日本語もいいですか? Kann ich Japanisch?

Eine der häufigsten Fragen, wenn ich erzähle, dass ich in Japan war, ist sicherlich diese. „Oh, sprichst du denn Japanisch?“ So gern ich auch mit einem „もちろん!“ also „Selbstverständlich!“ antworten würde, so weit bin ich davon entfernt mich als sprechfähig anzusehen. Dafür habe ich in den letzten Jahren sehr viele verschiedene Methoden ausprobiert, um Japanisch zu lernen und bin momentan in einer recht motivierten Phase, in der ich das einfach mal mit euch teilen möchte.

Für den Fall, dass ihr euch noch nie mit Japanisch auseinandergesetzt habt und mit den Begriffen Hiragana ひらがな, Katakana カタカナ und Kanji 漢字 nichts anfangen könnt hier eine ultraknappe Erklärung. Wie ihr anhand der Nupsis neben den Worten seht, sind die ersten beiden japanische Silbenalphabete, die eher nach Buchstaben aussehen und das dritte sind die komplizierten gemalten Zeichen, die mal aus China importiert wurden. Als Romaji bezeichnet man es, wenn die Aussprache der japanischen Kanji-Bildchen statt mit den japanischen Hiragana-Schriftzeichen mit römischen Buchstaben grob wiedergegeben wird (also mit denen, die ich hier gerade tippe). Ich gehe deswegen darauf ein, weil es nicht empfehlenswert ist dieses System langfristig zu nutzen.

Warum? Nun, erstens weil man Hiragana und Katakana sowieso braucht, wenn man japanische Texte lesen möchte. Und zweitens, weil sich mit den römischen Buchstaben nicht alle Laute des Japanischen wiedergeben lassen. Zum Beispiel sind gerade die R-Laute für Ausländer oft eine Herausforderung, weil es eben kein simples deutsches „Rrrr“ ist. Diese einfach als „ra, ri, ru, re, ro“ wiederzugeben ist schlicht falsch und führt zu einer arg schrägen Aussprache. Auch andere Sprachen haben bekanntlich ihre eigenen Laute. Nicht umsonst nutzen Englischbücher in Deutschland normalerweise ein phonetisches Alphabet, um die Aussprache der Vokabeln zu erklären. So kann man „This is an elephant“ statt schlechtdeutsch als „Ssis is ön älefennt“ (oder so) lieber mit allen benötigten Lauten phonetisch darstellen, also als „ðɪs ɪz ən ˈɛlɪfənt“ – auch wenn es auf den ersten Blick komisch aussehen mag. Das aber nur als Grundlagenwissen. Kommen wir nun zum eigentlichen Lernen. ^^

Der Klassiker: Ein Sprachkurs an der VHS oder Sprachschule

Der Startpunkt, um mit Japanisch zu beginnen ist sicherlich bei vielen ein Japanischkurs. So einen habe ich auch gemacht, um ehrlich zu sein sogar zwei. An der VHS in Bielefeld gab es einen Crashkurs, bei dem man fast täglich erschien und einen normalen Kurs mit nur einem Termin pro Woche. Auch wenn einmal wöchentlich gerade für Leute mit einem Vollzeitjob wesentlich sinnvoller erscheint, so hat mir der Crashkurs damals doch mehr gebracht. Denn macht man die ganze Woche jeden Tag etwas, kommt man viel weiter als wenn man bis zum nächsten Termin bereits die Hälfte des Gelernten wieder vergessen hat. Logisch, oder?

In Japan habe ich in den ersten vier Wochen ebenfalls einen Sprachkurs gemacht, der jedoch anders aufgebaut war als der in Deutschland. An der Sprachschule GenkiJACS hat man mindestens jeden Vormittag Unterricht bei verschiedenen Lehrern und es gibt immer Hausaufgaben. ^^ Die Lehrer sprechen so viel Japanisch wie möglich und die Schüler werden angeregt, möglichst auch auf Japanisch Fragen zu stellen, wenn sie etwas nicht verstehen. Im absoluten Anfängerkurs klappt das natürlich nur bedingt, aber bis auf wenige Ausnahmen, sprechen die Lehrer genügend Englisch, um Fragen zu beantworten. Insbesondere die Angewohnheit, bei jeder neuen Lektion über das Hochhalten von Symbolbildern die Schüler dazu zu bringen, schnell die neuen Vokabeln zu verinnerlichen und die Schreibweise der Vokabeln in regelmäßigen Mini-Tests zu prüfen hat mir persönlich das Gefühl gegeben, schnell weiter zu kommen.

Für den Kurs wurden nur Hiragana-Kenntnisse vorausgesetzt und in vier Wochen haben wir die ersten sechs bis sieben Kapitel des namensgebenden Japanisch-Buchs „Genki/げんき“ durchgearbeitet. Außerdem spricht man im Unterricht sehr häufig und muss in Gruppen bzw. Teams Aufgaben erledigen und vortragen, was dabei hilft, die Aussprache zu trainieren und das Sprechen auf Japanisch zu üben. Gemeinsames Lernen macht meistens mehr Spaß, aber natürlich gibt es auch Fälle, in denen die Gruppe für einen selbst zu schnell ist oder man alleine besser vorankommen könnte. Das muss jeder für sich selbst abwägen, wenn er oder sie sich für einen Kurs entscheidet. Aber um ein erstes Gefühl für die Sprache zu bekommen, kann ich einen Sprachkurs nur empfehlen. Außerdem zwingt einem ein Sprachkurs ja einen festen Lehrplan auf, weshalb man wesentlich weniger selbst organisieren muss und wesentlich seltener (außer man geht nicht hin und arbeitet nie mit) die Option hat, nicht zu lernen. Ist vielleicht für unorganisierte, leicht abzulenkende Menschen ein wichtiger Punkt. :)

Das „Aaaaaaaaaaaaber“ bei den Sprachschulen ^^‘

Bedauerlicherweise sind Kurse an solchen Sprachschulen arschteuer. Entschuldigt meine Ausdrucksweise, aber ihr solltet wirklich viel Geld ansparen, wenn ihr so einen Kurs macht. Insbesondere, da die Kurse in Japan (im Fall von Genki in Fukuoka oder Tokio) stattfinden und ihr dementsprechend auch noch euren Aufenthalt und natürlich den Flug nach Japan bezahlen müsst. Also nichts für spärlich ausgestattete Reisekassen.

