Pinguine, Oktopusse und Wettbewerbe – Cosplay auf der DoKomi 2017

Ich habe es endlich geschafft meine Fotos von der Messe weiter zu sortieren und hier ist nun das Ergebnis. Alle Cosplays, deren Fotos einigermaßen annehmbar waren. Auf dem Titelbild seht ihr übrigens wie das richtige Fotografen wohl machen sollten, jaha. Die Modelle positionieren und erklären, was gemacht werden muss, damit alles besser aussieht. Da ich panisches Wesen mit ständigem „Wie funktioniert nochmal dieses Kameradings hier?!“-Blackout das aber absolut nicht hinbekomme, wenn ich Menschen ansprechen muss, bitte ich euch schon mal um Verzeihung für die ganzen Vignetten und Filter. Aber auch wenn der Hintergrund auf den Fotos dank Tiefenschärfe einigermaßen unscharf war, war er aufgrund von alles-wuselt-durcheinander meistens ultra unruhig und mit Vignettinierung lenken zumindest am Rand des Fotos nich mehr ganz so viele Leute ab, die gerade durchs Bild schlurfen. Ich hoffe also keiner von euch bekommt einen Instagram-Koller! ^^“

Gaming und Gedöns

Zuerst kommen mal ein bisschen random bzw. Gaming-Sachen. Ich habe an dem Tag gefühlte 20 „D.Va“s aus Overwatch gesehen. (Für den Fall, dass der Hype wirklich an euch vorbeigegangen sein sollte und der Name nicht offensichtlich aussprechbar aussieht: Man spricht die Dame „Diva“ aus.) Aber diese hier war eine der wenigen, die nicht einfach nur einen Morphsuit an hatte, sondern auch die Details daran hervorgehoben und eine Waffe dabei hatte. Letzteres ist für eine D.Va ohne Rüstung ja nun wirklich essenziell. Daaann war da noch ein sehr cooles Paar von ähm Androiden? Cyborgs? Nee, wie nennt man die beiden gothisch-düster gekleideten Charaktere aus „Nier Automata“ nochmal? Egal, detailgetreu gecosplayt waren sie!

Das Bild mit dem lustigen rothaarigen Brillenträger mit Kopfhörern hebt das, was ich in meinem ersten Artikel zur DoKomi schon erwähnt hatte, noch einmal hervor, nämlich dass sich koreanische und japanische Popkultur sehr gut verstehen. Denn „Seven“ aus dem koreanischen mobile game „Mystic Messenger“ habe ich an dem Tag unglaublich oft gesehen. Sowohl als Cosplay als auch als Zeichnung. (Woher ich den kenne? o_o‘ Ja, also ich weiß auch nich …) Die andern Fotos sind glaube ich auch selbsterklärend, oder? Bitte lest das Schild! :D

Wenn ihr auf die Bilder klickt, geht eine Extra-Galerie auf, wenn ihr mit der Maus drüberfahrt, plöppt unten eine Beschreibung auf. Da die oft zu klein ist, um mein Gebrabbel vollständig anzuzeigen, könnt ihr am PC auch per Mouseover den gesamten Text anzeigen.

Der Shounen-Stuff :D

Ja, ich mag Fairy Tail und One Piece! :D Und ja, ich habe Hauptcharaktere fotografiert. Dafür waren die aber auch extremst fluffig (im Fall von Doflamingo) oder in Kombination mit ihrem Partner eine Seltenheit, wie im Fall von Gajeel – sorry, Natsu-Cosplayer dieser Welt. ^^ Ich war übrigens wirklich glücklich nochmal ein Killua-Cosplay zu sehen, insbesondere mit so einer coolen Demonstration der Nen-Kräfte (Elektroschocks).

Wehmütige Pinguine aus Tokio …

In Japan kann man ja bekanntlich Merchandise für alles kaufen. Und alles ist niedlich. Daher gibt es auch in Tokios Souvenir-Läden nicht nur alles was das Bahnenthusiasten-Herz begehrt, sondern auch sehr viel Zeugs mit Pinguinen drauf. Der Pinguin ist nämlich das Maskottchen der elektronischen Bahnkarte „SUICA“. Da ich mich ja immer noch im posttraumatischen Japanentzugs-Zustand befinde, habe ich deswegen auch zuallererst ein Suica-Maskottchen herbeihalluziniert, als ich das folgende Cosplay sah …

Selbstverständlich sieht der „Pinguin“ vollkommen anders aus als der auf der Suica, aber manchmal macht mein Unterbewusstsein eben was es will. Okay, immer. :D Nach kurzem Googlen, weil ich beim besten Willen keinen Plan habe, wie der Name des hellblauen Pokémons lautete, habe ich mich versichert, dass es wirklich eines ist und sein etwas ungelenk klingender Name „Plinfa“ lautet. (Zusatzinfos: Typ Wasser und Starter-Pokémon bei Diamant, Perl und Platin.)

