Was ist eigentlich dieses „K-Pop“?

Yo, was geht? Ich sitze hier grade mit Tiefkühlgemüse und Instantreis (weil ich es kann) und mir ist aufgefallen, dass ich seit gefühlten Milliarden Jahren mal wieder nichts geschrieben habe.

Es ist aber keineswegs so, dass ich momentan einfach gar nichts tue. Vielmehr ist meine Priorität momentan immer noch die, neben der Jobsuche vor allem meine Sprachkenntnisse zu erweitern. Das bedeutet ich lerne jeden Tag viel und es macht mir Spaß, laaaaaangsam aber sicher ein wenig besser Japanisch verstehen zu können. Dadurch wird aber mein Tagesablauf von außen betrachtet halt bloß kaum spannender, sondern eher langweiliger. :D

Ich führe zwar jetzt ein sogenanntes Lerntagebuch, aber das ist für den Rest der Welt nun wirklich nicht interessant. Darin plane und dokumentiere ich, was ich jeden Tag lernen möchte (also dieses Grammatikgedöns, jene Vokabelliste, die Lektion in Lehrbuch „Denken für Deppen“ etc.) und was davon ich letzten Endes auch geschafft habe. Eine der ersten Reaktionen auf meine Aussage, dass ich nun so einen Lernplaner habe war übrigens: „Darauf können auch nur diese verrückten Asiaten kommen!“ Was einerseits wieder einmal zeigt, wie wichtig interkulturelle Kompetenz ist und andererseits die Wahrnehmung eurer zwischen Lehrbuch- und Notizbergen hockenden Bloggerin durch andere Lebewesen veranschaulicht … „Das is‘ die, die diese verrückten Asiaten so mag!“ Ooookay.

Mein Geständnis … *Dramatikregler hochkurbel*

In diesem Sinne: Ich muss euch allen etwas gestehen. Ich lerne nicht nur mehr oder minder erfolgreich Japanisch und nerve meine Mitmenschen mit Anime- und Mangagefasel, nein, es ist noch eine zweite Leidenschaft dazugekommen! Nach dem Anime- und Mangafieber hat mich nämlich vor einer Weile noch ein anderes asiatisches Virus befallen, das im Moment scheinbar sehr verbreitet zu sein scheint. Ich spreche von *döm-döm-DÖÖÖÖÖÖMMMMM* … K-Pop, also koreanische Popmusik. Das überrascht euch jetzt vermutlich nur, wenn ihr den fetten Spoiler-Titel komplett übersehen habt. Aber gönnt mir meine Dramatik! :D

Jupp, ich habe angefangen Koreanisch zu lernen. Bevor ihr mich nun alle für bescheuert erklärt oder für meinen Musikgeschmack steinigt, möchte ich betonen, dass ich deswegen andere Musikrichtungen nicht automatisch nicht mehr gut finde. Und dass ich mir bewusst bin, mich dadurch virtuell inmitten von vielen weiblichen und gerne auch hysterischen Teenagern zu befinden. Ich könnte euch auf Anhieb gleich mehrere Dinge nennen, die ich an der koreanischen Musikindustrie gar nicht mal so toll finde.

Trotzdem kann ich mich für einige der Boygroups bzw. für deren Musik begeistern. Die wenigsten Sänger sind in Südkorea übrigens solo unterwegs, den größten Marktanteil machen unzählbar viele Boy- und Girlgroups aus. Das mag bei der ein oder anderen Person verstaubte Erinnerungen an Backstreet Boys oder N’Sync wecken. (Schreibt man die so?? Ich hab mich bisher nie für Boybands interessiert, sorry. Ich hole das jetzt scheinbar nach … :D) Oder an die wesentlich jüngere Gruppe One Direction. Und diese Assoziation ist gar nicht mal so falsch, denn hinter dem Wort K-Pop verbergen sich sehr erfolgreiche koreanische Musikgruppen, bestehend aus jungen, talentierten und hübschen Menschen, die Unmengen an Fans haben, die bei deren Konzerten ähnlich laut sind, wie das die Fans bei Boygroups aus den 90ern wohl gewesen sein müssen. Hier nun also eine nahezu wissenschaftliche Abhandlung über das Phänomen „hübsche Asiaten singen und schaffen es dabei anatomisch unmögliche Dancemoves hinzubekommen und alle rasten aus“ aka K-Pop.

Youtube? K-Pop? Same, but different.

