auch beispielsweise das Licht oder die Klimaanlage an- und ausschalten. Zusätzlich soll „sie“ auch noch Nachrichten an das Smartphone des Besitzers schicken können. Was dieses nach meiner Beschreibung etwas gruselig klingende Dingsi sein soll? Ein … Ehefrauenersatz. Nun ja, nicht ganz.

Aber der Sinn von Gatebox besteht wirklich darin, alleinstehenden Menschen „jemanden“ zu geben, der mit ihnen interagiert und ihnen  durch Nachrichten und das Anschalten des Lichts, während man auf dem Heimweg ist, (traurigste Werbebotschaft ever) das Gefühl vermittelt, dass zuhause jemand auf sie wartet. Es ist kurz gesagt ein Mittel gegen die Einsamkeit. Zusätzlich schreiben die Entwickler auf der Projekt-Seite auch, dass es darum geht, virtuelle Charaktere ins eigene Leben zu integrieren. Angesprochen werden damit also vermutlich eher Otakus. Warum mich das nicht überrascht hat und ich der Idee an sich noch ein wenig mehr Kundenpotenzial zugestehe als sozialphobische Animefans? Weil sehr viele Menschen in Japan alleine sind und ich erst letztens wieder mit einem Japaner geredet habe, der als „Lebensziel“ einfach nur genannt hat, dass er gerne heiraten möchte. Was sich aber aufgrund der Zurückhaltung vieler Leute hier und der Tatsache, dass gefühlt jeder zweite 60 Stunden pro Woche arbeitet, nicht ganz so einfach gestaltet.

Natürlich ist es auch im Westen nicht unbedingt für jeden einfach, den Partner oder die Partnerin fürs Leben zu finden, dennoch ist dieser pragmatische Lösungsansatz unter Einsatz von Hightech, der durch die Kosten von etwa 2.500 € vermutlich auch noch die Wirtschaft ankurbeln soll, doch irgendwie typisch japanisch. Zumindest für mich. Ob das Projekt wirklich realisiert wird und zukünftig vielleicht auch in anderen Sprachen und mit anderen Charakteren erhältlich sein wird, stellt sich vermutlich nach der Pilotphase heraus, in der erst einmal 300 Geräte verschickt werden sollen. Unabhängig von der ganzen sozialen Komponente finde ich das Projekt natürlich auch so interessant, weil darin ja quasi eine kleine „fast A.I.“ verbaut werden muss, die auf Fragen und Anweisungen des Nutzers reagieren kann. (Vielleicht basierend auf Siri, Google oder ääh dem Dings von Amazon oder Windows?)

Hurra, die Welt geht unter!

Ob so ein Gegenstand, der eigenständig die Elektronik im Haus steuern kann, über eine Kamera, ein Mikrofon und eine Internetverbindung verfügt, ein großes oder ein riesiges Sicherheitsrisiko darstellt, wird sich dann ebenfalls herausstellen. Aber da sogar auf der Werbeseite des Projekts von „therapeutic fun“ gesprochen wird, sollte relativ klar sein, dass ein theoretisches Sicherheitsbedürfnis ignoriert wird, sobald die Möglichkeit besteht, damit die eigene Einsamkeit zu „kurieren“. Ich meine, die meisten von uns, mich eingeschlossen, ignorieren aus Bequemlichkeitsgründen ja meistens auch das Sicherheitsrisiko, das ein Smartphone prinzipiell darstellen kann. Falls wir also alle in naher Zukunft durch singende Hologramme von Hatsune Miku ausgelöscht werden, die Laserstrahlen aus dem Weltraum auf uns abschießen, dann wisst ihr warum! Hatsune Miku-chan hat entschieden, dass sie der Einsamkeit am besten entgegenwirken kann, wenn sie gleich alle Menschen auslöscht, weil dann auch keiner mehr einsam sein kann. ^_^

Ich glaube, dieses Projekt ist gleichzeitig das deprimierendste und faszinierendste, was ich seit einer Weile überdacht habe. Das ist vermutlich keine gute Stelle, um diesen Artikel zu beenden, verdammt! :D Jetzt muss ich mir noch etwas einfallen lassen, das euch keine Albträume beschert. Hmm, also ich würde sagen, dass wir einfach beim Thema Bequemlichkeit weitermachen. Denn Japan ist in manchen Dingen wirklich eines der komfortabelsten Länder und an einige Dinge kann man sich recht schnell gewöhnen.