Genki ist dabei definitiv nicht unter den günstigen Sprachschulen, aber der Unterricht ist im Gegensatz zu vielen anderen Sprachschulen auf westliche Menschen ausgelegt, die keinen Plan von Kanji haben und nicht wie viele andere Sprachschulen, die zu 90% von Chinesen und Koreanern besucht werden. (Erstere kennen zumindest die grobe Bedeutung der Kanji, weil diese auf den chinesischen Zeichen basieren und letztere haben soweit ich das weiß fast die gleiche Grammatik wie im Japanischen.) Ein Vorteil davon, dass ihr in Japan unterrichtett werdet, ist natürlich, dass ihr gleichzeitig auch an vielen japanischen Veranstaltungen teilnehmen und falls ihr sozialer seid als ich sogar japanische Freunde finden könnt. Das macht das Üben ein wenig einfacher. ^^

News Flash: Muttersprachler haben keinen Sprachkurs gemacht

Eine Sache, die ihr allerdings ebenfalls im Hinterkopf behalten solltet, wenn ihr einen Sprachkurs macht: Nur weil jemand Muttersprachler ist, ist die Person nicht automatisch ein guter Lehrer. :D Das Phänomen „Wir nehmen einen Muttersprachler, der kann das schon erklären“ hatte ich in Japan auch schon, als ich relativ spontan deutsche Grammatik erklären sollte. Klar weiß ich, dass es heißt „Ich setze mich auf den Stuhl.“ und „Ich habe auf dem Stuhl gesessen.“, aber spontan zu erklären, warum genau das so ist … Dativ, Genetiv, Waswardasiv? Ähnliches gilt für Japaner und Japanischunterricht.

Da die meisten Japaner die Sprache „einfach so“ gelernt haben, können sie zwar erklären, wenn sich etwas grammatikalisch seltsam anhört, aber nicht jeder kann auch wirklich erklären, welche Regel sich dahinter verbirgt. Was natürlich nicht bedeutet, dass Japaner keine guten Lehrer sein können! ^^ Ich wollte euch nur darauf hinweisen, da mir schon ein paar Leute gesagt haben, dass Lehrer gewisse Dinge gar nicht erst erwähnt haben, weil sie seöbstverständlich schienen, die Schüler aber durch die mangelnde Erwähnung vollkommen verwirrt waren. Einen unbestreitbaren Vorteil hat es aber natürlich, wenn man sich mit Muttersprachlern unterhalten kann: Man kann nachfragen, ob die eigenen Ideen stimmen. Klingt der Satz komisch? Würde man das so sagen? Ist es unhöflich das zu fragen? Oder einfach: Wie macht man das in Japan?

Okay, wie fange ich an? Mit einem Buch?

Natürlich gibt es auch tonnenweise Bücher, aus denen man Japanisch lernen kann. Neben Büchern, die auf Sprachkurse ausgelegt sind wie „Minna no Nihongo“ oder „Genki“ ist ein Klassiker auch „Die Kanji lernen und behalten“ von Dingensens Heisig (ja, ich war zu faul den Vornamen zu googlen), bei dem man sich mithilfe kleiner Geschichten die Kanji besser merken soll. Ich habe das Buch zwar in meinem theoretischen Besitz, allerdings ist es ein echter Wälzer und deswegen habe ich es fast nie ausgepackt, geschweige denn mitgeschleppt. Falls ich nochmal reinschauen sollte, werde ich euch berichten. Da ich allerdings bereits einige Kanji ohne die Methode gelernt habe, weiß ich nicht, ob es sinnvoll ist, im Nachhinein noch damit anzufangen oder ob ich mich damit nur unnötig verwirren würde.

Das Problem bei Büchern ist meiner Ansicht nach aber ohnehin, dass man ohne Grundkenntnisse oft erstmal aufgeschmissen ist. Gleichzeitig gibt es mittlerweile unglaublich viele Online-Sprachkurse, Apps und hilfreiche Webseiten, mit denen man oft sogar kostenlos lernen kann. Sehr viele davon sind allerdings auf Englisch, falls ihr mit deutschen Materialien lernt oder euch das Umdenken auf Englisch zu kompliziert ist, sind diese Ressourcen für euch vielleicht nicht so sinnvoll. (Auf Deutsch kann man meines Wissens nur Memrise, busuu und LingQ umstellen und bei den Flashcards könnt ihr einerseits selbst welche erstellen und andererseits gibt es aber sicher auch schon vorgefertigte deutsche Kartensets bei Anki.)

Ein Anfängerkurs in kostenlos? :o

Seid ihr noch komplette Anfänger, dann könnte euch auch TextFugu weiterhelfen. Dort wird ganz am Anfang begonnen, inklusive der Aussprache der Hiragana die ja wie vorhin erwähnt, nicht genau so funktioniert wie in anderen Sprachen. Der erste Teil ist kostenlos, die weiteren Lektionen kann man mit 20$/Monat freischalten. Oder später irgendwie auf der Nachfolgerseite mit einem lebenslangen Pro-Account. Aber da gab es noch keine genauen Infos zu. Möchtet ihr das Schreiben von Hiragana oder Katakana üben, dann gibt es genau dafür übrigens auch Apps, die euch die Zeichen auf eurem Smartphone zeichnen lassen und die richtige Strichführung korrigieren. Damit lernt man die in ein paar Tagen. :)

Gehen wir einfach mal davon aus, ihr könnt nun die grundlegenden Schriftzeichen und wollt euch erst einmal einen gewissen Wortschatz erarbeiten und habt weder auf Sprachkurs noch auf Bücher Lust. Dann ist das SRS-System eine gute Idee, das auf „Spaced Repetition“ basiert, also einer Wiederholung der Vokabeln in bestimmten zeitlichen Abständen, um diese fest im Hirn zu verankern.