Wordbuzz hat vor einer Weile schon einmal einen Artikel geschrieben, in dem sie sich mit der K-Pop-Industrie im Allgemeinen beschäftigt. Kurz zusammengefasst steckt eine riesige Maschinerie dahinter, die pausenlos daran arbeitet aus jungen, talentierten Menschen Stars zu machen, die bis an ihre äußersten Grenzen gehen, um Gesang, Tanz und Performances zu perfektionieren und „nebenher“ fast dauerhaft als sympathische/attraktive/bewundernswerte/relatable Menschen auf diversen sozialen Medien präsent zu sein. (Ich sollte nich so viel Denglish nutzen … riehläitäblll…) Dass der Druck auf junge Menschen in Südkorea sehr hoch ist und die Kultur sehr großen Wert auf gutes Aussehen legt, habe ich auch schon einmal in einem Artikel angesprochen (der Artikel dazu, „Lookism“, ist allerdings auf Englisch).

Prinzipiell „funktionieren“ die südkoreanischen Stars bzw. Idols aus mehreren Gründen so gut und sind auch international erfolgreich.

  1. K-Pop-Gruppen sprechen vor allem eine junge, begeisterungsfähige Zielgruppe an, die sich mit den Stars identifizieren möchte.
  2. Die Stars werden nach Aussehen und Talent gecastet, es ist also gar keine Frage, ob Musikvideos nur gehört oder auch angeschaut werden. Ihr könnt davon ausgehen, unter jedem Musikvideo mit Millionen von Views (und davon gibt es nicht wenige) mindestens drei Topkommentare zum sexiest Move oder laszivsten Blick eines der Mitglieder der Gruppe zu finden.
  3. Hier gilt das Gleiche wie bei den Youtube-Stars, mit denen ich mich ja schon öfter beschäftigt habe. Unzählige „Behind the Scenes“-Aufnahmen, Tweets, Konversationen in den persönlichen Foren der Idols, Livestreams direkt aus dem Hotelzimmer nach dem letzten Konzert und was euch sonst noch einfallen mag, sorgen dafür, dass K-Pop-Gruppen nicht nur omnipräsent sind, sondern auch (ungeschminkt, im Schlafanzug oder durchgeschwitzt nach einem x-stündigen Konzert) authentischer und echter wirken als das viele westliche Popstars oft noch tun.
  4. Es gibt wie bei Manga und Anime eine eigene Subkultur mit Insider-Witzen, Ausdrücken, Memes und einer Leidenschaft, die auch über bestimmte Subfandoms der verschiedenen Gruppen (die btw alle ihre eigenen Namen haben) hinausgehen. Ebenso wie zu den sexiest moves gibt es vor allem unter Nicht-Musikvideos auch fast immer Kommentare zu solchen Insidern und Derp-Momenten der Idols darin.
  5. Ebenso wie bei anderen Fandoms, finden sich auch hier genügend Menschen, die in emotionalen Kommentaren berichten, wie ihnen K-Pop oder eine bestimmte Gruppe das Leben gerettet hat. Das ist mal mehr und mal weniger wörtlich zu verstehen, aber fest steht, dass diese Idols für viele Menschen immens wichtig sind und sie motivieren weiterzumachen – durch ihre harte Arbeit, ihre oft genug bodenständig wirkenden, lustigen bis schlicht seltsamen Persönlichkeiten und die Tatsache, dass die Fans durch sie über Jahre einen festen Bezugspunkt hatten.

Fandoms an sich erstaunen mich trotzdem immer wieder, nicht zuletzt mit der unglaublichen Hingabe für ihre Idole. Auch wenn mich das nach Punkt 5 nicht mehr wirklich überraschen sollte. ^^ Zwar ist es durch die hohe Konkurrenz schwer in der Industrie erfolgreich zu sein – ist man es, kann man jedoch durchaus viel Geld verdienen. Ob das Geld letzten Endes wirklich immer bei den Künstlern landet oder ob die Firmen, bei denen die Künstler unter Vertrag sind, den größten Anteil erhalten sei dahingestellt (Knebelverträge). Fakt ist: Die Zielgruppe ist nicht immer die kaufkräftigste, aber die am leichtesten extrem zu begeistern ist.

I want your money, moneeeeey …

Wer jetzt denkt, dass es mit Alben und vielleicht ein paar T-Shirts getan sei, der hat wohl lange nicht mehr darüber nachgedacht, was man Menschen alles verkaufen kann. Ganz abgesehen von Konzerttickets, in deren Genuss internationale Fans nur recht selten kommen, ist so einiges im Angebot. Angefangen bei der Musik über Poster, Shirts, Jacken, Ketten, Ringe, kleine Ganzkörperfoto-Aufsteller, Schlüsselanhänger, Fächer/Kissen/Handyhüllen mit Fotos drauf, Taschen, Rucksäcke, Kulturbeutel, Sticker … und endet bei exklusivem Content auf den Livestreamplattformen (V-App), wo auch Miniserien oder Reisevlogs hochgeladen werden, die teilweise nur gegen Bezahlung zugänglich sind. Ach ja, wer die Chat-App Line kennt (in Japan sehr weit verbreitet), der wird dort auch auf Sticker (quasi Foto-Emojis mit Animation) stoßen, die es für diverse Gruppen gibt. Von Werbeverträgen für Telefonkarten oder Exklusivverträge mit Klamottenherstellern fange ich lieber erst gar nicht an.