Japan, Kingdom of Convenience

Es ist 23 Uhr, ihr habt vergessen, Milch für euren morgendlichen Wachwerd-Kaffee zu kaufen und ihr hasst es vor dem ersten Kaffee aus dem Haus zu gehen? Kein Problem! Der Supermarkt um die Ecke hat, je nachdem wo genau ihr euch befindet, auch mal bis 0 Uhr auf. Es ist jetzt 0.30 Uhr und ihr habt immer noch nicht euren Hintern hochbekommen, um Milch zu kaufen, weil ihr unbedingt noch die eine Serienstaffel fertigschauen wolltet? Okay, dann lauft ihr eben zum Konbini, dem guten alten Convenience Store, dessen Name einfach perfekt das ausdrückt, was er ist: ein Bequemlichkeits-Laden. Denn in den meisten Konbinis (die man in den meisten Städten Japans wirklich alle 100-500 m findet), könnt ihr rund um die Uhr shoppen. So habe ich dort schon nachts um 2 Wasser gekauft, aber auch morgens um 6 meinen ersten Kaffee des Tages. Und der Kaffee bei 7-eleven ist wirklich gut und kostet nur 150 Yen. Und man kann ihn selbst am Kaffeevollautomaten in den Pappbecher „zapfen“, was ich als erwachsener Mensch – der natürlich nicht einfach nur gerne Knöpfe drückt und dann begeistert ist, wenn etwas passiert – sehr cool finde. ^^

Abgesehen davon habe ich bestimmt schon erwähnt, dass ihr in Konbinis so gut wie alles bekommt. Meistens zwar etwas teurer als im Supermarkt, aber weit entfernt von deutschen Tankstellenpreisen. Der einzige Nachteil für mich persönlich ist, dass ich dort außer Edamame (die gedünsteten Sojabohnen, die ich schon drölf Mal gelobt habe^^), überteuerten Früchten, Onigiri ohne alles (oder mit Seetang) und trockenem Salat meist nichts essen kann. Dafür kriegt man hier eigentlich immer kleine 200ml-Trinkpäckchen mit Sojamilch. Und in anderen Städten als Tokio auch Mandelmilch. Aber die scheint hier nicht so beliebt zu sein. Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich mich vermutlich sehr über die erste Packung Hafermilch freuen, die ich dort kaufe. Falls ich nicht vergesse, dass ich nicht mehr in Japan bin und versuche sonntags einkaufen zu gehen … Ja, Feiertage gibt es hier nur bedingt und da das Land nicht christlich geprägt ist, hält sich auch niemand an den „heiligen Sonntag“, den in meinem Bekanntenkreis irgendwie sowieso fast jeder doof findet, weil man da nichts machen kann. :D

Nur für Frühzubettgeher und Durchfeierer

Gleichzeitig haben die meisten Städte in Deutschland etwas praktisches, das sich in Japan viele Menschen wünschen würden: Einen Nachtbus oder Straßenbahnen, die die ganze Nacht hindurch fahren. Denn schlägt in der Weltmetropole Tokio die Uhr des nachts zwölf Mal, kann es gut sein, dass man bereits die letzte Bahn nach Hause verpasst hat oder sich nun auf den Weg zur selbigen machen muss. Wer die letzte Bahn verpasst, der muss sich auch in Tokio momentan noch mit einer Unterkunft im Kapselhotel oder Mangacafé begnügen oder den Tageslohn einem der nicht gerade billigen Taxis opfern. Wer die letzte Bahn noch bekommt und dann müde darauf wartet, dass die Metro endlich an der eigenen Haltestelle ankommt, der kann manchmal noch ein weiteres „Ich war zu lange in Japan“-Phänomen beobachten.

Als die Bahn neulich an meinem Ausstieg hielt, habe ich erst einmal eine Augenbraue skeptisch nach oben gezogen. Denn der Bahnfahrer hatte die Tür beim Halt nicht exakt an der automatischen Tür der Bahnsteigabsperrung ausgerichtet, sondern war 20 Zentimeter zu weit gefahren. „Der muss wohl noch in der Ausbildung sein oder ein schlechter Bahnfahrer“, dachte ich mir kopfschüttelnd. Bis mir wieder auffiel, dass ich in Deutschland meistens 20 Meter weit rennen musste, weil die Bahnfahrer immer so zu halten schienen, wie ihnen das gerade passte. Tja, so schnell kann man sich an manche Dinge gewöhnen … :D

Musstet ihr auch schon mal über euch lachen, weil ihr euch ohne es zu merken sehr an etwas gewöhnt habt? Welche Sachen würdet ihr gerne aus anderen Ländern importieren? Also nicht nur Dinge wie Essen, sondern auch Bräuche oder Verhaltensweisen? Fändet ihr es besser oder schlechter, wenn man auch in Deutschland in der Bahn ruhig sein müsste? Wie findet ihr das Projekt „Gatebox“? Mögt ihr japanische Werbung? Was haltet ihr von der Gewohnheit, Menschen eher nicht in die Augen zu sehen?