Memrise – fröhliches Vokabelgärtnern

Memrise ist eine App zum Vokabeln lernen, die auf dieses System setzt. Ich mag sie sehr und benutze sie seit Monaten fleißig. Natürlich gibt es dort nicht nur Japanisch und man kann so viele Kurse gleichzeitig hinzufügen, wie man möchte. Ihr solltet allerdings darauf achten, mit welcher Ausgangssprache ihr euch dort anmeldet bzw. welche ihr auf der Webseite eingestellt habt, denn die Auswahl an Kursen ist unterschiedlich, je nachdem, ob ihr in den deutschen oder den englischen Kursen sucht. Bei jedem Kurs könnt ihr einstellen, ob ihr täglich 5, 15 oder 30 neue Vokabeln lernen möchtet. Es gibt für Besitzer eines kostenlosen Accounts die Optionen „Klassische Abfrage“ für bereits gelernte Vokabeln, „Weiterlernen“ für neue Vokabeln und „Turbo!“ für eine stressige Abfrage unter Zeitdruck.

Mit einem Pro-Account kann man sich außerdem auf Problemwörter konzentrieren, nur das Hörverstehen testen (logischerweise nur, wenn der Kurs Audiofiles hat) oder mit „Einheimischen“ kommunizieren. Beim Japanischkurs von Memrise selbst wird diese Option unterstützt. Dabei werden Minivideos von auf der Straße angehaltenen Japanern abgespielt, die mehr oder weniger amüsiert einzelne Sätze für die App einsprechen. Das macht die Sache sympathisch und durch die unterschiedliche Aussprache der Befragten trainiert man wirklich das Hörverstehen. 

Ich behaupte einfach mal, dass die für die Filmchen über „Einheimische“ ausgewählten Leute sehr natürlich rüberkommen. :D

Teilweise gibt es auch Chatbots für Pro-Nutzer, ob die jedoch wirklich sinnvoll sind, da bin ich mir noch nicht sicher. Beim Test der „Introduction“ des Kurses „Japanese 2“ war ich jedenfalls dezent unterfordert und genervt davon, dass die Fragen nicht einmal in Hiragana, sondern in Romaji waren (die böse Lautschrift und so, ihr erinnert euch?). Ich vermute bei Sprachen ohne eigenes Alphabet könnten die Bots besser geeignet sein, aber auch inhaltlich habe ich da noch nicht wirklich viel mitbekommen.
Ein Pro-Account mit allen Features kostet übrigens 7,11€ pro Monat, 15€ für drei Monate oder 47,01€/Jahr. Das erinnert mich gerade irgendwie daran, dass ich eben erst die Crunchyroll-Preise aufgeschrieben habe … :D Ich bekomme allerdings meistens so einmal pro Woche einen Rabatt angeboten, von daher müsst ihr wahrscheinlich nur etwas warten und könnt einen noch günstigeren Deal bekommen. Andernfalls ist die App meiner Meinung nach auch kostenlos sehr hilfreich. Und die Gestaltung mag ich auch, immerhin säht man die Vokabeln und sie wachsen innerhalb der nächsten Wiederholungen zu Blümchen heran. ^^

Flashcards und Grammatik

Wollt ihr euch selbst eure Vokabeln zusammenstellen, dann bietet sich AnkiDroid an. Bei der App könnt ihr entweder über die Webseite Stapel virtueller Lernkarten importieren oder selbst welche anlegen, die dann ebenfalls nach der SRS-Methode wiederholt werden. Die Karten können mit Erklärungen, Bildern und Ton versehen werden. :) Generell gibt es einige Webseiten, die das Lernen mittels vorgefertigter oder selbst anlegbarer Karteikarten ermöglichen, wie zum Beispiel Kanji Koohii oder WaniKani. Für welche Seite man sich da entscheidet, ist eher Geschmackssache.

Wer mehr auf anfassbare Sachen steht, kann sich natürlich auch selbst Karteikarten schreiben (sehr gut, um die Strichreihenfolge der Kanji zu lernen) oder sich fertige Karten mit Beispielsätzen und Lesung der Kanji kaufen. „White Rabbit Press“ bietet neben Lehrbüchern, Lektüre und Postern zum Beispiel auch verschiedene Kartensets an. Über den Preis reden wir da jetzt aber erstmal nicht.

Neben der Tatsache, dass man bei den Flashcards und bei Apps wie Memrise nicht selbst spricht ist ein weiteres Problem natürlich, dass man dort eher schlecht Grammatik lernen kann, auch wenn es durch vorgefertigte Sätze einen Einblick in den allgemeinen Satzaufbau gibt und sehr seeeehr ambitionierte Nutzer ganze Grammatiklexika als Kurse hochgeladen haben. Ich kann mir kaum vorstellen, wie viel Arbeit das war … o_o

Wenn ihr kostenlos Grammatik lernen möchtet, dann kann ich euch Tae Kims „Guide to Learning Japanese“ empfehlen. Den gibt es sowohl als Webseite als auch als App und beides ist kostenlos. Der Guide ist sehr gut und insbesondere die Möglichkeit die Lesung und Bedeutung unbekannter Kanji in einzelnen Beispielsätzen durch antippen anzeigen zu lassen, finde ich sehr hilfreich. Allerdings handelt es sich immernoch um ein Grammatikbuch, weshalb ich mich selten dazu bewegen kann, mich wirklich durch die Lektionen durch zu arbeiten. Seid ihr allerdings gewissenhafter als ich, dann steht eurem Grammatikwissen nichts mehr im Wege. ^^