Kauft man übrigens ein solches K-Pop-Album (also so altmodisch mit CD und so), dann erhält man gleich ein ganzes Paket an Krams. Nur um euch das Ausmaß mal zu verdeutlichen hier mal ein Beispiel.

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Ein K-Pop-Album aka Überraschungsei für Leute, die auf hübsche asiatische Menschen stehen. Und irgendwo is auch ’ne CD. (BTS, „Love Yourself: Her“, L-Version)

Enthalten sind: Die CD, ein Fotobuch mit 100 Seiten (wo aber überraschenderweise am Ende auch Lyrics drin sind), etliche Fotokärtchen, ein Poster, Sticker (ausnahmsweise mal nicht mit Gesichtern drauf) und aus irgendwelchen mir unerfindlichen Gründen eine billige Gesichtsmaske, wie ich sie aus Japan noch in guter Erinnerung habe. :D Solche Alben gibt es teilweise übrigens auch in verschiedenen Ausgaben – also mit unterschiedlichen Fotokonzepten, je nachdem, ob ihr euren virtuellen Boyfriend lieber im Schlafanzug-Look oder im Gangsta-Style oder im schicken Abendoutfit anschmachten möchtet. (Oder alles gleichzeitig, falls ihr euch nicht entscheiden könnt und mal eben über 100€ für vier Alben ausgeben möchtet.)

Streaming als Lebensaufgabe

Eine Besonderheit, was K-Pop-Merch angeht, sind glaube ich auch die ebenfalls (in diesem Fall für recht wenig Geld) käuflich zu erwerbenden Lightsticks! „Lichterstäbe? Knicklichter? Was?“ werdet ihr euch jetzt vielleicht fragen und die Antwort lautet: fast. :D Lightsticks sind kleine elektrisch betriebene Leuchtstäbe, die man während eines Konzerts anschaltet und mit denen man euphorisch mitwedeln kann – wie das wohl früher mal mit Feuerzeugen gemacht wurde, nur mit weniger Brandgefahr. Große Gruppen wie Exo haben ihre eigenen Leuchtstäbe (teils mit eigenen Namen^^), deren fancy Versionen mittlerweile sogar computergesteuert daherkommen und ihre Farbe synchron zur Bühnenbeleuchtung ändern können. Und … also … ich mein … es leuchtet bunt und die spielen mit mehreren zehntausend Menschen Ping Pong, verdammt! :D

Kleinere Gruppen müssen sich mit neutralen, einfarbigen Versionen begnügen. Aber trotzdem. Was bei Konzerten damit passiert ist insbesondere in Kombination mit den Fangesängen, die aufeinander abgestimmt sind (und manchmal einfach bedeuten, dass alle das komplette Lied mitsingen :D), ist schlicht beeindruckend.

Wo wir schon beim Videos schauen sind … Die Anzahl der Views von neuen Musikvideos ist oft wichtig für die Vergabe von Preisen in der Branche. Speziell vor solchen Preisverleihungen gibt es deswegen unzählige Aufrufe von Fans speziell die für die Berechnung wichtigen Videos (oder gleich alle Videos der Lieblingsgruppe) zu streamen.

Dadurch erklärt sich auch, wie das bisher rekordbrechendste Video überhaupt „DNA“ von der momentan auch international gefragtesten K-Pop-Gruppe BTS mit den meisten Aufrufen eines K-Pop-Videos innerhalb der ersten 24 Stunden: 20,9 Millionen und nach knapp 24 Tagen war das Video bereits über 100 Millionen Mal abgespielt worden.

Nicht einmal drei Monate nach Upload des Videos liegen die Views bei fast 200 Millionen. (Okay, eigentlich 191 Mio., aber hey, bis ich den Artikel veröffentlicht habe, vergehen sicher noch ein paar Stunden. So viel dazu: Ich veröffentliche den Artikel nun etwa 18h nachdem ich diesen Abschnitt geschrieben habe und es sind 192 Millionen Views.^^)

BTS hat dieses Jahr ohnehin alle K-Pop-News vereinnahmt, weshalb ich sie auch in diesem Artikel so häufig als Beispiel erwähne. Denn die Gruppe hat nicht nur mit ihrem letzten Album diverse Rekorde gebrochen und bei den US-Amerikanischen Billboard-Awards den „Social Artist Award“ gewonnen (gegen Justin Bieber und so), sondern ist auch als erste K-Pop-Gruppe in den Billboard-Charts gelandet ist – abgesehen selbstverständlich vom 2012er-Phänomen „Gangnam Style“ von PSY (ja, das war auch K-Pop und es war auf Platz 2 der Charts). Natürlich waren auch andere Künstler daran beteiligt, K-Pop und die koreanische Kultur zu verbreiten, nicht zuletzt einer der wenigen Solokünstler, Rain.