Wusstet ihr, dass „Bungo Stray Dogs“ in Yokohama spielt?

A propos Suica … Wisst ihr, wen ich auf meiner Schutzhülle dieser Karte habe? Akutagawa aus „Bungo Stray Dogs“. Und da man die langweilige Seite der Karte auch noch mit einem Sticker aufhübschen kann, kleben dort Dazai und Atsushi-kun vor einem Yokohama-Hintergrund. Denn wenn ich Dinge otakuisiere, dann auch richtig. Dazai gehörte leider zu den Cosplayern, denen ich gerne einen Preis für „Hätte ich gerne fotografiert, war aber immer am andern Ende der Halle oder in der Pause“ verliehen hätte. Wenn ich ihn denn getroffen hätte. (Aber dann hätte ich ihn ja auch fotografieren können. Aahh, ein Paradoxon! o.O) Weitere Kandidaten für diesen Preis waren Mayuri-chan und Rintarou-kun aus „Steins;Gate“. Aber man kann eben nicht alles haben und Cosplayer brauchen ja auch mal ne Pause. ^^

Kurze Anmerkung am Rande: Ihr glaubt gar nicht, wie sehr es mich geflasht hat, als ich eines Abends auf dem Rückweg von meinem allerersten (und leider einzigen) Besuch in Yokohama war, meine Karte über das Ticket-Gate hielt und realisierte, dass ich gerade genau auf diesem Riesenrad gewesen war, das auf meiner Karte abgebildet ist! Das Gefühl, Dinge, die in Anime vorkommen, real erlebt oder gesehen zu haben und beispielsweise vor acht Stunden noch mit der Yamanote-Line (eine der wichtigsten Bahnlinien in Tokio) gefahren zu sein, während man im Flugzeug nach Deutschland „Kimi no na wa“ schaut und der Hauptcharakter mit genau dieser Bahn fährt … das Gefühl ist wirklich krass. Es ist schwer zu beschreiben, aber fühlt sich einerseits sehr gut an und andererseits so als würde sich die eigene Perspektive oder der eigene Blick auf die gesamte Welt ein bisschen verschieben. Genug des Gelabers, wir wissen alle, dass ich wieder nach Japan will und Jammern bringt nix! :D

Manchmal mag ich Überraschungen! ^^

Mein imaginärer Preis für die überraschendsten und kreativsten Cosplays geht an diese drei! ^^ Der Nicht-wirklich-Suica-Pinguin war sicher auch sehr aufwendig, aaaaber die drei haben mich sofort für sich eingenommen. (Ich weiß Pokémon einfach nicht zu würdigen, es tut mir leid …)

Koro-sensei aus „Assassination Classroom“, weil es offensichtlich awesome und furchtbar aufwendiges herzustellen war und man in der Sonne darin gestorben sein muss! ;_; Allein die ganzen Tentakel! Außerdem ist es immer noch einer meiner Lieblings-Manga und zusammen mit Nagisa auch einer meiner Lieblings-Charaktere daraus … <3 Leider war Nagisa nicht anwesend, ihn und Karma habe ich aber gleich mehrfach gesehen. Allerdings ebenfalls nur von Weitem …

Auch in gelb: Shelly mit dem kleinen Otta aus „Goldfisch“ hat mich ebenfalls begeistert. Erstens weil das Cosplay gut ist und zweitens einfach deswegen, weil ich überrascht war ein Cosplay von einem deutschen Manga zu sehen und weil Overall und Schweißerbrille mich an mein Kindheitsidol Trixie erinnern. So! :D Daneben ein Cosplay, das sofern es selbst gemacht ist ebenfalls sehr aufwendig gewesen sein wird und mich spontan in diesem ominösen real life zum Lachen gebracht hat: Cup Ramen! :D

Wenn der Moderator lustiger ist als die Auftritte: Die Deutsche Cosplay-Meisterschaft