Unausgegorene Sprachkurse mit Fast-Community

Bei busuu gibt es komplette Sprachkurse von A1 bis B2-Level (Upper Intermediate). Frei zugänglich sind immer nur die ersten paar Vokabeln, für den Rest braucht man einen Pro-Account, der 9,99€/Monat, 9,49€/Monat für sechs Monate oder 5,83€/Monat für ein Jahresabo kostet. Die Idee einen kompletten Sprachkurs umzusetzen ist nett, aaaaaallerdings hakt es gleich an mehreren Stellen. Erstens wird alles nicht nur in Hiragana, sondern auch in Romaji dargestellt, was irritierend ist, vor allem da es keinen eigenen Hiragana/Katakana-Kurs zu geben scheint, durch den man sich dieses Gedöns ganz einfach komplett sparen könnte. Bei den fortgeschritteneren Lektionen enthalten die Beispielsätze zwar Kanji, aber anstatt diese mit Furigana zu versehen, wie es üblich wäre (das sind kleine Hiragana, die über dem Wort stehen und dem Leser zeigen, wie dieses ausgesprochen wird), setzt busuu ausschließlich auf Romaji.

Aufgrund dieses „meh“-Gefühls habe ich mich nicht wirklich intensiv weiter mit busuu beschäftigt und kann den eigentlichen Inhalt der Kurse nicht beurteilen, sie erschienen mir nur recht oberflächlich. ^^“ Falls ihr da mehr Erfahrungen haben solltet als ich, könnt ihr das gerne in die Kommentare schreiben. Etwas positives an busuu ist übrigens die Idee, eine Community zu erschaffen. Man kann Muttersprachlern eigene Sprachaufnahmen oder kurze Texte schicken und diese bitten, sie zu korrigieren. Umgekehrt erhält man selbst Nachrichten von anderen Nutzern, die mann selbst korrigieren soll. Nur für diese Funktion einen Premium-Account zu ordern, finde ich jedoch übertrieben. Was die Funktion mit der Korrektur durch Muttersprachler angeht, so bieten auch LingQ und JapanesePod101 (siehe unten) etwas ähnliches an.

duolingo hat seit kurzem auch einen Japanisch-Kurs, ich habe die Seite allerdings noch nie verwendet und gelesen, dass der Kurs noch zu neu ist und noch einige Fehler und Bugs enthält, daher werde ich mich hiermit auch nicht weiter beschäftigen.

Ein japanischer Japanisch-Kurs aus Japan

Welcome to the NHK! Wer jetzt nicht weiß, was ich damit sagen möchte, der wird nun offiziell darüber informiert, dass das nicht nur der Titel eines Anime ist, sondern NHK (Nippon Hoso Kyoukai oder so) der einzige öffentlich-rechtliche Rundfunksender Japans ist. Also quasi ARD und ZDF in Japan. Und da die vermutlich auch einen Bildungsauftrag haben, bietet NHK freundlicherweise nicht nur Nachrichten auf Englisch (und in 17 anderen Sprachen) bei NHK World an, sondern auch einen komplett kostenlosen Mini-Sprachkurs für Ausländer.

NHK Easy Japanese“ sind niedliche 10-Minuten-Einheiten, in denen zwei Moderatoren ein kurzes Gespräch zwischen der fiktiven Studentin Anna und ihren Kommilitonen, Professoren oder Freunden erläutern. Es geht dabei immer um ein Thema und man lernt sowohl Vokabeln als auch den grammatikalischen Hintergrund. Ich finde die Lektionen sehr knuffig, vor allem weil die Charaktere in den Videos der Minidialoge zwar nicht richtig animiert, aber trotzdem im typischen Animestil gezeichnet sind und neben einigen kulturellen Dingen (wie der immens wichtigen Mülltrennung, kein Sarkasmus, sondern Trauma) auch die durchgehende Fröhlichkeit und die Faszination der Japaner mit lautmalerischen Begriffen deutlich werden. Denn von letzteren (ich sag nur „doki doki“) gibt es auch in jeder Lektion welche.

All-in-one-Kurs für wenn Geld da is ^^

Einen kompletten Sprachkurs findet ihr auch bei Japanesepod101. Oder vielmehr findet ihr dort hunderte von einzelnen Lektionen. So viele, dass es mich leicht überwältigt hat, mich dort zurechtzufinden. Kostenlos sind immer die ersten drei Audiodateien einer Lektion und die Lektionen lassen sich auch herunterladen, was für unterwegs natürlich sehr praktisch ist. Aber das Portal bietet noch drölfzig Funktionen mehr und ebenso viele bezahlte Account-Arten. Es gibt Basic, Premium und Premium Plus. Mit dem Basic-Account erhält man Zugang zu allen Audio-Archiven, plus PDF-Dokumente mit Notizen zu den einzelnen Lessons. Mit dem Premium-Account erhält man eine Billiarde mehr Features, inklusive Grammatikgedöns, Flashcards, JLPT-Vorbereitungskursen, Videolektionen, tägliche Minilektionen, interaktivem Voice Rekorder zur Akzentverbesserung, blaaaa … Guckt vielleicht einfach selbst nach.

Premium Plus ist dann der absolute Overkill mit Personalisierung und Einzelunterricht. Joa. Kostet mit etwa 41 €/Monat (47$) für den All Inclusive Account dafür auch entsprechend viel – wenn auch immer noch weniger als ein Sprachkurs in Japan. Aber bei dem is man immerhin in Japan! :D Der Basic Account kostet etwa 7 €/Monat (8$) und der mittlere Account knapp 22 €/Monat (25$). Ich spiele in diesem Moment mit dem Gedanken mir Premium anzuschaffen – weil es gerade heute noch 45% Rabatt für die beiden teuren Varianten gibt, wenn man ein sechsmonatiges Abo abschließt, wodurch der Kurs „nur noch“ 57,75€ (66$) insgesamt kostet. Dann müsste ich mich allerdings ranhalten, da die nächsten sechs Monate 105€ (120$) für sechs Monate kosten würden.