Wenn ich mich nicht irre, dann waren sie auch als erste K-Pop-Gruppe bei den American Music Awards dabei, wo sie mit oben erwähntem Song „DNA“ aufgetreten sind. Etwas das performance- und lautstärketechnisch vermutlich viele der anwesenden Nicht-Fans verwirrt haben wird, da die oben erwähnten aufeinander abgestimmte Fangesänge bei K-Pop-Auftritten ein Muss sind.

Koreanische Kultur oder kommt’s mir nur so vor?

Aber das nur am Rande. :D Wie erwähnt gibt es unglaublich viele Gruppen, die jeweils nur aus jungen Frauen oder jungen Männern bestehen, deren Talente neben extrem verführerisch in alle vorhandenen Kameras zu schauen auch Gesang, Tanz und Rap beinhalten. Rap daher, weil koreanische Popmusik meistens einen wesentlich größeren Hip Hop Anteil besitzt als das unser Klischee der westlichen Boyband vielleicht tut. Natürlich kann nicht jeder alles, aber insgesamt sollte eine Gruppe ausgewogen sein und darf dann nicht nur in Livestreams, sondern auch in diversen Variety Shows ihr Können, ihren Zusammenhalt, ihre Peinlichkeitsresistenz und ihren Unterhaltungsfaktor zur Schau stellen. Variety Shows in Korea sind irgendwie bei mir häufig mit Fremdschämen und der Frage verbunden, warum Idols mit dem Knebelvertrag bei ihrer Firma eigentlich auch ihr Recht „Nein“ zu sagen und ihren Anspruch auf Menschenwürde abgeben mussten …

Denn wenn von Natur aus nicht niedlich-feminine Typen einen kindischen Song mit dazu passenden Niedlichkeits-Overkill-Gesten vor der Kamera absolvieren müssen, weil der Moderator der Show das sagt … dann kommt glaube ich die umgekehrte Dynamik ins Spiel wie bei den Fans. Stellen sich Fans die Frage, was sie tun können, um ihre Lieblingsberühmtheiten zu unterstützen, fragen sich die Idols an dieser Stelle garantiert häufig: „Warum tue ich das eigentlich?“ In diesem Fall wird die Frage zwar sicher auch oft mit „Für den Erfolg“, „Weil ich sonst Ärger bekomme“ beantwortet, aber ich bin mir sicher, dass „Für die Fans, die so etwas gerne sehen“ ebenfalls oft genug ausschlaggebend ist.

Ein anderer Aspekt beziehungsweise der Grund, warum viele Variety Shows auf mich nicht immer unterhaltend wirken, ist glaube ich kulturell bedingt. In Asien gibt es, oder zumindest empfinde ich es so, eine viel größere „Bestrafungskultur“. Also wenn eine Aufgabe nicht richtig gemacht wurde, ist die Chance höher, dass man mit einer Strafe zu rechnen hat als das vielleicht hier der Fall wäre. Außerdem handelt es sich auch wesentlich häufiger um körperliche Bestrafung. Wie gesagt, das ist nur meine Wahrnehmung, aber in den Variety Shows, die ich bisher gesehen habe, scheint es oft Standard zu sein, dass jemand einen Schlag mit einem Spielzeughammer abbekommt (was je nach Kraftaufwand glaube ich trotzdem ziemlich unangenehm ist) oder äh, joa, ich weiß nicht einmal, wie man das nennt. O_o „Finger Flick“ oder so, eine extrem unangenehm aussehende und trotzdem unglaublich häufige Bestrafung, bei dem man mit dem Mittelfinger die Stirn des Gegenübers … aaach, schaut (und vor allem hört) euch ein schmerzhaftes Video an, dann wisst ihr, was ich meine: 딱밤-Video. Es wundert mich wirklich, dass die nicht alle regelmäßig Gehirnerschütterungen haben …

Das Leben is hart – Sixpacks auch.