So, ich gehe dann mal eine Liste machen, welche Angewohnheiten ich mir im Mai wieder abgewöhnen muss. :D Ich wünsche euch einen entspannten Tag, ohne gruselige Menschen, die mit Frischhaltefolie Essen für euch einpacken, und ohne Aprilscherze!
Eure 0utofjoint =)

(PS: Ich hasse Aprilscherze, ihr könnt euch also sicher sein, dass das hier keiner ist. Also nur für den Fall, dass euch das beruhigt. :D)

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6 Kommentare

  1. Ich bekomme das ja immer noch nicht raus, nicht wie in Japan auf der Rolltreppe zu stehen. Stehe hier ständig in Berlin auf der linken Seite und wundere mich, warum alle so aggressiv mir gegenüber sind. *lach* Edamame sind der Shit. Gibts auch im Dong Xuan Center.

    Oh Mann, ich glaube ich würde mir auch so eine Gatebox holen. Finde ich interessant. Aber so teuer. Püh.

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    1. Also meine Theorie ist: Das hängt von der Stadt ab. :D Meistens aber links, von daher stehst du schon richtig, du müsstest nur deine Rolltreppe hierher teleportieren. :3
      Edamamö! Ich hoffe ich finde günstig welche im Asiamarkt wo auch immer ich im Mai wohnen werde …
      Musst du wohl noch abwarten, bis das Konzept massentauglich wird. Vielleicht gibt’s die dann auch mit englischer Sprachausgabe. ^^‘ Ein bisschen hat’s mich aber an eine Serienepisode (oder Film?) erinnert, die du mal empfohlen hattest. Die wo eine schwangere Frau ihren Mann verliert und dann die künstliche Version als Ersatz kauft … ^^‘

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  2. Stelle fest 100-Yen-Läden bräuchten wir hier auch… Diese deutschen 1€ Läden sind meist nämlich wirklich schlecht sortiert…. und Kobinis…Denn der 7-11 auf der Reeperbahn ist hoffnungslos überteuert, noch teurer als die Tankstellen… Das geht schon fast gar nicht mehr. Kaffe zapfen ist sehr cool. Hat Hotel- Feeling.

    Einzuschlafen und dennoch keine Haltestelle zu verpassen muss ein Traum sein… Wenn ich schlafe dann richtig, wobei vlt. die Herren auch schon so auf die Dauer ihrer Fahrt geeicht sind, dass sie automatisch aufwachen… Ich kenne eine Lehrerin, die in den ersten Tagen ihrer Rente alle 90 Minuten aufgewacht ist, aufgrund der ehemaligen Pausenzeiten. Stelle ich mir anstrengend vor.

    Okay die Zwillingsmaskottchen haben mich absolut verstört… Könnte als neuer Horror-Film durchgehen… Der Zeichentrickpanda vermittelt mir lediglich den Eindruck, dass „Mit-dem-Arsch-wackeln“ absolut cool ist und man so zur No. 1 wird.

    Apropo niedlicher Bär…. https://www.youtube.com/watch?v=p4FPOdkVRw0

    Und diese Gatebox wäre nüx für mich.. Dann lieber meine zwölf Katzen, die sind zumindest dann wirklich zu Hause.

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    1. Jaaa, 100¥-Läden sind tooooll! *~*
      Es gibt einen 7eleven in Deutschland?!?! 😱 Aber ja, Konbinis sind zwar teurer als Supermärkte, aber keinesfalls vergleichbar mit Tankstellen. Und man kriegt da wirklich alles, manchmal sogar Muji-Klamotten :3
      Ich denke auch, dass man irgendwann das Timing drin hat ^^
      Ähm. Isses nich irgendwie seltsam, wenn man zur Pause erst aufwacht? Also grade so als Lehrerin? 😂
      Hier verstört einen so einiges, was die Werbung angeht. :D
      Och, aber süß isser doch schon, oder?
      Da ich grad nich zuhause bin, kann ich leider keine Bären angucken, ich versuche aber dran zu denken, dass ich das noch wollte xD
      Und flauschiger! Und kuschelbarer! Und hab ich schon flauschig und kuschelig erwähnt? 😍

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