Selbst die Lehrmaterialien basteln

Das Prinzip von LingQ finde ich sehr interessant, auch wenn es sich meiner Meinung nach eher für Fortgeschrittene eignet. Denn hier kann man Texte zu allen möglichen Themen lesen und die Wörter, die man nicht versteht, markieren und mit einer automatisch aus einem der eingebundenen Wörterbücher gezogenen Erklärung versehen. Diese Worte werden dann gespeichert und ähnlich wie die Flashcards bei anderen Seiten und Anwendungen so lange wiederholt, bis man sie kann. Außerdem gibt es oft ein Audiofile zu den Texten und die einzelnen Worte kann man sich über das Wörterbuch vorlesen lassen.

Der Nachteil an der Seite ist, dass man sie kaum intensiv testen kann, da man als Nutzer mit einem kostenlosen Account nur 20 dieser Lingq genannten Vokabeln abspeichern kann. Da ich das vorher nicht wusste, habe ich natürlich fröhlich einen Text geöffnet, der weit über meinem Niveau lag (siehe Bild^^) und bereits nach 2 Minuten alle meine kostenfreien Vokabelkärtchen verbraucht. Ja doof.

lingq2

So sieht ein Text bei LingQ aus. Links der importierte Nachrichtentext und rechts die Erklärung des gerade angeklickten gelben Wortes, dem „Lingq“. Blau sind alle bisher nicht bekannten Worte und gelb sind die nachgeschauten und abgespeicherten Vokabeln.

Die App konnte ich daher auch nicht richtig testen, da ich kein einziges Wort auch nur übersetzen lassen konnte (auch wenn ich es nicht speichern wollte), ohne dass ein nerviges „Sie brauchen einen Premium-Account!“-Popup auftauchte. Wenn mich das nicht so genervt hätte und ich wirklich mal intensiv ein paar Tage hätte testen können, dann vielleicht. Aber so? Hmpf. Es gibt zwar die Möglichkeit 7 Tage lang zu testen, aber ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob sich das wirklich direkt wieder kündigen lässt. Lustigerweise ist der Test nämlich an eine monatliche Zahlung von 10$ (8,75€) gekoppelt. Wer aber bei einem Langzeitabo 5$ sparen und direkt sechs Monate zum Preis von 55$ (48€) möchte, der kann nicht einfach so erstmal testen. Wie ich sowas liebe.

Ich werde es mir jedenfalls nochmal überlegen, wenn ich wirklich anfange, japanische Texte zu lesen und nur noch einzelne Worte übersetzen muss und nicht mehr den gesamten Text … xD Bis dahin kommt die App vorerst aufs Abstellgleis. Theoretisch könnte ich sie auch als Übungsmaterial fürs Hörverstehen nutzen, leider speichert die App automatisch beim Umblättern jeder Seite alle nicht markierten Worte als „bekannt“, wodurch ich dann innerhalb von drei Tagen zum Japanisch-Master aufsteigen würde, der eigentlich noch Anfänger ist und nur mal so reinhören wollte. :D

Bequem wäre super …

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne noch erwähnen, dass ich übrigens gerne ein Wörterbuch-Plugin für den Browser hätte, damit ich nicht jedes Mal mitten im Text Sachen kopieren und beim nächstbesten Wörterbuch einfügen muss. Es gab mal eins namens Perapera-kun, das man auch noch herunterladen kann – aber die dazugehörigen Wörterbücher lassen sich bei mir nicht mehr installieren. Falls da jemand einen Tipp hat, immer her damit! Alternativ kann man natürlich ganz altmodisch unbekannte Worte nachschauen und danach von Hand als neue Karteikarte bei Anki eintragen. Aber wir haben mittlerweile ja alle schon begriffen, dass ich faul bin, oder? ^^

Eine weitere Seite, die ich gerade erst gefunden habe ist Renshuu (Japanisch für „Übung“), hatte allerdings noch keine Zeit diese ausführlich zu testen. Sie sieht nach viel Wissen, aber auch recht unübersichtlich. Es gibt auf jeden Fall umfassende Grammatik-Lektionen und verschiedene Quiz-Arten sowie Aufgaben zu den Kanji-Strichfolgen. Wie gut die Grammatik-Lektionen sind, habe ich allerdings noch nicht herausgefunden, da ich mir die Seite nur etwa 5 min angeschaut habe. Wie bei den anderen Seiten kann man zunächst einmal einen kostenlosen Account erstellen, die vollständigen Lektionen und weitere Funktionen kann man nur mit einem „Renshuu Pro“-Account freischalten, was dann je nach Abrechnungszeitraum 4-5$ pro Monat kostet.

Immer und überall lernen

Zum Abschluss möchte ich dann nochmal etwas motivationstechnisches erwähnen. Geht auf eine der langsamsten Seiten diesseits des Internets (gibt es überhaupt ein jenseits des Internets?) und wühlt euch durch ein so organisch gewachsenes Blogartikel-Gewust, dass man fast schon das Gefühl bekommen kann, es atmet. „All Japanese All The Time„, kurz AJATT, ist dieses Gebilde, geschaffen von einem Typen, der mal Japanisch gelernt hat und darin mittlerweile sehr gut ist und danach entschieden hat, auch noch Chinesisch zu lernen (ich hab vergessen, ob es Mandarin war …), so aus Gründen halt. Prinzipiell ist die Seite kostenlos, aber es gibt auch hier ein Premium-Programm mit ganz vielen Ressourcen, um „all Japanese all the time“ auch umsetzen zu können. Die Artikel sind sehr locker geschrieben und es geht darin sehr häufig auch darum, wie wir lernen sollten.