Auch ohne Bestrafungen in Variety Shows ist das Leben von K-Pop-Idols aber bereits hart, wie Wordbuzz das auch in ihrem Artikel angesprochen hat. Training, Performen, gut aussehen, im Idealfall Songs schreiben und produzieren … am Anfang wohlmöglich unter Bedingungen, bei denen sich viele Deutsche veralbert vorkommen würden. Zu siebt in einem Raum schlafen und sich ein Bad teilen? Läuft …

Etwas, das schwer zu analysieren, aber meiner Meinung nach trotzdem problematisch ist, ist die Übersexialisierung der Idols. Es scheint eine geheime Abmachung zu geben, dass bei jeder Boygroup mindestens einer der Jungs in mindestens einem Video sein Sixpack vorzeigen muss. Und das nicht irgendwie unauffällig, weil das Shirt storytechnisch passend verrutscht. Nein, da steht scheinbar einer hinter der Kamera und sagt „Choreo sieht gut aus! Also jetzt Bauchmuskeln anspannen und das Shirt heben, Jimin!“

Wie das Äquivalent dazu bei Girlgroups aussieht, weiß ich nicht genau, da mir die Girlgroup-Songs meistens zu niedlich bunt waren, aber dort werden glaube ich ebenso viele Hintern in Kamerarichtung geschwungen, wie in westlichen Musikvideos. Womit ich sagen möchte: Sex sells anscheinend international. -.- Nur dass die sexy Stars in SK meist zu Beginn ihrer Karriere noch nicht einmal volljährig waren … Wo wir aber bei Girlgroups sind: Es gab bereits seit 2009 Vorwürfe, Prozesse und Skandale, in denen es darum ging, ob große Entertainment Firmen ihre Künstlerinnen zeitweise an reiche Kunden vermieten. Wofür könnt ihr euch in diesem Zusammenhang sicher denken. Da das jedoch ein sehr trauriger Aspekt ist, der sich nicht nur auf diese Branche erstreckt, sondern sich (wie wir in diesem Jahr erschreckend häufig feststellen durften) auch in anderen Entertainment-Branchen findet, werde ich nicht weiter darauf eingehen. Menschen wie Produkte zu behandeln ist absolut nicht okay und ich würde mich zu sehr aufregen, wenn ich darüber noch mehr schreiben müsste.

Zurück zu den nicht ganz jugendfreien Videos. Es darf sich gerne jedeR anschauen, was der- oder demjenigen gefällt und ich verurteile niemanden, wenn Sixpacks dazu gehören. Ich frage mich nur immer, ob sich Leute, die gezwungen werden, sich vor einer Kamera möglichst erotisch zu geben, nicht irgendwie ebenfalls wie ein Produkt vorkommen. Also ihr dürft euch das gerne anschauen, ich mache mir halt nur immer Sorgen, um diejenigen, bei denen ich mir nicht vorstellen kann, dass sie von sich aus gerne ihr Shirt vor 20 Millionen Menschen hochheben. Aber vielleicht ist es ja wirklich etwas, an das man sich ohne psychische Vernarbung gewöhnt. Kann mir da bitte mal jemand fachlich kompetente Antworten liefern? :/

Nun ja. Fassen wir zusammen: Ständiges Trainieren und Diätieren, um Sixpacks zu produzieren, gepaart mit der Angst vorm Versagen, einem vollen Stundenplan mit Gesangs-, Tanz- und Fanumgangs-Trainings erzeugt garantiert nicht wenig Stress. Durch diesen Stress steigt aber meiner bescheidenen Meinung nach nicht nur die Bindung zu den anderen Teammitgliedern (auch wenn sicher nicht immer alle beste Freunde forever sind), sondern auch die Bindung zu den eigenen Fans. Natürlich kennen Idols ihre Fans nur in den aller seltensten Fällen persönlich, aber die Tatsache, dass diese Gruppe von Leuten sie jahrelang unterstützt hat, sorgt glaube ich schon dafür, dass die wenigsten ihren Fans komplett emotionslos gegenüberstehen können.

Fanliebe kann natürlich auch hier stellenweise zu weit gehen, doch fanatische Fans gibt es ebenso in vielen Fandoms. Auch ein komplettes Fandom kann übrigens in Verruf geraten – insbesondere, wenn ein Streit zwischen verschiedenen Fandoms ausbricht, weil „Mein Star is besser als deiner!“ oder „Dein Star war unfreundlich zu meinem!“ oder so. Aber das lasse ich jetzt beides mal außen vor und konzentriere mich auf eine (positivere) Besonderheit des K-Pop-Fandoms im Allgemeinen: die Sprache.

Talk to me, talk to meeee …

Wie bei Japan denken beim hochindustrialisierten Südkorea auch alle gleich, dass dort jeder fließend Englisch spricht. Dem ist aber nicht so. Was darin resultiert, dass teilweise sehr lustig absurde Texte zustande kommen, wenn zwischendrin mal eine englische Zeile in einem Song eingebaut wird und die Aussprache dieser Zeilen mitunter recht dubios wird. ^^ (Hier übrigens ein kurzer Rückblick zum Moment, wo ich noch keine Ahnung von K-Pop hatte und im Nebensatz erwähne, dass EXO neben mir am Flughafen stand. :D :D :D Eigentlich ging es im Artikel mehr um meine Ankunft in Japan, aber irgendwie finde ich das im Nachhinein sehr amüsant. Unabhängig davon habe ich dann kurz danach angefangen K-Pop zu hören.)