Auf der DoKomi war auch wieder ein Vorentscheid der Deutschen Cosplay Meisterschaft (DCM). Für alle, die nicht wissen, was das bedeutet: Auf verschiedenen Conventions treten Cosplayer auf der Bühne gegeneinander an (in diesem Fall in Zweier-Teams). In möglichst originalgetreuen und/oder gutaussehenden und kreativen Cosplays werden dann beispielsweise Tänze oder selbst geschriebene Sketche vorgeführt, in denen die Charaktere tun, was auch immer sie möchten, das wichtigste ist, dass sie ihren Charakter dabei gut darstellen. Also wenn der Charakter, den jemand darstellt ein aggressiver Idiot ist, wird er nur weil man sich eine Szene im schicken Restaurant ausdenkt, nicht auf einmal wohlgesittet das Silberbesteck polieren. Ihr versteht das Prinzip, oder? Es ist generell eine Mischung aus handwerklichem Können (Cosplay-Basteln) und schauspielerischem Talent und meiner Meinung nach kann man damit extrem unterhaltsame Vorführungen kreieren. Das Problem ist allerdings, dass in vielen Fällen ein großer Teil des Witzes verloren geht, wenn man den dazugehörigen Anime (oder Film) nicht kennt, weshalb die Jury glaube ich vorher alle Medien geschaut haben muss, die auf der Bühne vorkommen. Denn sonst könnten sie ja gar nicht bewerten, ob jemand einen Charakter gut darstellt.

Da ich mir die Vorführungen noch nie live angeschaut hatte, habe ich mich eigentlich sehr darauf gefreut. Von den Vorführungen an sich war ich allerdings eher enttäuscht und noch mehr von der Tatsache, dass die Teams, die mir am besten gefallen haben, nicht unter den besten dreien gelandet sind. Wer gewonnen hat, seht ihr hier auf der Seite der DCM. Dort steht leider nicht viel zu den Sachen, die auf der Bühne umgesetzt wurden. Videos vom Vorentscheid habe ich auch keine gefunden, obwohl es einen Livestream gab. Deswegen konnte ich leider nicht noch einmal nachschauen, welches Team was genau auf der Bühne gemacht hat.

Die Teams, die auf der DoKomi 2017 im Vorentscheid waren.

Die Teams, die meiner Meinung nach insbesondere schauspielerisch am besten waren, waren allerdings keine reinen Anime-Cosplays , sondern stammten aus Disney’s „Tarzan“, aus dem Potterversum von „Magical Beasts and Where To Find Them“ und aus „Avatar – The Last Airbender“. Mit den beiden Cosplayern, die „Legend of Korra“ gemacht haben und auf dem dritten Platz gelandet sind, bin ich allerdings auch zufrieden.(Ich gnädige Jurorin, ich.^^) Bei den anderen beiden Gewinnern bin ich mir da nicht so sicher. Bei den Zweitplatzierten fiel mir nach längerer Überlegung dann ein, dass diese sich verwirrenderweise und extrem ausdrucksstark mehrfach ihre Liebe erklärt und sich dann umgebracht haben. Also eine die andere. Was allerdings auch eine akkurate Repräsentation des Anime „Rozen Maiden“ gewesen sein kann, den ich mir dementsprechend niemals anschauen werde. :D Hier sieht man dann mal wieder, dass Wissen über die dargestellten Charaktere durchaus angebracht ist, weil man sonst das Gesamtwerk null beurteilen kann und nur sagen kann „Ich fand das war Grütze.“ …

Prop-Probleme und Playback

Das erstplatzierte Team hat hat Charaktere aus dem Anime „Oda Nobuna No Yabou“ dargestellt. Wenn es das Team war, von dem ich glaube, dass es das war, dann haben die beiden als einzige das diesjährige Thema der DCM „Pokémon“ mit eingebaut und gut geschauspielert. Mit deren Platzierung könnte ich daher auch leben. ^^ Insgesamt fand ich allerdings überraschend wenige Teams wirklich gut, was mir besonders stark auffiel, als in einer der Pausen ein Zweiergespann aus  Orks (oder so ähnlich?) auf die Bühne stampfte und zusammen mit dem sehr coolen Moderator (laut Selbstbeschreibung Luigi, der einen Luigi im Freizeitlook cosplayte und sonst nur unter dem Namen „Schlingel“ bekannt) mehr Unterhaltung in fünf Minuten hinimprovisierte, als es die meisten Teams mit vorheriger Planung geschafft haben.