Nämlich einerseits so, dass es uns Spaß macht und andererseits so, dass wir ständig mit unserem „Lernthema“ konfrontiert werden. Auf ersterem basiert auch LingQ, denn dort geht es vor allem darum, Artikel zu finden, die einen interessieren und dadurch auch motivieren. Interessiert euch ein Thema, dann sucht ihr automatisch nach weiteren Informationen dazu und erweitert euer Vokabular und euer Wissen darüber. Was die Konfrontation angeht, so ist das etwas blöd formuliert, denn eigentlich sollt ihr eure Lernsachen nicht mit Schwert und Schild anstürmen, sondern eher darin baden.

Immersion ist das Stichwort. Das fängt dabei an, dass ihr versuchen könnt, Notizen statt auf Deutsch in der Sprache anzulegen, die ihr lernt – auch wenn es am Anfang ewig dauert. Umgebt euch mit Materialien in eurer Zielsprache. Das können Zeitungen, Comics, Blogartikel oder Filme sein – aber auch Musik, Podcasts oder Interviews mit eurem Lieblingssynchronsprecher. Zumindest im Fall von Sprachen ist es schließlich so, dass die Tatsache, ob wir uns mit anderen verständigen können, davon abhängt, ob wir sie verstehen. Und je häufiger man eine Sprache hört – und sei es nur passiv im Hintergrund – desto eher erlangt man die Fähigkeit, einzelne Worte herauszuhören, Betonungen einzuschätzen oder den Akzent der Sprecher einordnen zu können. Einfach nur durch Podcasts lernen zu können, die komplett auf Japanisch sind, daaaaaas ist allerdings eher unrealistisch. ^^ Die Aufnahme von Informationen im Schlaf klappt eben leider nicht.

Bringt passives Zuhören auch etwas?

Allerdings können Serien und Filme, die man mit Untertiteln schaut, ziemlich hilfreich sein. Denn so hört man häufige Redewendungen heraus (nicht umsonst nerv…beglücken einen alle nicht-japanisch-lernenden Menschen, die in ihrem Leben mehr als einen Anime geschaut haben, gerne mit „SEEEMPAAAAIII!!“, „Baaaaka!“ oder „TEMEEEE!!!“ … :D), merkt vielleicht ob bestimmte Dinge eher von bestimmten Personen gesagt werden (wie die verschiedenen japanischen Worte für „ich“) oder man hat ganz einfach Spaß, was ja auch schön is. Hm, soll ich jetzt eigennützig nochmal auf meinen Artikel über legales Anime-Streaming verweisen? Zweimal in einem Artikel? Ach, warum nich. Hier. ^^

Wollt ihr nur Hintergrundgedüdel, dann empfehlen sich Podcasts oder Musik. Letztere lässt sich oft genug „youtuben“ oder per Radio-App oder Webseite im Hintergrund abspielen. Podcasts gibt es einige, die aufs Lernen ausgerichtet sind. Ich höre allerdings, wenn ich Hintergrundbedüdelung brauche gerne ひいきびいき (Hiikibiiki), einen Podcast, der bereits seit fünf Jahren läuft und der einfach akustisch sehr angenehm ist. ^^“ In der ersten Folge, die ich davon random gehört habe, haben die beiden außerdem über Anime geredet, weshalb ich der festen Überzeugung bin, dass ich den Podcast auch interessant finden werde, sobald ich ihn irgendwann mal verstehe. :D

Der wichtigste Faktor beim Lernen: Motivation

Übrigens solltet ihr euch nicht zwingen, japanische Popmusik zu hören, wenn ihr sonst nur Death Metal hört oder norwegischen Folk Metal, wenn ihr normalerweise nur K-Pop mögt. Auch wenn ihr selbstverständlich auch alle Musikrichtungen gleichzeitig mögen dürft, sollte euch die Beschallung keine Kopfschmerzen bereiten, weil ihr dann eher noch unmotivierter werdet. Alles geht, nichts muss und so. Das Prinzip finde ich gut. Aber man muss es natürlich so gut organisiert bekommen, dass man nicht nur noch passiv Anime schaut und nie wieder ein einziges Wort aktiv lernt.

A propos passiv und aktiv lernen: Eine weitere Möglichkeit sind übrigens auch Games, die ja relativ häufig aus Japan kommen. Wird die japanische Sprachausgabe (oder für arg Fortgeschrittene auch der japanische Text) unterstützt, kann man auch hier ein bisschen mithören. Wobei, vielleicht ist der Text nicht nur etwas für sehr fortgeschrittene Lerner, denn ich behaupte jetzt einfach mal, dass die meisten Gamer durch Spiele mehr Englisch gelernt haben als in der Schule. ^^ Aber durch das Kanji-Problem ist das vermutlich beim Japanischen nicht ganz so einfach. Aber falls man Spanisch lernen will oder so, ist das ja vielleicht ne Option? Hrrrrmmm …

Falls es euch beruhigt, es kann ultra motivierend sein, wenn man wochenlang Vokabeln gelernt hat und plötzlich zwar nicht den genauen Satzbau, aber den ungefähren Inhalt eines kurzen Gesprächs in einem Anime versteht. Oder wenn man ein Kanji erkennt, das man gerade erst gelernt hat und das irgendwo im Hintergrund auf einem Schild auftaucht. Die eigene Motivation aus kleinen Erfolgen zu ziehen ist glaube ich auch ein guter Grundsatz. :)