Die meisten Gruppen haben glücklicherweise mindestens ein Mitglied, das gut Englisch spricht (teilweise aufgrund der Tatsache, dass dieses Mitglied nur Halb-KoreanerIn und/oder im Ausland aufgewachsen ist). Aaaaallerdings finden die meisten Aktivitäten dieser Menschen immer noch in Korea statt, die Muttersprache der meisten Mitglieder ist Koreanisch und es wäre Blödsinn spontan einfach englische Texte zu fabrizieren, mit der die Mehrheit des koreanischen Publikums oder gar die eigentlichen SängerInnen nichts anfangen können.

It’s called „K-Pop“ for a reason!

Eigentlich wollte ich es bei dieser Aussage belassen, mir ist aber, nachdem ich die American Music Awards nochmal gegoogelt hatte, wieder klar geworden, dass das nicht so selbstverständlich ist. Während der quadrillionen Interviews in den USA, in denen sich eine belanglose Frage an die nächste reihte, musste BTS auch immer wieder erklären, ob sie denn bald mal ein englisches Album machen würden. Für Außenstehende vielleicht überraschend sind die meisten internationalen Fans dagegen.

Jede Sprache hat ihre Eigenheiten, einen eigenen Flow, Klang und Besonderheiten – wie gleich ausgesprochene Worte, die aber komplett unterschiedliche Bedeutungen haben, wodurch man lernfreudige Menschen wie mich vollkommen verwirren, in Songtexten aber interessante Mehrdeutigkeiten schaffen kann. Und schließlich sind die meisten Fans bereits seit Jahren daran gewöhnt koreanische Popsongs zu hören und nicht englische Popsongs …

Bang Si Hyuk, der Manager von BTS, hat auf die Frage, ob denn auch englische Musik infrage käme übrigens auch geantwortet, dass K-Pop-Sänger nach Amerika zu verschicken, ihnen Englisch beizubringen und zu sagen, dass sie englische Songs machen sollen, schlicht kein K-Pop mehr wäre. Und: „Wenn BTS ihre Geschichte auf Koreanisch erzählt, übersetzen die Fans ihre Songs – die Sprachen mögen unterschiedlich sein, aber die Botschaft ist dieselbe und deswegen werden wir weiterhin Musik auf Koreanisch machen.“

Der Typ hat übrigens auch gesagt, dass man ihn bitte nicht als den „Vater von BTS“ bezeichnen solle, da die Gruppe kein Objekt sei, das er erschaffen habe. Womit zumindest eine Person zeigt, dass entgegen der Vermutung vieler Außenstehender hoffentlich nicht immer alle Idols in eine Form gepresst und zu künstlichen Produkten gemacht werden müssen.

(Hier die englische Version aus der Pressekonferenz, auf die ich mich beziehe: „It isn’t right for me to decide on a concept and then the members entering that specific concept. Their success is the result of listening carefully and noting the growth, happiness, and concerns of each member. I ask people to not call me ‚Father of BTS‘. I do not think artists are products of someone else. When I was referred as a ‚father‘ to them, it seemed like BTS became an object I created which doesn’t align with my philosophy.„)

Aufgrund dieser Tatsache und der Tatsache, dass es eben einfach immer awesome seiende und mehrsprachige Menschen gibt, finden sich für sehr viele Songs Übersetzungen oder Videos mit Lyrics (und der gruseligen lautmalerischen Übertragung vom Koreanischen ins hier gebräuchliche Alphabet). Außerdem sind manche Fans, die Koreanisch und Englisch sprechen so nett, die diversen Livestreams, Backstage-Gebrabbel und Show-Auftritte zu untertiteln, womit sie wie Animesubber zu den Heldinnen und Helden ihres Fandoms werden. Technik und Internationalisierung sei Dank werden manche Sendungen aber auch gleich mit Untertiteln veröffentlicht.

안녕하세요, 私は leicht sprachverwirrt!