Vielleicht war das auch eines der Probleme mancher Teams. Ich bin ja nun kein Experte, aber ich finde es immer schade, wenn Playback verwendet wird, weil das in den allermeisten Fällen zu sehr heruntergeleiert klingt und man doch ab und an mal live aus dem Takt gerät. Auch wenn es natürlich verständlich ist, dass nicht-professionelle Schauspieler Angst haben ihren Text zu vergessen. Trotzdem wäre es oft wesentlich weniger einschläfernd gewesen, wenn der Text nicht vorher aufgenommen und einfach abgespielt worden wäre. Wie gut es funktioniert, wenn man live schauspielert, sieht man bei manchen Theatergruppen, die auch auf Messen wie der DoKomi oder der AnimagiC auftreten. (Videos habe ich hier leider auch keine von der diesjährigen Messe gefunden.)

Ein weiteres No-Go ist natürlich, dass die Props nicht funktionieren. Das Team der „Magical Beasts“ hat vermutlich Abzüge in der B-Note bekommen, weil ein auf der Vorderseite beklebtes Buch unbemerkt so gehalten wurde, dass das Publikum den ursprünglichen Titel sehen konnte, der definitiv nichts mit dem Stück zu tun hatte. Schauspielerisch war aber vor allem die betrunkene Wer-auch-immer sehr gut. ^^

Bei zwei weiteren Teams kam es ebenfalls zu einer „Oh, shit.“-Situation, da bei beiden die Schwerter in der Mitte durchbrachen. Seltsamerweise nicht bei krassen Kämpfen, sondern nur beim Ausholen um einen einzelnen symbolischen Schlag durchzuführen. Ein Team machte trotzdem weiter (deren Schwert war glaube ich zu Beginn heruntergefallen und vermutlich daher angeschlagen) und das zweite Team mit Schwert-Pech wiederholte seinen Auftritt nach einer Pause.

Dann gab es noch einen Auftritt von zwei … Catgirls … die tanzten … und weil diverse Omis anscheinend das Lebensmotto vertreten „Wenn du nichts nettes sagen kannst, dann schweig lieber“ sage ich zu deren Auftritt ich lieber nichts. Die Dame neben mir, die anscheinend sehr viel Erfahrung mit Cosplays hatte, hat dieses Motto dafür begeistert ignoriert. Unter anderem hat sie sehr empört festgestellt, dass bei einer der beiden Tänzerinnen ein Katzenohr durch das Gehüpfe den Abgang machte und so etwas ein absolutes Ausschluss-Kriterium sei. Ich sehe das zwar nicht ganz so streng, aber passiert so etwas während einer Aufführung, wirkt es auf jeden Fall so, als habe man vorher noch nie im Kostüm geprobt, was selbstverständlich bei professionellen Auftritten ein Muss ist. Und ja, ich weiß, dass die meisten Cosplayer das nicht professionell machen, aber bei guten Wettbewerben sollten die Ansprüche trotzdem ähnlich hoch sein wie bei Profis. Alles in allem bin ich gespannt, wie das Finale so wird und hoffe, dass die Finalisten (findet ihr auf der DCM-Seite) alle besser sind als die Auswahl auf der DoKomi. Das Finale findet am 15.10. auf der Frankfurter Buchmesse statt, wo ich vermutlich nicht dabei sein werde – aber vielleicht habe ich ja Zeit den Livestream zu schauen. :)

Wie geht’s euch so? In letzter Zeit auf Messen gewesen oder gecosplayed? ^^ Welche Art von Cosplay findet ihr am beeindruckendsten? Und habt ihr schon mal bei einer der Meisterschaften zugeschaut? Was haltet ihr generell von der Idee als Cosplayer auf der Bühne zu stehen?

Einen spannenden Tag als Hauptcharakter eurer Story (und ohne Prop-Fails!) wünscht euch
eure 0utofjoint =)

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3 Kommentare

  1. Oh man. Also zu Cosplay-Auftritten darf ich eigentlich nicht viel sagen, weil ich davon eh kein besonders großer Fan bin. Aber es klingt schon nach sehr viel fail. Aber an und für sich finde ich die Kostüme manchmal schon wahnsinnig toll. Und es braucht nicht mal unbedingt in allen Fällen viel … Celty aus Durarara!! sieht beispielsweise klasse aus.
    Aber bei manchen hörten es eben auf, wenn sie performanen … ich weiß nicht, da steige ich immer aus. Das kann ich mit der Anime-Welt in meinem Kopf einfach selten vereinen.

    Gefällt 1 Person

    1. Also ich finde die Idee, dass man sich wirklich kreativ mit einer Serie auseinandersetzt wirklich gut. Mich stört es auch nicht prinzipiell, wenn Leute „mein“ Animeuniversum darstellen wollen. Aber ähnlich wie bei Fanfictions ist die Umsetzung dann halt doch leider oft eher äh mangelhaft …
      Jaa, da hast du Recht! ^^ Und Celty war echt cool! :)

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