Ach ja und es hilft natürlich immens, wenn ihr ein konkretes Ziel habt, dass ihr euch immer vorhalten könnt, wenn ihr euch dann doch entgegen dem Grundsatz des Spaß habens mal zum Vokabeln wiederholen zwingen möchtet. Um mal ein nicht ganz so sprachlernerisches Beispiel zu nehmen: Sagen wir ihr übt äh Hip Hop Dance und entscheidet, dass ihr bis zu eurem nächsten Geburtstag dazu in der Lage sein wollt, eine Choreographie aus eurem liebsten Musikvideo zu tanzen. Oder ihr lernt stricken und wollt bis zum Winter euren ersten Schal fertig haben. Oder ihr möchtet bei der nächsten Reise in der Landessprache das Essen bestellen. Meinetwegen könnt ihr auch in einem japanischen Host/Hostess-Club arbeiten wollen, was immer euch motiviert und äh legal ist, ist auch erlaubt. Auch wenn ich da doch eher die langweilige Animeschau-Motivation vorziehe, aber hey, whatever floats your motivation und so. :D

Das waren jetzt vorerst alle Webseiten und Programme, mit denen ich mich mehr oder weniger intensiv beschäftigt habe. Natürlich gibt es noch tonnenweise andere Programme (insbesondere die Sprachkurse mit Buch und CD, die es schon seit Jahrzehnten gibt), aber ich habe mich nach meinen zugegebenermaßen extrem teuren Sprachkursen getreu dem Motivationsgrundsatz eben nur mit Dingen auseinandergesetzt, die zu Beginn erstmal kostenlos sind und ein wenig ausgetestet werden können oder komplett kostenlos genutzt werden können und die ich vor allem mit meinem eigenen Lerntempo möglichst überall benutzen (Stichwort herunterladbare Lektionen) kann und bei denen ich mir die Themen aussuchen kann. Falls ihr noch das megaübersuper Programm habt, das ihr schon seit Jahren nutzt, dann teilt das doch mit dem Rest der Welt. ^^ Und falls ihr mit einem der Portale, die ich genannt habe, andere oder einfach mehr Erfahrungen gesammelt habt, als ich, dann dürft ihr uns das ebenfalls gerne mitteilen. Falls ich noch ein einzelnes Portal intensiver nutzen werde (JapanesePod101 vermutlich), dann schreibe ich vermutlich irgendwann noch einmal ein genaueres Review dazu.

Hilfreiches Gedöns

Zum Schluss noch ein paar Anwendungen und Apps, die ich bisher auf meinem Weg zum „Bald kann ich Japanisch! ^-^“ hilfreich fand. Ergänzungen sind immer willkommen! :)

Japanische Tastatur: Sehr sinnvoll, wenn man online ein Quiz in Hiragana ausfüllen oder nach japanischen Begriffen googlen möchte. (Oder mit den eigenen Sprachkenntnissen im Titel eines Blogartikels angeben möchte, ähem ähem.) Meine Tastatur nennt sich „Japanisch Microsoft IME“ und kann, wie der Name schon vermuten lässt bei Windows 10 einfach in der Systemsteuerung unter „Zeit, Sprache und Region“ über „Sprache hinzufügen“ naja, hinzugefügt werden. :D Die Tastatur kann nach der Installation einfach unten rechts über einen Klick auf die Eingabemethode (DEU, ENG, J) gewechselt werden. Darauf achten, ob neben dem „J“ ein Hiragana-A erscheint oder ein römisches „A“. Klickt ihr darauf, wechselt es zwischen den Alphabeten hin und her.

Denkt nur dran, dass die japanische Tastatur auch mit dem römischen Alphabet ein anderes Layout hat (y und z sind vertauscht und die Sonderzeichen sind … irgendwo), bevor ihr spontan drauflos schreibt. Sehr hilfreich ist auch, dass es automatische Vorschläge gibt, welche Kanji ihr schreiben möchtet, wenn ihr ein paar Hiragana-Silben eingebt. Da man anders keine Kanji eingeben kann, ist das jetzt kein Extra-Feature, aber falls ihr noch nie eine japanische Tastatur hattet, habt ihr vielleicht schon mal darüber nachgedacht, wie man die Kanji überhaupt aufs virtuelle Papier kriegt und da ich sowieso schon alles ganz detailliert erklärt hab, kann das auch nich mehr schaden. ;)

Google Japanese Keyboard: Ebenfalls ein simples japanisches Keyboard fürs Handy.

Simeji Japanese Input + Emoji: Die japanischere Version des Keyboards mit T9-Vorschlägen für Kanji und häufig verwendete Ausdrücke, kawaii-Smileys und gifs und Dingsis und Nupsis und JAPAN. xD Leider gibt es die Tastatur nur mit englischem Layout, man muss sich also eventuell etwas umgewöhnen, kann dafür aber zwischen englischer und japanischer Tastatur switchen. Leider nicht unbedingt Whatsapp-kompatibel, sondern eher auf die japanische Alternative „LINE“ ausgelegt. Wobei:

LINE: Chatprogramm, das prinzipiell genauso wie Whatsapp funktioniert, aber über wesentlich mehr Optionen zur Personalisierung verfügt UND über Sticker. Sticker bedeutet, dass man Geld für niedliche Nupsis ausgeben kann, die dann quasi als große und teils animierte Emoji im Chatverlauf erscheinen. Aber auch ohne Geld auszugeben sind die gif-Optionen und die Kaomoji-Auswahl denen von Whatsapp weit voraus. (σ・ω・)σ

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Kaomoji –> (ฅ•ω•ฅ)♡

Wörterbücher und Kanji-Strichfolgen:

Jisho: Wörterbuch mit recht übersichtlichen Verbkonjugationen. Bei der Suche muss ausgewählt werden, ob man englische oder japanische Worte sucht.

Japanese: Wörterbuch, das man auch ohne Sprachauswahl mit romaji nutzen kann (gut, wenn man zu faul ist, immer die Tastatur umzustellen oder die Sprache der Suche zu ändern). Auch die Beispiele sind oft hilfreich bzw. die Bausteine der einzelnen Kanji.