Tja. Womit wir wieder am Anfang wären, oder? Wieso lerne ich Japanisch? Genau, um Anime mit-ohne Untertitel zu schauen und um Manga lesen zu können. Warum fange ich an Koreanisch zu lernen? Genau. Um sympathischen Deppen aus Korea beim Blödsinn machen zuschauen zu können, ohne mich auf die Untertitel konzentrieren zu müssen und vielleicht mal mehr als die in jedem dritten K-Pop-Song vorkommende obligatorische Zeile „Lalalalalaaaaa!“ mitsingen zu können, ohne mich wie der letzte Volldepp zu fühlen. Also in diesem Fall jetzt negativ gemeint. Das „Deppen“ davor war als Kompliment zu verstehen. :D

Ich schließe mich hiermit also einem weiteren Fandom an, das den meisten Leuten entweder vollkommen unbekannt ist oder bei ihnen eher einen schlechten Ruf genießt. Wohooo! Ob ich irgendwann mal was vernünftiges befandomen werde? Gibt es überhaupt „vernünftige“ Fandoms? Oder sind die einfach langweilig? :D

Naja, ich gehe mir jetzt jedenfalls wieder lustige Videos von Menschen anschauen, die in ihren Musikvideos und auf der Bühne nicht nur coole Musik machen, sondern dabei auch Choreographien abfeiern, bei denen ich mir schon während der ersten drei Sekunden die Füße verknotet, das Genick gebrochen oder irgendwelche Bänder gerissen hätte. ^^ Oh und dann wollte ich noch koreanische Verben konjugieren (die drei, die ich bisher kann, in den drei Zeitformen, die ich bisher gelernt habe … :D) und japanische Beispielsätze wollt ich noch aufschreiben und Vokabeln wiederholen und ihr merkt, ich bin beschäftigt mit Dingen, die im Normalfall keinen spannenden Artikel von alleine füllen …

Macht euch übrigens keine Sorgen, ich höre nicht erst seit zwei Wochen K-Pop (ich habe es nur bisher nie erwähnt) und fange heute an Koreanisch zu lernen. Ich habe auch erst ein paar Jahre Anime geschaut, bevor ich wirklich ernsthaft überlegt habe, Japanisch zu lernen. ^^ Das mit dem K-Pop sind zwar noch keine Jaaaaahre, aber ich habe nach dem anfänglichen „Och, das klingt ja ganz nett“- und der „Keine Untertitel?!?!“-Phase auf jeden Fall mehrere Monate darüber nachgegrübelt, ob ich wirklich zwei Sprachen gleichzeitig lernen will. Aber gerade den Vergleich zwischen Japanisch und Koreanisch finde ich sehr spannend. Denn grammatikalisch sind sich die Sprachen teilweise sehr ähnlich. Vermutlich sollte ich euch damit aber nicht weiter langweilen.

Ich hoffe ihr fandet den Artikel informativ oder sogar unterhaltsam – oder beides?? :o Wusstet ihr sowieso schon alles, weil ihr bereits einem Fandom angehört oder seid ihr genervt, weil ihr dieses Jahr dauernd von anderen Leuten etwas über K-Pop hören musstet? Habt ihr eine Meinung und wie lautet die oder ist euch das Thema recht egal? Ich bin neugierig! :)

Direkt zu diesem Thema kommt vermutlich kein Artikel mehr, aber falls ich mal mehr übers Koreanisch lernen schreiben soll, dann sagt Bescheid. Auch wenn ich ja gerade erst angefangen habe und nicht viel mehr als „Hallo“, „Danke“ und „Ich bin …“ sagen kann. Ach ja, falls ich euch ein paar gute K-Pop-Songs empfehlen soll, dann sagt natürlich ebenfalls Bescheid! :D Ich wünsche euch jetzt aber erstmal einen gut durchchoreographierten Tag, wenig sprachliche Verwirrung und Motivation das durchzuziehen, was ihr euch vorgenommen habt! ^-^

Lerntagebuchschreibende Grüße von eurer
0utofjoint =)

PS: Das Beitragsbild stammt von der DoKomi 2017, wo mein wissenschaftlich orientiertes Ich einen signifikanten Zuwachs an K-Pop-Merch wahrgenommen hat. Ich hätte zwar auch meine Lernunterlagen fotografieren können, aber der Artikel behandelt ja wesentlich mehr K-Pop im Allgemeinen als meine Sprachversuche und neben dem Albumfoto, das im Artikel noch vorkommt, war das das einzige, was ich an passenden Bildern im Repertoire hatte. ^^

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12 Kommentare

  1. Danke für deinen Artikel 🙂 Bin zufällig drüber gestolpert, super geschrieben und sehr informativ. Kpop ist die Musikrichtung, über die ich komplett nichts wusste, von daher war dein Überblick und die Erklärungen echt hilfreich. Ich hab schon ein paar Mal BTS irgendwo bei einer Preisverleihung gesehen oder amerikanischen Talkshows und war immer verwirrt, was da gerade abgeht von wegen Hype. Jetzt versteh ich das 😀

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    1. Hallo Anna, daaanke für deinen Kommentar und für das Lob!^~^ Freut mich, wenn ich dich informieren und unterhalten konnte! 😁
      Ja, „the hype is real“ und so. :D Ich bin echt gespannt, wie sehr sich Kpop noch ausbreiten wird und ob wir irgendwann sogar im deutschen Fernsehn damit beglückt (oder je nach Person auch genervt) werden. :D

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            1. ありがとうございます〜!٩(๑❛᎑❛๑)۶♪ Ich werde sie mir definitiv mal anhören. Wäre auf jeden Fall hilfreich fürs Japanischverständnis, wenn ich mich nicht nur mit koreanischer Musik bedüdele. ;)

              Gefällt 1 Person

            2. Ja, das glaube ich auch. Obwohl ich wohl nie das Unhöflichkeitslevel der meisten Anime erreichen möchte („お前!“ und so 😅), hilft es ebenso wie Dramen trotzdem beim besseren Hörverstehen. :)
              Und mit den Dialekten beschäftige ich mich lieber dann erst, wenn ich mal irgendwas Standardsprachiges fließend sprechen kann. ;)

              Gefällt 1 Person

  2. Aaaah hat dich der K-Virus jetzt auch infiziert? :D Deinen Artikel hättest du auch ruhig „Einen Einstieg in das Thema K-POP“ nennen können … da ist ja ziemlich alles drin, was man wissen muss ;)
    Als ich noch studiert habe, hat mich eine Freundin drauf gebracht, die aber ein extremer Fan der Choreos war und die auch stundenlang mit Feuereifer nachgetanzt hat. Seitdem bin ich immer mal wieder für ein paar Wochen mit dem K-Virus infiziert, schaue die Videos und höre die Musik. Obwohl die Formel sehr einfach ist wie die Bands funktionieren, finde ich es faszinierend wieviel die in Styles investieren. Ich erkenne teilweise die Bands gar nicht wieder, wenn ich nach einem Jahr mal wieder schaue was 2NE1 oder so zuletzt gemacht haben (nur um dann festzustellen, dass sie sich aufgelöst haben). Ich glaube (und das hätte ich vorher nie erwartet, dass ich das mal sagen werde), dass die sich fast noch mehr trauen als die Japaner. Aber das Konzept wir casten was zusammen was hübsch aussieht, finde ich immer noch furchtbar …

    Wie anders ist es denn Koreanisch zu lernen? Insbesondere was die Schriftzeichen betrifft?

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    1. Hätte ich, aber das klingt so wissenschaftlich! :D
      Die Choreos sind auch toll O_O Ich würde so gerne sowas tanzen können. Also ohne das drölfstündige jahrelange Training halt jetzt …
      Das stimmt, jedes Comeback erfordert dringende Haarfarbenwechsel. Das hab ich ganz vergessen zu erwähnen … :D
      J-Pop scheint mir auch nicht so groß zu sein wie K-Pop, insbesondere international. Wo da der Ursprung liegt weiß ich aber auch nicht.
      Das Konzept ist zuweilen auch furchtbar. Und dass Entertainment-Firmen nicht gerade einen guten Ruf haben liegt eben daran, dass viele ihre Produkte wirklich nicht wie Menschen behandeln. Inwiefern das zum aktuellen sehr traurigen Fall gestern beigetragen hat, kann man natürlich nur raten … :/ (Da das vermutlich nicht überall ein Thema ist, zur Erläuterung: Einer der Sänger von SHINee hat sich gestern das Leben genommen.)

      Wuuuh, jemand interessiert sich für die Sprache! ^-^ Also Koreanisch ist … speziell. :D Die Schrift ist schnell gelernt, auch wenn ich immer noch gerne einzelne Strichelchen verwechsle. (Beim Überfliegen sehen sich ㅓ,ㅏundㅣeben doch recht ähnlich.)
      Dafür hat man das Problem, dass man im Japanischen ja die von vielen verhassten, aber irgendwie auch sinnvollen Kanji hat, um bei gleichklingenden Worten für Aufklärung zu sorgen. In Korea hat man die aber für den Alltagsgebrauch abgeschafft (auch wenn die wichtigsten an Schulen noch unterrichtet werden), weshalb es für Anfänger gefühlte sieben Milliarden Worte gibt, die exakt gleich geschrieben werden, aber durch ihren Ursprung der chinesischen Zeichen komplett unterschiedliche Bedeutungen haben. Und soweit ich das bisher verstanden habe, da ich nur die einfachste Standardform lerne, gibt es ein Äquivalent zu Keigo … wobei es eher so aussieht, als gäbe es gleich mehrere Versionen. Also informell in höflich und nich so höflich sowie formell in höflich und nich so höflich. Frag mich aber bloß nicht, in welchen Fällen man da was verwendet, das wird sich mir glaube ich erst in drei Jahren erschließen. Also … Yay? ^^

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