Japanese Kanji Study: Malen nach Zahlen, äh, Strichen. Gut, um Strichfolgen zu üben, wenn man sich dazu aufraffen kann, sich wiiiirklich mal mit dem Schreiben von Kanji zu beschäftigen anstatt sie nur ungefähr zu lesen. ^^

Obenkyo: Umfassendes Kanji-Wörterbuch mit Strichfolgen, Zeichen-Funktion und Kanji-Quiz.

Übungen

Beelinguapp: kurze Texte auf Japanisch, die vorgelesen werden mit parallel angezeigter Übersetzung. Herunterladen möglich, leider in der kostenlosen Version nur einige Texte frei.

NHK Easy Japanese: Nachrichten aus Japan in einfachem Japanisch mit Furigana. Ob man die Nachrichten an sich jetzt spannend findet, sei dahingestellt. :D Zu den Nachrichten gibt es jeweils ein Audiofile und Erklärungen neuer Worte. Allerdings ist NHK auf Leser/Zuhörer ausgelegt, die bereits einen Grundwortschatz besitzen, mit dem sie die japanischen Erklärungen der neuen Worte auch verstehen.

Conjugation Japanese: ganz simpel, falls ihr Verbkonjugationen trainieren möchtet. Die grundliegende Grammatik solltet ihr aber schon können oder euch parallel dazu anlesen.

Yomikata: Eine Vokabel-App, bei der die Vokabeln in ganzen Sätzen präsentiert werden, die man in verschiedenen Geschwindigkeiten vorlesen lassen kann.

Google Translate: Jepp. Auch wenn sich alle immer wieder darüber lustig machen, gilt: Habt ihr mobiles Internet, rettet euch diese App den Hintern. Denn Kanji lassen sich ohne einen Plan, wie genau man diese liest, eben schlecht im Wörterbuch eingeben und nur per Foto nachschauen. Und genau diese Funktion gibt es bei Google Translate. Live-Übersetzungen gibt es auch, diese klappen aber meiner Erfahrung nach noch schlechter als das sonstige Kauderwelsch, das GT ausspuckt. :D Auch wenn sie manchmal Blödsinn von sich gibt, kann die App in kritischen Momenten echt hilfreich sein. Ihr könnt sie ja mal mit dem Titel des Artikels testen und feststellen, dass „Kann ich Japanisch?“ recht weit entfernt von einer direkten Übersetzung ist. :D

Falls ihr im Moment Japanisch (oder irgendetwas anderes) lernt oder gelernt habt, dann bin ich gespannt, ob ihr andere Erfahrungen gemacht habt oder vielleicht noch Tipps für die Lernenden dieser Welt habt. Ich würde mich freuen, wenn ich euch vielleicht sogar mit einem meiner Tipps oder Mini-Reviews weiterhelfen konnte. Ich wünsche euch jedenfalls viel Erfolg bei all euren Lernplänen! :)

Einen synapsenanregenden Montag wünscht euch
eure fleißig Vokabeln lernende 0utofjoint =)

じゃまたね~!

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9 Kommentare

  1. Chinesen können durchaus die japanischen Kanji lesen und den Sinn eines Textes verstehen. Da wir aber zum Teil gleich vier Schriften mischen, stehen die natürlich schnell auf dem Schlauch. Auch werden in Japan noch viele Langzeichen benutzt. China hat die im Alleingang vereinfacht. Unser Konter war die Tōyō-Reform und die Kokuji. Problematisch wird es, wenn sich die Bedeutungen der Zeichen geändert haben.

    Du hast recht, auch ich wäre keine gute Lehrerin meiner eigenen Sprache. Weil … ich kann die schon. :D

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    1. Ja, so hab ich das auch verstanden. Die Grundlagen sind die gleichen, aber in den letzten Jahrhunderten ist doch einiges geschehen … 😁

      Ja genau, auch wenn man intuitiv denken würde, dass Muttersprachler das besser können, nutzt man die Sprache ja so unbewusst, dass Erklärungen da echt schwierig werden können. 😅

      Gefällt 1 Person

  2. Wooooow XD Längster Artikel ever ;) Aber sehr ausführlich und sehr schön realistisch bewertet. Denke, damit kann jeder Lerner was anfangen und was finden. Die meisten Tools, Apps und Webseiten kenne ich, aber bei mir hat sich nie eine wirklich eingebrannt und gehalten. Ich klammere mich immer an meine eigenen Kanji-Kärtchen und Vokabelhefte. Mich frustriert es meistens, wenn ich bei wenig Freizeit dann bei einer App gefühlt von vorn anfangen muss. Allerdings wäre selbst das eine Verbesserung, denn zur Zeit lerne ich gar nicht und habe deswegen ein Tränchen im Auge u_u
    Memrise habe ich übrigens wahrscheinlich von allem am längsten benutzt :D

    Gefällt 1 Person

    1. Ahaha, ist das eine Herausforderung? 😂
      Danke für das Lob! ^~^ Ich schreibe auch einige Sachen mit, habe aber unterwegs meistens nicht die Gelegenheit dazu …
      Memrise nutze ich momentan (Hochmotivationsphase und so!) täglich und auch von Japanesepod101 versuche ich täglich mindestens eine Folge zu hören. Ich hoffe es bringt auch was. Irgendwann würde ich doch gerne mal einen der JLPTs schaffen. Wobei du mir da ja gleich mehrere Level voraus bist. ;)
      Das Problem mit dem nach längerer Zeit von vorne anfangen habe ich aber ehrlich gesagt bei Büchern ebenfalls. Oder vielleicht sogar noch mehr, weil die App mir im Gegensatz zum Buch ja anzeigt, was ich zuletzt gemacht habe … 😅
      Man muss ja nicht immer lernen, aber kannst du denn durch Medienkonsum oder so deinen derzeitigen Japanisch-Stand wenigstens halten? :) Weil das neu anfangen und realisieren, was man mal alles konnte, hat mich nach meiner Faulheitsphase am meisten frustriert … ^^‘

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